mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


beherzt

mein arzt rät mir immerzu zum rauchen. seinen ratschlägen fügt er hinzu:
„rauchen sie, mein freund, sonst raucht ein anderer an ihrer stelle!“

erik satie

das wäre jetzt wirklich meine letzte zigarette gewesen.
italo svevo (dem selbige am sterbebett von seinem arzt verweigert wurde; kolportiert)

beim hinausgehen aus der trafikbox im haus schält er sich aus den zeitschriften, der schüchterne, etwas blutleere junge mann mit den für sein alter sehr höhligen scheuen schwarzen augen und den vergeblich gezähmten wuscheligen haaren. mit knochigen fingern seine beinahe unhörbare stimme nicht wirklich unterstützend scheint er sich ein herz zu nehmen: guten tag äh, ich bin von äh marlboro, darf ich sie äh fragen, ob sie äh rauchen?
man würde zu recht als herzlos bezeichnet, würde man da nicht aus mitleid mit äh ja antworten.
herzlos verlasse ich die trafik. der knochenmann zündet sich eine an und nimmt einen rückzug. wieder oben plagt mich das gewissen und ich nehme mir, saties arzt im sinn, fest vor, endlich mit dem rauchen zu anzufangen.
jetzt geht es mir besser.

Die schöne Wunde

Die Wunde sei zu gut verheilt. Das sei aber kein Problem. Um die Fäden heraus zu bekommen, brauche es nur einen kleinen Schnitt, nicht der Rede wert, und die neue Wunde würde er wieder gut zunähen. In zwei Wochen solle er dann zum Ziehen der Gäden wieder kommen, dann sei die Wunde gut verheilt.

tungl

seltsam. am ende des sommers war er keineswegs des lichts und der wärme überdrüssig, wohingegen ihn bereits spätestens mitte dezember genug des kalten, finsteren spiels war. um sich zu beruhigen, klikkte er von zeit und zeit nach tromsà¸, wo sie ab der tagundnachtgleiche, diesem allerdurchschnittlichsten erdentag, an dem sich die sonne auf ihrer winterreise hinter den äquator verzog, für das mehr an licht zurückzahlen mussten, das hatten sie nun davon, hehe, streng aber gerecht.

(ein schwacher, nirgendwo einlösbarer trost; s.a.g. – so ein blöder, allzuviel schaden angerichtet habender nachkriegsschulkinderziehungsspruch.)

generell

nur gebildeten menschen kann schreiben das gespräch ersetzen.
italo svevo, una vita (1892)

zögern sie also meinetwegen nicht mich anzusprechen.

(z.b. demnächst – vielleicht sogar heute noch!)

auf schiene (4) – abstellgleis

warum hat das garnicht zur wahl stehende orangenoriginal, dessen fratze an die rückkehr zur rückkehr vom planten der affen entstammt, auf einem wahlwerbeplakat ein vierterl vor sich, daneben einen krug, dem deutlich weniger entnommen wurde, als er-hat-euch-nicht-belogen im glas hat? wem hat er meinetwegen die uringelbe flüssigkeit weggenommen? stammt sie gar von ihm? warum ist sie dann nicht orange?

der durchunddurch gläserne kandidat.

auf schiene (3)

entspannt 60 minuten nicht kommen.
vertraulich gefilterte werbemitteilung

wenn du aber auf den anschluss wartest?
und: rückerstattung?

auf schiene (2)

jesus lebt
vom zug aus sichtbares christliches plaktat beim bahnhof wien-penzing

unmittelbar daneben plakatiert eine wahlwerbende partei mit zahntechnisch grinsender fratze jetzt geht’s um uns österreicher.
im abstand von knapp 2.000 jahren dräut uns also der zweite akt der erlösungsgeschichte.
welch wehrhafter krist könnte da wen anderen wählen wollen?

auf schiene (1)

heiligenstadt, endstation
wiener linien, u4

soisses, das sagt der sprecher der wiener linien, mit seiner stimme, die so unsinnlich ist, dass sie schon wieder sinnlich ist, die ich in all ihrer staubtrockenheit und nicht zuletzt ihrer offenbaren ungeschultheit wegen der allzu engagiert-bewussten der kottankontextuell durchaus geschätzten chrislohnerstimme bei den öbb fast schon fanclubgründungsanregend bevorzuge (aber wer kann es sich schon aussuchen?).
aber nein, weiter gehts, er sagt, nach einem herausgeschnittenen einatmer sein unvermeidliches umsteigen zu den linien… (etc.)
und auch für beethoven war ja 1802 hier noch nicht wirklich endstation, keineswegs.
weiter gehts.
und wie auch.
spitzen wir die ohren, herr spock.

abwärts, alles

ach du gute alte zeit!
aber heute!
statt isometrischer buckübungen zum verjazzlten happy-trumpet-sound james lasts qi-gong zur geruchsfreien mittelalterusurpation arvo pärts.
das aseptische weisheitsgewäsch zum tag von paulo coelho statt wirklich und unverlogen erbaulicher bibelsprüche auf postertapetenpostkarten zur fotobibel.
und kombucha statt des guten carokaffees.
und so weiter.
nein, gut sieht es nicht aus.

(und buckte sich, mit bestemm; es zoog.)

zip – unzip

im sommer war er doch auch auto gefahren, zuletzt aus dem ausseeerland in den slowenischen collio und zurück, zeit für komplette opern (2008, ein wagner-jahr), unterbrochen nur vom schnellsten verkehrsdienst österreichs. gleich dem fernsehen in der kulturtechnik des verkehrsradiohörens ungeübt reagierte er allzu aufmerksam, ja, sensibel auf die allen autofahrern unterwegs zugedachten mitteilungen. ihm fiel auf, dass man vor allem für berüchtigte autobahntunnel mit einem gewissermaßen rot blinkendem wort warb, und das lautete: zeitverlust.
auf einen schönen sommer zurückblickend wollte er hoffen, dass sowohl die nach süden als auch jene nach norden strebenden ihre zeitverluste wider wettmachen hatten können, aber wo bekämen sie diese dann zurück, etwa ab der tunnelmitte im tausch gegen die entgegenwartende autoschlange? oder dürfe man es sich so vorstellen, wie friedrich torberg, im alter von etwa siebzig jahren seine leiden und wehwehchen aufzählend, meinte, wenn er gesünder, gesund gar gelebt hätte, wer weiß, vielleicht wäre er jetzt schon fünfundsiebzig oder achtzig.
könne man sich also derart (wartend; rauchend, saufend, sein leben woesnurgeht verlotternd) unnötige leerräume sparen, wie uns das ja auch in der computerwissenschaft vermittelst der möglichkeit, daten zu komprimieren, äh, vorgelebt wird?

flieg!

eignet sich aufgrund seiner größe beim einchecken zum vermeiden von zusatzkosten durch gewichtsüberschreitung.
argumentative produktinformation zu einem trolley-koffer

erleichtert hob er ab.

einposauniert

ah, sind sie das, der mit der posaune gespielt hat?
obsolete frage

(nein, ich halte sie nur; spielen, das tut ein anderer, beinahe nicht ich.)

die befreiung des drachen

flieg!
seine befreiung vermittelst losbinden begleitende ermunterung, dambergwarte, 6. september 2008.

(ein ungeahnt elegantes gleiten.)

endlich anfangen

Der eine wollte in der Pension endlich das Buch schreiben, das er schon so lange mit sich herumtrug, der andere: Russisch lernen, nicht zuletzt um Dostojewski endlich auch im Original lesen zu können, hat er mir Anfang August schmunzelnd erzählt.

Natürlich, dann wäre Zeit gewesen, wenn die täglichen Anforderungen ihrer kommunikationsintensiven und beseelt belebten Berufe von ihnen abgefallen wären.

Dann geht der eine auf einen Berg und den anderen erwischt unvermittelt (wie auch sonst) eine, ich sage es auf Russisch, Emboliya legkich (sprich: embolija ljohkich).

Dabei waren beide (achja: Brüder) keine Vertager, Verjährer gar, ein jeder hat seine Sache, Sachen gemacht, belesen wie sie waren, jeder auf seine Art. Und belesen ist man nicht, wenn man viele Bücher gschnupft hat, das ist der kleinste Anteil, ähnlich dem technisch perfekten Musiker, der nur die Noten, das Notenbild, die Töne, exekutiert, nicht aber die Musik! spielt – und von letzteren, einzig zur Kommunikation, zur Kommunikation mit dem Herzen fähigen gibt es allzu wenige.

Die mitten im Ernst des Lebens stehenden Warter mögen weiter warten, bis er von ihnen abfällt, aber dann ja was dann.

Vornehmen aber will ich mir, weiterhin (wie es mit lebensklugen Vorsätzen nun einmal zu sein pflegt): anfangen.

