eiertechnisch war er deklarierter vorwärtseinparker, warmduscher – wenn er sich auch zuletzt immer kalt abschreckte, für die straffheit des gewebes. (womit das geheimnis gelüftet wäre.)
dieser tag nun aber war definitiv weicheierhartkochtag, badhairdayequivalent. als gast nahm er teil an der versuchsreihe, wie lange es dauern würde, bis auch das härteste ei weichgekocht wäre. würde man es erwarten?
man würde es zu erwarten haben.
die schlussendlich servierten hatten diesen prozess fast fertig durchlaufen: beinah schon wieder weich.
mütterlog
Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)
mit alles?
mit scharf? – (nicken des gastes)
beliebter kebabdialog
natürlich können die alle perfekt deutsch, inklusive des dativs sind sie jedenfalls aller fälle mächtig. aber sie wissen, was der sich eingeborner wähnende standlgast erwartet und erfüllen diese erwartung, bereitwillig und mit einem stillen lächeln nach innen: perfekter service.
der kebabstandler, der mich dativisch frägt, wird von mir sofort verlassen, wort- und grußlos und völlig zurecht.
eben. die wissen das.
still
ob es staugenerierende autofahrer gibt? ich meine nicht die, die immer genau um 5 km/h langsamer fahren als man selber wollte. ich meine menschen, die durch ihre schiere anwesenheit in einem verkehrseinzugsgebiet (autobahnkreuz, alle richtungen), wie ein irritationssender staus aus sich selbst regelrecht hervorbringen. so wie der typ (bei douglas adams glaubich), in dessen umgebung es immer geregnet hat, und er wusste selber nicht (konnte auch nichts dafür, war zudem ein freundlicher, angenehmer, ja, beliebter zeitgenosse), dass das kein wunder war, war er doch der regengott höchstpersönlich, und er wusste es nicht, und ein wunder ist das schon.
so jemanden muss man in die wüste schicken.
wohin schicke man also staugeneratoren? am besten in die fußgängerzone, heim zu mir.
Beides probiert – kein Vergleich
Keine weiteren Fragen
Petrocelli
Aber so ein Blödsinn. Wenn man beides probiert, ist das doch ein Vergleich. Oder versteh’ ich da was falsch?
Nehmen wir zum Beispiel folgende (rein fiktive) Situation: Es ergeht ein Angebot an zwei ident organisierte Gebietskörperschaften zur Ausbildung junger Menschen und zur Verwaltung der Nachmittagsfreizeit der in ihnen tätigen Staatsbeamten.
Das alte Haus: Danke vielmals, interessiert uns, wir melden uns bald. Man meldet sich bald, klärt rasch die Rahmenbedingungen, zeigt sich auch in der inneren Organisation flexibel, nennt vier Termine, diese passen, wunderbar.
Das neue Haus: Ja, das wäre ansich schon interessant. Aber wann sollen wir denn und bitte noch einmal den Direkter anrufen, wie Sie sich das vorstellen, asso, es kostet was und wann sollen wir denn, asso, der Termin geht nimmer, weil Sie schon woanders (also bitte!) … Gähn.
Beides probiert, ein Vergleich.
(Aber nett, ehrlich nett und freundlich, sind sie da wie dort. Danke.)
Zweckseuphemismus
Noch immer Zimmertetris. Es ist ein großes Mosaik, und in lichten Momenten und unscharfen Blicks kannst du es fertig erahnen. Aber keine trügerische Hoffnung, es verschwindet gleich wieder im Nebel des sich manifestierenden Chaos. Und gut auch, dass es rauskann, angestaut bis ins Kreuz, das es war.
Das Bodenniveau indes, es dürfte erreicht sein. Demnächst.
