mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


übelst

Die übelste Göttergabe: Unproduktives Genie, zu schwach für das Große, zu groß für das Kleine. Ein furchtbares Zwischenreich zum darin Vegetieren, wirklich wahr.

Jawohl, so, wie von Alfred Polgar (Exzentriks) derart erfrischend gnadenlos formuliert, kann man es auch nennen.

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In eigener Sache: Das ist der tausendste Mütterlogeintrag in ununterbrochener täglicher Folge (seit 1. Dezember 2004).

Champagne!

outrage

(aus dem französisch-wienerischen theaterdeutsch herzuleiten)

bottom
let me play the lion too: i will roar, that i will do any man’s heart good to hear me; i will roar, that i will make the duke say ‚let him roar again, let him roar again.‘
quince
an you should do it too terribly, you would fright the duchess and the ladies, that they would shriek; and that were enough to hang us all.
all
that would hang us, every mother’s son.
(shakespeare, a midsummer night’s dream, act I, scene II)

die einen machen’s, die andern wissen wie’s geht. und natürlich war zettel umfassend großartig, konnte und wusste in der tat wirklich alles, beruhigte, einen graben in den boden tretend, die anderen, dass dank seines dabeiseins alles gelingen würde, nein – müsse!, und wenn es gegangen wäre, hätte er sich mit dem part der anderen auch noch übernommen, lasst mich den löwen auch spielen!, eben.
dann war da noch die sache mit dem eselskopf. aber das ist eine andere geschichte.

(womit die klammer zur chilinot geschlossen wäre.)

Fut, literarisch

Gestern habe ich von der spätpubertierenden männlichen Jugend erzählt. Nicht viel anders verhält es sich mit einer ebensolchen Zeit, sagen wir: 68 und Umgebung.

Oswald Wieners die verbesserung von mitteleuropa hat auf den ersten Seiten ein personen- und sachregister, mithilfe dessen man so aufregende Begriffe wie arsch, dandy, diarrhoe, dreck, ejakulation, erektion, falott, filz und eben auch fut (Seiten LV, LX, [hurenfut LXII], LXVII, LXXI, (futlapperl LXXIII], CLXXXVII) finden kann.

Das Buch ist 1969 erschienen. Heute ist so etwas nicht anders als museal zu bezeichnen.

NB: ficken (gar: arschficken) findet sich im wienerschen Index nicht. Menasse, du Innovator. Allerhand, wirklich wahr.

(Womit wieder einmal ein paar keywords ausgestreut wurden, was die Findestatistik dieser Seite signifikant hinaufschnalzen wird lassen.)

Fut, gastronomisch

Als Jugendliche haben wir in der Schwechater das Futspiel gespielt: jeder, reihum, musste FUT sagen. Einzige Regel: lauter als der Vorredner. Ein mal langsames, mal schnelles Crescendo, das, je nach (damals noch völlig – wir haben sowas nicht gemacht! – komalos) angetrunkenem Mut im unteren Fortebereich endete. Oder eskalierte (aber da war ich nicht dabei): Einmal nämlich ist der Flapp auf den Tisch gesprungen und hat den ewigen Futschreiweltrekord aufgestellt, ewiges Lokalverbot inklusive, wie es sich gehört. So ist sie, die spätpubertäre männliche Jugend.

Morgen: Literarisches, wieder

chilinot, literarisch

menasses progeriatrischer johannistrieb, den er in diesem aufziehendem buchherbst im konzert mit zumindest einem anderen prostatisch-postpotenzgeplagten jungalten haudegen literarisch verspritzt (lies: don juan de la mancha. es genügen die völlig unspekulativen ersten zeilen; unlängst im spektrum der presse), vermiest mir den unbedarften genuss frischer chilischoten, wie sie so gut zur von mir gerne gekochten pseudosüdostasiatischen küche passen (würden; leider). wissend, wie leicht ihre (so heißt das:) aetherischen öle scharf anhaften (und: wirken!), passe ich beim herschneiden (auf eigener unterlage, das messer wird sogleich gereinigt; eigentlich wären operationshandschuhe ratsam) immer peinlich auf, mir nicht ins gesicht oder sonstwo hinzufahren: es genügt mir der zweifache genuss (in der speise und am ende ihrer reise). oder (siehe menasse; schautsamoiher, was ich mich schreiben trau, was bin ich doch für ein wilder hund!) hat genügt.
man schenke ihm eine geschälte gurke alanatür, das kühlt. und verteilt aber zugleich. dazu also ein baguette noch.

variabel

„kunst ist die zusammenarbeit zwischen gott und dem künstler, und je weniger sich der künstler einmischt, desto besser.“ (andrà© gide)
dass sich der künstler beim künsteln nicht allzuviel einmischen soll, ist zweifellos; das mit gott, nunja …
im mathematikunterricht hat es gewisse gleichungen gegeben, für deren durchführbarkeit eine variable einzuführen war (ein katalysator, gewissermaßen), die nach der eigentlichen rechnung wieder wegzukürzen war. genauer betrachtet: sie kürzt sich von selbst weg.
die kunst darf aufatmen. und der künstler kann weiter nichts dafür.

singend

der tapir (tapiridae – gray, 1821) ist ein edles tier. sagt b. ich kann das so nicht bestätigen, kenne leider keinen noch persönlich (und habe b. auch erst vor kurzem zum erstenmal getroffen). wir wissen jedenfalls, dass gewisse indianerstämme ihn aus religiösen gründen nicht bejagen (den tapir).
seine vorstellung, die er (b.) mir unlängst zugeraunt hat, war die vom gesang des tapirs. sie sei ihm gekommen, als er mich in jenem haus mit karawankenblick für viktor rogy spielen hörte.
diese vorstellung will ich gerne weiter tragen; solange es nicht der gesang des schwanes sein soll, vorderhand einmal.

felsenfest

als er zum zweiten mal binnen weniger tage unvermutet in eine auslage des kärntner abwehrkämpferbundes blicken musste, stellte er sich vor, wie, von ihnen und noch fescheren bestemmern der versammelten, ein verludertes system (woher wohl der wind der wortwahl wehte?) bekämpfenden miasammamiaparteien demonstrationen (genauer: aufmärsche) für das recht auf (eig.: die pflicht zur) geistesbegrenzung veranstaltet wurden. wider den horizont, vor allem den im süden. würden sie (die letzte war bereits 87 jahre her, vielzulang, ohne jeden zweifel) eine volksabstimmung zur aufstockung der karawanken um dreihundert meter die reihen dicht geschlossen anzetteln, sie bekämen glatt die mehrheit, war er felsenfest (was auch sonst?) überzeugt. und für den loibltunnel damals habe man sich auch arbeiter zu organisieren gewusst, odanit?
und die erde ist eine scheibe, um sie kreisend die sonne.

sonntagstraum (für viktor rogy, 1924-2004)

ob bischöfe, kardinäle gar, auch unsinnig lange penisse haben?, fragte er sich, als er rogys hommage à  sindelar (papierener) et al. auf sich wirken ließ: viktor, ein greisengerippe nackt tanzend in seinem sterbezimmer, was für ein zutiefst und vielfach bewegendes tableau von bella ban.
ja, pflegerl hat recht. viktor rogy, mutmacher, weit über die enge seines landes hinaus.

all inclusive

was tust du, wenn du zu einer hochzeit geladen bist, man feiert im park eines feinen hotels am see, du nimmst ein zwischenerfrischendes bad, willst wieder hinauf zur gesellschaft, da steht auf einmal der frischest geschiedene baumeister österreichs badehosennackig bis auf das weiße allinclusiveaußerhartesbandl (es erinnert an die passivitätsbänder neugeborner am handgelenk und das der frischverstorbnen am großen zeh) vor dir und fragt dich dringlich undalso mitleiderweckend, wo es denn da zum klo gehe, du sagst im breitesten dir zu gebote stehenden zugereistenwienerisch oman, bei de bawlaadschn is des häösl, er bedankt sich rasch die treppe emporschraubend und ist schon weg.
bei einer hochzeit aber davon zu erzählen, nein, das täte man nicht, gäbe es keine zeugen. eben.
umgekehrt, societyreporter für eingetunkte, das wäre doch eine nische odernicht?

schlafende (3.2)

jawohl, die matte, die war g.s (beinahe ganzes) charisma gewesen (canetti würde es seinen individuellen massenkristall nennen), humankonzentrat. gewesen, tja.
und warum beethoven, smetana und etliche andere komponisten taub wurden, schumann seine finger unbrauchbar machte, andere schreibtisch- und indencomputerhineintippexistenzen sich mit komplizierten tunnelsyndromen abplagen mussten wo sie doch wesentlicheres anderweitig mitzuteilen oder (pathetischer:) der menschheit schenken konnten, es wurde ihm am beispiel g.s (mittlerweile längst ein herr dokter g. – von dankbaren schwestern respektvoll gepunkt ausgesprochen) endgültig verständlich, auch nach dem aufwachen, kurz aber immerhin.

schlafende (3.1)

sein nächster traum brachte ihn zurück in seine schule, zum glück heute, immerhin. ein workshop in der 7b, siebzehnjährige also.
wie lange dauerte es eigentlich, bis sich eine schule ausgewachsen hatte, keiner mehr von vor (dieses jahr: 24) jahren am haus war?, was für ein feiertag!
am eingang traf er seinen mitschüler und banknachbarn g, und ihm fiel mit einemmal auf, dass g immer schon ident war mit bart simpson, in allem, und g – obwohl er eine seltene stoffwechselerkrankung hatte, die ihm völlige kahlheit bescherte – hatte seine mickjaggervor24jahrenmatte, sehr sonderbar, und sogleich verübte er einen platschanschlag mit tintengefüllten luftballonwasserbomben (nein, keine präservative), bei der glaswand am eingang zum lehrertrakt, aus der telefonbox heraus.

morgen: beethoven, schumann und andere

schlafende (2)

denn fliegen geht wie segwayfahren ohne räder: du lässt dich nach vorne und beschleunigst. lehnst dich, leicht nur, zurück und bremst ab. denkst in eine richtung im raum und bewegst dich dorthin, natürlich ohne diesen dem amerikanischen rechtssystem (ich habe nicht gewusst, dass man sich mit dem messer schneiden kann etc) geschuldeten geschwindigkeitsbegrenzer (20 km/h – was ist das schon, und gar in meilen?) und leider nur im traum. aber wahrscheinlich war es besser so, man stelle sich nur den dichten individualluftverkehr vor. und mit m. unbeobachtet in die büsche zu verschwinden war ihm nicht einmal in dunkelster nacht gelungen.
aufwachend gelandet musste er noch etwas warten, bis er auf die toilette gehen konnte. was wohl der nächste traum bringen mochte?

