mütterlog

Flanierbereich des Wahrnehmens. Verführung zum geradewegs Umseckdenken, der metaolympischen Disziplin des gepflegten brainjump. Nicht für Jedermann.1


Dreingeboren

Ein Eingeborener ruderte in einem Einbaum vorbei.
W. Somerset Maugham (deutsch von Kurt Wagenseil)

Hochrechnen und runterrechnen, so versuchen wir uns die Welt zurechtzuerzählen: Was machten also ihrer zwei?

Katamarane werden allgemein überbewertet. Oder unter-.


Ponta Delgada, 15. November 2025, 08:43 (Ortszeit)

Ohja, sehr schön war es gemeinsam mit dem lieben Antonino in Atlantis, das, wie manche meinen, exakt bei den Azoren (und doch nicht so ganz untergegangen) ist – was für eine zauberhafte Metapher! Sich abbusslnde Fische!, oftwo auf der Welt gelten sich abbusslnde Fische als Symbol der Prosperität. Und zu ebenjener können Sie auch mir verhelfen!

Folgt die vertraute Suada: Dezember, brr, Winter, dem Morgenstern sein »Zehenbär«, und auch der Wetterbericht hält dieser Tage »Zehennebel« für uns bereit, was immer wir uns darunter (oder, mit der Nase, darüber) vorstellen sollen. Erhellen Sie mir doch mein Gemüt und setzen Sie die permanent bestehende Gelegenheit einer SPENDE für meine ohne jeden Auftrag IHNENZU erbrachte Kreativarbeit, das hierschirms erscheinende Periodiarium »MütterLog«, in die Tat um.

Sie wissen’s eh: Meine Kontonummer erwartet Sie im Impressum. DANKE!

Drittletzter

Letzter »Dritter Mann«-Darsteller gestorben
orfon

So vieles ist überhaupt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Der Verblichene im gegenständlichen Beispielsatz etwa war, so ergab die Lektüre des beigeordneten Artikels, zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen von »Der dritte Mann« gerade einmal drei Jahre alt. Weder stellte er einen Mann (von dreien) dar, noch versuchte er selbiges, und es wäre ihm, Dreikäsehoch, der er war, wohl kaum überzeugend gelungen.

Die Schauspielerei ist eine Hohe Kunst.

Drehen!

Seit 2002 steht sie ausschließlich vor der Kamera
rezenter Biographieabschnitt (Radio)

Was ist eigentlich aus der »Dalli Dalli«-Dekoration geworden? Mit ihrer emblematischen Bienenwabenform sollte sie wohl auf den Aufbauoptimismus jener Zeit (der Dalli Dalli-Epoche) verweisen, unterschwellig zum Dranbleiben bei Selbigem ermutigen.

Wenn sich die Wabentür bewegt hat und jemand (ein Gast; zuvor Hans Rosenthal; die Jury, bestehend aus Ekkehard Fritsch, Brigitte Xander und Mady Riehl, sowie Assistentin Monika Sundermann befanden sich bereits an ihren Arbeitsplätzen) zur schwungvollen Dalli Dalli-Musik der Götz Wendlandt-Combo durch sie ebenso schwungvoll federnd ins Zentrum des Geschehens schritt, durfte man sich auf zeitgemäße, familienfreundliche Unterhaltung freuen und wurde sicher nicht enttäuscht.

Von 1971 bis 1986 stand die Dekoration von Dalli Dalli ausschließlich vor der Kamera, und zwischendurch stand sie herum, wo genau (in welchem Lager), das ist nicht wirklich interessant: Es kommt drauf an, was vor der Kamera geschieht.

Innerlich

hautrein
Produktaufschrift

Man beachte: Es handelt sich hier um keine Aufforderung an eine Gruppe deutscher Menschen, jetzt aber mal ordentlich, bis zum Kaumuskelkater, zuzulangen.

Wir sollten so vieles viel pfleglicher anlegen.

Unonduliert

Makellos und beglückend (bis auf ein paar mühsame Spitzentöne): Marin Byström als Beziehungsopfer Desdemona. Sogar das öde Lied von der Weide frisierte die Schwedin zum Ereignis auf.
Stefan Ender in derstandard.at

Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Johann Wolfgang Goethe

Das hast du wahrlich trefflich gesagt, lieber Stefan! (Wir kennen und duzen einander; mit Goethen pflege ich nicht derartig zu verkehren.) Spitzentöne in einem Drama, das sich um ein (untergeschobenes) Schneuztüchl (nein, kein -häubchen) dreht: Da ist es stimmig (nachgerade notwendig!), wenn sie mühsam daherkommen, der Spitzen Töne. Auch dafür, dass sich endlich einmal einer traut (wer, wenn nicht S. E.), das Lied von der Weide (»Salce! Salce! Salce!« etc.) als öd zu bezeichnen (ja, es ist es!), sind wir dankbar, und das Sahnehäubchen ist die Formulierung von seinem (dessen) zum Ereignis Auffrisieren: Ein (Das) Weidenlied aufzufrisieren, das ist so, wie zu hoffnungslos fadglatten Haaren »Schnittlauchlocke« zu sagen: Macht die Suppe auch nicht fetter. Haarsuppe.

Ganz großes Coiffeurkino!

Bange

Es wird bestätigt, dass Sie ein Mensch sind. Dies kann einige Sekunden dauern.
Systemmeldung, Internet

Im wirklichen Leben dauert ja alles viel viel länger.

(Tiefes Aufatmen, schlussendlich.)

Anlassiglässlich

Der Dick-Pic-Paragraph tritt in Kraft
Frauenpicknick im Stadtpark
Parteiaussendungsspitzenmeldung (1)+(2), SPÖ

Dickpicknick. Frauendickpicknick. Dickpicparagraphenfrauenpicknick. Dickpictrittfrauenpicknick. Im Paragraphenstadtpark.

Das kann kräftig teuer kommen.

Ausgebacken

In Graz werden die meisten Schnitzel in Österreich bestellt
orfon

Und Reiterinnen werden ja immer gesucht
Loriot

Soso, in Graz gibt es also die bestelltesten Schnitzel von ganz Österreich. Bestellt und nicht abgeholt aber, sowas kann traumatische Implikationen zeitigen und eine knapp bevorstehende Beziehungsendeanbahnung signalisieren. Also Leute – mein wohlgemeinter Rat –, Finger weg von allzuviel Bestellerei!

Zusteller werden immer gesucht.

(Pferdeschnitzel, besser noch: Fohlen-. Außabochane. Zum Fingerlecken!)

JaJa

Royale Märchenhochzeit in Liechtenstein
orfon

Die Frage bei derartigen Vermählungen ist immer die nach den konkreten Märchen, die sich da vorgeblich vermählen.

Für den Kleinststaat Liechtenstein müssen wir uns jedenfalls solche aus dem Zwergengenre vorstellen, Zwerg Nase mit Däumelinchen oder so. Rumpelstilzchen vs. Schneewittchen, da stünden sogar sieben zur Auswahl, von denen die mittleren drei oder vier in heiratsfähigem Alter (bereits – gerade noch) wären.

Groß seien ihr Glück und ihre Zufriedenheit hinter den (bzw. inmitten der) sieben Berge(n), bis der Tod sie scheidet, oder sonstwer.

Erfahren

Entscheidung über Porsche-Tunnel in Sicht
orfon

Die Frage ist: Tunnel am Ende des Lichts oder Licht am Ende des Tunnels. Eschatologisch genommen, eine Frage des Glaubens.

Einer hat einmal gesagt: Lachen werd’ ich, wenn alles ganz anders ist. Wir werden es nie erfahren.

Pro Gramm

Mann will Amazon zu Fall bringen, indem er Ambosse bestellt und zurückschickt
derstandard.at

Dem (d. Amazonen, Anm.) hat er’s aber sowas von gegeben! Leidtragende aber sind, wie immer, die Zusteller. Kein Gendern notwendig.

Ambosse wären doch eine nachgerade ideale Raketennutzlast. Kommt dann echt teuer.

PÄNG!

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Schulanfängerrückgang. Schönes Wort in deutschen Ketten. Oder doch nur zu drei Viertel deutsch? Wir können aber auch noch ein fünftes Viertel anhängen, wodurch das Wort ins Femininum kippt: Schulanfängerrückganggang.

Heutzutage lässt die Disziplin bereits bei den ganz Jungen völlig zu wünschen übrig. Für so eine Volksschullehrerin kann das, mit zusätzlich helikopternden Eltern im Rücken, ganz schön unangenehm werden, sodass man händeringend versucht, ausreichend ausreichend junge und belastbare Menschen für diesen, ja, schon, schönen Beruf zu gewinnen.

Es werden immer weniger.

Fallen

Schützen könnten als Männerbastion fallen
orfon

Schützet die Schützen! Da dräut dringliches Erregungspotenzial. Und: Männerbastion, welch wuchtig’ Wort, es regt sofort zum flüchtigen Verlesen an: Welcher mit rhythmischem Begreifen assoziierte Begriff da wohl beim luziden Verlesen unwillkürlich angeregt werden mag? Und was, nach gezielter Erregungsentladung, nicht alles in sich zusammenfällt, zusammenfallen muss, weil’s die Natur gebietet, und sogleich macht sich wohlige Ermattung breiig breit. Mann, achte auf allfällig anwesende Judithen!

Schützen könnten fallen.

