mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


hint oda vurn

hotel alpenrose
bar oktopussi

gastronomische hausaufschriften, spital am pyhrn

… entgegen nachvollziehbaren erwartungen befand sich erstere aufschrift nicht beim hintereingang dieses durchaus merkwürdigen etablissements im alpinen raume. obs am schienenersatzverkehr lag?

turteltönig

Red Bull verleiht Flügelhörner
Geschäftsidee (B.M., GNU-Lizenz)

falken und tauben
ernst jandl

Der von seinem Instrument seitlich von den Saxophonen aus das tadellos talentierte Jazzorchester dirigierende Flügelhornist senkte noch einmal kampfstiergleich den Schädel, setzte das Rohr an, flackerte mit der Luft und trank einen tiefen Zug aus der Mittellage: ein Instrument der Tauben, nicht der Falken. Was aber spielen die Falken?

(Kafka fragen)

lautmaler

und wenn dich jemand, ein freund zumal, zudem intimer kenner des viertels, darauf hinweist, dass, sagen wir: der maler für alle hier im reichenpfad kater karlo heißt, eben weil er sich, allgemein habituell und speziell der rauheit seiner mit viel ehrlichem alkohol (målabia) und teerigem nikotin (målatschik) gegerbten stimme wegen, seinem vorbild annähernd asymptotisch angenähert hat, so ist selbiger seitdem gar nicht mehr anders zu identifizieren als als kater karlo: du triffst ihn, seinerseits blauabends, und du musst dich zusammenreißen, sehr zusammenreißen, damit du nämlich nicht laut losprustest.

es nutzet nichts.

schwimmreifen zum zugreifen

luftmatratze „daydream”
blau/gefrostet
gelb/gefrostet
weiß/gefrostet
orange/gefrostet
1 stück € 3,65
ab 1008 stück € 2,99
okkasion, versandhandel

wer braucht nicht jetzt zum sommerbeginn ebenso dringend wie jeder andere nicht eine luftmatratze (sondern mehr), mit 5 luftkammern und separat aufblasbarem kopfteil?
also: ich suche noch 1007 mitabnehmer. dann aber gibts: satte rabatte!
(selbstabholer; diskrete abwicklung über neutralen hintereingang)

gestreckt

hundertfünfundzwanzig jahre lebensfreude
werbeinformation, hitradio

fürimmer jung
robert a. zimmerman (wortwörtlich übersetzt von w. a. ambros)

es geht ihm blendend, wenn auch, seit einiger zeit bereits, mit ohne kokain, weniger koffein und ohne wesentliche weitere ingredienzen, wofür es sich (noch dazu so lang!) zu leben lohnt.

dresscode, regional

himmelfahrtswachau. diese saison neu: die goldhaube mit integriertem fahrradhelm. bei diesem wetter sprießen die schwammerln besonders üppig.

der letzte tropfen

libyen: chef der ölgesellschaft übergelaufen
orfon

das schlägt doch glatt dem barrel die krone aus.
es sind wenige, aber es gibt sie noch, werte, die bleiben: orfon, wieder einmal (wie immer) unschlagbar!

prime time

der bundesrat, dieses realpolitisch so unentbehrliche demokratieinstrument hat seine sternstunde (es war eine sogenannte historische) erhalten, sie waren erstmals live im fernsehen, sowas aber auch, und das war auch der zentrale inhalt der anlassbezogenen interviews. das ist so ähnlich, wie wenn eine randsportart (asphaltschießen, pfitschigogaln) statt des hahnenkammrennens durchgeschaltet wird, jetzt aber live in die queng zum semifinale.

gradheraus /2

greifen sie mich mit einer krummen gurke an!
john cleese zu unterstellen

auf der suche nach dem erreger des ehekeims haben die forscher einen rückschlag erlitten.
verhörer, informationsradio

nun ja, wenn der erreger sich nicht auf den verkrümmten gurken (weder auf der ersten noch auf der zweiten; schon gar nicht auf der ominösen dritten) befindet, wo müssen wir ihn dann vermuten?
wichtig ist, an der persönlichen resistenz zu arbeiten. dabei ist (jedenfalls, besonders!) auf bananen zu achten.

gradheraus /1

die herkunft der dritten krummen gurke konnte noch nicht geklärt werden.
provenienzforschungsteilergebnis, informationsradio

wenn es aber gar nicht die gurken waren? und – greifen sie mich mit einer himbeere an! (monty python) – die himbeeren noch unreif? release the tiger? paprika? aus aufzählungsnumerischen wie colorischen gründen muss da wohl ein dritter polizist beigezogen werden.
weiterhin gilt: waschen, nicht kratzen. auch krumme dinger.

Aus dem Sumpf!

Fußball: Torflaute in der Bundesliga
orfon

‚ez‘ ‚e‘ ‚o-o‘
beliebter Fußballschlachtruf, auch als Torlaut gebräuchlich

Meine Laute hab ich gehängt an die Wand
Hab‘ sie umschlungen mit einem grünen Band
Wilhelm Müller

Ja seit wann spielen die im Moor? Wie klingen sie, die Klänge, die das Torf von sich gibt, wenn es in Torflautelaune ist? Sind das vorlaute Torflaute?

Leute, nicht nur im Hütteldorf, rettet den Fußball! Wir brauchen Passion, lautere Passion.

Dšündürüssü

Bassa Selim lehebehe lange
Johann Gottlieb Stephanie d. J., Die Entführung aus dem Serail (adaptiert von W. A. Mozart

Das Jubelfinale der Siebten. Was für eine (allerletzte) Janitscharenmusik Mahler da 1906 vorhört. Das ist der überdrehte Jubel, mit dem ein paar Jahre später zum Abschlachten gezogen wird, als könnte es garnicht schnell genug gehen. Aber hör hin: Wer so jubelt, dem ist das Fortbleiben gewiss. Als wärs ein in die Keimbahn eingeschleustes Katastrophengen: Mahler wars, der den Ersten Weltkrieg verloren gehen hat lassen. Hinterhältig, perfide und, jawohl, feig, dass er selbst rechtzeitig vor dem von ihm mit dem entsprechenden Soundtrack versehenen Zusammenkrachen die Bühne, die die Welt ist, verlassen hat. Es ist zumindest ideeller.

Mahler, Drogist.

münzwurf

kopf oder kopf?! – zaaahl
dialog elmar oberhauser – benito ferrero-waldner (via maschek)

kopf will zahlen sehen
verhandlungsvorgabe (via gratisboulevard)

es gilt sich abzufinden: im leben gibt es gewisse unmöglichkeiten. lassen wir also darob den kopf nicht hängen.

hogwärts

bittesehr, schaun sie, mein mann hat bei ihnen diesen zauberstab da gekauft …
reklamationsdialogeröffnung, einzelhandel

aber ja, es gibt sie, die poetischen momente, wo beim absichtsfreien zuhören die welt kurz innehalten kann, sie ein leises, beglücktes seufzen vernehmen lässt, wenn deine ohren gerade fein genug kalibriert sind.
es gibt auch unganzzahlige dimensionen, lehrt uns die mathematik, nicht nur bahnsteige.

diminuendo possibile

103,4 digitale kilo, und das nach der abnahme aller haare und nägel (immerhin zwanzig stück; nägel). es gilt, schnellstmöglich drastische schritte zu setzen, schnitte zu tun, ziel zwanzig. die frage, die sich nach nüchterner überlegung stellt, ist: das linke oder das rechte bein? (derart wäre man auch vor dem gefürchteten jojoeffekt gefeit.)

Rückzugskrieger

Erdenschwer beflügelt steht er auf seinem Steinfliesensockel, der neue Sankt Michael, die bronzene Erzengelstatue mit Flammenschwert und dem aufgerissenen Karpfenmaul einer Sexpuppe.

Dass sich unsere machtrückzüglich mittlerweile zum Kreideschlucksprechen verdammte Schwerterzupflugscharenkirche (könnten sie noch, sie täten schon noch!) immer noch so nach außen präsentieren lassen muss? Der unselige Kriegsengel stammt von einem – sein Name sei hier gnädig verschwiegen – (verdienten, greisen) Gehörlosenfunktionär, geschaffen, steht im Sockel (nicht gezeugt, immerhin). Was aber leider kein wirklich hinreichender Grund ist, dass etwas auch nur annähernd relevante Kunst sei.

Vielleicht aber muss der Engel grad nur speiben. Das ließe sich nachvollziehen. Alser ganzer.

am punkt

hinter seinem ausrufer (gewissermaßen irgendwie ein hutschenschleuderer) der vortragende (ein irgendwie pyknisch-leptosomischer athlet, gewissermaßen) wartete sozusagen gewissermaßen auf seinen auftritt, als wäre er ein irgendwie in seiner luke gewissermaßen der grünen ampel und des trainerwimpels am schanzentisch harrender schiflieger. einmal noch richtete er sich sozusagen die brille, durch die gelbe stets anlaufgefährdete scheibe sah man ihn kurz blinzeln, er leckte gewissermaßen die lippen, dann aber dann sozusagen dann kam er irgendwie gewissermaßen auf den punkt oder vielleicht gewissermaßen irgendwie doch nicht ganz, ein einigermaßen letztlich irgendwie doch geglückter punktstart, sozusagen.

mikrodradeks

die netteleitshow-robinhaften mikroboys, wie sie bei symposien und anderen wichtigen diskussionsveranstaltungen unerlässlich sind (die diskutanten im raum, stets sagen sie „danke, ich brauche kein mikrophon” – worauf es im auditorium regelmäßig „bitte lauter” heißt), studienassistenten mit hornbrille und partialbärtchen, wenn sie im raum von zuwortmelder zu zuwortmelder eilen, um sich dort unsichtbar zu machen, wie ihre garnicht so weiten hosenbeine, weil oder obwohl von eher anorektischem (früher hätte man gesagt: rachitischem) körperbau, beim raumflug aneinander touchieren, flachln, flapp flapp.
geben wir ihnen für ihr (oft recht vergebliches, inwendig händeringendes) sein doch den publikumspreis.