schlafende (1)

als sie ihm dann noch weismachen wollten, in großraming die serpentinen hinauf zur steyr (!) zu nehmen („es steht: nach prag angeschrieben“) wurde es ihm zu blöd und er wachte auf, unter protest.

sexersatz

menschen, die mit ihrem sexualleben unzufrieden sind, stürzen sich häufig in arbeit, fanden deutsche wissenschafter heraus. (der standard, 3.8.2007)
wohl nur nach intensiven recherchen und einem zeitraubenden evaluationsprozess, schlecht bezahlt noch dazu, haben das die bemitleidenswert deutschen forscher als wenig befriedigendes ergebnis herausbekommen. mein wunsch ist, dass es sich nur um ein vorläufiges zwischenergebnis handelt – was ist denn schon endgültig?
bitte also rasch und mit neuer lust wieder weiter an die arbeit!

erhellend

östlich von augsburg bauen sie strom an. auf ehemals landwirtschaftlichen nutzflächen stehen in staudenhöhe und also praktisch für die erntehelfer dunkle photovoltaisch aktive platten. wie sonnenblumen richten sie im tagesverlauf ihre schöne seite zur sonne hin aus.
wie sie wohl genannt werden? lichtfelder?, stromfelder?, elektrische felder? (ich weiß mittlerweile, es handelt sich um einen sonnenpark.) undaberweiters: welches unkraut wird hier gejätet?

lebensprinzip

ma entschuldigns scho hea müdda, eine frage habe sie noch, und bevor ich abreise traue sie sich doch noch, sie zu stellen: ob es mein lebensprinzip sei, meine schuhe ohne bandalan zu tragen? – neinnein, kann ich die junge schwarzhaarige augenaufschlagsentzückende frühstückskellnerin beruhigen, es ist nur so, dass mir meine loints® auch ohne ganz gut passen, ich nicht herausschlupfe, und im sommer ist das wirklich bequemer.
aber: lebensprinzip – das gefällt mir. vielleicht sollte ich mir einmal eines zulegen, wäre ja langsam zeit odernicht?

rolling circus

wenn ich im zug zum semmering hinaufrolle, knapp vor eichberg noch einmal zurückschaue auf die große schleife, die von payerbachreichenau mit seinem alten zwanzigschillingscheinviadukt geteilt wird, stelle ich mir vor, wie ein zerlumptzotteliger mann meinen waggon knapp versäumend heraufkeucht und mit letzter kraft hinausächzt:
it’s…!
zufrieden singt es in mir einen englischen kolonialmarsch.

Watscheln (2)

Unlängst, am Bleder See, ist sie mir nach einwöchiger Viktringer Habitusstudie endgültig aufgefallen, diese Wortnähe; sie passt wohl eher zum Gänsehäufel oder ins Steyrer Stadtbad (wie weit westlich der Gattungsbegriff gebräuchlich ist, weiß ich nicht): Der Bademeister kann seinen Namen wohl nur von seinem schmerbäuchig-kreuzhohl saunaschlapfenden Goldketterlgang haben, was ihn jedoch nicht zum -meister sondern, das aber unangefochten ihn nachgerade autorisierend, zum Badewaschl befördert. Oder eben -watschl.

Pure Onomatopoesie.

Serschen.

Watscheln (1)

Sommer. Es gibt auch Teiche, wo sie nicht überfütternde Rentner Enten überleben ließen und die Geflügeljäger nicht ausschwärmen mussten. In Bled zum Beispiel, einem der schönsten Flecken Sloweniens. Wunderschen.

Wedeln (6)

jooo
mia san mim Radl doo
jooo
mia san mim Radl doo
jooo
mia san mim Radl doo-oooo
(…)
(nach einer alten Gospelweise zu singen)

O. aber reitet lieber mit Curtis im Tullnerfeld herum. Allles Gute zum Sechzehner!

Wedeln (5)

Wann wirds mal wieder richtig Sommer
Ein Sommer wie er früher einmal war
Ja, mit Sonnenschein von Juni bis Septehember
Und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr
Alte Volksweise

Eben, sammasieahlich, odawieodawos?

(Wie war eigentlich der letzte Sommer in Sibirien?)

Tja, diese Nostalgie. trivialisiert zurückgeholte Geschichte in ihrer niederträchtigsten Niedlichkeit.

Oderaber wer würde sich in einem Spital aus der Guten Alten Zeit operieren lassen wollen?

Wedeln (4)

josowoans
josowoans
josowoans
deoidnriddasleid
josowoans (xoffmhoms)
josowoans (xoffmhoms)
deoidnriddasleid
Alte Volksweise

Dann wollen wir natürlich alle allerlei über unsere schöne Geschichte erfahren, wie es sich damals eben so gelebt hat, bei die alten Römer in der Steinzeit wo dem Franzjoseph die Saurier um die Ohren gesaust sind, Nostalgie ist in, hat es schon damals in den Siebzigern geheißen, und das war schon eine ganz schön schöne Zeit odernicht?

Wedeln (3)

Schön ist so ein Ringelspiel
Des is a Hetz und kost net viel
Damit auch der kleine Mann
Sich eine Freude leisten kann
*

Richtig, bilden, das wollen wir sich uns im Urlaub, ich meine richtig gescheiter werden, etwas in echt anschauen, nicht nur im Universum, Land der Berge.

Besonders praktisch: Minimundus, die kleine Welt am Wörthersee, mit ihrer pittura metafisica-artigen Verkleinerungsarkade zum Eingang hin, die allgemein viel zu wenig gewürdigt und oft für eine etwas unmotivierte Schisprungschanze gehalten wird.

Schon interessant eigentlich: Wir befinden uns in einem kleinen Land eines kleinen Landes, und dort haben wir uns unsere kleine Welt gebaut, wie sie eben sein soll, undaber erhaben und schon schönklein, außerdem ohne Flugangst oder Durchfall bein Dadschmahal.

Immer wieder foahrt ma weg
Und draht si doch am selben Fleck
Man kann sagen was man will
Schön ist so ein Ringelspiel
*

Jawohl, schön langsam schweife ich dort hin, wovon ich abschweife.

* Text: Peter Herz (Musik: Hermann Leopoldi)

(Morgen schweife ich dann möglicherweise zurück.)

Wedeln (2)

Neben Jugendlichkeit vorspiegelnder Animation wollen etliche Freizeitverbringer auch Informationen über die Welt, in die sie sich verbringen ließen, wohlaufbereitet undalso häppchenweise zurechtgeschnitten (an ausgesuchten, superlativistischeren Orten sogar mit Stäbchen verzehrbar). Ja, und kauen wollen wir bitte nicht müssen, unterstellen ihnen praktischerweise eigens engagierte touristische Einspeichelundvorverdaureferenten.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben, ich schweife ab.

(Morgen schweife ich zurück.)

Wedeln (1)

Den mit sich und der urplötzlich vielzuvielen Zeit nicht zurecht kommenden Urlaubsmenschen verlangt nach Zerstreuung. Der Tourismus mit seinen speziell geschulten Eventmanagern hilft ihm und bietet, allerhand, für jeden etwas, etwa Sport, Fun und Animation. Besonders beliebt in den letzten Jahren: Die Weißen Nächte am See (Reanimation inbegriffen) für exklusivkollektive Massen sich einmal vipwichtig fühlen Wollender.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben, ich schweife ab.

(Morgen schweife ich zurück.)

Neuauflage (4)

(Einführende Informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete Ausgabe meiner allerersten Solo-CD grenzkæmpfe, 1993)

Editorischer Dank (2007)
Der vorliegenden Neuauflage sind viele Anfragen und Hinweise aus dem Kreis der Leser, Hörer und der Fachforschung zugute gekommen.Ees waren viele – und deshalb muss der Dank pauschal bleiben. An der einen oder der anderen Stelle mögen Sie die Spuren ihrer Hilfe erkennen können.

Dank (1993, Kurzfassung 2007)
Geholfen haben mir viele. Ich habe niemanden vergessen.

(Fertig damit. Nun lasset uns sehen, ob sie diese Woche auch wirklich fertig ist.)

Neuauflage (3)

(Einführende Informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete Ausgabe meiner allerersten Solo-CD grenzkæmpfe, 1993)

Editorische Notiz zur zweiten Auflage

Mit dieser neuen, umfassend umgearbeiteten Auflage blicken die grenzkæmpfe in ihrer Geschlossenheit nun auf ein dreizehnjähriges Bestehen zurück. Erste Vorstudien datieren gar, wie sich unschwer rekonstruieren lässt, 1991, sodass wir, völlig überrascht von der, wie es scheinen musste, plötzlichen und unerwartet großen Nachfrage ernsthaft zu erwägen begannen und nach einem intensiven Diskussionsprozess schließlich beschlossen, die beträchtliche editorische Anstrengung einer Neuausgabe anzugehen, wobei man rasch gewärtigte, sich nicht allein mit einem Faksimile des Originals zufriedengeben zu können, sondern dasselbe einer gründlicheren Bearbeitung unterziehen zu müssen, es dabei um Neues erweitern und hinsichtlich der Präzisierung von Daten auf den allerneuesten Stand zu bringen habe, so mussten etwa, da es sich mittlerweile als notwendig erwiesen hatte, bei der Angabe der Aufnahmedaten dieselben um die führenden Ziffern zur präzisen Jahrhundertangabe ergänzt werden, zudem wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, objektiv an dem strikten, einer nachhaltigen Qualitätssicherung dienenden Erweiterungsprinzip festzuhalten, bei der Aufnahme von neuen beziehungsweise neu aufgefundenen, in ihrer wahren Bedeutung erst jetzt erkannten Stücken, Kleinodien, jawohl, jede Invordergrundstellung einer der modernen musikalischen Strömungen zu vermeiden, wodurch einzigundallein es, wie wir hoffen, zu jener angestrebten merklichen Vertiefung und inhaltlichen Ausweitung fern alles Modischen, gar Modernistischen, kommen konnte, wir mithin ein in sich geschlossenes, nicht aber, wie noch zu zeigen sein wird, abgeschlossenes oder, horribile dictu!, verschlossenes Werk vorlegen können, nach welchem das kundige Fachpublikum, aber auch der interessierte Laie, wie sich gezeigt hat, allzu lange verlangt hat, ein Mangel, dem nun Abhilfe verschafft werden konnte, in stetem Bewusstsein, dass eine vollendete Perfektion niemals völlig erreichbar sein kann, weshalb wir es zugleich nicht verabsäumen wollen, Ihnen für Ihre geschätzte Nachsicht zu danken, weil es so sein musste, dass, nicht zuletzt wegen des Zeitdrucks, diese Neuauflage zwar in einfacheren inhaltlichen Fragen auf den neuesten Stand gebracht werden konnte, jedoch Verbesserungen, die zusätzliche eigene Untersuchungen und weiterführende Überlegungen erfordert hätten, ebenso wie systematische bibliographische Sammlungen in vielen, nicht jedoch in allen Fällen zurückgestellt werden mussten, aber, das sei versprochen, in Zukunft, und dorthin sei unser Blick, sei er pessimistisch, indifferent oder, und das wollen wir hoffen, hoffnungsfroh gerichtet, wird es möglicherweise möglich sein, allfällig sich als notwendig erweisende laufende Verbesserungen und Aktualisierungen auf elektronischem Wege in kürzeren Abständen zur Verfügung stellen zu können, wodurch es nicht nur, da mit allerneuesten technischen Mitteln erarbeitet, heutigen, sondern auch zukünftigen Ansprüchen genügen wird können und zudem der Forschung auch nachmaliger Generationen neue Möglichkeiten zu eröffnen zu versprechen verspricht.

