mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


uaahhh! (3) | em-bulletin (10)

künstl. tiefschlaf.

österreich, kunstvaterland!
ernst jandl, die humanisten

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spanien dank villa vorzeitig im viertelfinale.
orfon, 15.6.2008 (mittags)

wen aber haben die iberer mit dem kauf eines (sicherlich repräsentativen) bungalow (in welcher toplage?) bestochen? und: was nützt es ihnen, vorzeitig dort zu sein, allein spielen ist fad und die warterei alles andere als bequem.

uaahhh! (2) | em-bulletin (9)

wie doch die medizin fortgeschritten ist, es ist zum gähnen: war früher die universelle akuttherapie der aderlass, dann das gute morphium (auch penicilin, tetanusspritze, nicht zu vergessen der gipsfuß, bei den pythons die lobotomie und, bei noch gebildeteren, globuli, als komplementärmethode: bachblüten), so ist es heute, bei jedem leid zu jederzeit, der sog. künstl. tiefschlaf.
sowas das wohl über unsere zeit aussagen mag. und: wo sind die prinzen, die sich durch die rosenhecken kämpfen?

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das ereignis im strafraum überschlägt sich.

uaahhh! (1) | em-bulletin (8)

das paar wurde im ukaha kalwang in künstlichen tiefschlaf versetzt.
ö1 nachrichten, 2.6.2008

als paar? wobei sind die bedauernswerten opfer akut verunfallt?

(zu diesem tragischen ereignis kann nicht gepostet werden.)

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jetzt wieder kontinentweit auf originellen pissoirs: das lulugoal, mit hängendem

häuslgoal, wie gesagt

ball, für den mann mit spieltrieb in der pause.

und am damenklo?

plusminus | em-bulletin (7)

liebe hat zwei varianten
werbebotschaft

was sei die andere?, frug er sich und kratzte sich an seinen

haarresten am hinterkopf.

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nicht erlösung ist uns geschenkt worden, sondern das, wovon zu erlösen ist. so hält es das land in atem. erlösung (erlösung!) aber gibt es immer und nur im letzten moment, weil mit ihr kann ja nur der letzte moment gekommen sein, dieser blitzstrahl, der verklärt, was er verzehrt, zerstören muss, in der nachspielzeit zumal.
dass man aber einem einseins erlösungsmacht zuschreibt, ist auch schon wieder sehr österreichisch, letztlich ist die lage hoffnungslos, aber nicht ernst, reziprok zur deutschen lage, und auch das hatten wir schon einmal, mehrmals.
und am montag haben wir, originalzitat ausm fernsehen, ein echtes endspiel, was für ein glück durchströmt das land. es wird, letztlich und sooderso, erlösend sein.
aaaah.

zeitreisende | em-bulletin (6)

gegenüber in der s-bahn, die junge dame, sie sitzt da wie eine alte ägypterin, sehr aufrecht, sehr symmetrisch hat sie ihre hände um die handtaschenecken am schoß gewinkelt, eine strenge, nicht unsympathische brille, dazu sandalen und keinerlei erkennbare mimik. verstohlen spähe ich hinüber, ob ihre körperachsen auch klassisch mehrmals um neunzig grad verdreht sind: ja.
als tuut-anch, tuut-anch das telephon geht, spricht sie feines wienerisch, aber ganz deutlich (zugleich, das geht!) geschliffenstes hieroglyphisch.

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wenn aber alle menschen so standfest wären wie manche fußballspieler, die ganze kärntnerstraße würde sich permanent am asphalt (und über die unnedichen musikererinnerungsplatten) wälzen. obwohl, fußballer heißt der kurzzeitberuf ja kurz gesagt, und probieren doch einmal sie, ihre füße zu ballen, wie das die faustballer mit ihren händen machen (österreicher, typischerweise: im hosensack), ohne, dass es sie schmeißt, ich meine, zweimal fünfundvierzig minuten, sind ja letztlich alles zerschnürte chinesinnen, und so betrachtet steht, geht und läuft es eigentlich eh einigermaßen.

umfahren | em-bulletin (5)

der tautologische kreisverkehr in schwechat: viermal in der mitte rechtswärts weisend: umleitung.

na was denn sonst?

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statt public viewing public fewing. die österreicher, nepperfahren, wie sie sind, meiden die offiziellen anhängerreservate, bittenichtfüttern. sind ja nur für trelleborger, dubrovniks, den iwan undsoweitrige deppen.
schon klagen die neppwirtn, die ja nie nicht neppen wollten, aber von der bösen eu zum neppen gezwungen wurden: keine neppwilligen an den net billigen standln, die keiner braucht, nicht einmal in glücklichen stunden.
da haben wirs, genau, die eu! ist schuld, lässt sich trefflich agitieren in österreich, gar im südlichen jammerstädtchen, klagenfurt, so ein namensgeschenk, und denen in brüssel zeigen wirs nämlich: wie es ausschaut wird österreich zumindest im fußball den austritt aus der eu (unter protest!) vollziehen können, warte nur, balde, und jetzt erst recht verstehen wir, warum sich österreich, mit allergrößter begeisterung der freistaat kärnten, um die öro beworben hat, es handelt sich um einen protesttestballon fürs auseuropaaustreten, ich schlage vor, sich nächstens beim ozeaniencup einzutragen, dies nebenbei, insel der seeigeln hat einmal ein papst selig gesagt, wobei er missverstanden wurde.

umworben | em-bulletin (4)

jetzt wieder flächendeckend auf stromkästen und oberleitungsmasten in wien: das plakatierenverbotenplakat, dezent in warmem grau-weiß.
plakatieren verboten, vielversprechender ensemble- oder projektname in diesen zeiten oder nicht.

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fanzonen laufen sich nur langsam warm, dichten die cheftexter von orfonline, und eines kann man schon jetzt, nach der ersten runde, mit sicherheit sagen, nämlich, dass es ein segen ist, dass, obzwar keine englischsprachige mannschaft (auch malta nicht!) mitspielt, die europermeisterschaft froh sein kann, dass zumindest den schön englitsch sprach mitmacht, um es, ernst jandl entliehen, zu verdeutlichen. nämlich in den fächergebieten würde ansonsten statt des schnittigen public viewing ernüchterndes öffentlich schauen geboten, undaber da sind wir seit eh und je sieger, wödmasta, zugeschaut wird im schönen land, wo seit jeher die sich einmischende zivilcourage schon allein deshalb nicht besonders ausgeprägt ist, weil so wenige menschen französisch gelernt haben (was wäre das auch, bürgermut?), und wegen eines unentschieden gegen rumänien (chacun joue son jeu, hat ihr trainer gesagt, eben, da hammas) werden wir unsere volkshochschulen auch nicht gerade stürmen; am rasen wird dieweil beherzt geschaut, schaun wir einmal, dann werden wir schon sehen, wer das nachsehen hat.
für die lauwarmen anhängerbereiche aber schlage ich vor, weil der wiener will ja für alles spezielle, ihm in der folge ans herz wachsende namen hergeben (ulf für die flachstraßenbahn – in den 50ern hätten sie sie wohl, nachwirkung tausendjährigen sprachgebrauchs, flastraba genannt, sackerl fürs gackerl fürs sackerl fürs gackerl, …), sie schlicht und einfach hansi zu nennen, weil nicht nur der kanari und das oachkatzl wird hier so genannt (stadtparkhansi sagt man im schönen, leider fußballfreien graz), sondern auch die neige, wie unsrere deutschen gäste zu sagen pflegen, der durch handwärme von seiner erfrischenden kühle aufgetaute lauwarme rest im bierglas, der lauwarme hansi eben, und was passte besser für sich nicht (oder nur langsam) warmlaufende fanzonen, gar wenn sie jetzt, wie in salzburg, eine glückliche stunde (sie dauert fünfmalsolang wie eine herkömmlich-unglückliche) zur hebung der stimmung und des gefahrlosen plastikbechers aufbieten, prost.

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achja, zweckdienliches: heute, 19.00, in der alten schmiede, wien

(zitiert:) ausgehend von der frage, wieweit das phänomen fußball für die gesellschaft als auch mittelbar für die dichtung relevant ist, unternimmt franzobel eine glossale reise durch die diversen spielfelder und spielkulturen, um alltäglichkeiten zu bedichten, große resultate kleinzureden. wenn fußball so etwas wie ein neues esperanto darstellt, dann müssten sich daraus doch auch universelle referenzen ergeben.
bertl mütter begleitet ihn dabei nicht nur kongenial auf der posaune, sondern unternimmt ähnliches mit fangesängen und hymnen.
gemeinsam performen sie sich in einen vortragsrausch, der sich mit nichts vergleichen lässt.

eintritt frei, allerhand

boschsch | em-bulletin (3)

kartoffelpuffer, die sich mit zusammengekniffenem daumen und zeigefinger freuen, wie gut sie schmecken, schweine in fleischerkluft mit umgebundener serviette, hühner, die sich und uns begeistert blinzelnd den weg zum hühnerparadies weisen: ob die das wirklich wollen?
umgekehrt: wie sähe demnach der menschenhimmel aus? – boschsch, war er sich ganz sicher.

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ich würde schon sagen, dass wir jetzt im spiel drinnen sind, bilanziert herbert prohaska bei seiner ananüse zur halbzeit, es steht 0:1, positiv. positiv auch die bilanz der weiteren sicherheitskräfte, nur 140 verhaftungen in klagenfurt, in wien ist die ganze sache überhaupst gar nicht einmal der rede wert, und vollsuper – man müsste, bei den gestürzten treibstoffpreisen sagen: diesel – ist auch, dass 750 soldaten mithelfen, im sommer haben sie ja zeit und müssen nicht den auslauf der bergiselschanze und gleich darauf die streif präparieren, warum helfen sie eigentlich nicht beim sagen wir: novarock oder beim konzert in schönbrunn oder gar in mörbisch (als operettenhusaren getarnt) mit, da könnte man doch auch mit den die sicherheit erst erzeugenden örofeitern und den black&decker hawks frieden machen oder nicht, und organisieren sie einmal eine kulturveranstaltung, und stellen sie ihre zufriedenheit über die nur 50 verhafteten zur schau, saazesdeppat heißts da, mit unserem geld, so a frecheit, sauerei, abdrehen!
schön, dass beim fußball alles so friedlich ist, wirklich wahr.

dass die deutschen gegen polen entgegen meiner logischen prognose dochnoch 2:0 gewonnen haben, verdanken sie dem beutegermanen podolski, aus italien stammt der ja eher nicht oder. also hatte ich recht.
und, österreich, weiter so, beherzt, moralisch einwandfrei, und kratzen und beißen tun nur die andern, und die sollen bittejanicht so wehleidich sein. ich echt: das beherzt verlieren© prädestiniert uns schon jetzt zum europermeista der herzen (zumindest der vorrundengruppe b), gibts etwas schöneres, ich meine: für uns.

corporate design | em-bulletin (2)

die kopiergefrästen länglichen holzköpfe der eineiigen feinmechaniker mit ihrer nanopräzisionsdrehmaschine, ideal für idente dämpfer aller art, was für ein eindrucksvoller nonverbaler leistungsbeleg, und nächstes jahr kämen sie mit den posaunendämpfern, hofften sie.
er war sich sicher, dass auch die muttermale an der gleichen stelle sitzen würden, und was wäre auch ein posaunendämpfer ohne muttermal? – eben.