Ein erster Schritt.

vorgänger (2)

in memoriam des entfernten freundes ging er weit, nicht aber ausschließlich bergan. querfeldein, durch wildes gestrüpp, höhenmeter und tiefenmeter. und er kam weiter unten an.
wohlbehalten, wie man sagt.
(aber was wäre das?)

vorgänger (1)

die hinterbliebenen
die trauernden hinterbliebenen
die tieftrauernden hinterbliebenen
die tiefsttrauernden hinterbliebenen
die tiefsttrauerndsten hinterbliebenen
die tiefsttrauerndsten hinterbliebendsten

(wer wohl welche wären, bei einem selber, dereinst baldschon.)

nach dem begräbnis tranken sie ein glas heller freude.

abheben (für k)

2008, ein brennnesseljahr
persönliche erfahrung

und wenn du den traunstein hinaufgehst, was auch sonst als den naturfreundesteig, willst du gar nicht bis zum gipfel, zum riesenhaften gipfelkreuz pilgern, das wäre was für abnicker und zustimmer, dem bombast des katholizismus und perpetuierenden kriegergedenkens erliegende, nichts für dich also, nein, das ziel ist nicht sosehr dieses vorläufige oben, es ist das gehen, das weiter gehen, das ruhen, die aussicht, weit, weithin weg.
es geht immer weiter. abheben.

wellenbrecher (2)

warum aber die sonne, die umweltbewusstsein vortäuschende gastwirte und hoteliers auf die badezimmerspiegel kleben lassen (können sie sich vorstellen, wieviele tonnen waschmittel tag für tag in den hotels dieser welt… – natürlich nicht!) ein sonnenbrille aufhaben muss, ich kann es mir nicht vorstellen. und: sollte es nicht eine umgekehrt aufgesetzte oder zumindest eine verspiegelte sein?
oder so eine sonnenfinsternisbrille vom hartlauer? – jawohl, das wärs!

wellenbrecher (1)

schließlich kaufte er sich doch noch eine neue sonnenbrille, womit, über nacht und bei neumond, die hitzewelle vorerst gebrochen werden konnte.

innovation für unterwegs (2)

vorschlag für eine andere nützliche doppelcreme: nutella mit sonnenschutzfaktor afrika (aus plausibilitätsgründen jetzt neu mit bounty-geruch!)

innovation für unterwegs (1)

(seufz)
geschirrspülen, tilly*
(…)
sie baden ihre finger drin
(… – hhh!)

(legendärer werbedialog)

(die zarten tillyfinger beruhigen die nervösen hände der namenlosen dame, worauf diese, erst verunsichert, schließlich aber doch ihre hände wieder ins mit lauer werbelauge befüllte gläserne obstschüsserl zu versenken wagt.)

(männliche stimme aus dem off:)
palmolive – pflegt die hände schon beim spülen

* tilly, jene etwas bürgerlicher situierte kusine der omo-clementine

vorschlag für eine weiteres nützliches zweiineinsprodukt, vor allem fürs reisen: die rasierzahncreme, mit gilette*-geschmack.

* mittlerweile bei fünf (in worten: fümpf) klingen angelangt.
frage 1: wo dürfen wir uns hier die asymptote der utopie vorstellen? (vgl. die entwicklung des 100m-weltrekords bis zu ununterbietbaren 0 sekunden)
frage 2: wieviele borsten hat die zugehörige rzb (rasierzahnbürste); und: doppelprodukt?

Kontinent K (3)

Linz – man lächelt immer in Österreich, wenn jemand diesen Stadtnamen nennt, er reimt sich zu unwillkürlich auf Provinz.
Stefan Zweig, Joseph Fouché – Bildnis eines politischen Menschen

Kleinwüchsige blicklose Schufte, die an allem Bedeutenden, das ihnen erscheint, immer nur ihre eigene Gemeinheit erkennen.
Ernst Bloch

In Linz müsste man sein.
Volksweise (beim Abschminken)

(Dieses dräuende Kulturhauptstadtjahr. Ideale Gelegenheit, den angestammten Kleingeist grellstmöglich ans Licht der Öffentlichkeit treten zu lassen. Mit vollen Hosen.)

im fond

nicht genug damit, daß es lamm und katze ist, will es fast auch noch ein hund sein.
franz kafka, eine kreuzung

dogg, dogg
nach ernst jandl

unversehens war er zum hundehalter geworden. die rückbank, auf die man ihn setzte, barg eine französische bulldogge, ein possierlich kompaktes vieh mit dem gesicht eines tiefseeanglers. kaum hatte er platz genommen, wälzte sich das tier leise grunzend auf ihn zu, schien (vergeblich, was es nicht genierte) die brust zu suchen und rollte sich dann ein paarmal gegen den uhrzeigersinn auf seinem schoß, um unmittelbar in einer mischung aus grunzen, schnurren und röchelndem schnarchen zu erstarren.
ganz selbstverständlich (und wohl vorsorglich) hatte er weiße kleidung angelegt.
vorbildlich. (der hund blieb sauber, die kleidung teilweise weiß.)

herbstlmütterbertl 2008

liebe mba.

hoffen, hoffen, hoffen. es ist alles offen. der tunnel, in den ich beim schreiben dieser zeilen einfahre, er ist für den zug eine ein- und ausgangsoffene angelegenheit (will ich hoffen), die längstvergangengeglaubte olympiade, sie hat allerdings vor kurzem erst begonnen (um in vier jahren mit den o. spielen in london zu enden), ebenfalls ergebnisoffen, und olympische spiele, sie sollen angeblich seltener sein alswie, sagen wir: wahlen, die ja bekanntlich ab sofort in österreich alle fünf jahre sind, die symbolik ist evident, so kann die opposition (und das österreichische parlament scheint zumindest zu hundert prozent aus o. parteien zu bestehen, ein vorteil, den sog. große koalitionen mit sich bringen, wobei alle immer darauf hinzuweisen wissen, dass gerade und nur sie die eigentlichen gestalter sind bzw. gerne wären, ließen sie die anderen, seien sie regierungspartner oder alleinideenspendende opposition oderaberauch tageszeitung, was dem fass die sprichwörtliche krone aufsetzt, und ganz unten im glas, was sie in deutschland neige nennen, da wartet der abgestandene hansi, unsterblicher noch als selbst canetti war, klammer zu), so kann die opposition also alle theoretisch fünf jahre die im österreich so beliebten schulnoten vergeben, und was sonst als lauter fünfer, was allerdings nicht bedeuten dürfte, dass man dafür eine wiederholung einfordern wird, nein, die durchgefallenen sollen am besten aus der schule geschmissen werden, jawohl, und kein bild entspricht dem kleinwüchsig kleinformatigen selbstverständnis österreichs treffender, als das des unterstufenschülers, es braucht einfach geschlossenen systeme mit klaren hierarchien, und solange du brav hingehst, nicht schwätzst noch schwänzst und ansonsten am besten nicht (nicht einmal nicht) auffällst, ist dein und unser soll erfüllt, jawoll, und zum bedeutendsein (das sind wir, alle!) genügt die vergangenheit (welche eigentlich?) und der wintersport, außerdem, dass wir seit ehundoje ein volk der tänzer und (bestohlenen) geiger sind, soisses.

(wie zur bestätigung treffen wir in kürze in sanktpölten ein; gerochen haben wirs schon vor der durchsage des einheitsakzentisch-mehrsprachigen ansagers in der – so heißt der schnelle zug – betrieblichenaltersvorsorgeateh.)

(wie um das prekäre jedweder planmäßiger abläufe zu illustrieren, verweilt der zug ohne dass man die fahrgäste informiert weshalb, in der duftmetropole, ausgerechnet hier, jaja.)

offen gesagt: posaunen werden ja eher weniger gestohlen, zumindest nicht nach streichquartettkonzerten. es kann aber etwa ein tragegurt reißen, das ist auch unangenehm. wie für alles in österreich, hat man für einen solchen (zu verhindernden) fall ein voll implementiertes sicherungssystem vorgesehen, hier in form eines zweiten gurten, der sich in dieser brenzligen, der betrieblichen altersvorsorge hinterherkeuchenden, situation bestens bewähren konnte, geschafft, uff.

wer zu schnell geht, kann auch abstuerzen

offen. habe ich oben gesagt.
das müssen nicht nur nach insektenstichen am rist messiasfußwundengleich beidseitig zerkratzte beine oder eine kurzfristig diagnostizierte krankheit sein, offen kann auch freudige aussichten bedeuten: die flasche, entkorkt, drinnen guter wein. dafür braucht es wenig mut, der mut liegt manchmal eher im aufhören. nicht nur beim trinken, a viech waas, wauns gnuag is, hat man uns fünfzehnjährigen biertrinkadepten beibringen wollen, wodurch wir unseres entkoppeltseins von der natur innewurden.
ich weiß, das klingt etwas geschraubt, aber einer, der unerträgliches (und sei es in der zukunft) nicht länger mitmachen will und befreiende, mutige undalso unverstandene schritte setzt, muss deshalb noch lange nicht einer sein, der sich, kameraden und kusöns – alternde altbauern gar – im stiche lassend, davonmacht, weil es so nicht weitergehen kann.
nun aber ist alles gute offen, wollen wir hoffen, und das möchte ich ihnen diesmal durchaus fröhlich mitgeben, ins neue arbeitsjahr, ins neue leben, das immer nur ein befristetes sein kann: sie haben (immer, wenn sie das wollen) die wahl.
weiter (viel weiter) gehts.



service

1. kauft cds (mütterliche; jedes quantum)

2. neben meinen konzerten, die sie alle auf der vorschau von muetter.at finden, darf ich diesmal ganz besonders auf ein musikalisches mitmachwochenende in schönen kempten im schönen allgäu hinweisen. von 26. bis 28. september wird gespielt. nähere hinweise finden sie selbstverständlich auch in der vorschau.

3. schauen sie ruhig auch zurück.

