mütterlog

Flanierbereich des Wahrnehmens, nicht für Jedermann.1 Verführung zum geradewegs Umdieeckedenken, der metaolympischen Disziplin des gepflegten brainjump.


sicher nicht

Der Fortbestand des Bodensee-Vergissmeinnichts ist nicht gesichert.
Bildunterschrift, orfon

Nun, und das sei bitte nicht empathielos intendiert, was ist denn sicher, heutzutage, und erst morgen, übermorgen – und so fort.

Einmal sind wir Alle fort.

Auf einmal? Sofort?

gragrü

Es geht zu den Graugänsen von Grünau
Berichtsankündigung, Radio Österreich 1

Grüngänse existieren nicht, und wo läge Grauau?

Graugrüne Augen, sowas gibt es.

Merke: Es gleicht keine Gans völlig der anderen.

idal

Weltschlaftag
internationaler Aktionstag (15. März)

Erwachen zum großen Schlafkrieg
Erzählung, Gert Jonke

Bekanntlich – alle wissen es, wenigen nur ist es bewusst – befinden wir uns längst schon in der Langen Nacht der Menschheit (in der sämtliche geläufigen Unternächte, als da sind Kirche, Literatur, Museen, Neue oder Alte Musik, …, beinhaltet sind). So besehen ist es nur billig, zwischenzeitlich auch einmal den Tag zur Nacht zu machen.

Derweil erscheint 5 vor 12 im Vergleich zu den Millisekunden vor Mitternacht, in der die so beliebte Sostehtesumdieweltuhr verharrt (alle starren be- und zugleich entgeistert darauf), wie die hellste Mittagsstunde; die im Idenfall, des weltweiten Schlaftags inne, beherzt und pflichtbewusst vermützt wird.

Ach erkennten und beherzten wir doch mit gleichem Enthusiasmus die wichtigen Anliegen sämtlicher anderer Welttage: Es werde Licht!

Potenzial

Bis zu 4 zentimeter erhöhung. Man kann nur einmal pro tag auftragen! Nur natürliche erhöhung!
Werbezuschrift (›Big size‹), via Internet

Vier Zentimeter (laut Auftrag ›einmal pro tag auftragen‹), allerhand! Da dräuen Protuberanzen. Indes: »Der sich selbst erhöhet, wird erniedriget werden!«, lehrt uns die Verheißung.

Ist Verheißung das Gegenteil von Verkältung? (Sagt man so in der Schweiz.)

Timofei Pawlowitsch Pnin seinerzeit hat ja zur Erhitzung seines Hauses geladen. Was er aufgetragen hat, das, so gelobe ich, will ich – auf Anfrage – gerne speziell zu eruieren versuchen, wenn das sein Biograf nur auch wo gesondert vermerkt hat, wessen wir so gut wie sicher sein können.
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Die zyklische Anregung zum Monatsersten: Wer fürs tägliche Erscheinen des mütterlogs eine freundschaftliche Spende leisten möchte, fühle sich hiermit herzlich dazu ermuntert. Meine Kontonummer findet sich im Impressum.

schüssig

50-mal auf ›laute‹ Elstern geschossen: Paar verurteilt
orfon

Und das noch dazu ohne Schalldämpfer: Was für eine Lärmpotenzierung! Ein Glück, dass niemand auf die Idee gekommen ist, das laute Paar in analoger Weise anzugehen. Indes, die Haut auf der Milch der Zivilisation ist eine prekär immer dünnere, die metaphorische Klimaerwärmung in diesen Dingen schreitet zügig voran von den Polkappen in die Mitte unseres Lebens.

Seit buchstäblich Alles pasteurisiert wird, kommt eine rechte Haut auf dem Gaugau ohnehin so gut wie nimmer zustande.

cold case

Schädel von Kleopatras kleiner Schwester dürfte in Wien liegen
derstandard.at

Old case: Die Welt war einmal alles, was der Fall war.

Es fliegt es fliegt …!

Spuren

Vor mehr als hundert Jahren berichtete ein französischer Offizier vom Fund eines Hundert-Meter-Meteoriten in der Wüste Mauretaniens. Hat es ihn wirklich gegeben?
derstandard.at

Erst seine Nicht-Falsifizierbarkeit beweist einen Umstand: Es müssten sich also doch bitte die Lebensdaten eines französischen Offiziers von Anfang des 20. Jahrhunderts eruieren lassen!

Kummernummer

Die angerufene Nummer spricht gerade
akustische Systemrückmeldung

Habe ich da gerade unabsichtlich ein Varieté- oder Zirkusvermittlungsunternehmen oder gar eine moralisch noch verwerflichere Gesprächspartnerin angerufen? Ich kontrolliere, wähle wiederum, und, verhext, sie spricht immer noch, aber, bitte, mit wem?!

Der Neid könnt’ hochkriechen in einem.

autostabil

Staudinger
Fahrschulname

Entwaffnend ehrlich, der Name der beliebten Traditionsfahrschule in Steyr, Autostadt in Autoland. Und stauen etliche von ihnen um den zentralen Kreisverkehr herum: Wer darf jetzt zuerst fahren (wenn’s denn geht)?

scheinbar

Von Linz bis Eisenstadt scheint überwiegend die Sonne
Wetterbericht, Radio Österreich 1

Und auf der ersten Strecke erst, von der Sonne bis Linz, ich sag’s Ihnen, da geht’s zu!

Überwiegen, seltsames Verb, genau (bei Licht) betrachtet: merkwürdig.

Leicht überwiegen, das kennen wir auch, fast Alle. So zwei, drei Kilo. Ab dann wird’s schwer.

aufgeklärt

(…), vielleicht hätte sie heute Quantenphysik studiert
Radiotheologische Mutmaßung über Hildegard von Bingen

Wie es nun kommt, dass Hildegard just von Schwurblerinnenseite gerne als Patronin beansprucht wird, wäre gesondert zu untersuchen. Nun, so ergeht es der Quantenphysik ja auch.

Funkstrom

Ob es einen Zusammenhang geben kann (und welchen?), wenn, wie gemeldet wird, wo ein Strommast brennt und ein in der Nähe befindliches Werk für Elektroautos deshalb seine Produktion einstellen muss. Immerhin, es existieren einschlägige Bekennerschreiben, heißt es.

Rinnt Strom aus oder verdampft er, wenn der Mast brennt? Oder, umgekehrt, lässt sich Strom mästen? Indes es ja Schweinebatterien und Batteriehendln (nichtzuvergessen Duracellhaserln) gibt, erscheint das irgendwie naheliegend. Mag es sich auch um durchaus problematische Entwicklungen handeln, ist es doch so, dass sich derartige Fragen im geschilderten Zusammenhang nicht zuvörderst stellen.

Ich wäre ja für Tretautos. Seifenkistln.

erhebend

— Waschräume!! —
Loriot

Auf der einen Toilette des Flughafens herrscht eine Temperatur von 21,5° Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 60%. Die andere bietet 22° bei exakt 66,6%.

Jetzt, dringend: Wohin!?

(In der Lounge hängt ein Bild schief, seit Jahren!)

Entfehlung

›Bleichsetzung‹, und zwar nicht als Tippfehler, und sogleich erbleichen wir, unvergleichlich.

Dergleichen kennen wir wohl Alle, wohl oder übel.

reflexartig

Klette verhaftet
Kurzmeldung, Ressort: Terror (histor.)

Wenn sich eine Klette verhaftet, also an der falschen Stelle, auf untauglichem Untergrund, schlecht geeignetem Trägermaterial (…) sich einhakt, kann das (auch) für diese sehr unangenehm sein: Richtig will gehaftet sein! Und werden.

Klettern hat auch mit Haften zu tun. Abseilen: weniger.

Im richtigen Moment gilt es zu springen.

angriffig

Aus Wohnung entlaufener Hund biss Nachbarin
orfon

Nun, der Begriff ›Nachbarin‹ verrät es bereits: Das ist ja wohl das naheliegendste – und deshalb reichlich unoriginell. Soll das blöde Hundsviech lang herumstrawanzen, bis es jemanden zum Beißen findet? Na also.

Jetzt: Habt ihr nichts anderes, griffigeres?

selbsterkiest

Prommegger kürt sich zu ältestem Sieger
orfon

Kinder, so jung kemm’ ma nimmermehr zsamm!
emblematisches Silvesterstadelmotto (w. A.)

