vorbei

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Samstag, 15. bis Samstag, 22. November 2025

Azoren, Portugal
MUSIC AZORES 25
muet:ter:tuliano

Bertl Mütter, Posaune
Antonino Tertuliano, Kontrabass
»Amidst / Entre«

Samstag, 15. November 2025
Ponta Delgada (São Miguel), Palácio de Sant’ Ana
Einstand bestens gelungen. Standing Ovations an einem unglaublichen Ort.

Montag, 17. November 2025
Calheta de São Jorge 
(São Jorge), Museu Francisco de Lacerda
Beeindruckendes Museumsgebäude, das sich in eine pittoreske Bucht- und Klippenlandschaft schmiegt. Aufmerksames und sich auch zu einer gewissen Fröhlichkeit hinreißen lassendes, montagsbedingt nicht allzusehr mengenmäßig den gut hörbar gelüftenden Vortragssaal nicht gerade überfüllendes Publikum.

Mittwoch, 19. November 2025
Horta 
(Faial), Igreja Matriz do Santíssimo Salvador
Äußerst gastfreundliche Aufnahme durch Padre António in der nicht nur akustisch beeindruckenden Hauptkirche von Horta. Am Schluss sind die Menschen, die trotz der gelinde gesagt suboptimal erfolgten Publikumsrequirierung zu uns gefunden hatten, aufgestanden: lang anhaltender, wärmespendender Applaus.

Freitag, 21. November 2025
Lajes do Pico
(Pico), Auditório do Museu dos Baleeiros
Rückkehr – zuletzt war ich 2017 mit Florian Berner hier – an einen emblematischen Ort und Vortragsraum, der im Konzert grandios gut klingt. Akustische Interaktion mit kindlichem (innen) und caninem (außen) Publikum. Völlig anders sich entwickelndes, uns selbst am allermeisten überraschendes Programm – wir befragen uns und unsere Instrumente stets aufs neue, wie das musikalische Material gerade jetzt von uns gespielt werden will. Auch diesmal spontan sich dankend von den Stühlen erhebendes Publikum: Wir danken zurück.

Samstag, 22. November 2025
Ponta Delgada
(São Miguel), Igreja do Colégio
Gewissermaßen – wenn man so sagen will – der krönende Abschluss. Sakralkunstmuseum in einer profanierten Kirche, idealer Hallverlauf, und einigermaßen gefüllt die Hütte: Was willst du mehr. Ja, und wieder ein beglückend freigebiges Publikum, wieder sind sie am Ende aufgestanden.

Wir wollen hier einen kleinen Exkurs anstellen über die Bereitschaft, sich zum Applaus zu erheben. Eine derartige Kundgebung wird oftmals von weiter oben auf der kunstbetrieblichen Nahrungskette sich befindenden Kollegen als Hinweis auf peinliche Provinzialität gesehen. Ich widerspreche dem, nenne es Freigebigkeit: Man vergibt sich nichts, seine Zustimmung zu zeigen; wie es ja auch in einer ersprießlichen Beziehung beidseitig aufbauend wirkt, wenn man seine gegenseitige Zugeneigtheit immer wieder aufs neue bestärkt, ohne sich dadurch in die Macht des anderen zu begeben, die dieser in der Folge eben nicht toxisch böswillig ausnützt.
Mithin: Was für ein Glück, auf den Azoren spielen zu dürfen!

