mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Klonkleid

Der Kunde: Gott hat die Welt in sechs Tagen erschaffen, und Sie schaffen es nicht, mir in sechs Monaten eine Hose zu machen.
Der Schneider: Aber, mein Herr, sehen Sie sich doch die Welt an, und sehen Sie da Ihre Hose!
Samuel Beckett, Die Welt und die Hose

Hosen aller Art
Repliken!

Geschäftsauslage, Wien Hernals

Ja, bitte, da hätte ich gerne eine original Nachbauhose von – hmm – Clementine? Oder nein, wissen Sie was, machen Sie mir doch die Hose, die sich Claus Peymann gekauft hat, bevor er mit Thomas Bernhard essen gegangen ist!

einer für alle

red bull naturtrüb
produktlinienvorschlag

bei den imbissbuden am runderneuerten westbahnhof, in (besser – die inhalte sind so beschaffen wie die so zeitgemäße äußere form der geräte – auf) deren flachbildschirmen sie immer noch panischer für immer noch künstlicheres mit der immer noch ursprünglicheren ursprünglichkeit ihrer speisen und getränke werben, während alles noch sauberer organisiert abläuft, haben sie – erstmals in österreich – ein zentral befüllbares speiseschlauchsystem installiert, mit jeweils vorgeschalteten decoderchips, die dann die ansichts- und auslieferungsseitige produktdiversifizierung vornehmen: tiramisu, dürüm, sushi, kaffee, marillencroissant, käsekrainer. nach anfänglichen softwareadaptionsproblemen beginnt es schön langsam halbwegs rund zu laufen.
mit dem kauf der behaupteten ware erkläre ich mich mit qualität und lieferumfang einverstanden. eine kurze blick- und geruchskontrolle wird vom verkaufspersonal vorläufig noch empfohlen. es gibt nur zufriedene konsumenten.

erwache

erwache!
richard wagner, parsifal

naa
promptestmöglich-umfassende bellantwort des bmu-k&k-ministerialportiers, concordiaplatz, auf die frage tschuldigns, kann ich bei ihnen was für die sektion fünfstrichzwei abgeben?

wien im frühling. manches noch lässt auf sich warten. anderes war schon immer da, jahreszeitunabhängig etwa der unfassend umgesetzte servicegedanke. aber immerhin, nach dem erklimmen der fünften etage, eingereicht wäre.
weiter warten auf den frühling.

Sonnenverfolger

Alles minus Sonne
Einwortlandesverfasstheitsbeschreibung
Ö1, Vom Leben der Natur: Sonnenflecken und magnetische Stürme*

Wir danken Werner Pötzi für seine anschaulichen Hinweise und wollen hoffen, dass er sich jedesmal brav seine Dunkelbrillen aufsetzt, damit er sich nicht blenden lässt. Wie man überhaupt aufpassen soll, sich nicht blenden zu lassen von Wemoderwasimmer. Pötzi wird sich, ist zu vermuten, bei der letzten großen Sonnenfinsternis in Österreich (11. August 1999) mit Spezialbrillen bis zum Finalen Sonnenuntergang ausgestattet haben, was ja in Kärtnen, wie wir wissen, schneller gegangen ist als anderswo. Im Rahmen der im Bergbaumuseum Klagenfurt ideell verorteten Investigationen zum Sturz des Phæton und seinen privaten Weltenbrand sollte man dringend dem Sonnenobservatorium auf der Kanzelhöhe einen Besuch abstatten, am besten nachts und unangemeldet: Herr Pötzi, der sie uns den Sonnenverfolger so plastisch erklären können, wo waren Sie von 10. auf 11. Oktober 2008? Haben Sie jemand verfolgt, nachts, wo es keinem auffällt?

Kärnten, Österreich: Es gilt die Unschuldsvermutung.

___________________
* Zitat: In Österreich wird die Sonne am kärntner Sonnenobservatorium Kanzelhöhe beobachtet. Das Observatorium wurde in den 1940er-Jahren gegründet, um im Krieg den Funkverkehr besser einschätzen und vorhersagen zu können. Heute erfüllt das Observatorium alle Aufgaben einer modernen und international vernetzten Beobachtungsanstalt – mit dem Schwerpunkt Sonne.

ad fontes

wohin soll ich mich wenden?
franz schubert, kompassmesse

diätpalatschinke mit schlag
dessertempfehlung, berggasthaus nell

der schweinsbraten samt lauwarmem krautsalat war von einer mürbe, die ihresgleichen nicht kannte, und auch der zwiebelrostbraten bohrte sich mühelos in die allertiefsten kulinarischen fundamente aus der nur selten zutritt gewährenden erinnerung reinsten glücks, jener pursinnlichen sphäre, in die begriffe nur mindernd eingreifen können. und da reden wir noch gar nicht von der suppe.
man muss den berg hinauf, wenn man zu den quellen will, sagten sie sich bei der talfahrt. zum antritt der – unausweichlichen – fastendiät wüssten sie, wo sie sich hinzuwenden hätten. das beruhigte ihre besorgten magennerven. der schlag in die magengegend, was für ein segen!
man beließ es beim lesen der dessertkarte. für diesmal.

quarantäne!

forscher erfreut: modellwurm ist krank
jubelmeldung, orfon

es handle sich um den faden wurm c. elegans, und die forscher, berichtet das leitmedium, könnten darüber nicht glücklicher sein.
also bitte, gemma gemma, was stehts ihr noch so rum (zitat, z.b. im weißen rössl)?! – es gilt, augenblicklich rascheste maßnahmen einzuleiten. zuallererst nehmt neu maß, an allem und jedem. es scheint, man nimmt wieder zu. auch wenn es sich noch zieht.
zeitgleich betoniert, wolfgangseeweit, alle lande- und laufstege. und wolfgangsee, das sind wir alle.

(vor übereilten maßnahmen wird gewarnt.)

Sauber, so sauber

Im weißen Rössl, dieser heile Nachkriegsknistererotikthriller mit Waltraud Haas, der Doris Day des österreichischen Films.

Und Peter Alexander? Rock Hudson.

Hm.

rücktrittnachsichtsvorschau

noch einmal zu den zurücktretenden dinosauriern. zum einen wäre da die frage nach der zulässigkeit der bezeichnung neue dinosaurierart. als alter saurierfreund tendiere ich dazu, eine solche zulässigkeit zu bejahen, und unmittelbar in dieser bejahungsabwägung taucht die – epochale! – frage auf, die einst otto m. zykan im auszählreim gestellt hat, nämlich wissen die dinosaurier eigentlich, dass sie ausgestorben sind?
wir wissen: sie wissens nicht. bis man sie nicht zum zurücktreten (immer: aus freien stücken!) bewegt. dann aber geben sie den schaden, den sie durch ihr breitmächtiges auftreten verursacht haben, vorsorglich und kreidefressend nachsichtheischend, als größer an, als auswärtige beurteilungsinstanzen (der schönbrunner zoo? – im falle höhergradigen ausgestorbenseins: das naturhistorische museum?) fürs erste annehmen würden. sie aber, mesozoische epochengenossen, werdens wohl besser wissen, ob sie eher in der trias, jura oder, nunja, kreide stehen.
in nordkorea gäbe es, sauriermäßig, noch viel zu erforschen.

und otto, der ist eindrucksvoll getöselos abgetreten. wie wir wissen ist er am himmelfahrtstag vom radl gefallen. ob er, zuletzt, den rücktritt betätigt hat? ich werde mich erkundigen. (müssen hätte er nicht.)

zurücktreten

neue dinosaurierart entdeckt
orfon, 23.2.2011

immer wieder interessant, die nachrichten aus orfonistan. während anderswo, wüstennah, alternde saurier mit (bewundernswert mutigen!) fußtritten verabschiedet werden, werden neue zutage geschafft, der bedarf ist ja, das ist bekannt, gigantisch, wir vernehmen dieser tage das fußscharren vorm einsetzenden gerangel beim antichambrieren unserer europäischen regierungen und konzerne bei den sich als möglicherweise potent herausstellenden neuen obenaufschwimmern im treibsand nordafrikas. immerhin, es gibt hoffnungen, dass die neuen fundamente nicht nur stabil, sondern auch heuchelfrei tragfähig sind.
zurück zu den lieben dinos, konkret zum neuen alten. ein pflanzenfresser soll er gewesen sein, er hat wohl versteinertes urgemüse gemampft, urlieb jedenfalls, der kreidepanda, aber mit kräftigen haxn (der dino mit den donnerschenkeln, texten die orfon-praktikanten in gewohnter eloquenz), er soll demgemäß mit allergrößer kraft zurücktreten haben können (einem museumsdirektor ist das nun auch geglückt – wir gratulieren!), und, wenn ich das richtig verstanden habe, soll er auch ein donnerglied gehabt haben, und ich glaub, da gibts jetzt bitte ganz sicher nichts zum näher vorstellen.
nun aber zurück aus utah ins museum für angewandte kunst und, am zweiten kanal, in den norden afrikas.

knollennaseweis

knollennaseweis
Produktaufschrift, chinastämmig

Suchstuwas? Brauchstuwas?
Nachfragenachfrage, Straßenhändler (urban)

Früher, wie es den ersten ganz billigen Ramsch gegeben hat – etwa die ersten Plastikmatchboxautos, die beim ersten Draufschauen weich zerbröselt sind – hat sich sehr bald dieses paradigmatische Made in Hongkong als Synonym für, eben, ganz billigen, schlecht (d.h. eigentlich, im Sinn einer nachhaltigen Ramschigkeit: gut) gemachten Ramsch eingebürgert, wäh, da konnte man noch, sich dabei billig nobel fühlend, herablassend auf unsere europäischen Werte wie die mehr oder weniger original Matchboxautos pochen, so sicher konnte man sich sein, dass sie (zumindest die originalen) wirklich in England erzeugt wurden, das Wort outsourcing hat es noch nicht einmal auf Deutsch gegeben, es war schon eine schöne Zeit damals, die Zitronenfalter sind noch herumgeflogen, und Kohlweißlinge galten als Schädlinge und nicht als schützenswerte Rarität, zumindest in Omas Garten. Und der Knoblauch hatte noch Zehen und keinen Klumpfuß, saftige Zehen, und die dünne Schale hast du kaum herunterfizeln können, weil die Zehe derart aromatisch gesaftelt hat und entsprechend gepickt.