4. weiter gehts.

herzlichst ihr,

bertl mütter

(der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. dezember.)

weite

das tote gebirge, dieses unermesslich geheime massiv jenseits der baumgrenze mit den karstspalten wie steingewordne gletscher. wo alles so sehr es selbst ist. zarathustrisch, bis du erst einmal oben bist.
wenn du dann weggehst von oben (ein untergang), es bleibt immer dort, das ganze jahr, tag und nacht, vor allem aber die zeit dazwischen.

grrru

das kleine mädchen am traunsee, es will den tauben nach, die sind selbst hier immer einen schritt voraus, immer unbändiger ist es hinter ihnen her, aber nein, ein kleines mädchen kann doch keine taube erwischen, die sind immer einen schritt voraus, selbst hier in gmunden, wenn es auch schwer fällt, das einzusehen, und wenn es brenzlig wird, machen sie einen hennenhupfer, die tauben, und das spiel geht von vorne los.
da hebt das mädchen ab, fliegt ihr hinterher, der taube, die taube, ein bekannt eleganter vogel, wirkt dabei fast plump.
ob es sie erwischt hat, kann man nicht mehr sehen, auf der höhe des firsts sind sie ums ums eck verschwunden.

Kontinent K

F. K.
Eins vor (vornämlich), (nachnämlich) eins zurück
Macht G. J.
Jonke, du Kafkaplanet.

(Heute Abend etwa am Toplitzsee)

kontinent k (2 – kiefer)

knirschst du nachts mit den zähnen, iss eine karotte vorm schlafengehen, rät uns die ratgeberseite der zeitung, es entspannt dein unterkiefer (das obere ist, so ein glück, fest montiert), und die zähne kommen unbeschadet zurück aus träumeland. ob es, er wollte abwechslung fürs täglich letzte abendmahl, auch mit einem kohlrabi gehe, der knacke auch und fange mit k, indiz einer gelingenden knirschkur, an. ob es in der folge überhaupt, im sinne einer noch praktisch unerforschten, neuen homöopatie (potenz k), lediglich auf mit anfangs-k aufgeladenen nahrungs- und beiß-mittel ankomme? – kokosnüsse! kirschen? (eher die kerne, oja, kirschkernkauen!), khaki? (eine die regel bestätigende ausnahme), kleinholz? jawohl – kiefern kiefeln! und für die biertrinker? – kronkorken knacken.
er würde dranbleiben. vorerst mit der karotte.
(die armen deutschen mit ihren möhren, überkam ihn kieferkirurgisch kummerlich mitleid.)

Kontinent K (1)

Zuletzt – er kam deshalb später als erwartet zum gemeinsamen Frühstück, weil der Traumfilm nicht früher aus gewesen war – hatte er eine von zunehmender Verzweiflung gezeichnete Odyssee auf der Suche nach einer Toilette durchleiden müssen. Obwohl er in einem riesigen Hotel samt Kongresszentrum und Indoorvergnügungsbetrieben (Glücksspielautomaten, Bowling, Christmas in Heaven; als wärs in Las Vegas, wie sie es einem schildern: so falsch alles, dass sich schon wieder eine höhere Authentizität konstituiert), konnte er nirgendwo aufgesperrte, unbesetzte, nicht gerade in Reinigung befindliche, Männern vorbehaltene, funktionierende, in Ruhe zu besitzende (plötzlich stand eine ganze Gruppe ehemaliger Schulkolleginnen um ihn herum, was ihm das befreiende Loslassen gänzlich verunmöglichte, außerdem redeten sie noch mit ihm, nein: auf ihn ein, sie wollten seine Meinung zu diesem und jenem wissen, schienen sogar ehrlich an seinen Kompositionen interessiert zu sein!) Toiletten finden, in keinem Stockwerk, wo er hinkam Notdurftverrichtungsverhinderung, er wollte er wäre ein Hund und hätte die wienerischen 36 Euro (für die langsamen: 500 Schilling) mit Grazie bezahlt (Kleingeld bitte vorher abzählen, unser Organ kann nicht herausgeben!)…

Schließlich wachte er, unausgeruht, doch noch auf, draußen regnete es ungeniert, er stellte die seinem Lebensalter gemäße Trockenheit im Bett fest und klemmte sich, ein Lob der Kontinenz!, in das kaum beichtstuhlgroße WC-und-Dusch-Verlies des Fremdenzimmers.

Morgen: Kontinent K (2 – Kiefer)

Gmunden, im Weinlager (2)

bette stellen sie die flaschen auf den tesch
perdon
(…)
donke
donke
nach Ernst Jandl

Tesch soll nicht nur einen exzellenten Zweigelt machen, sagen sie.

Gmunden, im Weinlager (1)

Glücklich ist
Wer vergisst
Was doch nicht zu ändern ist
beliebtes österreichisches Lebensmotto

Oder heißts: vergießt ?

Alzinger. Wein aus der Wachau.

Sehr österreichisch, konnte er sich nicht mehr genau erinnern, warum ihm diese – zugegeben etwas müde – Pointe eingefallen war.

karstig (appendix 4)

servierkraft mit einwandfreiem leumund gesucht. auch aushilfen.
gh. karbach (über dem pissoir – in reichweite – affichiert)

an sich hinabblickend gewahrte er die frischen letschoflecken auf seinem weißen leinenhemd. kein guter servierpersonalsleumund, stellte er sich vor, sich anderswo bewerben zu müssen.

karstig (appendix 3)

(ein letztes zu r.m.)

ist ihnen schon aufgefallen: reinhold messner und gotthilf fischer treten nie (nie!) gemeinsam auf.
ob sie sich die haare teilen?

karstig (appendix 2)

in karbach beobachtet: reinhold messner, telephonisch am k2 bzw. zum k2 befragt (wen, wenn nicht ihn?), hat ein mobiltelefon/cellulare, das kikerikiet.
was das bedeuten soll?
man hofft nur: nur gutes.

karstig (appendix 1)

nach dem vortrag (zwei stunden en bloc, kein atemschutz), steht zweifelsfrei fest:
reinhold messner hat nicht nur alle acht vierzehntausender bestiegen; weniger bekannt ist, dass er auch – im alleingang und ohne sauerstoff – auf den mond gelangt ist.
bis heute ist er nicht wieder zurück gekehrt.

karstig (4)

dass er, von schmerz zerfetzt, zurück zur stelle finde
wo er den ersten falschen schritt noch nicht gesetzt
ernst jandl, glückwunsch

die erinnerungstaferln in den bergen und wo sie angebracht sind: zweierlei mutmaßungen.

die erste möglichkeit: wo der verewigte (zitat:) seine seele seinem herrn zurückgegeben hat, er also wohl, zerfetzt schon, aufschlug; oder dort, wo ihn das (letzte herz- bzw. das stein-) schlagerl getroffen haben mag.
die zweite möglichkeit: dort, wo er talwärts abgehoben hat.

ich tendiere zur zweiten variante, sie hat das praktische und vorbildliche, dass die martertaferl am rechten weg noch angebracht werden können, wodurch sie enpassant korrekt wandernde leser finden können. wenn sie also unterwegs keine blechmementos finden, dann gnade ihrem bergheil!

karstig (3)

diese ameisen am traunstein, bis ganz nach oben waren sie gekrabbelt. der blickhypnotisiert erstarrten gams sah er nur ganz unten, nah beim einstieg, hypnotisiert ins schwarze quarzaug, die zeit stand, c’era una volta il west, still, und bis heute hat keiner sich zuerst gerührt. aber wer weiß, vielleicht waren sie (die ameisen) immer schon da gewesen, wie die gams auch. und, umgekehrt und ätsch, sie (die ameisen) waren noch überhaupt nie unten, nicht in karbach, nicht beim hoisn, und schon gar nicht, vollmond hinoderher, unerkannt beim beliebten gmundner mondscheinbummel gewesen; die gams, wer weiß.

karstig (2)

ein ohrwurm ist ein ohrwurm ist ein ohrwurm, wesentlich mehr alswie gewisse dornstängelige blumen. vordringlich galt es, die qualität der lästigen schliefer sukzessive (schritt für schritt) anzuheben, vor allem beim konzentration einfordernden traunsteinaufstieg, gar am gerne, wie man sagt, unterschätzten naturfreundesteig. ob er je beim schönbergbehaupteten spatzenvomdachpfeifen ankommen würde musste er allerdings bezweifeln; bis jetzt musste das meistersingervorspiel (nebst gewissen dialogischen schlüsselszenen) oder der erste satz der neunten mahler genügen. immerhin, irgendwie durfte er sich über die baumgrenze gekommen fühlen.

karstig (1)

es wurden auf höchster ebene vertiefende gespräche geführt.
straßenbahnfahrgastinformation, gmunden

morgen gehts ins kalkgebirg, traunstein.

so schauts aus

nach dem schwer sehbehinderten wurde sechs wochen lang gefahndet.
radio österreich 1, nachrichten, 14.8.2008

auch ein blindes korn wird vom huhn gefressen.
ländliche weisheit (bodenhaltung)

sehen sie, da haben wirs.

Lieben

Der alte Lieben, Joachim Lieben (den Namen ausschreiben, es hebt seine merkwürdig reziproke Google-Statistik!) ist, sattgelebt, tot.

Gut eineinhalb Jahre haben wir uns gekannt, waren einander respektvoll-sympathisch, Großer Meister, hat er seine Mails an mich augenzwinkernd überschrieben, ich zurück Lieber Lieben, und von da aus haben wir uns rokokoartig hochgeschraubt. Was für ein Privileg, was für ein Vergnügen, Zeit mit ihm zu verbringen. Der konnte was erzählen, was der erzählen konnte, dieser charmante Schelm, und zwischen Geschichten und Gschichterln fließen die Grenzen ohnehin. Generell.

Es ist alles wahr, und ich habe mir alles genau gemerkt.

Ich darf bei seiner Verabschiedung spielen. Nicht als Besinnungsverstärker zwischen gefasst betroffenen Erinnerungen: Ein Dialog mit der Posaune wird es sein, als wärs eine Plauderei.