karmaexpress

gib’s auf
franz kafka

umsteigen in selzthal selzthal gekürzter aufenthalt, immerhin mit indischem bordbistro (das personal, das lächeln, das alles doppelt sagen, die beschallung der kombüse; nicht das labbrige curryputenbrustmehrkornbaguette und schon gar nicht sein preis). einem nervösen ältlichen fräulein (hätte man früher gesagt) beim bestellen behilflich, sie bezüglich des umsteigens in leoben beruhigt, ihr 20 cent aufgehoben, dafür eingeladen, sich an ihren stehtisch zu setzen.
er wäre besser ins entgegengesetzte ende des zuges geflohen, musste er gleich, aber zu spät feststellen. die dame hatte ihn für sich als den grundguten menschen erkannt bzw. erkoren, als einen, der die probleme des irdischen daseins (vor allem die zwischen den menschen, und da vor allem jene des immer von den bösen anderen zurückgesetztwerdens) hinter sich gelassen hatte, er war die weißgewandete lichtgestalt, während sie noch am suchen war, nach verständnis suchte, und sie fand es bei den leuten, die ihr im rahmen einschlägiger erleuchtungsmessen gegen gute bezahlung versicherten, dass sie eh ganz ok war, besonders einmalig, eben mit gesondert zu erlösenden karmateilchen (bei erwerb eines esoterischen zehnerblocks bedeutend günstiger). diesmal pilgerte sie zu einer aufstellung und, so hatte sie vor fünfzehn minuten beschlossen, ab sofort würde sie damit beginnen wollen, sich nicht mehr von allen demütigen zu lassen. sie würde heimlich keck zurückschauen oder kalt blinzeln und kurz die faust hinterm handtaschl ballen (wenn gerade das böse gegenüber nicht herschaute). dann würde ihr wohler und sie könne loslassen.
leoben, er war erlöst, und die arme gibsauffrau wollte daran glauben, energiemäßig. zugekübelt und entsprechend erschlafft setzte er seine reise fort.
in zukunft trotz sommerlicher temperaturen auch eine garnitur schwarz dabei haben.

hepp!

weberknechtgleich verspreizt erwachte er frühmorgens, es drängte ihn. nur dass er eben nicht über die geringe masse und auch nicht über die masseverhältnisse so eines nichtnetzbauenden spinnentieres verfügte. genauer überlegt war es dann doch eher ein gefühl, als wäre er ein sich komplex verzahnt habender großbagger, der vier oder mehr stehkrallen braucht, damit er sich auf unwegsamem, stets unsicherem grund verankern kann, um derart etwa einen großabriss (umbauter raum bis zu 500.000 m3!) vornehmen zu können. es galt also, vorsichtig, damit nichts einstürzte, sich der ausgelegten arme und beine (zumindest vier!) inne zu werden und dann, mit genauester vorausplanung und bedächtigst sein gewicht so zu verlagern, dass, unter zuhilfenahme eines gewissen muts, erst einmal eine extremität vorsichtig abgehoben werden konnte, wobei tunlich darauf zu achten war, tatsächlich jenes bein oder jenen arm zu bewegen, den man unter zusammennahme aller gedankenkraft anzusteuern vermeinte. dann leicht verändern, nicht zuviel, wieder niedersetzen und, vorsichtig, das gewicht verlagern, aah. (…) na bitte, war ja gar nicht so schwer! jetzt das zweite bein, dann kommt die erste positionsänderung. (…)

binnen nicht einmal einer viertelstunde war er im bad.

unterspritzt

mit umfassenden (sic!) versicherungsschutz.
konto
box
gold
werbesujet, bawag p.s.k

als er in seine bank kam, suchte er zuerst seine stets freundliche und hilfsbereite persönliche betreuerin, deren name ihn jedesmal so beruhigend an seinen persönlichen landeshauptmann erinnerte, nur etwas weicher noch, was zusätzlich alles abzufedern in der lage war, und wer brauchte so etwas nicht, gerade in geldgeschäften. aber, eben, er suchte sie, denn ein zentraler gestaltungswillen hatte sie hinter werbewirksamen kartonaufstellungsblickfängern wirksam verborgen. botox, nahm er implizit wahr und es stellte ihm die haarwurzeln auf. war er richtig hier? er suchte und rief nach seiner weichen landeshauptfrau, fand sie gleich hinter dem pappendeckelschild, stellte mit einem unauffälligen blick beruhigt fest, dass zumindest sie sich (noch?) nicht mit nervengift vollmündig machen hatte lassen (müssen?) und konnte hernach seine dringend nötigen bankangelegenheiten zur vollsten zufriedenheit abwickeln, so ein glück noch einmal.

doppelt zentrifugiert

gut zwei jahre war mittlerweile der neue mittelpunkt allen humanen daseins, und nach ihm (bzw. seinen projizierten bedürfnissen) hatte sich nun das ganze mietshaus zu richten: im eingang stolperte man über einen carpark von zwei bis drei standesgemäßen kinderwagenmodellen (wenn besuch da war, kämpfte man sich durch bis zu sechs), seit neuestem kam dazu der kleinkindliche sitzpendelroller (der erste; das arme kind sollte keinen mangel leiden müssen und deshalb musste jeglicher möglichen traumatisierung im vorhinein aufs entschiedenste und unter aufbietung aller mittel begegnet werden.) allmählich fand er sich damit ab und überlegte, wie er es anstellen sollte, erfolgreich beim vermieter die errichtung eines zusätzlichen feuerleitertreppenhauses anzuregen.
dann waren da noch zwei geräte, an denen das ganze restliche haus mitpartizipieren durfte, sie hatten als gemeinsames herz eine akustisch ergiebige zentrifuge. das eine war der zeitgemäße staubbeutellose superdesignstaubsauger, das andere war ein haushelikopter, er hielt sich im badezimmer auf und schien durch sein richterskalarelevantes knattern vor allem knitterfreie leibwäsche zu reinigen. davon war reichlich vorhanden.
selige kindheit. der terror, das sind die eltern.

antikeramik

auf einmal schoss ihm die antwort ein und wusste er endgültig, warum er sich auf der toilette nicht so wohl fühlte, wie man das erwarten hätte dürfen, man es von jeder toilette erwarten können dürfen sollte. es war nicht der klobrillensitz mit seinem doppeltsupergedämpften klappschließmechanismus, sondern das kleine handwaschbecken links an der wand war es, dieses völlig unnötige pritschelbecken mit seinem widerlichen plitschplatschwasserhahn; wobei es weniger die pipe war, als vielmehr das berüchtigt kleine keramikbecken selbst, bereits eine handfläche deckte es völlig ab, wodurch man kaum anders konnte, als den boden der toilettekammer mit dem handabwaschwasser zu besprengen, was auch nicht sosehr das problem war, alswie vielmehr das becken (das beckende des beckens, würde heidegger sagen) selbst: es erinnerte allzusehr an das ausspülenundausspuckenbecken beim zahnarzt, weniger an das bei seinem versöhnlichen und liebenswürdigen aktuellen, als vielmehr an das bei der krankenkasse, konkret das beim krankenkassenkinderzahnarzt in der seppstögerstraße, und der war so widerlich verlogen pädagogisch, schwarzpädagogisch, die nachkriegsbeliebte struwwelpeter- und hatschibratschipädagogik war dagegen nachgerade montessori, und bekäme er ihn unvermittelt in seine hände, er würde demütigende milde walten lassen, was ihn vernichten würde ohne zweifel.

denksportaufgabe

spätestens seit (…) sind (…) und (…) aus der (…)szene nicht mehr wegzudenken.
ankündigungsjournalistische einleitung

ein, journalistischerseits wohl denkbar gedankenlos zur aufgabe gestelltes, originelles gedankenexperiment, jemand wegdenken. noch aufwändiger: jemand nicht wegdenken. schier unmöglich: jemand nicht mehr wegdenken.
das wollen wir doch tun!

unweg

durchgang nicht m¨glich
weginformation, ¨bb

in diesem sinn: z¨gig ans z¨el.
(wenn wir nur w¨ssten, wohin!)

traumwagen

schneeräumer
sondertriebfahrzeugsaufschrift, graz hauptbahnhof (nebengleis)

questo mar rosso
puccini, la bohà¨me

da steht er, maimittig (mittmaiig?) und im vollen bewusstsein, dass ihm nicht die eismänner, ja nicht einmal das kalte sofferl die spur einer chance gewähren, das gleis zu wechseln und seine, wenn es akut wird, so dringlich geschätzten fähigkeiten, die dann zu fertigkeiten werden, einzusetzen, seine die schneegischt teilenden spitzpflugscharen am gleis aufzusetzen und das weiße rote meer mosesgleich zu teilen und über das gesamte schneegeschehen, ja: unumschränkt zu herrschen aa aaa aaaah aaaaaargh!
einstweilen aber und gerne noch für zumindest ein halbes jahr bleibet der schneeräumer –
schneeträumer.

schulschiffvorfall, nachfragen

in linz kenterten zwei ruderboote, vier schüler konnten sich schwimmend ans ufer retten.
orfon, freitag, 13.5.2011

schwamm drüber
otto waalkes

danke, orfon, für diese dramatischen nachrichten. und seien wir froh, dass das unverhoffte abenteuer glimpflich ausgegangen ist. es tauchen (bleiben wir metaphorisch im wasser) aber doch noch ein paar fragen auf bzw. sind erhellende feststellungen vonnöten, damit wir wieder sicheren grund unter den beinen finden können (noch tappen wir, wie ein anlandender hund):

1) wie waren unsere vier schüler in den beiden ruderbooten verteilt? (1-3, 2-2, 3-1; 0-4?)
2) was haben sie denn angestellt, dass ihre beiden boote kentern mussten?
3) auf welchem gewässer (pleschinger see, pichlinger see; gar die donau? wo genau?)
4) eine andere option des ansuferkommens gab es nicht? (auto, fahrrad, hubschrauber, rollschuhe; gehen?)
5) wie hoch ist der schaden? wer sitzt in der nautischen untersuchungskommission?
6) nachschulungsmaßnahmen? (freiruderabzeichen), verbesserte ausrüstung am allerneuesten stand der technik (ruderleiberl!)

sie sehen: investigativ hätte ich das zeug zum detektiv, wenn nicht gar zum inspekter (aber den gibts kan).

halaligelall

jägermeister trifft ficken
freitag, 13. mai 2011

veranstaltungsankündigung, central bahnhofsgaststätte, steyr

ficken wie ein weltmeister
beliebtes ausbildungsziel (werbebotschaft, internet)

jägermeister oder ficken
nur 2€
mit dj jürgen

präzisierung, central bahnhofsgaststätte, steyr

natürlich, es begegnet einem immer das, womit man sich selber gerade am meisten beschäftigt.
von dem her hätte ihn die angekündigte veranstaltung gerade jetzt außerordentlich interessiert; zu blöd, dass er erst am 14. zurückkehren würde.
der zug fuhr an, keine fünf minuten später, noch im stadtgebiet, hoppelte ein hase links der bahntrasse.
die jagd, immer diese jagd, weltweit.

gib acht!