Längst hat Prinz Charles Hongkong den Chinesen zurückgegeben, China hat sich erstaunlich homogenisiert, weil anders kannst du so ein Riesenland ja gar nicht verwalten, als wenn du ihm eine gewisse Einheitlichkeit verleihst. Diese Uniformität schwappt nun westwärts, sie kommt stämmig, aber artig daher, lächelt devot und weiß: Die Zeit arbeitet für uns. Schauen sie nur in Venedig in ein Caffè. Nein, keines am Markusplatz, dahinter, Castello, San Zaccaria, in Cannaregio, in der Via Garibaldi, wurscht wo: Längst ist zumindest jedes zweite in chinesischer Hand, wenn es auch (noch?) original italienischen Caffè gibt.

Woher sie den Beinaheknoblauch haben, braucht nicht erwähnt zu werden. Nur soviel: Es gibt ihn beim Billa, und den (dort: La Billa) gibt es auch in Venedig, und versuchen Sie nicht dahinter zu kommen, warum sich der mit einem so aussprachebequemen Doppelbuchstaben schreibt.

tri(nit)as?

papier – stein
bürobedarfshandel, münchen

ob die auch scheren in ihrem sortiment führen? – konsequent wäre, man muss sie sich in ehrlichem knobelwettstreit erspielen. obacht also vor dem stein – wickel ihn in papier doch ein!

gut am weg (2)

kein fernseher, krone vergessen, kein heute ausgelegt – was bleibt bitteschön den frühvormittagszugspassagieren wirklich anderes übrig, als sich ein- und zuzuottakringern, dreimal kommt das wagerl vorbei, das geht sich einigermaßen aus.
das ziel ist nah.

gut am weg (1)

der alte hatte sein leben lang rege daran gearbeitet und war nun knapp vorm ziel: die an endgültig allem völlig interesselose totale vertrottelung. sein sohn der lokführer (immerhin hatte er bei früheren geschwindigkeitsttestfahrten im führerstand dabeisein dürfen) lag einigermaßen gut im rennen: reduktion der sozialen kontakte, rückzug auf die gottlob weitgehend heil inszenierbare familie, kontakt (singular) zur außenwelt übers (vielkanalige) fernsehen, krone, ehklar. in der freizeit (und bald in der frühpension) wurde gebastelt, modelleisenbahn, was denn sonst, so wohltuend echtmenschenfrei befehlen konnte man da, und es wurde gehorcht. das enkel indes aber war schlau und hatte alle von vornherein rechts überholt. keine temporären zwischenerhebungen, nichts, das zu unnötig frohen hoffnungen anlass geben hätte müsse – und wozu denn auch.
züge rasten in tunnels, bevor diese fertig gegraben waren bzw. sind.

mission impossible

treibende eisberge
populäre schifffahrtsroutenwarnung (1912)

und dann noch, es ist valentinstag, auflauernde missionarinnen, vor den maltesern in der kärntnerstraße, schnittige chamoisfarbene überhänge haben sie an, auf ihrer dienstbekleidung steht, sehr zeitgeistadressierend, i’m on mission, das soll vermutlich witzig gemeint sein. wirkt aber nicht viel anders als die ärmellosen gelben wattejacken der döblinger övp-regimenter im vorletzten präsidentschaftswahlkampf, und auch als fronthelferinnen (rein sanitärdienstmäßig, versteht sich) gingen die jungen damen gut her.
verdammt, lasst endlich die unselige missioniererei, lasst den menschen ihre seele, ihr herz, hirn, eier, und auch ihren bauch. wer will, kann ja mitmachen. aber mission: bitte nimmermehr!

hirtig

diese christliche hirtenmetapher, diese fatale. weil weshalb kümmert sich ein hirte denn um seine herde, als einzig zum zwecke ihrer (milch, fleisch) verwertung? – wenn es sich nicht um ein tierasyl wie dem tränendrüsen und pensionistenbrieftaschen vor rührseligkeit eröffnenden gut aiglhof handelt; da funktioniert die herdenverwertung auch, halt auf der mitmenschlichkeitsschiene.
ausgenutzt aber wird, da wie dort, von spenden und mitgliedsbeiträgen getragen, jedenfalls, amen.

ü-bahn-pilger

der herr erzbischof mit seinem mattmilden lächeln, den schäflein zu, in der u-bahn, ein einfacher fahrgast, und auf der rolltreppe zum erzbischöflichen palais fast so etwas wie ein katakombengastgeber, so demütig mattmild, dieses gütige gesicht, von dem der erzmaler fuchs einmal gesagt hat, er könne wohl alles und jeden malen, nur den nicht, eben weil er so ein gütiges gesicht habe.
weiter in den untergrund, südwärts, hinauf, fernsprechbetriebsamt taubstummengasse.
dieser demütige untergrundkirchenoberhirte.
(gar freudig) erkennend zurückgeschaut hat übrigens keiner.

timing, postzenital

zeitgleich dem großen (wofür wir ihm alle dankbar sind) weltverharmloser tritt auch der schalkgott ab.
notieren wir den zwölften februar als das datum, an dem jeder samstagabend (der im fernsehen war stets fieberfrei) endgültig abgesagt war, für immer vorbei.

völlig überlebt

jetzt war die nach-heil-heile nachkriegswelt endgültig abgetreten, und morgens strömte alles noch zahlreicher als sonst zu ihrem vorschauaushang, den ausgehängten partezetteln, sich des nochlebens noch strohhalmiger versichernd.
würde man dereinst einen besonderen nachruf veröffentlichen auf jene letztüberlebende person, die – gefangene waren im unterhaltungskessel der sauberen harmlosigkeiten keine gemacht worden – bei einer peter alexander-show im publikum gesessen hatte?!
es würde auch das vergehen.

theaterskandal

in der pausenpanisch vollen operntoilette aus dem einzigen auch zum niedersitzen geeigneten häusl mit noch nicht ganz geschlossenem hosenstall herausstürmen und wirren blicks ich war’s nicht! ich war’s nicht! skandieren.
was für eine heimliche lust. ausgelebt im kopf, das vergnügen.

umwegig direkt

als er mit dem obus in die kurve bog, gab dieser ein pfeifen von sich, dieses salomepfeifen, mit einer selbstverständlichkeit, als wäre die österreichische erstaufführung 1906 nicht in graz, sondern in salzburg gewesen, und wer da erst alles angereist wäre, nicht nur puccini, schönberg, mahler, hitler, zemlinsky. oder war es doch die via die große septime in die oktave fallende flöte aus der neunten bruckner?
salzburg jedenfalls war irgendwie gerne größer drauf, dachte er sich wieder einmal, diesmal, obusinspiriert, zum ersten mal bewusst.
weiter, klagenfurt.
wo das noch hinführen mochte?

relativ smart

je älter das bild
umso jünger
schaust du drauf aus

photographische binsenweisheit

nein, sagte die ausstellungseröffnungsbesucherin mit der pergamenten durchscheinenden haut, sie könne sich die verwechslung mit jener – zugegeben populären –außenhandelsberuhigenden versalienkünstlerin mit der zigarettenschachtel nicht erklären, die sei doch wesentlich älter.
aber sie, sie sei auch künstlerin, gab sie ihm später ihre visitkarte, auf der auch ein portraitbild von ihr abgebildet war, das sie darstellen sollte, wenngleich dieses bild wesentlich älter war als die dame, die es ihm überreichte.

geschüttelt, rührend

die geplante glocknermaut sorgt bei den radfahrerverbänden für kopfschütteln.
radiomeldung

jetzt stelle man sich diese kopfschüttelnden radlfahrer vor, wie sie in die kurve und aus der kurve und auf der geraden in einem fort nichts anderes tun alswie mit dem kopf zu wackeln, wie so ein eserl oder dackerl im fond von einem seniorenauto, daneben die makrameedecke, den ganzen glockner, was für ein bimmeln, die pummerin, deren klöppel gegen einen leichteren ausgetauscht wird, ist nichts dagegen.
achja: wie werden radfahrer eigentlich verbunden?

nachtrag, 11.2.2011: das kopfschütteln hat ein ende, die maut wurde abgeblasen. für alle unbeteiligten gilt nach wie vor die unschuldsvermutung.

nachtrag zum jonktag

zum ersten licht, gegen halb sieben, am hang unterm friedhof: der erste vogelsang.
8. februar: sie sind da.
kirschhackeramseln et al.
später, krähen, sich entfernende rettungssignale.

doppelachtzig

wer ist wie die göttin?
zusatzgeburtstagskindseigenname, trivialübersetzung

eine nachgerade total zu bezeichnende geburtstagssaison ist das dieser tage, und jetzt genügts dann aber. zum einen also thomas bernhard, gestern hier schon erwähnt. er nützt ihn aber nimmer, dieser erzsatyr. und viel wird geschrieben und geredet, hier auch von mir. ist ja kein vorbeikommen.
dem andern, philipp mit doppel-pe, gratuliere ich sehr gerne persönlich – und, dreifaltig, im juni, zu graz, unverzagt.

soisserhalt (zum geburtstag)

NOVENE ZUM HEILIGEN JUDAS THADDà„US
IN GANZ AUSSICHTSLOSEN ANGELEGENHEITEN
diese novene muß 6x täglich konsequent 9 tage lang gebetet werden.
9 exemplare dieser novene, müssen jeden tag in einer kirche ausgelegt werden.
spätestens am 9. tag, wenn nicht früher
und ward noch nie unerhört.