(Schubert – mit Blick aufs Datum – Schubert war nie und ist alles andere als eine Männerbastion, und er eignet sich auch wirklich nicht dafür.)

Aufklarung

Pianist Craig Taborn ist ein komplexer Grübler

Ljubiša Tošić, derstandard.at

Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Hypokomplexe Warnung, proverbial

»Erteilen Sie Aufklarung, Sire!«, möchte man da sogleich rufen. Nämlich: Was denn das sei, ein komplexer Grübler? Wo befindet sich die komplexe oder nichtganzsokomplexe Grube des Pianisten Craig Taborn, in welcher er sich einge- oder vergraben hat? Wie einfach ist ihm das Grubeln (Grübeln? – klingt schweizerisch) gefallen?

Es sind stets deren allzuviele komplexe Fragestellungen. Einfacher wird’s nimmer, trotz all dem Jäzz.

Zerbröselt

Als besonderes Highlight wird »die Enthüllung einer Sandskulptur zu Ehren der Steiermark auf der Piazza Brescia« angekündigt. Sie symbolisiere die langjährige Freundschaft zwischen Jesolo und der Steiermark.
derstandard.at

Das hält. Campinglandtag der Festung Österreich, Statthalterei sandiges Herz. Ach, Heimatpartei.

Als Kind war ich mit Càorle langjährig eng befreundet, später, wie Elvis und die Callas gestorben sind, mit Lignano. Jesolo, hat es immer geheißen, können wir uns nicht leisten.

Wir können uns Jesolo nicht leisten.

Verlebensfall

Wichtige Probleme behandelt und behoben, um Ihr Gesamterlebnis zu verbessern
Programmerneuerungserläuterung, App-Store

Gesamterlebnis, soso. Wir sind doch, allesamt, zu einem beständig verbesserten Gesamterlebnis nachgerade verdammt. Ein regelrechter Gesamterlebniszwang ist das, und Alles wird immer noch besser und gesamter in unseren Erlebnisleben, Gesamterlebnisleben, Hyper-, Transhypergesamterlebnisleben.

Könnten die auch, einmal nur, und sei’s ein nochsokleines, unbedeutendes Programm mit wenig Gesamterlebnis, ein Downdate herausbringen, eh grad nur für unwichtige Probleme? Die Welt, die alles ist, was fällt, bedürfte seinesgleichen so verdursttropfendringlich!

Sowas bringen sie heute nicht mehr zusammen, steht zu befürchten.

Glückes genug

MEN 48h
Absolute Invisible
Produktaufschriftverheißung

Im siebenundachtzigsten von neunzig von H.C. Artmann 1967 in seiner Grünverschlossenen Botschaft übermittelten Träume, im Zuge dessen einem unter anderem »neun engel ohne pflanzenschutzmittel aus dem aufgeschlitzten leib kriechen« wird seinem Träumer eine Frohmachendes verheißende Zahl (die 87 ist’s) offenbart, zu des Träumers Glück lautet seine Conclusio exacte so: »Dieser gräuliche traum ist indessen vollkommen harmlos und bedeutet für den kommenden morgen eine lustige nachricht oder eine kleinere geldsendung oder einen unsichtbaren spaziergang durch ein damensonnenbad.«

Heimlich missbräuchlich frivol eingesetzte kurzfristige Invisibilität, derlei kleine Glücke wurden seinerzeit also als erträumenswert erachtet.

H.C. Artmann, das ist bekannt, war jedoch stets ein Sör von edelstem Schrot.

Um Himmels Willen

Vögel singen wegen künstlichem Licht länger
orfon

Mit Ovo kannst’s net bässr. Åbr längr.
Werbewahrspruch, Schweiz

Aber nur künstlich: Es handelt sich hier (da wie dort) jedoch um keine Aussage in künstlerischen Dingen.

Vögel sind keine Künstler. Das Kunstwerk bedarf des Kunstwillens. Dieser – das auch noch! – ist zwar ein notwendiges, aber keinesfalls hinreichendes Konstitutivum auf dass ein Kunstwerk erstehe.

Manches wäre hinreichend, es ist aber nicht notwendig. Was, zum Beispiel, fragen Sie? Nun, lauschen wir doch den Vögeln am frühen Morgen.

Kommt wieder, Frühling; es geht ja schon im Vorfrühling los, völlig ungekünstelt zumal.

Tratzig

Hol’ dir -10% auf Matratzen!
Weltschwedische Werbeeinschaltung

Eine Minusholung auf etwas drauf, das lockt die Prinzessin in mir aber nicht zum Matratzenkauf.

Erbsenpüree!

Weiland

Wikipedia teilt mir mit, dass kürzlich ein deutscher Kunstradfahrer im Alter von 85 Jahren (im sechsundachtzigsten) gestorben ist. Das wirft wieder einmal die Frage auf, wie lange in seinem Leben man etwas ist, wenn man es gewesen ist. Vermutlich war das Deutsche Kunstradfahren die Tätigkeit, die uns als Essenz des Lebens vom derart in die Ewigkeit eingefahrenen bleiben wird oder gemäß der die Kurznachrufnotiz verfassenden Redaktion soll.

Ob sie bei mir weiland dereinst Ministrant schreiben werden?

(Vor zehn Jahren, im August 2015, ist, so ergab eine kurzfristig angesetzte Recherche, in St. Pölten der evangelische Superintendent Paul Weiland, wie es heißt: plötzlich verstorben. In diesem Fall ergab sich die Tätigkeitszuordnung ganz wie von selbst.)

Fledern

Fledermäuse umarmen einander
orfon

Umflügeln!

Überflügeln. Umarmen. Überarmen.

Was jetzt, was nimmt jetzt überhand?

Kämmerlich immerdar

Unsere Hand war immer da, zum Verhandeln
Ärztekammerspitzenfunktionärsaussage

Chirurgen sind, wortwörtlich, Handwerker. Neurologen Nervengelehrte. Und so weiter.

Es wird soviel verhaut allüberall heutzutage, und heutzutage, wir wissen’s, das ist und war seit eh und je.

Verhandeln, merkwürdiges Wort.

Mit

Signa-Pleite: Benko unterstellte Gusenbauer Mitwissen
orfon

Bitte das ist unvorstellbar. Wo er doch selber beteuert hat, von nichts etwas gewusst zu haben, ja nicht einmal mitgewusst hat er irgendwas und was denn auch, na eben, kein Punkt,

Grillen

»Sogar im Bett«: Stromboli kämpft mit Ziegenplage
orfon

Friede den Hütten!
Heinrich Heine

Bett – Ziege – Kampf: Was für eine Steilvorlage für einen moralspektakulären Schittstorm, dazu noch als Malusbonus das Tierschutzempörungspotential kat exochen, bei Positionsbeziehung pro Ziegenentnahme, Tiertöter!

Irgendwann fällt auch in Stromboli der Strom aus. Die Ursache kann nur eine Embolie sein: Stromemboli, ström! Dann, in der Finsternis, geht es allen zickigen Viechern an den Kragen, und der gute Vulkan kann wieder wohlig grillgrummeln.

So blöd bin ich nämlich nicht, dass ich mich mit solcherlei Verfänglichkeiten aufs Glatteis begebe, das Internet vergisst ja nichts.

Zur unmissverständlichen Klarstellung: Ich bin entschieden für das Gute; nicht immer, aber immer öfter.

Unter sich

Für Sex beim ersten Date sind Männer viel aufgeschlossener als Frauen
derstandard.at

Dann solln sie sich doch untereinander treffen.

Gespannt blicken wir auf’s letzte Date, nach dem jüngsten Gericht. Wer wird da noch auf an kurzn Kafä mit heraufkommen wollen?

Effektvoll

Unbekannte läuteten mitten in der Nacht Kirchenglocken
orfon

Ein Zombie hing am Glockenseil
Abstruser Horrorfilm, Italien 1980

Schreckensstarr blicken wir gen Asten, Oberösterreich.

Entgegen spontanen Erinnerungswähnungen ist es jedoch tatsächlich nicht so, dass sich in einer sinistren Nebenrolle (am Zugseil) der eigentlich genremäßig zu erwartende Blondberserker Klaus Kinski effektvoll inszeniert hätte.

(Was wäre die sinistre Nebenrolle in einem Film einer solchen Kategorie?)

Aus Fleisch und Blut

Schweizer Schokohersteller Lindt & Sprüngli könnte künftig Osterhasen in den USA produzieren
derstandard.at

Wilde Westerhasen im Alufell. Unterzujubeln: Killerkaninchen. Kanichen und Hasen jedoch sind – wussten Sie’s? – gar nicht miteinander verwandt. Wie sich das im Schokoladenfall verhält, ist bzw. wäre gesondert zu untersuchen.

Ausgekocht

Urkundenfund heizt deutschen Bratwurststreit an
orfon

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Ach du Schöne Deutsche Sprache! Was täten wir nur ohne deine wunderbaren Substantivkettenwörter: Bratwurststreit, welch wurstwunderbarer Wortausfund!

Wo wohl werden nun die Würste ihren Urkundenstreit ausfechten, auf welchem Rost? Oder gar, südostwärts, auf gewissermaßen neutralem Boden, im Kessel? Der Schiedsrichter wäre dann naturdarmgemäß die klassische Haaße. Auch der Begriff Opferwurst bekommt derart neue Nuancen, Opferwurstbegriffserweiterungsnuancen.