Unlängst haben sie einem Hund das Epitheton ›Ältester Hund der Welt‹ aberkannt. Herr Promegger soll also bitte vorsichtig sein. Generell ist mit Selbstkürungen aller Art sehr zurückhaltend umzugehen.

(Ich, zum Beispiel, ich war tatsächlich noch nie so alt wie heute. Und Sie?)

ziellinear

Karl hat im Finish noch ein großes Ziel
orfon

Heute ist mir sehr katzenjämmerlich zumute
Arnold Schönberg an Karl Kraus

Elli, es ist vorbei
Matthias Strolz an Elisabeth Köstinger

Ist das Finish nicht bereits das Ziel? Wo ist gerade noch der Rand und wo beginnt das Loch? Hat es gar schon begonnen?

(War es nicht Schönberg, der eine halbtote Katze hatte? Ah nein, der Schrödinger war’s, zumindest metaphorisch.)

Wir (hier: Arnold; Karl) sind umzingelt von Geistesgrößen. Wie reziprok sich selbige gebärden, dies zu beurteilen, sei Ihnen überlassen; und müssen wir ja nicht immer zu allem eine unabänderliche Meinung haben. Ihnen kann ich’s verraten: Ziel sei, dass es nach jedem Finish weitergehe.

Irgendwann ist alles vorbei, auch dieser Text. Quod erat demonstrandum.

Manchmal kann es beträchtlich nerven, wenn einer nicht und nicht zum Punkt kommt

Kugelfrage

US-Mondsonde »Odysseus« offenbar auf der Seite gelandet
orfon

Bitte wo ist am Mond die Seite, ich meine bei Vollmond!? Oder ist man somit draufgekommen, dass er eh eine Scheibe ist?

(Auch in diesem Fall stellt sich die gleiche Frage, lediglich mehr so linsenförmig.)

Unterwelt

Weltraummüll als Gefahr von oben
orfon

Von der Erde aus ist überall oben, auch unten und rechts oder links, und auch dazwischen sogar.

Taschentatsachen

Rucksäcke sind beliebt und praktisch, reizen aber auch Taschendiebinnen zum Einsatz.
Illustrationsunterschrift, derstandard.at

Rucksäcke sind spezielle Taschen: Taschentaschen. Vor gewissen Taschentaten ist tatsächlich abzuraten: Gewisse Tatsachen werden vor Gericht abgehandelt, jedoch zumeist nicht einfach abgetan.

Am reizenden Binnen-I muss daunddort auch noch gearbeitet werden: Hanni, hüüf!

doppelt so wenig

Chaos am Wiener E-Scooter-Markt, zwei Anbieter stellen Betrieb vorerst ein
derstandard.at

Ja um Himmels Willen, was machen wir denn da mit nur noch halbsoviel Rollern auf dem Trottoir? Wohin mit all dem plötzlichen Platz? An wem unsere garnichtmehr aufplatzende Aggression auslassen?

(Zum Glück gibt es immer mehr junge, aber auch ältere Männer, die sich so ein Gefährt selber leisten können; genau, wie überall sonst gilt auch hier: Privatisierung, rückhaltlose Privatisierung ist die Lösung jedweder Probleme, insbesondere solcher, die es ohne sie nicht gäbe.)

match

Interaktive Karte für Zecken geplant
orfon

Jetzt, wie sollen wir uns das genau vorstellen dürfen müssen? Und die Zecken erst?

Ich fühl’ mich schon so tinderisch herbeigewischt, ein wahrhaft artenübergreifend ergreifender Match: Was bezwecken diese Zecken?

Außerordentliche Hauptversammlung

Causa Signa: Gusenbauer kündigt Rücktritt als Aufsichtsratsvorsitzender an
derstandard.at

Tagesordnung:
(1) Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit
(2) Entlastung des Vorstandes
(3) Entlastung des Aufsichtsrates
(4) Ehrung verdienter Funktionäre
(5) Allfälliges

Dann kommt der gemütliche Teil. Wegen nichts anderes (sic!) gehen wir doch hin.

King

Mit über 2500 Jahren ist die Familie von Konfuzius eine der ältesten noch heute existie­renden Familien.
Wikipediaerkenntnis

Onkel und Tante, ja, das sind Verwandte, die man am liebsten nur von hinten sieht
Hermann Haller u./o. Fritz Oliven für Eduard Künneke,
Der Vetter aus Dingsda

Als unbedarfter Westmensch und Hobbyetymologe hätte ich ja einen reichlich konfusen Stammbaum vermutet. Dem sei aber gar nicht so, belehrt bereits kürzestes Studium des einschlägigen Sachartikels. Die Familie heißt Kong (nicht Fuzis oder so), und welchen gedachten obersten Vorrangtitel Sie ihrem Stammvater zusprechen wollen, sei ganz Ihnen überlassen. (Kaiser ist, zumal in China, bereits besetzt.) 2008 sollen die Kongs zumindest drei Millionen gewesen sein, und das ist nun auch schon vierzehn Jahre her: Still counting.

Ab wie vielen Onkeln und Tanten muss man nicht mehr bei jeder Familienfeier antanzen?

Ich mein’, ich frag’ ja nur.

Land unter

Peymann, der an diesem Abend auch zugegen war, durfte nach der erschöpfenden Premiere jedenfalls mit dem Gefühl nach Hause gehen, zu seiner Zeit gemeinsam mit Bernhard ein Theater geschaffen zu haben, mit dem man das gesamte Land unter Storm (sic!) setzte.
orfon

Mann hat ja damals ganz Davos unter Castorp gesetzt. Und Settembrini.

Ein Land unter Stifter setzen, das wär’ doch auch was. Die Schauspielmusik dazu kann nur Bruckner sein. Auf der Orgel.

hologam

Athen beschließt Ehe für alle
Süddeutsche Zeitung

Inklusive Junggesellen, undzwar Amateure gleichwie professionelle Zölibaten; -gesellinnen und -batinnen nichtzuvergessen: Alle, nämlich Alle miteinander.

Das wird eine Nacht. Wird das eine Nacht. Athen!

bitte schalten!

Der Wind in der Nacht (man ist im Süden; er kommt aus dem Norden) heult und heult und heult, sirenenartig an- und abschwellend, wie wenn einer mit dem Auto abwechselnd 70 und 20 fährt, aber immer auf der Ersten! Das ist – zumal im Ortsgebiet – nicht nur äußerst nervig, es verbraucht auch unsinnig viel Energie.

Schlafen wird, damit das schon auch gesagt ist, eben nicht gemeinhin überschätzt.

Kopist

Originale dienten einem mutmaßlichen Fälscher als Vorlage
derstandard.at

Die Bilder unterscheiden sich in fünf Punkten
beliebte Rätselart, Kronenzeitung

Also wirklich, wie konnte er (der Mutmaßliche; wer sagt eigentlich, dass es ein Mann gewesen sein muss!?) das nur tun, schnödes Abmalen! Sowas ist noch nie nicht dagewesen! Dieser Tropfen schlägt dem Fass doch glatt die Krone aus!

Durchhänger

Nur leichte Entspannung bei Bettenmangel in Tirol
orfon

Soso, tiroler Bettenmangelentspannung, wenn auch eine leichte nur. Man könnte die Sache unumwunden beim Namen nennen: Handelt es sich doch um nichts weniger als eine veritable Bettenmangelanspannung! In Zeiten der Modernität von Boxspringbetten eigentlich möglicherweise gar keine so schlechte Nachricht.

Was ist eine Bettenmangel?

Die oder Das?

Derzeit wird an einem internationalen Plastikabkommen gearbeitet
Radionachrichten, Österreich 1

Soistesdoch: Wir müssen vom Plastik abkommen. Und am ersten Februar um elf Uhr und zwei Minuten hat man daran gearbeitet. Wie lange dann? Wie lange bereits? Vor allem aber: von wem? – Oder macht das auch schon irgendeine sogenannte Künstliche Intelligenz, Plastikoutsourcingsoutsourcing?

(Meist gehen Kunstschaffende ja den umgekehrten Weg: Wenige Maler nur gibt es, die von der Plastik abgekommen sind.)

übernächst

»Dees iis jåå dees«, sagt die Frau am Bahnhof zu ihrem Gesprächsopfer, träge und jede Silbe gleich betonend, sehr gedehnt und – laut, aber sie merkt es nicht, und ohne die traurigen Details ihrer Selbsterzählung zu kennen, ist allen am Bahnsteig augenblicklich das immense Ausmaß ihres Dilemmas vollumfänglich klar.