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binnen zwei stunden sind am sonntag 400 pkws und zehn busse beim ernst-happel-stadion eingetroffen, erfahren wir im österreichischen anleinleitmedium, was immerhin, moment, ich rechne nach, bedeutet, dass exakt alle 12 minuten ein bus daherkommt (der 35a fährt öfter, selbst sonntags), dazu alle 18 sekunden ein auto, da kannst du recht gemütlich die straße überqueren wenn du brav linksrechts schaust, der eine oder andere schauer kann heute abend nicht ausgeschlossen werden, sorgt der wettersprecher vom radio bereits mittags für volle stadien, in wien alswie in klagenfurt, was letztlich auch das spielfeld bevölkert bleiben ließ, je ein volk pro seite, macht vier am abend, das genügt, danke vielmals, wir melden uns bei ihnen.
und was habe ich gesagt wer gewinnen wird? – eben.

nachfrage: wann und wo wird eigentlich die völkerball-em ausgetragen? (teilnahmeberechtigt sind ausschließlich wurschtfingrige kurzsichtige pykniker.)

adriatisch (cà¡orle nordnord) | em-bulletin (1)

unlängst, nordseitig südwärtsschauend, auf einem balkon vor der s-bahnstation geiselbergstraße, eine hollywoodschaukel, inbegriff luxuriösen lebensstils.
da mario, die pension in cà¡orle, hatte anfang der 70er-jahre keine, das giuliettaromeo, hotel!, wo die salats gewohnt haben (er hat immer tschulettaroma, betonung auf tt, gesagt) hatte für seine gäste drei!
die salat, da war halt er ein angestellter, dafür aber hatten sie, als bürde, ihr wochenendhäusl in steinbach, kalt, feucht und schattig war es da, das hatten sie nämlich davon (womit das aufgelegte da haben sie den s. erfolgreich umschifft werden konnte), mhm (m – hochziehend; hm – niedernickend, durch die nase bei leicht geschürzter oberlippe; vgl. laurel bzw. hardy, wenn der eine beim anderen erfolgreich sein revanchefoul – das abschneiden der krawatte oder den berühmten gestreckten finger ins aug – begangen hat, um seinerseits den anderen gegenwehrlos zu wort = tat kommen zu lassen)!

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da man heutzutage kein ernstzunehmender künstler sein kann, wenn man sich nicht vordringlich mit fußball beschäftigt, mir aber unheimlich viel daran liegt, als solcher zu erscheinen, will ich die nächsten paar tage, so bis zum 29. juni etwa (und möglicherweise in nachwehen ausfransend) seitenblicke, nein, das ist ein etwas zu angeschimmelter begriff, mithin also: draufsichten* am unteren rand des spielfelds (das ist nach dem jeweils regulären mütterlogeintrag), gewissermaßen also ein nachspiel meinen auslassungen anfügen, wenn es mich freut.

*mit 1,90 hatte ich in meiner aktiven zeit immer den rechten überblick, wurde jedoch aufgrund meiner unterentwickelten technisch-konditionellen fertigkeiten stets als letzter oder, wenn der herzigoliver dabei war, als vorletzter gewählt, was ich bis heute nicht verwinden konnte. gut, damals war ich noch keine einsneunzig, aber der lulatsch war jedenfalls, ist das klar?!

heute also beginnt die fußballeuropermeisterschaft. naja gestern, in der schweiz, aber, sammasieahlich, was geht uns bitte die schweiz an, die ist ja nicht einmal bei der eu, will auch nicht dazu, was hätten sie auch davon (außer einer steigerung der auflage für den blick, wenn er wie die krone brüsslbäsching betriebe), und bisher haben ja auch nur eu-mitglieder gewonnen, für die türkei schauts also nicht allzu gut aus. heute abend gewinnt also ganz sicher österreich gegen die rotweißkarierten krowotn, polen gegen deutschland geht wohl unentschieden aus, so einfach ist das, nachzulesen ist es in den noch in irland einer volksabstimmung vorzulegenden einschlägigen verträgen, eine gewisse unsicherheit bedeutet allerdings der umstand, dass diese abstimmung unpraktischerweise nächstes wochenende abgehalten wird, das könnte etwas unruhe in die europermeisterschaft bringen (die iren sind natürlich angefressen, dass sie nicht dabei sind), aber das macht ja den sport so spannend oder nicht. dass die schweiz, die türkei (ex à¦quo), kroatien und russland jeweils gruppenletzte werden, ist jedenfalls vorab klar, in der gruppe c schaut es wohl für den europajüngsten nicht gut aus, tut uns wirklich leid, liebe rumänier.
massiv beunruhigend, und damit sind wir eindeutig bei den österreichern, finde ich allerdings, dass herr angyan für den vormittag des ersten spieltags die philharmonika (unsarre philharmonika!) im musikverein (in unsarrm goldenen saal!) ausgerechnet ein requiem angesetzt hat müssen, immerhin nicht das mozartsche, sondern das von verdi (das mit dem so beruhigenden libera me am schluss, ein fußballerinnengebet, was auch sonst), singen tun aber zwei italienerinnen, ein mexikaner (wohl außer konkurrenz oder als repräsentant für den kontinent, wo der fußballgott wohnt) und ein deutscher, dirigiert wirds vom italiener muti, alles wird in 5.1. dolby surround übertragen (fußball, das wäre 10.1 dual core), so gesehen schauts für italien ziemlich gut aus, was werden die dafür geschmiert haben, da steht sicherlich der kavalier berluskoni dahinter, und so etwas hält allerdings um vieles mehr her alswie der eh nette swiss beach bei der strandbar herrmann, wo der wienfluss in den donaukanal rinselt und wo südosteuropäische fischer neben treibenden toten ratten ihre rute hineinhängen, zumindest die rumänen haben ja eine gewisse chance, bulgarien ist ja leider nicht dabei, sowas auch.
gut, erster von drei bereits vorweg gesicherten spieltagen für uns, und wir, das sind die österreicher, wir werden sehen, dass uns hören und sehen vergeht.
(diesen letzten satz habe ich bewusst sibyllinisch gehalten, damit man mir keine miesmacherei undoder nationalen defätismus vorwerfe. meine grundlegende einstellung zu wer gewinnen soll ist so: ich freue mich mit den siegern, die verlierer tun mir leid und die unentschiedenen sind mir wurscht; am schluss werde ich dem europermeista persönlich gratulieren und es natürlich immer schon gewusst haben, imma wieda.)

wels, innen (3)

und die win win win lokale (eine branche die hier nachgerade floriert), sie werden frequentiert von den loose loose loose typen, die sichersten kreditkunden (sie geben k.), die man sich vorstellen kann und aber nicht will.

wels, innen (2)

den grauen tag nur hell zu seh’n, das sind wir bereit
heinz conrads

so gesehen steht die welser altstadt für alle jene orte, die, würden sie ehrlich hinschauen, in der tat andere sorgen hätten als wellness, flucht ins wohlfühlen samt golfspielen, selbst in meinem radio macht sich diese seuche zunehmend breit, behübschende wellnessmusik für weißscheißer, nicht nur von österreich eins bis zwei.
(…)
es wird schon werden, ich werde meinen unwillen zügeln, werds zumindest versuchen versprochen.
wie sagte schon heinz conrads, pionier des sonntagvormittäglichen wochenblogs: (s.o.)

wels, innen (1)

wels, mit seiner desolaten altstadt.
am rand stehen längst somasedierende konsumzentren, dieweil die alten, gewachsenen häuser in der innenstadt leer stehen und, selbstverständlich das, nach und nach von weniger kaufkräftigen, randständig gehaltenen bevölkerungsschichten belebt werden, das stößt den sauberen alteinheimischen sauer auf, aber unser geschäft machen wir schon mit ihnen, bieten ihnen schlechte kleidung und schlechtes essen in billigen läden an, gut, das zieht auch die zunehmend ärmer werdenden urösterreicher an, wenn man einander auch aus dem weg geht. und in den schoppingzentern sieht man sie eh nicht, ein kopftuchverbot sollte man einführen, heißts am pensionierten kautschtisch vorm fernseher, und vor nicht einmal zwanzig jahren ist man selber sicher nicht ohne kopftiachl auf den wochenmarkt, sagen wir: in der sebekstraße gegangen sind, eine gewachsene kultur das alles, man sollte sich schon anpassen und ändern wern mir uns nimma, wo kämen wir auch hin oder.
wels, symptom für eine flächendeckende versäumpolitik. seit jahrzehnten steckt dieses land den kopf in den sand, und auf einmal schreit alles integration.
die die schreien aber sind alles mehr als integer.

(und seien wir froh, dass die schweizer abstimmung vom letzten wochenende nicht bei uns abgehalten wurde. österreich hätte sich sowas von blamiert.)

verbieten!

die plastikernen fängschuiblüten in den fensterlosen spülkastennischen der toiletten von restaurants, wie sie von beamteten hedonisten mit geheimtippenden adriareiseführern unter der achsel aufgesucht werden: verbieten! und verbitte nehmt das verbot mit in euren achten bezirk, wo die welt so heil ist, weil jeder energieplatz richtig ausgemessen wird, o wie spür ichs auch schon, es scheißt sich halt doch ganz anders, weißer irgendwie.

adriatisch (cà¡orle sud 2)

oja, hinausschwimmen, zumindest bis korfu, was, in eigener sache, einen elegantissime vorwand für eine sagen wir: dreiwöchige mütterlogvakanz gäbe. da es sich aber um einen rein virtuellen schwumm handelt, bleibt alles wie es ist und weiter gehts, bleiben sie dran!

adriatisch (cà¡orle sud 1)

wenn er von hier aus, immer strikt (er würde peinlich genau aufpassen) geradeaus schwömme, er käme geradewegs nach afrika, hatte er sich als kind vorgestellt, in nicht ganz korrekter, etwas zu parallelverschobener einschätzung der apenningeographie. aber die eltern ließen ihn ohnehin nur bis zum salvataggio-schild.
wodurch nichts bewiesen, aber auch nichts widerlegt war.
aber jetzt.

immerwiedersommermütter 2008

liebe mba.

da habe ich im letzten brief von der die gedanken zersetzenden transkription geschrieben (zitat: di e g d nk zer tz d rans pt n), schon nimmt mir das der bildschirm persönlich und antwortet mit sklerotischen anwandlungen, grafikkarte, sagt der techniker aufseufzend, des kost’t. ich werde also, um nicht alle vierteljahre eines neuen geräts zu bedürfen, etwas vorsichtiger formulieren, jedenfalls was die zur produktion meiner auswürfe unerlässliche hartware betrifft. schön vorsichtich also tippe ich diesen brief, auf rohen eiern gehend, wie man sagt, ein, damit kein falsches wort aus der kombination meiner auf die tastatur (sanft, ein zugeständnis) niedergehenden fingerkuppeneindrücke dem graphikkartoffelkäfer oder sonst einem dem laptop innewohnenden demiurgengewürm sauer aufstoße, woran sich dann letztlich wieder der obsthändler in cupertino bereichert, weil, soviel ist sicher, ein neues gerät muss her, und ich muss viele konzerte und kompositionen hervorbringen, das geld dafür eintreiben, dass ich es mir leisten kann, spenden also bitte gerne und jederzeit, in euro und franken (dollar und andere drittwährungen bitte vorher umzutauschen danke).

ansich wollte ich diesmal mit einem über allem stehenden zitat beginnen, aber, wie sie gleich sehen werden, hier passt es sowieso besser:

ich selbst bin ja der überzeugung, dass jene glücklicher sind, die alles unversucht lassen, aber dazu ist es jetzt zu spät, damit muss man früher im leben beginnen.
wolfgang hildesheimer, vergebliche aufzeichnungen (1962)

eben, zu spät.