Es isst genug.

Las Vegas!

Trump und Putin planen nach Gipfeltreffen in Alaska gemeinsamen Auftritt
derstandard.at

Nach dem Auftritt ist vor dem Gipfeltreffen. Nach dem Gipfeltreffen ist vor dem Auftritt.

Rat Pack? Aber nein, Rat Pack, das war doch ein Epitheton ornans.

Fettgedruckt

Dürre: Menschen in England sollen alte E-Mails löschen
orfon

Da haben wir’s: Der Doppelpunkt ist das inklusive Satzzeichen kat exochen!

Possessiv

Unter den Jagdfreunden des die ihm niemals (nicht im mindesten) selbst gehört habenden Waffen mit seinen Insignien versehen haben lassenden René Benko habe sich auch ein deutscher Billigwurstfabrikant mit Stiftung in Liechtenstein befunden, heißt es.

Wolln wir uns das Wort, nicht seine Produkte, genüsslich auf der Zunge zergehen lassen: Billigwurstfabrikant. Noch einmal, es ist so schön: Billigwurstfabrikant. Und Premium Food Group, so heißt die Fabrik des Billigwurstfabrikanten.

Ist ein Produkt ganz sicher nicht Premium, de luxe, Spitzenqualität (…), muss man es entsprechend etikettieren (labeln, sagt man heute), gewissermaßen mit exclusiven Insignien imprägnieren. Bei wertvollen Jagdwaffen (von Silberbüchse und Henrystutzen aufwärts) ist es etwas anders gelagert, und ihr (zugeschriebener) Wert wächst auch mit ihnen, in Echt.

Die liechtensteinsche Botschaft in Wien befindet sich gerade einmal einen Kilometer Luftlinie vom Landl, wenn überhaupt.


Stephansdom, 25. September 2025 | © Stephan Schönlaub

November, dem Herbst sein Mai und dem Morgenstern sein »Robbenbär«: Nebelklischees umwölken das Gemüt. Wer in dieser Luftfeuchtigkeitsdichte ist so herzensbegabt und verfügt über den Durchblick auf die Notwendigkeit der Anwendung der indertat real existierenden Möglichkeit einer SPENDE für das eben von Ihnen von Ihrem Bildschirm abgelesene, tatsächlich tagtäglich und ohne jeden Auftrag, jedoch unter Aufbringung beträchtlichster Kreativität und Disziplin erscheinende Periodikum »MütterLog« in Betracht zu ziehen? Ich glaube: Insbesondere Sie. Und Du doch auch! ACH! Immer noch im Impressum findet sich meine Kontonummer. DANKE!

Wangenscheng

Erste Hauptrolle: Naschenweng spielt Schlagersängerin
orfon

Was für eine Meldung! Als würde Frau Kardashian (welche?) eine Influenzerin spielen. Weiters: Wie sehr wir uns auch bemühen mögen, es fällt und fällt uns kein tauglicher Schüttelreim ein. Was sind wir doch Taubtrolle, gewaschene, allesamt, Taubtrolle ersten Ranges!

Lachkampf

Warum KI so humorlos ist
orfon

Dies zu untersuchen gilt es jetzt aber wirklich, eine besonders gewitzte Frage einzugeben.

Was werden wir gelacht haben. Gekichert, nachgerade.

Wer sich selber kitzelt, hat nichts zu lachen. Ob das nicht die eigentliche Bedeutung wäre, was gemeint sein könnte mit: Lachkrampf?

Gundagunst

… mischen dazwischen auch Wolken mit …
Gunda Schuller, Radio Österreich 1

Nicht wegzuwischen!, ist das nicht die nobilitierendste Grundeigenschaft des Radios?! Da mag es dazwischen noch so blitzen und dunnern.

Pensum

2x größerer Penis nach nur 3 Minuten! Mit 38% Rabatt bestellen!
Werbewahrspruchversprechen (per Email)

Bevor wir Zusagen vorbehaltlos Glauben schenken können, müssen wir das Angebot gründlich studieren und jedenfalls durchrechnen. Um zu einem wirklich zutreffenden Ergebnis kommen zu können, bedarf es zunächst einmal der korrekten Angabe (Errichtung) der Gleichung. Alles andere folgt aus ihr heraus: Wer sie fehlerhaft aufgestellt hat, ist auf verlorenem Posten.

Mit wievielen Unbekannten haben wir es zu tun?

Abgetreten

Österreichs Fußball trauert um Ex-ÖFB-Präsidenten Windtner
orfon

Fußbällen, wenn man’s bedenkt, muss der Schädel permanent sowas von dröhnen. Da hast du keine Mitgefühlskapazität für irgendetwas anderes, Freude, Trauer, egal. Wenn nur das Schädelweh endlich aufhörte.

Waren

Künstliche Wimpern sind Vergangenheit
Werbeanschrift (per Email)

Des weiteren dürfen wir exklusiv erfahren: »Wimpern +9 mm länger in wenigen Tagen. Frauen sind verrückt nach diesem Serum!«, und sind eingeladen, es (das Serum) unverbindlich zu testen.

Wir fragen uns, wie zielgerichtet das Serum zu wirken in der Lage ist und wittern einen ganz großen Skandal, den zu illustrieren uns das Fehlen Manfred Deixens wieder einmal aufs brennendste vor Augen führt. Erinnern wir uns: Anlässlich des letztlich so segensreichen österreichischen Weinskandals (1985) ahnte er, in prophetischer Schauung, voraus, welche Skandale da noch dräuten. Darunter befanden sich unter anderem Der Wiener Mehlspeisskandal (»Kerosin in der Sachertorte«) sowie Der Niederösterreichische Milchskandal (»Haarwuchsmittel in der Milch«), alles aufs trefflichste illustriert, nicht im mindesten übertreibend.

Dies sich zu imaginieren stelle ich Ihnen somit anheim.

Und jetzt bestellen wir alle.

Im Dienste der Wissenschaft

Deutscher Ahnenforscher auf Friedhof im Bezirk Korneuburg von Grabstein eingeklemmt
Agenturmeldung

Der wahre Forscher begibt sich ins Feld, kommt darin herum oder um.

Abbildend

Sammelklage gegen FIFA geplant
orfon

Tausche Hickersberger gegen Jara
Annonce, Schülerzeitung (Juni 1978)

Zumeist hat so eine Klage mit Unregelmäßigkeiten zu tun. Nicht weit danebenliegen dürfte, wer auf eine krumme Sache mit Panini-Bildern tippt. Oder, gravierender, Alben.

Mannstoppend

Italiener in Kärnten mit 45 Kilo Schwammerl gestoppt
orfon

Self-Defence Against Fresh Fruit
Monty Python, 1969

Dank des feuchten Wetters gedeihen dieses Jahr die biogenen Straßensperren besonders gut. Irgendwie erscheint einem der Einsatz von Pilzen für diesen Zweck dann aber, wenn auch originell, so doch etwas unangemessen, und man fragt sich, ob es nicht tauglichere Mittel einer für beide Seiten gefahrlosen Mannstoppung gibt. Sollten sie aber ausschließlich ungenießbare und/oder giftige verwenden, so ziehe ich vor einer derartigen Symbolbrillanz sogleich begeistert meinen Hut.

Merke jedoch: Pilze sind keine Früchte.

Gemeinplatz

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit
Kohelet 3,1

Weitere illegale Schönheitsklinik in Wien aufgeflogen
orfon

Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?
Kohelet 3,10

Auffliegende Schönheitskliniken, Teigtscherlfabriken des Gurkensommers 2025. Unwillkürlich stellt man sich ein einziges gigantisches Aufplatzen vor, das zeitgleiche Gesamtaufploppen sämtlicher frischeingebauter und/oder -gefüllter Implantate, Sturzbäche durchs Treppenhaus, denen entgegen sich die segensreiche Gruppe Sofortmaßnahmen wacker aufwärtsentgegenkämpft. Das Personal entflieht vermittelst in Brust, Po und Lippen einoperierter Ballons, die Notration Helium dafür ist stets vorrätig. Von einem (rechtlich vermutlich zulässigem) Nachschießen mit Flobertgewehren wurde abgesehen.

Dieweil promeniert die sich zuvor rechtzeitig in Sicherheit gebracht habende illegale Schönheit vom Schwedenplatz stadteinwärts und verschwindet in den Schaufenstern an Graben und Kohlmarkt. Ehrlich wäre, gäbe es dort auch diese günstigen, täuschend echten Replika-Watches und Bägs, ehrlich aber eben auch illegal, leider, schade o.

Shaolinshaming

Ihm werden Veruntreuung und sexuelle Beziehungen zu diversen Frauen vorgeworfen.
Vorwurfserläuterungsberichterstattung, derstandard.at

Bitte, sowas kommt doch in den besten Klöstern vor, also Schwamm drüber! Stutzig macht jedoch der Vorwurf, der Kungfuabt habe (wir wollen hoffen: einvernehmliche) Beziehungen (welcher Art auch immer, möglicherweise aber, hmm, veruntreue) zu »diversen Frauen« gehabt. Da haben wir uns so eifrig bemüht, zu erlernen, dass wir die Menschheit in drei (zwei kleine, eine überwiegende) Kategorien einzuteilen haben, als da wären: maskulin, feminin, divers – und dann DAS!

Groß sind die Wunder der Welt, und China ist noch einmal größer.