Und auch der nächste Zug wird ohne sie abfahren.

Verfrühling

Ilse Helbich (1923-2024): Die Spätberufene starb mit 100 Jahren
kurier.at

Spätgerufene. Und irgendwie doch zu früh oder nicht.

Mimikri

Ostapenko übersteht Krimi in Linz
orfon

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett
as sung by Bill Ramsey

Welche Möglichkeiten, einen Krimi zu überstehen, gibt es?

(1) Du bist der Mörder und wirst nicht überführt.
(2) Du bist der Kommissar und, unabhängig davon, ob du den Fall gelöst hast, bleibst du, zumindest bis auf weiteres, im Amt.
(3) Du sitzt vorm Fernseher oder im Kino, es zerreißt dich schier vor Spannung, aber letztlich doch nicht.
(4) Analog (3), ein Buch zuende lesend.

Der Möglichkeiten, einen Krimi zu überstehen, sind sicherlich noch etliche. Eingrenzend nun aber der spezifizierende Zusatz ›in Linz‹, und hier beginnt’s, wirklich wesentlich zu werden. Die Leistung von Frau Ostapenko kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ihr Vorname lautet – und damit sei einem allfälligen Aufkommen billiger Gerüchte bereits im Keim entgegengearbeitet – Jelena.

Ich wiederum hatte das persönliche Glück, in seinen letzten Lebensjahren mehrmals mit Andreas Okopenko privat zusammenzutreffen, einmal sogar von ihm – er wohnte in Floridsdorf, Autokaderstraße – zu seinem Heurigen nach Langenzersdorf eingeladen zu werden. Selbstverständlich nahmen wir das Taxi, er hatte seinen eigenen Taxler, ja das gab es damals noch.

auf die sechzig zu

Playboy-Apotheke
Emailemittent

Im Warenangebot des algorithmisch zielgenau eruierten Empfängers befindet sich kein Präparat gegen Überbein oder Nervus Vagus und auch kein Tinnitus-Lifehack.

Welcher Präparate aber bedarf nun der Playboy von Welt, heutzutage?

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Heimweh-M (intim)

»m, wie in ›Heimweh‹«
orthographisch-mnemotechnischer Spruch (Vorschlag)

Am Kulm, im Team schief Liegen, ist’s die Silberne geworden.

scheint

Ein paar Momente scheine die Zeit »im letzten, lang ausgehaltenen Ton« stehenzubleiben, befindet der ansonsten recht kundige Moderator der wöchentlichen Vorabendsjazzsendung.

Jetzt, wie? Wenn die Zeit »ein paar Momente« stillzustehen scheint, dann sind das eben doch ein paar Momente, Wimpernschläge, meinetwegen Libellenwimpernschläge (eine reale Zeiteinheit, die, wenn sie beim Schifahren als Vorsprung herausgefahren wird, ansonsten als »mehr als arschknapp« bezeichnet zu werden pflegt), aber eben nicht ein (tatsächlicher oder vermeintlicher) Nichtstillstand.

Die Zeit geht immer weiter, auch nach dem allerletzten ausgehaltenen Ton, und auch, wenn niemand mehr ihr scheinbares Nichtvergehen detektieren zu müssen meint, und was wäre damit auch gewonnen, wertvolle Hundertstelsekunden? Oder kann das mit dem notorisch so benannten Zeitverlust beim Anstellen am Schilift oder in anderen die Mobilität eindickenden Stausituationen gegengerechnet werden? Zinsen?

behämmert

Nehammer will Binnen-I verbannen
kurier.at

Nicht alles was sich nicht reimt ist nicht gut, nicht wahr?

Nehammer: Binneniverbanner.

(ReImt sIch nIcht wIrkl*I/ch.) Und Innen.

Einbruch

Hoteldieb mit Helikopter in Gefängnis gebracht
orfon

orfon, Kryptoorgan öffentlichen Rechts. Da poppen sogleich zumindest zwei Fragen knatternd auf.

Erstens, die Flugsache: Das klingt nach einer zunächst unverständlichen Inversion der ansich beim Publikum sehr beliebten Disziplin ›Gefängnisausbruch qua Hubschrauber‹ (idealerweise irgendwo in Südamerika oder gleich aus Alcatraz). Hier also eine bei aller Kurzfristigkeit planmäßige Delinquentenanlieferung, etwas flapsig könnte man sagen: Gefängniseinbruch. Mag sein, Feldkirch ist sicherlich gut gerüstet.

Zweitens, Hoteldieb: Wie stiehlt man ein Hotel, also ein bereits fertig gebautes (unsigniertes)? Wo hat es der Gentlemandieb, den man durch die Luft chauffiert, versteckt?

Gespannt erwarten wir, was beim Verhör herauskommt. Verhör, auch so ein Wort: Mögen sie damit erst anfangen, wenn das Helikoptergeknatter abgeebbt ist.

uhuuhahaa

Neue Komödie im Theaterkeller Haag überzeugt mit teils schwarzem Humor
nachrichten.at

Das mag schon sein. Die Frage ist nur: Zebra oder hochnebelgrau?

Wie stets steht das Schlimmste zu befürchten.

outsourcingsumsorgt

Lieferroboter weltweit im Kommen
orfon

Nun, das ist ihr Job. Wenn sie dann halt nur wieder gehen.

Jeder Computer, heißt es, ist immer so gescheit oder blöd wie der Mensch, der ihn programmiert. – Ob das noch stimmt?

Entgegennehmroboter? Zusammenessroboter? (…) Irgendwann werden wir uns nicht einmal mehr zum Verkonsumieren brauchen.

Banik

Eisläufer im Burgenland seit einer Woche vermisst
orfon

Ob er sich gar nach Ungarn abgesetzt hat? Wenn ja: Ungarn, wo bleiben deine Eismarine und (in Zeiten der Nichtvereisung) deine Steppenunterseeboote (Untersteppenseeboote? Unterseesteppenboote?) Von Neusiedlern ist nämlich noch nie nichts Gutes nicht dahergekommen!

Ungarn, orbanisches Binneninnenland zumindest dritter Ordnung, Abschottland, und eisschad, das Alles.

socks

800 Talente boten in der Stadthalle drei Tage lang packenden Hallenfußball
nachrichten.at (Regionalteil Steyr)

Das Dilemma (je)der Provinz, zusammengefasst in einem Satz: Hier gibt es keine Nieten, weil so sind wir nicht. Leider gibt es halt auch keine wirklichen Könner, Meister gar.

Alle, auf ewig, lediglich talentiert: Wie tut dieses beständige, achthundertfache Schulterklopferln nicht weh! In den Hallen ballen sie bereits die Füße im Sock: Irgendwann lassen wir sich das nämlich nicht mehr gefallen, und aber dann … packen wir’s!

Sättäl?

Fiaker satteln auf Kunststoffhufeisen um
orfon

Irgendwann ist man es satt: Begrifffeldern, wenn sie einer zusätzlichen Strapazierung als Metapher im Sachgebiet ihrer Sinnherkunft eingezwängt werden, eignet oftmals prekäre Peinlichkeit: Fiaker fiakern ohne Sattel, und wenn aber einem Pferd ein Sattel umgeschnallt wird (in Esreitenabsicht), so hat dieser bitteschön tunlichst aus Leder sein.

Die alten Germanen kannten bekanntlich keine Sättel.

Hufkunststoff, hmm.

Knattertäter

Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte ein weiterer Mittäter auf einem schwarzen Motorrad in der Nähe des Tatortes gewartet haben. Die beiden unbekannten, schwarz gekleideten Männer flüchteten damit. Eine Fahndung blieb bisher ergebnislos, die Polizei ermittelt weiter. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt.
Der Haupttäter wird von der Polizei als schlank und ca. 180 bis 190 cm groß beschrieben. Er soll einen schwarzen Kapuzenpullover, eine schwarze Sturmhaube, schwarze Handschuhe, eine schwarze Hose und schwarze Schuhe getragen haben. Die Polizei bittet um Hinweise.
orfon

Polizisten finden niemals Geister, sie finden Schwarzschlachterwurst.
H.C. Artmann, Grünverschlossene Botschaft

Das Imbissstubenüberfallgewerbe ließe sich als die Schwarzarbeit kat exochen bezeichnen. Erst recht nachts.