…das geräusch, das man macht, bevor man anfängt zu dichten
a.a.milne, pu der bär, tieger kommt in den wald (übersetzt von harry rowohlt)

interpassivität, das meint, dass wir andere instanzen etwas für uns erledigen lassen (klageweiber; sitcom-dosenlachen; videorecorder, die sich die filme mit sitcom-dosenlachen an unser statt anschauen – müssen!).
beim komponieren, d.h. bevor man anfängt zu komponieren, zu verdichten, aber ja: zu dichten, ob es da nicht auch hilfreich sein könnte, zugleich das radio bis spätnachts laufen zu lassen und in ebendieser bewährten interpassivität die schaurigste, hormonfreie wachschlafmusik der harmlosesten art ins zimmer diffundieren zu lassen?
damit wir uns richtig verstehen: neue musik darf und soll alles, schockieren, aufwühlen, provozieren, einem ins gesicht (wasauchimmer). aber, bitte, eines darf sie nicht, niemals: fadisieren; noch schlimmer wird es, wenn sie ihre melosbögen, die mit der erotik eines ausgekochten feinrippruderleiberls oder nach sportlicher betätigung (rudern?) frisch ausgezogenen adidassocken daherkommen, durch in ihren angestammten bereichen fraglos hervorragende instrumentalkünstler allerersten ranges freundschaftlich beglaubigen lassen.
ob das aufstacheln kann, aufregenderes, wachmachendes, einen aufspringen lassendes zu erfinden? nun, da es schlimmer kaum werden kann, den versuch ist es wert.
auf also! es werde eine aufregende musik!
sockenkompositöre (womit zumindest ein taugliches epitheton ornans kreiert wäre), bitte zurückrudern!

*in münichholz hat es eine konditorei gegeben, die hat cizek geheißen. gesagt aber haben alle zischeck. sind aber sicher verwandt.

allos, aldran

schon interessant, wie sich die berichterstattung über unseren allergehätscheltsten maghrebdespoten hierzulande gewandelt hat. den merkwürdig respektvollen unterton bei der erwähnung seines namens, das leichte schaudern, das seinen diplomatischen haut-goà»t begleitete, dazu seine doppelte kärntennähe (persönlicher kontakt des wüstenfuchses mit der sonne selbst; eine gewisse physiognomische verwandtschaft mit dem griffener peter handke). endlich, erstmals seit kreisky, hatte man es wieder mit wem weltweit rezipierten zu tun, man konnte sich außenpolitische größe herbeireden, ein bissl zum fürchten, aber von vorteil für österreich, dem derart keine in libyen beauftragten terrorattacken drohten.
und was ist nun der dank? statt dass voll mitgefühl über den bedrängten herrscher und seine söhne berichtet würde, wendet man sich, da nichts gutes mehr von ihm zu erwarten stehen dürfte, von ihm ab und redet ihn, als hätte man ihn nie gekannt, als diktator al-gaddafi an, nicht mehr dieses vertraute muammar oder das amikale, schulterklopferische (unser) gadaffi. alles aus, den haben wir nie gekannt.
wir waren nie wo dabei, das sowieso.
(al-)gaddafi indes darbt in seinem bunkerzelt.

wertumwertung, kulinarische

sparen heißts, aber ist ohnehin alles essig. zum beispiel beim saisonalen essen. ja genau, spargel, völlig überschätztes brunzgemüse. gäbe es essiggurkel nur für eine beschränkte zeit im jahr, müsste man sie umständlich zutage stechen, dass sie frisch aus dem marchfeld oder eferdinger becken auf des feinschmeckers teller gelangen und produzierten sie in der umwandlung der ihnen innewohnenden säfte typische zur markierung taugliche düfte, alles würde einen aufgeregten societyeiertanz (enggeführt: socyertanz) um sie herum aufführen und mmh! und aah! und ooh! rufen, das jährliche essiggurkerlopening im marchfelderhof wäre das topevent für die gaanz wichtigen leute, bussi bussi knack!
nicht auszudenken, welchen verlauf die österreichische geschichte genommen hätte, hätten sich herr gusenbauer und die kärntner sonne damals zum essiggurkerlschmaus (eingelegt in toscanischem rotweinessig) im, genau, marchfelderhof getroffen.
völlig überschätzt alle, lauter würschtln.
allen essiggurkerln aber meine ausdrückliche wertschätzung und, ja, hochachtung.

mit allerhöchstem einsatz

der „zeppelin” hatte sich im raum linz unbeabsichtigt gelöst und stieg führerlos auf.
orfon, muttertag (2011)

neunundneunzig luftballons
nena (1984)

von linz aus war er in 13.000 metern über der volkserhebung graz führerlos, und das am muttertagvortag.
der kunststudent brauchte den eurofightereinsatz dann nicht zu bezahlen. (bei kunststudenten, wolln wir aus der geschichte gelernt haben, sollte eher früher ein auge zugedrückt werden alswie später.)

preisgegeben

3.
bei kleinen bränden im
zimmer
die feuerlöscher auf dem
gang
benutzen

handlungsanweisung, albergo centrale (italienweit)

owa grennt is a, da italjena,
wiara kumma is, da russ

mythologische wahrheit, nachkrieg

nachdem man (auf das notsignal) ordnungsgemäß aus dem zimmer gegangen ist (die belehrung über ordnungsgemäßes zimmerverlassen im brandfall ist nachzulesen in loriot’s kleinem ratgeber), wird, in ganz italien, nicht lange herumgefackelt, sondern kampflos preisgegeben, was vielleicht noch zu retten (gewesen) wäre.
ob im anschluss an die flucht auf den gang ein betongebäude über den brandherd zu stülpen sei, wird die weitere atomdebatte zeigen.

(an)gewandt

wie sicher, schnell und wortdeutlich die theoretisch äußerst versierte vortragende den zentralbegriff authentizität herauszuschleudern vermag, sapperlote! man könnte das nachgerade als beinah lebensnah bezeichnen.
oder doch nicht: beim zweiten mal hat sie sich bei authentizitätsbegriff verhaspelt.
noch lebensnaher.

in eigener Sache

(Ein rarer Text in authentischer Erster Person, den ich nicht hintanhalten kann und: darf.)

Ich, ich, ich, ich,… schon nach dem Viertenmal ein sinnloses Wort.
Lars Gustafsson, Der Tod eines Bienenzüchters (Das beschädigte Buch IV:4)

Achtung! bis 11. Mai kommt es in der Zeit zwischen 22.00 und 6.00 zu Nachtanhaltungen
Pyhrnautobahn, Bosrucktunnel (Nordportal)

Grazwärz auf der Pyhrnautobahn, nach Klaus die erste Tal- bzw. Buchtüberquerung zwischen den beiden ersten Tunneln, das ist seit ehundje der Bertlgraben (bertlgrom). Unlängst (vor dem 11. Mai) begegnete mir genau in diesem so heimatlich gewähnten Revier gegenverkehrlich (linzwärz) ein Großlastwagen mit roter Eledenamenslaufschrift, darauf lief: BERTL.

Er oder ich, schoss es mir durch den Kopf. Und: Dieser Graben ist zu klein für uns beide. Dann war die gespenstische Begegnung der Dritten Art (drei Bertln auf engstem Raum, engstlich nachgerade) auch schon vorbei.

Tageszeitbedingt lief später im Bosrucktunnel alles ohne Stau oder sonstetwelche zeitlöchrige Verzögerungen. drinnen war es anhaltend dunkel. Ewige Nacht.

schub, therapeutisch

das will nämlich der primar so, erklärt die patientin der rollschiebekraft ihre spezialtherapie und gibt ihr unterderhand zu verstehen, dass sie sich wohl bei all den abläufen hier im spital überhauptgarnicht auskenne. die kraft nickt, lächelt und schiebt. der primar will das so.

screw

gewiß, die wissenschaft schreitet fort, das ist unaufhaltsam, sie schreitet sogar mit beschleunigung fort, immer schneller, aber was ist daran zu rühmen? es ist so, als wenn man jemanden deshalb rühmen wollte, weil er mit zunehmenden jahren älter wird und infolgedessen immer schneller der tod sich nähert. das ist ein natürlicher und überdies ein häßlicher vorgang, an dem ich nichts zu rühmen finde.
franz kafka, forschungen eines hundes (1922)

und dann, wenn es anzieht, beginnt es aber nach und nach und immer bestimmter, vielleicht schneller auch, anzuziehen. das kann bizarr-lustvoll sein, wie wenn die katze auf dem schoß ihre krallen halb in deiner jean einhakt: um sie zu lösen, musst du sehr behutsam sein; oder sie krallt sich so richtig fest, und du kannst sie nur mit deftigen kratzspuren oder indem du sie verwirrst anbringen, also loswerden.

das altern der eltern (und bei einem selber, schon längst, nicht erst einmal), es zieht an, beginnt zu kreiseln. ein badewannenwirbel. wieviele umdrehungen hat man?

wishmob

unser geld für unsre leut!
blauwahlversprechen (bundesweit nach möglichkeit wortgetreu umgesetzt)

es heißt, die angeblich spontanen unruhen seien von einem organisierten mob angezettelt worden.
agenturmeldung (transportiert via radio)

allüberall war der mob also ein organisierter, vor allem in der islamischen welt (vermutlich auch bei den scheuchdemokratischen kärntner ortstafelabstimmungsmarionetten, allesamt organisiert). als er radiohörend im abendlicht gen westen blickte und sah, sehen musste, dass sich staub auf die sachen legte, gelegt hatte, wurde es ihm weh ums herz und es erfüllte ihn, er fühlte sehnsucht, zumindest nach kärntner verhältnissen, dass nämlich so ein organisierter mob eines tags (vor dem nachmittag, wo es am meisten schmerzte) auch zu ihm käme und gründlich aufwischte. die ultimative organisierte und konzertierte wunschmobkommandoaktion, ganz ohne lästige staubvolksbefragungen, das sowieso.
unter dem teppich indes wurde gekehrt.

mai mani fest

alle räder stehen still
wenn dein starker arm es will
georg herwegh, bundeslied für den deutsch arbeiterverein (1863)

tag der arbeit, morgengrauen. nein, das halbaufwachen verdankte sich nicht dem harndrang, es war ein im hinhören immer lauter werdendes wummern. waren das pumpgeräusche? hatte sich der findige hausmeister gegen einen schmattes die feuerwehr kommen lassen, dass sie ihm im im hinterhaushang unterhalb der friedhofsmauer terassenförmig angelegten garten im cinqueterrestil den swimmingpool füllten? er lugte beim schlafzimmerfenster hinaus, fand aber keinen hinweis zu dieser erstannahme. also folgte er dem im stereophonisch angelegten gehörsinn angelegten körpereigenen ortungssystem, welches ihn an die vorderfront des hauses führte. ein blick hinunter auf die gasse stellte unmittelbar alles klar. da stand der kompressor (supersilent) für die aktuellen umstecharbeiten an der historischen pflasterung und heulte volle kraft voraus leerlaufend, am stand. und kein mensch, nirgendwo.
waren die urheber dieses derben dezibelspaßes halblustige fackellaufheimkehrer? oder sollte man diesem vorkommnis eine tiefere, ja: metaphorische bedeutung beimessen? war es ein neuartiger und doch sinnfälliger, wenn auch gar arg verfrühter weckruf zum ersten mai? jener tag, der der arbeit gewidmet ist, auf dass sie ruhe.
unwillkürlich kamen ihm die gebetsmühlen (mani-räder) der buddhisten in den sinn, walzen, die durch ihr gedrehtwerden zum wohle der fühlenden wesen wirken mögen. war der leerlaufende kompressor die finale maikundgebung?
wenn auch die zu rate gezogene polizei mit starkem arm für stille und süßen frühlingsschlaf sorgen musste: mehr davon! (gerne in anderen gassen)

gimme an f!

