daran dran

Das ist ja immer die Frage, woran man (eben, gerade) dran sei. Ganz so leicht kann das zumeist jedoch nicht gesagt werden. Trotzdem will ich hier von Zeit zu Zeit einen halbwegs aktuellen Werkstattbericht abgeben.1

woran ich jetzt arbeite / daran arbeite ich jetzt / beantworte ich unausgesetzt / die frage eines jeden // ich beantworte unausgesetzt / die frage eines jeden / woran ich jetzt arbeite. / daran arbeite ich jetzt
Ernst Jandl, 23.6.1973

Irgendwas köchelt immer, und manchmal brodelt’s richtiggehend.


Mit der Erfindung der auf ewig2 angelegten Reihe SONNENSTAND ist mir gelungen (ein Großes Wort!), mich freizustrampeln von einer Kategorie Veranstalter, die künstlerisch angemessene Auftrittssituationen verheißen, einen aber doch nur als Faktotum einsetzen wollen3: Ich habe mich nun generell purer (puristischer) aufgestellt, weil alles andere geht zu Lasten von dem, was ich mit meinem epischen Spiel zu vermitteln in der Lage bin, und das will Tiefe, nicht Effekt, geht nach Innen, verängstigt beglückend, unbenennbar, da wesentlich.

Vielleicht ist Ihnen ja ein inspirativer Raum und eine geeignete Gelegenheit, einen solchen zu bespielen, geläufig. Weil ich kann Raum. 

Woll’n wir da einmal drüber reden? – Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren!

21. Dezember 2025, Wien, Jesuitenkirche. Das Bild hat Klaus Fritsch gemacht.

• Posaunespielen. Üben auch. Aber das Üben sei eben ein Spiel, Spielen.
Außermusikalische Vorstudien für anstehende Projekte.4
• Konzeption und Komposition für Allerlei. (Unvager geht’s nicht.)
• Lesen: Sommerlich reisebedingt und fast zu Entspannung nach Jahren gegenwärtig Thomas Mann5. Beeindruckende und teilweise zu Herzen gehende Lektüre heuer: Dimitré Dinevs Zeit der Mutigen; der längst überfällge Švejk – was für eine Wucht in diesem Epochenbuch steckt (in eine Reihe mit Don Quichote, Albert Vigoleis Thelens Die Insel des zweiten Gesichts oder Moby Dick zu stellen); aktuelles von Xaver Bayer und Birgit Birnbauer; zwischendurch Hildesheimers skurrile Fingerübung Paradies der falschen Vögel; nach (Krieg und Welt) das neue Opus Magnum von Peter Waterhouse, Z Ypsilon X; ich habe es, was für ein Privileg, von ihm persönlich erhalten; dazu sowieso immer wieder Jonke und Jandl. Und Stifter, ja genau, Stifter, auch als Hintergrundfolie für mein Projekt »sanftig«, das sich bei Wien Modern ’26 ereignen wird.
• Akquise, täglich Brot: Organisatorische Arbeiten, knallharte Verhandlungen (…) sind die träge tragende Hintergrundmelodie jedweder freiberuflichen Tätigkeit, so auch der meinigen. Mühsam, aber so ist es nun mal.
Ausformulieren eines Konzepts für Mikroführungen6 im Stephansdom. Uns7 schwebt sowas wie ein erläuternder Gang auf den Spuren meiner aus|cul|ta|tio|nes vor, ehklar mit meiner Posaune. [Das steht schon länger da, es wird aber gaanz sicher bald was! (Muss ja nur noch ausformuliert werden.)]

Klaus Fritsch sieht (nicht nur) Bertl Mütter (der ihn nicht anschaut) im Stephansdom

• Transkription jener Dialoge, die ich beim Anhören der aus|cul|ta|tio|nes mit mir lieben Menschen (Bodo Hell ist/war einer davon) geführt habe.8
• Begleitung meiner alten Mutter bei ihren letzten, in zunehmend kleineren Radien zu ziehenden Runden; sie ist nun gut im Betreuten Wohnen angekommen, ein großes Glück.
• Eigenverantwortung,
will heißen: Selber gesund bleiben. Eine konsekutive Zählung meiner gelebten Jahre ergibt, dass vorne nun bereits ein Sechser steht. Ist so. Allein das sagt mir, dass es selbst bei mir nicht mehr ewig weitergehen kann; und es unterstreicht die Verantwortung, die ich meinen Talenten gegenüber habe, weshalb ich sie zielgerichteter einsetzen – und wohl etwas öfter NEIN sagen werde müssen; dafür umso herzlicher JA, wenn’s passt.
• (…)


Generell gilt (womöglich nicht nur für mich):

Ich sehe jeden Tag an mir selbst, wie das ist, mehr Dinge wesentlich schlechter zu können als gut.
Saša Stanišić

Es liegt an uns, daraus an Herzensfröhlichkeit zu gewinnen.

  1. Die größeren Züge – meine öffentlichen Aktivitäten finden Sie stets tagesaktuell in den Agenda.
  2. Es gibt zwei Szenarien fürs Ende: Entweder es versagen die Gestirne oder ich kann nicht mehr; derweil ist keine Tendenz noch zu erkennen.
  3. Etwa: »Wenn du am Bauernmarkt spielst, darfst du auch einmal ein richtiges Konzert geben.«
  4. (… nicht nur solo, und auch Wien Modern ’26 kommt!)
  5. Buddenbrooks ist Lübeck
  6. max. 12 Personen!
  7. Mit im Boot: Archivar Reinhard H. Gruber und Hana Gandhe, dieser sonderlich beseelte Mesner, der dir jeden Stein im Dom lebendigerzählen kann.
  8. Die klassische Aufgabe zur virtuosesten Prokrastination.