Zu erbeuten gegeben hätte es wohl Schwarzschlachterwurst. Oder knusprig angebratenes Blunzngröstl.

Gibt es wo Blunzngröstl to go? Veganes?

deuten

Neues gibt es aus dem Weltall zu berichten: Astronomen haben (…)
Wissenschaftliche Anmoderation, Radio Österreich 1

Wenn sie von Neuem reden, ist es doch in aller Regel Altes, Ältestes. Öltestes, wenn man die vokalische Rotverschiebung berücksichtigt.

Wir deuten stets in die Vergangenheit.

befangen

Ein Lectotypus ist ein nachträglich aus einer Typusserie festgelegter namenstragender Typus, der zur Beschreibung einer Art verwendet wird. Voraussetzung für die Festlegung des Lectotypus ist, dass es sich um ein Exemplar handeln muss, das dem Erstbeschreiber der entsprechenden Art auch vorlag (Typusserie).
artensterben.de

Dadurch, dass der Botaniker William Thomas Stearn 1959 das im Dom von Uppsala bestattete Skelett von Carl von Linné zum Lectotypus für die Art Homo sapiens vorschlug, wurde diese nach den zoologischen Nomenklaturregeln gültig definiert »als diejenige Tierart, zu der Carl von Linné gehörte.«

Das ist indertat eine sehr schöne und höchst angemessene Verneigung vor einem der größten naturwissenschaftlichen Genies: Wem, wenn nicht Linné sollte eine derartige Ehre zuteil werden. Die Sache hat indes einen unbedachten Haken, denn, so artensterben.de, »Lectotypen können nur bei vor dem Jahr 2000 beschriebenen Arten bestimmt werden.« Der Mensch jedoch ist weit noch nicht fertig beschrieben, und Stimmen gibt es, die meinen, dass mit seiner Beschreibung noch gar nicht begonnen worden ist.

Begonnen werden konnte: Plädieren wir also auf Befangenheit.

auf den Punkt

Zwei Podestplätze in Zauchensee
orfon

das müßt ein wahrer vogel sein
dem niemals fiel das landen ein
aus: ernst jandl, der wahre vogel
in: ders., selbstportrait des schachspielers als trinkende uhr

Das ist bitte grob unfair. Ein Podest beim Sport muss stets drei Plätze aufweisen, exakt drei. Zudem muss, um für eventuelle Gleichrangigkeiten gewappnet zu sein, jede der drei Ebenen (Erster, Zweiter, Dritter Platz) breit genug für zumindest zwei Erste, Zweite oder Dritte sein, und da reden wir noch gar nicht von Gruppenbewerben, ganz zu schweigen von Mixedteamnationencupwettbewerben.

(Vierte: Kommen, wenn überhaupt, nur unter Podest zur Siegerehrung.)

In den darstellenden Künsten reden wir von einer Bühne, für sonstige Vorträge und erst recht Konzerte halte ich den Begriff ›Podium‹ für den Alles so offenst wie möglich haltenden.

Von da aus können wir anfangen. Das wahre Konzert kennt kein Ziel.

Kommen Sie

tisskitaggra

Salzburg: Gratisskitag für alle Schulklassen
orfon

Schulk lassen, jawohl! Und dann noch so ein schönes Wort: Gratisskitag. So ebenmäßig, perfekt in vier gleiche Teile aufteilbar: Gra – tis – ski – tag. Das zeitigt in mir ein wohliges Aaah! —

gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag
gra – tis – ski – tag

Danke – das war jetzt eine ganze Woche! –, Salzburg!

(Wer ist Salzburg?)

Galopp

Schifahren trotz Inflation
orfon

Das wollen wir uns bitte einmal gesondert auf der Zunge zergehen lassen: Genau für derartige Schmelzvorgänge erachte ich diese meine Trouvaillenplattform für nachgerade ideal.

Heutzutage ist es an öffentlich belebten Orten nicht unüblich, auf allfällig zu bewerbende Produkte, Medien oder medial für relevant zu haltende Produkte (dafür wird gerne gut gezahlt) mit ›Skydancer‹ genannten, vermittelst aggressiv dieselaggregierter Inflation scheinbelebten Luftschläuchen hinzuweisen. Letzten Herbst habe ich etwa eine Karikatur gesehen, deren Bildunterschrift lautete: »Kölner Dom als Skydancer (auch das wird von den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche nicht ablenken können)«, und dergleichen ist wohl die inhärente Problematik eines jeden mehr oder minder panisch überspielten Inflationsgalopps.

Österreich, Trotzland, fährt Schi!

Ich nicht. Da bin nämlich ich trotzig.

schlagartig

Plötzlich, was für ein Wort, das wirklich Alles sagt: Wie ein Plotz, nach Art eines Plotzes. Es plotzt nur so um uns herum. Und erst innen drinnen.

Hernach ist nichts mehr, wie es war, wie es einmal war, und das liegt lange zurück.

Lars Gustafsson (Herr Gustafsson persönlich!) hat, berufener, darüber erhellende Anstellungen gemacht, er hat sich nicht belehrender Erläuterungen über die Wortherkunft bedient, und das will ich denn auch nicht tun und beginne meine sicherlich erhellende Recherche erst nach Abfassung dieser Zeilen.

Allmählich erst erkennen wir.

mehr

Essen Sie gerne Krapfen?
   O Ja
   O Nein
Demokratische Erhebung, kurier.at

Bereits vor der Pandemie wurde seitens eines Bäckers zu Steyr auf einer Kreidetafel bekanntgegeben: »Krapfen haben nur ganz wenige Vitamine!« Ob er diese wissenschaftliche Tatsache ohne eigennützige Hintergedanken offenbart hat, ist indes anzuzweifeln, hat er doch – auf der Tafel war noch Platz – einen zweiten Satz angefügt: »Deshalb muss man viel davon essen!«

Somit wurden wieder einmal die Begrifflichkeiten ›Wissenschaft‹ und ›Zweifel‹ in einem Denkatemzug dargestellt: Allzu arglos ahnt unsereins gemeinhin nicht, wo überall die Perfidie lauert, heutzutage, und da kommt noch mehr.

Joghurtsaison, universale

Auch gefrierend Erregen ist möglich
Erkenntnis zum Tag (Wetterbericht)

Nach dem – oftmals aufpeitschenden – Hot Jazz kam der Cool Jazz. Das ist zwar sehr vereinfacht gesagt, aber historisch richtig, folgerichtig nachgerade. Und den Cool Jazz, sammasiehrlich, hältst du länger aus und: durch.

Was aber wäre das: Freezing Jazz, Frozen gar?

Im Universum ist die Nähe zum Absoluten Nullpunkt die Regel.

adäquat

Zwischen Weihnachten und Silvester werden gern ein paar Tage im Hotel verbracht, da ist etwa Mariazell, wenn sein achso idyllischer Advent abgejausnet ist (was keinen geniert) für die Touristenmassen völlig uninteressant, und bereits am 27., dem ersten Werktag, werden die so urigen Hütteln rund um den größten Adventkranz der Welt abtransportiert und – die Tage werden, wenn auch noch kaum merkbar, länger – eingesommert, so muss es doch heißen, jawohl. Nach dem wohltuend früh angesetzten halbpensionsinklusiven Abendessen ist, für vier volle lange Abende lang, Fernsehdienst, denn daheim gibt es kein solches Gerät mehr, längst schon nicht. Jedes Jahr wird aufs Neue gestaunt, wie immer noch eintöniger bunt hier Alles so schön ist, und abgesehen von den reinen Werbekanälen muss – diese Definition hat sich unter fortschreitendem Klarzutagetreten herausgeschält – gelten: Fernsehen, das ist nachgerade intrinsische Langeweile, wobei wir am Begriff Langeweile vielleicht noch ein bisschen herumjustieren werden müssen.

Bleiben wir dran.

Arbeiterinnen

Alle Frauen sind verifiziert und echt!
Direct Marketing, Internet (persönlich per E-Mail erhalten)

Männer – rrrichtige Männer – nehmen Pitralon!
Werbespruchikone

Zuviel! Zuviel!
Erste Worte (Richard Wagner, Tannhäuser)

»25.000 ukrainische Frauen auf der Website!«, verheißen sie noch, und alle (Alle) sind sie verifziert und echt, hochgeladen, aufgeputzt, hochaufgeputzt, saubersauber, und sie warten auf der Website, nur auf mich – wer immer es liest, ist als Erste Person angesprochen, und angesprochen dürfen sich alle fühlen, zumindest die ersten 25.000.