i mecht so gern laundn
dialektmusik, österreich, 1983

bestemming: landen
laufschriftinsert, belgische eisenbahn, 2011

der zugbegleiter kam. seinen obolus hatte er ordnungsgemäß entrichtet. ein augenblicklicher instinkt riet ihm, sich besser nicht nach seinem namen zu erkundigen.
in flandern blühte der holunder.

luchthaven.

tatütrara, duftend

gent, flandern, 28. april 2011: die erste spargelpisse dieses jahr. ob die dem frischgestochenen olfaktorischen ursprungsedelgemüse beigegebene sc. hollandaise als bereits politischer akt zu werten sei, wagte er in der (einem österreicher auf merkwürdige art vertrauten) regierungsvakuumspermanenz niemand zu fragen. auch der taxichauffeur der frühen frühe mit seinem maghrebinischen migrationsvordergrund war möglicherweise kein tauglicher auskunftgeber. vielleicht fänden sich ja bis zum luchthaven noch weitere saucekundige, jemand aus, sagen wir: bern, la rà©union (vanille!) oder von der halbinsel krim (tatare?).

bluebox, machtpunktuell

gent, kunstforschersymposium. fürs familienfoto aller vortragenden schneiden wir die portraits einer/s jeden vor der blauen neutralprojektion zusammen. und mittig im hintergrund, über allen, als kleinster gemeinsamer nenner aller ewiglich wesensgleichen powerpointödnisse, prangt das obligatorische no signal.
was für eine aussage.
spielt, bitte spielt!

sauber (konj.)

werte gäste!
bitte hinterlassen
sie das wc so sauber
wie sie es selbst
gerne vorfinden
würden
handlungsanweisung, cafe da vinci, alter platz, klagenfurt

die da vincis, sie spekulierten also damit, dass sie sich die kosten für eine reinigungskraft sparen würden, da sich doch gerade in einem städtchen mit derart anerzogener angst um die sicherheit seiner selbst (der dreck, er lauerte allüberall), mit derart panischem gartenzwergidyllenwahn bei gleichzeitiger security-ausstaffierung (erst die sicherheitsorgane bringen dich auf die idee, dich zu fürchten, sonst gäbs ja keine sicherheitsorgane, die sind aber da, weil sich die leute fürchten, weil es eben sicherheitsorgane gibt und so weiter ad infinitum) genügend zwangshandelnde sauberkeitsfummler (beiderlei geschlechts, wie sich das für korrekt gegenderte toiletten gehörte) finden würden.
er stellte sich vor, wie jack nicholson, as good as it gets, bei der klotür herauskommen und um gummihandschuhe (nein, die hätte er ohnehin schon angezogen, bevor er aufs klo gegangen wäre) und reinigungsmittel ersuchen würde.
genauso würde es sein. klagenfurt aber, es wird nicht nur vorübergehend, sondern es bleibet nicht nur sauber, sondern rein.
immerdar.

Am Weg des geringeren Widerstands

Parken für Fremde
und Autos ohne
Kennzeichen
verboten
Einfamilienhausaufschrift, Klagenfurt (Sattnitzgasse)

Flasche steht unter Druck, daher keine
Gewalt anwenden
Sicherheitshinweis, Vöslauer Balance (rote Traube)

Sukkus: An bekanntermaßen mit Überdruck Gekennzeichneten ist (im Auto, pendelnd zwischen Bad Vöslau und Klagenfurt) Gewalt anzuwenden.

Er entschied sich, sicherheitshalber die – als solches nicht gekennzeichnete – Route über Mariazell und die dem Heiligen Pölten geweihte Landesmetropole zu wählen.

Der Landeshauptmann indes stand unter ungutem Druck, seit eh und je.

Royal Prost

Viel Adel, aber kein Bier bei der Windsor-Hochzeit
orfon

Es ist bekannt, dass in England oftmals – nur Außenstehenden als bizarr erscheinende – merkwürdige Gebräuche gelten. Namentlich die oberen Schichten werden für ihre Exzentritäten nachgerade geliebt. Ob sie es bei dieser Jahrhunderthochzeit aber diesmal nicht doch übertreiben mit ihren Trinkvorlieben? – Wir dürfen sicher sein, dass das Brautpaar, wenn auch heimlich, noch andere Getränke anbieten lässt. Und es wird eine Parfumwolke über den Hüten schweben, die helfen wird, den strengen Geruch der Trinkgülle zumindest behelfsweise zu überdecken.

ausritt

bei parsifal die gralsritter sind ja bekanntermaßen allesamt schwachmatische silberrücken. in ihrer – kärglich bemessenen – freizeit tuckern sie mit ihren harleybehauptungen (zündapp) in die vorstadt, zu den konzerten der worried men skiffle group (gurnemanz spielt das waschbrett; das geht mit bauch auch). dann auf zum nächsten toy run. zwischendurch aber, wenn er danach verlangt (in letzter zeit immer öfter immer früher), den könig baden und darben, bis der tor rein ist.
(alte tradition)

Juvsenil

echt siech
ächz ich
sechzig!

ernst jandl

60 Jahre LJ Großraming
30.+31. Juli

Autoheckscheibenaufkleber, Golf GTI (schwarz)

Lj – die Landjugend, sie ist, nicht nur im tiefen Ennstale, eine abgekürzte. Und überdauert doch mittlerweile (wolln wirs ihr wünschen!) mehr alswie sechzich Jahr‘. Bei bester Gesundheit und stramm, wie ehundje.

austritt

beim bereits traditionellen georgiritt werden pferde und kleintiere gesegnet. er findet am ostermontag, 25. april, statt.
amtsblatt der stadt steyr

die tourismusspindoktoren, stets sind sie am erfinden neuer, für alt behaupteter traditionen, und je uriger und älter sich etwas gibt, umso heimatverbundener und seit ehundje traditions- und religionsverbunden sind wir dann alle. sind wir also recht fein heraußen.
wie oft muss etwas abgehalten werden um als bereits traditionell bezeichnet werden müssen zu können?
vom einstmals traditionsreichen (in sich wieder auf traditionen verweisenden) ersten mai indes ist wenig zu spüren: die gleiche lieb- und ideenlose liste der attraktionen (der nationalrat und ein ehemaliger minister reden, es spielt der musikverein schiedlberg, eine tombola möglicherweise) wie letztes jahr. ein billiger zettel. aber immerhin, sie scheinen sich der politischen realität zu fügen (und lassen sie weiter schleifen).
setzt doch die touristischen pappmachà©macher nach weihnachtsdorf, zünftebaum und trottlzug auch auf den ersten mai an. dann sieht die historische altstadt bald aus wie der pratereingang oder ein outletshoppingdorf: echter als das original.
beim ritt ist nur die pferdescheiße echt. und vorher gehn wir in die kirche. wengerm regionalfernsehn.
(also unbedingt hingehen!)

überlegen

im anfang war das wort
prolog

geburten
(…) selina cecile mitterkalkgruber (…)

amtsblatt der stadt steyr

scn, du unschuldig-haushohe siegerin unter den prekariatsanzeigenden, größe vorgeben müssenden neugeborenen, in realität aber namengewordenes symptom für alle konsum- und werbeweltopfer einer zum sichselbstverlügen auffordernden vorabendlichen ockerflachen sitcomheuchel- und betäubewelt. das arme kind muss das nun ein leben lang mit und vor sich herumtragen. knapp dahinter die üblichen kevins, jonasse und joels, raphaels, vincents und leons. wie bei den stadtmeisterschaften im schilauf, überlegen gewonnen von einer erst vierzehnjährigen, hat also auch hier ein junges weibliches wesen alle, auch die männlichen, hinter sich gelassen.
ein gigantischer paradigmenwechsel zeichnet sich ab, selbst in steyr. zu wünschen wäre, in die amtlichen verlautbarungen (geburten, eheschließungen, sterbefälle) auch die namen und rassen der neu zugelassenen steuerpflichtbegründenden caninen carnivoren aufzunehmen.

ja, wohl (bukolisch)

mir tut das kreuz so weh
blasphemisches* lied, wolfgang ambros (<30)

ohne sorge sei ohne sorge
ingeborg bachmann

eine muskel+gelenk vital dusche als konstitutionsfluidum, was für ein untrügerischer hinweis auf eine von vornherein schmerzzubehandelnde verbindung. die an jahren junge doch balsamkundige göttin als sportliche botin, diaà±a mit menthol, tut natürlich wohl, nicht nur rücken, muskeln und gelenken, auch bei der ruhe nach – wilder – jagd.

*was denn das sei, blasphemie? – umgekehrt, wenns wehtut („dem ende zugeht“), hieß es, kröche noch ein jeder zu kreuze. (was auch erst zu beweisen sei.)

Rauspopper

Es wird immer klarer, warum die ÖVP ständig von Leistungsträgern redet. So etwas leistet sich keine andere Partei…
Posting, derstandard.at

Der politische Schwerpunkt von Sebastian Kurz liegt in der Jugendpolitik. Mit peppigen Kampagnen und frischen Themen setzt er sich für die Anliegen junger Menschen ein und möchte deren Interesse an der Politik wecken.
Junge ÖVP (Linkverzicht)

Was uns (und den in ihrem Namen routiniert zynisch zu Beamtshandelnden) in Sachen Integration blühen wird? Wird das neue Herrlein Staatssekretär mit seiner schönbrunner und döblinger Partymeute persönlich die Auszuschaffenden in seinem seit der letzten wiener Wahl in der Garage eingestellten Geil-O-Mobil an die Grenze echauffieren? Rasch wird das jedenfalls gehen, denn, so der Geil-O-Ton des schnittigen Buben: Ich bin jung, will keine Spaßbremse sein. Und ein paar dieser heizdeckenartigen selbstaufblasenden ärmellosgelben Warnwesten aus den schwarzen Wahlkämpfen seit Benita als Give-away werden sicherlich auch gut kommen, und das stellen wir dann ins Facebook in die i-Phone-Uploads.