(gläubisches originaltranskript; in welchem betzentrum das rückseitig notierte zaubersprüchlein ausliegt, wird – unter dem siegel der verschwiegenheit – auf nachfrage gerne mitgeteilt)

gert jonke, einen tag vor thomas bernhard geborener, was ihm entschieden mehr fröhlichen irrsinn, gänzlich gallelosen (man könnte auch sagen: karamelligen) irrsinn, gegeben haben dürfte. mit ihm zu sein, es war so ein geschenk, seine heilige sturheit, die einem nur ein soisserhalt übrigließ (alles andere wäre auf kosten seiner fraglosen, immer präsenten unbedingten authentizität gegangen), dieser undirigierbare dirigent, der, die luft durch nase, aug und ohr einkopfend, mit seinen ohren das ganze universum überblickt hat, jawohl überblickt!

die zeit zwischen drittem jänner und sechs tage nach lichtmess: was für ein merkwürdiges zeitniemandsland, immer noch aussichtslos, völlig. jedoch: drei und sechs macht neun. lasset uns denn ein novenisches mantra intonieren. aber, bitteschön, einen jonkepsalm!

und ward noch nie unerhört.

rechte(s) wunder(n)

jorg has just left the house
tatsachenbericht, memphis, tennessee (quelle unverifiziert; n.v.d.red.g.)

i bin a wunda
worried men skiffle group (1970)

glaubt allen wundern, denn sie sind schon vorselektiert: die meisten werden nämlich gar nicht weitererzählt, aus furcht, sich lächerlich zu machen.
wunder, wie wahr.

schneekoinzidenz (paardoppel)

ehepaar stürzt gemeinsam vom lift
ösv-doppelsieg in hinterstoder

orfon, 5.2.2011 (über/untereinander angeordnet)

wie nahe doch schiheil und schiunheil beisammen liegen – alles schi!, kann man da nur die österreichische dauerwinterrealverfassung weiterrezitieren. und ostern, das ist heuer spät, so spät, dass wir uns dann gleich wieder auf weihnachten und sein vorgezogenes festevent, das winter-opening in ischgl freuen können müssen.

Help!

98% positiv
Händlerbewertung, Internet

Warum sind die Lieferanten, wie sie sich via Internet präsentieren, alle so gut, derart prompt, so zur vollsten Zufriedenheit, dass eine 97er-Bewertung bereits einer dringenden Warnung gleichkommt: Bei dem Schlitzohr kauf besser nicht ein!) wo sind die hinter jeder Protonenecke lauernden Quantendiebe?

Oder haben wir es hier mit der Jubelform des westlichen Ökonomiemodells zu tun, dem real existierenden Kapitalismus, mit Abstimmungsergebnissen fastschon wie in Nordkorea?

Nordkorea, achja.

Innehalten.

Jetzt aber wird bestellt. Liebe.

pfuigacklieb

und, neben der erhebung der kurzgehaltenen völker des arabischen raums, die welt war noch viel besser als angenommen. es gab sogar durch die gasse humpdumpende kampfhundehalter, die, schissen ihre kurz angeleinten kurzhaarberstmuskelpakete, tatsächlich ihr sackerl fürs gackerl herausnahmen und das frische stinknougat vom straßenpflaster putzten, als wärs das selbstverständlichste, noch dazu, wo das outgesourcte selbstbewusstsein ausdünnendes von sich gab, haptisch nicht soo bequem wie ein gibpfoti!
kompliment!,
musste da der letztlich doch faire hundehassende passant durch seine geschlossenen zähne knirschen. und es stank ja auch garnicht, lichtmesskalt wie es war.
unauffällig versuchte er in die ferne zu denken. in den arabischen ländern etwa war man nicht ganz so hundehältig wie hier im postchristlichen abendland. namentlich das alte ägypten war seit jeher berühmt für seine katzen.

aufklärungsstehsatz

der güterzug kam erst fünfhundert meter danach zum stillstand.
katastrophenverbildlichungsinformation (radio)

es wird in alle richtungen ermittelt.
übliche polizeiaussage

nach der katastrophe, so hat man sich vorzustellen, tritt der chefkommissar (er war, merkwürdig, als erster vor ort) vor seine leute und spricht, fast beiseite, den casablancaauftrag verhaften sie die üblichen verdächtigen.
nun es sich aber um ein zugsunglück (eine kollision zumal) handelt, taucht doch die frage auf, welche alle richtungen sein können und ob diese in einem zwei- (x/y) oder dreidimensionalen (x/y/z) cartesianischen koordinatensystem angenommen werden müssen.
wir brauchen personal. es schwirre aus, wohin immer.

spamerprobt, abschlägig

… würde das wasser allerdings aufwärts fallen, die niagarafälle wären längstschon pharmakologisch erektil sponsorbenamst. so aber – nein, nierenspülende tees bringen es doch nicht ganz auf ein derart potentes renommee. auch wenn sie vielen menschen eine große hilfe sein können.

pechnase, versüßt

honig vom dach der oper als ballspende
orfon, 29.1.2011

irgendwie wirds in diesem land immer bizarrer. als kinder haben wir uns noch unsere phantasie von den pechnasen der burgtore von hochosterwitz, der riegersburg oder burg forchtenstein anregen lassen, wie das heiße teer und pech auf die bösen angreifer (in der regel die – historischen – türkenkriegstürken oder sonstige festlandpiraten) hinabgelassen wird und sie mit putz und stengl verbrutzelt. nun wir aber in dieser dauerunterhaltungswüste leben, die ihre längst tote seele einem unseligen stetig zu steigernden vulkantanzerregungsfetischismus verschrieben hat, müssen die schrauben in immer kürzeren abständen immer fester nachjustiert werden. heuer also honig vom dach der oper auf die eintreffenden ballgäste. wird das ein süßer brei.

was gilt (offener brief)

auf den glatten parketten der internationalen diplomatie zu bestehen gilt als kunst
orfon, 27.1.2011

danke, liebe orfonische poeten, dass ihr mir meinen kunstbegriff so zuverlässig wie stetig erweitert! ich verharre, das will ich geloben, weiterhin so atem- wie blinzllos vor dem bildschirm, ohne unterlass. zur weiteren erweiterung erlaube ich mir, euch – wir können uns mittlerweile duzen bzw. euchen, d.h. ihren, denk ich, passt das eh? – weitere topoi (so nennt man das) vorzuschlagen, als da wären: stopfen, düngen, pfeifen, stein, eisbahn, kopf, stoff.

in tiefster (und echter*) dankbarkeit,

bertl mütter

*also ungekünstlerter

vibramverbrämt

die steine vom winterlich halt geben sollenden straßenstreuen sind nutzlos und zudem ärgerlich: ziehst du die profillosen schuhe an, die bei geräumten straßen durchaus genügen, rutschst du trotzdem. und wenn du die profilierten nimmst, musst du sie dauernd aus der sohle herauskletzln. eine merkwürdige magie lässt übrigens, unabhängig von der streudichte, stets annähernd gleichviele steine im vibram sich verfangen: garkeinen, zweidrei oder ein halbes schotterwerk (pro schuh). nie aber links keinen und rechts fünf oder so oder umgekehrt.
erklärungen? würden, begänne man jetzt mit der evidenzbasierten recherche, frühestens ende juni ausgewertet sein. da interessiert man sich hierzulande aber höchstens für australische weihnachtsmanntreffen.
schafft den winter ab! (der ruf, ich befürchte, erschallt und verhallt ein kleinwenig zu früh.)

fock off

jå auf da see
då ist wos los

beliebtes seemannslied

wie müssen wir uns das vorstellen, wenn berichtet wird, auf einem schiff haben vorsintflutliche zustände geherrscht? ließe sich das präzisieren? wie weit vor der flut? paradiesisch gar? (turmbabylonisch würde es erst hernach werden.) und: wenn die flut gekommen wäre (und sie wäre gekommen), wäre dann dafür nicht ein hochseetaugliches schinakl das ideale überlebenshabitat gewesen? (anlandung auf der zugspitze?)

präsent, maskulin

schwule tänzer: lauda entschuldigt sich bei haider

flugunternehmer niki lauda hat sich heute auf der facebook-seite seiner fluggesellschaft für die äußerungen über das antreten von alfons haider bei dancing stars mit einem mann entschuldigt.
orfon, 26.1.2011

niki, allseits geschätzter experte für eh alles, sonst nicht dafür bekannt, gibt sich großzügig. wo er den mann jetzt so schnell her hat, den er ihm geschenkt hat? und wenn er fesch ist, wird der alfons die entschuldigung annehmen, wolln wir hoffen.
wäre das also ausgeräumt. ein verpuffendes aufatmen durchweht vorfrühlinglich-lau das österreich.

schwarn

meine lieben schwäne!
(nach richard wagner)

an jenem vormittag war es, als ob ums eck, wo der größere, zähere fluss daherkam, in den jener der stadt den namen gebende sich ergoss (städte – selbst wien! – wurden oft nach den sich in ihren epizentren in größeren aufgehenden flüssen benannt), als ob ein noch unentdeckter (jedenfalls bislang unbeschriebener) biomechanismus aktiviert worden wäre, den man nicht anders als schwanspender bezeichnen hätte können: in kurzen, recht regelmäßigen abständen trieben, als wärs eine karitative gummientenrallye, gut vierzig (!) schwäne gemächlich flussabwärts, und wäre lohengrin von hier aus zur ehrenrettung elsas nach brabant aufgebrochen, wie hätte er nur den rechten schwan in diesem regelrechten (und eigentlich irregulären) schwanschwarm finden können? (sind die beiden auf ihrer reise immer nur, quasi zu fuß, geschwommen, oder sind sie schon auch geflogen und haben aufs gravitätische einherschwimmen erst im letzten möglichen moment umgestellt – aus offensichtlich dramaturgischen gründen, was hätte eine in einem solchen fall benötigte schwanlandungs- und bremsmusik auch für einen desakralisierenden effekt gehabt? und eilig nämlich haben sie es schon einigermaßen gehabt.)
schwanversäumt aber machte nichts: ging ja gleich der nächste. als wären sie durch eine bislang unbeachtete unterart eines subaquatischen erdmagnetismus zusammengehalten.