Sonnenkiste, tetraedrig
Damals, vor der Drehunddrinkzeit (warum nicht Trehundtrink? oder Drehundtrink? und was wäre das, ein Drehund?), als wir Kinder noch Sunkist auf unsere Volksschulhalbtagswandertage zum Rieglwirt oder zum Wirtinderluft mitbekamen, in Stoffrucksäcken, da haben diese Tetraeder recht ungut ins Kreuz gestochen. Was war das also für eine Erleichterung, als es endlich dieses praktische Plastikgetränk gegeben hat, länglich wie eine zu schmale Banane, aber nicht zergatscht, und ausgetrunken hast du es auch aufeinmal, so, wie du später die Knabbernossi (wieviele jahre Dunkelhaft hat der Creator dieses Wortungetüms verdienterweise erhalten?) in drei Bissen verschlungen hast, alswie eine Schlange, wenn sie auch mehr wie ein gedörrter Regenwurm dahergekommen ist und sicher nicht viel anders geschmeckt hat, gepökelter Hundekeks in Alu und nicht aufzumderreißen, ein einziger Betrug, und aus welchem Grund hat man das Sunkist (merke: sprich: Sunkist; in Deutschland sagen sie auch Kohlgate, das klingt fast schon japanisch) in diese Dreiseitpyramidale Form gebracht?, zum Tetrisspielen wäre das alles andere als geeignet gewesen, sagt das Kinderkreuz und da haben wirs wieder.
trop d’entropie?
negative entropie am beispiel des einziehens. wobei: eigentlich ist es ein ungeheuerliches zerreißen der aufwändig in all die die tetriskisten hineingestellten zwischenordnung (die das leben ist), zergliederung an die wände und in die schränke nach mehr ästhetischen denn praktischen gesichtspunkten. wo aber begänne also die schwerkraft der verhältnisse in ihrer trägheit zu wirken? (dies sei besonders im hinblick aufs nächste mal interessant und zu beachten.)
talktransport
innovative mobiler logistik steht auf den plachen mancher öbb railcargo waggons. …ob es nicht zweckmäßig wäre, für die aushecker solcher hybrider sprachungeheuer eine neue, eine innovative mobile linguistik anzubieten, nein: vorzuschreiben?
oja, waggons mit anregenden sprachspielen. im verschub, versteht sich.
verweile doch
alle bahnhöfe werden (seit ehundje) neu gemacht, sind baustellen immerdar (selbst im schönen steyr muss baldschon der ansich weiterhin durchaus berechtigte chrislohnerspruch steyr steyr – achten sie auf das unterschiedliche niveau ausbleiben), und das ist ja auch gut so, so wollen die züge nicht verweilen, weiter, auf achse, das ist ja ihr zweck und beruf. einzig der (gegenwärtig größtbaustellige) westbahnhof bleibt nestbahnhof.
privatarchiv, inwendig
jedesmal der äußerst großgewachsne ältere herr mit dem von hrdlicka gehauenen dichandgesicht (samt -nase), völlig neugierig ist er dem neuen aufgeschlossen und interessiert, ein kundiger gast im konzert, wie man ihn sich nur wünschen kann. merkwürdig, dass man ihn nur bei konzerten mit freiem eintritt finden kann, dabei ist er ganz sicher kein vernissagenjausner, weil es in der alten schmiede keinen ausschank gibt, nicht einmal nägel haben sie zum kauen.
jedenfalls ist es berührend erfreulich ihn zu sehen. und er kann sich ganz genau an jedes konzert erinnern, jedes einzelne, ganz genau.
glashaus, elchig
facebook, digitales biedermeier.
standesgemäß
samstagvormittag zwischen padova und chioggia. unweit der kirche begegnen sich der leichenrollsroyce und der hochzeitsferrari, blinken einander komplizenhaft zu. obacht.
Tetrisiert
Beim Siedeln, wie die professionellen Packer die erste von gefühlten zehn Liefertranchen auf der vielzukleinen Neuwohnungsgrundfläche abstellten, war noch alles sehr überschaubar und es bestand Aussicht aufs Auffinden sämtlicher lebenswichtiger Gegenstände (Herbststetson, Thermalbadehose, Rasierzeug). Mit der zweiten Lieferung aber begannen sich die Würfelschachteln in unerfindlicher Weise aufs rücksichts- und heilloseste unentwirrbarst zu tetrisieren, wobei bei voller Grundfläche die unterste Ebene weggeklikkt wurde, kein Hut kein Stock kein Regenschirm und vorwärts rückwärts seitwärts stopp.
fluchtgeschwindigkeit
nämlich eine rakete, ein raketenflugzeug, das sich, der erde enthoben bereits, auf keinem anderen weg befindet als zu einem anderen planeten oder gar –Â nichts ist gedanken- und herzenunmöglich – zu neuen galaxien, äonen, sie muss irgendwann im orbit, mit einem rucker aber ohne zucker ihre triebwerke zünden, damit sie die gravitätische fluchtgeschwindigkeit erreicht, danach: schwerelosigkeit.
