mütterlog

Meine tägliche Fingerübung im Wahrnehmen. Es hinkt dem Lauf der Welt konsequent hinterher, sodass es gar nicht selten vorkommt, dass eine hier angestellte Betrachtung, knapp bevor sie überrundet würde, vor ihr (der Welt) durchs Ziel geht. Ob scheinbar oder in echt, das ist Ansichtssache.


Ohne Widerhaken

Impfung für Bienen in USA denkbar
orfon

Die Biene spricht sich durch Summen Mut zu
Harald Gsaller, zack!

Keine Angst, kleine Biene, es ist nur ein kleiner Stich, davon stirbt man doch nicht gleich.

(Ah, ist es eine Schluckimpfung? Na dann, umso besser!)

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[WSW] = KABEL

Gesprächsstoff

(Aus einem emeritierten Papsttraum)

In meinem Traumvenedig, an einer versteckten Ecke, war da dieses Stoff- oder Kleidergeschäft, sie hatten ein paar Stücke aus grüner Rohseide in der Auslage, darunter auch ein Hauberl mit so einem weißen Pelzchenrand.

Am Vorabend hatte man vom verblichenen Altpapst geredet, dass man sich medial, da wenig zu erzählen war, auf Äußerliches gestürzt hatte und jetzt insbesondere seine Schuhe, seinen Sombrero (der ›Saturno‹) und sein Hauberl (rot, hermelingefüttert), den ›Camauro‹, ins Zentrum der Betrachtungen gerückt hatte, etwas bemüht, wie denn sonst.

Dabei war der für Coutureferne unvertraute Katholikenfummel ein theologisches Statement, was auch sonst.

Erkenntnisprozesse können, wenn auch lohnend, so durchaus mühsam sein, und die Theologie ist natürlich eine Wissenschaft, exakt: die schwerste.

Schlangenmenschen können sich nicht derart verrenken.

Siebeck

Airbag, das ist doch so ein Wort, das man gemeinhin nicht ins Deutsche übersetzt, es klänge allzu – ja, was? – biologisch, genauer: ornithologisch, Luftsack, wie Kehlsack, gimpelrot. Früher, als es noch unwoke Witze gab, aber nicht viel früher, weil da gab es nur Sicherheitsgurte, noch keine Airbags, früher, und es ist ein Glück, dass dieses Früher vorbei ist, hat man (m/m/m) bei der (vorstellenden, verstohlenen, unbeobachteten) Betrachtung beträchtlicher weiblicher Oberweiten mit seiner Zunge geschnalzt (oder auch nicht) und dieselben mit dem Terminus ›Airbags‹ (Pluralwort) synonymisiert. Das war dann lustig, wenn auch wenig zutreffend. Metapherer (sic! – laut aussprechen, wie das Wort Airbag) ist da das längerbeschworne ›Holzvorderhütte‹, ein etwas (ober)weit hergeholter Vergleich, insbesondere was die haptische Konsistenz der Materie betrifft (überhaupt: welche Hütte?), aber Männer, und damit schließe ich, um mich zugleich vollinhaltlich und aufs entschiedenste von derlei blöden Vergleichen zu distanzieren, Männer sind Stammler, brabbelnde Barbaren.

ominös

Benedikt XVI.: Auch am zweiten Tag lange Schlangen vor Dom
orfon

videmus nunc per speculum in aenigmate
1 Kor 13,12 (Vulgata)

Kurze Schlangen sind ja bekanntermaßen schlichtweg undenkbar. Jedoch: Bei Gott sei nichts unmöglich. Warten wir also auf den Dritten Tag, das ist doch der glaubensbekenntnisbeglaubigt ominöse. Dann werden wir wissen, frage nicht.

(Unlängst fiel mir in einem Hotel die schöne Zimmernummer 321 zu. Was kommt dann, das ist die Frage.)

baba

Dänemark verzeichnete erstes Jahr ohne Banküberfälle
orfon

babababa
EAV

Früher gab es ja Banküberfälle in Überfülle. War irgendwie schon auch eine schöne Zeit.

irisch

Univerbot: Iran will afghanische Studentinnen aufnehmen
orfon

Was für ein hohnlachender Treppenwitz, den Iran auf einmal als liberal regiertes Land wahrnehmen zu müssen. Nein, müssen wir nicht. Die Frage ist: Wer ist der Iran, wer Afghanistan? Worauf kommt’s an?

Einst war Kennedy Berliner.

Überbrückung

Wie man gute Vorsätze besser halten kann
orfon

Es handelt sich hier um ein besonders vertracktes grammatisches Problem; weshalb der Artikel unter der Rubrik ›Lifestyle‹ ressortiert, bedarf gesonderter Untersuchung, erst, und nur dann – mit Halbheiten, so der Vorsatz, dürfen wir uns nicht zufrieden geben! – kann das Halten guter Vorsätze seriös und effizient angegangen werden.

Fürs erste einmal dürfte, nach peinlicher Überprüfung der Güte des jeweiligen Vorsatzes (keine Tricks!), mit soliden Hauptsätzen das Auslangen zu finden sein: Von ihnen aus lassen sich stabile Überbrückungen konstruieren, auch zu allfälligen Nachsätzen, wir bauen vor.

sich denken lassen

Der emeritierte Papst war gestorben, sowas kommt schon einmal vor, insbesondere, wenn man den logischen Hintergrund, wie er sich in einem Todesfall hervorschält, (pietätvoll matt) leuchten lässt: Ein Papst (und sei er in Pension) ist ein Mensch. Menschen sind sterblich. Der Papst ist sterblich.

Soweit, so einfach. Komplizierter wird es, wenn es um die Bewertung seines Lebenswerks, insbesondere als amtierender Papst, gehen soll, vor allem durch hohe und höchste Amtsinhaber der katholischen Kirche. Außenstehende tun sich leicht, die können sich unbefangen erkundigen und wohlüberlegt bewerten; ihr Urteil wird desto trefflicher sein, je kundiger sie in der jeweiligen Materie sind. Ich maße mir kein Urteil an, referiere lediglich ein wie mir scheint treffliches Bonmot, nämlich, dass der prägendste Moment seines Pontifikats der Umstand seines (freiwilligen?) Rücktritts war.

Jetzt, Amtsinhaber (Parteigänger), wie tun die sich? Wir müssen den Eindruck gewinnen, dass sich so mancher den Mund fusselig geredet hat, da es nun mal so sein muss, dass ein per göttlicher Eingebung Erkorener ausschließlich super sein muss; und, wenn nicht, dann steht zumindest ein der jeweiligen Epoche unergründlicher Ratschluss Gottes dahinter, was uns auch nicht weiterhilft, denn wir müssen ihn ja jetzt, gleich und unverzüglich nichts alswie super finden, o Herr.

Nordkorea schafft dergleichen Verrenkungen ohne diese alles komplexierende Jenseitskomponente, dortige Orakelergebnisse sind also, wenn auch nur theoretisch, grundsätzlich anfechtbar.

Wir haben es mit dem totalitärsten System zu tun, das sich denken lässt.

Hinter vorgehaltener Hand schaut es überall anders aus, und im Theater kann das oft sehr sehr lustig sein.

Primogenitur

Kopf-an-Kopf-Rennen der Neujahrsbabys
orfon

So vieles darf man ja heutzutage nicht mehr sagen, und sowieso müssen sämtliche Regeln ständig neu verhandelt werden. Kann man also noch von Siamesischen Zwillingen reden? Welches – im Fall, man dürfe es – wäre, generell, als Das Erstgeborne zu bezeichnen?

Früher (vgl. Gen 25,29-341) konnte man sein Erstgeborenrecht ja im Nachhinein noch verhandeln, mit und/oder ohne Tricksen.

anziehend

Wiener Polizeichef will Beruf attraktiver machen
orfon

Er geht umher und tut sich groß
Mit einem Streifen auf der Hos’
Georg Kreisler, Der General

Bislang ist der Beruf des Polizeichefs als zuhöchst entbehrungsreich bekannt.

Ich kenne die Frau, die der Polizei ihre Uniformen entworfen hat und könnte gerne diskret einen Kontakt herstellen.

hinfort

Am Steyrer Bahnhof sind, längst schon, die Toiletten dauerhaft versperrt. Habe man es zuerst noch gewissermaßen mit gutem Zureden, will heißen: mit ungutem, da unpraktischem, blauem, Licht probiert, so haben (Konj.) sie die Giftler damit endgültg vertrieben. Sind sie halt ein paar Meter weiter gezogen: Es geht doch bitte so einfach!

Hinfort lassen sich lokal virulente Drogenprobleme dergestalt lösen, dass man in der Nähe des Aufenthaltsorts von Menschen zwielichtigen Status (Gen.) einfach so ein Boxiklo hinstellt, es sogleich zuverlässig absperrt – und schon sind alle lokalen Drogenprobleme gelöst.