David Carradine ist ja, so geht die Erzählung, den Folgen einer nicht ganz (oder aber völlig) geglückten autoerotisch motivierten Selbststrangulation erlegen.

4’33”

Polizeireportage vom Wiener Reumannplatz
Videobeitrag (4’33”), orfon

Es gibt eine segensreiche App, die heißt Die Perfekte Eieruhr. MIt ihr kann man nach korrekter Eingabe von Eiumfang, Wassertemperatur bei Eieinlage (Eiablage?), gewünschter Konsistenz (schlatzig, weich, kernweich, hart, sehr hart, so hart, dass die Schale weich ist), Seehöhe (Kilimandscharo? Totes Meer) die Garzeit eines Eis im voraus eruieren. Wie lange, glauben Sie, dauert in Wien Das Perfekte Ei (mittelgroß, kernweich)? Na, klingelt’s?

Vermutlich war dieses zeitdauerliche Faktum die (eine) entscheidene Inspiration, die John Cage als Schüler aus Schönbergs Unterricht mitgenommen hat. Der Rest ist, wie alles, Geschichte.

Sonst tut sich im Sommer in Wien ja eher weniger.

Roming

Rom bekommt mehr Autonomie
orfon

Los von Rom!
Historische Bewegung, Österreich

Unter anderem, schlüge ich vor, dass allzubillige Wortspiele verboten werden können, per Bürgermeisterdekret, mit sofortiger Wirkung. (Wem fiele, auf die Schnelle, ein teures Wortspiel ein, gibt’s sowas, kann’s sowas überhaupt geben, denn: Wer verstünde eines?)

Außerdem: Ewige Stadt, ewige Autonomie – wem gefällt sowas, also jetzt grundsätzlich? Wie könnte Rom von sich loskommen?

Wir entkommen uns nicht.

Schwarteln, aquatisch

Mladenovic im Brustsprint 22 Hundertstel hinter Bronze
derstandard.at

Brust oder Keule
Louis-de-Funès-Film

Zum Laufen aber brauchst du Schenkel. Und Bronzen stehen in Parks oder Museen herum, da noch – wenn auch nur Sekundenbruchteile – zurückzubleben, ist wahrlich keine sich übermäßig aufdrängende Meldung, sportiver Art gar.

Wie sprintet man eine Brust? Brüstin?

Der Nächste, bitte

Erster Sänger von Iron Maiden gestorben
orfon

Too Young To Rock’n’Roll
Too Old To Die
Zeitgemäße Adaption eines umgekehrt längst nicht mehr zutreffenden Kampfrufs

Nach Ossi Osborn: Jetzt geht’s dahin. Die Sache nimmt Fahrt auf.

Grabsteinrock: Wo das wohl noch hinrollt.

Ganggenau

Schauspieler Keanu Reeves bekommt gestohlene Uhren zurück
derstandard.at

Manche sind doch tatsächlich gleicher. Nach der ersten Verblüffung stellt man sich dann aber schon auch die Frage, wie es kommen kann, dass ein Hollywoodstar vom Schrot und Korn eines Keanu Reeves es nötig hat (es nötig zu haben scheint), Uhren zu stehlen, sie woanders in Kommission zu geben und, man hat sie wohl nicht zu verschleudern vermocht, dann auch noch zurückbekommt! Ich mein, geht’s noch!?

Fruchtbarkeitswunder

Zwergsumpfhuhn brütet nach 70 Jahren wieder im Burgenland
derstandard.at

Wer hätte geahnt, dass die so alt werden können. Und so lange derart fertil bleiben!

Nun, wenigstens das eine Zwergsumpfhuhn, aber es steht für die Gattung; naja, Art; naja, Spezies. Ach lassen Sie mich doch in Ruhe mit derartigen Spitzfindigkeiten, Sie wissen doch, was ich meine! Und wie!

Wie schmecken so Zwergsumpfhühner eigentlich? Also junge, keine Zwergsumpfsuppenhühner wie das rezente Seniorenexemplar, wie schmecken die?

Angesetzt

Erfolg bei Prüfungen hängt von Tageszeit ab
orfon

Unter anderem: Erfolg ist nicht alles.

Und überhaupt, was ist das eigentlich, Erfolg?

Wer von Ihnen hat Tageszeit? Hat wer von Ihnen Tageszeit? Bitte melden!

(Das Leben ist die eigentliche Prüfung: Manch einer (ich eingeschlossen) hatte ja eher Erfolg nach langmächtig-pathetisch (mit Trommelwirrbel u. dergl.) angesetzten Prüfungen; ich bin nicht am schlechtesten gefahren damit.)

Nichtspazierer

Spaziergänger aus Fluss gerettet
orfon

Aber dann war’s doch kein Spaziergänger. Im Fluss heißt so jemand Schwimmer; beim Angeln Angler, oder Fliegenfischer, das sind die mit so langen Gummistiefeln, in denen sich wirklich nicht gut spazierte.

Wir getrauen uns diese sprachliche Spitzfindigkeit nur deshalb hier zu referieren, weil im gegenständlichen Fall sowohl der Nichtschwimmer als auch sein Hund unverletzt geblieben sind, gottlob. Mit dem Unglück anderer treibt man keinen Scherz, und wenn ich noch länger und breiter weitermache, wird es ziemlich schnell verdächtig, wie wenn einem das Wasser in der Umgebung etwas gar allzuschnell steigt und man schließlich auf so etwas wie einer Insel festsitzt bzw. -steht, aber nirgendwo ein Rettungstaucher, der an einer Leine (nicht jener des Hundes), die er zuvor auf einem Baum (der notorischen Kokospalme) festgemacht hat, ein Schlauchboot anbindet, in das man den Spaziergänger (samt Hund) verfrachtet, sodass sie beide wohlauf auf festes, sicheres Land gezogen werden können, nein, eine solche Rettungsaktion gibt es nicht für solche wie mich, das Netz zieht sich enger um mich, und ich habe ja nicht einmal einen Hund, dass er die Widersacher, die Mitdemfingeraufmichdeuter, verbelle.

Nirgendwo aber ein Traum, und von Aufwachen keine Rede, nicht die mindeste.

Minimal maximal

EIN BISSCHEN BIO
SCHADET NIEO
Ernährungsparole, Hotelfrühstücksraum

selten, oft nie
Karl Valentin

Wir sollten das Bezugspärchen »ein bisschen« – »nie« (bzw. »nieo«) etwas näher in Augenschein nehmen. Bedeutete es, gesteigert zum Einbisschensehrviel, dass dieses manchmal/immer oder, Gegenrichtung, überhauptniemalsnicht (bzw. überhauptniemalsnichto) Schaden anzurichten in der Lage ist?

Also irgendwie finde ich von dem her das jetzt sozusagen ein bisschen total krass, gewissermaßen, genau

Nirvana

»Zu viel Wind«
Letzte überlieferte Worte (Posting), Felix Baumgartner

(Kürzestresümee eines bestürzenden Lebens.)

CP†

Claus Peymann ist tot
Agenturmeldung

Claus Peymann hat gelebt.

Theaterdonner ist: Weltendonner.

Fortgetapst

Ausgewandert: Tapir aus Oberösterreich lebt sich in Melbourne ein
derstandard.at

A Okapi is a Viech
Edmund Mütter (1935-2021)

Wolln wir ihm wünschen, er darf sich dort auch ausleben. So richtig tierisch tapirisch.

Australien, das sind die anderen, unteren. Tapire: Sowieso.

Selbstbefr.

Neues Buch: Hochmairs Selbstbefreiung
orfon

This is the greatest elephant in the world except himself.
Heinrich Heine

Achso, Eiung.

Chuck Norris war einmal. Es gibt Menschen, Üübermenschen, die sind noch Bigger Than Life.

Hochmair, Symptom seiner Zeit. Sicker Witz.

Ich, ich, ich, ich,… schon nach dem Viertenmal ein sinnloses Wort.
Lars Gustafsson, Der Tod eines Bienenzüchters

Bücherpreis

Preis kommt von preisen
Erwin Ringel

Eine »vielseitige deutsche Schriftstellerin« (Ursula Krechel eignet dieses fragwürdige Epitheton) erhält den Büchner-Preis, und ganz sicher verdient, hochverdient.

Kann es sein, dass »Büchner« eine gewissermaßen zwischengeschaltete dual-komparative Steigerungsform von »Bücher« ist?, Buch – Bücher/Büchner – am Büchesten?

Alors, nun wird es wirklich nicht mehr lange dauern können, bis ihn endlich auch Michael Köhlmeier erhält, erhalten muss, bereits jetzt gratuliere ich in freundschaftlicher Vorfreude. Er wird aber wohl gleich den Büchesten-Preis zugesprochen bekommen, so vielseitig wie der schreibt; und redet, was für ein Glück; und die Laudatio wird eher nicht Franz Schuh halten; ich tippe auf Liessmann, an Liessmanns Lippen werden wir hängen, auch an diesen.

Umweltheldin

Sechsjähriger wurde von 28 Bienen gestochen. Mutter gelang Reanimation.
Kleine Zeitung

Setzt die Biene ihren – widerhakenbewehrten – Stachel ein, so reißt ihr das unweigerlich den kompletten Hinterleib heraus. Das mit in Betracht ziehend verneigen wir uns in Bewunderung vor der nicht anders als ›Bienenmutter‹ zu bezeichnenden Dame, und auch der Bub ist, nach nicht minder dramatischen Vorkommnissen, gottlob wieder wohlauf.