Morgen: Dank (Kurzfassung)

Neuauflage (2)

(Einführende Informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete Ausgabe meiner allerersten Solo-CD grenzkæmpfe, 1993)

Vorwort zur zweiten Auflage

Ich will mir keine Bücher ausleihen, habe, in Wellen, die Angewohnheit, sie vollzukritzeln: was mir besonders gut gefällt (!), was mich amüsiert (;-), was mir fragwürdig erscheint (?), was ich mir merken und später auf Anhieb wieder parat haben können will (Strich am Rand bzw. wortgenaues Unterstreichen, lineallos), zudem wird das Buch mit Klammern vollgespickt (Eselsohren sind tabu). Schaue ich dann Jahre später wieder in ein derart individualisiertes Buch, wundere ich mich: Bitte, was habe ich da markiert? Heute würde ich ganz was anderes unterstreichen; vieles ist mir jetzt klar, manches aber auch unklar geworden, Kontexte sind verlorengegangen, andere Zusammenhänge, ja Netzwerke haben sich ergeben. Jedenfalls schaut mir aus dem Buch ein fremder Mensch entgegen, der ich selber bin.

Solange wir am Leben sind, kann es kein Endergebnis geben. Heuer werde ich zweiundvierzig, werde aber immer auch, zugleich, vier, sieben, elf, achtzehn oder neunundzwanzig sein. Die Frage ist, was wird sich später als Jahresring oder aber als Blatt erweisen?, und manche behaupten ja, immergrün zu sein.

Beim nochmaligen Durchsehen dieses Heftleins in der ersten Auflage ist es mir ähnlich ergangen: War ich das wirklich?, Bin ich das wirklich? – Aber ja! Genau deshalb habe ich mich entschieden, die originalen Texte mit meinen heutigen, ebenso vorläufigen Positionen zu kombinieren. mehr dazu in der morgen folgenden Editorischen Notiz.

Undtrotzdemaber: Einmal muss Schluss sein (hier: Redaktionsschl.).
Oderanders: Jedes Fragment ist eo ipso vollkommen.

Morgen: Die Editorische Notiz

Neuauflage (1)

(Einführende Informationen über die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete Ausgabe meiner allerersten Solo-CD grenzkæmpfe, 1993)

Vorbedingung zu einer zweiten Auflage

Vergriffen. Ein Wort, das die Augen von Händlern antiquarischer Bücher und Tonträger aufleuchten lässt. Als die Bestellung eines bescheidenen Quantums von grenzkæmpfen seitens meines segensreichen Vertriebs, dem Wieser Verlag, nach umfangreicher Lagerrecherche von mir mit »tut mir leid, ausverkauft« quittiert werden musste, wusste ich, dass es so weit war. Das Nichtbedienenkönnen dieser unerwarteten Nachfrage (es musste jedenfalls eine immense sein, genauer besehen dann: dreizehn; aber: was eine Zahl!, was ein Erfolg!) schmeckte urplötzlich nach Ruhm noch zu Lebzeiten, so etwas euphorisiert jeden Künstler und Produzenten seiner selbst. Sofort war klar: Die zweite Auflage muss her, der Markt schreit förmlich danach.

Morgen: das Vorwort

wohlüberlegt

eine jahrzehntelang schon bewährte druckerei meines vertrauens befindet sich in ternberg im schönen ennstal, und heißen tut sie nova druck. gegenwärtig werden da die drucksorten für die 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete ausgabe (2007) meiner allerersten solo-cd grenzkà¦mpfe aus dem jahre 1993 produziert. (in den nächsten tagen werde ich hier näheres zu dieser neuedition erzählen, deshalb vorderhand noch kein link.)
was ich besonders schätze ist die namentlich gewährleistete undalso sprichwörtliche qualität, nämlich dass die dort nichts so einfach überhaps runterbiegen sondern sich jeden auftrag gut ansehen, gut bedenken, dafür steht der name des inhabers, josef hirner. sein mitarbeiter aber scheint mir fürs controlling zuständig zu sein, undaberauch wenn es etwas gefinkeltes auszuhecken gilt (etwa das bedrucken von 60g-papier oder einen speziellen prägedruck für den fast schon kartondicken umschlag). als joachim grübler ist er hierfür jedenfalls ganz sicherlich prädestiniert, stelle ich mir vor, bin ich mir sicher.
danke im voraus.

mörbisch (6) – nachtrag (theorie)

in etlichen instrumentationslehren wird das posaunenglissando mit all seinen besonderheiten stets bereits im vorwort als typischer, oftmals witziger effekt erwähnt. ich schlage vor, auch die – typischerweise tenoralen – sängerischen peilschleifer nach sog. spitzentönen dortselbst zu vermerken.
im unterschied zum angeblich so schwer zu meisternden blechblasundziehinstrument (neben seinem cousin, der tuba, ist es für den humor zuständig – oder wie hat schubert (oder war es harnoncourt?) gesagt: ich kenne keine lustige musik – und wie ließe sich ergänzen: nur lustige instrumente haha) genügte es bei einer solchen abhandlung, das glissando von unten nach oben zu erläutern; weil hinunter glissieren, wenn du einmal oben bist, das machst du nicht, nicht freiwillig.
was natürlich so auch nicht stimmt, ich weiß.

mörbisch (5) – nachtrag (praxis)

nach ein paar sekunden und mit bestemm erreichte der beliebte tenor doch noch seinen ton, sein verdientes ziel.
oder konnte es am tieferen (jenem mörbischen) kammerton liegen, den man für dieses jahr im schilf gezüchtet hatte? … der kammersänger als kammerjäger, das wäre doch eine schlagzeile.

morgen: theorie

verspielt

wie die kinder hätten sie gespielt, warf der sog. startrainer seiner internationalen einkaufmannschaft nach dem unbefriedigenden unentschieden vor.
mein herz ist erfreut und jedenfalls nachhaltig erfrischt, wenn ich mir vorstelle, wie die jungen und kräftigen männer unmittelbar nach dem anpfiff in selbstvergessenes sein verfallen.
oder, wir sind ja längst im endgültigen medienzeitalter, wie sie auf der ostereiernestrasengrünen wiese mit eineinhalbfachem körperumfang bei reduzierter schwerkraft teletubbygleich trapp trapp herumzuhopsen, ja, zeitlos zu schweben anheben, bis der schiedsrichter fertig hat.
es wäre der wahre sieg.

verfahren

nun aber zu einem anderen tier, das unter lebensgefahr west, und abermals ist eine singuläre beobachtung ausgangspunkt meiner betrachtung, eine zweidimensionale, wie sich gleich zeigen wird.
die lebensgefahr für kröten rührt nicht davon, dass sie, außer in ruhe gelassen zu werden, irgendetwas von uns menschen wollen würden. aber: an feuchtbiotopnahen stellen die straße überqueren zu wollen, kann mit einer gewissen wahrscheinlichkeit für das amphibientier tödlich enden (beim aufderstreckebleiben von einem ungünstigen ausgang zu sprechen fände ich pietätlos). in viktring (trau dich, mit fau! – wie velden, villach, völkermarkt; und vöcklabruck) etwa ist der weg zum stift durchaus, wie es heißt: verkehrsberuhigt, wirklich wahr. trotzdem, ledergleich trocknet da jeden tag eine kröte mehr aus, und das geht im hochsommer recht schnell.
faszinierend, wie sie in geometrisch einwandfreiem grundriss den asphalt nachgerade dekorieren. aesthet der ich zu sein vorgebe, würde mir aber auch einmal ein schrägriss oder aufriss ganzgut gefallen.
so im sprung etwa, stelle ich mir vor.

Verwegen?

Ich habe es bereits mehrmals hier erörtert, das Thema ist aber so unendgültig abhandelbar wie z.b. Essen oder die Liebe, weil, ob du willst oder nicht, es beschäftigt dich in regelmäßigen Abständen aufs Neue, und eine durchgeschlafene Nacht in der sog. kühleren Jahreszeit nutzt dir gar nichts, wenn du im Hochsommer bei offenem Fenster undaber feingitterfrei in feuchter Umgebung (genau: in einem schilfnahen Zimmerchen) dich zur nach einem heißen Tag nichts weniger als verdienten, müde lechzend ersehnten Ruhe zu begeben beabsichtigst, müd und matt zum Niedersinken, matt.

Die Marter des nächtlichen Gelsenbesuchs besteht nämlich nicht im Abgezapftbekommen eines vernachlässigbaren Quantums frischen Blutes, nicht einmal im sprichwörtlichen Dippel (oö: Düwi), gegen den es vortrefflich kühlende und juckreizmindernde Gels sonder Zahl gibt.

Um von meiner Znepftheit nach einer teilweise unruhigen Nacht (das habe ich jetzt sehr höflich gesagt) und der damit verbundenen Auzipftheit wegzukommen, stelle ich meine Fragen als wissenschaftlich interessierter Laie zur Evolutionsgeschichte, gleichwohl aber direkt an die Stech- und Sauginsekten persönlich: Bitte, geht das nicht auch geräuschlos? Müsst ihr (jawohl, Plural) uns da vor dem Aufderhautplatznehmen noch so viele Schleifen (ich bin sicher, in Formation, es ist ohne Zweifel eine künstlerische Leistung) um unsere Ohren ziehen? Braucht ihr den Adrenalinkick, unter Lebensgefahr zu speisen? Kriegt ihr Prämien von der lokalen Hotelzimmerausmalmafia, in Frischblut? Und: Wisst ihr eigentlich, wieviele geprellte Arme ihr schon zu verantworten habt, allein diesen Sommer?