Was für eine traurige Freude.

lottoleben (1+2)

vor der ziehung, hast du das los in der hand, heißts abwarten und teetrinken, teatime vor ziehtime, kalauerte es kicherig aus ihm hervor.
wenn es, das abwarten und teetrinken (2, makrokosmisch), das sonnensystem zulässt (gravitation, planetenoberflächentemperatur – vorbehaltlich wasservorkommen; tee kann man mitbeamen) und (1, endogen-gustrisch) weil der kaffee eh von selber nit mehr schmeckt, kein verzicht also, auf nix (gesüßt wurde früher auch nicht).
den tee ließ er seit eh und je kurz ziehen, stehen, bis er lau war, um ihn dann, auf einen sitz, hinunterzustürzen.

lottoleben (2)

wie ja die menschheit auf dieser erde auch, sowohl was die tatsache der evolution, als die, dass unser sonnensystem genauso beschaffen ist, erdartige planeten in relativer nähe zum zentralgestirn zuzulassen, sie nicht gravitationsbedingt einzusaugen (danke, sonnenferner, unwahrscheinlicher jupiter) einen potenzierten lotteriegewinn darstellt (werweiß, 13 aus 666 oder so – die tipps sind in der reihenfolge ihrer ziehung abzugeben -, astronomische bedingungen eben). was die suche nach erdähnlichen exoplaneten, gar mit menschen drauf, sehr (der österreicher sagt: ein bissl) unwahrscheinlich macht (mitte juli 2008, so wikipedia, wusste man von 307 extrasolaren planeten in 249 systemen).

lottoleben (1)

ich kenne einen, der hat schon über sieben jahre damit überlebt.
beliebter trostspruch

ein lottogewinner. sein freund aber hatte eben erfahren, dass er an dieser, der sanktpankreaslotterie mitspielte, den schein hatte man ihm in einer spätannahmestelle knapp vor der ziehung abgegeben, jetzt hatte er den beleg in der hand.

ansich gefiel ihm ja der gottlose lottovergleich. kopf oder zahl aber, das wäre ihm lieber gewesen. zumindest für dieses hopoderdrop.

ehrenwärter

das sind sie alle, alle ehrenwert
shakespeare, julius cà¦sar (3. akt, 2. szene)

schreibst du mir meins, schreib ich dir deins
emeritarierdialog (unausgesprochen)

(namentlich k. hatte lange geglaubt, emeritieren, das sei etwas ganz ganz arges, worüber man bitte nicht in der öffentlichkeit redet, obwohl es alle tun. halt so etwas ähnliches wie haltloses ejakulieren, gar öffentlich auch noch.)

der um seinen beitrag zur ehrenschrift gebetene konnte es machenwireineausnahme doch noch so einrichten, den text in aller bescheidenheit beizusteuern.

dieser mangel der deutschen sprache: es gibt keinen superlativ für substantive. für das nomen bescheidenheit – vor allem in kombination mit verdienten männern – war dieser mangel weder einzusehen und schon gar nicht zu ertragen. wäre das nicht ein forschungs-, vor allem aber ein lukrativer entwicklungsauftrag?

und er, würde er je um einen emeritierzeitschriftbeitrag gebeten werden?, kaute er an seiner tastatur.

(soviel war klar: es galt, bescheidenheit zu üben, sich nicht wichtich zu machen. schön stillundheimlich unausweichliche meriten aufzuhäufen. und dann vor lauter bescheidenheit steuerschonend zu zerplatzen.)

an die arbeit, ehrenwerte männer!

Oberleitungsüberlegungen

Von Gmunden, Straßenbahnstädtchen, nach Salzburg, Obusstadt. Und in der Eisenbahnunterführung wird der Obus zum Ubus, so ist das Usus. Überhaupt, ein Blick in die faszinierenden Konversationslexikonsweiten der Wikipedia sagt uns, dass der Obus auch in Österreich eine regelrechte Hochblüte hatte, in St. Lambrecht etwa zwischen 16.11.1945 und 21.4.1951 (allerdings ausschließlich zum Güterverkehr). Ich lade Sie ein, die länderalphabetisch geordnete Liste der Städte mit Obusbetrieben, mehr nach aber jene der Städte mit ehemaligen Obusbetrieben zu studieren, was für ein Erkenntnisgewinn.

Skrollen sie nur munter hinauf und hinunter, wie sich die Welt gleich zu drehen anfängt, und all das um einen stets geringen Obusobolus. Ja, auch zu den Friedhöfen kommst du mit ihnen, und sie haben einen speziellen Vertrag mit den Charons ihrer jeweiligen Lokalitäten, bin ich mir ganzundgar sicher.

murz!

murenabgänge im mürztal
orfon, 31.7.2008

oft im wetterbericht vorhergesagt, jetzt, wo keiner mehr damit rechnen konnte, emotionslos undalso eiskalt umgesetzt: die endgültige mür-murz-furche.

zu autochthon

gmunden gibt gas
plakataktion, team köppl övp

des bürgermeisters biogas als exportschlager, o-o, werden da die herren russen aber die augenbrauen heben, selbst der wächserne olm. also obacht! möglichweise wagt ihr euch da zu weit vor, bewegt euch in feldern, die etliche nummern zu groß sind für euch!
(ich meine es gut mit der schwanstadt.)

lunatisch

ende juli. nahezu neumond.
gmunden lädt zum beliebten mondscheinbummel.
sowas fällt nur ausgepichten dadaisten ein.
gratuliere.

rutenspiel

er freut sich halt.
er will eh nur spielen.
gängige beschwichtigungsformulierung leinenloser weiberln und herrerln

und hundehalter, damit ihre und überhaupt des menschen beste freunde verdammt noch einmal nicht an jedem, jeden ansabbernd und aufkotend, hochspringen, sie müssten per gesetz dazu verpflichtet werden, ausschließlich spezial zu reinigende weiße kleidung anzulegen.

damenschneider

auch wenn aus ihnen in der mehrzahl afterkünstler werden mögen: bildet mehr künstler aus! vor allem brauchen wir schauspieler und regisseure (in österreich: ressischöre). etliche von ihnen würden sonst möglicherweise von ribiselnd testosterongesteuerten trieben verblendete mädchenmörder. grillbesteckripper.
und, ja, lieber eduscho tchibo hofer zielpunkt, liebe baumärkte: lasst euch für eure aktionsware eine andere verpackung einfallen als die lösegeldübergabebehältnissen zum verwechseln ähnlichen praktischen aluköfferchen.
der ruf* eines ganzen landes steht am spiel.
danke.

*(wer ruft zurück?)

poesiefrei

das lehrstück im varietà©ton: ein bisschen weniger vom zuviel wäre immer noch ausreichend gewesen.

luludruck

sprüht es an jede wand:
neue männer braucht das land!
deutsches lied, letztes viertel des 20.jhdts (zitiert aus dem gedächtnis)

der nebenanandiewandpischer hatte derart getankt, dass zu befürchten war, er würde noch die mauer umlegen. sich umblickend, stellte er erleichtert fest, dass es keine tragende war.
beim hinausgehen gewahrte er im gastraum noch ein bild des amtierenden landesfürsten, arminarm mit den wirtsleuten. seinen (er hat euch nicht belogen!) vorausinspizierenden securities wäre ein solches risiko keinesfalls verborgen geblieben, war doch schon ein vorgänger am häusl nahezu gemeuchelt worden.
auf die pforte des beliebten lokals hatten sie ein poster vom weißen hai in erkennbar ironischer absicht (ein hai für eine forellenbraterei, haha!) getackert.
der hai, der hai, was für ein mantra.

trotzdem, man verweilte hier in der tat gern. warum auch jedes terrain den seeräubern überlassen?

bleiblei

verweile doch, du bist so schön
goethe, faust

das schwermetallische (möglicherweise gifthaltige) des verweilensollens in kärnten.

multi (2) – 99 prozent

ein anderer multiinstrumentalist hatte es auch zum (allerdings nicht dilettierenden, sondern professionellen) drittelvirtuosen gebracht (99%). seine kollegen aber hatten, offrecords, wie man sagt, wenig schmeichelhaftes über ihn zu sagen (er konnte es nachvollziehen):
das einzige, was er gut kann, ist schlecht akkordeon* spielen.
nun, crux, er war der checker.

*(instr. möglw. geänd.)

multi (1) – 102 prozent

der multiinstrumentalist, dachte er sich, war ein klassischer drittelvirtuose, und da er ungern nach unten nivellieren wollte, gestand er ihm, in seinem selbstauferlegten zwang zu natürlichen zahlen, dreimal vierunddreißig prozent zu, wodurch zu folgern war, dass er die anderen klar und vernehmbar an die wand zu spielen vermochte, und so war es in der tat. überhaupt, er war ein anfänger, im allerbesten sinn: einer, der sich sein leben lang nicht die begeisterung des angehens neuer abenteuer vermiesen lassen hatte, und wirklich konnte jede neue herausforderung beliebig oft wiedererweckt werden, mit vollem enthusiasmus, bis etwas anderes seine aufmerksamkeit erregte. (die ebene mitsamt ihren mühen war seine sache nicht.) war er aber einmal an einem ding dran, engagierte er sich augenblicklich zu 102 prozent. zumindest. sympathisch.
ich stelle ihn mir als einen glücklichen menschen vor, dachte er sich, an camus denkend.

klarheit (2)

lebendige musik mit keinem anderen anspruch als die unbedingte jetztheit.

klarheit (1)

was wünschst du dir?, fragte der koch die legierte gemüsesuppe.