Nun, Wand’rer, siehst du also wo im Gelände einen einsamen Kloquader stehen (versperrt), wisse, du weilest auf prekärem Grunde.

Das Eis, auf dem wir sicher zu stehen meinen, ist dünn, stets schmelzbereit, schmilzt hinfort, und die Tage werden länger, ein ganzes halbes Jahr lang.

Es ist kein Weilen in dieser Welt.

bestimmt

Enns wird bei Radstadt renaturiert
orfon

Schlagzeilen sind Artikel Mangelware.

Unsagbar (unsäglich) indes wäre es umgekehrt: Radstadt kannst du bei Enns nicht renaturieren. Nicht mehr: zu spät.

Aufschub

Stefanitag. In der Südbahn, der Abschnitt zwischen Knittelfeld und Kraubath. Als hätte es kein Vorgestern gegeben, steht da doch (rechterhand die ›Hartsteinwerke Preg‹), trotzig (oder frech?) alswie eine Martinigans zu Leopoldi, links der Bahn eine ganze Schule Christbäume in einer für hiesige Maßstäbe enormen Plantage, für heuer sind sie noch einmal davongekommen, bio und völlig palmölfrei, geschafft, uff.

mutlos

RZB, RZB, schießt es mir durch den Kopf, Reisezahnbürste, das könnte doch auch, für alle verständlich, Reisezahnbürste bedeuten, nicht Raiffeisenzentralbank, denn genaugenommen brauchen mehr Menschen weltweit eine Reisezahnbürste (RZB) alswie die Raiffeisenzentralbank (RZB). Ich habe einen Freund, der arbeitet bei der RBI, die gehört auch zum Raiffeisenkonzern, er ist, wie man sagt, ein hohes Vieh bei der RBI.

Überhaupt, eingängige Abkürzungen, Autokennzeichen etwa, BM heißt ja mittlerweile Bruck/Mürzzuschlag, nicht mehr Bruckandermur, bei mir sind’s die Initialen.

In Italien wiederum haben sie ein entspanntes Verhältnis zur Zeit des zweiten Weltkriegs, Sassari und Salerno haben die ihrem Namen entsprechenden naheliegenden zweibuchstabigen Ortskürzel; für den Bezirk Steyr-Stadt hat man das damals, in der Hundertwasserzeit, nicht zusammengebracht, und die Kennzeichen sind so weiß wie Österreichs Weste.

In Linz hat es ein Punktrio gegeben, das hat sich Females Under Tension genannt. Von Männern ist dergleichen nicht bekannt, und Mütter ist sowieso der Komparativ.

ausgesucht

Man werde so lange suchen, bis man ausschließen könne, dass keine Personen mehr unter der Lawine seien.
orfon

Kaum konnte man nicht ausschließen, dass keine Personen nicht mehr unter der Lawine seien, ist es erst so richtig nicht losgegangen.

Unverzüglich!

Lawinen sind sowieso eine aussterbende Schneeentitätsgattung.

zweiklassig

Am Anfang war das Wart
biblisch inspirierte Praxiserkenntnis

Zumeist bergen Leipogramme, aber auch Monovokalismen tiefere Wahrheiten. Gehen Sie einfach am ersten Werktag nach einer großen Feierstagsstrecke zum Kassenarzt Ihrer – ähm – Wahl.

schischi

Während der Corona-Pandemie wurden in Österreich um die Hälfte weniger Schi verkauft
Radio Österreich 1

Seriöse Forschung erkennen wir daran, dass sie die richtigen Schlüsse zu ziehen weiß. Was jetzt die richtigen Schlüsse sind, können wir aber oftmals erst weit hinterher erkennen. Und doch: Was für eine Meldung, einen Tag vor Weihnachten! O Jubel, o Freud’! Die Pandemie, endlich ausgestanden!

Nun können lang nachgereihte Forschungsdringlichkeiten aufgearbeitet werden, selbstverständlich geordnet nach der Dringlichkeit ihres Anliegens. Irgendwann, ganz sicher irgendwann wird man auch darangehen können, herauszufinden, warum man seinerzeit, zu Beginn der Zwanzigzwanziger Jahre, dieser seltsamen Mode verfallen war, einbeinig (bzw., exakt, mit nur einem Schi) Schi zu fahren. Ein Unterlösekapitel widme sich dabei der Frage, ob eher der Berg- oder der Talschi umgesetzt wurde und warum.

Wenn sich halt nur nichts Vorzureihendes vordrängelt.

ausgecoacht

Unlängst war hier die Rede vom de:r Trainer:in. Leider hatte zuletzt auch der Theaterdirektor nicht ausreichend aufgemerkt, sich – entgegen alle Abmachungen! – eines nicht vorbehaltlose Solidaritätsbekundungen aus dem Ensemble zeitigenden Führungsstils befleißigt und – tšak! – weg war er. Hätte er doch aufgemerkt, was ihm nahegelegt worden war!

Immerhin, die einzig auf persönliches Coaching beruhenden Ehrendoctore:s waren niemandem mehr wegzunehmen. Und natürlich der Nobelpreis. Der Noobelpreis.

Böser Bube.

Du, du!

partiell

Teile von Graz waren eine Stunde lang finster
orfon

Du wachst auf, spät, es ist der Tag der Wintersonnenwende, und nachdem du dich sortiert hast und die Zeit dafür gekommen ist, bringst du deinen Wissensstand wie jeden Tag mit den aktuellen Weltbewegungsverharrungen auf gleich, so ist nun einmal die zeitgemäße Bürgerpflicht: Wisse was sei! (Der Imperativ zur Selbsterkenntnis mag für veraltet gelten; ich mag ihn dennoch nicht ganz fahren lassen.)

Du erfährst von einer partiellen Finsternis in Teilen von Österreichs zweitgrößter Stadt, nachts! Wir dürfen von einer astronomischen Anomalie reden, wer weiß, gar ist’s eine Sensation. Sommers, zu Mittag, das aber wäre erst was!

Behalten wir Graz weiter im Auge; zumindest partiell.

selbstbestimmt

Lena Gercke zeigt sich erstmals nach Geburt
kurier.at

Ich kann mich bis heute nicht erinnern, wann ich mich erstmals nach der Geburt gezeigt habe, vermutlich wurde ich.

Ein frühes Foto zeigt mich als sich dem Objektiv entgegenwälzender Gesichtswurm. Das wurde dann wohl gezeigt.

Ist trotzdem was geworden aus mir.

nicht schwer

Auch Astronauten sollen mehr Gemüse essen
orfon

Wenn du professionell abnehmen willst, lernst du als erstes, dass Gemüse eine besonders leichte Nahrung ist, in gewissen Systematiken muss es generell nicht einmal in die Abwägroutine miteinberechnet werden.

Fleischtiger indessen würden jedenfalls im Orbit leichter essen, das ist bitte unbestreitbar.

gotcha!

Frauen-Abfahrt in St. Moritz: Sofia Goggia siegt mit gebrochener Hand
kurier.at

Wer gewinnen will, muss Opfer bringen.

Wenn Sie mich ganz ehrlich fragen, so verzichte ich gern aufs Gewinnen. Abgesehen davon verlöre ich auch mit ungebrochener Hand.

Meinen Willen bricht mir derweil/dieweil keine:r.

Sofia bedeutet Weisheit, und Nike wäre die Göttin des Sieges.

Fahndung

Einmal, erinnert sich der Wirt, sei am Postamt ein Telegramm für Bernhard eingelangt: »Umbruch vorbereitet, Fahnen kommen.« Prompt herrschte im Ort Aufregung, es braue sich Revolutionäres zusammen. Dabei hatte der Verlag nur das baldige Einlangen des Vorabdrucks des nächsten Werks avisiert.
kurier.at

Merke (1): Heute kommen keine Telegramme mehr, in kein Postamt; und die Telegrams wuchern, frage nicht.

Merke (2): Fahnen bedürfen, grundsätzlich, der Korrektur. Vorher gibt es keinen Umbruch.

Bots (Brandrede)

Gesundheitsminister Rauch will Rauchverbot ausweiten
derstandard.at

Das ist gut so, vor allem für die Luft, die wir atmen.

Was wir allerdings bräuchten, wäre, um einige zu nennen und ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aus dem Bauch heraus gesagt: Sobotkaverbot, Kicklverbot, Doskozilverbot, sicherheitshalber auch das Kurzverbot, sowie, weltdringlich, Putinverbot, Kimverbot, Trumpverbot, Muskverbot, Orbánverbot, Salviniverbot (…)

Wir sehen: Verbote hülfen schon einmal. Nur: Die halten sich halt so gar nicht dran.

ausgelutscht

Schleckerbanden
kindliches Zurechthören politisch instrumentalisierter krimineller Personengruppen

Es wird heutzutage so viel über die Bande gespielt. Wir brauchen mehr Direktheit, vor allem (aber nicht nur) in der Politik.