vogelperspektive

versuchsanordnung: geh zum fluss, zu den möwen und sonstigen garnichtsokleinen hydrophilen vögeln, in stets streitbereiten gruppen verweilen sie auf den schotterbänken oder lassen sich nebenan im langsam fließenden wasser treiben, eine völlig autonome parallelwelt, die vogelwelt am fluss. bleib stehen und stell dich hin, ganz ruhig, bewege langsam deine arme auf und nieder – und schon fliegen sie auf, fliehen und setzen sich unmittelbar wieder nieder, sobald du aufhörst, kaum aber fängst du von neuem an, geht das spiel von vorne los, kein lerneffekt, nicht im mindesten.
nämlich aus der vogelperspektive sind zwei ausschwingende arme ein großer schwarzer (?) vogel, der schon viel näher ist alswie in wirklichkeit, so groß, jetzt aber auf und davon, abflug!

schneearena, gestreift

alles was da unten schwarz ist, sind zuschauer.
sportkommentar (oliver polzer), orf

gewaltig abgehoben und doch bodenständig
sportkommentar (oliver polzer), orf

der sportkommentator (oliver polzer, orf) hatte ein derart raffiniert kariertes hemd, dass man nach ihm (dem hemd, dem karierten) den beamer (gemeint ist ein handelsüblicher projektionsapparat, nicht die gleichnamige transportvorrichtung eines populären fernsehzukunftsmärchens) kalibrieren hätte können. trotzdem ließ sich der sentimentale vorruhestandsfavorit an der kameraunfreundlichsten stelle von der piste abstreifen, nach einer für einen aufhörer eher unüblichen anfängerunaufmerksamkeit, wie derselbe selber im anschluss unterhalb vom zielschuss auf nachfrage etwas kleinlaut einräumen musste. passiert war ihm leider nichts ernstes, worüber sich mehrtägig ehrlich betroffen hätte berichten lassen können, da hatte er glück gehabt.
 so eine gemeinheit aber auch.

Achsächz

Es klingt, als würde das Weh der Menschheit aus einem tiefen Ziehbrunnen geschöpft.
Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit, Regieanweisung (5. Akt, 9. Szene)

Ächzend dass sich ein Zug in Bewegung setze, jawohl, das ginge noch an. Sein fahrplanmäßig routinierter Verspätungsanschluss aber grunzte, jawohl, d.h. nein, man konnte es nicht anders nennen, er grunzte, und nicht nur beim Anfahren grunzte er, regelrecht.

Ach ÖBB, wo bist du hin gekommen, oder, besser gesungen, wo kommt man mit dir noch hin?

antipodisches, umgedreht

australien: sexpuppe versagte als schwimmhilfe
orfon, 17.1.2011 (utc+1)

die philosophische betrachtung lehrt uns, im sinne einer angemessenen ausgewogenheit, jede frage auch von der anderen seite her zu stellen. alsdann:

australien: schwimmhilfe versagte als sexpuppe
nofro

da wird, wie es so schon heißt, augenblicklich die wiese grün. fragen wir also weiter, in die tiefe, wobei wir den blick aufs ganze gerichtet lassen wollen, ohne uns völlig in den details zu verlieren. welche schwimmhilfen also? – flügerl? schwimmreifen? schwimmbretter? korkschwimmgürtel? schwimmwürste? – die schaumstoffindustrie hat sicher noch etliche patente schwimmhilfetauglicher materialien im talon. und was man so alles (oder manches) noch mit schwimmhilfen sinnstiftendes anfangen könnte, können wir uns – hier, im nordwinter gar – überhaupt garnicht vorstellen, möglicherweise.

wödmasta!

österreich besiegt brasilien bei wm
orfon, 15.1.2011

da auch ein – gelb hinterlegtes (so gehört es sich beim sport in österreichs leitmedium) – bild mitgeliefert wird, muss man fairerweise (das wort sportberichterstattung ist in österreich synonym für fairness) einräumen, dass da auch die hand (gottes?) mit dabei im spiel war.
immerhin, es war nicht im pfitschigogaln, sondern im – handball. und wir haben ihnen 34 hineingedrückt. das bringen die beim fußball nieundnimmer zusammen, wodurch sich ein positive tordifferenz ergeben dürfte.
ich schlage also kombinationsbewerbe auch beim ballsport vor.

nachfrage: wo stehen eigentlich die fidschiinseln beim pfitschigogaln, weltranglistenmäßig?

Gleichung mit drei Bekannten

Würde ich vier Cousinen haben, wögen sie 312 Kilo
Loriot

(…) der Unfall passierte in einem Keller eines Einfamilienhauses in Egelsee bei Würmla, wo sich drei Personen aufhielten. Eine 49-jährige Friseurin schnitt der 77-Jährigen die Haare. Als die Dame gerade unter der Trockenhaube saß, kam ein Bekannter in den Keller. Er ließ sich von der Frau einen Revolver (Kaliber 22) zeigen, den sie legal besitzt. (…)
orfon (»Schuss traf Frau unter Trockenhaube«), 13.1.2011

Nun die Fragen:
(1) Wie alt war der Bekannte?
(2) Hätte der Revolver Kaliber 18 und wäre das Opfer 54, wie alt wäre die Friseuse, wenn für den Bekannten gilt: Brünett, Brillenträger (41, 180, mittelschlank)
(3) Was wäre geschehen, hätte sich die Szene oberirdisch zugetragen und es wären vier Personen im Raum gewesen?

Nachtrag: Dass dann noch vom Halszudrücken (die Drückerin: eine Frau Fessel) berichtet wird, sowie von zwei Hausmardern, deretwegen man die 22-kalibrige Waffe (wohl 11 für jedes Haustier) immer geladen bereithalten müsse, verleiht der Geschichte noch einen zusätzlichen Drall um zumindest eineinhalb Umdrehungen.

auf linie

die kreuzfahrer sind in der inselhauptstadt eingefallen, damen und herren in gemächlich gesetzter keuscher aidadeutschheit. namentlich die herren haben ihr haupthaar zuvor noch erfrischend gleichartig beim bordfigaro zurechtfönen lassen.
am trockendock, wo sonst.

(morgen: haargefahr im keller)

auf pump (2)

analog zur tankabschöpfungserwerbstätigkeit verfuhren die insularen ferienwohnungsvermieter: die urlauberbleiben waren derart an der grenze der preisminderungsanspruchsberechtigung aufs minimalste eingerichtet, dass man von einem schwunghaften handel mit sekundär notwendigen haushaltsartikeln ausgehen konnte, leicht gebraucht und angebrochen, aber wie neu: küchenrollen, dosenöffner, spülmittel, weingläser, was sich halt nicht lohnte, im nordwärtigen flugzeug mitzunehmen, was solls, das lassmer da.
nur die ganz ausgepichten urlaubsgäste vergruben diese zweckartikel gut verpackt an geheimen orten und speicherten die koordinaten sicher in ihren telekommunikativen mutifunktionsgeräten. wobei, bei der nächsten gerätegeneration wäre die dosenöffäpp bereits gratis dabei.
was wir uns nicht alles ersparen.

auf pump (1)

derart günstig waren sie, die mietautos auf der ferieninsel, dass man sich fragen musste, worin der zweifellose profit eines solchen unternehmens bestehen konnte. tadellos gewartet, mit extrastarken handbremsen fürs unerlässliche steilstehenlassenkönnen auf den je nach standrichtung ab- oder aufschüssigen straßen, die meist nicht unähnlich dem profil einer schiprungschanze verliefen.
der profit lag im sprit: bitte bringen sie bitte das auto bitte wieder mit dem gleichen tankstand bitte zurück bitte. also das war zu höflich und musste ihn stutzig machen. der tank war fast leer, was sonst, und fast leer durfte man ihn zurückbringen. aber welcher deutschsprachige mitteleuropäer würde es denn fertigbringen, die letzten meter zum parkhaus beim flughafen (dem für etliche, nörderdeutsche stets ein fluch- anhaftete), die noch dazu perfiderweise steil aufwärts führten, mit ersterbendem motor hängen zu bleiben, den abflug zu verpassen, aussteigen und hierbleiben zu müssen, in der folge in pittoresken schluchten naturprodukte zu gewinnen und an deutschsprachige urlauber vegan und rechtsdrehend zum symbolpreis anzudrehen?
also lieber noch einmal volltanken. das personal des autovermieters indes wartet mit der taschenpumpe, und innerhalb eineinhalb stunden, bevor der wagen wieder rausgeht, ist alles erledigt. leicht rollt er aus dem parkhaus auf die nächstgelegene tankstelle zu und wird, ohne dass es der zufrieden sich dehnende neuankömmling merkt, aus seinem eigenen fass bezapft. die inselrundfahrt kann beginnen.
was für ein kreislauf.

opt-out-optional

die vertragszusatzklausel enthielt eine versicherung gegen vorschnelles unterfertigen von versicherungen. sicherheitshalber ließ er das kästchen unberührt und klikkte es vorerst nicht an. später dann, man würde sehen.

feelgood-politics

die welt hat bislang keinerlei notiz davon genommen. nach haile selassie (freilich nicht der naturalperson: seinem mythologischen rastafariexcerpt) und dem reggae kommt es umgekehrt, vom showbiz sickert das hyperreligiöse in die metapolitik: james brown wurde, wenn auch nur vom hörensagen, kraft eigener offenbarungsmacht zum godfather of seoul ausgerufen. das bringt ein unverhofftes dynamikpotential ins explosive plenklspiel auf der koreanischen halbinsel. womöglich ist der zweite sonnenbrillenzombie, der godfather of pyongyang, neben seiner vorliebe für alte hollywoodschinken auch glühender verehrer des unverwüstlich sich wohlfühlenden brown? endlich ein satisfaktionstaugliches gegenüber!
chick corea indes wartet noch zu und verhält sich, wie seine musik seit ehundje, weißtastig neutral. wenn er allerdings jetzt schon als möglicher erster gemeinsamer präsident (der vereinigten scientologischen bundesrepublik korea?) ins spiel gebracht würde, könnte ihm das auf den letzten metern zum verhängnis werden.
politstrategen basteln derweil an einem kantonsmodell nach schweizer vorbild. damit schon auch das geld im land bleibt.