Gespannt erwarten wir die heurige Honigausbeute. Wird sicher grandios.

Implosiv

Radfahrer frontal zusammengestoßen
orfon

In nostalgischer Begeisterung erinnern wir uns des Ringkampfs, den, in der Kondition seines Lebens, seinerzeit Graham Chapman gegen sich selbst ausgefochten hat. Dass eine sporthistorisch bislang als völlig einzigartig geltende Spitzenleistung dereinst tatsächlich noch getoppt werden würde, damit haben selbst die allerkühnsten Phantasten nicht rechnen können.

Spritzentour

Pkw-Spritztour von 16-Jährigem endete im Spital
orfon

Zum Glück ist zwar nicht nichts, aber wenigstens nichts gravierendes passiert.

Spitzenmäßig.

Nachtraum

Des is sie!
De Sissi!
Nachtraumeingebung

Jaja, mäßig originell, aber weder unseren Träumen noch unseren Nachträumen können wir gebieten.

Angerichtet

Wie gut können Roboter ein Mittagessen zubereiten?
Wichtige Frage unserer Zeit

Was hast du denn nun da gemacht?
Ervín Schulhoff, Sonata Erotica für Muttertrompete (1919)

Grundsätzlich werden sie sich leicht tun: Sie müssen’s ja selber nicht essen.

Arbeitet eigentlich jemand an essenden Robotern? Das ergäbe einen perfekten Kreislauf, und sowas gefiele uns, wie uns alles Perfekte gefällt.

(Ich hielte ja Roboterinnen für die Aufgabe der Essenszubereitung eher geeignet, weil sie einfühlsamer sind, bekanntermaßen; einen besseren Geschmack hätten sie auch, sicherlich.)

Ottokar

Msgr. Otto Mauer-Preis 2025 ausgeschrieben
Ausschreibungshinweis (Abbreviatur), orfon

Monsignore Otto Mauer-Preis 2025 ausgeschrieben
Ausschreibungshinweis (ausgeschr.), oerefoen

Es dürfte mit einem langwierigen Verfahren zu rechnen sein.


Erster Oktober – bei Morgenstern »Locktauber«: Es kommen kältere Tage. So will ich den zyklischen Fingerwinker geben, hoffen, untaub erhört zu werden, indem ich Sie zu locken suche, die indertat real existierende Möglichkeit einer SPENDE fürs tagtäglich – da fährt die Eisenbahn drüber – zuverlässiger als jede Mariensichtung erscheinende MütterLog in Betracht zu ziehen. Immer noch im Impressum findet sich meine Kontonummer. DANKE.

Statisch

was sich den ganzen tag so tut
was sich das ganze jahr so tut
was sich die ganze zeit so tut
was sich halt so tut
was sich halt den ganzen tag so tut
was sich halt das ganze jahr so tut
was sich halt die ganze zeit so tut
halt was sich so tut
halt was sich den ganzen tag so tut
halt was sich das ganze jahr so tut
halt was sich die ganze zeit so tut
was sich so tut halt
was sich den ganzen tag so tut
halt was sich das ganze jahr so tut halt
was sich die ganze zeit so tut halt
Ernst Jandl, bericht

Wir leben in Zeiten allumfassender Bewusstheit der Gleichzeitigkeit von Allem. Banales, Halbwichtiges, Curioses, Wesentliches. Hier ein morgendlicher Einblick auf einlangende (bzw. angebotene) sog. Statusmeldungen in einer sog. Messengeräpp:

Am Samstag das Konzert mit Haydns Harmoniemesse in der Stadtpfarrkirche St. Jakob, die statusmäßig Auskunft gebende Person [SAG] singt im Solistenquartett. Eindrücke von der Safari in Tansania, [SAG] sitzt links auf der Beifahrerseite. Mein Schiff fährt von Ålesund gen Bremerhaven mit Vollgas (21 Knoten, das sind über 40 km/h); die [SAG]-Familie fläzt sich mit Drinks (der Bub noch alkoholfrei) am Deck in so einem Freiluftrundsofa. Drollige Papageienvögelplastiken in südenglischer (Cornwall?) Parklandschaft. Summer vibes am Sandstrand, Griechenland. Rote Erdäpfel (Ciclamen?, Desiree?, Franceline?, Heiderot?, Laura?, Nemo?, Rote Emmalie?, Roter Erstling?, Rosara?, Rosemarie?; gar Lungauer Eachtling?), [SAG]s ganzer Stolz. Der Steffl in vierzehn Permutationen ([SAG] – nicht der Turm – hat sich jeweils geringfügig bewegt). Dank an den »Wunderwuzzi«-Doktor vom KUK Neuromed Campus Linz für die vollständige Entfernung des Hirntumors der nun gottlob wieder auskunftgebenkönnenden Person in einer annähernd elfstündigen Operation.

Von keinem der Vorkommnisse hatte ich vorweg die geringste Ahnung (gut, mit des Steffls unbewegter Standhaftigkeit durfte ich rechnen; aber wer weiß schon!?, na eben). Das wichtigste aber: Alles (Alles!) ist, wie stets (stets!) bei Statusmeldungen, gelungen!

Was nicht gemeldet wird, misslingt. Ist misslungen. Von vornherein und auf ewig.

Was für ein Glück, dass es Statusmeldungen gibt. Gewisse.

Third Leg Practicing

Skiweltmeister Haaser stellt sich auf drei Beine
orfon

Sleipnir heißt in der nordischen Mythologie das achtbeinige Pferd des Göttervaters Odin/Wotan: Wenn das erste Viererset ermüdet ist, wechselt es aufs andere. Logische Sache irgendwie. Seinen Namen bekam es, da es zu Lande und zu Wasser sowie in der Luft gleichermaßen »dahingleitet«. Auf Schnee (die Assonanz »Sleipnir« zu »sleigh«, Schlitten, dürfte selbst etymologisch Unbedarften plausibel erscheinen) sicher auch, wenn es halt sein muss: Damals hat es im Norden ja noch zuverlässig reichlichen Schnee gegeben, von sowas wie einer künstlichen Beschneiung etwa konnte, auch theoretisch, nicht die Spur einer Rede sein.

Derweil ist der Schifahrer (ein Weltmeister gar) schon mit drei Beinen zufrieden.

Gelten drei Beine eigentlich als Doping, und welches von ihnen wäre das zu inkriminierende? – Ist doch das Problem einer jeden Dopingkontrolle der hiebundstichfeste Nachweis.

Jede Antwort generiert – das ist ein Naturgesetz – sogleich zumindest zwei weitere Fragen. Zu-min-dest.

Welche/s?

Das Tanzbein wird geschwungen
sommerliche Veranstaltungsankündigungsüberschrift, Kleine Zeitung (Kärnten)

Wie wird es eigentlich geschwungen, mit welcher Hand? Überhaupt: Welches nun ist das Tanzbein – das Tanzbein schlechthin –, ist es so etwas wie der Talschi des Sommers? Was sagt, ins Aktiv gegendert, die Ballsaison dazu?

Zuletzt, als besonders erfreulich, vermeldet die Veranstaltungsankündigung: »Die Band ›Rudi an the Gang‹ sorgt ab 23 Uhr für Stimmung.« Da muss dann wirklich niemand mehr seine Faust / ihre Fäustin im Sack ballen.

Unerreicht

*** Ist da niemand? ***
In Österreich glauben 39 Prozent nicht an außerirdisches Leben
Viele Menschen hierzulande sind nicht überzeugt, dass es außerirdisches Leben gibt, ein Viertel glaubt an mikrobielles Leben im All. Der Glaube an Gott ist populärer.
Artikelheader, derstandard.at

Soso, ein Vierterl Mikroben ist also weniger populär als ein alter Mann mit Bart (den etliche nicht abbilden lassen wollen). Nebenbei gesagt: Vatergottglauben könnte man auch als papalär bezeichnen, zumindest in der katholischen Hemisphäre.

Ob es (überhaupt, tatsächlich) Menschen gibt, nicht nur die paar außerirdischen? (Fangfrage, und bekanntlich ist 2001 ja einer dort geblieben; wären Menschenfischer auch Menschenfänger, in welches Weltaquarium sperrte man sie ein, und welches Himmlische Restaurant müsste/dürfte das sein?)

Rätsel über Rätsel, und wo ist oben und unten im Universum und darüber hinaus?

(Bevor es nun unseren spekulativen Kopf zerreißt, wollen wir die Reißleine ziehen; wo aber ist diese!?)

Pfeifig

Lachen, nicken
und hoffen, dass es keine Frage war
Lebensfortschrittliche Verhaltensheuristik (Postkartenwohlmeinung)

Ich wäge noch ab. Und will hoffen, es dauert noch ein Zeitl.

Gerne auch eewich; was jetzt aber auch nicht ganz so wörtlich gemeint sein kann.

Schattenbalsam

Sonnencreme vom Vorjahr schützt womöglich nicht ausreichend
Agenturmeldung (via derstandard.at)

Schnee von gestern kühlt kaum.

Empathilliardäre

Jeden Tag werden weltweit rund zehn Milliarden Emojis verschickt
orfon

Wohin werden sie denn verschickt (oder muss man sagen: deportiert?), was wird mit ihnen dort gemacht? Jedenfalls kein Wunder, wenn es den Menschen zunehmend an Mitgefühl mangelt.