Seinerzeit, die Leitinger, die im Torbogen vom Feuerwehdepot gewohnt haben, die hätten auch eine solche Bande sein können.

Einmal haben uns de Mentscha (die waren die brutaleren) aufgelauert und wollten uns verschleppen. Bis zur Wohnungstüre (im ersten Stock!) sind sie uns nachgerannt, und erst die Mama hat sie mit dem Teppichpracker zurückdrängen können.

Es war der pure Horror!

apfellos

Sparsam heizen, Schimmel vermeiden
orfon

Ein Pferd kommt mir von vornherein nicht in den dritten Stock. Und auch kein Einhorn, damit das klar ist.

Jetzt muss ich nur noch sparsam heizen.

Nomadische Kulturen gibt es, die heizen ihre Jurten mit Pferdeäpfeln.

Höhere Gewalt

Auto in Vorarlberg überschlug sich
orfon

In Vorarlberg überschlagen sich nicht nur die Ereignisse. Aus dem Stand, wie auch sonst, weil dann müsste man ja nicht extra darüber berichten.

wirksam

verlunken
eigenmächtige Verbstärkung

(Dieses Jahr scheint mit einer sprachexperimentellen Phase beginnen zu wollen. Bitte, soll doch.)

tanzbar

Restaurantbär
einstens bedrohte Gattung

Leseratte
Salonlöwe
Bücherwurm
Kirchenmaus
Küchenschabe
Dackelgang (f.)
Dackelgang (m.)
Ötscherblickschwein

sowie

Blickdackel
Kaufhamster

und schließlich

Bärenrestaurant

(»Drei tierisch lürisch’ Strophen samt Conclusionszeile, aufsteigend.«)

Was anderes gibt’s heute nicht: Wer es fassen kann, der fasse es und versuche sich an desgleichen.

atemlos

Paketverfolgung
zeitgemäße Bürgerpflicht

Wurde mir auch kaum eines zugeschickt, so wird mir bitte keines zurückgeschickt! Keines!

Als sie (beide!1) ankamen, habe ich jeden move, vom Auslieferungsdepot in Leobendorf bis vor die Wohnungstür, online mitverfolgt. Da kriecht ein gigantisches (wenn auch passives) Allmachtgefühl in dir hoch, von Pflicht keine Spur, es ist die pure Lust, aaaaaaah!

Jetzt aber einmal tief Luft holen.

(Wo ist das Luftlager? Muss doch wo sein!)

umschifft

Pistengeräte in Richtung Klimaneutralität unterwegs
orfon

Ist das wieder so eine euphemistische Wortzurechtbiegung und hat man das nicht früher ›Schneegrenze‹ genannt? Baldschon sind sie ganz oben, und es geht nimmer weiter.

Wie ich Ende September in St. Lambrecht am Fuße der Grebenzen (›Pabstin‹) von weitem die Bagger und Kranwägen gesehen habe, dachte ich mir, das kann es doch nicht sein, bauen die noch am Schilift (eine bequeme Vierersesselbahn) herum? Ich kenne doch hier ein paar recht gescheite Leute, mit Witterung, wohin die Reise geht. Werden wohl den Aushub machen, damit sie oben (höchste, namenlose Erhebung: 1.892 m ü. A.) noch ein bissl was draufschütten: Klimavorsorge. Schneckn. Haben die doch tatsächlich eine Zehnergondelbahn (›Greben10‹) hingeknallt, und seit Weihnachten ist sie in Betrieb (bei genügend Schneelage). Eigentlich eine recht eindrückliche Darlegung, wie man ›die Zeichen der Zeit verstehen‹ für sich auch ausdeuten kann.

Mit einer Gondelbahn kannst du genauso bequem wieder ins Tal fahren, und was uns nicht in den Kram passt, das nennen wir Fake News oder schlechte Stimmung verbreiten.

Einmal soll ja ein Schiff auf einem Berggipfel gestrandet sein, und da rede ich noch gar nicht von Klaus Kinski.


Hierblogs wegen des von mir seit jeher bewusst umschifften (heute: umgondelten) Tagesaktualitätsbezugs unüblich, aber heute mache ich eine Ausnahme: Uns allen ein wohlgestimmtes Jahr!

shootout

Elferkrimi
Bezeichnung für jedes Elfmeterschießen, Presseusance

Bitte, wer ist der Kommissar, wer der Detektiv? Weil ohne Kommissar oder Detektiv gibt es doch keinen Krimi. Und warum gibt es das Opfer erst ganz am Schluss, ohne jedwedes Verbrechen?, das auch noch!

Gut dass das für heuer aus ist.1

entscheidend weiter

Das Teleskop ist so stark, dass man damit ein Handy auf dem Mars ›sehen‹ könnte
wissenschaftliche Erfolgsmeldung, Radio Ö1

Das Problem ist ja doch bitte, dass wir oft nicht einmal selber wissen, wo sich unser eigenes multifunktionales Kommunikationsgerät gerade befindet.

Am Mars dann also sicher nicht, immerhin; hilft aber auch nicht entscheidend weiter.

Lösung

Haftpflichtversicherung
zeitgemäße Problemvorsorge

Für Superkleber gilt die unbedingte Haftpflicht. Wenn etwa der Kleber am Asphalt oder Bilderrahmen nicht so recht halten will, ist ihren Herstellern eine entsprechende Versicherung anzuempfehlen. Ein Lösungsmittel ist da das Gegenteil von einer Lösung.

Infinite Infight

Trialog
Worthülse

Man kann auch zu mehrt miteinander im Dialog sein. Ein solcher wird nicht substanzieller, wenn man ihn numerisch anzugleichen versucht, zu siebt wär’s dann etwa ein Heptalog, unter uns Dreizehn (Jesus und die Zwölf) ein Triskaidekalog; und der Widerstreit zu zweit heißt ja bitte auch nicht Dualog.

Nörgeln geht am besten alleine, und Järgeln, das wäre wohl die Zustimmung zu Allem. Davon aber ist abzuraten.

hervorher

Spaziergänger fand in Linz acht tote Würgeschlangen
kurier.at

Vermutlich (Annahme) wurden sie vergiftet.

Im Artikel ist dann noch von einem ›Amtstierarzt‹ die Rede. Was denn das sei, ein Amtstier. Bekanntlich geht in rustikalen Regionen gerne die Rede von einem Gemeindebock, und das kann verschiedenes bedeuten.

Dieweil warte eine ›Schlange vor dem Belvedere – wie vor der Pandemie‹. Da haben wir’s: Nach der Pandemie ist vor der Pandemie.

Es würgt einen.

Den Himmel offen

Um 12 Uhr gibt es im Stephansdom eine barrierefreie Messe

Radiodurchsage, Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Gut, dass sie zuvor diese unsägliche Himmelsleiter endlich abgebaut haben.

verjährt

Einmal habe ich beim Gerngroß in der Pachergasse zwei C120-MusiCassetten gestohlen. Es wollte keine rechte Freude mit dem Diebsgut aufkommen, und schließlich, obwohl eigentlich bereits aus dem Alter heraußen, beichtete ich die Untat. Zusätzlich zu den handelsüblichen Vaterunser und Avemaria legte ich als selbstgewählte Kompensation zweihundert Schilling aufs Ambo der Werktagskirche. Es wird sie wohl der Mesner eingestreift haben, wenn nicht zuvor eine der Blumenfrauen das Geld für die Kirche (oder, unbemerkt, auch für sich selber) gerettet haben. Danach bin ich nie mehr beichten gegangen, es war auch nicht mehr nötig. Wann immer ich, bis zu seinem verfrühten Tod mit kaum sechzig, dem damaligen Kaplan begegnet bin, ist mir im Hintergrund seine ungeheuerliche Mitwisserschaft mitgeschwungen und hat mich – wenn auch von mir selbst unbemerkt – irgendwie befangen gemacht. Im Nachdenken glaube ich mich aber zu erinnern, dass es eh nur 90er-Cassetten waren.

gescheiter geworden

Den Bach flall halten
Bescheidung

Heutzutage werden überall die in früheren Jahrzehnten zu Tode regulierten Fließgewässer rückgebaut, man nennt das renaturieren. Auf ihnen veranstalten sie dann gerne zu Charityzwecken so Plastikentenrennen. Wichtig ist, dass einem beim öffentlichen Gutsein möglichst viele zuschauen, der Scheck nicht kleiner als zumindest eineinhalb Quadratmeter. Und grinsen, grinsen, bis sie sich die Kiefer verstauchen.

Beilage

Nie verurteilt: Japanischer Kannibale starb mit 73 Jahren
kurier.at

Die Frage ist: Wer hat ihn gegessen?

73 ist eine besondere Primzahl. Die einundzwanzigste, herentgegen 37 die zwölfte ist. Und 3 x 7 (Kommutativgesetz: 7 x 3) ist – Bingo!

Im Jänner feiert ein lieber Freund seinen 74er und lädt zum Essen.

Wussten Sie?