Oder dürfen wir es als Ausdruck eines Gattungsethos annehmen, dass ihr uns eine Chance geben wollt im in jedem Fall ungleichen Ringen?

Danke vielmals. Ich verzichte gerne.

unterwegs daheim

ganzjährig betriebene beherbergungsbetriebe in saisontourismusregionen verdienen unseren allergrößten respekt. während oben familien in all ihren abspaltungserscheinungsformen dreisternig residieren (zum seebad ist es nicht weit; und wer’s nicht derwarten kann, kehrt im schrulligen fkk-gelände ein, gleich nebenan und doch verborgen – schrullig, jawohl, das ist das wort, das mir vor zwei jahren gefehlt hat; es beschreibt am idealsten die eingeschrumpelte und zugleich pendelnde form des gemächts des alten silberrückens beim brunftunverdächtigen, tadellosnackigen* tennisspiel mit drei nur wenig minderschrulligen damen), während oben also die einen (siehe oben) wohnen, checken, gegen abend (oft später), die das ganzjahresbeherbergungssystem erhaltenden handelsreisenden in ihren einzelkojen im souterrain ein, gewöhnliche touristen treffen sie nur zufällig an. von frühfrühstückenden senioren aber wurden sie schon erspäht, wenn sie morgens aus ihren vertreterverliesen ans sommerhelle tageslicht kommen.
in den saisontoten zeiten dürfen sie schon oben schlafen, stelle ich mir vor, wünsche ich ihnen.

*) zur sportermöglichung sind schuhe, stirnband, socken, schweißband, sonnenbrillen erlaubt.

bewegt

wie heißt eigentlich keine falsche bewegung, dieser westernbefehl schlechthin, im original?, fragte er sich unwillkürlich, als er, die hände überkreuzt, von seiner osteopathin neu ausgerichtet wurde.

Still

Die Enten in Goldegg haben zu viele Eier gelegt.

Es ist (bzw. war) nämlich so, dass auf dem kleinen Gemeindeteich, der auch als Kleinbadesee beliebt ist, ihrer zu viele wurden, weil sie von den unmittelbar benachbarten Senioren allzu gut gefüttert wurden, sodass das Wasser, wie man sagt, gekippt war, Badeverbot, scheiß Viecher.

Das nachgemeinderatsbeschlüssliche Morgengrauen kam in gestalt etlicher Jäger, kurz nur war es laut, dann Stille am See (er kippte binnen weniger Tage zurück).

Die gesichter der Pensionisten aber, die mit ihren vom Frühstück abgezweigten Brotresten (iss dich fit, doch nimm nichts mit!) gegen neun Uhr quaquaqua am Wasser auftauchten, sollen von einem ganz besonderen Glanz gewesen sein.

wettern (2)

so heiß wie nächste woche war’s noch nie, berichtet uns das gesamtösterreichische halbgratisaufregungsblatt, zurück aus der zukunft, danke vielmals.
mittlerweile ist aber möglicherweise auch das schon vorbei und dellach im drautal gefallen.
wermaseng. oder besser: wermaverseng.

wettern (1)

die wetterfee mit den glatten langen haaren (war es rebekka bakken in einem nebenjob?) auf sky meteo 24 sprach (tonlos, es war in einer bar in italien) derart lang und eindringlich vor den unterschiedlichsten kulissen (diagramme, satellitenbilder, landschaftsbilder, regenzuspielungen, konturreliefs, schematisierte hochtiefkarten etc.), dass man nach und nach zur überzeugung gelangte, nicht sie referiere die witterung, sondern dass sie dem wetter exakte anweisungen für sein benehmen die nächsten tage gab (weltweit).

ungünstig (2)

Und dann noch das Aufzugsunternehmen, das sein Büro im Souterrain eines maximal eineinhalbgeschoßigen Einfamilienhauses eingerichtet hat. Wirklich wahr.

Hätte ich bei der Handelskammer etwas zu sagen, ich würde das nicht erlauben.

ungünstig (1)

in t., einem christlichen universitätsstädtchen in süddeutschland, teilen sich ein gynäkologe und ein orthopäde die beletage einer alten villa. sie heißen dörrfuß und lutsche. kreuzweise ist es besser; ich empfehle aber doch den auszug eines herren dokter kollega. rein, um allzu billige assoziationen wie die hier möglicherweise insinuierten zu vermeiden.
das bild entsteht im auge des betrachters. frühestens.
eben.
(mein kreuzweh wird übrigens langsam besser.)

mörbisch (4)

dann war da noch ein hinweis, dass hier alles auf den see und seine produkte – zander (vlg. fogosch), schilf, aale, operetten, welse, gelsen etc. – ausgerichtet war. der ortsfleischer trug den für eine innungspräsidentschaft (nicht einmal des burgenlandes) nicht gerade zwingend nominierenden namen fischl.
seinen leberkäse schätzt man weit über die grenzen; behaupte ich. probieren habe ich mich dann doch nicht getraut: lebertranangst (vom neusiedlerseeaalwal).

libertà© etc.

anlässlich des vierten juli droht mir amanda choi einen penis an, größer als die freiheitsstatue.

olala pariii

in paris, gegenüber von radio france, unter der brücke, steht das modell (der statue). dahinter stößt der eiffelturm in ungeahnte höhen.

soviel zum vierzehnten juli.

mörbisch (3)

oder du verhältst dich gescheit und machst nur das fenster auf, wo auch ein fliegengitter montiert ist. das ist aber jedenfalls umsonst, ich weiß nämlich, dass sie – im bad oder unter einem kasten, jedenfalls unzugänglich – einen dieser heimtückischen gelsenspender montiert haben: wenn du eine hellrot derschlagen hast, beginnt – sensible (in dieser situation treffender: sensibilisierte) ohren hören selbst diesen klang – ein leises ticken, und knapp bevor du geglaubt hast, es sei endlich ruhe, du beinah friedlich eingeschlummert bist, wird die nächste auf ihre finale, blutige mission geschickt.
die tippl (oö: düwin) sind nicht annähernd so unangenehm wie der mörbische kammerton (vgl. gestern). die wunderwaffe ist also eine passive, ganzundgar friedliche.
(und schlief ein…)

mörbisch (2)

der mörbische kammerton aber liegt heuer bei etwa 410 Hz. als wunderwaffe empfehle ich (idealerweise maßgefertigte) ohrstöpsel, die helfen mehr als jeder pracker, der zudem den nachteil hat, dass man sich vorher mit der zimmerwirtin, einer resoluten alleinstehenden frau, über allfällige retuschierkosten einigen muss. in jedem fall aber ist es ratsam, ein tegerl farbe vorweg zu reservieren. im richtigen ton, versteht sich.

mörbisch (1)

es gibt etymologien (besser: ätiologien), die sich erst a posteriori erklären, d.h. bei der namensgebung war man sich der tragweite sich später einmal auftuender dimensionen der benennung nicht bewusst, konnte es gar noch nicht ahnen.
mörbisch. eben. was für ein adjektiv. das kann nur mit den seefestspielen und ihren in busflotten vorrückenden und den großteil der besuchermassen bildenden bevölkerungsgruppe vorgerückten alters zu tun haben.
wie die mörbischmörbischbenenner das damals gewusst haben, phantastisch.
oder, treffender: wunderbar!

duftig (2)

wenn sich der geruch von benzin mit feinem damenparfum mischt, wenn eine ganze stadt im rennfieber glüht, wenn sich die prominenten in der exquisiten paddock-lounge über atemberaubende überholmanöver und spannende rad-an rad-duelle unterhalten, dann ist monte carlo atmosphäre in villach am city cart circuit. (e. krug, kärnterwoche)

jawoll, das legendäre gokartkriterium! noch bevor aber die strohballen die route austapezieren, ist bereits ein häuslanhänger erwartungsvoll an der südseite der stadtpfarrkirche geparkt, fröhlich und freundlich mit dufti beschriftet:
duftig!

also wirklich wahr, olfaktoronomatopoetisch betrachtet: dichter gehts nimmer. ich rieche förmlich die story hinter dieser entdeckung, recherchiere und stelle tatsächlich fest, dass hinter diesem verdienstvollen anhänger (olleochdung! – man ist auch exklusivversorger des gti-treffens zu reifnitz) die vinzenz zwick gmbh & co kg in der fallegasse zu klagenfurt steht. ich breche in inwendige begeisterungsstürme aus. es gibt schier kein halten mehr. was auch sonst.

duftig (1)

samstag in der innenstadt. warm ist es, doch nicht heiß, also ideale olfaktorische verhältnisse: da kann der fiaker noch so mannerrosa um die ecke klappern, werden seine zwei ps doch kein nutella aufs reichlich reinigungsresistente pflaster knödeln.

manner mag man ansich eben schon
es blähen sich die nüstern.

plusminus

ein-, zweimal im jahr schaue ich meine adressdatei durch und schmeiße leute raus, mit denen es schon längere zeit keinen nennenswerten kontakt gegeben hat. tut das gut, und alles gute weiterhin.
mir ist das viel lieber, als wenn ich jemand als frischverstorbenen ausstreichen und mich dann fragen muss, warum wir uns in letzter zeit viel zu selten … (etc.).
ich kann ihnen versichern: die aktiven kontakte nehmen zu. schon schön.

spiegel im spiegel (2)

und auch du bist immer wegen allem zu verdächtigen, da kannst du machen, was du willst. fest steht der verdacht.
erinnern wir uns der schnurrbärtigen frau in der ersten szene des ersten akts der letzten tage der menschheit. hätte sie sich die oberlippe depilirt (damals noch mit kurzem i, auch das verdächtig!), sie wäre im ranking (ein engländer! gott strafe england!) der gefährlichkeiten nur noch weiter aufgestiegen, ein rasierter meisterspion, das ist doch die höhe.
besser also nicht mehr verreisen; obwohl: gerade dadurch ziehst du den verdacht auf dich, völlig zu recht (das nur nebenbei).
verhalte dich also unverdächtig unverdächtig; zu unverdächtig unverdächtig aber auch wieder nicht, das wäre nämlich verdächtig verdächtig.

kommutativ

soso. 6×7=42. merkwürdig, merkwürdig.
was das wohl zu bedeuten hat?
jedenfalls verdächtig verdächtig.