Da steckt sicher so ein ichkranker Amerikaner dahinter, ich tippe auf das Gespann Mask-Zackerberg. Wie wäre es also, wenn die für diese gigantische, zweifellos planvolle Entemotionalisierung verantwortlichen Herren rasch einige Milliarden zusätzlicher Emojis produzierten?

Sind alle kalt wie Fisch mit Flasche leer. Traurig.

Aufbrecher

Zahl der Bahnreisenden weiter gestiegen
Erfolgsmeldung (via APA)

Parallel dazu ist auch, und damit war wirklich nicht zu rechnen, die Zahl der je auf der Erde geborenen Menschen größer geworden. Und wieder. Und jetzt gerade auch schon wieder. Und noch größer.

Ob auch die Zahl der Nichtbahnreisenden im gleichen Tempo weiter steigen wird wie bisher, wie und ob sich die Verlaufskurven aufeinander zu oder voneinander weg bewegen, muss dringend gesondert untersucht werden.

»Die Kranken sterben net aus«, hat etwa schon Heinz Conrads gewusst, was ihm selber aber letztlich garnichts genutzt hat: Es ist an uns, uns als Individuen oder als Angehörige einer Kategorie zu begreifen. Allzumeist ist man beides zugleich.

Nachtragsfrage, streng hypothetisch: Wenn ich gestern bahngereist bin und heute wieder bahnreiste, stiege somit die Zahl der Bahnreisenden?

Downhill

Steinschlaggefahr wächst im Hochgebirge
orfon

Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch
Friedrich Hölderlin

Und kollert (oder: kullert? – je nachdem!) zuletzt bis in den Seewinkel, Apetlon, Illmitz: Talstation, perpetuum immobile.

Es geht immer noch tiefer.

Neuanfang

Zu Schulschluss im Westen: Lehrer gesucht
orfon

Also für die Ferien melde ich mich gerne als Lehrer in den Westen. Was wollt ihr, dass ich euch freizeitlicherweise beibringe?

Kipppunkt

EU: Klimaziel für 2040 könnte gekippt werden
orfon

Mittendrin statt nur dabei
Werbesspruchikone, Sportfernsehen

Irgendwas wird kippen, soviel ist sicher, es ist halt die Frage, ob Ziel oder Klima.

Die Menschen, obzwar überwiegend unbedacht umherschweifend, halten die Eigenschaft »zielorientiert« für eine anzustrebende, auszustellende. Dafür wird man doch schließlich gewählt.

Wo das noch hinführen wird, kein Fragezeichen.

Persönlich

Wöchentliche Tablette gegen Schizophrenie könnte Behandlung verbessern
Agenturmeldung, via derstandard.at

Das dürfte, je nach Fall, eh schon ganz schön viele Tabletten bedeuten, gehen wir davon aus, dass jeder einzelnen Person ihre eigene zusteht.

Findy

Bei Irene Suchy verlässt die Orgel nun gleich den Kirchenraum.
Reichlich unbedarfte Vormittagsmoderatorenansage, Radio Österreich 1

Topfpflanzen, bitte geht’s spazier’n
Josef Hader

Gebannt hängen wir mit dem einen (dem genauer hörenden) Ohr ganz nah an unseren Empfangsgeräten, der Hinweise und Zeichen gewärtig, wohin sie denn nun (pfeifend?, trompetend? – stumm!?) ausschwärmt und sich letztlich niederzulassen gedenkt.

Die Orgel ist die Bienenkönigin unter den Instrumenten.

Orgelimker müsste man sein.

Dealo

Etwas – in illo tempore zumeist ein Deal, a great (in modo modesto) oder The Greatest Ever In History (trumphaler mode) – wird in Aussicht gestellt oder, je nachdem, in den Raum. Es gülte (gälte?) also, Aussicht in den Raum zu bekommen.

Wie aber kannst du mit einem Dementen vernünftig (beidseitig als ›vernünftig‹ wahrgenommen) kommunizieren, verhandeln gar?

So machen wir es. Und, falls notwendig, alles dementsprechend dementieren.

Runde Sache

»… und unerwünschte sogenannte Dickpicks sollen künftig strafbar sein.«
Parlamentssitzungstagesordnungspunkt, Sommerkehrauswoche (Radioankündigung)

Geschult am grassierenden, generalvorbildlichen Tit-for-Tat-Dealspiel des Zollzockers vom Golfresort, fragen wir uns sogleich, wie da wohl die Debatte verlaufen wird. Es müssen ja beide Seiten zufrieden vom grünfilzbespannten Pokertisch aufstehen können, und ohne Gesichtsverlust. Das bedeutet, dass, wenn einerseits was gezahlt werden muss, dafür, auf der Gegenseite, kompensativ etwas fließen muss. Es wird sich doch bitte jemand finden lassen müssen, der oder die bereit ist, erwünschte Konterfeys mit Details aus der Leibesmitte entsprechend materiell zu vergüten.

Ah, da gibt es schon Geschäftsmodelle!?

Es ist doch so: Zuletzt hält sich immer irgendwer zufrieden seinen oder ihren (immer runder werdenden) Bauch undoder – perdon! – Arsch.

Festlich

Fallschirmsprung vom Eiffelturm endet mit Festnahme
orfon

Gespannt den Kreisenden (Kreiselnden) verfolgend erwarten wir die bis auf weiteres aufgeschobene Landung. Wird das ein Fest!

Sich nicht

[Knixcks!]
unzureichend umsetzbare Zwangsgeräuschverschriftlichung

Zu den allerentsetztlichsten Qualen, die einem beim Zugfahren widerfahren können, gehört das ungenierte Fingernägelclippen und im Waggon. Das ist, wie wenn du jemandem beim Nasenbohren zuschauen musst (samt Autophagie), aber deinen Blick kannst du abwenden (wenn auch wonnigschaurige Ekelfaszination das praktisch verunmöglicht – muss schauen!, muss schauen!), beim Zuhörenmüssen und -nichtwollen aber geht das nicht so leicht. Die Steigerung ins unabwendliche Riechenmüssen ist dann Dürüm et al., olfaktorischer Umamizwang für den näheren Waggonriechumkreis.

Zusammenfassend: Sinnreizzwang ge-hört – sich – nicht!

Demuskiert

Peter Sloterdijk hat herausfilosofiert, dass im Falle des aktuellen, im dritten Anlauf zuletzt tatsächlich von der Mehrheit der Wahlbevölkerung gewählten amerikanischen Präsidenten, es sich so verhalte, dass derselbe zugleich die Rolle des Königs gleichwie des Hofnarren einnehme. Er muss es auch, ist ihm doch (zumindest bei der Niederschrift dieses Eintrags) sein Joker entlaufen; der seinerseits ebenfalls ummbedingt beides zugleich geben wollen würde.

Vermutlich haben sie sich entfremdet, weil beide den Löwen auch spielen wollten.

Sie wollen Alle nur spielen.

Folgende

Ein in einer Thurnherschen Elegie beklagter legendärer Grafiker ist frisch verstorben. Da er zeitgemäß gelebt hat, hat er, so zeigt sein zu Informationszwecken aufgerufenes Profil auf Instagram bereits in der Google-Vorschau, 1.730 Follower.

Und war gar kein Pharao oder sowas.

Versetzt

85-Jährige verirrte sich in Niederösterreich im Wald und wurde in Tschechien gefunden
derstandard.at

The Englishman Who Went up a Hill but Came Down a Mountain
Filmtitel (GB, 1995)

Nicht jeder Ort, an den es einen verschlägt, ist ausschließlich über Wurmlöcher zu erreichen.

Vom Windloch am Rücken des Dambergs soll es einst einen unterirdischen Geheimgang zum Kloster Garsten gegeben haben. Moderne Einschätzungen verweisen diese Erzählung jedoch ins Reich der Sagen oder, da ein Heiliger Ort mitspielt, der Legende.

Wohin?

Hudson wirft bei EM Jahresweltbestleistung
orfon

Man soll mit Rekorden umsichtig umgehen; auch und insbesondere. Mit Alltäglichkeiten sowieso. Nicht zuletzt daran bemisst sich die moralische Außenbeurteilung einer Person. Dazu kommt noch die erkennbare Haltung zu einem selbst. So erhalten wir nach und nach ein halbwegs taugliches Bild von uns, auch wenn wir dieses bestenfalls derweil nur in einem Zerrspiegel erkennen können.

Knapp davor

Ich sehe gerade: Soeben ist Bundeskanzler Stocker eingetroffen. Friedrich Merz schickt sich an, seine Hand zu schütteln.
Radiokorrespondentenliveeinstieg (Andreas Pfeifer)

handen schutteln
Ernst Jandl, die humanisten

Merkwürdig historistische Schnappatmungsmoderation bei einer reichlich unbesonderen Gelegenheit. Als wär’s Heinz Fischer-Karwin, der am oberen Ende der Gangway einen Hollywoodstar, die Callas oder Anton Karas erblickt und mit seinem Mikrophon sogleich auf ihn zusticht, und wir dürfen mittendrin dabeisein!