Mäandertaler
historische Bevölkerung, Kleinasien

Die Quelle des Mäander ist eine Kaskade.

nutzlos

Lichtverschmutzung: Kaum hellerer Himmel im Advent
orfon

O Heiland, reiß die Himmel auf!
Beliebtes Adventslied

Helfen tut alleine der Lauf der Welt (recte: des Planets Erde) im Jahreslauf um die Sonne, und zu Lichtmeß (sic!) ist es bereits eine Stunde, vorn und hint.

Die Winterreise beginnt dann am 21. Juni.

Alles andere ist, um es so schonend wie möglich zu sagen, Kitsch.

kakophon

Feuerwerke lösen bei Graugänsen Stress aus
orfon

Ich bin ein Berliner
John F. Kennedy

Es ist aber nicht das Licht, das in zauberhaften Kaleidoskopen den Nachthimmel erhellt, die Knaller sind’s, die Böller und die Schnalzer.

Haben sie in Berlin genügend Gänse? Wo ist das Kapitol, das es zu beschützen gilt? (Berlin ist ja recht flach für eine:n Röme:r.)

Ich selbst bin generell ein fürchterlich schreckhafter Mensch, und in Berlin war ich auch schon recht lange nicht mehr, sicher fünfzehn Jahre.

Konfettipumpen machen ›plopp‹ und alle freuen sich.

Zwölftelsegen

Volksschulkinder mussten zehn Jahre ohne Wartehaus im Regen ausharren
nachrichten.at

Ja, sind die denn niemandem abgegangen, so lange?

(Müssen aber schon auch Nervensägen gewesen sein, und das wird ja nicht weniger mit dem Älterwerden, erst recht nicht bei einer derart verregneten Kindheit, es kann ja bitte nicht dauerhaft Mai sein.)

Trainer:in

Man hat mich nach einem Auftritt einmal gefragt, ob ich zufrieden sei.

Was für eine Frage: Die Menschen hatten, vom Podium aus gut erkennbar, eine vergnügte Freude mit dem, was ich da darbrachte: spielen, reden, wild assoziieren, paraphrasieren, zitieren, scheitern, manchmal sogar gelingen.

Was jetzt und wie denn und, mich sammelnd: Unseren Schifahrern haben sie beigebracht, nach dem Abschwingen im Zielraum lediglich kurze Japsantworten (»Wauns laaft daun laafts«) zu hecheln und auf die Analyse nach dem Abendessen im Hotel zu verweisen, und überhaupt, den Trainer fragen, der weiß sowieso besser bescheid über die Ideallinie von Bergundtalschi und ihr korrektes Verkanten.

Man muss sich die perfide, zersetzende Frage merken: »Warst/bist du zufrieden mit dem was du gespielt (gekocht, gestrickt, geschrieben, gestaltet,…) hast?« … Sie ist, grundsätzlich, nur falsch beantwortbar, außerdem muss sich de:r Fragestelle:r selber nicht deklarieren und kann dazu noch, völlig harmlos, Interesse heucheln und lässt Kenne:rschaft durchblitzen.

Es gibt Portraits von (zumeist) alternden Schauspieler:n, wo sie ihr Kinn in die Spreizbeuge zwischen Daumen und Zeigefinger legen, es dürfte Intellektualität suggerieren wollen und – Autonomie!: Niemals würden sie sich dem Diktat eines Ressigeurs beugen, einer Regisseurin sowieso nicht.

Hier bricht der Text ab. Ist, glauben Sie’s mir, besser so.1

Ich darf zufrieden sein.

Mugel

Mirabell-Mozartkugel: Fabrik offenbar vor Verkleinerung
orfon

So geht der Kundennepp los: Erst kommen die Fabriken, dann die Kugeln. Auch die Spaghetti gibt es zunehmend in kleineren Verpackungen, 400 Gramm.

Ist eh gesünder so.

Halbleitner

Mikl-Leitner will neuen Energie-Schutzschirm
kurier.at

Energie!
Scotty (synchronisiert)

Alle paar Jahre wird alles neu zusammengesetzt, so ist das in der Demokratie und beim Beamen.

Es kommt immer besseres nach: Irgendwann sind wir so gut, dass es uns schier zerreißen muss.

Dunstkreis

AUTOMATISIERTE ANTWORT
beruhigende Warnung (elektronischer Schriftverkehr)

nicht wollen denken müssen
Ernst Jandl, franz hochedlinger-gasse1

Erlesen verlesen, nämlich AROMATISIERTE ANTWORT, und eine Antwort, sie sei noch so GESCHRIEEN2, könnte auf vielerlei Arten beduftet werden, es hängt von der grundlegenden Art des Anliegens des Schreibens oder Schreiber:s ab.

An der Äpp sind sie bereits dran. Es gibt da nicht nur Rosenblätter, sondern sämtliche Ausformungen von Ausdünstungen jedweder Spezies, ähnlich dem Farbenkreis ermöglicht die computerunterstützte Recherche und Produktion eine bis dato ungeahnte Komplettheit.

Neulich wurde mir vorgeworfen, ich hätte (›Darth‹ Vader Abraham war gestorben, was es psychisch zu bewältigen galt) gewisse schlumpfhafte Ohrwürmer generiert. Man (mdw) werfe mir nun nicht ähnliches auf dem olfaktorischen Gebiete vor. Somit überlasse ich Ihnen selber, welche Duftvarietäten Sie sich vorstellen wollen.

weidwandern

Wandern am Schafberg wird weltweit am meisten unterschätzt
derstandard.at

Wir stellen uns jetzt Wandererdialoge vor, weltweit: Brainstorming in Hobart oder in Vancouver, wer weiß, Mendoza, wo soll’s hingehen, und eine:r bringt die wanderweise Begehung des Schafbergs vor, woraufhin die Runde kollektiv abwinkt, das sei doch kein rechter Wanderberg, und dem Schafbergbewanderungsvorschlaggeber nützt kein noch so beredtes Dagegenhalten (ein Dafürhalten, genaugenommen), er wird überstimmt, da mag er noch so ins Treffen führen, man möge den Schafberg bitte nicht unterschätzen, nein, halten sie dagegen, die Grünburger Hütte, der Schoberstein, ja, aber doch nicht der Schafberg.

Derartige Dialoge also werden weltweit am häufigsten geführt, und man solle das bitte nicht unterschätzen.

Ananästhesie

Montagmorgen, Montagvormittag, Montagmittag, Montagnachmittag: Unter Zuhilfenahme von Lärm und lokal begrenzten Erdebebenwellen1 schremmen sie unter dem Fenster des Arbeitszimmers den Gehsteig auf und vibrieren, rütteln, scheppern (…) neuen Asphalt darüber. Durch Schweigen und absolute Bewegungslosigkeit versuche ich mich zu behaupten.

Denen hab ich’s gegeben.

Zuwartung

Am 32. Dezember ist es zu spät
Werbespruchikone

Der erste Einkaufssamstag sei soweit recht zufriedenstellend verlaufen, die Leute würden halt eher gustieren und noch zuwarten mit dem Einkaufen, das sei so wegen der Inflation.
Warten die, bis es noch teurer wird?

Auf Portraitfragen antwortend behaupten Ökonom:en gerne, dass die Wirtschaft ›eigentlich eh recht einfach‹ zu verstehen sei.

Ist eine Glaubensfrage.

was bleibt

Die Neandertaler haben schon vor 70.000 Jahren gekocht
kurier.at

Mittlerweile dürfte die Mahlzeit durch sein, wenn nicht mehr als das: Da der Kurier von ›verkohlten Essensresten‹ berichtet, muss wohl auch das Wasser im Kessel zuvor verdampft sein. Wir lesen die Überschrift zudem als Hinweis, dass es sich bei der gefundenen Kochstelle um ein feines Restaurant gehandelt haben muss, da ein (männlicher) Koch zugange gewesen sein muss. Vermutlich mehrere, zu viele, und die haben den Brei dann verdorben und anbrennen lassen oder anbrennen lassen und verdorben.

Zurück zu den ›Essensresten‹: Wie nun also auch wissenschaftlich erwiesen zu sein scheint, hat die Mama, womit ohnehin zu rechnen gewesen war, seinerzeit recht gehabt mit ihrer Warnung, dass aus dir, wenn du nicht zusammenisst, nichts werden würde; war bei mir aber eh nicht die Frage, mehr bei meinem Bruder, ein schlechter Esser, aus dem ist aber auch was geworden (die Mama hatte also recht und zugleich unrecht), außerdem grillt er ganz gern. Kochen: Weniger, das ist Frauensache.