vor den toren aber das große emmerweder östarejch.
vor den toren, was das bedeuten mag, klosterneuburg, das so schön renovierte klosterneuburg wirbt ja auch damit:

wo sich himmel
und erde begegnen

glaube, wein, kultur
vor den toren wiens

und der zweiten doppelzeile dieses werbespruchs will ich mich näher betrachtend widmen, dieser dreifache imperativ (und k. ist ja unser imperatorisches stift schlechthin), vor den toren wiens zu glauben, zu weinen und (eine weniger gebräuchliche, wohl veraltete form), zu kulturen, ein auftrag (jedenfalls der kulturauftrag), dem ich mich, wie es aussieht, am dritten oktober widmen soll, was rechtzeitig hier näher ausgeführt werden wird, jetztaber ist zuersteinmal der sommer dran, damitdasklarist. und vor den toren wiens, was das wieder heißen mag, ichselbst habe noch kein tor zu wien gesehen, alle abgerissen, kein stubentor, kein schottentor, nicheniche tut uns leid. oderaber, im norwestlichen speckgürtel gelegen undalso mit überdurchschnittlicher schlafintelligenz ausgestattet, überhebt man sich gar hybrisch der wiener, die man die toren nennt, tumbe toren gar? es kann wohl nur so sein. andererseits, die weisen herren im schwarzen gewand, sie sind ja per definitionem (alle, alle!) jedweder hybris enthoben, und selig sind die arm im geiste, weshalb es dann wohl lauten müsste für die toren wiens, was allerdings gerade die toren wiens nicht verstehen würden, werbebotschaft verfehlt, danke, liebe agentur, wir melden uns, weil tor und toren, das sind veraltete begriffe, noa, drottl (stmk, etwa in vorau, augustinisch-chorherrlich wie k.burg: droutl) heißt das bei uns, depp, aber doch nicht tor! es bliebe eine erklärungsvariante, hochaktuell, weshalb ich mich dann gleich zurückzuziehen gedenke (einen rückzieher mache), um nicht während des schreibens unaktuell zu werden, das ablaufdatum zu übersehen, wo doch das einlaufdatum immer näher rückt, gnadenlos, wenn diese etwas unpassende formulierung in diesem zusammenglaubzusammenhang erlaubt ist (sie ist es nicht, glauben sies mir), nämlich, jetzt weiß ich es, man hat, pröpstlich fußballbegeistert vorausahnend, jene tore wiens gemeint, die erst geschossen werden müssen, sagen wir bei der äuro, was täten sie aber nach dem finale, nach den toren wiens? ende der durchsage, und kafka ist ja im juni in k.burg gestorben, aber in kierling, das klingt wie schierling, was für ein heidnischer philosophensapht.
derweil wächst zu wien die angst, sie greift um sich, im merkur bei uns in der krottenbachstraße steht ein blasser bub in sicherheitsunform herum und darf nicht nasenbohren, ein halbes jahr schon passt er auf als wie, wodurch man daran erinnert wird, sich fürchten zu müssen, sehen sie, so einfach kann man sicherheitsbedarf undalso arbeitsplätze erzeugen (merkwürdig, warum sind diese leute stets eindeutig ohne – aktuellen – migrationshintergrund? dabei wären, sagen wir: langbeinige negerianer oder auch sehnige tschotschonen wesentlich besser zum obachtgeben geeignet, weil sie einem bösewicht, der einer alten dame das katzenfutter oder, in seinem bezirk, dem dichand sein butterkipferl entreißen wollen würde, wesentlich schneller hinterherlaufen könnten als zumindest das milchmännchen, das uns die group 4 so einsam, mitleiderregend, ja, auf dem merkur abgesetzt hat.
diese wiener angst© aber, sie gründet wesentlich diffiziler, und sie hat natürlich mit der dräuenden, vor den toren wiens stehenden öro zu tun. zum einen wird eine begeisterung herbeigeschrieben und hysterisiert, wimpel werden in die autofenster gespreizt, alles ist ganz patriotisch (bald schon mal sechzehn, uije), und gleichzeitig wächst der gesunde unwille gegen so viel heiße luft und pappmachà© (das parndorferdesigneroutletkulissendorfentrà©e zum prater symbolisiert es perfekt, danke frau vizebürgermeista laska!), ganz österreich klebt titelt eine für alle sprechende buntzeitung, begeisterung mischt sich mit herzlichen willkommensängsten, weil der wiener ist ja grantig, hat grantig zu sein, der ring gesperrt, kein, schön sprechen, ottakringa, kein, rechthatta, schwechatta, und wien bereitet sich darauf vor, die berühmte wiener gastfreundlichkeit in die welt hinauszuschicken, so eine gelegenheit hat es seit 1938 nicht mehr gegeben (warum hat man den heldenplatz eigentlich nicht wieder zur fanzone gemacht?), die geburtenrate im märz 2009 wird emporschnellen wie der österreichische tormann ins rechte kreuzeck (dieweil die frucht mittig über die linie kullert), wir aber, wir sind die besten gastgeber der welt, man muss schnell (schnell!) so tun, als freue man sich, spielt vor, wie es sich gehört, erklärt den grant (die wesentliche unterart des wr. charms) zum unescoschützenswerten immateriellen erbe der menschheit, nämlich wenn es so weitergeht und alles lacht wie weiland die rösslwirtin oder die christl von der post oder smariandl oder der toni mitsamt der vroni, schlecht schaut es aus um den grant, also sind wir bitte, schön sprechen, freundlich zu unseren gästen, besonders zu jenen aus kroatien und der türkei, total freundlich, kommen sie bald wieder oder bleiben sie gleich da, deutsch können sie ja schon, gelt herr platter und der mister minit kann immer neue schlüsselarbeitskräfte brauchen, alles freut sich, ich wiederhole mich, aber die freude ist halt so übergroß, kollektiv, na de wern schen schaun,

die wiener
wie diener
wie nieder! –
nie wieder,

weshalb es diesmal im textteil auch keine schönen bilder gibt.

service.

aber auch ich
wiederhole mich,
wenn auch nich
t anagrammatisch,
weise auf wesentliches hin, was ich halt außer mütterlogschreiben so tue (täglich, wirklichwahr), gleich morgen am 2. juni bin ich in wels, muetters dichters liebe, am fußball bereichern werde ich mich am 11. in der alten schmiede und am 29. (das finale im porgy & bess, franzobel und mütter, seit eh und je fix qualifiziert, kommentieren live, eine wahrhaftige fußballorgie!), dann kommt auch schon der juli, jazzfest steyr, dann der spielen!-kurs in viktring (ein paar plätze sind noch frei), zweibisdreimal gmunden undundund und besonders hinweisen möchte ich auf den 30. august am toplitzsee, was für ein ort, und näheres finden sie wie immer in der vorschau.

was unlängst untergegangen sein dürfte ist, dass ich eine neue cd herausgebracht habe, eben muetters dichters liebe, sie ist sehr schön geworden wirklich wahr, weshalb ich mich mit einem sechzehnfachen
muetters dichters liebe
von ihnen verabschiede, nicht ohne ihnen einen schönen, erholsamen sommer zu wünschen und kommen sie bald wieder, wir freuen uns schon,

stets herzlichst ihr,

bertl mütter
schlafen sie wohl
schlafen sie wohl.

täglich aber, nachwievor, das muetterlog; es hilft durch den sich verfinsternden alltag.

ps
der nächste mütterbrief kommt am 1. september.

lottokönig

millionen österreicher können nicht irren oder so ähnlich sagt das größte kleinformat des landes regelmäßig, weil warum würde es dann gelesen oder von den in bemerkenswerter häufung in ihrem käuferkreis vorhandenen funktionalen analphabeten (man erinnere sich an die alphabetisierungskampagnen, die ihre karikatur in späteren kottan-folgen unternahm: österreich ist beim a!) angeschaut, mich intressiert ja nur der sport unds gricht, und aufregen wollen wir uns müssen können, oja, der neid auf die, die sichs richten, die sich fette abfertigungen genehmigen und um vier zudrehen oder mit dem klima champagnisieren, und, das ärgste, die gratistickets kriegen, wie gut, dass es das lotto gibt, und auch hier, (zuletzt beim fünffachjackpot etwa vier) millionen österreicher können nicht irren, und da beginnt der irrtum, weil das wesen des lottospiels ist ja der irrtum, sonst würde ja der, der gewinnt schön blöd schauen, vier millionen sechser, so ein betrug auch, gerade jetzt, bald würde man fürs lottospielen bezahlt, damit das volk nicht murre, stellte er sich vor, und er hatte ja auch die richtigen lottozahlen geträumt, samt zusatzzahl, ganz ohne zweifel, aber als er in die trafik gegangen war, war er so eingeschüchtert von den vielen grimmigen profispielern, dass er einen tautologisch schnellen quicktipp (zehnmal sechs zahlen, dazu der sog. joker) abgab, hinter ihm wurde zwar geraunt, aber er war rasch wieder draußen aus der halbwöchentlichen wahlzelle, fiel es ihm auf, österreich, kronzeitungsland, wäre da nicht ein kurzsschluss zu ziehen und das regierungssystem umzustellen, in dem sinn, dass der bundeskanzler stets der aktuelle lottogewinner sei, das kabinett von den fünfern mit zusatzzahl gebildet würde, der joker würde bundespräsident, jawohl, das wäre doch plausibel, außerdem keine korruption, keine intrigen, alle halben wochen eine regierungserklärung, österreichtum flächendeckend, ein paar kleinere justierungen noch und geht schon, millionen österreicher können irren.

nachfrage: was unterschiede einen lotto- vom mythenumrankten rattenkönig?

dumm wie ein held

soweit ein erster vorbericht auf die fußballeuropameisterschaft. oder ists ein nachbericht zu obelix und seine idefix?
jedenfalls, soviel ist sicher: österreich, wir sind ein heldenland, durchunddurch.
und in schladming, sagt die schröcksnadel, könnten sie schon morgen (also heute) mit der schiweltmeisterschaft beginnen.
eine einzige talfahrt, in bestzeit.

i wer narrisch!
(s.o.)

de bello gallico

da kennt man es seit, sagen wir: 35 jahren, davon etwa 28 jahre im besitz gewisser französischkenntnisse, fährt eines milden maiabends völlig erwartungsfrei undalso mit gewissermaßen knochenweißer seele auf seinem fahrrad durch die stadt (was, wie sich schnell zeigen wird, in keinerlei kausalem zusammenhang steht), absichtsfrei wie gesagt, völlig unverkrampft, ganzundgarnicht auf irgendwas (als aufs überleben im stadtverkehr zwischen blinden autos mit wie amerikanische footballgladiatoren hochgezogenen künstlichen schultern) fixiert, da, wie der blitz, trifft sie einen, fast fällt man damaskusgleich vom rad, die erkenntnis, dass man zumindest vier (wenn nicht fünf) mal sieben jahre gelebt hat und nicht darauf gekommen ist, dass das hündchen von obelix (sprachlich wertvoller: obelix‘, möglicherweise auch: obelixens hündchen) nicht nur die manchmal recht sture einbildung seines gewichtigen herrls ist, sondern auch noch, nomen est omen, genau so heißt: idefix, idà©e fixe.

wuff!

verflogen

Eine Hummel (66) im Eiles (2).

… das muss man berichten! (G. J., 62)

Vor Nachahmern wird gewarnt.

unauffällig (2)

wie sich herausgestellt hat, stellt – verdächtige, wie wir nun wissen – unauffälligkeit ein großes bedrohungspotential dar. gewarnt wird vor bewohnern von wüstenroten und siedlervereinserrichteten eigenheimen, das allerhöchste risiko besteht beim modell: fällerhaus, maßstab fünfnull.

jedenfalls aber: vaters christbäume wird heuer und die nächsten jahre wer anderer schlägern müssen. der sohn ist mittlerweile etwas zu sehr aufgefallen.

was immer aber du im schilde führen wollen mögest: bitte auffallen!

unauffällig (1)

wie sich herausgestellt hat, stellt – gefährliche, wie wir nun wissen – unauffälligkeit ein großes bedrohungspotential dar. gewarnt werden bewohner von wüstenroten und siedlervereinserrichteten eigenheimen, das allerhöchste risiko besteht beim modell: fallerhaus, maßstab hanull.

der gefällte vater (v., was für ein gefährliches wort) war ein fleißiger, tüchtiger briefträger und, seit seiner pensionierung, begeisterter christbaumverkäufer. wer mag wohl jetzt seine heurigen christbäume, mit welchem werkzeug, schlägern?
jedenfalls aber also aufgepasst: nua ned ned auffoin.

p2p

kleingeschäftslokalauslagenaushang, wien ottakring:

flohmarkt des katzenhilfswerks

… tauschhhandel, von privat zu privat; wen juckte es nicht, da hinzugehen?

headline (2)

die garage im garten wird zu einem kiosk mit toiletten umgebaut.

neinnein, das schreiben sie nicht über amstetten, sondern über die ehemalige trappvilla in salzburg, dem himmel (oder sagt man himmler?) sei dank.