muet:ter:tuliano, Salzburg, 14.10.2025

»Amidst / Entre« bedeutet soviel wie »inmitten«, aber auch »dazwischen«.
Es kann sich um das Dazwischen einer Begegnung handeln: Jeder kommt aus »seiner« Welt, man bewegt sich aufeinander zu, trifft sich in der Mitte. Für dieses »Inmitten« bedarf es aber immer der Vermittlung durch ermöglichende Orte, Institutionen und, das wichtigste: Menschen. Bei MUSIC AZORES sind diese Bedingungen in beglückendster Weise gegeben, und so freuen wir uns, unser gemeinsames Spiel aufeinander zu, hier, inmitten des Atlantiks zu präsentieren und somit zur sinnlichen Wiederrichtung jenes sagenhaften Kontinents beizutragen, welches das Menschengeschlecht unter dem Namen ATLANTIS wissend erahnt.
Im klassischen Symphonieorchester spielen Kontrabass und Posaune ein je eigene, recht spezielle Rolle. Liefert der Bass das unumstößliche Fundament von Allem, so stabilisiert und definiert die Posaune oftmals mit warmen Tönen die eigentliche Harmonie. Solistisch sind beide eher im Hintergrund, ihr gewaltiges Potential aber ist jederzeit immanent und augenblicklich verfügbar, wenn es etwa darum geht, in dunkel leuchtenden Effekten den Blick ins Chthonische der Unterwelt oder bis hinauf zum Himmel zu weisen.
Im kammermusikalischen Austausch des Duos treten dazu besonders beglückende Koinzidenzen: Die Klangfarben und Frequenzen von Posaune und Kontrabass »mögen« einander, sodass das Ganze mehr (weit mehr) ist als die Summe der gespielten Töne. Darauf aufbauend haben Bertl Mütter und Antonino Tertuliano ein Programm erarbeitet, in dem sie sich von der Gregorianik bis zu experimentellen (stets ausschließlich analog und unverstärkt erzeugten) Klangfolgen mit Flügeln des Gesangs aufschwingen: Eine faszinierende Reise ins Dazwischen, und das ist immer dort, wo wir uns gerade befinden.
Ein weiteres Dazwischen ist der wechselseitig als reizvoll erlebte Abstand einer Generation, von dem jeder auf seine Art profitieren kann, zur beidseitigen Erkenntnisfreude – und der des mit offenen Ohren (und Herzen) lauschenden, interessierten Publikums.
Herzlich Willkommen!
Bertl Mütter & Antonino Tertuliano
Mission Statement, muet:ter:tuliano

Ein paar Erkenntnisse aus der ersten Probe mit Bertl Mütter: Zunächst spielte ich mit wenig Lautstärke und dunklen, aber sauberen Tönen. Bertl antwortete ohne Zögern, warm und unverschämt, seine Töne umhüllten meine, als hätte er die ganze Zeit auf mich gewartet. Wir unterhielten uns in untypischer Harmonie: »Hörst du mich?«, fragte ich mit schwebenden Akkorden. »Ich höre dich«, antwortete er mit Noten, die meine Akkorde auflösten. Wir konkurrierten nicht, sondern lehnten uns aneinander an – der Klang meines Kontrabasses traf auf seine Posaune, mein Schatten umarmte seinen warmen Klang.
Es gab viele Momente während unserer Probe, in denen ich nicht wusste, wo der Klang meines Kontrabasses endete und der der Posaune begann. Gemeinsam schufen wir etwas, das größer war als wir selbst: einen vollen Klang, gemalt nicht in Worten, sondern in Tönen.
Übers gemeinsame Spiel – Wahrnehmungen von Antonino Tertuliano

Als Bonus, zur Musik, hat es besten Fisch gegeben (die Steaks waren auch nicht ohne), dazu die allerbesten Ananas – man genießt sie scheibenweise, zart mit Zimt bestreut; Ceylon-Zimt, damit wir sich verstehn. (In Brasilien, hat mir der liebe Antonino gesteckt, heißen sie abacaxi, die Ananas.)

Donnerstag, 20. November 2025

Radio Österreich 1
Sound Art: Kunst zum Hören
»Vom Eigensinn der Schriftzeichen«
Musik von Bertl Mütter – »Alphabetische Girlanden«

Foto: Lucas Cejpek

Zu seinem 40-Jahr-Jubiläum hat der Sonderzahl Verlag unterschiedlichste Autorinnen und Autoren eingeladen, über einen Buchstaben, eine Zahl oder ein anderes Schriftzeichen zu schreiben.
Lucas Cejpek hat aus den Kurztexten eine Partitur für 3 Stimmen erstellt und beim Jubiläumsfest am 11. 11. 2024 im Semper Depot zur Aufführung gebracht. Bertl Mütter hat 7 Monate später im Studio 2 des Funkhauses »Alphabetische Girlanden«, wie er seine Komposition nennt, über den Mitschnitt gelegt.
Ankündigungsprosa, Radio Österreich 1