Die Neandertaler sind ausgestorben und leben in uns fort, und das nennen wir Evolution.

aufragend

Mehr Feingefühl auf allen Ebenen täte dringend not. Muss es also sein, dass ausgerechnet ein Jürgen Pettinger im Radio über den begrüßenswerten Vorstoß der Jugendstaatssekretärin Plakolm zur Ahndung ungewollt empfangener Penisbilder, einprägsam Dick Pics genannt, berichtet. Früher, per Post, hätte man die Annahme ja noch verweigern können. Was willst du also tun, nicht hinschauen geht im Internet erwiesenermaßen so wenig wie das seinerzeit Frau Lot beim Verlassen von Sodom auch nur nicht gelingen mochte, sodass sie zur Salzsäule erstarrte.

Das wäre mal eine Äpp.

life hack

Justizministerium lehnt Herausgabe von Beinschabvideos an die ÖVP ab
derstandard.at

Unter Anthropologen gilt das Zurechtmachen frühester Werkzeuge zum Herauskratzen von Knochenmark als ein wesentlicher Kipppunkt auf dem Weg zum modernen Menschen.

Heutzutage gibt es für alles und jedes Videos, das Internet geht über von ihnen, und nicht wenige sind so abartig, dass es besser für einen wäre, gar nicht an sie zu gelangen, denn manches kannst du ohne professionelle Begleitung nicht adäquat verarbeiten, Albträume zählen da noch zu den harmloseren Konsequenzen.

absent

200 Kilo beschlagnahmtes Cannabis weg: Polizei verdächtigt Ratten
kurier.at

Früher (Elterngeneration), wenn man sich rechtfertigen musste, weil etwas (Socken, Unterhose) kurzfristig verloren gegangen war, lautete eine beliebte Floskel: »Wahrscheinlich hat’s die Katz’ g’fress’n.« Dabei schwang mit, dass die verlorenen Gegenstände keine Katzennahrung darstellen konnten, und idealerweise hatte man auch gar keine Katze, ein einziges Hohnlachen.

Bei uns war nicht nur diesbezüglich alles ideal.

for evermore

Forschende der Universität Waterloo fanden die ideale Form des Pissoirs
derstandard.at

Ich habe nicht gewusst, dass es in Waterloo eine Universität gibt, aber wo, wenn nicht in Waterloo, sollten derartige Forschungen zu ihrem Ende finden können. Müssen. Oder haben sie die Form nur, wir lesen genauer, gefunden, irgendwo in der Nähe wohl, Napoleon war ja einmal da.

Abba auch.

schlüssig

Um 4.24 Uhr hat der Marder nach Angaben der illwerke/vkw in ein Kabel im Umspannwerk Rieden gebissen. […] Nach 40 Minuten konnte die Stromversorgung wieder hergestellt werden. Bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle haben sich in dieser Zeit rund 40 besorgte Bürgerinnen und Bürger gemeldet.
orfon

Der Strom ist dem Marder sein Mörder: Lauter Schrödingereien, und die gehen, wie wir sehen, auch mit einem Marder, selbst wenn es sich, wie hier, nicht um ein Gedankenexperiment handelt. Betrachten wir, und damit wenden wir uns von dem bedauernswerten Tier ab, die Sachlage eingehender:

Zwischen 4.24 und 5.06 Uhr (rasch im Kopf von 4.66 Uhr errechnet) hat, vernachlässigen wir die Rundungsungenauigkeit, jede Minute ein besorgter Bürger oder eine besorgte Bürgerin angerufen. Dabei war bis zum Abheben des Hörers unbekannt, ob es sich um einen besorgten Bürger oder eine besorgte Bürgerin handelte, derdiedas da das Besorgungstelefon erklingeln ließ: Wir reden von einem Verschmierungszustand des Sowohlalsauch. Jedoch: Kaum war das Telefon abgehoben, war – tschakk! – Alles klar. Eingeräumt sei, dass wir, der Sauberkeit des Experiments wegen, allfällige besorgte Stimmverstellungen – Klaus Nomi, Zarah Leander, Amanda Lear, … – hier vernachlässigen mussten; womit bei den notorisch Besorgten (m/d/w) allerdings leider generell fix gerechnet werden muss, und hier ist das Passiv die angebrachte Verbgestalt: Nicht auszudenken, wenn die jetzt alle noch demonstrieren gingen, Marderfahnen gestikulierend schwenkend!

würdig

önologischer Fußabdruck
Abwandlung eines Modebegriffs

Mein Winzer ist wirklich ein guter. Genießt du seinen Wein, sei dir stets bewusst, du trinkst auf den Schultern eines Riesen. Ist nicht schwer.

So ein patscherter, durchunddurch verunglückter Text: Da fällt dir ein originell verdrehter Terminus ein, und es will und will dir nicht gelingen, was adäquates damit anzufangen. Mühseliges Fußstapfen, das.

Man löse mir die Schuhriemen.

klebendig

Geschäft mit Kaugummiautomaten lebt
orfon

Klingt das nicht nach einem Horrorfilmplot, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt? Albträume dräuen herauf, du willst fliehen, aber eine süße Masse inhibiert jedes Laufen, zuckerlrosazäh.

Wir müssen beständig darauf achten, nicht in unseren Träumen zu verharren.

outsourcing

Italiens singende Nonne tritt aus ihrem Orden aus

orfon

Wenn du einmal wo (freiwillig!) dabei bist, kann es schwierig werden auszusteigen. Singenden Mafiosi hingegen sind derartige Austrittsprobleme fremd. Sie brauchen sich nicht selber darum zu kümmern.

fassungslos

Die Polizei geht davon aus, dass es sich in allen drei Fällen um ein und dieselben Täter handelt.
kurier.at

Wir dürften es hier mit einer trinitätischen Existenzform zu tun haben, was Habhaftigkeitsprobleme ungeahnten Ausmaßes nach sich ziehen dürfte.

Wer sie fassen kann, der fasse ihn.

(Krake.)

Erste Sahne

Besondere Anlässe erfordern besondere Torten
öffentlicher Aufruf

Wir lesen ein reichhaltig mit Bildern von Süßspeisen dekoriertes Plakat, und schon sind wir mitten im dichotomischen Komplex ›Deduktion‹ versus ›Induktion‹: Braucht es zuerst einen außergewöhnlichen Anlass oder backen wir eine besondere Torte quasi auf Verdacht – und der Anlass wird sich schon finden?

Schlachtplattengedanken keimen.
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In eigener Sache: Am 1. Dezember 2004 ist der erste Beitrag im Mütterlog erschienen. Demgemäß ist es mit dem heutigem Tage volljährig. Schampanja! Ab wann geht eigentlich das mit dem unsäglichen ›Ad multos annos‹ los? Geschenkskorb? – Kann warten. Also der Korb. Den Inhalt könnt ihr gern rüberwachsen lassen. Solange kein Buerlecithin o. Ä., Feigenkaffee etwa, drin – recte: dabei – ist.

Gute Sache

Ex-Frau attackiert: Lebenslange Haft
orfon

Eine derartige (vom berichteten Inhalt her entsetzliche!) Nachricht galt bis vor recht kurzer Zeit noch als eine korrekt unzweideutig formulierte. Mittlerweile würde der Täter in gewissen Ländern (es werden mehr!) dafür belobigt, auf Menschen mit nicht sich einer strikten Normierung unterziehender geschlechtlicher Identität Jagd gemacht zu haben, und weitere Ermunterungen würden ausgesprochen, Nachahmer (m/d/w, für die gute Sache könnte man schon einmal eine Ausnahme machen) angeworben, möglicherweise mit Kopfprämien, das auch noch.

turning point

KULTUR
Duett mit den Schlümpfen: Vader Abraham verstorben
Iggy Pop kündigt neues Album an
GESUNDHEIT
Die positive Seite des Alterns
Schlagzeilenabfolge, orfon

Dröseln wir das ganze von hinten auf. Ein neues Album kann sicherlich ein positiver Aspekt sein, den man dem Altern abtrutzt, und namentlich bei alten Leuten findet man ja gerne, wie man sagt, die Wände mit Erinnerungsbildern eines zurechtgerahmten Damals zutapeziert. Im Alter noch ein völlig neues Album anzufangen, zeugt von großer, seelentiefer Gelassenheit, chapeau!

Im Kontext mit dem Ableben von Darth Vader Abraham (täuschsüß wie nur Padre Pio oder Arvo Pärt) geht ein allgemeines Aufatmen durch die aufgeklärte Musikszene, scheint es doch so zu sein, dass nun die Schlümpfe endlich ihrem vermaledeiten Knebelvertrag (›bis der Tod euch scheidet‹) entkommen sind und nunmehr – frei, frei, frei! – ihre künstlerischen Partner selber wählen können; dass dabei Iggy Pop als erster zum Zuge kommt, kann nur als recht und folgerichtig, mit einem Wort: logisch bezeichnet werden. Wir gratulieren!

kreditwürdig

Veranlagung ist Vetrauen
Versicherungswerbungsplakat, Kärnten

Vesicherungen müssen stets zuverlässig hochpräcise arbeiten, insbesondere begleitendes Controlling gewährleistet ihren Fortbestand über Generationen.

kurios

Kurlos im Kurhotel, Abano Terme. Die Gastfreundschaftskultur hier gehörte dringend ins immaterielle Kulturerbe der Unesco aufgenommen (in Echt!). Die Altersgrenze der zu bespaßenden Gäste (m/w) verläuft zwischen denen, die sich, da es bereits zu spät ist (eig.: war), um eine unbekümmert-würdige Frisur (inkl. Farbe/n) bemühen und jenen, denen das bereits wurscht ist. Sein kann. Weil: Worum geht’s denn, bitte?