(ich weiß, das war jetzt platt; wo aber doch die erde immer scheibenförmiger wird odernicht.)

headline (1)

bekannt sensibel textet orfon (auf ein link wird verzichtet) am 14. mai 2008 zur amstettner journaillengoldgrube, diesem sensationsfund des jahrzehnts:

inzestfall: familie lernt sich langsam näher kennen

wie bitte dürfen wir das verstehen müssen?
anders gefragt: haben die das noch not?

immer platter

die welt verscheibt zusehends. österreich ist musterschüler und wird – trotz mächtiger konkurrenz – vermutlich klassenbester.

(brandredenbeginn)

unsere regierung sorgt sich um uns undalso für brot und spiele. besser, man lässt die bürger, die es (neben kampfhunden) offenbar brauchen, ihr in – zu fußballzeiten ohnehin gefährlich dünnwandiges – nationalgefühl genährtes ego mittels fahnderl ans auto zu hängen (bittebitte aber ohne adler, sonst glauben alle, der herr bundespräsident oder der herr landeshauptmann von kärnten kommt im tiefergelegten dreierbeemweh mit spordausbuff daher, erklärt uns die nun doch recht erleichterte und wieder einmal erfolgreich für unser leser gestritten habende kronenzeitung), anstatt ihnen die ausbildung zu einer selbständigen, selbstbewussten lebensführung zu ermöglichen. und 300 polizisten mehr bei einem fußballspiel? – ich bitt‘ sie! sind doch kinder, und wenn sie blöd bleiben, werden sie keine pragmatischeren politiker wählen.

(brandredenende)

das ende will glücklich enden. also schlage ich den beitritt zu italien vor (gültig, solange es herr berluskoni unter den fingern hat). zumindest aber zu padanien.
oja, padania, scheibenland!

… ist gerettet!

bei seinem finalen lebenstrailer (würde der in schnellem vor- oder in schnellem rücklauf gespielt?) würde dem dritten akt des tannhäuser ein prominenter rang zukommen, war er sich vormittags stets gewiss, wenn er, abends sanft entschlafen, abermals den startknopf der verschlafenen cd betätigte, was die geschlossenheit der handlung zu bewahren versprach, und waechter als wolfram war wahrlich wunderbar, griff er dem w-lastigen stabreim des – späteren – rings vor.

federn (2)

dann gibt es noch die an echsen des jura erinnernden üppigst spitziggelierten (keine spargelspitzen) kämme, weiterer beleg für die evolutioniäre engstverwandtschaft der vögel mit den sauriern. haare?! – ich bitt‘ sie! und ein kamm ist ja aus horn oder? eben.

federn (1)

können vögel frisuren haben?
oder, umgekehrt, warum nennt man eine auffällige präkariatistische haartracht (nein, nicht -pracht), vor allem den typ, der in manchen ländern schlicht bundesliga (gemeint sein kann nur die deutsche) genannt wird, federn?

enthalten

(nachtrag zum 1. mai)

ein politisch schmerzhaft korrekter gesangsverein hat sich einen tonträger produziert. der chor definiert sich durch seine namenswahl ex negativo, und so klingt es auch: akustische batik, mit henna eingefärbt. und es klingt aber schon wirklich eingagiert, ich sehe den innenminister bereits erzittern, strache und der hai überlegen bereits ihre auswanderung ins westental, soviel ist sicher.
früher, da gab es arbeiterabstinenzlerbünde. könnte das ein vorbild sein? tauft euch, bitteschön, um. sagen wir: die schweigende mehrheit? das wäre noch selbstaffirmativer. und haltet euch dran. der (zweifellos löbliche) zweck heiligt die mittel nicht.

kajütisches (2)

ka jü te, welch fast schon japanisches wort auch! (oder ist es, das ü könnte darauf hindeuten, gar chinesisch?)

kajütisches (1)

donautankschifffahrtsgesellschaft.
wirklich wahr, die gibts. ehrlich!

verdient

natürlich, man durfte nur in den urlaub dürfen, wenn man ihn sich verdient hatte, was bedeutete, dass die nächte davor ausfielen, durchgearbeitet musste werden, mit viereckigen augen (obwohl: bildschirme haben keine bleilider), und irgendwo musste man sich die erholungsbedürftigkeit ja schließlich herholen.
urlaub, ausgelebte erschöpfung.

zu wenig

üblicherweise hält man sich ja professionell dezent im hintergrund, jetzt reicht es aber: die zuvor weitgehend privatisierten undalso zum positiven bilanzieren gezwungenen bestattungsunternehmer bereiten sich auf eine großdemonstration (in form einer mahnwache, was auch sonst) beim ressortmäßig zuständigen innenministerium vor. weil: vier verkehrstote zu pfingsten, hochsaison, das ist wirklich zu viel.
noch dazu bei schönwetter.

kontrazept

veni creator spiritus
hrabanus maurus (urheberschaft nicht endgültig geklärt)

sie war eine konzeptkünstlerin wie sie im buche steht; natürlich stehen konzeptkünstler nicht im buche, in keinem (manche stehen beim verrichten ihrer konzeptkunst auf keiner oder auch auf einer) buche, aber so sagt man eben, es ist eine worthülse, ebenso wie das wort konzeptkünstler, ein begriff, der in ihrem fall (in ihren fällen – oder sagt man: fallen?) stets auf einem großartig in konzeptpapieren (die so papieren waren wie ihre ausführungen) ausgebreiteten konzeptkunstkonzepten beruhte (die ihr andere, üblicherweise nicht genannte, der sprache mächtigere, fertig formulierten, ebenso, wie andere ihr, der seit jahrzehnten zeitgemäßen medienkünstlerin, die systeme hochfahren mussten – sie steuerte dann, politikergleich, den einen knopf, der dann z.b. eine neue u-bahn zum angeblich ersten male in bewegung versetzte), die sie durch stets absehbare (man hatte sich einen gewissen ruf erarbeitet) umstände dann doch nicht so umsetzen konnte, sowas auch. aber den auftraggebern würde es schon nicht auffallen, sind ja alles trottel. und ihr lächeln war ja in der tat gold wert.
dann hatte sie noch ein ausrederegister für die stückerlweise absage und vertröstung mit- bzw. zuarbeitender kolleginnen und kollegen, an dem sie millionenradgleich kurbelte, was eine gewisse abwechslung der immergleichen fadenscheinigkeit zu gewährleisten sicherte. die anwendung dieser kartei (automarder, gegenwind, stromausfall, kaputter stecker, holzwurm, sms irrtümlich gelöscht, weltweiter internetzusammenbruch nur bei ihr, wasserschaden, haarschmerzen; unzuverlässigkeit eines lieferanten – die finale chuzpe) war das mit abstand kreativste und zugleich zuverlässigste ihrer konzeptarbeit.
die desavouierung für den künstlerstand durch eine solche konzeptsperson gleicht jenem berühmten tropfen erdöl, der eine million liter trinkwasser verseucht. zuverlässig.

vertraut

agillabil durchunddurch

ein prinzip des handels- und dienstleistungsgewerbes ist, sich bestmöglich auf seine zielgruppe einzustellen. beim ikea wirst du geduzt (wenn auch nicht persönlich), die demelianerinnen fragen haben schon gewählt, ein elektronikkonzern wirbt mit geilheit, eine lebensmittelkette mit dem hausverstand (er sieht aus wie nicolas sarkozy, aber sympathischer, also ein bisschen auch wie samy molcho, als er noch schwarze haare hatte), und friseure, deren zielgruppe bestemmschöne hennagetunkte frauen professer, mittelschullehrerinnen aus der josefstadt (es gibt sie – die j.; die frauen p. – in ganz österreich), sind, geben sich ebenso originelle, minimal esoterisch angehauchte namen wie frohlocke, krehaartiv oder haarmonie.
der frisiersalon gleich neben der seniorensresidenz am weinberg (wo heulen und zahnprothesenknirschen herrschen?) will seine kunden nicht verschrecken und macht keine derartigen spompanadln. hat er auch nicht nötig. er nennt sich schlicht frisiersalon. und, vertrautes bietend, hat er den schriftzug in schönstem schulschriftlatein groß neben der eingangstür anbringen lassen, auf feinst poliertem melierten marmor gülden geprägt, wie man ihn von besonders eleganten grabsteinen kennt.

in voller blüte

blumen, überall blumen, schnittblumen (aber das ist doch verschwendung!), stöcke, ein allzeit blühendes blumenmeer, erstarrter blumencorso, das ausseeer narzissenfest, ganzjährig in den fenstern der bescheidenen mietwohnung gegenüber der apotheke, derart überfüllt ist das wohnzimmer (und nicht nur das), sodass kaum mehr die kleinformatige tagesstimmungszeitung platz hatte (aufgeschlagen schon gar nicht), das ersparte aufregungen (wegen derer man sich allerdings die zeitung jeden tag um halbfünf vor die tür legen ließ, und wehe, der ausländische bursch würde sich einmal verspäten), der amorphe eichenrustikale wohnzimmerkautschtisch (möbelhiendlpassau – wir liefern freihaus in ganz oberösterreich!), ein hölzerner grabstein als anzahlung, aber die mutter hatte so eine freude damit, und schenk mir nichts anderes, weil was neues zahlt sich für uns ja nimmer aus.
das hörte er jetzt schon seit mehr als zwanzig jahren. fürs grab kam, soviel war jetzt schon klar, ausschließlich kiesel oder, besser noch, eine steinplatte in frage, pflegeleicht in alle ewigkeit.
soviel also zum muttertag.

aufspüren (2)

es konnte sich nur um einen lottogewinner handeln, der die große alte villa in der cottagegasse erworben hatte und nun renovierte, zuvor noch eine parzelle vom – bis dahin – park abgesondert und verkauft hatte (mittlerweile war dort ein modernes mehrparteienwohnhaus der ortsüblich gehobenen kategorie errichtet worden), sich eine einfuhrbucht für das in diesen breiten dringend nötige allradautomobil und – horribile dictu! – thujen!, inbegriff sämtlicher kleinabermeinsiedlervereinssiedlungen, um das restgrundstück pflanzen ließ.
die hundstage, sie würden nun auch hierher kommen können. währing war wüstenrot.

aufspüren (1)

findend
ein stück

personen:

suchend
findend

ernst jandl, idyllen

das glück auf dem wege der wunschlosen erkenntnis suchen.
das glück auf dem wege der wunschlosen erkenntnis finden.

eben. und: danke, wolfgang hildesheimer, für deine lieblosen legenden.

immobil (2)

was für eine frage auch

gibts eigentlich auch von, sagen wir: mitsubishi eigens designte windräder?

immobil (1)

und dann, zwischen breitenlee und leopoldau, im kalten siebteraprilsturm, steht da, knapp vorm rinterzelt, einzig unbeweglich, ein windstromgenerierrad, überlebensgroß (wenn man so sagen kann; wie groß wäre denn, bei einem windrad dieses zwecks, lebensgroß?). nicht einmal der mast biegt sich, was den umstehenden pappeln ein leichtes (und wohl auch notwendiges) ist, unumgerührt, durch und durch. der endgültige beweis, dass mercedes von der internationalen ölmafia geschmiert wird, jawohl.