morgen: spiegel im spiegel (2)

spiegel im spiegel (1)

ein ichmich
kann etwas gutes sein
ein ichmich
kann etwas schlechtes sein
ein dumich
kann auch etwas gutes sein
ein dumich
kann auch etwas schlechtes sein
ein dumich
kann ohne mein zutun sein
auch ein ichmich
kann mich plötzlich überfallen

ernst jandl, 4.3.56

ab sofort werde ich bei flügen in die muslimische welt kosheres und in den westen ausschließlich nach islamischen regeln zubereitetes essen essen. jetzt wollen die nämlich auch in europa bald schon ganz viel und noch viel mehr über dich wissen, wenn du fliegst. weil verdächtig sind wir alle, zweifellos ist alles was lebt verdächtig, manche sogar noch länger. wessen allein ichmich immer wieder zu verdächtigen habe,
saynomore
saynomore, nudgenudge.

postglazial

ein andermal aber, als er hastig zum telephon eilend das badezimmer verlassen musste und nach dem längeren (und desto weniger dringlichen) gespräch zurückkehrte, fand er (auch männer lieben es, sich, von warmem wasser umgeben, in schwerelosem schwebesitz zu rasieren) am wannenboden ein konglomerat aus schaumresten und haaren vor.
fröstelnd, weil die tage wieder kürzer wurden, spülte er die badegrundmoräne den passiven widerstand leistenden abfluss hinunter.
soviel also zum vierten juli.

duschorakel (2)

(fortsetzung von gestern)

von der besserwisserseite, woher auch sonst

…, den er im badezimmer des nachundnach zu renovierenden hoteltrakts vorfand, war von außerordentlicher, flexibler länge, sodass er sich, da er bei der bedienung des ohne zweifel äußerst praktischen und hilfreichen duschgelspenders eine einmalige drehung um die eigene achse beschrieben hatte, dabei einmal über den schlauch gestiegen war, annähernd rettungslos sich zu verheddern drohte. ein laokoonisches angstgefühl (da haben wir es!) kroch mit einemmal seinen leib hoch; er aber, aufgeweckt von kneippisch kaltem guss, entwand sich, verzweifelnd pritschelnd, der heimtückischen gefahr, dieses bedenklichen omens.

duschorakel (1)

in villach aber, in villach, leute, was soll ich euch erzählen?!
der duschschlauch (so ein schönes wort, sieben aufeinanderfolgende konsonanten! man könnte, entspräche es den tatsachen, achtkonsonantisch toppend, ergänzen: …, mit dem er den angstschweiß abwusch, … jedoch, mitnichten: er betrat das badezimmer furchtlos; grundlos, wie sich erweisen sollte.),

(der rest dieses so vielversprechend begonnenen satzes folgt morgen. so lässt sich auch bei abnehmendem mond spannung aufbauen.)

dampfadvent

klagenfurt, mütterlogische fundgrube seit eh und je. in der innenstadt, wo fast ausschließlich kleidung verkauft wird, schreiben dieser tage, die fußgängerzone überspannend, transparente eine art bügelmessias herbei, der da wird kommen, die hausfrauen zu erlösen. das herabgeschworne drahtwesen hört, so will es der glaube, mag er einem außenstehenden auch immer wieder merkwürdig erscheinen, in diesem glücklichen land auf den namen ironman.
danach dampft er wieder ab und hat eine woche bügelfrei, stelle ich mir vor.

vorwärts

unter oberndorf. nach heftigen unwettern steht der zug, fährt kurz an und steht wieder, diesmal aber richtig, man kann sich bald nicht mehr vorstellen, wie ein zug überhaupt zu rollen imstande sein kann, ähnlich den berechnungen früherer zeiten, dass die erde nur eine scheibe sein könne und so etwas wie ein flugzeug eine phantasievolle vorstellung bar jeder vernunft sei, tauchen im kopf theorien auf, warum ein zug nur eine immobilie sein kann, man selber sitzt ja im beweisobjekt.
nach und nach kommen passagiere aus den hinteren waggons und gehen durch in richtung lok, zur zugspitze. so werden sie früher in wien sein, es kommt auf jeden meter an.
unten, auf der straße, dreht ein verblasstroter vw golf dreieinhalb kreise, bevor er diesem lokalen pröllschen gravitationszentrum entfliehen kann.

kollateralverb

durften wir uns gestern hier über ein schönes neues wort freuen, so darf ich heute ihre aufmerksamkeit auf das phänomen der selten gebrauchten und also im funktionalen aussterben begriffenen worte richten, unlängst erst wurde ja kleinod zum schönsten bedrohten wort der deutschen sprache erklärt.
z, der im hintergrund so zuverlässig und umsichtig die programmtechnischen belange auf muetter.at betreut, hat mir, nachdem er mir beim erwerben eines updates behilflich war (da die kreditkartennummer eintragen, gültig bis – [auf] ok [klikken]), worauf ich, in der nacht, die umstellung erst nach panikausbrüchen (alle daten weg!) und mit zehn linken fingern dochnoch geschafft hatte, am morgen – völlig zutreffend – geschrieben: da muss ich doch schmunzeln – beim kaufen lässt er sich helfen – beim update nicht?!
wie gut, solche freunde zu haben, musste ich betropezt lächeln. und in seiner schelte hat er gleich das schmunzeln auch noch mit belebt, der gute.
nb: dass ich gestern selber hier das wort schmunzeln verwendet habe, zeigt, dass es gegenwärtig in der luft zu liegen scheint. das stimmt doch froh.

voll scharf

täglich dringen neue begriffe in unseren schön deutsch sprach, die meisten diffundieren aus dem computer- oder new-economy-englischen und sind daher alles andere als erfreulich oder gar sinnlich.
vom allzu seltenen fall einer neuen deutschen wortbildung (die sich noch dazu augenblicklich selbst erklärt) kann ich hier berichten:
m. will nicht in die verlegenheit kommen, zum lesen ihre brille herunternehmen zu müssen (gar zwischen zwei brillen beständig zu wechseln) und hat sich dafür eine dieser mittlerweile recht weit verbreiteten gleitsichtbrillen machen lassen, wunderbar, was die schon alles können heutzutage.
dieses harmlos-verschämte verbergen ihrer noch recht frühen alterungsstufe bezeichnet sie selbst schmunzelnd als gleitsichteitelkeit.
dieses schöne neue wort aber haben wir sch. zu verdanken, der es bei diesem kleinen sozialen zusammensein (wir waren zu dritt) verschmitzt sprachbastelnd eingeworfen hat.
zum sch.’ischen sprache(er)finden mehr demnächst.

vollkommen

ein kreisverkehr ist ein kreisverkehr und kein halbkreisverkehr. und alles unter drei umkreisungen tätige beleidigung für den tiefbauingenieur und erst recht, für die landschaftsfloristen. (in nö: für den herrn landeshauptmann; anm.)
zwei der berüchtigsten sssp-raudis

so die unausgespochene losung der steyrer segway-spotter (sssp), die man sich aber eher als im stile der hell’s grannies agitierend vorzustellen hat.

verkehrt

meiden sie diese woche das burgenland, rate ich ihnen. da läuft nämlich etwas verkehrt, erfährt man im standard (19.6.2007):
in eisenstadt wird eine woche lang getestet, ob straßen mit weniger tafeln nicht sicherer sind.
wessen interessen werden da bedient?, kommen mir jede menge monströse verdächte.
ich liebe verschwörungstheorien.

owizahn

das ewig weibliche
zieht uns hinan

goethe, faust II (vers 12110/12111)

es muss ein fluch sein. warum singt jedesmal bei der achten mahler der erste sopran fast durchgängig (und bei den allerletzten, apotheotischsten worten fast florencefosterjenkinsesk) zu tief? und warum krawattelt der tenor immer bei blicket auf, blicket auf, alle reuig-zarten und erst recht bei höchste herrscherin der welt, derart, dass es einem die schuhe auszieht.
eine ebenso prekäre stelle ist in der zweiten, wenn sich die sopränin mit unsterblich leben wird, der dich rief, dir geben mit haut-goà»t verintoniert, das verzittert sich nämlich auch immer in die tiefe.
aber es kann ja auch gar nicht anders sein, vor so einem anspruch muss doch jedes stimmbandpaar versagen.
ein wunder eigentlich, dass sie nicht reißen, stelle ich mir vor.

sparen

iss dich fit
und nimm nichts mit

(morgengruß beim frühstücksbuffet)

das budget pro mahlzeit darf 7,90 nicht übersteigen.

oö. landesrichtlinie (20. jahrhundert; in euro also: 0,57), zweifelsfrei rekonstruiert im juni 2007.

heute waren aber viele heikel, wundert sich die landesbildungsheimliche küchen- und servierkraft im weißen arbeitsmantel (auskochen bei 95°) über die einer vollen scheibtruhe entsprechende rücklaufmenge der zuvor so aufmerksam grob faschierten und hartgebackenen lasagnespezialität, deren abdeckschicht aus unkaputtbarem eternit bestehen musste. einzig, dass es zu teuer gekommen wäre, machte die sich vom aufesszwang durch kapitulation lossagenden sicher, dass sie kein asbest enthielt.

prozentuell

zur vertieften einkehr noch ein, nein: der wurstsatz, wie er uns vom zögling johann steiner, bassklarinettaler fundamentalphilosoph, überliefert wird:
die wurst als solches hat prozentuell um die wenigere hälfte mehr fett als die andere. dixit padre latrini seitenstettensis.
damit ist jetzt aber wirklich alles gesagt, das gegenteil inklusive.

geopfert

der sieg damals war eindeutig, weil unsare wurrscht haben wir schon schön selber gewürzt. auch wenn sie zunehmend ausgekocht und also schal schmeckte, ganze sechs jahre haben wir an ihr gewürgt, aschowurscht. der im nachhinein gewissermaßen heiligende verdacht liegt nah, dass es sich, und das klingt religiös, um eine sechsjährig (sich) ziehende opferwurst gehandelt hat. jawohl, er hat sich für uns geopfert, damit wir alle freigesprochen werden, und den wurrschtl kaun kana darrschlong.
ob solcher dimensionen bleibt mir nichts anderes, als still in mich hinein zu erbeben.

heißundsowasvonaktivmütter 2007

liebe mba,

ich sitze im turmzimmer von schloss weinberg und schaue über kefermarkt ins weite tal der feldaist, aber das stimmt ja gar nicht, weil ich schaue ja auf meinen laptopbildschirm, was täte ich da auch für einen blödsinn zusammenschreiben, wenn ich beim tippen anstatt auf den bildschirm zum fenster hinausschauen täte, wirklich wahr. obwojl, so schlecjhz gejt es gse nichr, und da sind wir schon bei einem phänomen, das es näher zu betrachten lohnt: du kannst etwas leidlich gut, aber wenn du es bewusst machen willst oder gar sollst, kommst du ins stocken: hundertmal blind die schuhe gebunden – kein problem, einmal dabei daran denken – ritscha.