Ewige Werte gibt es auf Erden sowieso keine. Nirgendwo (inkl. angrenzendes Universum). »Tutto bene?« fragt Luisa, die Kellnerin, und es trifft so, weil es hörbar aus dem Herzen kommt.

Lagerfeld hatte hier unrecht.

hole-in-one

Happel-Stadion: Grund für Loch gefunden

orfon

Erdnächstes Schwarzes Loch entdeckt

orfon

In Wien weiß man seit Juni 2022, dass es sich im Mittelkreis des Rasens des Happel-Stadions befindet. Doch siehe, da wir es näher untersuchen wollen, ward es schon wieder verschwunden. Ob es sich selbst verschluckt hat?

Wie tief ist der Grund eines (schwarzen) Erdlochs? (Golf-Holes ausgenommen.)

anhaben

Wie man Kälte besser aushält

orfon

Wenn man sich dort aufhält, wo es warm ist (Thermalbad, Heizraum, tropische Insel/Festland, Panama, …), kann einem selbst die allertiefste Kälte nichts anhaben. Das habe ich (teilweise, ich will nicht prahlen) selber probiert und kann Ihnen jedenfalls dieses Konzept zur persönlichen Nachahmung nur wärmstens empfehlen. Sagen Sie halt nicht, dass Sie es von mir haben.

Wir müssen, alle, zusammenrücken.

Adventschrödingereien

Wiener Weihnachtsbeleuchtung hängt fast überall
orfon

Unlängst war ich in Padua. Und u.a. in Untermitterdorf. Weder da noch dort habe ich irgendeine Wiener Weihnachtsbeleuchtung hängen sehen. (Nun, sie schreiben ja: ›fast überall‹.)

In Steyr hängt die Steyrer Weihnachtsbeleuchtung. Fast überall.

Die Frage, generell, ist, ob sie (die Weihnachtsbeleuchtung; in Untermitterdorf, Wien, Steyr, Padua u.a., … Kiew, Cherson, …) eingeschaltet werden kann und wenn ja, ob sie es wird. Wir sagen ja: »Sie brennt.«

Wo befindet sich eigentlich das Überall? Und wann?

(Welch Fragen wahrhaft quantenphysikalischer Dimension!)

paßt!

Eine befreundete junge (und phantastische!) Sängerin widmet ihr Doktoratsprojekt der ›Notation der zeitgenössischen Vokalmusik und Extended Vocal Techniques‹, was uns jetzt nicht weiter beschäftigen muss: Wichtig ist, dass wir, wenn wir ins Konzert oder in die Oper (oder wo die derart notierten und technisch ausgeweiteten Stimmklänge sonst noch zu hören sein mögen) gehen, kompetent in Ohr und Herzen berührt werden. Die lettische Sängerin (sie ist viel mehr als das!) schreibt mir weiter, in beschämend perfektem Deutsch, sie sei »noch nicht ganz zufrieden, was diesen Begriff angeht – die Stimme und deren Techniken wurden ja nicht wirklich erweitert« … und jetzt kommt es: »… es wurde ja schon immer gekreischt, gegrowlt, geflüßtert etc.«
Flüßtern. Flüßßtern. Flüßßßtern. Aaah. Soo schön! Es gibt es, das Wahre im Falschen.
(Made my day.)

Zusatzqualifikation

Masseur mit Parkinson.

Was für eine erbeben machende Vorstellung!

falling high

Basejump vom Skywalk: Wiener stirbt auf der Hohen Wand

kurier.at

Im Englischen wird deutlich zwischen ›heaven‹ (›Himmel‹) und ›sky‹ (›Himmel‹) unterschieden.

es wird

Kobuk, Heller & Co.: Schabernack als riskantes Spiel mit Grenzen
orfon


Der Tag der Niederschrift dieses Bekenntnisses ist der 3. November 2022, Tag Eins nach Aufkommen der ›Basquiat-Akte‹ – billig kalkulierenden Kreischjournalisten stehen sämtliche Tore zum anhaftend-griffigeren Aufplusterterminus ›Hell(er)-Gate‹ – sperrangelweit offen –, ›a bleede Gschichd‹, wie der Wiener gern sagt, welcheinsolchiger Heller ja zuckerlgleich immer und bis in finsterst geahnte Abgründe stets war, wer, wenn nicht Er. Wir verstehen sich: Wird eine öffentlich abzuhandelnde Affaire (›Öffäre‹) ungemütlich, gilt es, nebst präciser Vernebelung, so diese nicht ausreicht, (an)patzige Entlastungsangriffe zu reiten. Für einen (den letzten?) Herrenreiter will ich das – ungefragt und unverlangt, damit das gesagt ist! – breschespringend tun, und mir ist bewusst, dass ich lediglich minderer Legionär eines regelrechten Entsatzungsheeres bin, sein kann, sein muss! … Alstern:


›Wie mir einmal der André Heller begegnet ist‹

Eingehüllt in einen vlaushigen, naturfarbenen Leinenanzug promenierte Er, gleich einem jungen Lamm (bei Ihm kann das keine Tautologie sein – Nichts verkommt bei Ihm zur T.), an diesem frühhochsommerlichen Mittag den Graben entlang …

… wobei, Lamm, vielleicht glich die Textur eher der eines Alpakas oder jungen Kameel’s (wie heißen eigentlich die jungen Kamele? – ahja, Fohlen, wie alle Jungtiere der Paarhufer; wobei die der Neuweltkamele in ebendieser Neuen Welt ›crias‹ heißen) … fangen wir also noch einmal an, RESET!

Alpakagleich glitt Er den Graben entlang, abwesenden Sinn’s wohl, da abwesenden Blick’s, und die Vlaushigkeit seiner Textilie wurde auf’s stimmig’ste durch seinen karakulgleichen Bart samt Haupthaar komplettiert, eine rundum gerundete Erscheinung, …

… da fällt mir ein, dass zur Zeit meines Aufwachsens der Besitz (und das jährlich erstmalige Ausführen am Friedhof, zu Allerheiligen) eines Persianers die Behauptung erreichten Wohlstands für Menschen unterer Gesellschaftsschichten darstellte, und auch meine Oma, Mindestrentnerin, gab viel auf diese Bastion der Würde, die man auch an der das Goderl leicht forçierenden würdevollen Straffung des Nackens beim Gehen erkennen konnte, und eine Brosche war dort, wo die Männer auf ihren groben Pfefferundsalzmänteln schnell noch mit einer Stecknadel die silberne (oder goldene) Spenderplakette (sic!) vom Schwarzen Kreuz aus dem Vorjahr (oder von vor mehreren Jahren) anhefteten, wobei sich mein Vater – der Antritt der Friedhofsfahrt war, da diese eine repräsentative war, immer von Hektik durchsetzt – gerne (wie man sagt) dabei in den Finger gestochen hat. Das Wort ›Persianerklauen‹ hat in mir regelmäßig den Verdacht unrecht erworbenen Eigentums erregt. …

… war Er, die Bräunerstraße hatte Er bereits links liegen lassen (indes, Er schritt, peripatetisch – wie sonst? –, entlang der rechten Grabenseite) beinah’ schon an der gefährlichen (der 1A, der 2A!, die Radfahrer!, die Taxler!, die Fiaker!, die Elektroroller! – DIE ESSENSZUSTELLER!) Kreuzung mit der Habsburger, wo sie, wer weiß, warum, auf ihrem letzten Kürzeststück zur Jungferngasse mutiert – wer weiß, wohin Er wollte? Das Schwarze Kameel ist, unweit des Grabens, in der Bognergasse, inmitten des Goldenen Quartier’s; auch das Gutruf wäre nicht weit –, als ich Seiner gewahrte. Ich war jedoch in die andre Richtung unterwegs, sah Ihn nur aus einer Distanz von etwa siebzehn Metern. Nach kurzem Sinnen wendete ich, konnte Ihn unbemerkt überholen, und in einem Bogen gelangte ich so zu einer ›zufälligen‹ direkten Begegnung – und redete Ihn an.

Wie ich Ihn ansprach, was ich mit Ihm sprach, was ich Ihm als Geschenk übergab und ob er verdutzt und dabei keinesfalls unwirsch (dieses Detail sei hier als einziges verraten: durchaus wirsch) reagierte, kann hier aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht preisgegeben werden. Soviel (so viel) ist sicher: Wir haben ein paar gemeinsame Bekannte, möglicherweise sogar Freunde, und auch die will ich da keinesfalls hineinziehen.