pneumatiker

er war so einer, dem sich das ruderleiberl von hinten durchs sakko abzeichnete, auch wenn er keines anhatte (weder sakko noch ruderleiberl, streng betrachtet), ein gehirnakrobat allerfeinstnerviger ausprägung. luftkünstler.

land am strom

zwischen moskau und st. petersburg, wenn es langsam hell wird, findest du, abseits der die bahn kreuzenden hochspannungsleitungen, in kleinen gruppen neben dem bahndamm, ausrangierte geteerte holzmasten im kreis beisammenstehen, man könnte, etwas keck (wenn es die elektropietät nicht verböte), von einem stromkreis, dem urstromkreis schlechthin (das urmeter, das wissen wir, verdanken wir der französischen revolution, und es ist bei paris ausgestellt, genauer, eig.: gelegt), sprechen, und die erinnerung an den legendären tarzanschen (tarzanischen?) elefantenfriedhof (elephantenphriedhoph, in historisch korrekter schreibweise) scheint mit einemmal nicht allzuweit hergeholt, ein, wir sind im norden, paläoelektrischer mammutfriedhof, und selbstredend, wie es sich für einen friedhof gehört, wurde er längst geplündert, kein russentarzan war chaaa-u-a-u-a-u-aach in der lage, den ruchlosen räubern des wertvollen elfenbeins – der keramischen isolatoren – physischen oder elektrischen widerstand entgegenzusetzen, jetzt aber höre ich doch die lokomotive ein zur sammlung aufrufendes signal geben, ein ruck geht durch die konzentrischen mastenkreise, wird das ein morgen, ein großer tag bricht an.
eine umdrehung der eigenen schlafspule noch, dann sind wir auch schon da. gespannt betreten wir den bahnsteig.

hommage

häupl am 1. mai im kurier.
so muss peppone, gealtert, ausgesehen haben.
was für eine verbeugung vor guareschi, der, stimmiger ists undenkbar, just an diesem rotschwarzen hochfest (hoch die 1. mai-himmelfahrt!) seinen hunderter feiern durfte (einigermaßen passiv, versteht sich).
die frage geht aber (wir sind wieder in wien) dahin, wer denn in wien der con camillo sei. der logik nach müsste es unser herr erzbischof sein, und cardinale camillo, das würde schon passen, allerdings nur dem namen nach, camillo, oja, und welch freundlich-unverbindlich wendig weiche stimme auch (hildesheimer nennt ihren klang dieses bekannte seelenhirtenhafte lyrisch-tenorale tremolo.)! prof. ernst fuchs bringt die unmöglichkeit seiner doncamilloadäquaten fleischwerdung (fleischwerdung, was für ein unterschied zum häupl!) mit folgendem eingeständnis auf den punkt: so ein gütiges gesicht bring i nicht zsamm.
denn: könnte der, wenn es nötig ist (das ist es täglich!), auch die ärmel so voll (profanem? heiligem!?) ingrimm hochkrempeln? glaubwürdig?
eben.
abermals ein hoch auf giovanni guareschi, gino cervi und natürlich auf den unschlagbaren fernandel!

angepasst

das ist derart monströs, diese kinderenkelverliesgeschichte in der unterwelt von amstetten. als wäre es im auftrag gewisser medien geschehen und, samt entdeckung, von ihnen inszeniert; weil: nach dem kampuschtamtam musste, wie bei jeder sucht, aber bitte wirklich die dosis nachjustiert werden.

bitte, entzug!

wiedergänger (2)

am verweilen mangelts, und wenn du den fernseher aufdrehst im hotel, spielen sie zwischen der werbung, einer werbung für einen russisch eingesprochenen film morgen, fünf minuten russisch eingesprochenen hollywoodäkschnfilm, anderntags aber, wenn du den zwischen der werbung beworbenen russisch eingesprochenen film sehen willst, siehst du ebenso nahezu ausschließlich die ankündigung für den von heute (also morgen) aus gesehen (eigentlich: nicht gesehen) übermorgen (also morgen) usw., eine sich perpetuierende gigantische fernsehfuge.
genauso war es auch bei jener führung durch die eremitage, der schnellvorlaufführer verwies immerzu auf den raum nach dem raum, metaphysisch eigentlich, sodass du nie zu sehen bekommen hast was du gesehen hast, und allein stutzig hätte schon machen sollen, dass er tatsächlich rotweiß (das gesicht – die haare) wie jelzin ausgesehen hatte (ein wiedergänger gar?), nicht wie das wachsfigurengesicht putin, obwohl der ja aus st. petersburg stammte, was so auch nicht stimmte, leningrad hat das damals geheißen, wurscht, undaber so einer kennt sich ja doch viel besser aus, aber umgekehrt, so ein sichnochbesserauskenner hätte dann wahrscheinlich das über- oder gar das überübernächste zimmer (zimmer? – wie groß kann ein sich beim betreten selbstaufblasender raum werden? – ich sage ihnen: unermesslich!) beschrieben, dafür aber allerdings langsam und unüberhitzt kühl.

wiedergänger (1)

sie habens gut gemeint und uns einen führer gegeben, der aber ist, eine konstituierende vorbedingung zur ergreifung dieses hinweisenden berufes, professioneller autist also schaut er durch dich glasigen blicks durch redet durch dich durch die wände durch kommen sie und dort und da aber kommen sie und am schluss ist nicht einmal zeit zu sagen: es hat uns so garnicht interessiert so nicht nicht so er aber fleisch gewordene schnellevorlauftaste im reden im gehen durchlaufend und nach der treppe (welche von den mindestens zwölfhundert in der eremitage?) schnauft er wird überhaupt zunehmend zusehends zu boris jelzin damals als ihn in seinem spingedokterten wahlkampf (gedenken wir auch sinowatzens in frack & zylinder hilflos mit dem bein der marlà¨ne charell am arm) fast der herzkasperl aus der tanzenden wodkaflasche mit cowboyhut geholt hat was für eine erlösung das jetzt wäre wenn dem durchlauferhitzer ganzkurznur zumindest die sicherung rausfiele schnellschnell weghumpeln hättest du können mein lieber freund es ist aber kein entkommen uff.

in der nacht dann laufträume gegen rolltreppen rollbänder beschallt von einer hämischen jelzinfratze cha cha cha (sprich: ch, nicht tsch) im tonfall (und im hallraum) von töötet coodo.

appetit

mein freund g. der expressesser, kaffeestürzer, rindsrouladenhinabstrudler und energiegetränksauger (so schnell kannst du gar nicht schauen, sind drei rote stiere verschluckt, gluck gluck rasselt es den schlund hinab), noch eins bitte und so gut hab ich überhaupt noch nie gegessen, einzigundallein dass er keinen knoblauch nein unter keinen umständen mag, macht mich stutzig, ein wenig angst auch, aber durch meinen cashmereshawl kommen nicht einmal die spitzesten zähne, doch gilt es jedenfalls auf der hut zu sein, vor allem in nordischen frühlingsvollmondnächten, dieses lautlose flattern uuuu.

untenliegend

st. petersburg. im hotel hatte man die toiletten vermittelst ausgeklügeltster installationsplanung exakt über den kopfpolstern der jeweils ein stockwerk tiefer gelegenen zimmer montiert, eine morgendliche kopfwäsche (oder sei es eine gehirnw.?) der besonderen art, wollte er jetzt nicht mehr länger schlafen, träumen schon gar nicht, was denn auch, fiel ihm die analogie mit dem solera-system auf, und man hatte ihn ja tatsächlich im untersten bettentrakt abgelegt.

landepunkt (suboptimal)

st. petersburg, die admiralität und andere (nunmehr touristisch) höchstwichtige bauwerke mit goldenem helm und spitzer güldener lanze: nicht wirklich fallschirmspringerlandungsfreundlich. es könnte sich etwa ratsch der schirm an der spitze fangen, sodass das mandl knapp bzw. ungut hoch über dem boden hängen bliebe.
eine andere malheurvariante – was so eine spitze spitze anrichten kann – weigere ich mich mir vorzustellen.

schwerwiegend

st. petersburg, russische galerie. alle achtung, die aufpasserin vor den malewitschs der späten zwanzigerjahre scheint mitsamt ihrer graphischen frisur und ihrem bunt aber eher zweidimensional die fläche definierenden makeup direkt dem bild entkommen. jetzt aber lebt sie ihre dreidimensionalität aufs überzeugendste aus. wer wollte da nicht nicht der sessel sein?

sozialtarif

st. petersburg. für 170 rubel, etwa 5 euro, kannst du im zebrainternetcafà© am moskauer bahnhof übernachten. drinnen ist gut geheizt, und so eine tastatur gibt, sieht es aus, ein sanftes ruhekissen ab. der unschlagbare vorteil aber: du bist von 23.00 bis 7.00 uhr online! im schlaf! nicht auszudenken, diese möglichkeiten!
schüchtern betrete ich nach acht den ruheraum. ein paar scheinen verlängert zu haben, so eingearbeitet sind sie, und sowas ist tatsächlich möglich, wenn man den hüter des netzes wohlgesonnen zu stimmen gewusst hat.

spongiformütterfrühling 2008

liebe mba.

bm, unscharf

… und die gedanken, die kommen im übergang, wenn du (zum einschlafen, zum aufwachen) liegst, horizontal aber vor allem unter der dusche (die badewanne, eher ein dampf- denn denkbiotop, erscheint nicht sonderlich geeignet; wir reflektieren hier (sitzend, am bildschirm) zum wiederholten male über die unmöglichkeit der nicht sie zersetzenden transkription.
noch einmal: wi re le tiere h er (sit nd, m bi dsc rm) zu w eder l en ma e ü d e un ögl hk t d n ch i (die gedanken) rsetz d n rans pt n.

eine doch nicht den gedanken (gar, pluralis, die g.) zersetzende transkription, was für ein bedeutungswust auch. was weißt du von wust, kommt das von wüste? (wenn ichs nur wüsste; oder kommt die wüste von wust, und was ist das für eine komparative sonderform?)

im wunderschönen monat mai

womit wir mitten im frühling sind, der fümfundzwandzigste aprilis, alles treibt aus, hinaus will es, es gilt das legendäre i hob zwoa ka aunung wori hifoa, owa dafüa bin i gschwinda durt und ehklar durften sie erwarten, dass mein lenzbriefchen zur bärlauchzeit das neuesemaileingelangtsignal oder -aufblinken im kommunikationsprogramm ihres computers auslöse, mittlerweile ist mehr alswie ein monat vergangen, die maiglöckchen scharren in den startlöchern, aber und eben: wir sind immer noch mitten im grünen bereich und in russland ist ja auch erst jetzt ostern (eine weitere ausrede, weil am 21. märz war ich dortoben), aber all das interessiert sie nicht, keinesfalls, wozu auch, für sie zählt: brief oder nicht und nicht warum oder warum nicht, und da kann ich nur mit der schulter zucken, devot, humble ist das schöne wort im englischen (es kommt aber wohl aus frankreich, und die habens auch woher, und victor rogy hat den satz verwendet, der da lautet es kommt immer besseres nach, und von zykan, einem großen ottom, die auszählreimend-schelmische frage wissen die dinosaurier eigentlich, dass sie ausgestorben sind?)
wurscht auch, von victor rogy sind auch die beiden denkwürdigen kürzstsentenzen geh scheißen (ca. 1992) und guten tag (etwa um die selbe zeit) zur meditation hinterlassen, aber ehschowurscht (aschowurscht), jetzad ist er da der brief, und es darf ja auch wieder bistecca fiorentina geben, alle dummen schwammförmigen hirnverbrannten kühe sind aufgegessen und ich bin erschöpft darf ich ihnen sagen, vom wegschmeißen, habe gut zwanzig jahre dem immateriellen erbe der menschheit (im konkreten fall: meinem gedächtnis) anheimgestellt, tut das gut undaber ist das anstrengend, alle bilder und noten durchforsten nach aufhebensnotwendigen (es ist ein bruchteil), ballast ballast ballast fällt
ab
und zu trete ich auch auf, künstlerisch, mit meiner schönen blechernen posaune, heimlich mehr alswie vor großem publico und was solls auch, demnächst in fels am wagram (2. mai, beim wimmer-czerny, wie jedes jahr, wunderwein wunderessen zaubermusik) und mehr erfahren sie auf meiner muetter.at-seite.