Deepest State

kunstvaterland! –
–
–
– vaterkunstland!
Ernst Jandl, die humanisten

Parlament »entwurmt«: Künstler Erwin Wurm kauft Skulpturen zurück
derstandard.at

Eigentlich wäre eine derart zwangsoriginelle Überschrift Ihrem p.t. Mütterlogen allzubillig zum ernsthaft damit Herumalbern. Wir können davon ausgehen (ich selber habe nicht recherchiert), dass weniger liberal ausgerichtete Medien als Der Standard bei dieser Meldung hämemäßig einigermaßen nachgeschärft haben, weil wenn wir die Lacher auf unserer Seite haben, haben wir nämlich schon auch einen Humor!

Da es sich aber um den österreichischen Parlamentspräsidenten handelt – erst den, der den Wurmankauf mit der ihm eigenen autokratischen Großgeste hat tätigen lassen (ein gewisser Sobotka); nun den, der jetzt den Wurmrückkauf abzuwickeln beauftragt hat (ein gewisser Rosenkranz); jeder von ihnen ein auf seine je recht spezielle Art seiner sehr gewisser Herr… – muss ich metaphorisch doch nachlegen.

Wenn Sie, sehr geehrter Herr Rosenkranz, nun also das Parlament so sinnig entwurmen haben lassen, wie wär’s, überhaupt gleich das veterinärmedizinische Menü noch mit Impfen und Chippen zu komplettieren? Dann wäre Österreich doch endgültig sicher. Auffrischung alle fünf Jahre: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

(Wie war das mit dem Impfen noch schnell?)

Geist, vergessen

Beim Ö1-Wunschkonzert wünsche ich mir Die Unendliche von Schubert
(…)
Ich würde gerne was aus Tschaikowskis Schwanenhals hören
Hörerwünsche (per Telephon)

des verstandes und bewusztseins beraubt und darnach sich geberdend
»toll«, Grimm

Dass Österreich 1 sein Sommerwunschkonzert »Tolle Titel – starke Stücke« nennen muss, entspricht nicht ganz dem vorgeblichen Gesamtniveau meines Leitmediums. Bitte, wessen Geistesnackerpatzerls Zahngehege konnte ein derartiges Dummsprechelaborat entspringen?

Wortbedeutungsnuancen, das ist bekannt, wandeln sich durch die Zeiten. »Bist du toll!?« war einst die Nachfrage, ob ein Gegenüber völlig verrückt geworden sei; ein Hinweis, dass diese Bedeutung auch im zwanzigsten Jahrhundert noch geläufig war, findet sich in Filmtiteln wie »Wenn die tollen Tanten kommen« (1970, mit Rudi Carrell & Ilja Richter; das Studium des Wikipedia-Eintrags lohnt) und ihren Sequels.

Den für meine heutigen Auslassungen impulsgebenden anonymen Tolletitelwünschenden danke ich herzlich für ihre in lauterster artmannscher Absichtlosigkeit dargebrachten poetischen Acte. Gerne verstellen wir Ihnen Tschaikowskis Schwanenhals. Auf unendlich.

Zungenstehen

Abschließender Höhepunkt sei der Große Pfingststau gewesen, wird am ersten Donnerstag nach Fronleichnam, also mit einem angemessenen Sicherheitsabstand, der wohl einer ersten, vorläufigen Analyse diente, gemeldet. Unbedarft zuhörend und, da vor Jahrzehnten auch in theologischen Dingen geimpft, mit einem gewissen metaphysischen Denk- bzw. Herbeiwähnungshorizont versehen, frage ich mich, was das denn auch sein könnte, ein (Der) Große Pfingststau.

Auf der Tauernautobahn fahren bzw. stauen Fahrzeuge mit Menschen aus Aller Herren Länder, wie es heißt. Das stimmt natürlich nur bedingt, und viele hier sprechen für gewöhnlich deutsch oder eine dem Deutschen eng verwandte Sprache.

Vielleicht können wir uns einen (Den) Großen Pfingststau als ein wunderausbleibliches Nichtverstehenkönnen dessen, was der andere, der aber eh in der selben Sprache wie man selber spricht, mir sagen will. Und umgekehrt.

Zur Not tun es auch stirnantippende Klopfzeichen, ausladende Armgesten, das Betätigen der Hupe u. dergl. mehr. So kommen wir weiter. Im Stau. Im Tunnel, Nadelöhr katexochen, und das ist nun auch wieder so ein theologisch punzierter Terminus. Kamele gelten allgemein als geduldig (geduldiger als der Gemeine Autofahrer), und ein Tor der (irdischen) Stadt Jerusalem soll so verwinkelt und eng gewesen sein, dass du nur auf einem Emu hineingekommen wärst, aber keinesfalls mit einem Kamel.

Pfingsten aber war sowieso alles versperrt. Was haben die gestaunt, als plötzlich Bewegung in die Sache kam.

Unbenommen

Passagiere, die sich nicht benehmen und deshalb aus dem Flugzeug geschmissen werden, müssen bei Ryanair künftig 500 Euro Geldstrafe zahlen.
orfon

Ryanair und sein emblematisch rüpelhafter Chef lassen keine Einnahmequelle so einfach sausen. Vor dem Rauswurf nun also auch noch eine Absprunggebühr. Der gesalzene Fallschirmzuschlag steht im Kleingedruckten, braucht ja nicht ein jeder. Entgegen sonstigen Kreditkartenusancen ist Barzahlung obligatorisch, im Voraus, versteht sich. So sturzbetrunken kann ein noch so renitenter Delinquent gar nicht sein.

Tote benehmen sich überhaupt nicht mehr.

Strahlkraft

Fierrabras, ein Werk, das nach wie vor im Schatten seines Liedschaffens steht.
Werkgruppenwertungsphänomen (Franz Schubert), Radio Österreich 1

Liedschatten.

Rest in Pieces

Nach Bergsturz in Schweiz: Menschliche Überreste gefunden
orfon

Ist doch eigentlich ein seltsames Wort, Überrest. Überreste. Man findet menschliches Material, die Reste eines oder mehrerer Menschen. Wofür aber steht das »Über-«? Sind da plötzlich mehr Knochen da als ein Mensch hat, vergleichbar dem Phänomen, wenn du etwas auseinandernimmst, um es zu reparieren, dann baust du es wieder zusammen, es funktioniert – und dann findest du ein überzähliges Teil, das du nicht wieder zurück eingebaut hast, aber wozu auch, es geht ja wieder, und möglicherweise besser, leichter ist es auch, sowas ist immer praktisch. Ein solches Teil nennte ich meinetwegen einen »Überrest«, und wenn es mehrere sind, sind das eben dann die Überreste. Beim Menschen aber? Ja, schon, gewisse Teile werden nicht fürs unmittelbare Überleben gebraucht, man kann die Extremitäten (und vermutlich mehr noch) mit Prothesen ersetzen, selbst gewisse Organe und Drüsen können weggelassen werden, die Milz, eine Niere, Hoden, Uterus (…). Meine Mandelextraktion etwa war im frühen Erwachsenenalter. Des weiteren lässt sich die jeweilige Funktionalität mittlerweile medikamentös einigermaßen gut substituieren: Euthyrox, Insulin. Das alles kann es aber doch nicht sein, was mit »Überreste« gemeint ist.

Das Gewicht der menschlichen Seele wurde mit exakt 21 Gramm bemessen. Es heißt aber, dass sie nach dem Tode aufsteige. Unter Schuttmassen findest du da nichts. Restlos.

Stirne

Nüsse
Früchte
Gewürze
Workshops
Angebotspalette, Einzelhandel (Graz, Sporgasse)

Wir kennen das vom Neurologen, wenn wir unsere Eltern begleiten. Oder von sonstigen kognitiven Tests, und vielleicht ist Ihnen ja auch schon einmal so eine Liste vorgelegt worden. Die Frage des Examinators/der Examinatrix (E) lautet: »Welcher Begriff gehört nicht dazu?«, die Antwort wird kurz mit einer Paraphe auf dem dem Probanden/der Probandin (P) – gleich weiland dem Monitor des Bankbeamten (so hat es früher geheißen, wer sich erinnern kann) – uneinsichtigen Testblatt quittiert, es folgt die nächste Aufgabe, ein unregelmäßiges Fünfeck nachzeichnen oder sowas ähnliches.

Wer also bei Trost ist, wird sogleich »Workshops« herausrufen, und alles wird seine unaufgeregte Ordnung haben. Jetzt die Fünfecke. Auch nicht wirklich knifflig. Und Haus, Blume – was war das dritte Wort noch einmal? – haben wir uns auch locker gemerkt, noch wir sind ja nicht völlig verblödet.

Sie könnten aber auch sagen: »Die Nüsse sind’s.« Der gehobenen Augenbraue begegnen Sie, süffisant lächelnd, mit »Weil ihnen das ›R‹ fehlt.«. E wird stumm (jede Beeinflussung von P ist stets tunlichst zu vermeiden!) in sich hineinnicken und kaum merklich ein kleinwenig mehr hinkritzeln auf der Checkliste.

Nun denken wir kurz an Kurt Gödel, es hat kaum einen brillianteren Geist gegeben – und entsprechend sozial lebensunfähig war er finaliter, bis zum Verhungern, der arme Kerl. Was würde Gödel also sagen? Ehklar, die Workshops sind’s: »Weil sie kein ›Ü‹ haben.«

Da wellt sich aber die Stirn von E.

[Jaja, ›Workshops‹ hat außerdem als einziges kein ›E‹ am End’; und ist der einzige nichtdeutschsprachige Begriff. So aber würden es der Pointen gar allzuviele.]