Über Nacht

Als sie anderntags ins Zimmer kamen, fanden sie dort völlig veränderte Klänge vor.

schlagfertig

um beim hackbrettspiel ihre erhitzten hände adäquat zu kühlen, verwendete sie vor allem an heißen tagen langstielige eislöffel, je nach beabsichtigter schlagintensität aus solidem löffelmetall oder halbopakem cocktailkirschkunststoff.

be good

die knusprige ente hatte eine gänsehaut
gastronomische wahrnehmung

johnny war schlau, er hatte patente im getränkebereich gehortet und lukrierte besonders in heißen sommern entsprechend horrende summen aus der gastronomie. als erfinder – nicht der getränke selbst, aber der gängigen abkürzungen – mussten ihm jedesmal, da servier- bzw. schankpersonal (die durstigen gäste waren ihrer unerfassbarkeit wegen ausgenommen) die eingängigen, sich rasch durchgesetzt habenden kürzel mizi (mineral-zitron), sozi (soda-zitron), kozi (kola-zitron; auf diese lang geheim gehaltene formel war er besonders stolz), aber auch obi, ebenso wie das etwas sperrigere obispritzt verwendete (mit letzteren beiden gab es rechtsstreitigkeiten mit einem baumarktkonzern, es zeichnete sich allerdings – johnny war heimwerker – eine außergerichtliche lösung in form von umfangreichen naturalzuwendungen ab), ansich geringe lizenzbeträge überwiesen werden, die sich einen warmen sommer über ganz erklecklich kumulierten. nur dieses jahr schaute es eher trüb aus. in seinem tresor aber schlummerte gerade für solche durststrecken das in der branche berüchtigte kruziwuzi.
johnny, dieser fuchs, hatte ausgesorgt.

escape!

stainach-irdning im hochsommer, eine ahnung vom wilden westen. seit tagen schon kam kein echter zug mehr vorbei, abgesehen von den periodischen schienenersatzverkehrsdurchsagen war der zweistündig dieselnde schienenbus nach bad aussee ein mickriger resthinweis auf die einstige größe, da es stainach-irdning beinahe zur aufnahme in den bundsbahnblues geschafft hatte und dann von seinem antipoden attnang-puchheim ausgestochen worden war.
über dem eingang zum bahnhofssaloon stand bröckelig das wort

gastwirtschaf

drinnen böckelte es atemberaubend.
die spannung war zum zerreißen gespannt.

(hier reißt der erzählfaden ab)

zyklonschaf

hurrikan „dolly“ steuert auf texanische küste zu
orfon, 23.7.2008

die rache der natur.

allzeit bereit

andere müssen sich wochenlang vorbereiten, um so unvorbereitet zu sein wie du!, hatte sie, ganz erfahrene prüferin, durchaus nicht unrecht oder nicht.

animal triste

Papst ruft US-Kirche zu ›Reinigung‹ nach Sexskandal auf
orfon, 19.4.2008 ff

Da heißt’s absolvo absolvo schrubben, was die Paramente halten. Und so gehört es sich auch, denn post actum gilt’s seit eh und je (zumindest seit römischen Zeiten) sich zu reinigen oder nicht.

nun ade

Rufen sie Zugabe! oder Flughafen!?, war er sich nicht ganz sicher, und wahrscheinlich war er schon zu lange unterwegs, wo war er denn überhaupt, und überhaupt, was so eine Sprache nur aus gleichen Vokalabfolgen für Kuddlmuddl zu zeitigen in der Lage war, man müsste die Sprache für Subalterne abschaffen, jawohl, Ungnade, Pulsadern, oder wie hieß dieser Einhundertmilliardendollarscheindespot im Süden Afrikas mit selbstgewährter Regierungszeitzulage und was war eigentlich von allem die Ursache?

Mit einemmal fiel ihm eine der schwersten Kreuzworträtselfragen der Kronenzeitung wieder ein, eine tropische, so tropisch wie sonst nur die Seitefünfmädchen, es war die Frage nach einem (dem) Pfeilgift, zugleich, das wusste er aus dem Lateinischen, das Infinitivum von sorgen, heilen, und mittlerweile, längst der Krone entwachsen, wusste er auch die Antwort: Curare.

straußig

dinki wink i
fernseherprobter balzspruch für sich einem bewerber als kokandidat anbietende originale

über nacht kam der regen, und in der früh waschelte es derart, dass die schwäne, wohl um nicht nass zu werden, ihren kopf in den see steckten. da die gegend regenlegendär war und man nicht zuletzt der verzauberten viecher wegen hierher kam, hatten die stadtväter, um sie vor dem unausweichlichen erstickungstod zu bewahren, schwanschnabelzapffähige unterwasserlufttankstellen nahe beim ufer installiert.
abgesehen vom betteln kamen sie vorzüglich zum defäzieren an land. im unterschied zu tatsächlichen albinos (schoßhündchen, gewisse politiker) war der nachweis ihrer existenz weder durchsichtig noch kalk- und schon gar nicht leinenweiß, bis heute ist auch noch kein martinischwan beschrieben worden, im sommer schon gar nicht.

vielleicht sollte man roland girtler dazu befragen; überhaupst, das wäre ein idealer kokandidat! samt anker in der krone! auf, sattelt die räder!

It’s! – Sommerloch (2)

so loch doch
Ernst Jandl

Was also das sei, Nachdenkpause?

Pause zum Denken?
Pause vom Denken?
Pause nach dem Denken?

Also:

Handeln (z.b. blöd reden) – Pause – weiter handeln (z.b. blöd reden)
…
Pause

üch loch müch kronk
Ernst Jandl


Heute, 20.00, Stift Viktring (A), Kellertheater

trombohuwabone
eine ernste jandliade vum bertl mütter

so komm doch!
(nach Ernst Jandl)

It’s! – Sommerloch (1)

Erinnern Sie sich an jenen Wahlkampf, da die schon damals stets schnittige und in der englischen Sprache nicht ganz fertig studierte junge Övaupeh für ihren Spitzenkandidaten auf Taschentücher einen Kussmund mitsamt der Aufschrift oh – it’s a mock! drucken ließ?

Mittwoch, 16. Juli 2008. Die Fernschreiber in den Agenturen ticken es ungläubig heraus: HP Martin tritt bei den Nationalratswahlen leider nicht an! Hat es ihm also der Onkelhans (OH) nicht erlaubt: Mit diesem kronischen Schachzug hat er das so gefürchtete Weißwählen aufs geschickteste schlechterdings verunmöglicht.

Durch exklusive Indiskretionen ist es uns gelungen, dem entscheidenden Monolog zu lauschen:

OH (HP anblickend) you –
HP (sein weißes Sakko schürzend, devot aufblickend)
OH (kopfschüttelnd) no!
HP (ein erbleichter Albino)
OH (affirmativ, auf den Aal weisend) it’s a fay, man!

Soviel für jetzt zum sich im Sommerloch suhlenden Wahlkampf.

Es folgt der Aalkampf.

sommerfrisch

componà®rhäusl
(schmidtkunz, diese stets kompetente radioansagerin; eine rehnatter, dachte er sich verhört.)

oja, viktring, maiernigg, schiefling. ab in den süden!

in eigener sache

entgegen anderslautenden (durchaus wohlmeinenden) behauptungen in verschiedenen medien (extra-) lege ich darauf wert, ausschließlich vagante musik zu fabricà®rn. auch keine schräge, da würde mir nämlich, so wie beim autofahren hinten in den kurven, schlecht, und was wäre das auch, schräg, das hängt doch ausschließlich von der beschaffenheit des horizonts des betrachters ab, wobei uns unser im ohr angesiedelter gleichgewichtssinn durchaus manchen streich zu spielen vermag.

anders gesagt:
man muss das selbstverständlich machen, was einem ein rätsel ist.
gert jonke

hundewurst. eine theorie

jeder fleischhacker kann ihnen bestätigen, dass extrawurstsemmerln im sommer am besten gehen, wie, so sagt man, die warmen semmeln gehen die mit der kühlenden wurst mitsamt gurkerl versehenen extrawurstsemmerln weg, jawohl.
warum aber schreibt man der extrawurst eine derart kühlende eigenschaft zu? meine private theorie ist durchgängig plausibel, deshalb trifft sie auch zu hundert prozent zu:
betrachten wir das äußere erscheinungsbild der hellen wurst, so drängt sich augenblicklich und ausschließlich das bild einer ebenso hellen hundezunge auf, und je wärmer es draußen ist, umso mehr muss das schwitzschwache vieh sie zum durch verdampfung kühlenden wärmeaustausch hinausstrecken, dazu das hecheln, ein bild hitzebewältigender behaglichkeit, das wir, akkulturiert wie wir seit jahrhunderten (man beachte den versteckten hund in jahrhundert) sind (noch die langobarden haben ausschließlich hundezungen in ihre sommersemmerln gegeben), greifen wir zum extrawurstsemmerl mit gurkerl, hundezungenwurstsurrogat, und tierlieb (herr dichand etwa – ich weiß nicht, warum er mir hier einfällt – tut bekanntlich anstatt macht auszuüben, nichts lieber als seinen ebenso paradigmatisch unsterblichen hund zu streicheln – oder sind beide längst ausgestopft oder gar in statu zombi?), tierlieb wie wir sind, ist das durchaus auch gut und recht so, malzeid.

ein bild, das meine theorie eindrucksvoll, wie ich meinen will, bestätigt, finden sie hier. – warning: you must be over 18. – i agree.

weiter

st. valentin, mittsommerabend, anfang juli. im frühroten widerschein blinken silberfische aus aluminium am himmel. mit etwas konzentration gelingt es, exakt elf stück zu zählen, und alle zieht es westwärts.
die europermeisterschaft ist endgültig vorbei.