muetters dichters liebe, ganz neu

undaber eh ichs vergess: die neue cd ist da, muetters dichters liebe, beglückend, glauben sies mir und wirklich wahr. direkt bei mir oder via wieser verlag auch im buchhandel olloverdewörld.

in eigener sache noch: ab jetzt will ich mich mütterbrieferscheinungsdatumsmäßig an die jahreszeiten im meteorologischen sinn halten. also 4x im jahr, zum meteorologischen beginn von sommer (1. ponny), herbst (1. wespenbär), winter (1. zehenbär) und frühling (1. nerz). in turkmenistan tun sie übrigens die monatsnamen wieder rückbenennen; ich aber halte mich bei den monatsnamen an den morgenstern und er sah, dass es gut war.

und täglich, nachwievor, das muetterlog; es hilft durch den alltag. soistdas.

herzlichst,

bertl mütter

bm, schärfer

(ausjetzt!)

plot, dystopisch (wh.)

k | n | e

in the early eighteenth century, northern italy was terrorized by bandits. boldest among the robber-chieftains was fra diavolo (the devil’s brother), who masqueraded as the elegant marquis de san marco (…)
international movie database, über: the devil’s brother (1933)

alas (wir wechseln ins deutsche:), alles also schon dagewesen, und nicht erst zum dritten mal. jetzt, im early twenty-first century, betrifft es das ganze italien (inkl. das fesche sardinien), und aus dem (eleganten, jungen) marquis ist ein (lachgestraffter) cavaliere geworden.

schaut in echt auch schon recht brazilianisch aus
(soviel zum heutigen italienischen nazionalfeiertag)

(morgen: von sardinien zurück nach st. petersburg)

recycling

laurel & hardy at their best
was ich getrunken habe, kann ich nicht mehr verschütten.
stanlio, in: the devil’s brother, 1933 (dt, nicht ganz wörtlich übersetzt: die teufelsbrüder – später: dick und doof – hände hoch – oder nicht; finn, wesentlich treffender: kaksi muskettisoturia).

indem er seine biographie zum unveräußerlichen immateriellen erbe der menschheit (und damit seiner selbst) erklärte, konnte er kistenweise (nicht nur) physischen ballast abwerfen. somit würde alles immer bei und mit ihm sein, hinfort, fürderhin und immerdar.
weiter so.
als nächstes würde er sich den weinkeller vornehmen, lallte er bereits im geiste. (s.o.)

vision, poco apocalyptico

möpse, bauernschmauswürschtllookalikes, wie sie in habituellem bassgang die kärtnerstraße queren, zwergkamele auf dem weg saharawärts.
die fußballähem kann kommen.

in klagenfurt spielen sie auch.

mops, mops!

ernst jandl

gleich ungleich gesellt

die restlose aufhebung jeglicher klassenunterschiedslosigkeit in russland wird mit einem enthusiasmus betrieben, der um ein vielfaches vehementer zu sein scheint als der weiland zum endgültigen obsieg des real existierenden sozialismus verordnete.
am moskauer arbat etwa, im internetcafà© (eine verzweigte, mittlerweile rauchfreie, am abgang rotgestrichene – soviel referenz an früher muss sein – katakombe), gibt es, bei gleichen geräten mit gleicher übertragungsverzögerung, gleich dreierlei zonen: namenlos die erste, dann vip und, weil das nicht reichen kann, supervip (ich schlage noch die kategorie meet & greet vor). je wichtiger, desto opulenter das ambiente, supervip gar mit fauteuil. arbeiten kannst du am besten in der galeerenklasse, und aus dem polstermöbel der höheren klassen kommst du kaum ans gerät. aber, sammasieahlich, einer, der es zum supervip gebracht hat, hat es auch nicht mehr nötig, selber zu surfen, der läßt in einem der nebenräume ganze surfkohorten für sich arbeiten, dieweil emsige maniundpediküriantinnen um seinen schaumstoffgefüllten wolkenkubus schwirren, und zur aufstehassistenz gibt es eigens geschultes personal, soviel ist sicher.

drei objekte, eine speise (rumpfsonett)

einmalzahnbürste
einmalzahnbürste

einmahlzahnbürste
einmahlzahnbürste

eimalzahnbürste
eimalzahnbürste

eimalz an bürste
eimalz an bürste

(einschlafmeditation über ein zur nachtfahrt von nischni nowgorod nach sankt petersburg von den russischen staatsbahnen zur verfügung überlassenes reiseutensil)

1:2:4:8 etc (2)

und wir, wir haben ja die hefltn (mit den schönen damen; mit, lieber aber ohne miedern) in der trafik (mit dem sinnigen namen würflinger) auch immer fürn papa gekauft und uns als beweis eine höchstväterliche auftragsbestätigung zu verfertigen gewusst. jedenfalls war die produkterwerbshemmung eine wesentlich geringere als eine nie (nie, nie!) überwundene dienstleistungsbeauftragungshemmung, nicht zuletzt auch wegen allfällig möglicher, auf qualitätsmängeln basierender allfälliger reklamationen, was vor allem dann schwierig wird, wenn du noch keine kriterien entwickeln hast können. besser also, vorher studieren, produkte erwerben, dann sind spätere differenzen* besser zu bewerten und entsprechend befriedigend auszutragen, genau.

so machen wir das. nämlich männlich, durchunddurch.

(soweit der hosenscheißertext zum 20. april)
_____________________
* auf vielfach geäußerten wunsch sei hier der versuch einer vorläufigen definition nachgereicht: eine mängeldifferenz (md, arab.: 1.500) sei die differenz (= unterschiedl. ansicht) über einen (behaupt. od. tatsächl.; auch abhängig davon, ob man als md-auslöser bereits kriterien entwickelt hat od. nicht, damit der md-gegner eine|n nicht um den finger oder um sonstwas wickeln kann) mangel. mängel (pl.) deshalb, weil sie meist pluralisch aufzutreten pflegen (vgl. würfel: in der regel gibt es – zumind. bei entscheid. würfen – genau einen richtigen wurf und fünf hundertprozentig mangelhafte würfe; pro würfel!).

1:2:4:8 etc. (1)

(ich glaub, der hans ist dran)

sind sie mit der herstellung oder verteilung einer ware beschäftigt?
– nein
(und schon ist das fünfmarkstück im schweinderl.).
oder
– ja.
kann ich diese ware bei ihnen erwerben?
– jjjaa…
ab hier verzweigt sich die sache (der diskurs) zusehends. wie es also weiterging bei robert lembkes heiterem beruferaten können wir nur ahnen, vermutlich erzeugte der mann riesengroße dieselaggregate, schrauben für containerschiffe oder spezialösen und -klammern für damenmieder ab größe 48, im prinzip jedenfalls hätte hans aber auch guido das zeug kaufen können können, nämlich alles produkte und keine dienstleistungen, worüber mängeldifferenzen wesentlich schwieriger auszutragen gewesen wären, prinzipiell, jawoll.

1:4

produkte* steht auf einem von genau vier verkaufsbuden unweit des kremls von nischni nowgorod. was auf den anderen steht, ist schwer zu entziffern, auch scheinen einzelne leuchtlettern zu fe len. die derart sklerotischen kioske können aber nichts anderes alswie quotienten, summen, vor allem aber die streit gnädig anlass gebenden differenzen feilzubieten. jawohl, und trotz der nächtlichen stunde wird heftig und laut gestritten. (die wodkamarke tut nichts zur sache, es müssen aber etliche hundert gramm gewesen sein.)

*transkription ins lateinische und übersetzung ins deutsche: b.m.

vorsatz, weitreichend

nächstes jahr, ja, für nächstes jahr würde er sich einen mondkalender (im praktischen taschenformat) besorgen. vor den ungünstigeren tagen würde er dann im voraus gewarnt und könne sie einfach überspringen, gleich denn zwanzigsten auf den siebzehnten folgen lassen, nagut, lassen wir auch den zwanzigsten aus, dafür nehmen wir den neunzehnten dazu, so können wir die regeln des nicht unwesentlichen damespiels einhalten, was nicht zu unterschätzen sei. natürlich könne er sich, informationsüberlappend, zusätzlich eines hundertjährigen kalenders bedienen; obwohl, das war aber schon reichlich optimistisch, hatte er doch die vierzig längst hinter sich. umgekehrt aber, bei den entwicklungen der modernen medizin, wozu noch die errungenschaften der empirischen parawissenschaften hinzukämen, war so etwas heutzutage nicht mehr völlig auszuschließen, stellte er sich vor.

oMai (Poëm)

zehnter april, welch tag
achja, früher
vor sagen wir siebenzig jahr‘:

ob früher früher mai
wurd oder ob seit
her der
flie der
früherblüher
worden

diese frage taugt für nostalgische lyrik
nicht wirklich
nicht mit dem 10. april
der ist nostalgieuntauglich
durchunddurch alyrisch

 

(Jedenfalls zu 99,73 Prozent)

holzhammer

über die unart jazzaffiner musiker, allzu deftig zu zitieren, phantastischer könner allemal, unartig aber zumal, wenn sie beim broterwerbsmusizieren im graben eingekerkert sind. die caravane möge also bitte weiterziehen, und lasst die holzhackerbuam im sack, das ist haa-haa-funny, ich lach mir einen ast ab.
also bitte zitiert heimlich, so, dass es kaum ihr selber merkt. alles andere beleidigt die hörintelligenz eines auch nur minimal aufmerksamen publikums. ansonsten gelangen wir unweigerlich zu dieser unguten beckmesserschen originellheit, wie sie bei rundfunkmoderatoren ebenso schmerzt.
also vertrauen, du bist originär genug.
letztlich ein jeder, wenn er sich traut, und das ist nicht schwer.
unendlich schwer, natürlich.

klugsch

der vormals stumpftßüngige moderator spielte die legendäre vergriffene aufnahme des ausnahmeguitarristen. und gerade er wusste wohl, was das bedeutete. obwohl, so in den gatsch gelangt hatte er dann doch nicht, der ausnahmeguitarrist auf jener vergriffenen aufnahme, so ein schlichter kalauer auch, aber er, altklug und nicht wirklich distinguiert, verstand es, solche witzchen intellektuell zu tarnen.
notaufnahme, nicht hinreichend für hinhörer.

rugby, fiel ihm wieder ein, fingeraffines rugby. ungeheuchelt renkendes handeln (ahndeln, waren ihm die buhcstaben sinnig vorgefallen).
zum schluss die überlisztete version des bachs (ein weiterer heiterer spruch, welch originalità¦t).
bitte (zumindest) kopfkneippen.

rugby

rugby, oja, rugby, das schien ihm ein ehrlicher sport zu sein.
warum er in österreich nicht soo beliebt ist?
er konnte es sich nicht vorstellen.

europhisch

jeder zweite österreicher freut sich auf die euro, haben sie, ohne dass ein zweifel bestehen müsste, herausgefunden. für die ebenso euphorisch erwartete franzobelmüttersche fußballorgie gilt also: entweder wir freuen uns jeder zu 50% (das wäre etwas mau undauch feig, denn so übertrüge sich kaum irgendeine begeisterung), oderaber einer von uns beiden darf leider nicht vor freudiger erregung in sportlicher compassio zittern. wodurch das dramaturgisch so bewährte dioskurenpaar goodguybadguy abermals installiert wäre. purer dualismus also, die eigentliche sportreligion, die eine spätrömisch-soldatische ist.
was es zu überwinden gilt. sport ohne verlierer.
na gut, und nach der olympiade dann aber wirklich.
ohja, drachensteigen, sagen wir: in tibet, und dabeisein ist alles.
was ja auch für die euro gilt.
was ich mich freu. es ist nachgerade zum abheben.
hunde bitte an die leine.
ohja, drachensteigen, sagen wir: in tibet, und dabeisein ist alles.
was ja auch für die euro gilt.
was ich mich freu. es ist nachgerade zum abheben.
hunde bitte an die leine.
ohja, drachensteigen, sagen wir: in tibet, und dabeisein ist alles.
was ja auch für die euro gilt.
was ich mich freu. es ist nachgerade zum abheben.
hunde bitte an die leine.
ohja, drachensteigen, sagen wir: in tibet, und dabeisein ist alles.
was ja auch für die euro gilt.
was ich mich freu. es ist nachgerade zum abheben.
hunde bitte an die leine.
ohja, drachensteigen, sagen wir: in tibet, und dabeisein ist alles.
was ja auch für die euro gilt.
was ich mich freu. es ist nachgerade zum abheben.