Bis heute (Datum: rollierend) warte ich auf ein (originales!) Zeichen von Ihm. Also Heller. Kobuk: Steht bitte meilenhoch über ihm. (Schuhriemenlösen und so.)

Bleiben Wir dran!

streaming

Nach dem Brand im Strombad Kritzendorf in Klosterneuburg (Niederösterreich) gibt es jetzt offizielle Angaben zur Ursache: Laut Polizei dürfte das Feuer in der Nacht auf gestern von der Batterie eines Elektroautos seinen Ausgang genommen haben.
orfon

Wir lernen daraus: Mit dem Eauto ins Strombad zu fahren ist bereits am Eingang brandgefährlich.
(Es wäre doch bitte so einfach gewesen.)

133

Vergewaltigungen in Parks beschäftigen Wiener Polizei
derstandard.at

Es dürfte sich als dringend notwendig herausstellen, dass derartig abscheuliche Vorfälle tunlichst von einer Polizeieinheit (und Oberstaatsanwaltschaft) von außerhalb des Landes Wien zu untersuchen sein werden. Indes, der Notruf tackt immer beim nächsterreichbaren Posten auf, oder ist das heute etwa gar nicht mehr so, mit all den dislozierten Callcentern, du rufst von Ottakring aus an und redest mit Villach!?

Gedankenexperiment, angewandtes

Preise fürs Ganslessen explodieren
orfon

Stellen wir uns also zunächst einmal einen explodierenden Preis vor. Gut. Jetzt bitte zwei explodierende Preise. Sehr gut. Und jetzt gaanz viele Preise, explodierende Preise! – Sehen Sie, so schaut’s heuer beim Ganslessen aus; dazu das in der Raumzeit sich chaosgleich ausdehnende Blaukraut, und geben Sie unbedingt acht auf all die hinterhältigen Nelkenknospen- und Zimtstangenschrapnelle!
Nichts bleibt was es war.
Ist so.

konsequer

Empörkömmlinge. Jeden Sonntag zombieren sie durch die Steyrer Innenstadt, sind Das Volk, weil sie ein Ungutes Gefühl haben, hieb- und stichfeste Beweise sämtlicher denkbarer Welt-, Unter- und Innerweltverschwörungen (alles verechst da drinnen!), außerdem vermögen sie erstaunlich konsequent quer zu denken und in einer Flachheit, als wären sie mit der avanciertesten Nanotechnologie per du, wozu aber die bekannt ›besorgte‹ Haltung zu wissenschaftlichen Erkenntnisprozessen nicht so recht passen mag, die nur für ihnen in den Kram passende Sektoren akzeptabel sind, etwa, wenn sie der telegramschen Organisation ihrer Blasen dient. Mögen sie – jetzt aber dann wirklich bitte bald einmal! – zu ebensolchen -gehlingen mutieren.

Verfallsprotokoll

27. Oktober, Donnerstag. Die Nachbarin häckselt ihre verdorrten Sonnenblumen.

Jetzt wird’s ernst.

nudging

Nationalfeiertag: FPÖ pocht auf Neutralität, Regierung lobt Rekruten an
kurier.at

Dieses Jahr wurde der Nationalfeiertag wieder »in Alter Normalität« begangen, heißt es im Radio.

Da haben wir’s: Die Neue Normalität ist sowas von out.

Die Dinge genauer besehend taucht mir die Frage auf, ob das Incipit der neuen, nunmehr ›Anlobungsformel‹ zu nennenden, in Alter Normalität (oder war’s die neue?) ›Angelobungsformel‹ der österreichischen Rekruten korrekt »Ich lobe« geschrien werden muss. Mir gefiele so eine Neuerung (recte: Alterung). So könnten wir diesem unseligen Gehorsams- und Kommandoton entkommen, auf den immer noch manche (Grundverunsicherte sind’s) gerne pochen, denn mit Lob (und liebvollem Zurechtstupsen) kommen wir allemal weiter, wer weiß, vielleicht irgendwann einmal in eine Zeit und Welt, die ohne alle Normalität auskommt.

Feuerwagen

Die Hintergründe des Vorfalls liegen noch völlig im Dunkeln.
orfon

Die Umstände: Ein Auto war nachts in einen Supermarkt gerast, welcher daraufhin völlig ausbrannte. Feuer leuchtet, bekanntermaßen. Ein jeder Hintergrund, nachts gar, muss im Umkreis eines Brandes naturgemäß finster erscheinen. Jetzt, warum lassen sie uns just mit diesem letzten Satz zurück? Was geschah vorne? Ist da gar Verdunkelungsgefahr zu detektieren?

Fokussieren, selektive Kulturtechnik schlechthin. 

Merke: Ein jeder Vorfall hat seine Hintergründe.

Historyhooliganism

Ältestes Klo Japans im Rückwärtsgang niedergefahren
orfon

Ansich sind Schlagzeilendichter (m/d/w) ja angehalten, sich kurz zu fassen. Umso auffälliger, ja verstörender nun die im Kürzestkontext ausreichende und völlig selbstverständliche Zusatzinformation ›im Rückwärtsgang‹. Bitte, wer begibt sich auf eine (die) Toilette in vorwärtiger Richtung, Stehpinkler (m/d/w) ausgenommen!? Und auch beim Autofahren wirst du deinen Führerschein nicht bekommen, wenn du in eine seitliche Lücke vorwärtseinparkend einzufahren versuchst. Jetzt steht da in dem Artikel aber, dass der Unselige irrtümlich im Rückwärtsgang in die Wand gefahren ist, hinter der sich bis zur seiner Einfahrt das Kulturdenkmal befunden hatte. Müssen wir nun annehmen, dass er vorgehabt hatte, selbiges in konventioneller Fahrtrichtung einfahrend zu zerstören? War ihm also selbst das vorherige Reversieren zu mühsam?

Was sind das für Leute? Nun, was wissen wir schon von anderen Kulturen, und selbst mein bislang einmaliger Besuch im Land des Lächelns liegt zum Zeitpunkt dieser bestürzenden Meldung (18. Oktober 2022) nun auch schon exakt zweiundzwanzig Jahre zurück; eine Kollegin plagte damals mehr als eine Woche lang eine zunehmend schmerzhafte Obstipation.

In zweiundzwanzig Jahren kann sich viel tun.

ganzjährig

»… und bitte nicht stolpern und schon gar nicht hinfallen!«, endet der liebenswürdige hochaltrige (dabei nicht greisenhafte) Kollege seine Grußbotschaft. 

So wolln wir denn heuer den Fasching angehen.

ungiftig

Auf Englisch heißt der Mondfisch Sunfish
faunische Ambiguität

Ein Geschenk der Tiefsee ist da vor den Azoren aufgetaucht. Ein Genuss für die Wissenschaft, nicht wirklich zum Essen.

Alteration

Das entwendete Geld will Schuhbeck übrigens unter anderem für Antiquitäten genutzt haben, die inzwischen nicht mehr viel wert seien.
selbsterklärende Prozessaussage

Wirklich, wenn all die alten Sachen noch älter werden, wer würde sich für einen deralt rasend gealterten Krempel noch interessieren?

Hoax

Die Welt von oben
Kalendermotto (2023)

Die Welt von gestern
Stefan Zweig (1942)

Die Welt von oben ist die da unten. Und die Welt von gestern aus gesehen ist heute eine (längst vergangene) Utopie, genauer (eigentlich): Projektion. Sowas liegt zumeist weit daneben. Es ist alles halt eine Frage der Perspektive. Man befrage etwa den – renommierten! – Zukunftsforscher Horx, der kennt sich da aus.

boah!

Prinzessin Eugenie veröffentlicht ungesehenes Hochzeits-Foto
kurier.at

Da sieht man wieder, wie weltfremd diese Royals sind. Ich würde nie nie nie ein Bild veröffentlichen, das ich mir nicht zuvor angeschaut habe. Gar von meiner Hochzeit.

Ein Bild ungesehen zu machen, auch das geht nicht, nicht einmal (und schon gar nicht) für Royals (die ja dafür von der Gesellschaft ausgehalten werden; also fürs gesehen werden).

Was muss wohl alles noch geschehen?

Untergeher

Unteroffizier ging in SS-Uniform spazieren – kein Entlassungsgrund
kurier.at

Das ist recht und richtig so. Keiner (m/d/w) kann heutzutage mehr aus der SS entlassen werden. Nicht einmal in Ehren. Im übrigen hat kein Land seine Vergangenheit so bewältigt alswie Österreich, und das meine ich genau so wie ich es sage!

Sicherheitswarnung

Schlagernacht des Jahres
gefährliche Drohung, Wiener Stadthalle

Es wird dringend geraten, das Gebiet um die Wiener Stadthalle bis auf weiteres großräumig zu meiden. Es kann für nichts garantiert werden, das aber garantiert.