Ungebremst, up against the wall.

schwarzeiskanalfrühling

for he’s a jolly good fellow
– aber ich habe doch gar nicht geburtstag!

billy wilder, some like it hot

wieder einmal hatte man dem neuen völlig freie hand gelassen. man hatte ihm aber das freundschaftliche angebot gemacht, sich beraten lassen und wer wollte so ein freundschaftliches angebot, welcher weg zu beschreiten sei, auch ausschlagen?
die freunde der italienischen oper, alles güte önkel.

himmellos

die krähen behaupten: eine einzige krähe könnte den himmel zerstören. das ist zweifellos, beweist jedoch nichts gegen den himmel. denn himmel bedeutet: unmöglichkeit von krähen.
franz kafka, 23.11.1917

leni riefenstahl, fest der völker. eröffnung der olympischen spiele 1936 in berlin. die auffliegenden tauben im abendlichen gegenlicht, das sind doch krähen.
schwäne, diese friedenskündigend unterschätzten, sie eigneten sich, bei verlängerter startbahn, vor allem zur eröffnung von ruderbewerben. und es gäbe auch weiße.

kreisdreifalt

ein ungewöhnlicher fall von stalking wurde heute am landesgericht innsbruck verhandelt. angeklagt war ein pfarrer, es ging um eifersucht und eine dreiecksbeziehung in kirchenkreisen.
orfon, heute (15.4.2011)

dreiecksbeziehung in kirchenkreisen, so etwas gefällt mir – die quadratur des kreises ist ja hinlänglich geläufig. heißt es auch einmal in einem hymnus an die muttergottes la santa trinità  tu quadre, so bleiben wir bitteschön in kirchenkreisen streng dogmatisch trinitarisch, und nicht nur das soziale geschlecht betreffend in stabilen dreiecksverhältnissen, ja?!
(das bairisch-tirolerische kirchenkreisdreieck hier stelle man sich bitte nicht, wie hagiographisch gewohnt, gleichseitig und schon gar nicht rechtwinkelig vor. gleichschenkelig: das können wir durchgehen lassen.)

šporliachdsportlich

nach dem jähen schreck, als sich der überflieger mit seinen stechinsektenaugen gerade noch hinter ihm in die kolonne einreihen konnte, brach jener, völlig irrwitzig, aus, musste sich sogleich vor ihm hineinzwängen, sodass er kurz die struktur der hinterlichter studieren konnte, kreisrund gerötet wie ceranfeldkochplatten brannten sie aufs abermalige zuschalten ihrer raketenfunktion und düsten mit ihrem kometenpiloten ab.
er kam heil heim.

aufrecht (heute morgen)

der neue
so lebt er
so denkt er
so regiert er

heute (kein morgen ohne heute), 15.4.2011

wenn sein name auch, zugegeben, auf etwas bizarre vorlieben hinzudeuten scheint, so steht doch fest: mit michael spindelegger hat österreich den erotischsten aller bisherigen vizekanzler: er lebt, er denkt – und trotzdem – er regiert.


margit spindelegger ist stolz auf ihren mann
. (morgens)

schwerstarbeit

sechs tage darfst du schaffen und jede arbeit tun. der siebte tag ist ein ruhetag, dem herrn, deinem gott, geweiht.
3. od. 4. gebot (ex 20,8)

heilig halte die ekstasen
christian morgenstern, galgenlieder (zum geleit)

sonntags ist ruhetag!, steht großbuchstabig, als wärs der kategorische imperativ selbst, auf den querformatig in jedes ehemalige auslagenfenster mit tixo geklebten zetteln und auch auf der um 45° versetzten eingangstür an der ecke des billigen tschecherls. wer über die brusthoh verblendeten großflächen späht, kann im tagesdunkel die inventarisierten dauergäste bei ihrer schweren und ernsten trink- und raucharbeit erahnen. spaß ist das keiner, unsere abendländischen werte hochzuhalten (wenn das mit derart hängenden schultern überhaupt möglich ist). 
ob die mahnzettel im fenster auch raumeinwärts ihre frohe botschaft verkünden? aber kommt ja das wochenende. da wird gepfuscht auf teufel komm raus.

ausweg, nicht freiheit

es war kein traum
franz kafka, die verwandlung (1912)

und so wie die freiheit zu den erhabensten gefühlen zählt, so auch die entsprechende täuschung zu den erhabensten.
franz kafka, ein bericht für eine akademie (1917)

der frühling spross auf den feldern. was für ein genuss, im freien zu üben!
panzertraktoren adelten ihre scholle, zügig wurde sein zeug zugestaubt. nach ein paar ersten übungen trat er die flucht an. in der zwischenzeit hatten etliche schwarze ameisen als ausdruck ihres sympathischen interesses an ihr seine schwarze tasche geentert. – ans wasser!

aber das sind doch ausschließlich deine eigenen inneren befindlichkeiten, die sich da spiegeln, das bist alles du selber, weißtu …

es war kein traum. andalusische hundsameisen an der tinstinger arena … innere befindlichkeiten … musste er wohl ein schlechter mensch sein. zumindest eine zumindest surreale existenz.

völlig entrüstet

Patriotische Statistik: Flächeninhalt einer in die Ebene auseinandergezogenen Schweiz
Franz Kafka, Reisetagebücher (26.8.1911)

Warum ordnen sie die Listen über die Ausgaben für Kriegszeug immer absteigend? Interessanter (und aufbauender) wäre, sie aufsteigend zu präsentieren. Vielleicht käme dann heraus, dass jenes Land mit der größten Kriminalitätsrate die größte Armee und zugleich die absolut kleinsten Rüstungsausgaben hat.

Sowas.

Was wir nicht alles von Statistiken nicht lernen.

Vatikan, Friedensstaat.

Wer dran glaubt.

unbändig im zaum

die erdbeere ist eine sammelnuss
origineller gemeinplatz, botanische tatsache

endlich hatte es wieder einmal eine nachricht geschafft, durch alle filter bis auf seinen virtuellen schreibtisch durchzukommen. nicht dass er sie dann auch las – es genügte das anstrengungsfreie abäsen der betreffzeile. die zielgruppe war definitiv nicht jene, die jetzt billig teuer aussehen wollte – wobei es da zweifellos zu überlappungen kommen konnte. das zentrale substantiv in der betreffzeile aber sollte so schnell nicht dem vergessen anheimfallen müssen, weshalb er es sich augenblicklich einprägte, nicht ohne sich vor sich selber insgeheim bang fragen zu müssen, wer denn sowas sei oder sein wollen würde und wenn ja, ob er chancen darauf haben könnte, dazuzugehören zum erlauchten kreis, in den man aufgenommen werden konnte, wenn man rasch bestellte und dazu unmittelbar nach einwerfen des ersten, stark verbilligten aber doppelt wirkmächtigen pulverls mutierte, nämlich zum: sexualtitan.

carmen wurde übrigens nicht vom schneidigen torero escamillo erstochen. …nnnein, auch nicht von don josà©, dem dummen kerl. (sie selbst wars   )

abgehoben

über den wolken
muss die freiheit wohl grenzenlos sein

reinhard mey

die schuld ist immer zweifellos.
franz kafka, in der strafkolonie

am flughafen haben sie, nach großen turbulenzen (orfon, wer sonst) einen tag der offenen baustelle begangen. hoffentlich haben sie da die großkünette, in der schon etliches versickert ist, gut abgesichert. weiterhin und bis zum – finalen – einchecken vermuten alle überall (vor allem ü.d.w.) nur unschuldigstes.
wer hat/ist da eigentlich abgehoben? und: wohin geht die erste reise?

gereift

reifenwechsel. ob die reifen noch durchkommen diesen sommer. wie fahrn’s denn? – gemütlich, und nicht viel, vielleicht 5.000 kilometer. – dann geht’s locker noch zwei saisonen. ich hab früher drei sätze reifen in einem sommer abgefahren … ja, war eine schwierige jugend … eine problematische jugend.
jetzt geht es ihm besser, man könnte sagen: es läuft rund. und er kommt drei jahre mit einem satz aus. reziprok lebt sich’s gemütlicher. manchmal.

passivlobby

yes, wherever bicycles are broken, or menaced by international communism, bicycle repair man is ready! ready to smash the communists, wipe them up, and shove them off the face of the earth … mash the dirty red scum! kick ‚em in the teeth where it hurts! kill! kill! kill! filthy bastards! commies! i hate ‚em, i hate ‚em! aaaah! aaaah!
– norman! tea’s ready!
coming, dear!

fernsehsprecher (norman) / seine gattin oder mutter (1969)

sollten sie nicht antworten, dürfen wir dies als bestätigung werten, dass sie unsere informationen auch weiterhin empfangen möchten. auch dafür herzlichen dank!
newsletterunterschrift (2011)

es ist doch schon recht abenteuerlich, wie sie einem selbst das nicht ausgesprochene wort im mund noch umdrehen: nichtreagieren als höhere form der (noch dazu zustimmenden) aktivität. gefällt mir irgendwie. und ist es ja bekannt heikel, unbestellt ungewollte einladungen und wichtiche informationen zurückzuweisen. das verdiktum unsubscribe (womöglich noch mit rufzeichen!) ist doch nichts anderes als die zeitgemäße form, jemandem implizit miesestes mitzuteilen: du arschloch, verschwinde aus den augen aus dem sinn aus der mailbox, verflucht der tag, da deine mutter dich gebar, du geißel der menschheit, abschaum, kill! kill! kill! (s.o.)
das will man dann doch nicht. und gibt es ja filter, die kann man sogar selber benennen (etwa: scum). bei nachfragen sagst du dann einfach: ja genau, hab ich bekommen, sehr intressant! – nein, hab ich nicht können. – war’n viele leute da?
also bleiben wir doch, bitte, einfach ehrlich!
es hat einmal einen gegeben, der hat euch nicht belogen.

…tea’s ready!
(der bedarf an fahrradreparaturen in dieser welt ist in der tat unstillbar.)

soo gut!

es gibt sie noch, die guten dinge
manufactum

manufactum, gewissensfreikaufunternehmen für nachhaltige hedonisten. was sind wir stolz, dass das nicht billig ist. es gibt sie noch, uns, die guten menschen. tut das gut, das lebensstilig sich selbst und anderen vorzuführen.
(ab einem bestellwert von 250,– entfällt das porto.)

möbelhandlungsanweisung

beim ikea durch die mà¸belausstellung gehen, wenn auf dem parcours eine beraterin auftauchen sollte (gagerlgelb; sie sucht den blickkontakt von sich aus si-cher-nicht!) laut, aggressiv und beistrichlos danke ich schau nur! rufen.
gedenken wir des hustinettenbärs.

eitelscheitel

er hat euch nicht belogen!
politische behauptung (wahrheitsbeweis ausständig)

„…, der sie herzlich willkommen heißt.”
rundfunkmoderator, dritte person

was für eine sonderbare marotte, von sich selbst in der dritten person zu reden. wir kennen das vor allem von (nicht nur) sprachlich unterbemittelten kopisten der heimgefahrenen sonne karantaniens. ob eine solche sprechweise, wenn es sich um einen moderator handelt (zumal im kultursender, initialiter hajott), seine auktorial-objektive position und die unanfechtbare, unfehlbare eminenz seiner treffsicher geschliffenen verdikte beglaubigen soll?