Idee, Konzept, Regie: Lucas Cejpek
Mit: Pilar Borower, Sebastian Egger und Katharina Rose
Musik: Bertl Mütter, Posaune
Technik: Lukas Linschinger

Lucas Cejpek und mich verbindet – auch durch seine Lebenspartnerin Margret Kreidl – eine langjährige, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte künstlerische Freundschaft. Nun hatte er sich im blühenden Mai recht kurzfristig an mich gewandt, wir haben einen Studiotermin vereinbart (der 10. Juni war’s) und ich habe gespielt: eine klassische, dichte Radiosession, getragen von großartiger Unterstützung durch den Tonmeister Lukas Linschinger und Susanna Niedermayr, die Producerin der dem legendären Kunstradio nachfolgenden Sendereihe, wo ich denn nun also auch, finalmente, angekommen bin. Das Ergebnis ist ein zauberhaft heterogenes Konglomerat, und, sowas, kurzweilig ist es auch.

Alstern: Einschalten!

Mittwoch, 12. November 2025

Wien, Jesuitenkeller
muet:ter:tuliano: »3.595,14 km ONO«

Bertl Mütter, Posaune & Antonino Tertuliano, Kontrabass
Kick-off-Konzert: »Amidst / Entre«

Den Flyer hat in bewährter Weise Michael Atteneder gestaltet. DANKE!

Vom Jesuitenkeller in der Wiener Innenstadt zum Flughafen Wien-Schwechat sind es 18,8 km. Die Flugentfernung zwischen dem Flughafen Wien (VIE) und jenem von Ponta Delgada (PDL) beträgt ungefähr 3.572,24 km. Vom Aeroporto João Paulo II in Ponta Delgada zu unserem ersten Auftrittsort, dem hochlöblichen Palácio de Sant’Ana, das ist die Residência Oficial do Presidente do Governo Regional dos Açores, sind es 4,1 km. Macht zusammen 3.595,14 km, die wir uns ungefähr ostnordöstlich von unserem zwei Tage nach diesem Kick-off-Konzert anzusteuernden Ziel befinden. Dann aber sind wir wirklich »Amidst / Entre«.

(Das letzte Konzert, was für eine Koinzidenz/Coincidência, haben wir in der Igreja do Colégio zu Ponta Delgada zelebriert, und Colégio besagt allerdings, dass es sich um jenes dos Jesuítas de Ponta Delgada handelt. So hat alles seine stimmige Klammer; wie ja überhaupt das Meiste a posteriori plausibilisiert zu werden pflegt.)

Die genauen Konstitutiva unserer zentralatlantischen Unternehmung finden Sie im dem Zeitraum 15. bis 22. November 2025 gewidmeten Beitrag.


Eintritt frei! Im Anschluss kostenloser Ausschank besten Wimmer-Czernys (quasi AGAPE).


Genauso war’s. Und etliche liebe, teilweise lange nicht getroffene sog. Alten Freunde waren auch da. Großer, positiver Zuspruch.

[Best Kickoff ever.]

Sonntag, 9. November 2025

St. Veit an der Glan, Rathaus
St. Veiter Neue Literatur Tage

Liebesgedichte von Friederike Mayröcker und Ernst Jandl
Lese-Performance mit Frieda Paris und Benedikt Steiner
Improvisationen und Kompositionen von Bertl Mütter
Ankündigungskurzprosa

Zu diesem kleinfeinen Literaturfest eingeladen worden zu sein, empfinde ich als eine große Ehre. So durfte ich inspirierende Beiträge und feine Begegnungen erleben, namentlich mit Drago Jančar, Brigitte Schwens-Harrand und – irgendwann hat es sich ja ergeben müssen – endlich auch mit Monika Helfer, und die beiden Damen erwiesen uns tatsächlich die kollegiale Solidarität, zu unserer Matinee zu kommen. Dieselbe ist denn auch recht gut gelungen – und angekommen.

