Agenda

Zu Tuendes: Von was womöglich wird bis wie’s wirklich war. Öffentlich: Herbei!


Freitag, 18. September 2026, 19:30 Uhr

Sankt Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu
Cerkev Šentpeter / Filialkircherl Sankt Peter
Konc/zert: BLICK DURCH / POGLED SKOZI
Bertl Mütter, Trombonaut

Bertl Mütter spielt Posaune. Damit ist alles und nichts gesagt. Denn sein Spiel ist so anders und zugleich heimlich-vertraut, völlig unspektakulär (meint zumindest er) – und zu Herzen gehend. Ein redendes, beredtes Erkunden dessen, was ist.
Wenn er unterwegs ist, sucht sich Bertl Mütter geeignete Räume zum Üben. Einmal ist er durchs Rosental gefahren, hat in St. Jakob Halt gemacht, dort zufällig seinen Studienkollegen Gerd Kenda getroffen, und der hat ihn zu uns nach Šentpeter geschickt: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Mittlerweile ist ihm unser Kircherl zu einem vertrauten Raum der Inspiration geworden.
Jetzt ist es aber wirklich Zeit, mehr Menschen Anteil daran haben zu lassen.
Lasset uns hören.
Ankündigungsprosa

Die Musikengerln überm Eingang vom Kircherl in Šentpeter


Ursprünglich – da sich das mit der nicht so ganz stillgelegten Bahnstrecke und dem Tunnel und dass es kalt sein könnte (…) nicht ganz ausdergangen ist, gehen wir ins Kircherl von Šentpeter, einem meiner Herzensräume – ursprünglich oiso warats bitte so quen:

Lessachtunnel: Eine 111 Meter lange Röhre lässt noch keinen Tunnelblick aufkommen

Vom Nordportal kommend, erfasst das Auge nach einer leichten Rechtskrümmung bald das berühmte Licht am Ende, welches sich aber – so weit ist es noch nicht! – in Wald, Gebirge und, Näheres konkretisiert sich, in der alten Eisenbahnbrücke auflöst. Wohl könnte ein Gefühl der Erhabenheit aufkommen, da wir aber auf einer (stillgelegten) Nebenbahnstrecke sind, hat alles hier sein humanes Maß, das mehr zum Staunen als zum in Anbetracht der Karawanken Wanken einlädt. Bertl Mütter mit seiner Posaune erkundet die Tiefen dieser Räume im Schneckentempo, horcht ihnen in beredt mehrsprachigem Spiel ihre Geschichten ab, die so anders sind als sie sich vorstellen lassen: Tunnelblick kann, mit herzoffenen Ohren, Weitung bedeuten.
Ankündigungsprosa (veraltet)

Claimer: Naturgemäß werden die hundertelf Meter Tunnelerfahrung ins Kircherl von Šentpeter – quasi binnenakustisch – mitgenommen.

Die lieben Leute vom Kulturverein Rož trauen sich was. Jahrzehntelang schon.

Und jetzt schon wieder.

Sonntag, 20. September 2026, 11:15 Uhr

Neuberg an der Mürz, Münster, Dachstuhl
Klangintervention im Rahmen der
Neuberger Gespräche

Wenn mich Ernst Kovacic ruft, ist das zunächst eine große Freude und Ehre, und Widerspruch wäre ohne gewichtige Gründe ohnehin zwecklos (und warum denn auch?). … bitte da bin ich nur ein Teil von, also ummbedingt wegen dem Gesamtprogramm kommen!

Mittwoch, 23. September 2026, 20:00 Uhr

Sonnensteher, 4. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

S O N N E N S T A N D  [I-4]
Wien,
Wotrubakirche am Georgenberg
Hermann Glettler (Bischof): »Innenbegehung einer Skulptur«
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super FALLEN

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Die Wotrubakirche, offiziell Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, ist eine römisch-katholische Kirche aus 152 Betonblöcken am Georgenberg im Südwesten Wiens. Sie wurde von August 1974 bis Oktober 1976 nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr erbaut und ist eine Rektoratskirche der Pfarre Mauer.
wikipedia

wikimedia.org | C.Stadler/Bwag

Als Kind stellte ich mir eine Zeit lang vor, dass Häuser musizieren können.
Saša Stanišić

Der SONNENSTAND wandert ins vierte Viertel: Immer zum astronomischen Anfang einer Jahreszeit erkundet Bertl Mütter einen inspirierenden Raum mit seinem epischen Posaunenspiel. Einleitend erzählen ihm nahe Menschen assoziativ Erhellendes. Im März hat Margret Wohlfahrt die Otto Wagner Kirche als Patientenkirche vorgestellt, im Juni (Universitätssternwarte) Franz Kerschbaum über Wendezeiten protuberiert. Zum herbstlichen Äquinoktium nun, am südwestlichen Rand von Wien, in der (heuer fünfzig Jahre bestehenden) Wotrubakirche, lädt Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck (er ist auch Kunsthistoriker – und als Künstler mit Bertl Mütter seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden), zur »Innenbegehung einer Skulptur«, deren oftmals als Bauklötze bezeichneten Quader in einem merkwürdigen Gleichgewicht von Schweben und Fallen zu verharren scheinen, eigentlich ein bedrohlicher Zustand, der letztlich doch eine erstaunliche Geborgenheit vermittelt. Wie (und ob) sich diese Spannung musikalisch abbildet, werden wir hören.

wikimedia.org | C.Stadler/Bwag

»Mein freifliegendes Spiel erwächst aus einem musikalischen Nukleus. Von ihm aus hebe ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes ab, in die Tiefe, nach Innen, unbenennbar, weil wesentlich: Pointenlos pures Sein im Klang, Hingabe.«

Eintritt freiwillig.
Spenden für den Musiker werden  g r o ß z ü g i g  angenommen. Und hernach gehen wir zum Heurigen.