kaiserkleidkunstlich

…und das ist der grund, warum kuratoren künstler sind
stephan schmidt-wulffen, künstler

künstler machen viele fehler
stephan schmidt-wulffen, kurator

la ci darem la mano
version für vier seeigel und brandungsrauschen
weltmusikfestivalsprogrammierungsprognose

nach den, wie die kuratoren in ihrer nur ein kleinwenig abgehobenen eitelkeit bemerkt zu haben glaubten, bestaunten und umjubelten auftritten des marsmenschtrios, dessen banjos mit echtem mondkalbfell überzogen worden waren, würden sie demnächst bis in die tiefsee vordringen. das aber würde noch nicht der endpunkt sein, denn die agenturen lieferten, was man sie bat zu beschaffen und die erdgeschichte hatte ungehobene immensitäten anzubieten, es wartete ein projekt mit den ammonite all stars aus dem jura. für die echten dinosaurier musste noch der tigerkäfig von einem eingegangenen wanderzirkus angekauft und adaptiert werden, die papiere aber waren von der eventbehörde (chefsache!) schon abgestempelt worden, der vertrag mit den legendären tyrannosaurus rex längst unter dach und fach.
das aber wäre der punkt gewesen, an dem man stutzig hätte werden sollen. später sollte sich nämlich (durch einfache recherche im internet!) herausstellen, dass das mondkalbfell eine fälschung gewesen war, war es doch bald nach der entdeckung durch chr. morgenstern ausgerottet worden. wozu sollte man also solchen zweifelhaften inszenierungen weiter zutrauen schenken?
der chor der volksarmee von nordkorea mit peter noever als ray charles, nein, james brown, das wärs. was realistisches also, bitte! wie wir überhaupt im gewöhnlichen das besondere zu entdecken lernen sollten, wieder. und die kuratoren zurück zu ihren pfadfindergruppen und truppenteilen ins feld gehörten, die brauchen euch und neue kleider, dort werden wir uns die hand geben, juche!

sternhagelleer

irland steuert auf astronomisches defizit zu
orfon, 6.1.2011

… und diese meldung wird, welch symbolisch ausgepichtes informationsmedium orfon doch ist, ausgerechnet am tage der drei weisen lanciert! – wie dürfen wir uns einen astronomischen verlust für die nordwesteuropäer vorstellen müssen? nehmen sie denen sterne vom ohnehin nur selten klaren nachthimmel? welche?

aufgeladen

(jajaja)
jetzt wird wieder in die hände gespuckt
wir steigern das bruttosozialprodukt

geier sturzflug, ca. 1983

als er, fern von allen und allem, am erstensersteelf* erwachte und den berührbildschirm seines tragbaren multiplen kommunikationsgeräts betrachtete (ja, die automatische zeit- und datumsumstellung hatte funktioniert), richtete er seinen blick in absichtsvoll vorfroher zufriedenheit nach rechtsoben auf die anzeige für den ladezustand des akkus. akut verwundert wich er innerlich zurück, um sich dann mit gekniffenen augen umso näher und schärfer prüfend der seltsamen zustandsinformation zu nähern, und wirklich, stand da doch tatsächlich 200%, keck und verwegen wie ein vorlauter lausbub. wären seine batterien also wieder ausreichend voll, berstend vor energie? – obacht, mementoisierte er sich in weiser absicht, obacht, dass dieser unverlangt attestierte datendrang die rechten, umsichtigen kanäle finden möge und keine überhaspelnde verpfropfungen zum bersten des gesamtsystems führen. es galt, bereits vorm mund, speiseröhre, magen, darm und, ja, arschloch zu bedenken, von den säften und enzymen aus mundschleimhaut, pankreas, leber und was es sonst noch geben mochte, ganz zu schweigen. bitte also gut haushalten, damit es dich nicht zerreißt. und tendenziell noch ein bissl abnehmen täte auch nicht schaden…
genug jetzt genug der vorsätzlichkeiten!, bremste er sich ein, wahrscheinlich wars ja nur ein neujahrsscherz, battery bug, haha, jawohl, nur so etwas konnte es sein, und sogleich fühlte er sich wohlig schwächeln, kein netz stand linksoben und rechtsoben, nach der niederschrift dieser zeilen, ein beruhigendes 93%.
würde er also noch ein paar tage auf der insel bleiben können müssen, mit gutem gewissen, tat das gut, mit den taten warten. aber dann.

*oöst.** f. erster januar zweitausendelf (hochsprachlich verschriftet)
**oberösterr.

ein wunder!

arm erneut gewachsen
orfon, vorweihnachtlich (1)

arm wächst weiter
orfon, vorweihnachtlich (2)

mit wachsendem interesse wollte er diesen begeisternden schlagzeilen näher auf den grund gehen. das illustrierende bild zeigte jemanden, dessen arm von einer mülltonne verdeckt war, in welche er in möglicherweise sondierender absicht eingeführt worden war. was für ein eyecatcher (augenfänger) aber auch, dergestalt, dass man den ernüchternden linksseitigen teil der vorweihnachtlich herzerweichensollenden botschaft (kluft reich – ) aufs erste anschauen unwillkürlich gar nicht erst einblendete.
kein wunder also, abermals. schade.
lasset uns aber einen – zugegeben schwachen –trost anbringen: immer noch besser arm dran als arm ab. soisses.

auweauwe

lcd-3d-fernsehen braucht man heutzutage, brüllt es von den plakaten. – aber ich will doch garnicht, dass mir ein kampfhubschrauber ins zimmer fliegt!
(genügen ja schon die helikopter, die von silvester – und vom nachkeulenschlag des zweiten jänner – übrig sind.)

werden vs. sein

pummerin wird 300 jahre alt
agenturmeldung, orfon

was für ein vorauswissen. michel piccoli ist 85, wie alt er wird, das weiß noch keiner.

dekorationiert

jute statt plastik
westökourslogan
jute statt plaste
ostökourslogan (rekonstruktion)

tischdekorationsgeschwüre allüberall: glaszylinder, mit jute überzogen, darein quarzgrobkiesel, in den fichtenspitzerl, ein föhrenrindenfragment, ein rotes kugerl, ein rotes schleiferl, sowie zwei halbe getrocknete und lackierte orangenspeigerln gepfopft wurden, außen drauf noch ein rinderl, zweidrei anissterne, ein paar zimtröhrln und speigerln, alles fixiert mit glitzerspray. was für eine kohlendioxidbilanz, auf jedem tisch im frühstückszimmer wie im hochzeitssaal. da ist jetzt aber noch überhaupt gar keine red von den weiteren kugerln und zweigerln und speigerln und silberkrausen engelshaarbuscherln, wie beim friseur vorm zsammkehrn. im unteren bereich des gläsernen teelichtkerzenhalters, dessen profil poebenen wassertürmen abgekupfert wurde, goldkiesel, handbemalt in ehrlicher südostasiatischer kinderarbeit. all das auf rautigverschoben roter tischserviette mit zeitgemäßem profildekor: vier rentier-, nein: hirschschlitten, gezügelt von je einem christkind mit ungenutzt-gestutzten flügeln, an den ecken drei nadelbäume mit weißen spitzerln, schneeflockensymbolik, im zentrum weihnachtssternwucherei. gerade noch die menage passt in diese dekorationsverwüstungsmanege. aus platzmangel werden wurstsemmerln und bananen gereicht, dazu drehundtrink aus der plasteflasche (aus dem plastikflascherl).
dabei wärs draußen so schön. wenns nicht so rutschig wär.

altneu

neue urmenschenart entdeckt
historische meldung, orfon

… was für ein genetischer spinner – ein verrückter professer nur kann das gewesen sein – hat die jetzt wieder zusammengepanscht?

aqualteration

venedig, du kommunizierendes gefäß
phänomenologische einschätzung

kommunizierende gefäße aber gibt es mehr, als einem so auf die schnelle (à  la gache, wie der franzose sagt) einfallen mag. weit mehr sogar als man ahnen mag. kann man sich garnicht vorstellen.
zur weiteren recherche also auf nach venedig! (ein biennaljahr wärs auch.)

zwei wüsteneifragen

helmut krätzl ist eremitierter (sic!) weihbischof von wien
radioabsage, ö1, 21.12.2010

innsbruck, ich muss dich lassen
(…)
bis dass ich wiederkumm

engführung, maximilian I zugeschrieben

eremitierung, das gefällt mir. es ergeben sich, wievonselbst, zwei fragen.
frage 1, heute, am tag des letzten weihnachtskusses: was wurde eigentlich aus dem bubenbischof?
frage 2: wen alles noch könnte/sollte/müsste man dringend eremitieren? (eine eremitengroßstadt müsste man bauen, allein für die österreichischen ehrenbürger dortselbst.)

umanderweltbewusst

wieviele tonnen waschmittel tagtäglich in den hotels dieser welt gewaschen werden, wir können es uns, das ist bekannt, überhaupt garnicht vorstellen.
noch weniger, und ein kalter (bleicher) schauer rinnt einem über den rücken, können wir überhaupt die spur einer ahnung haben, wie sie es mit der hotelhygiene drüben, in der anderen welt, halten. mein ratschlag, für die zeit nach dem vergessen: handtuch auf den haken bedeutet: ich verwende es ein weiteres mal. handtuch auf den boden: bitte austauschen.
eigentlich recht einfach.

glück im flug (2)

studie: das glück ist kein vogerl
studieninformation, orfon

wenn wir jetzt weiter noch die glücksvogerlmetapher auf weniger davon begünstigte überzuwälzen versuchen (versuch eins war der mit dem meschuggenen auerhahn zu johnsbach), gäbs noch die möglichkeit, weitere (unselige?) vögel herbeizuzitieren, in jonkscher steilvorlage übernommen wären das etwa kirschhackeramseln, raben, eisvögel, haselhühner, goldfasane, kondorsegler, fischadler, weißkopfgeier, hühnerhabichte, mäusebussarde, turmfalken, spottdrosseln, schneeeulen, amaranten, borstenschwänzler, saftleckerspechte, breitmaulbrillenwürger, blauscheitelorganisten, brutschmarotzstürzler, dickichtschlüpfer, erdhöhlentöpfer, gelbpürzelblütenpicker, gimpelhäher, klippenkleiber, lappenschnäpper, luftröhrenschreikropfpfeifer, molluskenschmätzer, pfefferfresstrompetenwürger, rotsichelspötter, schluchtenrötelstutzhaubenpürzler, schneeballwürger, graubrustraupenschmätzer, spitzschopftrugpürzelstelzer, großschnabelkardinäle, dompfaffdotterpinsler, rhinozeroshelmhornputzer, maiskolbenfagottstotterer, schilfrohrschalmeienkeifer und dudelsackbauchflatterer.*

oder, die unseligkeitsmetapher schlechthin (es ist auch eine unsegligkeitsmetapher, das nebenbei), die dronte, auch dodo genannt: schlechte prognose übertroffen. so gesehen könnte das glück doch ein vogerl sein. oder zumindest bis zu seinem aussterben eines gewesen sein. mahlzeit!