Kausale Kaskaden

Bic bringt Wegwerf-Handy

Pharmariese Roche stoppt Aids-Forschung
Vater der Herzchirurgie Debakey 99-jährig verstorben

Papst in Australien eingetroffen
Saudi-Arabien: Siamesische Zwillinge getrennt

Schwere Unwetter mit Kugelblitz
Zwillinge für Angelina Jolie

(Quelle: orfon, 13.7.2008, 8.46)

NB (Disclaimer): Die Kausalitäten sind beliebig kombinierbar. Ihre vorliegende Anordnung folgt ausschließlich dem poetischen Empfinden des Autors zur Zeit ihrer Niederschrift. Engführungen bleiben den pt. Leserinnen und Lesern überlassen.

Halbe Miete

Regenbogenparade startete bei Sonnenschein
orfon

Gratuliere, fehlt(e) nur mehr der Regen zum Bogenschlagen, elahopp!

vorbildlich

du sollst dir kein vorbild machen
altes gebot

das mit den vorbildern. ist so eine sache. meistens geht es ja, wenn es um vorbilder geht, um enttäuscht habende vorbilder (bleiben wir bei uns): udo jürgens beim nasenbohren erwischt, hermann maier oder kardinal schönborn oder beide zusammen kommen mit ungewaschenen händen vom klo, haider ist nicht schwul.
igitt bzw. (kard. schönb.:) ogott.
menschen, die in der öffentlichkeit stehen und ansich eh so tun wie alle (nasenbohren, händewaschen, schwulsein), die aber so tun sollten, als wären sie nicht so wie alle, vorbildiche vorbilder halt.
und ein rechtes vorbild hat immer ein gepflegtes äußeres, scheitel wäre gut, jedenfalls gebändigtes haar, eine perfekt sitzende bügelfalte, aufrechte körperhaltung, neutralen bis ernsten blick, weil nur mit vorbildlich gefasstem blick fasst man zu fassende bösewichter, drecksgesindel, abschaum uaaaah kill kill kill (vgl. den endanfall des moderators – john cleese – bei monty python’s bicycle repair man) … tea’s ready – ‚m coming, dear.
misstraut den vorbildern. noch mehr aber denen, die auf sog. vorbilder hinweisen, sagen wir: landeshauptmännern, die auf eiserne (gebügelte) männer zeigen: so sollt ihr sein.
und haider ist ein vorbild, auch wenn er nicht schwul ist und wenn er nicht die seebühne übernimmt, sei es an immigrantengewässern wie dem neusiedlersee oder am reindeutsch redenden wörthersee.
es ufert aus.

eris quod sum
beliebtes memento

telekirche

heutzutage sind ja die meisten werbebotschaften mehrsprachlich, man gibt sich international oder zumindest global: shopping city süd (engl.-dt.), shopping city nord (engl.-dt.), auhof center (dt.-engl.), plus city (lat.-engl.); ich habe deshalb großeinkaufszentren als beispiele gewählt, weil dort in vervielfältigster weise waren zum verkauf kommen, die ihrerseits sich schnittiger polyglotter slogans bedienen.
bet-at-home steht auf plakaten, die ein sich zungenverklumpend küssendes paar mit atavistisch-ritueller gesichtsbemalung zeigen, man will uns weismachen (wir wissen es aus der fernsehwerbung), es sei ihr eigentliches, ureigenstes wesen, das sich durch fantomasgleiches abziehen ihrer im alltag der öffentlichkeit präsentierten visage unter einer gewöhnlichkeitsfratze verborgen halten musste, was für eine befreiung im kuss auf der brücke, festgehalten im bild.
bet-at-home, zweisprachige message, wohl eine fernseh- undoder internetkirche, ganzsicher ein evangelikaler verein, wie jene während der europermeisterschaft in der wiener innenstadt in großer anzahl ihre jugend zu einem jesusgeschenk machenden internationalistischen agitatorenhorden, sie locken die menschen aus den kirchen, bleib daheim, praise the lord und bete für den sieg, auf dass er unser sei und jesus loves you hallelujanuamoi, wenn du, bequem daheim, den elektronischen klingelbeutel angeklikkt hast und brav zu ihm beten tust, ämen!
warum das buntbemalte paar aber im freien herumschmusen muss, ich verstehe es nicht. sollen heimgehen, beting-at-home (es wäre okkulter undalso katholischer und so soll es sein).
aber das mit den vorbildern ist sowieso so eine sache, mehr dazu einandermal.

nicht hintenrum (sondern rein)

nichts hinausstrecken
aufforderung an die p.t. fahrgäste der wr. linien

ein aal ist rauer heißts über faymann. man entschuldige die plumpe assoziation, verpackt in der frage, auf welchem weg glitt man vaselinegeschmiert zum onkelhansherzen der krone, selbstausgerufener könig der herzen unsres heißumfehdet wildumstrittnen einemstarkenherzengleichen landes weit weg von europa?
ich wiederhole meine empfehlung, nicht nur fußballmäßig dem ozeaniencup beizutreten, als gegenwärtige listenposition dort wäre mit dreihunderneunundvierzig punkten statt der einhundertfümpften (weltweit) bzw. (eurozentrisch) dreiundvierzigsten die glorreiche und unumschränkte spitzenposition unser, ganze dreiunddreißig punkte vor neuseeland, wobei, das sei fairerweise (als loser ist man ansich weltmeister der fairness, ja, der herzen!) angemerkt, australien selbst dieser gruppe gar nicht angehört, sondern der afc (asian football confederation), aber umso besser, ist deren platz in okeanis frei, austria und australia, das geht eh nicht, aber nivellierung nach unten (australien: 668 pt), da sind wir auch weltmeister, sowieso, zumindest arbeiten wir dran, und es rutschtflutscht gerade gewaltig, danke onkelhansi, sagt dem fredi sein werner.
ein unbedachtes problem beim weg über die gastroentrologische route ist allerdings, dass du nur am herzen vorbei kommst und dann als olfaktorisch angereicherte heiße luft vorn entweichst, ein rülpser, pardon, sowas gehört sich nicht. und ein aal (engl: an eel), ebensowenig wie ein bandwurm, würde nicht verdaut, rückwärts schon gar nicht. eben.
mir graust.

putzig

dem weiß (weißer als weiß) hechelnden korbhündchen war ein gamsbart aufs köpfchen usurpiert worden, warum, darüber äußerlte sich das frauerl nicht. das gackerl strahlte noch spätnachts im mondenschein, so weiß, so rein.

heureka!

an ihren kennzeichen werdet ihr sie erkennen
alte verkehrsbehördenweisheit

die trainersuche hat ein ende. in der cottätzschschen chimanistraße steht schon sein wagen, man braucht nur noch den zulassungsbesitzer ausfindig zu machen um ihn unverzüglich, die zeit drängt, zu inaugurieren.
sein kennzeichen:  w-coach 1
vorerst wird auf asphalt geübt, mit dem rasen wird später angefangen.

ff (inkl. linkverzicht)

nun, da er schon seit zumindest vierzehn jahren frisurfrei hatte (er schätzte, daran konnte kein zweifel bestehen, diesen gedankenlosen zustand) sah er das plakat: www.eigenhaar.at
konnte man diesen aufruf verstehen analog zur empfehlung der medizin, vor aufwändigen eingriffen etwas blut in der höchstpersönlichen blutbank einzulegen, auf dass es einem beim, sagen wir: einbauen einer neuen hüfte beigegeben werde? also eigenhaarvorsorge, ein pensionssystem fürs selbstbewusstsein (das sitzt nun einmal, beweist uns eigenhaar.at, im haupthaar)? da hätte er am besten knapp vor seinem eintritt in den ernst des lebens (welcher bekanntermaßen für junge männer mit dem angeredetwerden als jungmann, in österreich: wehrmann, beginnt), unwiderruflich würde alles ernster, wolken über der stirn seine sämtlichen locken hinwegsengen, und er hatte fürwahr haare gehabt, wie ein jogibär oder eine spätgotische mariamagdalena in lindenholz.
die dreiundvierzig waren durch. es galt erhobenen hauptes und mit gesenkter stirn weiter zu schreiten, durch den ernst des lebens, wodurch auch sonst.
fiel fergnügen, frisurfrei etc.

orig. (2)

da war er, das original, und lange hatte er es nicht getroffen. nun war es aber so, dass, im freundeskreis, einst, etliche jahre wars her, a. dieses o., wie es redete (sehr wienerisch, mit etwas hohem stimmton und fa’lpappmmäßig forà§iertem unterkiefer, was diesen leicht weinerlichen singsang bedingte) zum am boden kugeln komisch nachmachen konnte, man hatte sich, wie es running gags so an sich haben, beinahe angepischt, wobei dazugesagt werden muss, dass man das original durchaus mochte, keine böswilligkeiten also, und man war ja wie gesagt im freundeskreis, in der gruppe, unter uns.
jedenfalls bei jenem jubelfest tauchte es auf, und der schlüsslreiz (rofl) setzte unmittelbar und gnadenlos (schlüsselreize kennen kein pardon!) ein. als er es eintreten sah, versuchte er vergeblich zu flüchten (sich im abseits – etwa im keller – einen ablachen!), da wurde er aber auch schon erblickt, und unverzüglich sang es ihm sein seaawaas entgegen.
aus wars.

orig. (1)

obacht vor originalen, vor sog. noch mehr. meist handelt es sich um eine fälschung.