theorie, praxis
der theorien sind gar viele, die zweifellose verschwörung betreffend, wie es kommen musste, dass der sonnenwagen aus seiner bahn geriet, ein jahr ists her.
eine beliebte praxis unter liebenden ist die stimulation des analbereichs mit hochprozentigen alkoholeinläufen, das fährt ins blut und macht diese begehrte und lustempfindliche region besonders sensibel, ein rausch der sinne, dass die sonne aufgeht, mitten in der nacht. wer, derart liebevoll behandelt, sich auf den weg macht, wird noch eine weile mäandern, und das ist nicht das unbeabsichtigste.
theorie und praxis klaffen oft sehr weit auseinander nicht. es hat nicht lange gebrannt, und ein hydrant wäre in der nähe gewesen auch.
unfassbares glück (4)

(auf einer befreundeten celovecer clotür gefunden)
was sei denn heutzutage noch ein glück (ohne die tante jolesch zu bemühen)? und was ein glücksbringer gar? ein merkwürdiges datum etwa? nächstes jahr um die selbe zeit ist zum beispiel der zehnteszehntesnullzehn (wie wir in oberösterreich sagen, was ja früher auch in kärnten – durtnuntn haben sie nazionalfeirtag – mancher verstanden hat), aber ob das glück bringt, und was bedeutet überhaupt glück bringen und für wen wäre was ein glück auch?
ich weiß nicht. naja, ich weiß es schon, vollundganz, zum teil.
unfassbares glück (3)
auto von schranken durchbohrt
zurück
großes glück hat ein autofahrer freitagnacht in tulln (niederösterreich) gehabt. er fuhr mit seinem vw golf gegen einen großen stein und einen offen stehenden schranken am straßenrand.
orfon, 20.7.2008 (originaltranskript)
… was ärgere ich mich auch immer über diese fiesen unbeschrankten bahnübergänge, die man völlig glücklos nur passieren kann.
unfassbares glück (2)
riesenglück hatte gestern früh auf dem tiroler brennersee eine alkoholisierte tänzerin eines nahen table-dance-lokals. die 25-jährige war auf dem eis des gefrorenen sees spazieren gegangen und dabei eingebrochen.
orfon, 25.2.2008
… bei den aktuellen hochsommerlichen temperaturen hätte die sicherlich nimmer alkoholisierte tänzerin ihr riesenglück nicht im mindesten antreten können. aber es kommt eh der winter, genau.
unfassbares glück (1)
riesiges glück hatte ein 15-jähriges mädchen in salzburg: es wurde durch eine feuerwerksrakete am kopf verletzt.
der standard, 2.1.2008
… und sind ja schon ein paar wochen vergangen seither, das mädchen fast schon siebzehnjahrblondes haar, wollnwirhoffen.
hörlos | angebot an die ornithologie
was immer man tut,
eine pause tut gut:
pocket koffieh.
beliebter ohrwurm, werbefunkundfernsehen
flink herbei, ihr ohrfinken!
… ohja, hiermit steht der jonkfink der ornithologie als zu vergebender name willigst zur verfügung. – so greift doch schon zu!
onomastisch plastisch
a – halblaub ?
b – hartlaub ?
c – halblaut ?
d – hartlaut ?
ob er gar ein alter rocker ist, dieser aufmerksame und so freundliche umzugsauktionsagent (wärmste empfehlung!)
… zu seinem persönlichen glück haben seine eltern ihn nicht harald genannt, immerhin.
auto. teile. werk.
zeigefinger, explosionszeichnung
harald gsaller
ein autoteilewerk war explodiert. nunja, es hatte jedenfalls eine explosion dort gegeben, tragisch, schwerverletzte, zum glück keine toten.
wozu aber eine autoteilefabrik noch in ihre bestandteile zu zerfetzen sei, diese frage konnte nicht geklärt werden. man würde eine explosionszeichnung anfertigen müssen, vielleicht sogar von den fertigen teilen (den zusammengesetzten).
und autoteilewerk, dieses schöne wort, war ja auch ein compositum, noch dazu ein dreieiniges.