*gert jonke, immer noch fehlst du. sosehr.

glück im flug (1)

studie: das glück ist kein vogerl
studieninformation, orfon

wobei, in johnsbach, beim kölblwirtn, da haben sie einen meschuggenen auerhahn (ich glaube, sepp haben sie ihn genannt), der ist zur überzeugung gekommen, dass es ihm in menschennähe besser behage. na gut, soo viele menschen gibts dort oben nicht, und als transitgeplagt wird man das johnsbachtal nicht wirklich bezeichnen können (sieht man von den vom hochtor herabkommenden wanderern ab – aber nur, wenn sie vorher ennsseitig aufgestiegen sind, den wasserfallweg ausm tal beim stauwerk gstatterboden etwa).
wenn das glück also doch ein vogerl sei, dann eben so ein krampertes, patschertes, teilzeitselbstgezähmtes alswie der johnsbacher sepp. hören sie seinen lieblichen gesang auch schon? na also.

tiefdruckfrisiert

nun hatte also petra die welt, die österreich immer schon war, fest in seinem weißwinterlichen griff. wie sehnsuchtsvoll da manche des föntiefs karl-heinz gedachten, welches seinerzeit lediglich lauwarm lüftelte, und die schäden, die bald danach offenbar geworden waren, hatten ihm bis dato nicht angelastet werden können, es galt die längste unschuldsvermutung der welt, man war also  (zumindest in dieser disziplin) klassenbester, was im in einer überkommenen schulrhetorik stecken gebliebenen österreich immer irgendwie positiv sich schlagzeilen lassen würde.
und doch, etliche warteten längst auf das – unausweichliche – kentern des föns.

wenn er nur nicht in die badewanne fiele.

¡aber hossa!

mit einem konfettischas (danke, walter schmögner, der uns dieses österreichische konstitutivum aus dem vorbewussten geholt hat!), der sich gewaschen (zur hygiene lese man den gestrigen eintrag) hat, sei das ganzjahresfaschingsjahr (was sonst kann ein elferjahr sein? –fußballerisches strafstoßjahr?) feierlich eineventisiert! und, auch wenn wir es vorher nie glauben wollen: es kann noch blöder gehen, sie werdens uns zeigen!
(hier erfreuen sämtliche der kleinschreibung verdankten doppeldeutigkeiten.)

spur ziehend

die österreichischen bundesbahnen lassen neuerdings auf ihren reisefaltblättern feuchte toilettetücher deinem po zuliebe aufbringen.
was uns das über den zustand des unternehmens (management, personal, strecken- und wagenzustand, speise- und getränkeangebot etc.) sagen soll? (alles auf schiene – oder schon geschlossenes toiletteabwassersystem?)

guten rutsch!, sag ich da nur.

Onomastisch infesziert

Viren heißt also die beliebte Klobrille eines internationalen Møbelhauses aus Skandinavien, und es kann wohl nur einen Grund geben, warum es so heißt: Der Name Pilzen (oder Pilssen oder so ähnlich) war schon vergeben. Bleibt die Frage: Für was? (Für unsere bundesdeutschen Leser: Wofür?)

durchschlagend erfolgreich

benefiz-schauboxen
sensations-wm-rückkampf über 8 runden
zugunsten der christoffel-blindenmission

veranstaltungsflugzettel (din a3)

hau rein!
aufmunternder spruch, (dt. gegenwartssprache)

begeistert vom sinnfälligen zusammenfallen der (boxenden) tätigkeit, einer ihrer gewöhnlichen hauptwirkungen (augen, blau wie pflaumen)und dem wohltätigen zweck, aber auch eingenommen von der drohenden drahtigkeit der beiden etwas, wie es schien, angejahrten contrebattanten (sie bemühten sich für die bilder, besonders grimmig dreinzuschauen), beschloss er spontan, die moralisch ohne jeden zweifel einwandfreie veranstaltung (gewalt in gegenseitigem einverständnis, um faulen tricks vorzubeugen gab es zeugen) zu besuchen. doch leider, der kampf hatte bereits stattgefunden, vor über sieben jahren, und gar nicht in der nähe des plakataushangorts (wien hernals), sondern in kirchheim unter teck, etwas unterhalb von stuttgart, und das wäre ihm selbst damals zu weit hergeholt gewesen.
war die wm-revanche geglückt? wurde über die volle distanz gekämpft oder hatte sich der achter wie eine unendlichkeitsschleife im ring hingelegt? all das müsste sich recht leicht recherchieren lassen, ebenso wie die hereingeboxte wohltätige summe inklusive lückenlosem rechenschaftsbericht.
wenn solche veranstaltungen erfolgreich waren, sollte man nicht auch verschiedenen mildtätigen gesundheitsorganisationen den rat geben, sich von boxern in ihrem jeweiligen arbeitsbereich tatkräftighelfen zu lassen? vereine zur zahn-, milz- und nierengesundheit, aber auch die urologische liga oder die anonymen inkontinenzler böten sich an.

ausschlaggebend

ein schwerpunkt des diesjährigen festivals liegt in der gewalt gegen kinder.
festivalsankündigungsmitteilungsschwerpunkt

… und hats uns geschadet uns hats ja auch nicht geschadet und wir haben immer gewusst warum und wir haben es sich uns gemerkt haben wir uns es sich auch na eben und der teppichpracka hängt praktischerweise neben der eingangstür vorn (4) und hint (2) gestutzt bleibt: angst.

tauschrausch

tausche herz gegen hose
tauschbörseneintrag, supermarktkassenumgebung
(fiktional)

so praktisch heuer, der tauschtag gleich ein montag. tauscherherz, was willst du mehr?
nachfrage: kann man gutscheine eigentlich auch um- (nicht: ein-)tauschen? gegen was? (für unsere bundesdeutschen leserinnen und leser: wogegen?)

reittag

ta
ta tata ta ta
ta tata ta ta
ta tata ta ta
ta tata taa

reitmotiv, rhythmische umschrift (popularisiert)

und, unter österreichischen technikern nämlich, betà³nen tut man labor wie walküre. der stefanibock ist eine beliebte starkbierspezialität in österreich, wie so vieles ersonnen von beruflich frommen, die sich stets darauf verstanden haben, mittels findiger gebetswinkelzüge entlang der buchstaben ihrer fastengebote ihrem herrgott immer noch größere fleischfetzen zu entreißen, otter und biber etwa deklarierten sie, da wassertiere, als fischig-fleischlos, und bockbiere, auf denen sich trefflich durch die inneralpine winterlandschaft reiten lässt, sind kaum nahrhaftig und natürlich seit ehundje hochgradig alkoholfrei, goins, herr inspekter!

decisde, weich eingebettet

übung in zwischentönen: sing bei einem streichquartett deiner wahl (k 421, op 131, d 810) die bratschenstimme mit.
inwendig. auswendig.
zeitstillend.

der leiermann

barfuss auf dem eise wankt er hin und her
wilhelm müller

hinweise und fußspuren hätten die kriminalisten auf die richtige fährte gebracht.
orfon

dann habe man ihn vermutlich gefragt, ob er mit einem gehen wolle, womit allerdings noch überhaupt nichts geklärt oder gar erledigt gewesen sein dürfte, und wer könnte denn auch je behaupten, dass nach vierundzwanzig leierliedern (oder je!) alles zu ende sein könne?
ein weiterer anfang wäre gesetzt, die sonne zudem auch bereits gewendet.
spiralnebelleben.

die nebensonnen

im dunkeln wird mir wohler sein
wilhelm müller

liebe gäste, wir bitten sie freundlichst, nach verlassen der toilette das licht zu löschen! besten dank!, stand oberhalb des bewegungsmelders links von der türe der toilette der auch ansonsten recht bemühten gaststätte im pfälzischen weinland, und das bereits anfang september.

mut!

gegen wind und wetter
wilhelm müller

regenmäher, das wärs doch. eigens ausgebildete wassergeher strömen von ihrer zentrale in der krypta von il redentore zuerst zu ihren sprengelkirchen und von dort hinaus in ihre einsatzrayons. sie schieben so ein an einen rasenmäher erinnerndes beinahe handliches gerät (modell la serenissima) vor sich her, mit dem sie die oberen schichten des zu hohen wassers völlig problemlos abfräsen können. das geschieht – aus gründen der eleganz – völlig lautlos, und angetrieben werden sie von einem weihwassermotor, weil mit strom, das hatten wir schon beim badewannenfön. ist normalpegelstand erreicht in der lagune, schalten sie sich automatisch ab, und bis zum nächsten acqua alta heißts aber: beten.

Das Wirtshaus

Allhier will ich einkehren
Wilhelm Müller

Der Bariton mit der dicksten Träne in der Stimme – Hermann Prey
Moderation (Chris Tina Tengel), Radio Österreich 1

… oder obs doch eher zur speziellen Resonanz ausgebildete Rachenmandeln adenoider Konstitution waren? Jedenfalls ist es, noch heute, eine regelrechte Gaumenfreude, Prey zuzuhören, prostmahlzeit!

der wegweiser

die noch keiner ging zurück
wilhelm müller

er dürfte ein dem perpetuum mobile nahekommender sein, dieser slugbot, ein synthetisch biologisches wesen, der morgens in den garten ausgeschickt wird, um die nacktschnecken einzusammeln, diese am abend in einen tank schüttet, in dem bakterien die unbeliebten schleimtiere in strom umwandeln, genug, um dem roboter an seiner ladestation ausreichend energie für den nächsten tag zu geben, an dem er sich abermals – im schneckentempo, versteht sich – im garten ergehen wird und so weiter.

täuschung

ich folg‘ ihm nach die kreuz und quer
wilhelm müller

facebook-
übung: erlaube nur den dir völlig unbekannten freunden, auf deiner pinnwand mit ihren ebenso unentbehrlichen zustandsinformationen zu erscheinen, wie die jener verfreundeten, die dir persönlich zumindest nicht ganz unbekannt sind. vor diesen aber ruh‘ aus.