(gefällt ihm nicht.)

granitbissig

hosn owi
im volk beliebtes kartenspiel

strasser, die nächste: abermals wird wegen verdachts auf unschuldsvermutung ermittelt.

ich fürcht mich.

opera? – rrup!

forscher: ohne kooperation gäbe es diese welt nicht.
oder
forscher: ohne korruption gäbe es diese welt nicht.

orfon

schon der wohlklang der überschrift zeigt, welches forschungsergebnis das plausiblere ist. die in der gegenwärtigen verfasstheit dieser republik so strapazierten uv-strahlen (uv für unschuldsvermutung; beim orangebronzierten munchmodel –lebensmenschen des toten lebemenschen – zusätzlich mit herkömmlicher abkürzungsdeutung), sie scheinen auch auf den herrn nowak, und auch er ist und war schon immer einer von uns. herr nowak, jetzt ist er in england, der kann da sicherlich was gradbiegen, für einen von uns. sind ja einflussreiche kreise dort.
wir sollten die günstigsten ergebnisse bevorzugen. alsdann, kooperation!

rasender stillstand

alla danza tedesca
satzbezeichnung, ludwig van beethoven (op. 130)

samstagvormittag ostwärts. in der windstille bei loosdorf sind die windkraftturbinen zu synchronen mercedessternen erstarrt. man sollte sie, wenn das möglich wäre, mit sonnenenergie betreiben, damit sich was tut (täte).
nach einer akutbremsung macht sich knapp vor st. pölten eine trügerische entspannung breit.
wie lange das noch gutgehen mag hier?

überrollt

wie die polizei berichtet, dürfte die handbremse zu leicht angezogen gewesen sein. durch die gewichtsverlagerung beim betreten der hecklade setzte sich der traktor dann in bewegung und rollte etwa zehn meter rückwärts.
landwirtschaftlicher unfallbericht

empfehlen | empfiehl dies deinen freunden
angefügte werbung, facebook

wo ist, nach einem tragischen unfall mit tödlichem ausgang (man war zufällig in der nähe), das fünftonnengewicht für für geschmacklos platzierte aufmerksamkeitssteigerungszuschaltungen verantwortliche?

stattstadt (instead of)

graz, stadt der menschenrechte, nunmehr city of design, jetzt hast du dich aber fein herausgeputzt, gratulation!
idee: wettbewerb unter den design- und kunstgewerbeschülern der ortweinschule: entwirf ein einheitliches, grazgemäßes bettleroutfit. wenn das zu teuer wird (spargebot): in einer ersten stufe gestalten wir den bettelbecher steirisch-originell (aber nicht – das wäre ja verboten – aufdringlich!). die präsentation der siegerentwürfe findet in der kunsthausblase statt. das preisgeld wird durch prozentuelle beteiligung an den erlösen der ersten drei jahre ermittelt (vorschlag, zur güte: 70/30). das nennen wir nachhaltigkeit.
(armsein verboten.)

fließend, alles, immer

auf den fellen feiter meere
ernst jandl, etüde in f

Liquidität für immer
Zusage, Liechtenstein

Was für epochaler Trost für jene, denen gerade und seit ehundje alles davonschwimmt, ein Trost mit nachgerade heraklitischer Wucht. Verdutzt bleiben wir zurück und winken den Schwimmern nach.

Nach dem Bodensee kommt der Rheinfall.

Escher, hilf!

wägbar

es wird schön gewesen sein
erstes wiener heimorgelorchester

die zukunft ist nur sehr schwer vorauszusehen
pensionsexpertenkommissionsexpertenerkenntnis

früher, ja früher, da war das was ganz was anderes. aber, und es ist eine bittere erkenntnis, die zukunft heutzutage ist nun mal nicht mehr das was sie einmal war.

abermals offenbare ich mich, nicht zuletzt korrekter voraussagen wegen, als bedingungsloser verfechter des futurum exactum. statt klagen: einklagen. soweit müssen wir dereinst gekommen sein. und um die horxe dieser welt, um die ist es dann schlecht bestellt.

stockerllos, ungepusht

sechs österreicher unter den ersten fünf
jubelmeldung (transportiert von dirk stermann)

die beiden missen aus niederösterreich kamen nicht unter die ersten fünf

orfon (niederösterreich)

der bericht über die ebenfalls nicht unter den ersten fünf platzierten vorarlbergerinnen wird hier vermisst. die haben das geschickter gemacht und lassen sich ihren nachruhm nicht  durch unnötige kundmachung vermiesen.

gepushte verhältnisse

brustvergrößerung durch handauflegen! erste behandlung gratis!
halbseidene geschäftsidee

geiselnahme in bh
halbschlagzeile, orfon

was man sich darunter wieder so alles vorstellen könnte – assoziationen sind bekanntlich weder steuer- noch strafbar, weshalb hier auch kein genau bemessener freiraum gelassen werden kann. der interessensverband plastischer chirurgen jedenfalls lässt über einen erfahrenen lobbyisten (im ernst, es gibt auch dafür eigene interessensvertreter – bekannt aufrechte menschen, die sich gegen gute bezahlung für die gute sache einsetzen) entschiedensten protest einlegen.
mein tipp, zur güte: rauf mit der körbchengröße!

virus 2.0

seine verwandten kann man sich aussuchen – die freunde leider nicht.
alte facebookweisheit

sie kommen ganz heimlich angeschlichen, haben gemeinsame freunde, also klikkst du auf bestätigen, schaust dir hernach – du bist ja begierig, deine neuen freunde kennenzulernen – das profil an. oije, sie haben dich erwischt.
tut mir leid. ich will nicht mit allen freund sein müssen, die als politische einstellung blau-orange, fidesz, gar jobbik oder was es sonst noch für grausliche selbstermannungsgruppierungen im demokratischen spektrum (und darüber hinaus) geben möge.
kritische distanz, ja. dafür brauche ich aber keine belege, seit eh und je gemeinsam die schweine gehütet zu haben, auch wenn sie später einmal nützlich sein könnten, steht zu befürchten.

selbst. bewusst. sein. (2.0.1)

iss was gscheit’s!
zeitgemäßer ernährungsaufruf

und, das filmchen eingehender besehend: wer bitte kocht?! und wer wäscht ab? na gut, moderner haushalt: der geschirrschpüler.

gemeinsam schaffen wir es! spricht der chor der tiroler frauenlobby.

selbst. bewusst. sein. (2.0)

die polizei mahnt zur vorsicht und gibt altbekannte tipps, etwa in der disco nie sein glas aus den augen zu lassen.
etikette für optische prothesenträger (transportiert via orfon)

wieviel wissen – und instinkt! – was sich in der gesellschaft gehört (und was man bitte besser nicht tut!) mittlerweile verloren gegangen ist, der kulturelle pessimismus könnte einem in die glieder fahren. aber zum glück haben wir ja auch selbst. bewusste. frauen. in unserem schönen alpenland, die noch wissen, was sich gehört.

merke (ein weiterer altbekannter tipp fürs zeitgemäß adaptierte tiroler övp-frauenselbstbild heimchen am herd 2.0): das erotische zehenkneten vor dem abendlichen joggen (mit stirnbandlicht!) kann – beim besten willen! – nur mit rotem bh (die bluse abgelegt) als gültig vollzogen gewertet werden!

semantische Differenz

Ich hab‘ ein Haar im Mund. – Ich hab‘ ein b im Namen
Intimdialog, abschweifend

Er konnte nichts für ihr Mundhaar (nein, ihr Name, es wäre zu platt gewesen, war nicht Monika), sie wiederum nichts für sein b, das in seinem Fall nicht durch das musikalisch korrekte b-Borzeichen vor einem h, sondern, im Gegenteil, durch das Hinwegnehmen dieses Buchstabens (sein Name ein Hinwegname) destilliert worden war, in fernen Pubertätszeiten bereits, das dazu.

Und, auch das, ein solcher Dialog zeigt wieder einmal, exemplarisch, dass manches zwar den Anschein gibt, das gleiche zu meinen, so gleich aber dann doch nicht ist.

geländespiel

kärntner häftling in paraguay auf freien fuß gesetzt
zeitungsartikelüberschrift

da fragt sich der (in einem guten ausmaß für kärnten – und, auch wenn das noch wenig berichtet wird, für niederösterreich, was hier aber nichts verloren hat) zahlende steuerbürger, was das wieder kosten mag: bringen den kärntner häftling, natürlich in begleitung von zumindest zwei teuer und überstundenintensiv dienstreisenden sicherheitswachebeamten, hinüber in den spätsommer südamerikas, vermutlich mit verbundenen augen, angekommen irgendwo in der einschicht wird er dreimal an den schultern im kreis herumgedreht, muss bis hundert zählen und nach einem regelkonformen hintermeiner vordermeiner linksrechts güütsniix! darf er die binde abnehmen und muss sich, nun auf sich selbst gestellt, orientieren. die kiwara aber sind verschwunden.
was für ein merkwürdiges geländespiel für einen zumindest unter tatverdacht (es gilt die unschuldsvermutung) stehenden. können die das nicht hier machen? (vorschlag: minimundus)

Seht dort!

Weh!
Richard Wagner, Lohengrin

wir jeder wünschen allen alles gute
Ernst Jandl

Warum eigentlich sagt der sich enttarnt habende Lohengrin Leb wohl, mein süßes Weib! zu seiner unvollzogenen Elsabraut, wo sie doch gleich darauf am Herzinfarkt zu vergehen hat? Was für ein Wohlleben?