Ein großes DANKE Ulrich Hagg und seinem Team!

Donnerstag, 6. November 2025

Wien, IG Architektur
Poesiegalerie  2025 – Die jährliche Veranstaltung im November
trombohuwabone.
Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter

Wien, Stephansdom, Pummerin, 15.11.2022 © Klaus Fritsch

Voller Ernst voraus!


Feiner Rahmen, most devoted audience, und das zu derart später Stunde.

Nach einer kurzen Umbaupause (…) beschließt Bertl Mütter den Abend. Sein »trombohuwabone« ist eine »ernste Jandliade«. Udo Kawasser attestiert dem Künstler in der Einführung »Musikalität, Intelligenz und Spielfreude«, und verspricht damit nicht zu viel. In Trenchcoat und Hut tritt Mütter auf, packt übertrieben unbeholfen sein Instrument aus und richtet sich umständlich ein. Die Posaune wird anfangs weniger gespielt als malträtiert, und in des Künstlers Selbstkommentierung gleiten wir nahtlos in die Rezitation von Jandls Gedichten. »Kennen Sie mich, Herren?«, fragt er mehrmals, oder doch »Können Sie mich hören?«
Mütter führt Jandls Texte ihrem ureigenen Verwendungszweck zu – mit Inbrunst vorgetragen zu werden. Der Mantel wird ausgezogen, unter dem weitere Mantelschichten lauern, die ebenfalls abgelegt werden. »Ich haben ein Hut an / Gut Hut«. Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!

Lukas Meschik, Rezipient vom Tag

Danke. Und snächstemal überzieh ich nicht. Überjandln aber werd ich weiterhin.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Matthias Politycki: »Meisenfrei. 99 Gedichte« (Hoffmann und Campe)
Manfred Müller, Moderation

Matthias Politycki lädt mit seinen neuen Gedichten in seine Hamburger Stammkneipe »Meisenfrei« und zu einer Grand Tour, bei der die Kellnerin, der Postbote und die Poesie des Sake, das Alltagsparlando am Tresen und der hohe Ton zu einem unverwechselbaren Sound zusammenfinden. Da steht eine Verkostungsnotiz neben einem formstrengen Sonett, ein klassisches Kalendergedicht neben einem Psalmlied und einem Objet trouvé aus einer rauschenden Nacht. Die Liebe, der Tod und die vermeintlichen Banalitäten des Alltags, die großen Umbrüche der Gegenwart und die mächtigen Aufreger am Tresen, hier sind sie frank und meisenfrei in Form gebracht.
Verlagsprosa

Weil ich den Matthias am 19. Juni 2025 (Fronleichnam, aber das war nicht der Anlass – ein Doppelsiebziger gemeinsamer Freunde war’s, also nicht einmal anteilig der seinige, den er ja heuer auch begangen hat) in den Wiener Weinbergen (auch downhill) kennengelernt habe und er, nebst anderem, eine ausgepicht kuule Socke ist, habe ich ihm angeboten, dass ich, als kleine freundschaftliche Geste, ein paar Posaunenklänge zu seiner Lesung dazuspiele, was ihn doch einigermaßen gefreut haben dürfte, mithin (außer Programm):

Bertl Mütter, Posaunistische Aperçus

Überhaupt, man kann doch wirklich überhaupt nie wissen, ob etwas einmal zu etwas gut gewesen sein wird, aber darum geht’s bitte nicht, überhaupt nicht.


Genauso wars. Super Sache, kuule Socke.