Montag, 26. Oktober 2026, 17:00 Uhr

Steyr, ORKA
trombohuwabone. Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter
Patriotische Sonderausgabe zum Nationalfeiertag

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vaterland sein kunst
deutsch sprach und österreich vaterland sein kunst —
— österreich sein ein kunstland
vaterkunstland —
— kunstvaterland… 

ernst jandl, aus: die humanisten

Wien, Stephansdom, Pummerin, 15.11.2022 © Klaus Fritsch

Ernst ist es und trombonisch und tohuwabohisch; ist das doch (Gen 1,2) der Urzustand von Allem auf der Erde, meist übersetzt mit wüst und wirr (Luther sagt leer statt wirr). Und ganz ernst sieht Gott zu.

kennen Sie mich herren? –  Irgendeiner (oder -zwei) hört immer ganz ernst zu.

Mütter führt Jandls Texte ihrem ureigenen Verwendungszweck zu – mit Inbrunst vorgetragen zu werden. (…) Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!
Lukas Meschik

Dreh’n Sie sich nicht um! Irgendeiner sieht immer ganz ernst zu.

Es ist nämlich bitte so: Heuer zu Pfingsten durfte ich bei den Literaturtagen im Dunklhof erstmals auch in Steyr jandln. Das hat eine derart begeisterte Zustimmung erfahren, dass sich manche meinem Gejandl noch einmal aussetzen wollen, haben sie verlautet; andere wiederum, die nicht dabei waren, wünschen sich eine zweite Chance. Solln sie haben, und dieses Mal, zur Freude aller Patrioten, mit einem ebensolchen Schwerpunkt. Welcher Tag aber böte sich dafür besser an alswie der Tag der Fahne?

auch hitler war österreicher
nicht nur christus
ernst jandl

https://muetter.at/wp-content/uploads/diashow161.jpg


Eintritt freiwillig. Spenden werden großzügig angenommen.

Freitag, 6. November 2026, 14:00 Uhr

Wien, Karmeliterkirche

Wien Modern 2026

Informationen kommen ab 8. September 2026. Das ist früh genug.


Weitere Termine
Samstag, 7. November 2026, 15:00 Uhr
Sonntag, 8. November 2026, 14:00 Uhr

Freitag, 13. November 2026, 19:30 Uhr

Wien, Franziskanerkirche
Festival Quintessenz
»Improvisation à trois«
Johannes Ebenbauer, Orgel
Jeremy Joseph,
Orgel
Bertl Mütter, Posaune

Quintessenz setzt im letzten Konzert am 13. November mit »Improvisation à trois« wiederum ganz auf Improvisation. Die Interpreten: Bertl Mütter ist als Soloposaunist bewährter Gast bei Quintessenz, Jeremy Joseph und Hausherr und Initiator des Festivals, Johannes Ebenbauer, spielen an beiden Orgeln. Bertl Mütter, ist unkonventioneller Allrounder als Solist, Kammermusiker, Komponist, Autor und Lehrender. Jeremy Joseph, international hochgeschätzter Organist und Cembalist, leitet eine Orgelklasse an der Wiener Musikuni, mdw. Und Johannes Ebenbauer, Professor und Institutsleiter an der mdw, ist ebenfalls als Interpret international unterwegs und als Kustos Hüter der unschätzbaren historischen Wöckherl Orgel. Fliegender Wechsel an den Orgeln, eingefügte Posaunensoli, die unterschiedlichen Stimmungssysteme der beiden Orgeln sowie die Spielfreude der Musiker lassen einen spannenden Abend erwarten. Prognosen für diesen Schlussabend? Spannende mikrotonale Sounds und sicher weitere Überraschungen.
Ankündigungsprosa

Wir dürfen von einer schönen Tradition sprechen: Bereits zum fünften Mal seit 2021 treffen wir uns zum Improvisieren in der vielgepriesenen Akustik der Franziskanerkirche. Es ist indertat ein Riesenvergnügen, halb versteckt im den Raum teilenden Altarprospekt meine Posaunentöne zum Zusammenklang mit den beiden, (zueinander!) wohlverstimmten Orgeln einzubringen. Der Blick ins Kirchenschiff als Altaranimation inmitten der Putti und goldenen Strahlen, hat seinen eigenen Reiz. Und insbesondere in den Pausen, im den nachgerade idealen Hallverläufen Nachlauschen erweist sich der eigentliche Zauber des Klangs der Franziskanerkirche.

… und was machen Sie sonst so?

Ich kenne meinen Weg so wie der Bach den seinen.
Jules Renard

Es ist immer (wer oder) was im Anflug.

Dorothea Wimmer† hat das 1999 in Lienz aufgenommen.

Neben meinen hiersites dargelegten öffentlichen Aktivitäten1 gibt es, wie es sich für ein Künstlerleben gehört, auch sonst nichts alswie fruchtbare2 Momente, darf ich versichern.

(Gewisse Versprechen gibt man sich selber sogut alswie der Welt.)

Und sonst3 mache ich noch wie nebenher: Diese Website frischhalten (am einfachsten ersichtlich beim täglichen Mütterlog); weltwichtiche künstlerische4 Projekte5 und dafür Vor-, Zu- und Nachbereitungen jedweder Art; tatsächlich wichtige Fürsorge- und Liebesdienste, sowie Akte der Freundschaft, runde und eckige Geburts-, Jahres- und Todestage: Nennt mich6 einen Passagenpassagier.

Und – damit ich’s nicht vergess’7Posauneüben. Das höret bitte nimmer auf!8 Mir ist das Posaunespielen beständiger Quell der Freude, Rückhalt in allen Lebenslagen. Was für ein Glück!9