(gefällt mir)

Der stürmische Morgen

und rote Feuerflammen
Wilhelm Müller

Ikonographische Erkenntnis: Georg (der Heilige) hat, entgegen anderslautenden (südösterreichischen?) Überzeugungen, nicht einen (bzw. den) Lindwurm, auch hat er keinen Fafner gemeuchelt, sondern er hat einen Waran derschlagen. In Venedig wissen sie das, und Venedig, das sind ja nicht irgendwelche Anfänger. Ein Indiz: Neuerdings wird nachts bei Nebel vor dem unvorsichtigen Herumstreifen in den engeren Gassen von San Zaccharia gewarant. Georg, wo bist du?

im dorfe

ich bin zu ende mit meinen träumen
wilhelm müller

gesucht und wohl höchst gefragt wären mit- und kontrollträumer zur veri- bzw. falsifikation von wichtigen eingebungen im schlafe. die wissenschaft bedürfte ihrer aufs dringlichste.

letzte hoffnung

zittr‘ ich, was ich zittern kann
wilhelm müller

wann wird eigentlich ein vibrato zum tremolo? und zurück wieder? und, vor allem: dazwischen?

Die Krähe

aus der Stadt gezogen
Wilhelm Müller

Rabenvögel, Romviecher, sind Kulturfolger, undzwar nicht erst seit ihrer Verwendung in der ›Winterreise‹, bei Poe oder Wilhelm Busch. Warum diese eine aber, nachdem sie ihm mit ihren Mitkrähen Bäll‘ und Schloßen auf seinen Hut von jedem Haus geworfen hat, aufs Land folgt? Zurück zur Natur? Kulturflucht?

Empathie im Tierreich ist nicht allzuweit verbreitet: Von den Caniden am ehesten beim Wolf, unter Wasser fühlen Delphine mit und, luftig, eben die Krähen. Zumindest in dem Sinn, als das Tier zu verstehen gibt, wenn es sich ungerecht behandelt fühlt. Ansonsten gilt, nicht nur für Schlürfmuscheln: Des is do da Austa so wuaschd!

der greise kopf

dass mir’s vor meiner jugend graut
wilhelm müller

44-46 stand auf den stutzen, also mussten sie ihm gerade jetzt passen.
es stimmte.
nun, weiter, wachsen.

die post

willst wohl einmal hinüberseh’n
wilhelm müller

ihr spitzenbesetztes dekolletà© hatte was vom gesprenge eines neogotischen hochaltars, kopfunter freilich, und: bebender.

einsamkeit

als noch die stürme tobten
wilhelm müller

regen macht panamakanal unpassierbar
agenturmeldung

regen macht panamahut untragbar
praktisches epistem

conclusio: weder mit noch ohne panamahut heißts beim durchqueren der zwischendurch einmal nicht so recht schiffbaren landenge zwischen dem atlantischen und pazifischen ozean gut auf der hut sein.
gilt aber sonst, schlechte sicht hinoderher, auch. obacht halt, dass dir der wind den hut nicht mitnimmt. sonst stehst du einigermaßen allein da.

frühlingstraum

der blumen im winter sah
wilhelm müller

winterharte erika
produktwerbeaushang

wobei es auch ihm bei diesem wetter alles zu gefrieren drohte, gfrread hieß das in der mütterlichseitigen herkunftsregion im südlichen niederösterreich, mit diesem merkwürdig halberrig und halbellig gerolltem err, und auch den gaugau kannte er von dort, mit haut, die längst schon gfrread sein würde.
no milk today.
stucky, halt durch!

rast

fühlst in der still erst deinen wurm
wilhelm müller

was das denn für ein wurm sein könnte in der still. könnte das sein, wenn dem horsti wippel die unabsichtlich entführte frau elfriede ott beim erwachen aus der ohnmacht und unmittelbar vor dem wiedereintreten selbiger, weil sich der ehemals zivildienstliche rettungssanitäter durch abhören etwaig vorhandenen atems vom aufrechtsein vitaler grundfunktionen überzeugen will, ganz nah mit dem ohr also zum mund der alten dame beugt, diese erwacht unvermittelt und schreit in verständlicher panik ins bedauernswerte ohr des so viel nicht hören wollenden, horsti fährt abruptest hoch, nicht sehr weit, denn gleich tuscht er gegen die unterseite des fürs abstellen von chips und bier idealtypisch niedrigen wohnzimmergarniturtischs, er bumpert frau ott mit vollem karacho ins gesicht, sie ist wieder k.o. und vielleicht ganz tot, aber nein, der film will gut enden. horsti aber hört nix mehr, und frau elfriede ott ward derart zu seiner tinnitussie, wenngleich so ein epitheton eher einer über die gefahren des erregungslautgebens ganz nah beim ohr nicht ausreichend instruierten gespielin zugeschrieben werden könnte: die begleitumstände mögen erfreulichere sein, der hörschmerz und seine folgen jedoch recht ähnlich. pflegen sie beim lieben also bitte obacht aufs ohr zu geben und gehen sie nicht zu leichtsinnig mit den gefahren der schwerhörigkeit um.
dann: rast.

irrlicht

’s führt ja jeder weg zum ziel
wilhelm müller

nämlich wenn einer am berg oben ist, ganz oben auf der spitze (beim gipfelkreuz; bis heute wurden keine gipfelhalbmonde montiert), und es kommt einer über eine andere route oben an, welche präpotente arroganz wäre es dann zu behaupten, nur der eigene weg sei der einzig zielführende gewesen, das sei ja hiermit bewiesen.
soviel zu den beliebten alleinerlösungsansprüchen gewisser vollhosenstinker (deren es etliche gibt, verstreut über die welt, wo sie halt meinen, die definitionsmacht ausüben zu können: es sind, meist, rückzugsgefechte). es sollen übrigens auch schon ein paar ungläubige hinauf geschafft haben, selbst auf den heiligenstein, und der riesling in zöbing kann sich mit manchem messen.

rückblick

du stadt der unbeständigkeit
wilhelm müller

das ganze land und die ganzen niedlichen altstädte sind mit ihnen überzogen: warum gerade in österreich eine derartige dichte von souvenirläden herrscht? erinnerungsgeschäfte, die an erinnerungsgeschäfte erinnern, damit aber sowas von nicht auf nichts (wo denn auch: unter dem teppich? im keller?) vergessen werden hat können, weil wir erinnern immer noch, wem wir wollen!
war schon eine schöne zeit damals, allzeit und gut und: alt.
halt.

auf dem flusse

im sande ausgestreckt
wilhelm müller

sand, vorort von garsten (garsten: vorort von steyr), bei der mündung des dambachs in die enns, bestehend aus: eisenstraße, sandstraße (zwei äste), neue sandstraße (zwei äste), rastgruberstraße (zwei äste), dambachstraße; schachnerhalle. alles tadellos asphaltiert in sand.
entgegen anderslautenden etymologien werden die bürger dieser katastralgemeinde saunder genannt, oder mit dem suffix da (hier name einsetzen) aus saund.
sandler sind anderswowandler.

wasserflut

muntre straßen ein und aus
wilhelm müller

lasst uns froh und munter sein

aus dem rheinland

was unter einem interaktiven nikolausfest, wie es vom bürgermeister im amtsblatt der stadt steyr für den fünften dezember angekündigt wurde, zu verstehen sei, hat eine gewaltige spekulationsflut ausgelöst, gar in der hochwasserstadt, und warum ausgerechnet für den fünften dezember, krampustag? ob der interaktive anteil der feier im hinterrücksen (hinteraktiven) auftritt des rotzüngigen tagesregenten bestand? oder war es eine moderne maschine (interaktiv können immer nur moderne maschinen sein!), in die die kinder ihre hand legen mussten, wie in den römischen wahrheitsmund, und ist ja alles wahr, das aus rom kommt, neueste gummiparagraphen erleichtern das strikte leben, ein papst betreibt klientelpolitik für männliche prostituierte, das gespenst der freiheit geht um in europa und über die ganze welt, lasst uns froh und munter sein, jawoll!

der lindenbaum

und seine zweige rauschten
wilhelm müller

wobei ja als rutenreisig birken besser wirken, wissen nicht nur die finnen, innen in ihren hitzekabinen.

erstarrung

ich will den boden küssen
wilhelm müller

neinnein, willichnich. bin ja kein erstarrter altpabst.

gefrorne tränen

und seid ihr gar so lau
wilhelm müller

lauheit, österreichische (bundes-, nicht landes-!) hinuntergeregelte regierungstemperatur. was für ein fahles feuer!
aschenverein.

die wetterfahne

ihr kind ist eine reiche braut
wilhelm müller

ob reiche bräute reichen? bei diesem knatterwind?

wintermütter 2010

liebe mba,

jede volle stunde nimmt mir mein diener die temperatur und tauscht sie gegen eine andere aus.
erik satie

wenn ich dieser tage mit meinem rückenprotektor (die posaune in ihrer ihr – nicht meinem rücken! – annähernd ergonomisch gerechten schachtel aus brasilien, die mir der famose türkische taschendoktor delialioglu in wien angepasst hat), als wärs ein insektoides außenskelett, straff fixiert und derart gesichert durch den schnatsch (zweckmäßiges engführungswort für frisch gefallenen schnee und sogleich schuherlederaufweichenden matsch) stapfe, stelle ich mir vor, dass ich, wenn es mich aufhauen sollte, perfekt geschützt wäre, zum glück aber habe ich noch keinen beweis, dass das tatsächlich so wäre, weil es mich bisher nur dreimal fast hingehaut hat, alles hat gut hingehaut mit meinen schrecksekundreflexen, und ikeaische möbelfaktatests für als protektoren taugliche posaunentaschen gibts noch nicht einmal in den engmaschigen weiten des internets, selbst im buch des gesichts findet man noch kein gefällt mir dafür, ach freunde! (man sollte in diesem netzbuch eine gruppe derer, die schon zumindest einmal ihr gesicht verloren haben, gründen; vielleicht lassen sich im austausch mit den vielen vielgesichtigen plusquamjanüssen dieser virtualwelt neue gesichter, wenn schon nicht finden, so zumindest erfinden; wobei es durchaus angebracht sein dürfte, jeweils eigene multiplizitäten zu simplifizieren, brüchekürzen, das lernt man schon in der anfängermathematik.)