Das ist doch bitte zuviel! Zuviel!

Was wir indes dringend bräuchten wären verifizierbare Männer, und ganz sicher keine Drohnen. Pitralondrohnen.

Druckwasser

Ein Kelomat kann Kartoffeln beschleunigen
Harald Gsaller, zack!

Die Bialetti hat Tinnitus, präziser: aktiven Tinnitus. Und es ist so, wie es sich auch beim landläufigen Tinnitus verhält: Durchputzen, noch so genaues Durchputzen, Entkalken, Zitronensäure etc. hilft genau: Nichts.

Alstern, Ohren zu und durch. Und grimmig den – bilden wir es uns nur ein, ist es tatsächlich so? – dichteren, opaken, edelbittren Caffè genießen.

Wenn es uns den Reaktor nur nicht um die Ohren fetzt. Der? – Pfeift drauf!

Abkühlung

Ob der Schnee bis zu den Energieferien hält, lässt sich aber noch nicht abschätzen.
derstandard.at

Wiesen im Winter. Es wird beschneit auf Teufelkommraus, und in der zweiten Februarwoche hat die Energie im Burgenland endlich Ferien, sie kann’s brauchen.

Anderswo hält der Schnee nicht so, und das nennt man dann Lawine.

Im Burgenland gibt es dafür keinen Speichersee, auch nicht für die Erdbeeren.

aggregatisch

Kirchdorfer Spital recycelt künftig das Narkosegas
nachrichten.at

Dieses zeigt, dieses zeigt
Dass das Wasser besser schweigt
Christian Morgenstern

Wird sich dabei herausfinden lassen, was wir Menschen träumen? Und das unter klinischen Bedingungen, was den Wert der derart gewonnenen Erkenntisse doch beträchtlich anhöbe?

Vermutlich bleibt alles so banal, wie wir ohnehin wissen: Knapp vorm Aufwachen donnern wir mit dem Autobus, das Bremspedal wirkungslos auf Anschlag durchgedrückt, talwärts, an der Linkskurve werden die Leitplanken durchbrochen, die Absturzparabel des freien Falls wird honigzäh gedämpft, zuletzt ist es ein Schweben, der erlösende Tuscher bleibt aus, und nach dieser vorenthaltenen Klimax versuchen wir matt, uns, zurechtzufinden, scheiternd, eine einzige Frustration.

Wer wäre in echt wirklich darauf neugierig?

Röschen

Bitte es handelt sich um den gestrigen Beitrag, seine ihn vorbereitenden Recherchen (hiermit räume ich ein: die als Wissen dargestellten Fakten wurden kurzerhand den virtuellen Untiefen des Internet entrungen) beschäftigen mich, fortgesetzt. Wie meistens ist es die Sprache, ihr Gebrauch, ihre Anverwandlung: Da schreibt man Höschen (auch: Lederhöschen) und weiß, wie es auzusprechen ist, und Rüschen auch.

Sowas.

impersoniert

Das Hoch Hannelore bringt heute noch einmal viel Sonne
Wetterberichtseinleitung, Radio Österreich 1

Heidelore ist ein Vorname
Loriot, Deutsch für Ausländer

Verena Schöpfer erfreut, wann immer sie kann. Dafür fortgesetzt Danke.

Wenige nur wissen, dass Heidelore (Schmoller, Anm.) von Gudrun Kumpf, auch bekannt aus »Sexgrüße aus dem Lederhöschen – Wo der Wildbach durch das Höschen rauscht«, gegeben wurde. Aber heutzutage geht es ja nicht um Wissen, sondern darum, wie man sich den Zugang zu (wie immer gesicherten) Fakten verschafft. In der Folge gilt es, diese als ganz selbstverständlich in einem geborgene Bildung ’rüberzubringen.

Alle wissen es.

Auch int’ressant: Peter H. Schwerdt, der Darsteller des Herbert (er sitzt, Deutsch für Ausländer sprechend, neben Heidelore im Bett) spielt(e) auch beim Hörspiel »Das Stuttgarter Hutzelmännchen« (SWR, 1964) mit. Die von ihm impersonierte Rolle konnte auf die Schnelle derweil noch nicht eruiert werden.

abgefahren

EX-ÖSV-Star Schmidhofer: »Irgendwann sagt der Körper: Leck mich«
kurier.at

Moi non plus
Serge Gainsbourg

This is family restaurant

The Big Lebowsky

Ja, sicher, und wer kennt das kribbelnde Gefühl nicht? … Aber wollen wir derart privates (intimstes) wirklich in einer Zeitung lesen, die sich als eine von der ganzen Familie zu lesende versteht?

von wem?

Es wurden Dächer abgedeckt und Bäume auf Straßen geworfen
Vorfallsbericht, Radionachrichten

Was da wohl für ein Rübezahl umgegangen sein mag.

Wir brauchen bitte immer Zuständige, besser: Schuldige!

UÖŠ

Wir dürfen unser österreichisches Schnitzel nicht gefährden
Norbert Totschnig, Landwirtschaftsminister

Denn schon von Kindesbeinen
Befasst ich mich mit Schweinen

Ignaz Schnitzer (sic!), Der Zigeunerbaron

Ach wie schweinerlich! Aber auch puterlich. Streng genommen, da hier, selbst aus einem oschttiroler Denkwinkel, ausnahmsweise die Repräsentation Gesamtösterreichs durch Wien gerne in Anspruch genommen wird: kalberlich.

Jedenfalls grundehrlich, denn bei Unserem Österreichischen Schnitzel hört sich doch wirklich jeder Spaß und erst recht alle Heuchelei auf, parteiübergreifend, beinah’.

abwesend anwesend

2. Jänner, knapp nach 9. Ich sitze im Zug, will gerade das Telefon wegräumen (es ist auf lautlos gestellt), da sehe ich einen Anruf von Anonym hereinkommen. Da in letzter Zeit vermehrt angebliche Amazon-Mitarbeiter angerufen haben, damit ich ihnen irgendwelche Daten durchgebe, auf dass eine von mir eh nicht bestellte Sendung zu mir gelangen kann, hebe ich nur kurz ab und lege gleich wieder auf; damit hat es sich in aller Regel. Keine halbe Minute später jedoch werde ich von einer österreichischen Mobilnummer angerufen. Ich hebe also ab. »Guten Tag, hier Schwester Rosi von der Volkshilfe. Ich habe heute Ihre Mutter daheim nicht angetroffen. Wissen Sie, wo sie ist?« – Es ist Dienstag, da sollte sie doch ins Tageszentrum, und die Schwester Rosi hat sie also nicht abholen können. Die Wohnung, so Schwester Rosi, schaut unverdächtig aus, die Mama war in keinem Zimmer, der Rollator steht im Gang, kein Hinweis auf einen Unfall also. Aber sie ist weg, verdammt, wo kann sie sein? Wenn sie, nach Betätigen des Notrufarmbandknopfs, von der Rettung geholt worden wäre, hätten sie mich als Erstkontakt (mein Status) doch informiert. Oder ist es erst recht kurz her, dass was passiert ist? Ihr Handy hat sie natürlich nicht mit, und das wird auch nichts mehr, zeitlebens. Ich rufe bei der Rettungszentrale an. Nein, keine Fuhre in der Kochstraße, kein Anruf meiner Mutter. »Aber rufen sie doch in der Rufhilfe-Zentrale in Linz an, die haben alles protokolliert.« (…) »Heute war nichts, nur gestern um 13 Uhr 42, ein Fehlalarm.« Nun, das kennen wir, ausgiebig, aber wo ist sie jetzt gerade, sie ist doch nicht verwirrt, oder hat es heute umgeschlagen und sie kämpft sich durch den Wald zum Lichtblick, straßenrollatorbewehrt!? Also den Hausarzt anrufen, die Ordination ist ja gleich gegenüber, Schleifenmusik freut sich, dass ich angerufen habe, dann schnappt sie ab; siebenmal wähle ich mich ein. Aber he, ich habe ja, ein privates Freundschafts-Privileg, seine Mobilnummer! »Nein, die war nicht da, und auf der Warteliste steht sie auch nicht. Ruf vielleicht doch auch im Spital an.« Auch dort ist sie nicht, weder ambulant, stationär, noch in der Notaufnahmewartezone, und wie hätte sie auch hinkommen können, rettungslos? Also ist es jetzt an der Zeit, bei der Polizei nachzufragen: Wir kommen überein, dass ich mich gegen Mittag noch einmal melde, sollten wir eine Suchanfrage hinausgeben müssen. Ich rufe noch einmal die Schwester Rosi an, vertraue mich ihrer Berufserfahrung an. Wie das bitte noch einmal war – und dann fällt der Groschen: Schwester Rosi war nicht gekommen, um Mama zum Lichtblick abzuholen, sondern eines sozialmedizinisch-anamnetischen Besuchs wegen, die nächsten vierzehn Tage wird Mama täglich zum Blutdruckmessen daheim besucht, weil der Hausarzt mitverfolgen will, wie sich die Halbierung der Dosis eines Medikaments auswirkt, eh eine super Sache. Dass aber just dienstags Mamas wöchentlicher Lichtblick ist, hatten sie nicht intern abgeglichen, und es wäre ja auch wirklich zuviel verlangt. So hat die eine Volkshilfe die Mama abgeholt und eine andere sie hernach gesucht, nicht angetroffen und damit halb Steyr zu Detektiven gemacht, dieweil der Erstkontaktsohn in einer inwendig parallel abzuarbeitenden Checkliste bereits den Partezettel und die weiteren Schritte bis nach dem Begräbnis durchgegangen ist und die Mama, ihrerseits, den zweiten Tag des Neuen Jahres wohlbehütet im Kreis ihrer Greise verbringen durfte, und das ist wirklich ein großes Glück.