juni ist, dieser halbzeitadvent, wo alle noch irrsinnig viel zu erledigen haben, aber wir schaffen es schon, dass wir uns vorher noch sehen, der countdown zum stillstand hin, zeugnis (könnte man weihnachten nicht auch nach bundesländern staffeln? – das wäre doch praktisch!), studienjahr, arbeitsjahr, wimbledon, alles endet dieser tage, gleitet in die sommeragonie, geistiges kofferpacken allüberall (auch die daheimbleiber), wir legen uns saure gurken ins gehirn ein, damit wir all das aushalten und ihn wirklich lesen und in künstlicher aufregung nachreden, diesen blösinn, den uns die neuigkeitsbuntblätter mit ihren schreienden fernseh- und radioäquivalenzen längst schon ganzjährig zu servieren sich nicht entblöden: welches tier wird heuer die beste bestie der saison, der haifisch im wörthersee, ein bärli oder doch wieder eine neue spinnenart?, dürfen wir auf ein taugliches hochsommerhochwasser hoffen, wann bricht der vesuv endlich aus (er wird uns nicht entkommen!)?

weit weg von allem, hier, im schloss als landesbildungsheim sind sie meiner vollen sympathie sicher. ich liebe nämlich diese fürunseregäste!zettel. sie sind in erster linie dazu da, alle, kollektiv, (zumindest der absicht) des vandalismus zu bezichtigen (jede verunreinigung ist nicht erlaubt – ich wüsste zu gern, welche genau), und augenblicklich fühlst du dich wie ein pflichtschüler, der beim spielen im pausenhof ein fenster eingeschossen hat und vom schulwart ertappt wurde, ab zum direkter. der vom land zu bildende wird natürlich völlig zu recht angeherrscht, mit drei rufzeichen pro zeile, damit das klar ist! einmal so zusammengestaucht, suchst du in den informationen von a-z vergeblich, wieviele zentimeter (mit inventarisierungszeichen versehenem) klopapier dir pro sitzung zustehen, tschuldigndasileb.

und natürlich hat sich der betrieb hier nach den hier angestellten beamten zu richten (selbst in der küche tragen sie ärmelschoner), die sind ja immer da, unsereins aber nur zwei, drei tage, versteht denn das keiner?
und damit alle wissen, wem persönlich wir das alles hier (es ist wunderbar, daran besteht kein zweifel, selbst die lasagne mit eternitabdeckung; auf ihre art halt) verdanken, thront über allem gütiglich schmalzlächelnd und bitzlfest wohlfrisiert der allhierheilige josef, dieweil sich, daneben, sein falscher bub in kreuzschmerzen windet; es ließe sich zusätzlich geld sparen, würde man das bild des landeshauptmanns in einer noch zu bestimmenden weise mit dem kruzifix verschmelzen, nicht zuletzt in kefermarkt gibt es ja reichlich holzschnitztradition, oder nicht?, stelle ich mir vor.

verstreutes

eine cd kommt wieder daher, hat sich vor muetters dichters liebe gedrängt: in kürze erscheint auf vielfachen wunsch meine allererste solo-cd grenzkà¦mpfe (1993) als 2., beträchtlich erweiterte, völlig überarbeitete, vielfach verbesserte und neu gestaltete auflage.
mit bonus- und! malustrack! bitte sich das keinesfalls entgehen zu lassen. beim wieser-verlag oder direkt bei müttern.

zwei termine möchte ich extra ankündigen, bevor ich sie mit dem allgemeinen serviceteil in den sommer entlasse:

1) am kommenden samstag, 23. juni 2007, 19.30 gebe ich mütters posaunenvarietà© beim verein für kunst und kultur in eichgraben; ist äußerst bequem mit der öbb erreichbar: das alte wienerwaldwirtshaus steht direkt neben dem bahnhof, der garten ist schlichtweg eine sensation, wirklich wahr.
ich zitiere, was ich denen von musik aktuell (die das ganze franzhautzingerkuratiert unterstützen) über mpv gesagt habe:

mütters posaunenvarietà© ist eine verschmelzung meiner statements und glossen mit meiner musik. vorgefasstes (texte, kompositionen) und spontanes (improvisation, freie rede). in welchem verhältnis das zueinander steht, davon lasse ich mich selbst überraschen, wie auch von jenem berühmten roten faden, von dem ich noch überhaupt gar nichts weiß …
(und mehr weiß ich jetzt auch nicht; gusto? – gutso!)

2) einmalnoch: spielen!, mein sommerworkshop zur improvisation: vom 15. bis 21.7.2007 wird in viktring (musikforum viktring/klagenfurt) wieder gespielt! wollent ganzganzschnell sich der wenigen restplätze zu versichern…

abermals verweise ich auf den (da zum dritten mal in dieser form präsentiert, nicht nur längst traditionellen, sondern bereits wieder zu evaluierenden) serviceteil (vorschau, rückblick), und darf mich von ihnen verabschieden. kommen sie gut überall hin und zurück und schauen sich dabei doch auch bei mir vorbei, virtuell und, lieber noch, alser ganzer.

ihr

sommeraktiv!

bertl mütter

— der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil — der serviceteil —

bald – die vorschau
wie lange dauert bald?

vorbei – der rückblick
jedes fragment ist eo ipso vollkommen.

gefühlt

a wuaschd is a gfüüde haud. sagt man bei uns.
gar vieles ist da drinnen, von dem ichselber nicht so gern wissen will, was genau es ist. alles schön klein und durcheinander. die mischung macht das aroma. und da hat der österreicher immerschon das richtige gespür dafür, da haben wir uns nie was dreinreden lassen brauchen, und die frankfurter kommen ja auch aus wien, damit das klar ist.
eine wurscht war nie irgendwo dabei, und von welchem esel oder pferd die salami ist, wurscht bleibt wurscht.

der tag wurst

das wäre nicht nur ein tag, an dessen frühem abend man drei bioknackwürste auf frisch hergeschnittenen haselstecken im feuer zu würziger schwärze verbrennen würde (wie schaffen die das im krematorium, zu asche zu kommen? – es ist die hitze, erfahre ich), nachdem man bereits zu mittag eine bosna groß und eine oderberger mit kren, schwarzem weckerl und schartnerbombe (zitrone), nachmittags aber eine saure in essichundöö mit reichlich zwiebel, paprika und radieschen, kleingeschnitten (ganz zu schweigen vom belegten, eigentlich: überlegten brot zur vormittagsjause am halben berg), eingeschnitten hätte, nein, der tag wurst wäre auch eine passende, nachgerade paradigmatische bezeichnung für zumindest einen dieser purgatorischen tage zwischen tod und grablegung eines ehemaligen großdieners internationaler (mehr noch: verschiedener – oder war es doch nur eine? – nationaler) sache(n).

unverrückt (4)

die eltern altern. ja, fixstationen. das schaudern angesichts ihrer konsequenten weiterentwicklung, im dämmernden bewusstsein der vorschau auf einen selber einmal. wie wichtig, familienferne partner zu haben, die einen liebevoll von vorgezeichneten spuren abdrängen. so gut das eben möglich ist.

unverrückt (3)

Ich drifte weiter ab, kleinformatig, was halt geht bei dera Hitz.

Unlängst, in meiner Tankstelle genannten Gemischtwarenhandlung mit Trafik, wo sie auch Benzin verkaufen und Radfahrern Luft spenden: Kommt eine aufgebrachte zahnluckerte Frau mitteljungen Alters herein, in beiden Händen die gleiche Ausgabe der Krone, und will den Kaufpreis für eine zurück, da das ja die gleichen seien; sie habe erst in der Mitte der zweiten gemerkt, dass ihr das eben angeschaute bekannt vorkomme. Man erweist sich kundenfreundlich und nimmt die zur Hälfte ausgelesene Zeitung zurück.

Hätte sie zwei Ausgaben verschiedenen Datums gehabt, sie hätte das gleiche Gefühl haben müssen, stelle ich mir vor.

unverrückt (2)

erinnern, da war doch was mit einem hageren herrn, nein, einer ganzen, immer ausgezehrteren generation (dicke werden keine neunzig, kaum achtundachzig), die ganz sicher nirgendwo nicht mitgemacht hat, und wenn, dann nichts verbotenes und wenn, dann hat sie es ganz sicher vergessen, mir österreicher vergessen was mir wollen.
es gibt menschen die werden zur symbolfigur und können gar nichts dafür.
nein, ich spreche nicht von diesem sich hinter einer kronenzeitung verbergenden ehemaligen minister (merkwürdige selbstpositionierung für diesen eigenmarker, sich zu verbergen, wirklich wahr), weil was gäbe es in diesem kleinformat zu lesen?

unverrückt (1)

vom, abgewandelt: augen zu und durch habe ich geredet.
je älter du wirst, umso weniger fixstationen bleiben dir, weil wer weiß denn, wie alt du wirst, die kindheitspassage hat aber ein dreißig- wie ein neunzigjähriger jedenfalls durchgemacht, wurscht auch, ob und wiesehr er sich daran erinnert.

morgen: der vergesser (oder waren es mehrere?)

kratzenmüssen

es gibt fixstationen im leben, an denen kommst du nicht vorbei. der affirmationssatz wir müssen da jetzt durch bzw. da gehen wir jetzt durch wurde für solche passagen geprägt.
kinder scheint man nicht an (eine sehr willkürliche auswahl:) hamburgern, fritten und ketchup, diddlemäusen, generellem haustierbedarf (von den urzeitkrebsen bis zum pferd) oder dauerpubertierenden quadratischen zeichentrickfilmschwämmen herum manövrieren zu können, auch mit besten absichten nicht, wirklich wahr.
undaber trotz dieser prinzipiellen anerkennung dessen, was ich als der gravitation unterworfen sein bezeichne: warum führt bei kindern, die (wie löblich!) frühgefördert das klavier erlernen (und die diewanddurchhörbar daran vergnügen finden) kein weg am flohwalzer vorbei)?
ich freu mich schon so auf für elise.

Zweifellos

Ansich ist ja das Zweifeln, das positive kritische Zweifeln, das Skeptischsein, das Hinterfragen, das Nichtvoreiligurteilen Grundbedingung echter Zivilisiertheit, und bemühen wir uns doch bitte alle, weg von diesem allzusimplen, neomanichäischen Gutbösedenken zu kommen, in dem es sich besonders sich religiös legitimierende Politiker bequem machen, seien sie nun in der sog. Christlichen Welt (evangelikal als ameriganische Präsidenten oder als katholnisches Zwillingspärchen) oder in einem anderen Monotheismus gefangen.