(hier, scheint es, hängt die platte)

kind, unteilbar

exklusiv: baby für anna netrebko
(schlagzeile eines österreichsichen buntleitmediums)

wird das ein geburtenschwacher jahrgang.

k-day

5. april: herbert von karajan, der schah von persien.

mund, unhaltbar

die ministerin vereinbarte mit dem minister, zu schweigen.
(radiophon erfahren)

und zündet sich ein kleines zigaretterl an
und denkt nicht weiter

odem (2)

alle (iren, italiener, franzosen, schotten, waliser, engländer, nichtzuvergessen nordiren, deutsche, spanier, holländer, skandinavier samt finnen, balten, polen, tschechen, malteken, jetztauch die russen) wollen sie das mit der österreichischen identität untrennbar verbundene, ja, das sie definierende österreichische lebensgefühl einatmen, ausatmen, kuzikuzi abhusten, tut das gut, in der frischen luft rundumadum, und außerdem musst du nicht das versiffte frittierfett aus der küche riechen, die derart ständig am boden bleiben kann, bodenständig heißt das, das wollen die gäste, raschest müssen hotels wie für eine strabagolympiade aus dem boden gestampft werden, in die frische natur mit der guten luft, aber schnellschnell, denn kurz nur wie ein sportgroßereignis währt die frist, wo dann ganz europa, die ganze welt genau dort noch hinfahren kann, wo man es so richtig rauchen lassen kann.
danach bleibt: tibet, myanmar, vielleicht simbabwe.

odem (1)

alle iren wollen nach österreich.
alle italiener wollen nach österreich.
alle franzosen wollen nach österreich.
alle schotten wollen nach österreich.
die waliser und die engländer auch.
alle deutschen, spanier und holländer, ganz skandinavien mit finnland und dem baltikum, von polen, tschechien odererst malta ganz zu schweigen, alle wollen sie nach österreich.
jetzt kommen auch die russen.

und wir?
wir fahren nach griechenland.

weite

russland, so unermesslich. die züge fahren nur nachts, da geht es schneller: die landschaft verhält sich ruhig.

(fliegen: hilft nicht.)

eingesprungen (7.3.1981)

unglaublich, dienstag hab ich ihn noch getroffen, blendend hat er ausgeschaut. und dann das. wenn ich es mir aber genauer überlege, ich hab da so ein merkwürdiges gefühl gehabt, (…)
(begräbnissmalltalk)

taucht die frage auf, wie man eine aufnahme (es ist mahlers erste, das ndr sinfonieorchester unter kyrill kondrashin, klar und mit wunderbarer tiefenschärfe, jedoch nie auf kosten der klangsinnlichkeit spielen sie, sie sind eben an bruckner geschult, an jenem samstag in amsterdam), wenn man sie sich nach dem lesen des beiheftes noch einmal anhört, plötzlich anders rezipiert, da man inzwischen weiß, dass es sich nicht nur um die letzte aufnahme unter seiner leitung handelt, sondern, dass der dirigent wenige stunden später an herzversagen gestorben ist.
taucht die frage auf, ob man so etwas wissen will, ob man so etwas wissen soll, ob so eine aufnahme veröffentlicht werden soll, ob überhaupt aufnahmen veröffentlicht werden sollen, ob nicht überhaupt aufnahmen verboten werden sollen, zumindest so lange, bis man weiß, dass die für ihr zustandekommen maßgeblichen menschen unsterblich sind, was bei den meisten ohnehin zutrifft, jawohl.

am empfang (2)

die güte der dame im hotel der litauischen botschaft, administratorius/reception steht auf dem schild der sehr schlichten portiersloge, besteht darin, dass sie den gästen (die zimmer werden heute nicht gebraucht und ohne zweifel erst morgen vormittag hergerichtet) gewährt, den schlüssel erst eine halbe stunde vor ihrem abgeholtwerden abzugeben. freilich, sie hätte locker sagen können vonmiraus können sie bis fünf dableiben. die güte, gnade aber besteht im nichtganzgewähren, das erst ist die wahre großzügigkeit, und sie hätte ja auch het [njet] sagen können, auf litauisch, versteht sich.
so ist das auch mit der güte gottes und anderer folterknechte, per saecula saeculorum.
moskau, du paradies.

am empfang (1)

die dame an der rezeption deklamierte klar und deutlich, gab sie zu verstehen. es kam aber, daran bestand kein zweifel, reichlich verschwommen bei ihm an, lag also am empfang.
was willst du nun tun, wenn deine ohrmuscheln nuscheln?
aber geh!
wechseln sie bitte die sprache.

tatsächlich: nachdem er kurz die batterien herausgenommen hatte, ging es beträchtlich besser, nur noch leises rauscheln, und auch das würde sich legen.

herumlauernd

die dreiviertelhalbwüchsigen buben im spuckalter, wie sie breitbeinig am zugigen bahnsteig sitzen und immer wieder, als hätten sie es seit ehundje gemacht, ihren in überproduktion hergestellten speichel, verweis auf überstark eingesetzt habende handarbeitsfruchtbarkeit, vor sich hin, tropfen tröpfeln spritzen, missachten aufmerksamst die zweidimensional gesichteten mädchen, karottenbraun zugespachtelt das gesicht, die sie dabei aus ihren blinzelscharfen nofreteteaugen beobachten, und wehe, es lächelt eine!

abgegriffen

unser oberster verfassungsrichter nimmt den hut, ende april wird es sein, denn der new yorker ist ihm eilig zuvorgekommen, und, wiederum, in russland hat ihn herr putin längstschon genommen, überhaupt, scheinbar jedenfalls, um endgültig im wachsfigurenkabinett zu verschwinden. bedenkt man die vielen städtischen und, mehrnoch, überländlichen sog. hutfahrer, so beginnt man sich zu fragen, wo denn wohl diese zentrale hutausgabestelle sein mag, oder ist es immer einundderselbe hut, welcher, dank ausgeklügeltster logistik, genauestens auf der hutablage abgelegt wird, von der ihn dann mit bankomatgleicher unfehlbarkeit ausschließlich der vorbestimmt rechte zu nehmen in der lage ist? und wer teilt eigentlich dieses weltumspannende hutfrisbeeballett ein?

naturtrüb

wellnessethnogeraune, wirklich authentisch, beglaubigt der hörbar um einen gescheiten gesichtausdruck ringende gefälligkeitsmoderator (zum wochenende hin um halbsechs sind die musizierenden urmenschen noch ein stück echter als wochentags von eins bis zwei, wo ja doch eher die mit airbrush arrangierten halbgezähmten ihre faserschmeichelnde urwüchsigkeit uns sittlich höchstgebildeten gegenwartsgroßstadtmenschen vorsingenundspielen dürfen) und verweist auf die goldenen plaketten der kritikindustrie, der er natürlich nicht angehört (wie ja auch, wenn die kronenzeitung vom boulevard schreibt, nie sich selber meint), diese pickerl, die so verdächtig nach den auf den etiketten schlechter biere und übersäuerter mineralwässer aus der qualitätslebensmittelperipherie abgebildeten goldmedaillen aussehen.
diese edlen wilden an den rändern!
aber geh. zeitgemäßer kolonialismus, ja rassismus mit nur vorgeblich umgekehrtem vorzeichen ist das. undaber natürlich sind wir die guten. und die welt durchunddurch heil!

lasst uns gedenken der schönen bilder, die uns leni riefenstahl von den nuba geschenkt hat.

mittendrin

ahnen
nachahnen

ahmen
vorausahmen

so sei es

(danach und davor)

hase und ei

das ei war hart. da er guter stimmung war (schönwetter in regensburg; das hotel und die bedienung waren vorzüglich, ja liebenswert), entschloss er sich, diesen umstand unverzüglich zur verzögerung der zeit zu nutzen, indem er es vorgestellt spitzfingrig achtelkleinfingernagelgroße* schalenscherben produzierend abschälte, ganz genau so wie tante hedwig (irm hermann), die mit onkel hellmuth (hans-peter korff) immer einer meinung war, und wenn sie ausnahmsweise nicht einer meinung waren, schloss sich einer der meinung des anderen an, so ein umfassendes glück auch.
vom frühstückssalon sah man auf die gasse hinaus. in der auslage gegenüber waren vier designerplastikhasen (gelb, rot, grün, orange). eher nicht von gustav peichl. so ein glück auch.

* … womit das aus geburtstäglichen rücksichten suspendierte scharfe ess wieder grammatikkonform eingesetzt ist.

Pünktlich

Der Wetterbericht hatte sich wie meistens nicht geirrt (wo den Beistrich setzen?).