hochgefühlt

von seinem sermon berauscht, erstmals, der jubilar (nicht von seiner rede berauscht erstmals, sondern erstmals als jubilar). zum jubilieren aber bedarf es reifer lebenserfahrung, möglicherweise eines geschenkkorbs, gefüllt mit früchten und wein und lindekaffee, wer weiß, auch einer festschrift.
oja, festgeschrieben seis, ein fundament fürs, später, monument.

spekulationsprobleme

wie das mit weiblichen islamistischen selbstmordattentätern im zweifellos unverzüglich erreichten siebten himmel ist, kriegen die 72 weibliche jungfrauen zur lesbischen unzucht oder kriegen sie 72 unerfahrene jünglinge oder doch eher 72 einfühlsam erfahrene und potente mannsbilder (müssen sie den mit der imaginierten obersten autorität – deren namen man nicht schreiben darf, sonst kann wieder jemand beleidigt sein wollen – vertraglich abgemachten preis annehmen oder dürfen sie doch selbst bestimmen, was und wie und mit wem und wie oft sie was mit wem wollen?). oder gibt es, sowohl für männliche als auch weibliche selbst dazu ernannte märtyrer doch nur, übersetzungstücke, einen schönen obstteller?
da du aber einen geschenkskorb auch in dieser (der irdischen) welt völlig entrüstungszwangfrei bekommen kannst (etwa ab dem sechzigsten geburtstag) dürfte diese gesetzeslücke eine auszunützende hoffnungsstrategie darstellen.
(allzu abgebrüht ist man von den täglichen listenberichten aus dem irak und afghanistan; würde dieser irrsinn einen permanent in aller tragischen tragweite beschäftigen, es würde einen zerfetzen, von innen und ganz ohne einen dafür zweckdienlichen gürtel.)

aneinand

fast fünfzig jahre waren sie nun verheiratet, und seit über dreißig gingen sie sich, täglich mehr, auf die nerven. jedoch, je älter sie wurden, umso mehr waren sie aufeinander angewiesen, hätten einander wirklich gebraucht.
die krücke, ein klotz.

gesichert

wovor die beliebten schutzhäuser in den großkleingartenanlagen wiens schutz bieten sollen?
auf der schmelz – vor der erderwärmung? (zur zukunft)
in der simmeringer kga neugebäude? – da ist gegenüber der zenträü. (schutz vor der zukunft? übersiedlung ins neugebäude?)
verwirrt besteige ich den 71er, stadteinwärts. es blitzt am stromabnehmerbügel. nicht geerdet, bin ich doch erleichtert.

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in eigener sache

dreieinhalb jahre täglich mütterlog, sowas auch und DANKE für ihre treue.
ab heute unterbleibt die kommentarfunktion, da von ihr kein gebrauch gemacht wird. für nachrichten bedienen sie sich bitte der rubrik senf am linken rand.

dezent trostlos

zentralfriedhof, die nekropole.
rechts und links vom ausgang der verabschiedungshalle, grandiose trauerarchitektur, hochgestellte granitquader mit oben einer eingelassenen schale, in der mitte ein loch. seitlich in klaren lettern die beschriftung: kein mistkübel – nur für asche.
wo wäre, konsequenterweise, der mistkübel zu finden?
(ich kann es mir nicht vorstellen.)

vorbei. und weiter | em-bulletin (22)

doch auch wiener madln müssen sterben,
wenn der herrgott es will

georg kreisler, der tod, das muss ein wiener sein

die älteste österreicherin ist gestorben, haben sie gemeldet.
das verstehe ich nicht, weil wenn die älteste österreicherein gestorben ist, gibt es ja gleich (unmittelbar, sofort) eine neue, gewissermaßen junge älteste österreicherin, dann die nächste, noch jüngere älteste österreicherin undsoweiter, bis alle ältesten östereicherinnen gestorben sind und österreich nurmehr ganz junge östereicherinnen hat, die sind so jung, dass sie, selbst wenn sie der tod mit dem berühmten kreislerschen na kum scho holen würde, selbst dafür zu jung wären, so ist das und so ist es natürlich auch viel besser.
oder hat die so besehen alarmierende meldung doch nicht (oder nur scheinbar) der verewigten einhundertzehnjährigen greisin (im februar noch feierte sie ihren hundertzehnten geburtstag) aus graz gegolten, sondern jenem im august 1908 der lösserde zu willendorf entnommenen, bewusst also erst hundertjährigem (bitzie, das ist doch kein alter nicht heutzutag) diluvialen dornröschen, welches im gegensatz zum echten hundert jahre nicht geschlafen hat, vorher dafür aber ein zeitl, und so gesehen wäre es schon lange her, dass die älteste österreicherin gestorben ist, wenn sie das so auch gar nicht gewusst haben dürfte, nicht einmal die tieftrauernden hinterbliebenen, und man hat ja auch den partezettel bis heute nicht gefunden, wir kennen die namen nicht, vielleicht waren es amend gar keine österreicher, keine österreicherin die älteste österreicherin, und dieses land kann weiter altern, vergreisen, ohne dass ihm die ältesten österreicherinnen lawinenartig hinweggerafft werden.
mit dem ende der fußballeuropermeisterschaft werden dann auch die polizisten zu lächeln aufhören dürfen, alles wird ehrlicher, wir sind wieder unter uns, altausseher, bad ausseher.

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draufsichten

mit dem ende der fußballeuropermeisterschaft werden dann auch die polizisten zu lächeln aufhören dürfen, alles wird ehrlicher, wir sind wieder unter uns, altausseher, bad ausseher.
kroneleser seit em und je em und immer wieder immer wieder.

grrrrrrrà» – hhn? | em-bulletin (21)

die tauben wiens, würstlständige geier. füttern verboten, mahlzeit!

wie bitte?
ernst jandl

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draufsichten

wir sind im finale. wenn schon nicht wir altösterreichischen kroaten, die was ja von den neuösterreichischen türken hinausgeschmissen worden sind aus europa (oder sinds die iren, die was die krowotn nicht nach europa kommen lassen?), deutschland (österreichische beutehymne, irgendwas war da noch, ich habs vergessen) und vor allem aber spanien (die habsburgerlinie, man gehe ins kunsthistorische museum erster stock rechts vorne das eck und erfreue sich an den velazquez), das ist doch nix anderes wie österreich (gut, holland wärs auch gewesen, ebenso die schweiz – weil wo steht denn die habsburg alswie oberhalb brugg ag), umso mehr als noch der zukünftige altkanzler mit seinem widerlichen europäischen kronenkriechbrief sich der dichandokratie undalso der krone unterworfen hat, der kommentator hat schon schön geübt, wenn sie das spanische thronfolgerpaar gezeigt haben, königlicher jubel kann auch ausgelassen sein, dem ist sicher dabei jedesmal ein achterl ins hoserl gegangen, deshalb auch die manchmal recht langen kommentarpausen, die für nichts anderes als zum hosenwechseln gebraucht werden, nach dem royalistischen einwischerln (achten sie auch beim finale drauf, es ist mit der gesamten hl. familie zu rechnen!), einen königlichen sportkanzlersposten wird der inkontinente fernsehsprecher dafür von hans dem untoten (weshalb sich eine kennziffer, etwa dem ersten, erübrigt) als erblehen kriegen.

ehestens | em-bulletin (20)

in österreich wird jede zweite ehe geschieden, hat die statistik austria herausgefunden.
selber unterverheiratet (was nichts zur sache tut), kann ich so eine rechnung nicht verstehen. das würde ja bedeuten, dass, bis es soweit kommen kann, dass eine (die zweite) ehe geschieden würde, zuerst einmal eine zeit der (statistisch erfassten!) bigamie dieser (statistisch verlangten) scheidung der zweiten ehe vorausgehen müsse, worauf wieder zur ersten ehe zurückgekehrt würde undsoweiter. was mich, denken wir an liz taylor und andere, freudig stimmt, ist, dass die ehen von numero drei bis infinit keiner weiteren scheidungen bedürfen. einen sonderfall (und damit belege ich kurz mein seitenblickendes interesse an rubriken wie leute) stellt das sparmodell der westlichen welt, die dame mit den klumfüßchen und den schönen zähnen (es müssen deren mindestens vierzig sein, so übernatürlich bezaubernd und normal, wie du und ich lächelt sie) dar, die mit ihrem ebenso unerträglich attraktiven ehegespons namens seal (engl., übersetzbar als: robbe, seehund; plombe, verschluss, dichtung und, das wird wohl gemeint sein: siegel) jedes jahr aufs neue heiratet, weil wer so glücklich ist, für den dauert die ewigkeit maximal ein jahr, sicher ist sicher, und jede zweite wird sowieso geschieden, wissen wir, und so sammeln sich, gleich den milchmännern bei monty python’s, siegel um siegel im hause klum an, klumpen sich zusammen, ein paar seehunde werden auch dabei sein, und soll sie doch froh sein, dass sie nicht mit john malkovich verheiratet ist, in erster ehe.

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draufsichten

em: spanien will ins finale
em: russland will ins finale
em: türkei will ins finale
em: deutsche: “jetzt werden wir europermeister!“

(teilw.) orfon

merke: du kommst höchstens so weit wie das von dir gesteckte ziel.
allerhöchstens.
(möglicherweise.)

antiorch | em-bulletin (19)

was orchideen verunmöglicht: überdüngte wiesen, aber, umgekehrt, wenn man ihnen nicht eine regelmäßige mahd angedeihen läßt, weil sie ansonst verbushen, da kann keine hyazinthe noch frauenschuh keimen, erzählt der kundige forscher vom leben der natur.
wenn doch amerika im nationalpark gesäuse gelegen hätte die letzten acht jahre. hat doch das universum auch einmal ganzklein wo hineingepasst (schon gut, dieses wo war ortlos, jedoch: amerika gibt es nicht, bichsel hat es bewiesen!).