hallo, ich bin der lohengrin, wie heißtn du?
plötzlich, wie durch zwei gigantische materialisationsprojektoren versetzt, fanden sie sich unmittelbar vor dem dome, als wäre es das selbstverständlichste, und so war es ja auch, und sie war nicht elsa und sein name blieb ihr nicht verborgen, das war ein großes glück ohja. und eine riesenhafte musik erklang ihnen aus dem herzen mitten durchs fleisch, ein strahlen.
höhenrausch
an bord dürfen ausschließlich alkoholische getränke konsumiert werden las er im speiseundgetränkefaltblatt sky bistro der ansonsten recht spartanischen germanischen flügellinie, german wingsdings, und orderte sogleich etliche destinationsaadäquate kölsch, was keinesfalls zur folge hatte, haben konnte, dass er, völlig umwölkt, einen überwolkigen fetzen sich zusammensoff, es bedeutete eher, sich vorm engen häusl anzustellen, mit bei zunehmendem druck zunehmend gepresstem gesicht, alle standen sie an, denn alle hatten, pflichtbewusst wie nur die deutschen (oder sich befehlen unterordnend wie nur die österreicher), ausschließlich alkoholische getränke, mithin kölsch, konsumiert, das drückte auf die blase, bei einem simulierten luftdruck von 2.000 m seehöhe und im unwahrscheinlichen fall eines plötzlichen druckverlusts in der kabine fallen automatisch sauerstoffmasken aus den fächern über ihnen, auch am klo, war er aah erleichtert zu hören.
auf seinen platz zurückkehrend las er (endlich) den kleingedruckten text fertig, da stand: die sie auch im bordverkauf erworben haben, na denn prost, sagte er sich, nein, lallte er und miteinemmal war ihm, als müsse man ihm die gar nicht angelegte gelbe sauerstoffmaske von mund und nase reißen, jedoch, in wirklichkeit wartete er immer noch aufs losrollen, das kommando zum bittedastischchenvorihnenhochklappen, losrollen, jawohl, und ein bisschen weiter pennen, die andern auch.
orb, nicht orbi
dieses so gründlich meaculpameaculpa einstudierte schlechte gewissen, einziger heilsgrund qua – unverdienter – absolution, das den katholiken (die katholikin) so höllisch zu entstellen in der lage war.
(und die protestanten? – waren noch schlimmer dran, beichtlose schemen.)
ob es (2)
ob’s wurmlöcher gäbe zur mittelalterlichen musik?
ohja.
durchs feuchte erdreich gilt’s sich zu graben.
o und wie das wärmt.
ob es (1)
ob’s zur unstrut auch eine strut gibt? oder eher eine euchstrut?
was also trut uns?
jedenfalls erstaunlich struter wein.
Über allen Gipfeln
Die tibetische Tefebene, so würde fortan die höchst gelegene Landschaft der Erde (gaia) zu nennen sein, dachte er bei sich, aus Holstein herunterkommend. Nie mehr je (niemals) würde er dieses Hochland verlassen wollen und wozu denn auch
steinecke (2) – rundweg verhört
naumburg (saale) hauptbahnhof, steinecke*snack.
als eine überaus adipöse junge dame anlässlich des erwerbs einer anzahl von zuckerschnecken gefragt wird: zum mitnehmen?, verhöre ich mich willkürlich. jedoch, verhört verhört!, zum abnehmen hat sie ihre kalorische droge ja eher nicht geordert.
umgekehrt, wenn sie statt der üblichen ration von sagen wir: fünf nur noch drei bestölle, das wäre ja dann zum abnehmen, nehme ich an.
(womit auch das wochenend des curiosen conjunctifs in sein wochenend, das die woche ist, entlassen wird.)
steinecke (1) – garantiert!
naumburg (saale) hauptbahnhof. steinecke*snack gewährt mit eigenem weizensauerteig aroma-garantie.
schmöcke es schal an der saal‘, wohin sollt‘ ich mich wenden? – eben, darum: bitte schriftlich!, zuständiges kreisgericht etc.
so ein glück aber auch: völlig unschal, pures, garantiekonformes aroma. (die gehen kein risiko ein, sind ja nicht blööd.)
echanges
änderungen aller art
kürzen
stopfen
geschäftslokalaufschrift, wien
jawohl, undzwar auf ein drittel (nicht stopfen: kürzen); nachwachsen lassen.