nun denn, in medias res (die mitte ist immer ein zumindest dreidimensional wankelmotorig eiernder kolben): bereits anfang september hab ichs vorausgesehen (was kein wirkliches kunststück war, die lebenserfahrung, auch wenn, ich kanns ihnen verraten, man alles, nur nicht gescheiter wird, die lebenserfahrung, sie wächst ja irgendwo doch, und wenn es – ein alter witz – die erhöhten leberwerte sind, die man durch eine zweckdienliche inmaßenpolitik heruntersinken zu lassen sich anschickt): most of the birn sind gepresst und gekeltert, allüberall in mosteuropa (© hannes k.) schenken sie gegen barzahlung und häferleinsatz gesüßten und genolkenen (melken – gemolken; nelken – …) sogenannten glühmost aus, dieweil die glühbirnen ihrem ausbrennenden aussterben anheimgegeben werden, ein einziger skandal ist das und auch sonst gibts zum glück so viel zum sich aufregen, dazu, das kann einen am allermeisten giften, gibts noch so viel unnützes zeugs (nicht nur das -s beim zeug; seien sie doch froh, dass ich keinen neuen plural bilde: zeug’s), am allerunnützesten aber ist unnützes wissen, nilpferde sind keine pferde und sie sind um etliches gefährlicher als nilkrokodile (die auch keine pferde sind), im zoo von gaza hat man tatsächlich zwei esel mit streifen bemalt, um den kindern zebras zeigen zu können, den buchstaben j schreibt man mit jot (in österreich mit je), analog zum fremden i, das bekanntlich mit y (ypsilon) geschrieben wird, streng genommen werden nur die vokale mit sich selbst geschrieben, was einer ungeheuerlichen bevorzugung gleichkommt – wo bleibt da bitteschön der ruf zur affirmative action, warum schreien da die lettermainstreamingsbeauftragten nicht laut auf? – und was sagen eigentlich die us-amerikanischen diplomaten dazu, wenn sie off records aus ihrem herzen keine mördergrube machen, mördergrube, das klingt so ähnlich wie die triebnertauernpassstraßenortschaft möderbrugg, dieser name hat mich als kind schon fasziniert (ob sie in möderbrugg ein freilichtmuseum mit einem einszueinsmodell einer original prähistorischen mördergrube planen? – findige touristiker beginnen spätestens genau: jetzt! mit den ersten konzeptionen, aber, hehe, das copyright ist bei mir, bitte unterstützen sie mich in der wahrung meiner geistigen urheberrechte, sie können das bezeugen, bitte heben sie also diesen brief zumindest sieben jahre – die gesetzliche aufbewahrungsfrist – auf, ich werde zur gegebenen zeit mit einer rechtshilfebitte an sie heranzutreten wissen, jawohl, so zeichnet sich das ab).

wissen sie das also auch.

aber was können wir denn wirklich wissen und was davon missen? was müssen missen wissen?

eigentlich irgendwie sozusagen, hmmm…

äh.

ich finde, es reicht. wollen wir der politik, damit sie es weiterhin immer noch leichter hat, auch auf diesem wege ein umfassend nicht vertiefend gebildetes publikum zu kreieren helfen, und nur die dümmsten kälber wählen ihre schlächter selber. soweit mein wort zur bildungsdebatte, denn wer nichts weiß, weiß nicht, was er nicht weiß – und alles geht leichter auf einmal, man hat es auch nimmer so schwer mit sich selbst, leidet nicht am gedankenmachen, und das danken wir der silberseeischen kleinhäuslerei, und wer nichts weiß, muss alles glauben, und gut dass wir leute haben, die uns erklären, wie es geht.

wir sind immer noch vorner.

das wünsche auch ich ihnen von herzen,

ihr bertl mütter

(diesmal, weils keine konzerte gibt, wieder menschenfotolos)

service

– vorbei ist vorbei.

– mütterlog (täglich, seit 1.12.2004; heuer besonders lesenswert der adventkalender, der streng nach den liedern 1 – 24 der winterreise ausgerichtet sein wird. isamoiwosaundas.)

– kaufen sie tonträger.

– auf muetter.at sehen sie, dass sich äußerlich nichts tut. isthaltso. aber am 1. märz, jawohl gleich am ersten märz, soll ich wieder wo spielen. dazwischen wird administrà®rt (die neugestaltung der homepage, sie schreitet voran, wenn auch schnatschbedingt etwas zäh), componà®rt, studà®rt und philosophà®rt. genau. und bissl gewandert und eisstockgeschossen. dazu gibts mostly glühmost.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. märz 2011 zu mittag. vielleicht gibts zwischenzeitlich ausnahmsweise eine werbebotschaft über das erscheinen meines neuen tonträgers mütterkinderlieder (nachmahler), die bei raumklang erscheinen wird.

– achja, moonboots sind wieder modern. freuen wir uns gemeinsam an der finalen verhansihinterseerung der westlichen welt. (verhausschweint sind wir ja längstschon, bekanntlich.)

gute nacht

sacht, sacht die türe zu
wilhelm müller

modell für einen allgemein gültigen, heuchelfreien adventkalender: die winterreise, 1 – 24. in diesem sinn: tür auf! (meinetwegen sachte.)

fast forward

beide stürmer strotzen nur so vor selbstvertrauen.
vorbericht (sport)

was für ein wort! – vor was (wovor) kann man eigentlich noch strotzen? es fällt einem das männlein im walde ein, das ja auch irgendwie vor lauter purpur (ergänze: strotzend) ein mäntlein um hat, dass es dich umhaut. das wird nur nicht explizit gesagt (aus metrischen gründen vermutlich), ist aber so, ohne allen zweifel.
in kniestutzen strotzende stürmer. ohja, stürmer im purpurmantel.
freddie mercury, du strotz schlechthin.
ach.

mission accomplished

damals diskutierte sie noch stundenlang mit greenpeace- oder sonstigen tierschutzkeilern am hauptbahnhof und es hätte ihr gelingen mögen, so meinte sie, jehovas zeugen zu mormonen umzuüberzeugen. das war nun schon ein paar jahre her, zum glück. weil was idealismus, hat einmal jemand größere hebel zu gebote, alles anzurichten vermag, man kann es sich garnicht vorstellen.
geschieht ohnehin schon vielzuviel, ich sags ihnen.

zahnlückenlos

kärntnerstraße. sie baun ein haus, als internationales modeflaggschiff im ausmaß eines holleinschen flugzeugträgers (als wärs experimentelle architektur aus den sechzigern), protzig und fett, wie es sich gehört. einzig am eck zur himmelpfortgasse hat die molochische ablösegewalt scheints nicht ausgereicht: trotzig-selbstbewusst alswie das namenlose dorf der gallier steht da ein resthaus, es ragt empor wie der metallzahn eines sozial nicht bevorzugten osteuropäers aus einer ansonsten prothetisch völlig gleichgeschalteten kieferleiste.
dort kauft ein, wurscht was.

krawattengatten

deutsche frauen kaufen für ihre ehemänner am liebsten socken (48%), hemden (38%) oder krawatten (17%).
1203/1374, in: neon unnützes wissen 2, heyne, 12/2010

krawattengatten – vorgeschlagene korrekte bezeichnung für menschen, denen man es, egal wie man es anstellt, immer ausschließlich falsch machen kann. wobei gatten nicht bedeuten muss, dass es sich dabei unbedingt um einander in vorgeblich liebender partnerschaft (sei sie nun gesegnet, besiegelt oder in einer offeneren form angelegt) zu- oder abgetane menschen handeln muss. der begriff leitet sich von dem etwas plumpen lose-lose-witz ab, in welchem (bleiben wir neutral) person eins person zwei zwei krawatten schenkt, diese legt umgehend eine um ihren hals, worauf person eins missmutig bis verächtlich zurückstichelt: die andere hat dir wohl nicht gefallen, hä?
anwendbar für ähnliche geschenke jeder art. und überhaupt, wenn man sich gut fortentwickelt hat, als bestimmende lebenslage.
was man mit krawatten so alles machen könnte.

lebensprall

ein musikalienhändler aus bergamo, der seiner frau in nur fünf zeugungsakten ganze zehn kinder angehängt hatte – sie gebar ihm allen ernstes fünfmal zwillinge –, wollte nach diesem rekord wissen, ob die seltsamkeit eher mit seiner frau oder mit seinen eigenen genen zu tun hatte, und beschloss deshalb, ein für allemal klarheit in die sache zu bringen, indem er auch eine seiner angestellten schwängerte. diese brachte daraufhin zwilinge zur welt.
erwin einzinger, aus der geschichte der unterhaltungsmusik (fußnote, seite 478)

… vielleicht die präzisteste betrachtung der welt und ihrer – ubiquitären – curiosa schenkt uns erwin einzinger, weil nicht anders als vollumfassend zutreffend ist diese scheinbar beliebige aneinanderreihung losest wirkender assoziationsketten, ein raumundzeitmosaik, das sich nach und nach zusammensetzt, dabei immer eingestandenermaßen fragmentarisch bleibt und genau dadurch das ganze (das ganze!) leben in einer tiefenschärfe abbildet, wie es kein noch so ambitionierter großer abendland- oder weltenroman oder noch so kompletter thesaurischer universalalmanach auch nur andeutungsweise erreichen könnte.

belohnungslesen.