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Lienz, Museum Schloss Bruck
»Wandeln und Lauschen – Lyrik im Dialog mit Nicäa«
Wandellesung mit
Marco Michalzik, Siljarosa Schletterer und Paul Zinell
Bischof Hermann Glettler, Gastgeber
Bertl Mütter, Posaune

Susi Pop: »Christ in Glory«, nach Graham Sutherland (Ausstellungssujet)

In einer künstlerischen Klausur haben die drei einander recht stimmig ergänzenden Lyriker (gener. m.) Gedichte zur Ausstellung »BLICKE NACH INNEN. Nicäa« verfasst, die an diesem Abend im Zuge einer Wandellesung performativ präsentiert wurden. Ich bin mitgewandelt, als Trombonaut. Ob und welche weiteren womöglich wunderlichen Wandlungen sich eingestellt haben, kann nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, es wird sich weisen. Merke: Zur nachmaligen Bestätigung allfällig aufpoppender Wunder ist es immer hilfreich, wenn von allem Anfang an eine kirchliche Autorität zugegen ist. Da wären wir recht gut vorne mit dabei.


Tagsüber haben Hermann Glettler und ich einen impulsiven Rundgang unternommen, bei dem er mich samt meiner Posaune vor sich her durch die Ausstellung filmend, nunja, getrieben hat; aber eh seehr freundschaftlich.


Dienstag, 7. Oktober 2025
Lienz, Bildungshaus Osttirol

Eins zurück noch, wenn ich schon einmal da war: Am Vorabend hat Hermann Glettler sein gemeinsam mit Abualwafa Mohammed verfasstes Buch »Nicht den Hass, die Liebe wählen« vorgestellt, das »Hoffnung schenkt und Wege zu mehr Menschlichkeit und Dialog aufzeigt«. Die frisch gegründete »Trommelgruppe Osttirol« hat die Veranstaltung ›umrahmt‹, ihr erster Auftritt; ich habe zum Abschluss ein paar Klänge in den Raum geblasen.

Samstag, 27. September 2025

Wien, Jesuitenkirche
Ein Fest für Bodo Hell

Foto: Andrea Nießner 2012

Seit dem 9. August 2024 wird Bodo Hell im Dachsteingebiet vermisst. Nicht nur dort fehlt er aufs schmerzhafteste. Du wirst keinen Menschen finden, der, kommt auf Bodo die Rede, wenn er auch nur die kleinste Berührung mit ihm hatte, nicht ausschließlich Bestes zu ihm assoziierte. Ich darf mich glücklich schätzen, mehrmals mit ihm in persönliche Berührung gekommen zu sein, gemeinsame Zeit, die ich schon beim aktuellen Erleben als eine besonders beglückende, wertvolle, nährende wertschätzen konnte. Was für ein gigantisches, aus einer neugierigen Welt-und-Menschen-Liebe hervorgehendes, unerhört beseeltes Wissen (wisdom & wit) – mit dem er nie auftrumpfen wollte – in diesem Menschen war, von ihm ausging – und weiterstrahlt!

Sie sehen, es fehlen die rechten Worte. Bodo hätte sie gehabt (wenn auch nicht über sichselbst; er hatte keinen Weihrauch nötig).


Alstern, zur Gedenk-Tat; es wird ein unsentimentales, dankbares Gedenken (ein Gedanken) sein:

11:45 Begrüßung vor der Kirche (Dr-Ignaz-Seipel-Platz)

Werner Zangerle, Saxophon
Erwin Rehling, Schlagwerk
Peter Angerer, Schlagwerk
Michael Bruckner, Gitarre

12:00 Festakt in der Jesuitenkirche

Wolfgang Kogert spielt aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach
Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 599
Der Tag, der ist so freudenreich, BWV 605
Christum sollen wir loben schon, BWV 611
Das alte Jahr vergangen ist, BWV 614
Alle Menschen müssen sterben, BWV 643
Dazu Texte von Bodo Hell
Gustav Schörghofer SJ: Zuhause unbekannt
Bertl Mütter (Posaune): Improvisation – irreprehensibilis (?)
Martin Kubaczek: moments musicaux
Bertl Mütter (Posaune): Improvisation – Ruh’ (rau) [nach Schubert nach Goethe]
Peter Gruber: Hirtenspuren. Brief an einen Weggefährten
Wolfgang Kogert (Orgel): György Ligeti, Volumina

Anschließend Brot und Wein im Innenhof der Alten Universität
Friesacher FrauenZimmerMusi: DA SUMMA IS AUS


Große Dankbarkeit, da mitgemacht haben zu dürfen. Da braucht es keine weiteren Worte.