Rechtzeitig
Tagundnachgleiche, Folgemorgen: Uhu!
Wo das noch hinführen mochte, bis zur Wintersonnwend. Und dann wieder aufwärts? – Nein, lieber nicht. Routinen galt es zu entschleifen. Weiter mit dem Schwung jetzt, bis der Tag wieder wachsen würde, dann geradeaus.
Gradheraus.
Multitasking
Moangschiß
putzt s’Gbiß
Alte Bauernregel
Anm (1): Das für die Silbe ge- stehende g bildet in flüssig-oberösterreichischer Aussprache eine Lauteinheit mit dem anschließenden -biß.
Anm (2): Aus Rücksichtnahme auf das behauptete Alter dieses zugegeben deftigen Wahrspruchs wurde die historische ß-Schreibung beibehalten. Wie ja auch der lippenschürzend weichmachende Kuß dem zungenspitz strafflippigen Kuss um Häuser überlegen ist. (Da mögen die frisch geputzten Zähne noch so blitzen, mit dem doppelessigen reicht es gerade für ein luftiges, an den Ohrlapperln vorbeizielendes Bussibussiküsschen.)
Nun aber in den Tag!
stüberei
eben war er zum allererstenmal gesichtsbücherlich angestupst worden und hatte, dieser stupstatsache innewerdend, selbstredend ungesäumt zurückgestupst. ob sich eine keilerei laurel&hardyschen ausmaßes entwickeln würde, konnte zu diesem zeitpunkt noch nicht mit letzter sicherheit gesagt werden. das stupsschneebrett aber war nun einmal losgetreten, m-hm!, nickte er in der art vor allem stan laurels.
gradlinig strichliert
ich bin inkonsequent
aber nicht immer
(quelle unbekannt)
sich zurecht rückende wichtigkeiten: in zweifelhaften fragen entscheide man sich für das richtige.
lebensverkoster
einen lebensentwurf nach dem anderen ausprobieren, wie beim billigtürkeiurlaub am allinclusivbuffet, zweimal von allem kosten, gustieren, vergleichen, um die endgültige entscheidung treffen zu können, was man nun essen wollen würde, wenn noch hunger oder guster, vor allem aber zeit vorhanden wäre.
dieweilen aber die karawane, sie zog weiter. aufzuwachen galt es, hatte sie wohltuend wortlos und verstörend ernüchternd recht.
aber jetzt.
winterfest
es war kein drachenblutbad, und doch – und umsomehr – galt: nicht abwaschen, einwaschen, genau, nach innen, bestens imprägniert, geschützt, nein: geborgen, auf lange zeit; dabei, begeistert nach luft ringend, völlig atmungsaktiv.
Leben, unverhohlen
Das mit den Nahtoderlebnissen, zumal gehäuft, es gab ihm, ganz tief drinnen, zu denken, und vor was bitte sollte man denn überhaupt Sorge, Angst gar, haben, wie man richtig leben solle oder was denn die Leute dächten, denken könnten, wenn man sich nicht verhalte wie es sich gehöre, möglicherweise und natürlich völlig natürlich.
Nur sterben konnte schöner sein. Weiter üben, stets das Allerbestmöglichste (sic!) anzunehmen.
dedeerrischlogisch
Die ostdeutsche (ddrische) Zucchinimüdigkeit: Vollkommene Übererfüllung des Plansolls bei gleichzeitig absurd geschmackloser mehliger Frucht.
Bei uns kann sowas gaanz sicher nicht passieren. Genau, passiertes Gemüse.
fleckendeckend

vom schloss aus (in das man ihm ungleich jenem landvermesser nachgerade antizipierend-affirmativ einlass gewährt hatte), konnte man weitum sehen, sogar bis ganz in den endgültigen süden, ahnte er, gewiss. und die kühe am fuß der ragenden mauer, sie sahen aus alswie bernhardiner (zwergbernhardiner, naturgemäß). im hof der ginkgo, ein riesenbonsai.
willkommen im erdmittelalter!
generation k
kevin crew, ready for take-off
(zunehmend plausiblerer passagierverhörer in der zivilluftfahrt.)