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draufsichten

beide mannschaften hatten zu lange zu gut aufgepasst. für eine derart unglaubliche verteidigungsleistung aber sieht das reglement ein strafgericht vor. in den minuten nach der verlängerung verdichteten sich also derart die torchancen aufs dramatischste: das auselfern.
und herr berluskoni kommt nicht nach wien, immerhin.

Fußwarm, frequenzsteigernd | EM-Bulletin (18)

Im Montafon werden Hotelbetten knapp, textet orfon in seiner Tourismusbesorgnis gewohnt platzsparend. Ich schlage vor, die Montafoner Bettfußenden nicht mit den rustikalen Begrenzern (das M. ist ja nicht der B. Wald), also Querbrettln zu versehen, sondern den Füßen der Schläfer den über das knappe Bett hinausragenden Luftraum zur freien Verfügung zu stellen bzw. legen, es ist ohnehin Sommer, Juni, das Blut kocht, und aber bitte keine Socken nicht, das ließe nämlich das Partnerliche gefrieren; im Winter kann man dann eine spezielle montafoner Fußsackdecke anbieten, denkbar wäre auch Warmluft-on-Demand für die Füße, den Montafön®, ein kleiner Adapter beim Verflachungsbildschirm genügt.

Draufsichten

Das Hollandspiel, khakifruchtfarbener Elchtest für alle Flachbildschirme.
Verloren.

bekehrt | em-bulletin (17)

was machen eigentlich die rauchfangkehrer nach 9.00 uhr? ich meine, das jahr über, nicht wenn es mit aufgehaltener hand (wie man mit einer solchen supinationen haltung putze?) an den weihnachts- und neujahrsbrieftaschelkehraus geht: egal wo du wohnst, der gnadenlose glücksbringer kommt eher um halbsechs als um halbzehn, gnadenlos wach stapft er herein, und findet er was, das es zu tun gälte, verweist er aufs büro, da, machen sie sich einen termin aus. eh freundlich, jaja.
johannistag. der winter kann kommen.

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fanartikel der ausgeschiedenen länder
– 25%
ausgenommen österreich

ätschbätsch, wir sind noch dabei, unverwindbar.

verbunden | em-bulletin (16)

ernsthofen, nebenbahnnebenan, der satellitenschüsselwald in der eigenheimsiedlung. je größer der teller, umso informierter ihr förster.
oja, antennenwärter, strahlenimker leben da, das surfen ein schleudern.

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ich, ich, ich, ich,… schon nach dem viertenmal ein sinnloses wort.
lars gustafsson, der tod eines bienenzüchters – das beschädigte buch iv:4

türkiye (3x)
hrvatska (3x)
(…)

nach einem selbstversuch (einmessstufe: drei viertel) muss ich sagen: so richtig inhaltsvoll ist das mehrmalige rufen eines namens auch nicht gerade oder.
(gilt auch für andere ländernamen, ebenso für gottheiten undoder automarken.)

Dominante | EM-Bulletin (15)

Sie muss die Schwester oder die Cousine vom Herrn Spitzl gewesen sein (die Frau war sie nicht, dafür roch Herr Spitzl mit seinem gustavgansgewellten Haar etwas zu rosenholzig), die Logopädin, eigentlich eine Sprechdomina, alle vierzehn Tage kam sie ins Konferenzzimmer im ersten Stock, man wurde ihr einzeln zugeführt, ihre knochigen spitzen Finger schlossen sich wie Schraubstöcke an deine Kiefer, und mit aufgepresstem Mund musstest du Sätze sagen wie Susi sitzt auf einem weißen Sessel, das sagte immer wieder ernst und streng vor, eine Brille hatte sie auch, an einer Kette, wie auch sonst, ansonsten war sie geruchsneutral, immerhin, vor dir musstest du den vom Papa ausgeborgten Rasierspiegel halten, damit du in dein Maul schauen konntest, die Zunge rollen, alles umsonst, und Manfred Salat hatte es allerdings besonders schwer, das s im Namen (Wie heißt du? – ßalaat), Manfred war vor dir dran, sie überzog mit ihm regelmäßig, weil er, es half alles nichts, solange ich ihn gekannt habe maximal in der Lage war zu ßußi ßitßt auf einem weißen ßeßßel, und würdest du ihn heute treffen, es gäbe keinen Anlass anzunehmen, dass sich irgendwas geändert hätte, und womöglich hat er auch das Wochenendhaus in Steinbach von seinen Eltern übernommen, Angestellte, das hatten sie davon.

Später erfuhrst du, nicht von der Logopäderastin, dass du beim Sprechen die Zunge nicht über die Zähne hinausschieben durftest, und das Problem löste sich wie von selbst auf. Wie das aber ohne die Grundausbildung im Konferenzzimmer nachm Salat gegangen wäre, wir wissen es nicht.

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Beide Mannschaften können nicht gut verlieren, hat es über die Türkei und Kroatien geheißen, gemeint waren wohl die von ihnen symbolisch elffach vertretenen Landsmänner und -frauen, vor allem aber auch ihre in Ottakring und Floridsdorf in guter Nachbarschaft lebenden, hierher ausgewanderten Anhänger mitsamt ihren hier aufgewachsenen und aufwachsenden Angehörigen.

Als Österreicher in zweiter Spur (sympathisch: Etliche haben zweierlei Fahnderln auf ihren tiefergelegten BMWs und spurverbreiterten Golf GTIs, doppelte Patrioten; das nimmt Druck vom künstlich efpeösterreichisch postulierten Kelomat und auch den faulenden orangen Wind aus den Segeln am Wörthersee) sollten sie aber bitte doch schön langsam anfangen sich zu integrieren: Verlieren, wenn man es nicht kann, kann man lernen, zumindest studieren, auf österreichischem Rasen kann man da zu jederzeit etlichen Stillstand, Rückzug studieren, Österreich, beinahe Weltmeister im Verlieren, aber jetzt ist ja nur die Europermeisterschaft, und beim Segeln werden wirs euch schon noch zeigen in Beijing oder war da noch etwas?, achja Roboterfußball, das geht auch im Winter.

yn | em-bulletin (14)

wer sind die dynamischen licona-models auf den umschlägen der so dringend beliebt wie benötigten selbsterfolgs- und ich? – a geh!-management-ratgeber, sowas von erfolgreich, alle!?
wo kann ich mich mit den meinigen impulsgesten bewerben?

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why’s evrerybody always kickin‘ at me?
nach: charlie brown (the coasters)

nochwas für die (=uns), gegen die immer wieder gehaxlt wird. wir zahlens euch heim, und die schwalbe wird beim schifahren (oder, besser: beim schispringen, dort, noch besser: der albatros) eingeführt, mit haltungsnotenbewertung, hundert punkte, mindestens.
und für den fußball gibts den phönix als trophäe. schmeckt am süßesten noch in der asche.

Damisch | EM-Bulletin (13)

Vor den vielen Damen floh
Er verdutzt aufs Damenklo
Heroische Legende

Sommerfestwochenpressekonferenz. Die liebenswürdige Intendantin (rührig, das wäre abwertend) mit ihrer Damenrunde, er war als Geschäftszweck (Künstler) geladen. Alles komplett.

Dass er sich auf der Damentoilette verbarg, muss als unbelegte Legende gelten. Im übrigen war er, außer im Freien (in den Schnee etwa), überzeugter Sitzbrunzer.


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Die Biene spricht sich durch Summen Mut zu.
Harald Gsaller

Fußballfans fleissiger Völker, wie mutig, wie unermesslich!

Am Morgen danach: heiser bis aphon, immer aber noch mächtig mutig.

obacht (2) | em-bulletin (12)

nachfrage, und weil er in gmunden hölzern zur eröffnung fest reden wird: wem sähe franz welser-möst ähnlich? jack unterweger?
obacht!

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öfb: optimistischer blick in die zukunft.
orfon, 17.6.2008 (nachmittags)

seitenwechsel: pessimistischer blick zurück (über die schulter, s’ferscherl, rückziehernd).

undaber: im hoffen ist (bis aufs h) alles offen.

bleiben wir realistisch. (…)
äh, blei-ben?! unmöglich!
wir sind österreicher, immer wieder.

obacht (1) | em-bulletin (11)

pressegespräch.
ob der aus amstetten sei, fragt einer feixend, wie er christoph ransmayr am titelbild der heurigen salzkammergut festwochen sieht, bru ha ha.
reflexartig fahre ich ihn an: sind sie kulturredakteur? – nein – ist auch besser so! (ende des brüsken dialogs.)
es war kein journalist, der so einen (man entschuldige die – hier notwendige – tautologie) dummen blödsinn verzapft hat. schlimmer: künstler, dirigent.
im august werde ich zu don giovanni helfen; der steinerne gast, er möge ihn vom podium mitnehmen. künstl. tiefschlaf, zumindest.

ransmayr indes stammt aus wels, und er ist nicht desolat.

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montag, ärztestreik. prominente fiebern in ganz wien mit. ob es und was es geholfen hat, wird sich mit wissenschaftlicher gewissheit letztlich nie ganz sagen lassen können, der österreichische verbmodus war und ist seit eh und oje der zweite konjunktiv, am dritten wird gearbeitet, die beta-version liegt vor, bereit zum herunterladen.