Gleich am 3. Jänner hat eine andere Schwester von der Volkshilfe die Mama besucht: Sie war daheim, und eh alles soweit im Rahmen. Schwester Rosi ist dann am Sonntagnachmittag gekommen und hat ihr auch den Blutdruck abgenommen, da wird er wohl oben gewesen sein, denn zu Mittag haben wir, weil’s eh scho wurscht is, geschlemmt, frage nicht, obwohl ja der Mama zeitlebens eigentlich nie nichts geschmeckt hat, das hat sie wie kaum etwas sonst wirklich vollends dem Papa überlassen, dem hat bekanntlich alles immer geschmacket als wie, in dieser wesentlichen Hinsicht ein glücklicher Mensch ganz bis zuletzt.

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Haltung

Menschen erkennen zufriedenes Gackern
orfon

Hühner hoffentlich auch, das der Menschen.

Wer hält sich nun wen, und, ewige Möbiusschleifenfrage, was war zuerst da, die Hennen oder die Eier?

Evidenz

ugačaga
Tätigkeitsbegleitlaut (synchronisiert)

Hat jetzt eigentlich Snorre den Faulen Willi synchronisiert oder aber der Faule Willi den Snorre?

Ich behaupte zweiteres.

Wie redet eigentlich eine Comicfigur im Original, will heißen: unsynchronisiert? – Das, wenn wir wüssten, wären wir damit der lange schon postulierten Ursprache aber gehörig auf der Spur.

215 Years after

Bergisel soll Umschwung bringen
orfon

Das ist bitte ein historisch bedenkliches Vorhaben, denn nach der dritten Schlacht kam die vierte, und die hat Alles wieder auf den Kopf gestellt.

Jedem Fernseher ist bekannt: Vom Bergisel sieht es so aus, als flöge man direkt auf den Friedhof.

Die Geschichte wiederholt sich zum Teil nicht.

Kreislauf

Nach dem Amoklauf laufen die Ermittlungen
Radionachrichten, Radio Österreich 1

Nach dem Amoklauf laufen die Ermittlungen amok. Übliche Verdächtige sind indes keine zu verhaften.

Nach dem Amoklauf ist vor dem Amoklauf.

Komalaufen.

Abreibung

Bad Ischler Nudelsalz
Werbeschmäh des Jahres (2023)

Im Oberösterreich dächte, nicht zuletzt aus Gründen sprachlicher Sensibilität, kein Mensch daran, ein derartiges Produkt zur Anwendung bringen zu wollen.

ge-ge-ge-gu—

Auch Gusenbauer betroffen: Bei Signa wird geschrumpft, geklagt, gekündigt
derstandard.at

Was haben sie bloß vor mit ihm? Kündigen (schlimm genug), klagen gar (sehr unangenehm), oder, und wir erstarren vor Grauen, sie schrumpfen ihn!?

Im Schrumpffalle wäre zu klären, ob selbiges linear geschehen soll (Gesamtstruktur, d.h. Skelett, Bandscheiben etc.) oder lediglich die volatilen Massen, die, je nachdem, durch aktives Ess- und Trinkverhalten bei gleichzeitig gesteigerter passiver Bewegungsgebarung aufgebaut oder aber, mit umgekehrten Aktivitätszuordnungen, gemeinhin als abbaubar gelten, wobei es so ist, dass der Organismus eine gewisse beharrliche Trägheit aufweist, ein einmaliges Maximum immer wieder zu erreichen und, wenn irgend möglich, dasselbe noch weiter auszubauen zu trachten, man sagt dann, der prosperiert oder: Dem schmeckt’s aber!

Klagen, Heulen und Zähneknirschen: Alle sind wir betroffen, und aller Appetit ist uns verflogen.

pssst

Das Amtsgeheimnis in Österreich nähert sich seiner Abschaffung
Radionachrichten, Ö1

Wir – wissen – es – nicht!
Edmund Mütter (1935-2021)

Sowas hat die Welt noch nicht gesehen: Eine lupenreine Amtsgeheimnisabschaffungsannährung bislang ungekannten (ungekanntesten!) Ausmaßes!

Ein Geheimnis, das ja kaum keiner nicht kennt, abschaffen, wer schafft sowas an, und wie geht das?

Ich weiß es nicht.

Derart wird also das Nichtwissen abgeschafft, und das nennen wir Aufklärung.

Wir nähern uns. Passst.

Aufwärmrunde

Sturm überwintert im Europacup
orfon

Winterstürme wichen dem Wonnemond
Siegmund zu Sieglinde

Einen Südeuropacup sollte es geben. Dann käme er (der Sturm) als wärmendes Mailüfterl zurück.

Die Wetterküche Europas ist im Atlantik, Azoren, wie Atlantis, und man isst dort den herrlichsten Fisch, von den Ananas ganz zu schweigen, die sie mit Zimt bepudern, nur ein kleinwenig, eine Geschmacksexplosion sonder Art.

Wer einen Esslöffel Zimt in den Mund nimmt, den zerreißt es sowas von, eine Zimmerstaubexplosion sonder Art.

Bald ist Weihnachten.

iterum

Freiwald ist Kältehotspot
orfon

Sie haben’s wieder getan: Beim Leitmedium, wir wissen es längst, ist die Sprache und ihre sinnige Verwendung – bitte ohne jedwede Ironieintention! – buchstäblich Freiwild. Das Wort Freiwild kommt oftmals im Zusammenhang mit dem Themenkreis Vergewaltigung vor, quod erat demonstrandum.

Trockeneisdampfgebrabbel.

Landeshauptknie

Alaba in Tirol »erfolgreich« operiert
orfon

Wird schon wieder
Trostzuspruch (deutsch)

Bekanntlich war Alaba – vor der Operation ballte er seine Füße für Madrid und früher für München, eine Mannschaft in Deutschland – zumindest einmal schon in Tirol, damals kam der Verteidiger mit dem österreichischen Nationalteam zu einem Trainingslager nach Seefeld. Mittlerweile ist Alaba unser Teamkapitän und in Tirol – da redet man deutsch (und dem Touristen nach dem Mund, so gut es gehen mag) – ein anderer Landeshauptmann. Gespannt warten wir auf den Bericht über dessen nichtausbleibenkönnenden Besuch am Genesungslager unseres Internationalsten.

In Madrid, das ist in Spanien, reden die Menschen hauptsächlich spanisch. Wir müssen, das ohnehin, stets im Gespräch bleiben: Hauptmänner, Nebenmänner, Verteidiger, Ankläger, Touristen, Gastgeber, Kapitäne, Matrosen, Fuß-, Hand- und Faustinderhoseballer (und -innen etc., ehklar), überall. Mit dem rechten Gespür stellt sich auch die rechte Sprache ein.

Österreich verfügt über keine Gebirgsmarine, in Seefeld nicht und auch nicht am grenznahen Achensee.

lauter

Musikkonsum steigt laut Umfrage weiter
orfon

Ich wünschte mir ja eine stillere Welt. Wo man noch hören kann: Wir brauchen leise Umfragen.