Weisser Spargel aus Peru, beim Spargelexperten Spar (sich bei den Körperpflegeprodukten umsehend fragte er sich, was für ein entweder preisgünstiges oder besonders ergiebiges Haar- oder Hautpflegemittel man sich wohl unter einem Spargel vorzustellen hätte), schnellschnell, bevor alles draussen im Dämmerungsfrühlingsschneetreiben noch weisser würde, und natürlich gehörte es sich nicht, ganzundgar nicht, aus Peru, pfui, mitten im kalten (eigentlich schon Nach-)Bärlauchlenz, dort unten links auf dem Globus aber herbstlte es zugleich schön langsam ins Ozonloch hinein, während im vorvorgestrigen St. Petersburg auch alles immer weisser geworden war, und der Tourismus steuerte in seinen Prospekten (den bunt auf weiss gedruckten, nicht im Nevski P.) auf seinen Höhepunkt zu, die berühmten Weissen Nächte, da müsste man dort sein, aber nein, too bad, wie der Engländer sagt, und was muss sich ein Engländer eigentlich denken, wenn er durch die verschiedensten österreichischen Kurorte kommt, soviel Böswilligkeit, Bad Tatzmannsdorf, gar ein Besuch bei Bad St. Leonhard oder dieses Bad Goisern (Good Goisern, OK, aber Bad, wo doch der Hai von dort ausgebrochen war, an den Wörthersee, im unweiten Villach, die Deutschen derlernens nie, sie sagen immer noch Willach und Welden, das Leilei aber können sie, helau noch einmal – sagen die schweizer Fasnachter eigentlich Li Li?), gedenken wir aber auch des Herrn Jackson, der von sich behauptet hatte, im Bad (Bad, Bad, triple Bad) zu sein, sich also in der Nasszelle eingesperrt zu haben, die zahlreichen Geschwister mussten draussen vor der Tür bleiben, wobei – die frühkindlichen Dressurerfolge! – wohl anzunehmen sein muss, dass er mit seinem Haarshampoo eher geurasst hat, keine Spur von Spargel (urassen, was für ein schöner oberösterreichischer Ausdruck auch), durch sein dreimalsolang im Bad bleiben muss wohl dann auch seine Identität aufs mitleiderregendste gelitten haben, immer noch weißer wurde er, bäckernazlweiß, und wer weiß, wäre er in die Tassilotherme gefahren (gibts dort so Nachdunklungsschlammpackungen für eine gesunde Farbe?), aber nein, vor einer Bad Hall hätte er sicherlich Angst bekommen, die Amerikaner gelten ja als besonders ängstlich, fürchten sich gern vor den eigenen Gelüsten, wie das halt mit der reziproken Psychologik so ist, alle anderen sind im Bad, keine Chance auf adäquate Körperpflege, schnell ein Bankräuberhalstuch vors Gesichterl, und außerdem drohte, zumindest damals noch, im Bad Hall benachbarten Mühlgrub ein Sprengstofflager in Form von Schartner Bomben hochzugehen, da ist ein Molotowcocktail nichts dagegen, obwohl, als Kind hatte er (er, nicht der Peterpansionist Jackson), wenn sie im Fernsehen mit ernster Miene von Molotowcocktails berichten mussten, immer lieber an die wunderbare Malakofftorte seiner Mutter denken müssen, jetzt fielen noch ihm die Stroganoffs ein, das Filet, ihre prachtvolle Kirche in Nishni Novgorod, die er erst unlängst wieder gesehen hatte und die seinem Freund mit dem Gang eines Raben mit gestutzten Flügeln so gut gefallen hatte, er kannte ja einige Menschen mit diesem titanernen Gang, allesamt waren sie ihm besondere, liebe, ja, dem Curiosen aufgeschlossene oder es hervorbringende, undaber keine(r) dieser lieben Menschen hatte es, soweit ihm bekannt war, zu einem Ausweisvermerk für Flughafensicherheitskontrollen gebracht, fünfsechssiebenmal hieß es dann durch den Metalldetektortürrahmen treten, immer piepste es, das sensible Vogerl, das das Glück ja auch und zu jeder Zeit ist, bevor man schließlich doch noch in den metallenen Geier mit dem Bauch eines Trojanischen Pferdes einsteigen durfte, Beugehaft statt Reisen, wie gesagt, zuerst ist noch alles grau beim Regenstart, dann wird es weißer, unter dir die Watte, oben der blaueste Himmel den du dir vorstellen kannst, wobei ihm persönlich ja ein an Wärme erinnerndes provençalisches oderaberauch friulanisches (in Venzone gibt es einen eigenen Laden dafür, was aber auch schon zu viel ist oder nicht) Lavendelblau wesentlich (sagen wir: achtmal) lieber war, ja, der Frühling und dann der Sommer, was war er neugierig, was sich heuer wieder tun würde, sicher aber war, dass er sich berechtigte Hoffnungen machen durfte, um seinen Geburtstag herum in seiner Heimatstadt verweilen zu dürfen, und was für ein glück auch, mit an sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unta da Lindn (dort sollte sich ein Jazzfestival ereignen) neugierige liebe Menschen zu treffen wie das Geburtstagskind des heutigen Tages.

Dem ich mit diesen etwas verworrenen Zeilen nur das Allerbeste wünsche. herzlichst, siebenmal siebzigmal.

Genauso soll es sein.

ironiebefreit

das ist ja nicht reisen, das ist beugehaft!
ein zu keinerlei zweckironischer betrachtung befähigter immer schwärzerseher*

der doundcoosterhase war zweifellos von gustav peichl entworfen. empört öffnete er das fenster und schleuderte ihn aus dem flugzeug. ein folgerichtiger act von selbstachtungsbehauptung, auch für seinen freund, dem er die formschokolade (wie zuvor schon die beiden schuhlöffel, österliche votivgabe der russischen eisenbahnen; dafür hatte er zwei kämme erhalten, perfekt zum musikantischen blasen) überließ, da er mitleiderregend am systembedingten nikotinmangel litt, und der ihn (den hasen; eig.: sie, die schokolade – zur betrachtung der äußeren form der arbeit fehlte es jedoch an jeglicher muße), surrogat, in seiner unnachahmlichen weise in sekundenbruchteilen verschlang, gerade so schnell, als hätte man das süße machwerk tatsächlich aus allen wolken fallen lassen, was natürlich, dies zur beruhigung, ganzundgar unmöglich gewesen wäre.
obwohl, am notausgang wären sie zumindest gesessen.

* morgen: es wird weisser

nässlich

franz schuh schreibt von einer nach belieben sich selbst zu definierenden wellness-theologie und dass sowas aber schon sowas von gar nicht angeht; ich stimme dem zu (selbstverständlich gibt es theologien für gottlose, und nicht nur zu ostern).
noch reizvoller aber (reizvoll im sinn von reizend, etwa die haut – baden sie dann bitte mit totemmeersalz) erscheint mir der gedanken an eine wellness-theodizee.

und alle können es gar nicht mehr erwarten, bis uns die nächste großkatastrophe wohlig-schaurig erlöst (ehklar nicht bei uns, die welt ist ja schon soo klein heutzutage).

schleifen

die schleife hatte er nach seiner schulteroperation schon abnehmen dürfen. wortreich schilderte er seine physiotherapeutischen übungen, es faszinierten ihn vor allem die geräte, etwa das mit dem seil, wo er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, dann das, das ihm das schultergelenk ganz langsam bewegte, das spiel mit jedemmal ein winziges stück ausweitete, die handkurbelmaschine wo er so machen musste, dann war da noch eines mit einem seil, wo er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, eine maschine, die ihm das schultergelenk ganz langsam bewegte und so das spiel mit jedemmal ein winziges stück vergrößerte, die handkurbelmaschine wo er so machen musste, dann noch ein besonders ausgeklügeltes, nämlich das mit dem seil, an dem er ein garnichtsoschweres gewicht hochziehen musste, einen apparat gab es, der ihm das schultergelenk ganz langsam hinundherbewegte, so, sodass das spiel mit jedemmal ein winziges stück weiter ausgeweidigt wurde, ganz besonders lustig aber, bevor ichs vergess, die handkurbelmaschine wo er so machen musste (…)
und maschinen gab es, extra für die übungen nach seiner schulteroperation hatten sie die gebaut, praktisch sowas, eine mit einem seil, ja, montags, mittwochs und freitags musste er ins spital kommen, demnächst, in zwei wochen aber am dienstag, da fangen wir mit den unterwasserübungen an, danach oder vorher gehe ich zu den anderen maschinen, das muss ich dir noch erzählen, weißtu.

das historische gedächtnis des vaters wurde rapide immer besser.

basauf

herzblut macht verwundbar.
aber ohne bist du tot.

wastun?

weiterpumpen.

überland

es gibt sie immer noch, die extensive werbung auf den alten stadeln neben den bundesstraßen und regionalverkehrsrouten. nahezu ausschließlich beworben werden bluna und afri-cola, hin und wieder siehst du auch noch die im brigittebardotalter konservierte (was sie unterscheidet) siebzigerjahrekalottenhelmträgerin, die für blanc-car plädiert.
was hätte ich darum gegeben, dieses geheimnisvolle bluna, ein name wie die geblumte frauenbluse mit den hüpfenden pflaumenbrüsten aus der jahrzehnte ausgestrahlten dauerwerbung für die bawag, einmal zu kosten, soma.
und was gäbe ich heute dafür?
ok, es gibt noch frucade.

funkloch

die art basel ist ja die wichtigste messe und alle sammler fahren aber heutzutage nach berlin, müssen nach berlin fahren, damit sie wissen, was sie sammeln sollen.
(…)

selbst wenn sie (zwischendurch, kurz) schwieg, schrie sie. redete sie, so klagte sie, alle welt wolle sie aushören.
ganz jung war sie nicht mehr, aber am kunstmarkt kannte sie sich aus, eine ganz junge kann sich nie so auskennen, weißt du.
merkwürdig, dass das telefon nicht klingelte. was für ein origineller klingelton ihm diesmal entgangen sein mochte? selten wie kaum freute er sich, in sankt pölten aussteigen müssen zu dürfen. er atmete nachgerade auf.
(ausgerechnet in st. p. aufatmen, dachte er sich, später, er verweilte gerade im russischen st. p. und die luft war frisch und rein.)

sonority

bleiben wir noch in amerika, von salzburg abreisend hast du allzuoft den sound of music im ohr, yeah, really?, let me tell you my personal opinion, im zug, gar im offenen waggon (den man in deutschland korrekt großraumwagen nennt, weil ein dach hat er schon, das wäre auch was, brrr), die nationalgenetisch mit selbstbewusstsein geimpften amerikaner, so ausgebildete stimmen haben sie, du verstehst sie quer durch den schienenraum, selbst und erst recht wenn sie flüstern.
um niemand mit meinem hören zu stören wechsle ich leise den wagen.

i have a dream

dann der andere. diese hoffnung, dass seine lyrik sie der prosa ihres alltags enthebe.
can we?

unverwechselt

namentlich ein gewisser unterer mittelstand des geistes und der seele ist dem überhebungsbedürfnis gegenüber völlig schamlos, sobald er im schutz der partei, nation, sekte oder kunstrichtung auftritt und WIR statt ICH sagen darf.
robert musil, über die dummheit (als rede gehalten am 11. märz 1937)

aus dem zum autoaffirmationskreischen wie eine sich automatisch nach jeder auslösung selbstaufziehende mausefalle bereiten wahlversammlungspublikum werden der kandidatin schilder entgegengereckt, von denen sie ihren namen ablesen kann.
an selbstvergessenheit wird sie ganz sicher nicht scheitern.

yes, we can!

helden

ein schifahrer hat sich am geburtstag verletzt, der andere am bein, das er mittlerweile gar nicht mehr hat. zeit wirds für den sommersport, fußball, formel eins. dort gibts auch, noch dazu wirklich international wahrgenommen, noch besser bezahlte gefahrenzulagen für die grauslichen schönen herbeigesehnten unfälle, und was sind wir alle entsetzt, noch einmal, replay, superzeitlupe, jetzt die andere kamera bitte, entsetzlich, gegenschuss, wunderbar, wirklich wahr.
lasst uns einen katastrophenfonds für die spekulationsfreien sportarten und künste einrichten.
(gibts leicht welche?)

angewandt

zur weisheit kann man nicht erziehen, zur dummheit schon, sagt musil (kein ägyptologe).

soviel zu den weißen pyramiden am heldenplatz.
und dem seipel sei dank (auch so ein museumsdirekter).

fünfschrödig

geltungsbewusst.
was für ein schönes wort für den seine ära (fünf jahre!) huldvoll feiern lassenden museumsdirekter mit diesem merkwürdig exkanzlerhaft komparativen namen, wir alle stehen in beständigem wettbewerb, das ist ja nur natürlich oder nicht.
im staube mich wälczend condolà®re ich ins jubeladressbuch. anstellen darf man sich unter dem soravia wing, die rolltreppe wird extra dafür auf minimalgeschwindigkeit gedrosselt, man kann ja einmal großzügig auch zu anderen sein.
er hätte seine erfolgsgeschichte übrigens größer feiern können, lässt er uns noch ausrichten.
(feiern lassen können)

elf (11)

genug jetzt vom fußball! weder flix noch trix und keine dummen tracks: den symbolischen, oft entscheidenden elfer hebe ich mir für später auf.
die spannung steigt.
bleiben sie dran!

numero zwo (10 – nachtrag – kreislerianum)

dass die fußballeuropameisterschaft eine späte bestätigung (enggeführt: bespätigung) georg kreislers gestern hier zitierten liedes wien ohne wiener zeitigen würde, wer hätte sich das damals, als er es dichtete, zu denken getraut? nicht dass das riesenrad umfiele (obwohl – wer weiß, bei der vielleicht doch nicht so winddurchlässigen werbeflächenplane?), führt sie doch dazu, dass der letzte, höchste wunsch eingelöst wird (der vorletzte wohl eher nicht):

in grinzing endlich ruh‘
und s’burgtheater zu!
(es wär‘ herrlich, wie schön wien dann wär)

morgen: elf