bondagente
diese party musste ja schiefgehen – glückskekse aus nordkorea, nichts als beleidigungen.
the simpsons
fliegende bordunterhaltung, nichts als gemeinheiten, nicht einmal über den wolken ist man davon enthoben: zuerst lauwarme dümmliche verstecktekameraspäßchen ohne jede poesie. dann mr. bean, die einsame borniertheit schlechthin, wie sie in jedem von uns steckt. am liebsten sah er noch die stummen disney-klassiker (mit höchst originellen soundtrack, wie er wusste; das unterschied sie von mr. bean), diesmal mit boshaften squirrels und einem noch boshafteren donald duck. – warum nur, wenn er, was häufig passiert, abstürzt, nutzt der erpel donald duck nie nie nie sein flügel, während die squirrels stets unfallfrei auf ihren pfoten landen?
(antwort: sie sind in seinem auf ihren allenfalls nötigen gebrauch nicht ausgerichteten matrosenanzug gebunden, ja, ruhiggestellt.)
wer es fassen kann, der fasse es und tue desgleichen.
guessed
er sei, habe er eben seiner gemahlin beim mahle vorgeschwärmt, beim gast (der kam hinzu, saß nicht am tisch, wurde auch nicht dazu gebeten) daheim bei ihm aufs köstlichste und kreativste bewirtet worden, in beiderlei gestalten, speis und trank, und eine tiefe freudige dankbarkeit lag in stimme und blick.
immerhin, dachte sich der verabschiedete gast, einmal habe man ja auch ihm in den letzten tagen kaffee angeboten; wobei, er hatte darum gebeten. und ihn aber auch bekommen.
ob gastfreundschaft (spontane, unkomplizierte) in bestimmten gut situierten häusern mit weißkreuzroten luxussorgen eine nicht sonderlich verbreitete kategorie sei, wagte er sich nicht weiter zu fragen. er entschied sich, das keineswegs persönlich zu nehmen und verabschiedete sich herzlich. man würde wieder zu bewirten wissen.
hierher aber: keine frage, nie wieder!
Schostakowitschproblem
(Zum Präludium & Fuge d-moll, op. 87/24)
Fugen, zumal bei Schostakowitsch, kommen oft, was das Soggetto (Dux – Comes) betrifft, wie Beispiele (willkürliche Beispiele, zur Verdeutlichung, wie es gehen könnte) daher, Serviervorschläge, aber es könnte auch ganz anders gehen.
Mir gefällt diese Einfalls-Un-eitelkeit, wenn es auch etwas schulmeisterlich, ja, pädagogisch klingen mag.
Am Ende ist man möglicherweise überhört, sodass man nichts mehr hören mag. Wie wenn du bei einem Buffet zuerst von allem kostest, um herauszufinden, was du letztlich essen willst; dann aber hast du längstschon keinen Hunger mehr.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
(Gespielt hat, im Sommer in Viktring, eine Marlene Ullreich. – Merken!)
automat, antik (2)
ihr spiel wirkte perfekt. dem zum trotz (oder deshalb) wurde ihm merkwürdig unangenehm kühl, ein antiker musikautomat, jawohl, hantierte da, völlig ungerührt, und irgendwo musste da doch der schlüssel zu ihrem aufzugsmechanismus sein, oder der schlitz zum münzeinwurf. funktionierte sie gar mit obolus? (den mund hielt sie wohlweislich geschlossen: ein indiz.)
es gilt die unschuldsvermutung.
Automat, antik (1)
Die hübsche junge Inderin stand mit ihrem Instrument aufs innigste verwachsen am Podium und hatte, Geigerin, ihre Körperachsen derart gedreht, derart die Arme ums Instrument, als wäre sie einer ägyptischen Grabkammermalerei entstiegen, eine äthiopische Prinzessin wohl, ganz sicher.
exaktest
es waren keine ahnungen (er hatte alles andere als eine ahnung), die ihn überkamen; trotzdem (oder deshalb) setzte er sich hin und verfasste, in einem schwall, nichts anderes als ein getreues protokoll der zukunft.
alles traf zu, traf ein, konnte garnicht anders.