Oftmals, wenn ich in Situationen gerate, wo ich z.B. das Servicepersonal bitten muss, die Beschallungslautstärke zu minimieren, schlägt mir die Gegenfrage »Ah, mögen Sie keine Musik!?« (so sie mich nicht ohnehin duzen) entgegen. Habe ich früher darauf noch »Nein, ich bin Musiker!« geantwortet, so genügt mir heute, die Frage matt zu bestätigen, und genieße das basse Unverständnis, still, bei mir, ganz bei mir.

Baum, arktisch

50 Motorsägen aus Baumarkt gestohlen
orfon

Es geschah just an dem Wochenende, da man in Argentinien den Herrn Milei ins Präsidentenamt einführte. Dort brauchen sie ab nun ganz ganz viele Motorsägen, dringend.

Eine erste Witterung ist aufgenommen.

In Madagaskar gibt es Lemuren, die hüpfen ineinemfort von Baum zu Baum, mehr ein Fliegen ist es, so weite Distanzen zwischen den Baumstämmen vermögen sie zu überwinden, locker aus der Hüfte, so elegant! Am Boden aber können sie nicht normal gehen und müssen auch da springen, seitwärts. Wirkt das auch zuhöchst skurril, so hat sich diese Fortbewegungspräferenz in ihrer evolutiven Nische doch als zweckmäßig herausgestellt, und Argentinien ist derweil ja noch ein Stückl entfernt: Bis dereinst Madagaskar und Argentinien kollidieren, vergeht selbst erdgeschichtlich noch ein Zeitl, da ist der Herr Milei vermutlich längst schon nicht mehr Präsident.

Drehscheiber

»Hidden Club« von Martin Ho muss laut Anwältin zusperren
kurier.at

Oftmals verbirgt das Allzuoffensichtliche am besten. Ein Club trägt eine Konnotation mit »Versteck« im Namen und ist, so erfahren wir im in derlei staatsnahen Dingen stets bestinformierten (und niemals Partei ergreifenden) Kurier, mit der Genehmigung für einen Drogeriemarkt (sic!) eröffnet worden.

Einem Drehbuchschreiber würde jeder Produzent einigermaßen klaren Bewusstseins ein derart plattes Treatment glatt um die Ohren fetzen, dass es nur so staubte.

Abwasseranalysen liefern, bei gleichzeitig perfekter Anonymität, den besten Aufschluss über die Virenbelastung und den Drogengebrauch der beim jeweiligen Wasserverband angeschlossenen Kanalisationspopulation.

In gewissen Gegenden Südtirols sagen sie zum in Kleingruppen im Freien verrichteten männlichen Wasserlassen, derb aber herzlich, fetzen.

Ha-tschi! – Höfgottdasswoais!

willunig

Anne Will präsentierte letzte Ausgabe von »Anne Will«
orfon

Ich möchte lieber nicht
Bartleby, der Schreiber

Ich, beispielsweise, bin die letzte Ausgabe von Bertl Mütter. Die erste auch. Und alle dazwischen.

Und Sie?

Mutmäuse

Wir sind die Nachfahren von Angsthasen
evolutionäre Erkenntnis

Von wem indes sind wir – also Sie und ich, wenn auch nicht notwendigerweise gemeinsam – die Vorfahren? Die Antwort darauf ist, da rein spekulativ, nachrangig.

Um in den Spiegel zu schauen, bedarf es einigen Mutes, ahnungsvollen.

sowieso

Daten, Zahlen, Fakten!
Alles Andere ist Schrubelei.

Posting (›holzkoch‹), derstandard.at

Wenn Schwurbelei mit Schwur korreliert (was ganz was ehrliches!), womit hat dann Schrubelei zu tun, was für eine Tätigkeit könnte das sein, schrubeln, scrubo, ergo sum!? Alles Andere ist Fakten, Zahlen, Daten.

Derweil und bis auf weiteres heißt’s: Einheizen.

(Holz kochen, geht’s eh noch?)

hitzig

Betrunkener rastete bei Krampuslauf aus
orfon

Für stark Alkoholisierte gibt es viele Orte und Gelegenheiten, ihren Rausch auszuschlafen. Muss dies so jemand im Rahmen eines Krampuslaufs verrichten, so ist es, um je nach Alkoholisierungsgrad mehr oder minder gefährlichen Unterkühlungen vorzubeugen, angezeigt, dafür ein wärmendes Örtchen, tunlichst in einem Innenraum, aufzusuchen.

In Inneren der Hölle ist der Teufel los.

Einglück

  1. Er: »Salz verstreuen bringt Unglück.«
    Sie: »Aberglaube bringt Unglück.«
    Ralf Rothmann abgehorcht

So ist es doch: Man muss nur fest genug dran glauben; dranglauben: müssen alle.

Ob’s ein Glück ist? Bringt? Wohin?

signifikant

Kein Ass mehr im Ärmel, deshalb stürzt das Kartenhaus wohl ein 

Abmoderation, Radiojournal

Das samstägliche Mittagsjournal ist, was die österreichische Radiowelt betrifft, die infomäßige Prime Time schlechthin. Vor der zitierten Abmoderation ging es um eine Gesellschaft namens Signa Prime. Oder hat jemand Signa Crime gesagt?

Primär gilt die Unschuldsvermutung. Bei Kartenhäusern ist es, generell, so, dass dem umseitig aufgedruckten Wert keinerlei Relevanz die Stabilität die filigran-virtuose, irgendwie pyramidal zu bezeichnende Architekturstudie betreffend zufällt: Da sind, ja das gibt’s, selbst – und just! – in diesem Bereich, alle gleich, ehrlich!

Sind alles lediglich Spielkarten.

Umschnitt

Im schlaffen Zustand ist der Durchschnittspenis 9,16 Zentimeter lang
Im erigierten erreicht der Durchschnittspenis eine Länge von 13,24 Zentimetern
Beim schlaffen Penis sind es 9,31 Zentimeter Umfang
Der erigierte Penis hat im Schnitt einen Umfang von 11,66 Zentimetern
Metastudie (Zusammenfassung, 15.500 Probanden)

Persönliche Nachforschungen in vivo zeitigten nichtdurchschnittliche Maße; was heißt da ›Maße‹: Ausmaße!

Unbehagen indes beschleicht einen vor allem vom Begriff ›Durchschnitt‹.

kleinkalt

Neue Wiener Großwärmepumpe in Betrieb
orfon

Bitte mir ist trotzdem kalt, und finster ist es auch.

bachmännisch

US-Touristin auf den Bahamas von Hai getötet
orfon

Auf den Bahamas gibt es nur mehr Meer. In Usbekistan müsste man sein. Da bist du selbst vor der Küste sicher. Derweil noch.

Oder in Liechtenstein. Österreich: ist relativ sicher. Derweil noch: Böhmische Hammerhaie dräuen massiv herein.

Schack!

Mit der Führung von Joséphine Pagnier ist der Skisprung-Weltcup der Damen in die neue Saison gestartet.
chronische Notiz, Wikipedia

Im schönen Kärnten, oberhalb dem schönen St. Veit an der Glan, gibt es einen recht ordentlichen Schaumwein, und der heißt Jacques Pagnier. Joséphine und Jacques sind weder verschwistert, verheiratet oder verschwägert, denn bei Jacques handelt es sich um einen ohne jeden Hintergedanken ausgewählten Produktnamen: Verwechslungen oder Anklänge sind von vornherein ausgeschlossen.

Im Gegensatz zum Französischen spricht man das Kärntnerische genau so aus, wie man es schreibt.

Sollte Fräulein Pagnier den heurigen Skisprung-Weltcup der Damen gewinnen, wird sicherlich mit Champagner angestoßen werden. Bei jeder anderen Siegerin auch. Halten wir die Daumen, croisons les doigts!, aber das kann ja keiner richtig ausšbrehn.

unecklich

Signa: Sparprogramm an allen Ecken
orfon

Alles kommt einmal zu seinen Enden. Das höret nimmer auf.

Immer schön sparsam halt, und seit eh und je.