Immerhin, Gottfried lebt.

gute energie

und die ereignisse in japan (was gemeint ist, jeder weiß es), sie könnten, heißt es, und das sei eine katastrophale annahme, zum drama für (nicht nur, anm.) frankreich und seine nuklearindustrie werden!
jetzt sind wir aber echt besorgt. abkühlung!

wirkwerk

so fragen wir nie vom werk her, sondern von uns aus. von uns, die wir dabei das werk nicht ein werk sein lassen, sondern es als gegenstand vorstellen, der in uns irgendwelche zustände bewirken soll.
martin heidegger, der ursprung des kunstwerks

natürlich, das ist aus dem zusammenhang gerissen, und werk meint bei heidegger keines aus so großen atomen.
aber: bewirken, in uns.
es steht so, dass wir die frage nach dem dinghaften am werk nicht mehr fragen. (ders., davor)

genitivsfrage

merkwürdig, wir im – belanglosen – österreich sagen zwar schweinsbraten und aufnahmsprüfung, aber, wenn auch nicht überall, faschingdienstag.
was will uns dieses fehlende ess sagen? will uns dieses fehlende ess was sagen?
ziehen wir einen schlussstrich.
kernkraftswerk?

fehlerunanfällig

werte fahrgäste, wir erreichen in kürze stadt rottenmann, ladies and gentlemen, we will shortly be arriving instead of rottenmann.
durchsagevorstellung, öbb (verspätet)

selzthal selzthal, gekürzter aufenthalt. bitte rasch umsteigen.
routinedurchsage, öbb

nächster halt / next stop: stadt haag.
lohnbandstimme, öbb

so gehts. alles automatisiert. ist sicherer.

verworfen

was schief gehen kann,
kann zumindest schief gehen.
murphy’s law
(frühes entwurfsstadium)

es gilt eine kunst zu machen, die nicht aufgrund von belang- oder harmlosigkeit in zeiten manifester (wenn auch völlig unbegreiflicher) tragik zurecht abgesagt werden muss. und zwar seit ehundje und für immerdar. alles was berieselt gelangt ins grundwasser.
denn die katastrophe, sie ist nicht jetzt ausgebrochen, sondern permanent nicht nur implizit immanent und nun lediglich zutage getreten.
es gilt optimismus zu definieren. global. (bärlauchgrün allein könnte trügerisch sein.)

steht ja drauf

törig bist du
wenn nicht gar tückisch

richard wagner, rheingold

ein tiger in afrika!?
monty python, the meaning of life

du kannst waranen und tigern und bären und elefanten und flusspferden und krokodilen nicht vorwerfen, wenn sie menschen, ins gehege (oder ihre freie wildbahn) gelangt, übel zurichten, aufessen, tödlich infizieren. ist schließlich ihr beruf. (ja, das gilt auch für riesenschlangen.) wieweit es für als zauberhaft harmlos verkleidete dieser arten gelte, wird noch zu untersuchen sein. auch, wenn sie sich – in evidenz der unglaublichkeit der von ihnen ausgehenden todesgefahr – die aufschrift vorsicht gefährlich umgehängt haben.

lauschangriff, reziprok

sprecht leise! haltet euch zurück!
wir sind belauscht mit ohr und blick.
von sonnleithner/von breuning/treitschke, fidelio oder die eheliche liebe

elektroautos müssen fürderhin fortbewegungsmitteltypische geräusche zur passantenwarnung abgeben. gebäcksackerl tun das schon längst: reisevollzug im offenen waggon. die dame nebenan ist raschelkrank. endlich hat sie die dünnplastikernen sackerln mit dem alupapier geräuschreich weggeräumt, nachdem sie sie mehrmals feinsäuberlich und ausführlich zusammen- und auseinandergeknüllt hat, es keimt hoffnung auf stille, da holt sie frisch wie müller aus einem bäckereipapiersackerl in das nur das beste reinkommt die zweifellos beste laugenbrezn vom hauptbahnhof münchen heraus, wenigstens die knistert nicht auch, und sie mümelt kleinfingernagelgroße krümel heraus, immer von ganz unten im akustisch aufwändig designten speisebehältnis ausführlich herumwühlend. dann wird wieder alu und dünnplastik sortiert. da ich zudem in den ersten zehn minuten, neben persönlicherem, bereits fünfmal erfahren habe, dass das mädchen im diagonal entlegensten eck des waggons wie ich bis zur endstation reisen wird, nehme ich die gefährliche drohung ernst und verziehe mich, innerlich kübelreitend.

ungefallen

mit einemmal gelangen selbst das gesichtsbuch und andere zwitschernde so gegenwartstaugliche kommunikationsstrukturen an ihre grenzen. haben sie vorher völkern noch geholfen sich aufständig zu organisieren, so stehen wir heute vor dem problem, dass jemand für relevant gehaltene informationen aufgespürt und veröffentlicht, was wiederum ihre wichtigkeit unterstreichend akklamiert werden muss. das geht wiederum nur monolinear und ohne jede rücksicht auf den inhalt der tragischen meldung. steht also da: atomkatastrophe: japans regierung spricht von kernschmelze in zweitem reaktor – spiegel online, führt das völlig absurderweise dazu, dass n.n. und 79 anderen gefällt das als kommentar dazu aufscheint, ja, aufscheinen muss.
so leicht ist es aber nicht ganz.

bestens kostümiert (2)

alle maskiert! alle maskiert!
johann strauss, eine nacht in venedig

frauenfasching, wie gesagt. die meisten mannen waren, und es ist gar nicht aufgefallen, als machos verkleidet.
letztens war auch ein hundertster geburtstag sinnfällig auf ein doppelfest gefallen: giovanni guareschis jubeltag fiel zeitgleich mit dem tag der arbeit auf christi himmelfahrt, und von seinem beppone gino cervi ist bekannt, dass er ein eingefleischter (inkarnierter) christdemokrat, wobei man umgekehrt davon ausgehen darf bzw. – je nach weltanschaulicher positionierung – muss, dass fernandel eher kein kerzerlschlucker war.
alles ist nicht so, wie es auf den ersten blick erscheinen mag, und wie fiktiv kann denn eigentlich nur die feier eines hundertsten geburtstages (jenseits des heesteriums) sein?

bestens kostümiert (1)

alle maskiert!
johann strauss, eine nacht in venedig

der buchhändler des persönlichen vertrauens (such im internet – bestell lokal – die zeitgemäße form des beliebten handelsappells fahr nicht fort – kauf im ort! früherer zeiten) steht als 167-761 (mit obligater augenmaske und kapperl) hinter seinem bestelltischerl. das ist ausnahmsweise trefflich gewählt, ist dem – nicht nur lokalen – publikum doch noch sein kampf gegen eine feindliche übernahme (an die kette gelegt, sagt man…) durch einen internationalen handelsriesen (ennsthalia?) in lebhafter erinnerung.
ich zahle (es ist zugleich frauenfasching) bei einer getigerten katze (auch diese mit augenmaske, wie in einer operetteninszenierung mit anneliese rothenberger) und gehe zum zug. was mir wohl die öbb heute bieten werden? – als unsichtbar verkleidete schaffner auf der selbstbedienungsstrecke mit leider unverstellter chrislohnerstimme.

nichts

schenk kein deutsches messer. schenk kein italienisches kochbuch. schenk gar kein messer. schenk gar kein kochbuch. schenk am besten nichts. ist unter umständen besser als alles andere, was ja buchstäblich alles ist.
so tat er. leeres nichts.

kochen wird so überschätzt.
humor ist unüberschätzlich.

das nichts würde sich füllen.

affirmation

westwärts schweift der blick
richard wagner, tristan und isolde (1. akt, 1. auftritt, 1. vers)

nun weiter denn, nur weiter
wilhelm müller

unbewusst –
höchste lust

richard wagner, tristan und isolde (3. akt, 3. auftritt, finaler vers)

in einem fort kommen die neuesten jubelmeldungen, wer von deinen freund/inn/en jetzt seit vor 40 minus 1 minuten mit wem oder was befreundet ist, auf dass du dich auch mit ihr/ihm als beliebig anhängbare dritte person verfreunden mögest. inwendig laut lesend betone ich unwillkürlich das jetzt: denn es kann in diesem freundesspiel je nach augenblicklich verfügbarer laune sehr schnell und beliebig ein jetzt halt nimmer, elabäcs! sein – dafür aber fehlt in diesem – zweifellos segensreichen – elektronischen outingoutsourcingtool bislang eine veröffentlichungsoption, und das ist ja vielleicht auch besser so, wir wollen – und müssen! – das unglück ausklammern und stets ausschließlich dem ein zauber innewohnendem anfang huldigen. weil dann höret die liebe nimmer auf, überhaupt gar nichts, nie mehr nicht, nie, weil der anfang, ist er einmal wie ein pudding auch nur ein bissl gestockt, am einfachsten gleich gänzlich zur erstarrung gebracht werden muss und ungesäumt unvermittelt oder vermittelst zeitgemäßer sog. kommunikationsmedien der nächstbeste anfang begonnen werden muss, jedesmal noch unverbindlicher, du bist ja nicht blöd, eine panische gefühlsheftigkeitsverdichtungsmaximierung das, und so wird der teufel zwar immerfort besiegt, aber niemals vernichtet, weiß schon kafka, und der kennt sich aus mit dem glück (wenn auch ex negativo). und ist es ja in der tat so, dass ich kaum begreife, wie ein junger mensch sich entschließen kann, ins nächste dorf zu reiten, ohne zu fürchten, dass – von unglücklichen zufällen ganz abgesehen – schon die zeit des gewöhnlichen, glücklich ablaufenden lebens für einen solchen ritt bei weitem nicht hinreicht. (kafka, wieder der, und wer auch sonst?)

wer schnell genug reitet, dem geht die sonne nimmer unter.

weiterreiter, raste nicht.

frühlingsmütter 2011

liebe mba,

es geht hurtig durch fleiß
musikalisches akrostichon (violinientreu aufsteigend)

ich bettle.

[vorweg: ist schon aschermüttwoch heüt, der brief – und sein erscheinen hier – verspätet. will ja auch der frühling nicht recht heraus (wenn meine lieblingspraktikanten von orfon auch „nach schneeglöckchen und primel – sic! – dürfte es in den nächsten wochen zu einer regelrechten explosion der frühlingsblumen kommen” dichten). ist natürlich vom geschäftlichen her ein wahnsinn, mit einer regelrecht verspäteten briefexplosion jetzt erst daherzukommen, weil ich doch grad am ersten märz einen trombohuwabonischen auftritt gehabt habe, zu dem ich sie ohne extraaufwand einladen hätte können (war eh voll am augarten); die erfahrung aber lehrt, dass so ein periodisches e-werk allerhöchstens ein paar amüsierte (virtu- oder re-elle) schulterklopfer zeitigt, zudem weder die frischen noch die frisch aufgebähten tonträger in irgend erhöhter frequenz über meinen imaginären ladentisch gehen. wo also wäre der verlust? allerhöchstens geschah ein aufstacheln der mütterbriefverspätungswahrnehmer und innen, womit diejenigen meiner speziellen wertschätzung versichert seien, die das auftauchen des mütterbriefs in ihrem elektropostkastl bereits am 1. märz ab der mittagsstunde erwartet haben; bei ihnen – und nur bei ihnen – möchte ich um nachsicht für meine nachlässigkeit bitten – undaber werde ich nun allen die gründe darlegen müssen, weshalb das diesmal so kam, wie es, nunja: kommen musste.]

ich bettle.