(schweizgedanken.)
in speziellen fällen erlaubt
handy am steuer. das cabrio (oldtimer oder lifestileteil), die taugliche ausnahmegenehmigung.
semimental journey
die gästesenioren z’weggis, goldenagers allesamt. weggis, wo alles leise im sklerotischen puls der älteren, vorleister, klopft. wie sie – tadellos in form und kleidung an sich haltend – doch einige mühe haben beim plangemäßen und nicht allzusehr von höhen und tiefen zerfurchten zeitverbrauchen, maßvollst allesamt zsamme.
das panorama von weggis, es besteht ausschließlich aus rückblicken.
(hierher hätte man die zeitmaschine, die sie ohne zweifel in den untergrund von genf montiert haben, stellen müssen. das wären ganz andere erfolgsaussichten.)
sichererheit, jawohl
(lassen sie uns sicheren boden betreten)
<— haupteingang  |  anlieferung —>
altersheim, horgen oberdorf, mit zürichseeblick; man könnte auch sagen: zurückseeblick, starverhangen wohl.
(nachfrage: ¿abtransport?)
es gilt die unschuldsvermutung. und die täter sind sicher verwahrt, daunddort, vor allem in krems, weil was könnten die noch alles anstellen. (achso, ists nur noch einer? umso besser!)
unkombinierbar
ausdrücklich verwahre ich mich gegen allfällige voreilige schlüsse, die aus der aufeinanderfolge der beiträge der letzten beiden tage gezogen werden könnten. die gänge sind so weit nicht, dass für alles platz wäre.
es gilt, wie stets, die unschuldsvermutung.
magent
die trotz der kleidung – in die niki, sie stets sparsam, gesteckt hat – sehr freundlichen biparosanen stewardessen mit ihren einfärbigen hundertwassermützen. (oder sagt man zum stechrosa beim bipa flünikirot?)
mord, imperfekt
das zumindest bis zu hercule poirots zeiten nahezu beherrschbare ehrbare handwerk des perfekten mords (die tat selbst, damit das klar ist, war und ist stets zu verabscheuen; ein gewisser respekt, ja anerkennung, die qualität der umsetzung und ihrer verschleierung betreffend, schwingt aber bei jedem guten kriminalfall mit, sodass der letztendlich überführende kommissar dem täter ein sportsmännisches schulterklopfen oft nicht vorenthalten kann, dazu ein zug an der rauchfreien zigarre), dieses mordshandwerk war dank weiterentwickelter forensischer techniken kein wirklich geeignetes feld mehr für begabte bastler unter eifer- und habsüchtigen personen einer privilegierten gesellschaftsschicht. der sich letzlich in einem kasten erhängende mutmaßliche mörder scheiterte an der identifikation der sorgsam mehrteilig behandelten beseitigten (ohne finger keine fingerabdrücke, zahnlose haben keinen gebissabdruck, …): er vergaß, dass man brustimplantate mit seriennummern versah, für allfällige reklamationen (was glauben sie, was da alles geklagt wird!).
es taucht die frage auf, ob die nummerierung links oder rechts beginnt (vom betrachter aus gesehen oder von der trägerin?). und jene tiefer moralische, wer denn nun den armen mörder auf dem gewissen hat.
es gilt die unschuldsvermutung.
orfon – wau!
fekter: 40 postler ab dienstag polizisten
orfon, 28.8.2009 (freitag)
(vermutlich hundeführer – seit gestern; und auf freiwilliger basis – wie das halt so ist mit der freiwilligevorfreiwilligkeit bei korpsgeisternden subgesellschaften)
herbstmütter 2009
liebe mba,

das formelle diesmal zuerst.
service
– tagesaktuell, die vorschau. ich darf besonders auf den 24. oktober im museum arbeitswelt steyr hinweisen. das wird was ganz besonderes: miki skuta spielt die goldbergvariationen, es folgt ein feines abendessen, und danach spielen wir gemeinsam initial epilogues (auf unserer im august erschienen gemeinsamen cd sind es exakt 10 davon). für außersteyrische: die höchstreizvolle altstadt allein ist einen besuch wert! und, hand aufs herz, wann hat man denn bitte die gelegenheit, bwv 988 von einem lebenden pianisten zu hören? weiters: anschließend meet & greet: bertl mütter schenkt köstlichkeiten und raritäten aus seinem weinkeller aus & ein. (schenkt ist in diesem falle wörtlich zu verstehen; jedoch freuen wir uns, wenn sie von der möglichkeit gebrauch machen, unsere tonträger zu erwerben; weder wein- noch kaufzwang.)
jetzt brauchen sie nur noch hinzukommen. oder die in steyr besonders beliebte schulbeamtenausrede: (masc.) waaßdeh, üwan stoodsfeiadog… (uaaah!), damit sie sich danach – (fem.) asso, am letzten samstag war das, und ich wollt aber so gern kommen – selber ganz besonders leidtun können. … wir spielen jedenfalls für die, die staunen und gutes genießen wollen (also die werten anwesenden!).