(Die Dringlichkeit der Situation bedingt, dass, entgegen den sonstigen – wohlbegründeten! – Usancen hierblogs, ein Beitrag mit tagesaktueller Relevanz geschaltet wird, ja: werden muss.)

isoliert

Viele Glashausbetreiber stoppen über Winter Produktion
orfon

Das ist bitte widersinnig. Und, es ist warnend zu betonen: gefährlich. Weil was machen die Glashausbetreiber innen dann – weit und breit keine Paprika, Paradeiser oder Karotten zum beim Wachsen zusehen, dementsprechend fad ist ihnen, der Blick passiv dem Glashausboden zugewandt1 –, auf welche (trübe?, dumme?) Gedanken kommen sie, wenn sie in ihren Glashäusern sitzen?!

Im Sommer brauchen wir gar keine Glashäuser, und mittlerweile sind sie ja schon recht stabil und bruchfest gebaut.

Haltung

Der neue Rektor meinte, er sei »froh, dass es nicht zu einem Nachteil geworden ist, dass ich früher im Politikumfeld tätig war«.

In einer Seilschaft hängst du mit deinen Kameraden zusammen am gleichen Seil, und wird gemeinsam gezogen, dann idealerweise in die gleiche Richtung. Spieße indes sind indertat einzigundallein zum Umdrehen da. In der eben eröffneten Wunde.

eingänglich

Grazer Marathon geht über die Bühne
orfon

Bei dieser wahlsonntäglichen Meldung wären unterschiedliche Ungereimtheiten zu benennen und, so möglich, aufzuklären. Erstens gehen Marathons nicht, sie werden gelaufen. Zweitens nicht über eine Bühne, sondern, allerhöchstens, an Tribünen vorbei, auf ihnen die wichtigsten Ehrengäste und wohlmeinende Honoratioren, Vertreter der löblichen Sponsoren und, extra, die Sportjournalisten, wobei sich manche auch unters Fanvolk mischen und im Zielbereich die eben hereintorkelnden Spitzenläufer und -innen der jeweiligen Kategorien mit ihrem Mikrophon und immer öfter auch mit der Kamera in Empfang nehmen. Einen Marathon einmal über eine Bühne gehen zu lassen, diese Vorstellung birgt poetisches Potential, sagen wir auf der weltberühmten Grazer Oper, die Drehbühne, und das Peloton ginge, bedächtig (quasi peripatetico) entgegen der Drehrichtung die exakt 42,195 Kilometer, der Zieleingang wird vom Oberinspizienten aufs peinlichste überwacht und protokolliert, und mit einemmal steht alles vor Begeisterung, don’t move, Photooo!

nicht ohne

Mitglieder und Mitgliederinnen
Radio Österreich 1, Ambiente 

Wo beginnt, bei allem – damit wir sich verstehen: begrüßenswerten! – Inklusionierungswillen, bizarre Überkorrektheit? Tausendprozentig in einem Beitrag über Curiosa Helvetiæ: Wätterschmöcker. Das ist ein Grüppchen wackerer älterer Männer, und strukturell sind sie im Katholischen Meteorologen-Verein Innerschwyz verankert, gottlob katholisch also dieser innerschwyzer Wettergott; hierzulande würden sie sich wohl ›Verein der Freunde der Wettererriecher‹ oder so ähnlich nennen.

Sämtliche Wätterschmöcker halten sich am liebsten – Ehrensache! – draußen auf; nur manchmal trifft man sie innendrinnen an, am ehesten bei den Vereinsversammlungen, bei denen, zweimal im Jahr, öffentlich all die zweifellos zutreffenden Wettervorhersagen getroffen werden. Und Vorhersaginnen.

nose to tail

Hundeauslaufzone
topographische Widmungsfläche

Er will nur spielen
Aussagesatz

Nutztiere pflegt man nach dem Schlachten vermittelst eines durch die Hinterläufe gezogenen Stahlseils kopfunter aufzuhängen, bis sie ausgeblutet (›ausgelaufen‹) sind. Dann erst kann mit ihrer weiteren Verarbeitung begonnen werden. Aus den für Menschen unserer Breiten heutzutage weniger verwertbaren Teilen wird Tierfutter produziert.

Wie definiert man, hierzulande, den Begriff ›Nutztier‹?

Mit seinem Essen spielt man nicht.

justieren

Obwohl viele Thailänderinnen und Thailänder Waffen besitzen, kommt es in dem Land eher selten zu schwerwiegenden Taten mit Schusswaffen. 2020 tötete ein Soldat bei einem Amoklauf mindestens 29 Menschen und verletzte 57. Auslöser für die Tat war ein fehlgeschlagenes Immobiliengeschäft.
orfon

Wir müssen, im Jahre 2022, den Begriff (die Begrifflichkeit) von ›selten‹ præcise definieren.

Das Wort Amok stammt aus dem Malaiischen, eine der am meisten gesprochenen Sprachen der Welt. In Thailand wird sie halt nur im Norden verwendet.

Dunkelsteine

Neuheit: Österreichisches Start-up verkauft Milch aus Marillenkernen
kurier.at

Xanadu liegt uns in Märchenferne
Franz Xaver kackt Marillenkerne

H. C. Artmann: Morgen- und auch Abendlandel / Ich im ABC verbandel (Bst. X)

Wann ist es soweit, wann kacken Kühe Marillen? (In Deutschland: Aprikosen.) Wo? Ist die Wachau Xanadu? Maria Langegg?

Wallungen

Nach Schach: Schummelvorwürfe erschüttern auch Anglerwelt
orfon 

Aber Fische mit Blei im Magen gehen doch unter! Ich versteh’s nicht. Wasser ist für die Fische wie Luft für die Vögel. Oder hat einer einen Meeressäuger (m/d/w) untergeschoben? Das wäre, nicht nur luftmäßig, was völlig anderes.

feste

St. Pölten trifft in CL auf deutsches Pendant
orfon 

Paris des Ostens
Kopenhagen der Walachei

Rejkjavik Usbekistans
Salzburg Kolumbiens
Äquator des Saarlands
(…)

geographische Epitheta

Jetzt, wie?!, in Deutschland haben sie auch sowas wie ein St. Pölten? Wirbt die unzweifelhaft glückliche Stadt aber eh auch feste damit?

bedingungslos

3.10.1997 – 5.5.2000
Lebensspanne (Cumulina)

Zweieinhalb Jahre habe die allererste geklonte Maus, wohl unter für sie idealen Laborbedingungen (zu hundert Prozent katzenfrei, weitere Vergünstigungen wie fallenloser Käse & Speck), ihr Dasein fristen können, was gut 95 Menschenjahren entspräche. So alt wird nur, wer sich von störenden Umwelteinflüssen weitgehend freihalten kann, gesunde Ernährung, insgesamt Zufriedenheit tragen wohl das ihrige dazu bei. 

Die Welt ist ein einziges Laboratorium, aber grosso modo ohne die entsprechenden Bedingungen: Cumulina, du hattest’s gut! (Gut tausend Jahre ist’s her.)

Nachaussage

Warum die Wahlen nun doch nicht so ausgegangen seien wie vorausgesagt, fragt der Moderator vom Studio in Wien aus in Richtung Brasilien. Kurzes Elektronenwarten, ein Viertel des Erdkugel wird von da nach dort (und zurück) durchjagt, dazu cerebrale Abwägungsverzögerungen. Dann, die trockene Antwort des Korrespondenten, etwas langsam für den kurzen Satz über den Atlantik: »Naja, weil die Umfragen falsch waren.«

Ein Sportreporter hätte da mehr herausgeholt. 

Politik kann halt manchmal doch auch sehr einfach sein. Leider aber, wir wissen es nur allzu gut, ist es komplizierter, meistens sogar viel komplizierter, bis hin zur heillosesten Verworrenheit. 

Gespannt erwarten wir die Stichwahl. Ein klares Ergebnis wird vorausgesagt.

Grillen

FIND
BOOK

EAT
REPEAT
kryptische Werbebotschaft

Essen ist Nahrung für die Seele
(möglicherweise etwas missglücktes) Graffito

Grießkoch
Mahlzeit (kein Beruf)

Kochbananen
subtropisch-tropisches Grundnahrungsmittel (kein Imperativ)

Ist es also so weit gekommen, dass man nicht mehr davon ausgehen kann, dass die Menschen wissen, was die korrekte Anwendungsweise von Büchern ist.

Natürlich sind uns Bücher Nahrung, wir leben nicht nur vom Brot allein, jaja. Dass der Begriff Kochbuch jedoch offenbar für viele einer weiter gefassten Ausdeutung bedarf, war bislang nicht für möglich zu halten. Glauben die, dass so eines, in Packpapier eingepackt, Blätterteig aus Backpapier unter seinem Umschlag birgt?

Grillen, das; und (nicht von Buchmachern gemachte, die machen sowas auch nicht) Bücher aufzutischen ist eine bedeutsamere Kulturleistung als Tische zu buchen.