Der Kreis ist das regelmäßige Uneck katexochen; Ellipse: jaja, schon, auch, und der Kreis ist ja, analog Quadrat zu Rechteck, ohnehin der Spezialfall der Ellipse.

daschauher

Swifts Eltern betrieben eine Weihnachtsbaumschule
Biographisches Detail

Da nun, erwartungsgemäß, die Saison (sie umfasst gut ein Viertel des Jahres) abrupt abgeebt ist, können wir auch diesen Umstand gelassener betrachten. Dass es allerdings im siebzehnten Jahrhundert – im katholischen Irland! – bereits Christbäume gegeben hat, war mir bislang nicht geläufig. Schneider wenn sein Vater gewesen wäre, das leuchtete einem ja noch ein.

Swift ist ja fast Achtzig geworden.

ausgesorßt

Ikea verfünffachte Gewinn dank steigender Verkaufszahlen
orfon

Ehrliches Handwerk lohnt eben: Wer bastelt mit?

Wie im Verhältnis dazu wäre die ein paar Tage später nachgereichte Schlagzeile: »Luxusgütermarkt wuchs 2022 um ein Fünftel« zu deuten? Es könnte etwas mit dem Bedeutungsfeld ›reziprok‹ zu tun haben.

Überschnäppchen

Teslas Cybertruck ist teurer als behauptet, dafür kommt man nicht so weit
derstandard.at

»Später anfangen, dafür früher aufhören«, so lautete einst der Witz in den Steyrwerken (und sicher nicht nur dort), wie die gleitende Arbeitszeit aufgekommen ist, was etliche damals als Einrichtung zum institutionalisierten Tachinieren missverstehen wollten, und nicht allzulang später waren die Steyrwerke Geschichte.

Hier jedoch geriert sich ein von Selbstzweifeln unangekränkelter Großmagnat (sic!) einmal, weil es grad so passt, großzügig; man soll ja stets bei sich selbst anfangen, also gelingt ihm das bei sich selbst schon einmal recht gut. Wer jetzt nachfrüge, warum das Versprochene in die für den Kunden je unattraktivere Richtung verzerrt wurde, soll, wir kennen es, in den X gehen.

Aufsatz

Hemetsberger zeigt im zweiten Training auf
orfon

Frau Lehrer, ich weiß einen Satz!
eifriger Schüler

Das dürfte ihn wertvolle Hundertstelsekunden gekostet haben: Der soll das bitte beim Rennen nicht auch so machen!

Unten dann, sobald er abgeschwungen hat, halten sie ihm eh die Mikrophone unter die Nase und rücken ihn ins Bild, für Einwortsätze wie »Waunslaaftdaunlaafts!« – wenn, und sonst halt eben nicht. Das Mitarbeitsplus aber sollte ihm auf alle Fälle zugesprochen werden, und sei’s als Motivationskarotte.

Adabeiübel

Doku über Grauen des Holocaust feiert Premiere in Linz
orfon

»Ach wie zauberhaft, dass es in diesen unseren reichlich unerfreulichen Zeiten von Zeit zu Zeit doch noch was zu feiern gibt, und gerade in der Lieblingsstadt, dem zauberhaften Linz, was für eine Feier! Wer wäre da nicht gerne dabei gewesen?«

Anders gesagt (Klartextfrage): Kann man irgendetwas im Zusammenhang mit dem Holocaust feiern? Wem fiele so etwas ein?

Brache

Tirols Wälder bieten mehr Holz als gedacht
orfon

Quod erat demonstrandum: Es wird immer weniger gedacht.

(Es lässt sich immer noch weniger denken.)

bald!

Jetzt neu bei uns: Grillfleischautomat!
Werbeaufschrift, Rosenheim

Im zügigen Vorbeifahren konnte ich mir lediglich diese indertat sensationelle Zeile merken, das Grillfleischautomatenunternehmen – gar seine Kontaktdaten – mir aber leider nicht notieren. Und Googeln ist unsportlich: Beim nächsten Mal westwärts passe ich wieder auf. Dann wird aber sowas von gegrillt, mit automatischem Fleisch, was wird das ein Genuss!

Was sie da oben wohl in den Automaten einfüllen mögen? Es dürfte sich dabei um eines der am strengsten gehüteten Betriebsgeheimnisse zumindest der westlichen Welt handeln.

So hat das Jahr also schon einmal gut begonnen. Und, Klimawandel hinoderher, noch ist die Grillzeit ja nicht ausgebrochen, nicht einmal in den wüstenroten Eigenheimghettos im Umland von Linz, wo ab Aschermittwoch und bis Leopoldi aber sowas von tagtägliche Grillbereitschaft besteht, schmerbäuchigst, wie es sich halt gehört.

mühsam

Der 9. November 2023. Ein Gerd Dirk schreibt mir ein(e) Email. »Ich dachte dass Sie vielleicht an der Domain unproblematiisch.de interessiert sind.« (Anm.: Die unkorrekte Schreibweise – also das zweite i, nicht der fehlende Beistrich vorm dass – ist ausnahmesweise dem Verfasser anzukreiden, auf dass kein Anklikkunglükk geschehe, welches bei derartigen Nachrichten erfahrungsgemäß, wie es heißt, stets dräut.)

Jetzt weiß ich nicht recht, wie ich weiterschreiben soll. Jeden Tag einen pointierten Text liefern zu müssen, das ist manchesmal nämlich schon recht ein Tschåch, ich sag’s Ihnen. Aber was heißt denn da müssen? Hab’ ich mir’s doch selber eingebrockt, es hat mir in echt keiner angeschafft, und ich bekomme ja auch keinen Cent dafür, das wäre ja noch schöner.

Dem Gerd schreibe ich deswegen aber noch lange nicht zurück. Derweil einmal.

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[WSW] =
UNGAR

Hüähnchen

Hühner lagen am Grill, da ging Schrebergartenhaus in Flammen auf
kurier.at

»Soda, mir waratns«, täten sie wohl gesagt haben, die Hendln, wäre die Grillerei in Oberösterreich geplant gewesen. Da sich das ganze jedoch im Tiroler Unterland zuzutragen anhub, ist ihnen wohl eher ein »Mander, s’ischt Zeit!« zuzuschreiben. Frauen sind, wie stets heute, mitgemeint, selbst und insbesondere in Tirol. Dass deswegen aber eine Gartenhütte derart trotzig reagieren musste, ist wenig einsichtig. Merke: Zumeist zieht Trotz selbstschädigende Wirkungen nach sich.

Generell gilt: Nicht in die Flamme, erst auf die Glut, so nur gelingt das Grillen gut!

Das Rechte

Machen Sie Ihr linkes Ohr frei

Loriot, Liebe im Büro

Der Knecht des Hohepriesters, dem Petrus ein Ohr abhieb, hieß Malchus.

Im ländlichen Oberösterreich gibt es, an harten Frosttagen, den Brauch des Ohrwaschlbrockens. Bei der Militärmusik haben wir einen Flötisten aus Vorchdorf gehabt (Pfarrl hat er geheißen, alle haben aber daPfoal gesagt), der war ein nachgerade idealer Ohrwaschlbrockkandidat, so scharlachrote Ohrwaschln wie der hatte, und im Alter dann wachsen sie ja auf noch größer heran, als einziges (die Nase ausgenommen).

Ende Jänner 1985 haben wir eine Angelobung gespielt, da war es derart kalt, dass nur die Trommler und die Trompeter spielen mussten, ihre ventillosen Signale, denn mehr hätte den Instrumenten Schaden zugefügt, im Freien, bei derana Ködn. Keiner hat gekickst, obwohl ihre Lippen am Mundstück gepickt haben, wird erzählt. Wir anderen sind dabei gestanden, in Formation, und wir haben gefroren, frage nicht.

Ohrwaschlrübeln ist unter Herangewachsenen auch sehr beliebt, das geht immer und bedarf keiner speziellen thermischen Umstände.

Im Winter ist es im Büro meist wärmer.

länger

Kurz-Chef Peter Thiel will ewig leben
derstandard.at

Damit er merke, was er sich damit einhandelte, verurteile man ihn dazu, dass sich sein – reichlich unbedachter – Wunsch erfülle, gna-den-los. Eh nur für kurz. Der Schrecken soll ihm eine Leere sein. Ob’s ihn läuterte?

Alles auf ewig für Kurz. Unschuldiges Kind, darauf zu plädieren, wird’s das spielen?

trainereffektiv

»Das Thema, nach vorne konkret zu werden, verfolgt uns schon die gesamte Saison«
Einschätzung (zur Lage), Christian Ilzer (Sturm Graz)

Es gilt, immer nach hinten unverbindlich zu bleiben. Dem wollen wir hinterher sein, hänschenkleinfrohgemut.