(weiter)

wieder ist ein vierteljahr ins und übers und durchs land gezogen, das merke ich jedesmal beim selbstauferlegt-unverlangten schreibenmüssen des mütterbriefes, wie sie nun den neuesten in ihren virtuellen händen halten, also vermittelst ihrer realen augen bildschirmhinterleuchtet mindestens bis hierher gelesen haben. ein vierteljahr, das ist genau lang genug, dass man beginnen kann, unterschiede wahrzunehmen. nicht bei sich selbst, aber bei freunden, wenn man sie so lange nicht gesehen hat oder sie sich entzogen haben.

ich bettle.

aber ja, auch bei sich selbst. ich meine nicht im spiegel, den gibts täglich zumindest zweimal zum zähneblecken beim zähneputzen, ein jeder hat da seine persönlichen unbemerkten gewohnheiten, und wer sich noch mit den mühen einer frisur herumschlagen muss, augenstriche, lidschatten – was weiß ich – ist täglich multipel miroirerprobt, wenn auch spiegelverkehrt, was in der natur der sache liegt, und ist es doch ein glück, dass der spiegel nicht perfiderweise oben und unten auch noch vertauscht, die haare würden einem abstehen, während die ohren auch in dieser lage weiter beidseitig mehr oder weniger anliegen würden.

ich bettle.

was weiß ich habe ich interjektiv geschrieben. und das frage ich mich mit jedem vierteljährlichen mütterbriefschreiben noch dringender, in den verschiedensten wortabfolgemutationen zudem (was weiß ich … weiß ich was … ich weiß was … was ich weiß … ja auch sogar ich was weiß – wodurch wir uns bereits sprachmigrierend betätigt hätten, wenn auch nur andeutungsweise).

ich bettle.

natürlich kannst du auch schon in wesentlich kürzeren intervallen änderungen (verfalle, aufstiege) wahrnehmen. etwa beim schreiben eines textes, im wiederlesen, erscheint dir dein persönlicher erkenntnisstand am anfang von hinten her betrachtet als minder. also alles noch einmal von vorne anfangen, wodurch du dir wiederum am ende des textes, wie du ihn gerade hinterlassen hast, als von einem doch recht dürftig vollkommenen nur verfasst vorkommst. und so ginge das weiter, als würde ein düsenflieger im kreis fliegen, immer knapp hinter dem sich eben im himmelsblau auflösenden kondensstreifen her, wenn einen nicht jemand herausholte, zu tisch oder bett rufend. und es würde überhaupt gar nichts fertig, je, weltweit. was wiederum ehrlicher wäre. weil fertig, was wäre denn das, in aller vorläufigkeit, und es soll ja leute geben, für die sind letzte instanzen auch nicht definitiv, und wenn, dann ließen sie einfach die einschlägigen gesetze ändern, zögen zwischendecken mit geheimfächern nach bedarf nur für sich ein.

ich bettle.

halten wir es doch so, dass wir festgelegtes, abgeschlossenes in seiner scheinfestgelegtheit und scheinabgeschlossenheit zu respektieren beginnen. das ersparte etliche enttäuschungen. und sogenannte werke seien dokumente einer einigermaßen willkürlichen momentaufnahme, deren wir uns halt nun einmal bedienen müssen (müssen wir wirklich?).

ich bettle. organisiert.

ein solches werk, völlig vorläufig, aber unveränderlich in dieser festgehaltenen vorläufigkeit ist nun fertig. die mütterkinderlieder (nachmahler) erscheinen bei raumklang, einem sehr edlen deutschen label, im handel ab 15. april, bei mir jetzt schon. und 15. april, das ist in größtmöglicher mütterbriefveröffentlichungsdatumsferne, weil der nächste kommt, wenn’s wahr ist, am 1. juni, der 15. april ist – vom verstrichenen regeldatum 1. märz aus gerechnet – gewissermaßen mütterbriefneumond, und das passt ja auch zu dieser dunkelschönen musik, also wirklich.

ich bettle. organisiert und aggressiv.

hat tucholsky gesagt, dass würde der konjunktiv des deutschen seins sei? das österreichische deutsch ist da schon um ein paar klippen weiter.

bieete bieete.

was sich so alles verändert in einem vierteljahr, unglaublich. dass ein land in seiner fortschreitenden humanitätsabschaffung jedes vierteljahr in noch tieferer dumpfheit versinkt, immer noch tiefer absinken kann, die tiefsee ist gar nichts dagegen. was für ein unwürdiges wettrennen um bettelverbots- und menschenabschiebevorsprünge querlandein und -aus, weil wir wollen keine armen seelen sehen (soll die kirche für sie beten), und so sperren wir unser schlechtes gewissen weg, aus den augen aus dem sinn – aus dem herz schon längst. und der überbringer der unangenehmen nachricht wird geköpft, dann alle, die ihn gesehen haben könnten. treibende eisberge aber voraus! volle fahrt!

ich bettle.

armes land. keiner bräuche solche bräuche, würde man meinen, gar in unserem österreich, diesem selbsternannten spendenweltmeister, wenn alles schön sauber und herzeigeherzig aufbereitet sei. rettet unsere pandabären.

ich bettle.

vor übereilten maßnahmen wird gewarnt.

ich bettle.

wie könnte man den hetzern hier ein märchen erzählen, das sie läutere, ihnen die schuppen von den augen abschüttle? dass alles auf einmal nicht mehr gelänge, ohne dass man es sich erklären könne, weil genau ein unbeachtetes kleinstelement fehle. der bettler auf der straße wäre es, der durch sein almosenempfangen das wohlergehen der menschen in diesem landstrich erst ermögliche.

ich bettle.

aber kümmern wir uns doch um wichtigeres. nachrichtenverdichtung ist angesagt. im überlesen und übersehen geschult, streichen wir, weil es in einem aufwaschen geht (in österreich ist die formulierung des ged in an åhausn weit verbreitet – die überreiche erfahrung damit hat sich ins volksherz gebrannt), die nachricht und begnügen uns mit der überschrift, sechsmal (ich gebe zu, mit einer leichten mogelei). sie, geneigter leserin, haben die wahl (mehrfachnennungen nötig):

– mit uns passieren wunder zwischen den beinen
– das leben ist zu kurz um sich ueber die groesse ihres gliedes aufzuregen
– bekommen sie genau die groesse, die sie wollen
– wuerdevoll aussehen super billig mit top brand an hand
– bei diesen schweren zeiten braucht man wirklich starke pillen
– alle ihre sexuellen traeume werden sich verwirklichen
– mit uns passieren wunder zwischen den beinen

… das und nochvielmehr (einen lucky draw im euroonline-lotto, ohne teilgenommen zu haben; die fingierte einsetzung als anspruchsberechtigter auf ein afrikanisches milliardenerbe – ist grad saison) wünsche auch ich ihnen von ganzen herzen,

ihr bertl mütter

(stets der gleiche seit mehr als fünfundvierzigeinhalb jahren)

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service

– mütterlog

– kaufen sie tonträger. gerne welche von mir. echt schöne musikalische vorläufigkeiten, praktisch und dekorativ.

– muetter.at wird wirklich bald neu sein. ich werde kein extra lanà§ierungsmail aussenden, sie merkens ja, wenn sie hinklikken. da finden sie auch meine aktuellen termine.

– zuzugeben habe ich, dass ich diesen winter weder eis gelaufen noch stockgeschossen habe. aber glühwein getrunken. und glühschilcher, den auch.

– ansonsten studiere ich weiter. an allem, auch am leben.

– der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. juni 2011 zu mittag.

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bettelarmes land. organisiert.

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das ende will glücklich enden. nundenn, akrostichemus (zwischenlinientreu):

fritz aß citronen-eis.

ach genau: wichtig ist, dass man sich täglich ins gesicht schauen kann. das erklärt manche politische frisur.

original, reloaded

pater semper incertus
alte weisheit (matrilinear vererbt)

quid est veritas?
pilatus zugeschrieben

vermutlich aber, so grassiert es der hahn vom guttenberg, hat der es von einem anderen. in einer bislang nicht beachteten quelle ist die rede von einem gewissen plagiatus, er taucht auch bei asterix et obelix auf, allerdings erst nach dem tode goscinnys, als vertreter des gesamtverbandes der römischen hinkelsteinindustrie (hinkelsteine sind bekanntermaßen ohne jeden zweifel eine römische erfindung).
noch so ein original.
bitte, weitere!

sacramentum, profan

220
vienna’s highest level
architektur auf höchstem niveau: mit dem von dominque perrault entworfenen dc tower 1 entsteht in der vienna dc nicht nur das mit 220 metern höchste gebäude österreichs, sondern auch ein faszinierendes wahrzeichen der stadt wien.

buntbeilagenwerbeeinschaltung, ganzseitig

quid est veritas?
pilatus zugeschrieben

nämlich: was für ein zeichen für welche (behauptete? ersehnte?) wahrheit?
wer hat dann sonst einen noch einen längeren (in planung)? wie heißt der architekt?

drangmusik

boom boom chuck
queen

die schiebetüre prallte einmal hart zurück, bevor er den drehverschluss zumachen konnte, so vehement hatte er sich eintritt verschafft und so dringend war sein absperrbegehren. oh yeah, let’s rock!, dachte er fremdsprachig, was ihm bei so einem primärbegehren doch etwas merkwürdig erschien.
hernach öffnete er geräuschlos, zumindest.

parallelwelthaltig

… before you can call him a man
robert allen zimmerman

der jugendliche gitarrist am abendlichen sporgassenpflaster übt sich im schaufrieren. leider spielt er etwas zu wenig schlecht, dass man ihm sein dafür nicht ausreichend verstimmtes instrument abnähme. das ist aber egal, er ist von der sorte sozial geborgener gymnasiasten (langform), die sich einmal ganz unten spüren wollen, das hat was sozialromantisch-franziskanisches.
große sympathie, am opernballabend zumal.

wenigstens schmerzfrei

mochten andere autos oder paarungspartner teilen, sein motto schien haare teilen zu lauten: über dem admiralsbart (tegetthoff in der schlacht von lissa) waren sie aber erstaunlich glatt, wie zwei idealtypische zwiebelrostbraten, in öl eingelegt und bereit, als frisches pfannengericht (unsere speisen werden für sie frisch zubereitet – zubereitung dauert zwanzig minuten) frisch zubereitet zu werden, die haut erstaunlich faltenfrei gespannt über der journalistenstirn, gerötet noch vom letzten schiausflug.