Die Alten Römer haben dafür das Rechtsprinzip des in dubio pro reo aufgestellt, bravi und danke.

Allerdings ein Beispiel fällt mir doch ein, wo es ganz sicher kein lasches Pardon geben darf: Korkt ein Wein ein bissl nur, schütt ihn weg; er wird nicht besser durch Gutzureden oder Verständnis zeigen: üb zero tolerance, zweifle nicht!

Dann gib einer neuen Flasche die Chance.

Nasixtas. Und Prost.

heißa

wien hat seine erste tropennacht diesen sommer hinter sich, und möglicherweise befinden wir uns im mitternächtlichen moment der veröffentlichung dieses, ich kann es nicht lassen, als tausendundersten nummerierten beitrags mitten in der zweiten, alles keucht feucht bei so einer luft, sowas na (um in umkehrung zum gestrigen anfang zu schließen).
interessieren täte mich die raumtemperatur (wenn möglich: die gefühlte und die tatsächliche), die bei ihrem lesen dieses ebenso belanglosen artikels wie gestern geherrscht hat; ich würde dann die durchschnittstemperaturen (tatsächliche wie gefühlte) errechnen und zum gegebenen zeitpunkt veröffentlichen. streng vertraulich und also anonymisiert, versteht sich.

hoppala

Na sowas. Aber schauen Sie selbst und fahren Sie doch mit ihrem mausgesteuertem Fingerl am Bildschirm die Überschriftzeile drüber (umgangssprachlich in Österreich: mausober) und lesen Sie das Ziellink bzw. die Ordnungsnummer, die das System in aufsteigender Reihenfolge zu vergeben beliebt (wenn Sie wollen, können Sie es auch anklikken): Heute ist nämlich der Tausender dran.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Der (reichlich private) Feiertag 1.000 Tage mütterlog en suite fällt auf den 27. August 2007, habe ich mir, fortzählend vom 1. Ddezember 2004, eben ausgerechnet.

Und doch will ich diesen tausendsten entstandenen Text zum Anlass nehmen, wenig wie selten von tatsächlichem Belang zu schreiben, danke für Ihr Verständnis. Und einen schönen heißen Tag; was heißt einen? – gut und gerne tausend und mehr!

Heißa, weiter gehts!

blendend (4)

jelinek. eine blendung.
wie ich das beobachtbar-selbstvergessne tun des obers im jelinek gesehen habe, musste ich unwillkürlich an die art und weise denken, wie die ungebildete haushälterin therese in elias canettis die blendung an kien und sein vermögen herankommt: den allergrößten büchermensch beschämt sie damit, dass sie ein ihr von ihm zur verfügung gestelltes, schmuddeliges buch, mit noch größerer sorgfalt behandelt, als dies kien mit seinen schätzen tut. er beobachtet sie dabei und heiratet sie. und ist aber einer kalkulierten blendung aufgesessen.
wie gesagt, die im jelinek können mich nicht täuschen, mich nicht.
(beim nächsten mal schau ich wieder, heimlicher.)

blendend (3)

seit ein paar jahren ist das jelinek nun neu übernommen, phantastisch. die stemans haben alles so gelassen, und das ist das beste, das einem kaffeehaus in wien passieren kann.
jetzt aber folgendes: unlängst war ich wieder einmal dort, besprechung im roten salon, zur spätvormittäglichen frühstückszeit, mein platz ist die loge rechts hinten, mit gutem blick auf die tiefer liegende budl. unwillkürlich schaue ich hinunter, wie der stets freundliche, fast schon buddhistisch lächelnde chef die melange herrichtet: ist das häferl mit dem selbstredend perfekten milchschaum auf dem serviertablett, geht das wesentliche an: die zuckersackerl werden, sternbild nach oben, geordnet (die stammgäste bekommen sicherlich ihre eigenen serviert), dann wird das achteckige wasserglas unter dem kühlenden wienerhochquellwasserstrahl gefüllt und, bevor es aufs tablett kommt, auf einem eigenen frotteehandtuch abgetupft.
alles, wie gesagt, mit diesem stillen lächeln, wie wenn ein schlechter schauspieler spielen muss, dass er nicht merkt, dass er eben beobachtet wird.
mein misstrauen ist angezündet.

(warum zuletzt das wort angezündet gewählt wurde, erfahren sie morgen.)

blendend (2)

das jelinek.
besonders gut war auch der apfelstreuselkuchen, den herr knapp, zuckerbäcker und prikopalookalike gezaubert hat; leider aber war er dazu noch ein ungustl, und was für einer.
irgendwann haben sie dann begonnen, zettel auf die zeitungen zu picken: „bitte“ die zeitungen nach dem lesen wieder auf ihren platz legen. dazu allerlei sonstige maßregeln, wie man sich im kaffeehaus richtig zu verhalten habe. so etwas nervt den stammgast. wiedaschaun.

blendend (1)

neulich, im jelinek.
aber lassen sie mich weiter ausholen.
(…)
das jelinek war, ich weiß nicht mehr, auf wessen empfehlung hin, mein erstes wohnzimmer, als ich 1993 vom schon siebenmalsogroßen graz ins abermals siebenmalsogroße wien gezogen bin. es hat erstaunlich lange gedauert, bis mir die aufgesetzte großmütterliche erwürgeumarmung von frau knapp (eine dame aus dem ottfach) beim hals herausgehängt ist. (immerhin, eine soziale kontrollfunktion im bezug auf ihre stammgäste hat sie ausgeübt; als kurt kren eines tages nicht aufgetaucht war und sich vorher nicht abgemeldet hatte, wusste sie als erstes, dass etwas passiert war: man fand ihn zu hause.)
danach bin ich ins westend zum mondsüchtigen herrn robert übersiedelt und nur noch ganz selten, nicht zuletzt des rasenbrotes (butterbrot mit schnittlauch) und des coupe fehringers (zwei eier im glas) wegen, zu wichtigen frühstücksverabredungen in die otto bauer-gasse im herzen von gumpendorf geradelt (bitte, vom zweiten!).

Zeitliches

operan!
schuber und brahmst!
schrammenmusik!
österreich sein ein kunstland!
donau zu blau, zu blau, zu blau
Ernst Jandl, die humanisten

Wenn diese Zeilen erscheinen, werden es, Spitzenmeldung, alle längst erfahren haben. Wieder so eine futurexakte Angelegenheit. Sie scheint (siehe vorgestern) eine für die Musikbranche wesentliche zu sein: Heute wurde der wichtigste Posten Österreichs nach dem uns längst schon zustehenden nächsten Papst bekanntgegeben.

Wobei bei der Musik das Verhältnis zur Gegenwart ein gesondert zu untersuchendes wäre, nämlich etwa: Wie lange ist eine Melodie gegenwärtig? Gar die sog. unendliche eines Wagner?

Und: Wie also komponieren, so, dass es im Gedächtnis bleibt?

Bin ich auf den ersten Auftrag des neuen Herrndirekters gespannt. Meine Bereitschaft habe ich – damit es dann nicht heißt: Wir haben es ja nicht geahnt – hiermit deponiert.

motiviert

so eine schweinerei
folgt auf den mai
nicht glei
der juley

beschwerte sich die gymnasiastin und beugte sich über ihre nun doch auf einmal dringlichen mathematiksachen. geo war, uff, abgehakt, übermorgen würde sie es der blöden geschichtelehrerin zeigen (nur das minimum). am montag aber dann, zum ersten mal, die lateinprüfung.

berechtigte ängste

fünftessechstesnuisim (oberösterreichisch für fünfter sechster nullsieben), 567, das ist, genauer betrachtet, nichts anderes als zuerst -1 dann ±0 dann +1, quersummenadäquat sowieso ident mit dieser eo ipso gefährlichen zahl schlechthin. wie einem das ins aug springt, ich fürcht mich so!
in einem jahr und einem monat und einem tag, [+1(d)+1(m)+1(a)], werde ich 43, und das ist dann aber eine primzahl, da brauche ich keine angst mehr zu haben.
oder heißt das, ich kann sie mit niemandem teilen?
uijegerle.

futurexakt, biographisch

bis heute haben wir noch nicht erfahren, was aus harry potter werden soll. ich vermute, dass er sich in die udssr zurückzaubern wird und dortselbst zu komponieren beginnen wird.
härri oder doch dmitri?

oderanders: wer war wem wofür vorbild?

Dreier

a schachtal dreia en an bisoaa

ist eines der Dinge/Zustände/Situationen, die an weana en s gmiad gehen. Alles jedenfalls sehr proletarisch, da draussn en bradnsee. hadseschauowa.

Was – brainjump und auch wieder nicht (proletarisch) – uns (nächtelange Erwägungen und Spekulationen mit meinem besten Freund) immer wieder beschäftigt, ist die Frage, wann und wo denn BMW derart viele schwarze Automobile der in ihrer Restlverwertung auch erwachsenden Goldketterlträgern mit Migrationshintergrund erschwinglichen Dreierserie bauen hat lassen; Neuwagen davon gibt es nämlich keine.

Unser Verdacht: Sie werden zwar neu gebaut, kommen jedoch nicht auf die Straße, sondern werden werksseitig in einem aufwendigen Verfahren auf alt getuned (pimped down), um dann (vor allem mit Bassfrequenzen) wieder aufgemotzt werden zu können.

Damit wir alle eine Freude haben, etwa bei der Kreuzung vor meinem Fenster; in regelmäßigen Abständen (etwa jede dritte Ampelphase) wird das Rot regelrecht weggewummert.

auf der jagd

ich gebe es zu, im straßenverkehr bin ich dünnhäutig (nachgerade pergamenten) und daher nicht wirklich geeignet, in österreich oder gar weiter östlich zu bestehen, erst recht um den vollmond: die ganz stadt voller eifriger kavaliere, bedacht, die zur automobilen standesehre zugehörigen lässlichen verwaltungsübertretungen in größtmöglicher dichte (anzahl pro kilometer, gewertet wird auch die vielfalt) zu gewährleisten. aber wenn du das weißt, kannst du ja damit rechnen: als radfahrer mußt du dich nämlich, willst du überleben, als jäger begreifen. das kann auch lustig sein, vgl. tom vs. jerry oder charlie vs. elise.
abermals verweise ich auf herrn rauscher vom standard in der herrengasse.
ja, genau: herrenfahrer, die fehlen.

lunatisch

wenn du beim radeln aufpassen musst, keine tauben zu überfahren (das klingeln ist denen total wurscht), weißt du, dass es wieder einmal auf den vollmond zugeht, da werden sie alle deppert und, meiner
© manufactum (man gönnt sich ja sonst - äh - wenig)

wunderbaren neuen japanischen glocke höhnend, derrisch. im februar habe ich dieses prälunare syndrom als nutzer öffentlicher verkehrsmittel erörtert. diesmal, ende mai, an diesem der peripetie vorangehenden, schlimmsten tag bin ich mit dem fahrrad unterwegs; ich werde es beim zweiten vollmond in diesem blue moon-june besser stehen lassen. und überlasse das an sich und vor allem an solchen tagen völlig berechtigte undaber ganzundgar nutzlose klagen über die allseitige schlechtigkeit der welt (vor allem der autofahrer und raucher, region: österreich, insbesondere wien) herrn rauscher vom standard.