Jungbrunnen

Terroristen werden immer jünger
demographischer Trend

Noch so ein abzuwägendes Detail, gilt es der eigenen Lebensverlängerung. Spätestens mit fünfundsiebzig dann werde auch ich mir wohl was in der Art ernstlich zu überlegen haben. Wenn es mir dann noch Spaß macht.


Das mag schon stimmen. Indes, wenn Sie es (das Bezahlen; Ihr B.), als freiwillige und großzügige (gerne: größerzügigere) SPENDE mirzu widmen, ist es (das Geld; das meiste G.) ja alles andere denn verloren, sondern, umgekehrt, mit der damit verbundenen quasi gesicherten Zusage kommender Beglückungen der literarisch spekulativen Art aufs denkbar vernünftigste veranlagt. Ich räume ein, es handelt sich um ein Termingeschäft, und bevor ich mir jetzt allerdings den Mund fusselig schreibe (das geht!), erscheint mir besser, ich verweise auf meine im Impressum hinterlegte Kontonummer, welchselbiger Sie sich gerne aufs eifrigste bedienen mögen, darf ich recht artig bitten. DANKE.

Soweit mein zum Monatsersten fälliges periodisches Notat.

Hochgekocht

Starkoch wieder vor Gericht
spitzengastronomische Binsenweiheit

Wir müssen uns beständig weiterentwickeln. Wer dieses Ethos verinnerlicht hat, für den gilt, lebenslänglich: Jeder noch so große Erfolg kann nur Ansporn sein zum Erklimmen weiterer, noch höherer Gipfel. Denn wer nicht oben bleibt, stürzt ab. Das ist beinhart, aber es nützt nichts, und die Luft ist sehr dünn da oben. Für Starköche bedeutet das eben: Nach dem Gericht ist vor dem Gericht. Bis zum Jüngsten.

Bad Style

Fünf Badegäste gebissen: Bayerischer Polizist erschoss Zwei-Meter-Fisch
orfon

und den weibern
ward so pfingstig ums heil!
zumahn ein knie-ender
sie hirschelte
ernst jandl, heldenplatz

Ein Waller ist ein Wels, und wenn’s dem allzu heiß wird, kann er schon einmal grantig werden. Jedoch einen noch so grantigen Fisch zu erschießen, ist allerdings kein gutes petrijüngerliches Verhalten, und bitte keine Ausreden jetzt.

Ihr Ypsilon (das fremde I) verdanken die damaligen Baiern ihrem griechensüchtigen König Ludwig dem Ersten, das geschah 1825, also vor exakt hundert Jahren. Später, Lohengrin, der kam aus des Grals Sphären nach Brabant, ein Gebiet, das sich über Belgien und die Niederlande erstreckt. Und bis Neuschwanstein. Ludwig (der Zweite) jedoch ersoff, im Einundvierzigsten, im Würmsee (heute: Starnberger S.). Über den Fischbesatz dieses Sees wird in dem Zusammenhang nichts extra erwähnenswertes erzählt, weshalb ein Waller als Ludwigskiller ausscheidet, und auch ein Schwan kann’s nicht wirklich gewesen sein, dieses derartig sowasvon Heilige Tier.

Ich mag sie ja nicht so gern.

Ich war selber einmal in Montegral. Dort herrschte ein gusseiserner Jedermann, wenn nicht ein Klingsor, wenn dieser Vergleich angestellt werden kann, da selbiger alles andere denn auch nur teilorchidektomiert weste, was für ein dauergeiler alter Bock auch, und den weibern… (s.o.)

Xenovital

Er lebt mit seinem Mann Frank Mutters und drei gemeinsamen Hunden in Hamburg-Blankenese.
Prominenzbiographisches Detail, Deutschland

Wir haben es mit einer naturkundlichen Sensation zu tun, einer dreifachen, das noch dazu, außer es handelt sich bei den Hunden um Drillinge, was ja nicht außergewöhnlich selten vorkommen soll, wobei, bei zwei Vätern.

Naja, wer weiß schon.

Meine Herkunft rührt von Vorfahren ausschließlich mütterlicherseits. Hunde haben wir aber nie welche gehabt. Obwohl ich ja nicht der vom Fischgschäft bin.

Katzen, Herden von Katzen.

Traumhaft

»Albtraum«: Reality-Star Robert Geiss berichtet von brutalem Überfall
derstandard.at

Quid est veritas?
Pontius Pilatus (zugeschrieben)

… und der zweite Kosakenzipfel!
Loriot

Die Fragestellung hier ist die nach der Realität. Worin bestünde sie, im Traum, in der Reality? Was wöge gewichtiger (wuchtiger)?

Ich kenne jemanden, der kennt jemanden, die (ein Paar) einmal unvermutet auf die Geissen (oder sagt man Geissens?), ein zeitgemäßes sog. Promipaar, getroffen sind, in Kuba, das gleiche Hotel, also für länger, sodass die Möglichkeit zur Urlaubsbekanntschaft gegeben war und, ja, sowas wie eine Freundschaft entstand, sowas kann nicht nur am Campingplatz in Klagenfurt* gelingen, so nette Auchdeutsche haben wir kennengelernt und so: Die Ärmsten (die G.) werden nämlich, wo sie nur hinkommen, ineinemfort erkannt, und heute bedeutet das Selfies, Selfies, Selfies, aber das ist zugleich ja die Währung der Aufmerksamkeit, Maß für die Popularität, von der sie nun mal leben, und jetzt haben sie eben den Salat. Abseits vom Erkanntwerden aber sollen sie tatsächlich entzückende, unaufgeregt freundliche Menschen sein, fast so toxisch nett wie Eva und Adele, und abermals müssen wir uns die Frage (der Frage) stellen, worin denn die Realität nun besteht, bestünde, im und außerhalb des real Existierenden, in dem wir nun einmal alle verhaftet sind, lebenslänglich.
________________
*)
Merke auch: Kosakenzipfel sind, unter Herren, stets peinlichst gerecht aufzuteilen, sonst braucht man hernach auch keinen studentischen Weihnachtsmann mehr, dieweil sich die Damen gegenseitig als Jo-del-schne-pfe! bzw. Win-sel-stu-te! geifernd apostrophieren, übrig bleibt eine Ratt-ttä!!, alle mühsam ins Gesicht gezerrten Freundlichkeiten sind längst abgefallen, ach wie schade o.

Schmerzfrei

»Obszöne Geste«: Pkw-Lenker verlor die Nerven
orfon

Männer ohne Nerven
beliebte historische Stummfilmfernsehserie (1975)

Wohin hat er sie denn verloren, seine Nerven, der PKW-Lenker, und wieviele? Bei den Feuersteins wären sie wohl auf die Straße gefallen und von der Hinterwalze, sie unwiederbringlich zermantschkernd, überfahren worden. Aber seither sind die Autos ja rundum dicht, und keiner wird gezwungen, im Cabrio zu fahren.

Pathologische Schmerzunempfindlichkeit kann eine beträchtliche Gefahr für Leib und Leben darstellen.

Viele vielzugroße Autos heutzutage kann man als nichts anderes als obszön bezeichnen.

International

Iran – Israel: Italien verschärft Sicherheitsvorkehrungen
orfon

Irland, Island, Indien und Indonesien ziehen sogleich nach. Irak? Ist längstschon scharfgestellt. Isle of Man können wir vermutlich vernachlässigen, und San Marino sowie der Vatikan sind ohnehin gänzlich eingeschlossen auf immerdar.

Was ist sicher? – Wer?, diese Frage scheidet längst schon aus.

Aufbauend

Ulf stellt sich Uta als Uwe vor
geheimdienstliche Usance, DDR

Lass mich rein, lass mich raus
Trio

Bilden Sie weitere Beispielsätze! In einem weiteren Schritt üben wir mit aufsteigender Silbenanzahl. Etwa: »Martin stellt sich Martina als Michael vor.«, »Johannes stellt sich Josephine als Jonathan vor.«, und so weiter.

Was es bringen soll, sich jemanden als wen anderen, gar vom gleichen Geschlecht, vorzustellen, erschließt sich nicht sogleich. In jedem von uns steckt jedoch auch ein je komplementärer Anteil, das ist wissenschaftlich erwiesen, längstschon. Und es ist da bitte nichts dabei, nichts verdächtiges.

Uta, damit das klar ist, hieß übrigens Anna. Ach, Anna.

Kapitänskapazitäten

Ein Bootsfahrer hat den Buben bewusstlos aus dem Wasser gezogen und wiederbelebt.
Wunderliche Errettungsmeldung, Radio Österreich 1

Bootsfahrer – ein solcherner ist ja ein jeder Donaukanalkapitän, zumindest –, wenn sie gut ausgebildet sind, können etliche betriebs- gleichwie lebenswichtige Abläufe gewissermaßen automatisiert abrufen. Seinerzeit, Karl Valentin, hat ja Im Photoatelier auch auf das nochmalige Erscheinenmüssen eines Kunden mit der Begründung »Des is ja der Herr Ding, der braucht nimma kemma, den photographier i auswendig.« großzügig verzichten können.

Wir sind sicherer, als uns recht sein sollte. Und der Bootsfahrer wird später dann auch wieder zu sich gekommen sein; ob er sich, retrospektiv, seiner immensen Leistung bewusst ward, da können wir nur Vermutungen anstellen.