Donnerstag, 25. September 2025

Wien, Stephansdom
Reinhard H. Gruber: »Seien Sie gegrüßt! Gedanken des Steffl«
Buchpräsentation

Stephansdom, 25. September 2025 | © Stephan Schönlaub (Pressefotograf, Erzdiözese Wien)

Gratulation zur durchgehend stimmigen Präsentation bis hin zum erlesenen, sehr sublimen musikalischen Ausklang! (Das war überhaupt eines der absoluten musikalischen Highlights, die ich im Dom je erleben durfte).
Persönliche Nachricht an den Autor (weitergereicht)

Im Zuge der Aufnahmen zu meinen aus|cu|ta|tio|nes (ARBE 15, 2020) durfte ich etliche Leute im, um und um den Dom herum kennenlernen, und tatsächlich hat sich mit einigen eine Freundschaft ergeben. Jetzt hat Reinhard H. Gruber, der Domarchivar, sein neues Buch herausgebracht. Klare Sache, dass ich da dabei war. Gemeinsam mit Domorganist Ernst Wally an der Riesenorgel (auf meinen Wunsch auch das mehr spür- als hörbare mächtige 64”-Register einbindend!) haben wir einen fulminanten Kehraus ins Kirchenschiff geblasen.

Samstag, 2. August 2025

Carinthischer Sommer
Stift Ossiach – Steindorf – Annenheim – Stift Ossiach
Giro d’arte
Wolfgang Bankl, Bass
Bertl Mütter
, Posaune
Claudio Lind
, Schüttelreime
Norbert Pfafflmeyer
, Klavier

Umrunden Sie den Ossiacher See auf dem Fahrrad in einem Giro d’arte gemeinsam mit Kammersänger Wolfgang Bankl und Norbert Pfafflmeyer und erleben Sie an verschiedenen Stationen musikalische Interventionen. Ein Höhepunkt ist der Halt im Domenig Steinhaus in Steindorf, wo Sie das Eliot Quartett mit Dmitri Schostakowitschs Sechstem Streichquartett hören. Zum Abschluss treffen Sie wieder in Ossiach ein. Der Giro d’arte ist Teil des DRUMHERUMHÖREN-Festivals, des Festivals im Festival.
Anschließend gibt es einen gemütlichen Ausklang. Bei schlechtem Wetter gibt es ein alternatives Konzert. 

Ankündigungsprosa

Die Stationen des giro d’arte en detail
(I) Domenig Steinhaus: Eliot Quartett – Schostakowitsch 6. Streichquartett
(II) Annenheim: Claudio Lind & Bertl Mütter – Rüttel perdon Schüttelreime
(III) Ossiach, Alban Berg Saal: Wolfgang Bankl, Bass; Norbert Pfafflmeyer, Klavier; Bertl Mütter, Posaune

Die Zeit ist da
Klingsor (as sung by KS Wolfgang Bankl)

Was für ein Finale! Nach etlichen Jahren künstlerischer Freundschaft machen Wolfgang Bankl und ich endlich auch einmal was gemeinsam, als Spezln: Freun Sie sich auf die Première seiner Komposition »Neuseeland« in der Fassung für Posaune und Bass (Text: Harald Kollegger). Außerdem darf ich Claudio Lind, diesem hochoriginellen First Husband, der, was die wenigsten wissen, ein begnadeter Schüttler vor dem Herrn (welchem Hrn.?) ist, bei seiner skurrilen Passion (nicht nur) trombonautisch assistieren: Höherer Blødsinn kann vorweg nicht ausgeschlossen werden. (Wasimmer das wäre.)


Nun, leider hat es geregnet. So haben wir das Programm ortsfest im Alban-Berg-Saal dargeboten (nicht: abgespult). War etwas lang, weil die Fahrt dazwischen gefehlt hat. Am Schluss waren alle ermattet zufrieden oder zufrieden ermattet.