Zeitmahl

(Wie gesagt, weiter geht’s.)

Tafel vor einem Kleinrestaurant in der Innenstadt (oder war’s im Siebten?):

Jetzt täglich: Abendbrunch

Malzeid.

aufbrechen

„das ist doch die einzige gewissheit unseres, des wirklichen lebens, auf die wir bauen können. aber die auflösung im umfassenden, des verschwinden des einzelnen, ist kein erzählerisches prinzip, um das individuum in die verlorenheit und ins nichts zu jagen. es geht dabei immer auch darum, dem einzelnen seine bedeutung zurückzugeben, ja, sein verschwinden wird sogar verzögert, indem ich davon erzähle. irgendwann, soviel steht fest, wird niemand mehr da sein, der auf die welt ein rationales muster projizieren könnte. irgendwann wird diese welt wieder das sein, was sie die längste zeit war: eine welt ohne uns. eine lohnenswerte frage könnte doch immerhin sein, wie man mit diesem bewusstsein leben und gleichzeitig so etwas wie freude, auch begeisterung empfinden kann.“
christoph ransmayr, geständnisse eines touristen. ein verhör (s. 129)

der entfernte freund ist begraben. ich wiederhole ein zitat des großen ryszard kapuÅ›ciÅ„ski, das ich, arglos, erst vor kurzem hier gebracht habe: „bei afrikanischen stämmen begegnet man dem glauben, dass ein mensch erst dann wirklich tot ist, wenn auch der letzte von denen gestorben ist, die ihn gekannt haben und sich an ihn erinnern können.“

weiter geht’s, wir haben noch etwas zeit.

lüften (2)

parla! (photo by stucky)
parla, südlich von madrid, etwa 500 tage ist es her; ich glaube, parla bedeutet, übersetzte man es, wohl so etwas ähnliches wie sprich, sprich doch!
aber wer übersetzt denn einen ortsnamen.
doch aber ist es alles andere als unnütz, fragen zu gegebenen antworten zu stellen, will ich hoffen.
lüften, eben.

Tüfteln

1) »schwierige, kleinliche Arbeit leisten; grübeln«
Verb dunkler Herkunft. Abl.: Tüftelei – »Arbeit, die besondere Geschicklichkeit erfordert, schwierige Überlegung«
Beachte auch die Zusammensetzungen Austüfteln – »Herausfinden« (19. Jh.), herumtüfteln – »an einer Sache langwierig arbeiten« (20. Jh.)

2) »sorgfältige Kleinarbeit machen«
mhd. tüfteln gehört zu –> tupfen und bedeutet »klopfen«; von der gleichen Grundlage kommt später ein studentisches Wort für »necken« (vgl. sticheln; –> Stichel) und schließlich die heutige Bedeutung, mit der –> bohren, –> grübeln im Sinne von »überlegen« zu vergleichen ist. Nomen agentis: Tüftler; verb: (aus-)tüfteln.

Zweierlei T., natürlich.

Zum einen die Frage, in welcher Garage (in die er niemanden hineinließ) er sich in welchen Gedankenschritten sich wie versteigend das ausget. hat. Und dann das T. a posteriori, also bohren, anklopfen, sticheln, dort, wo es mehr zu erfahren gibt, und das kann durchaus unangenehm werden. Wenn aber nur um einen Menschen weniger gegrübelt werden muss und wir das naturgemäß gar nicht erfahren werden; nicht vollzogene Taten sind eben schwer statistisch zu erfassen, um die aber geht es pro futuro und vor allem pro vitæ.

Alles andere wäre nämlich Verklärungsarchäologie.

___________________
ad 1) Duden Etymologie – Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache, 2., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, 1989.
ad 2) Kluge etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24., durchges. und erw. Aufl., 2002.

lüften (1)

erstickt ist er, soviel ist sicher. nicht aber, wie es scheinen mag, plötzlich, durch den sprung ins leere.
es (man?) hat ihm über jahre den hals zugeschnürt. er hat es sich, professionell und loyal wie er verdammt noch einmal war, nicht anmerken lassen. wenn er es auch auf seine, wie wir jetzt wissen müssen, allzuheimliche art kundgetan hat.
er hätte, statt dass man sie ihm wegatmete, luft gebraucht, weite pazifische etwa (man hätte sie ihm geben können). so aber hat er sich in diesen tragischen trugschluss geflüchtet. aber was weiß man denn wirklich.
es gilt, ohne verstohlene pietät, fragen zu stellen.

fühlen

nach sommer 2007 – keine ahnung.
mit einemmal haben diese banalen worte eine unerträglich ungeheuerliche bedeutung bekommen, er hat sie mir in seinem letzten mail, aus m. noch (es war anfang oktober, und er dachte, solange dort in verwendung stehen zu müssen) geschrieben. der schließlich doch geglückte ausstieg, ein aufstieg wie es schien, hat das abgekürzt; allein, vom regen in die traufe, wie sich herausstellen musste, mit einem chef, der sich dann, zutiefst betroffen, als der eigentlich leidende darstellt, und recht hat er, auf seine art: hat es doch ein ende mit der siebenmalvierundzwanzigstündigen verfügbarkeit).
wer aber hat denn wirklich eine ahnung von vor sommer 2007? erzählt es mir doch, bitte. und fragt die verfüger.

türen

einfach zugeknallt. unwiderruflich ins schloss gefallen. der schlüssel steckt innen. was nützt es auch, außen ist ohnehin ein knauf drauf.
im traum aber schwingen die flügel in beiden richtungen durch, wie im speisesaal von les vacances de monsieur hulot. oderaber es sind drehtüren (bei otto m. zykan zum beispiel ist das so, ganz sicher, sie drehen sich – ja, das geht! – gleichzeitig in beide richtungen), und wenn das nicht reicht, dann kannst du einfach, wie bei einem puppenhaus oben drüberschweben, wohinauchimmer du willst.

spüren

mit ein paar nächten verzögerung kommen die träume. träume, in denen ich stets weiß, dass es umsonst ist, trotzdem aber alles versuche zu unternehmen, die zeit zurück zu drehen, an einer großen winde mit einem langen hanfstrick, wie bei dem tiefen brunnen im märchen.
wir treffen uns zufällig, freuen uns, reden miteinander. ich tue so, als wüsste ich nichts von seinen absichten. es gilt, das gespräch in labiler balance zu halten, damit ich ihn in einem moment der unachtsamkeit mit einem beherzten ruck von seiner dachrinnenkante zurückreißen kann, oderaber es so lange zu dehnen, bis die feuerwehr mit dem sprungtuch bereit ist. es scheint zu gelingen.
(im traum ist die zeit nicht linear, sondern hat eine konsistenz, vergleichbar der mengenlehre: jetzt, gestern, in dreitausend jahren, alles ist in beliebiger ordnung frei greifbar.)
dieses wissen um das geschehene, der trug, dahinter zurück gehen zu können, etwa, wie bei leukämie, einen knochenmarkspender aufzutreiben (und wir hätten mindestens drei gefunden, ganz sicher) scheitert nicht im traum.

ach! jenes Land der wonne,
das seh‘ ich oft im traum,
doch kommt die morgensonne,
zerfließt’s wie eitel schaum.

(heinrich heine, dichterliebe: aus alten märchen winkt es)

leider. das aufwachen zerstiebt den dritten konjunktiv. und schon der zweite ist der irrealis.

spurten

und wenn jemand, triffst du ihn auch selten, beim schmähführen sätze wie is eh ois wurscht sagt, widersprich, geh auf, werde laut.
und: dass unser leben beständig an diesem seidenen faden hängt, ist das schlechteste nicht. in genau dieser labilität spielen sich letztlich sämtliche vitalen prozesse ab, nicht nur künstlerisches oderaber fußball; er kann auch ganz gut mit z.b. schienbeinschützern (fußball) oder einem radlhelm (daniel, dies die gute nachricht, hat einen aufgehabt; so kann er davon erzählen) zusatzgesichert werden. der wesentlich stabilere strick aber ist der trugschluss schlechthin.
egal wie wurscht alles ist, du fehlst immer jemandem.

spuren

regelrecht gestolpert bin ich über die höchstoffiziöse parte, musste in beiden qualitätszeitungen jeweils mindestens zehnmal nachlesen, umsonst, der text (und vor allem der name) hat sich nicht verändern lassen, in welchem mit tiefer betroffenheit davon nachricht gegeben wurde, dass der freund völlig unerwartet verstorben ist. wir verlieren mit ihm (etc.)
im radio haben sie an diesem wochenende tonspuren über franz koglmanns (alles gute zum heutigen 60er!) neues werk über e. m. cioran gebracht, diesen heimlich fröhlichen skeptiker, der es ein leben lang bedauerte, dass er sich nicht umbrachte, auf diese art auf eine art zufrieden alt wurde und hochbetagt eines natürlichen todes starb.
diplomaten in ihrer verfügbarkeit sind ja so etwas wie säkulare kleriker. ch (die kehlig anzusetzende deutsche umlautung seines namens, spanisch ausgesprochen) hat immer gespurt, wurscht wohin man ihn rief. vielleicht hätte er zuletzt besser den gehorsam verweigert, denke ich mir. aber was weiß man denn und wem nützt’s.
er fehlt, und das schmerzt, viele.

der garagenmensch

am besten wäre, die dringend benötigten sachen und gegenstände in ständiger evidenz zu halten, was allerdings zur folge hätte, dass man sie, würde man sie brauchen, nicht freigeben könnte, da es ja so sein könnte, dass man sie jedenfalls plötzlich brauchte, sie in wirklichkeit jederzeit brauchen können musste, dann aber nicht zur verfügung hätte, weil sie bereits in einem dann minderer kategorie zuzurechnenden einsatz verplant und also verpufft wären, und wozu hielte man sich dann überhaupt etwas auf alle fälle auf lager, man kann ja nie wissen oder etwa nicht?