– vorbei ist vorbei, weg is weg.
in weggis etwa, wo alles leise und schön gedämpft im sklerotischen puls der gästesenioren klopft, goldenagers allesamt und vorleister, die – tadellos in form und kleidung an sich haltend – doch einige mühe haben beim plangemäßen und nicht allzusehr von höhen und tiefen zerfurchten zeitverbrauchen, maßvollst allesamt zsamme, in weggis, das panorama, das berühmte panorama von weggis, es besteht ausschließlich aus rückblicken.
aber im herbst, das panorama (ein nebelleben, stargedämpft): weg ist es.
weil: vorbei ist vorbei. ist vorbei.
– mütterlog (täglich, zumindest)
– tonträger, unbezahlbar letztlich, jedes quantum hier zu bestellen. verwiesen sei speziell auf die 10 initial epilogues des duos miki skuta |Â bertl mütter.
– (hätten wir das.)
ansonsten: es tut sich was.
ich tauge weder dazu, tollkühn blindwütend voranzuschreiten noch zum letztmohikanern, bin letztlich nichts anderes als ein gewöhnlich gemütlich opportunistischer mitläufer, wenn auch im schwanzl am schluss.
jenen, die es nie für möglich gehalten hätten, folgendes von mir und über mich zu erfahren – letztes jahr noch wäre ich nebst u.a. kurt palm, der mich vermittelt hatte, anteiliger held einer exklusiven news-story über die letzten ihrer art gewesen (sie wurde dann, wohl auf betreiben einer erzitternden branche, fix und fertig aus dem heft gekippt) –, teile ich es hiermit mit: man hat mich breitbandgeschlagen, bei dem tarif, das müssen sie bitteschön bitteschon verstehen, und außerdem gibts ja jetzt das schweizermesser der digitalen zeit noch dazu, mit dem kannst du alles und noch viel mehr: navigieren, metronomklacken, die posaune stimmen, den zugfahrplan (auch der posaune) herausfinden, die börsenkurse am wifi abfragen, labyrinthe gegen die einbahn durchfahren, dabei scheitern, besser scheitern, wieder anfangen, das wetter vorher- und hinterhersagen, die nachrichten sich ausrichten lassen, bilder machen und anschauen und löschen, sich selber sachen ansagen, aufschreiben, auf die uhr schaun, sich wecken und einschläfern lassen, kontakte pflegen (freunde, nicht aber feinde werden), in die duröhre schauen und viel musik und sprache anhören, auch in der tasche ist es zurechnungsfähig, und schließlich kann man auch nachrichten verschicken und empfangen, und sprechen kannst du damit auch, ganz weit weg. und all das unterwegs, ausgenommen im wienerwald! wie ich zu den vielfältigen unentbehrlichen analogen anwendungen (rasieren, zähneputzen, pizzabacken und klopapier) komme, werde ich mir von guten freunden (für solche geräte habe man stets gute freunde, die über alles bescheid wissen) zeigen lassen.
ich spreche ein großes wort gelassen aus: ich bin mobil. d.h. erreichbar, nicht aber verfügbar.
neues tut sich auf. einen gewissen schwerpunkt wird dabei und dafür meine studienstadt graz darstellen. ich habe dort im juni vor bereits – horribile dictu! – 19 jahren mein letztes studium abgeschlossen. mehr, wenn konkretes zu berichten ist.
zum schluss die gute nachricht zum schluss. sie wurde mir hinterbracht von ibefvbm (ein etwas kryptisches pseudonym) und ereignete sich am 31. juli 2009 um exakt 15.32 uhr im zug von bruckandermur nach graz (ob und wieweit die geschichte mit dem zur selben zeit im kopfhörer des geschichtenhinterbringers ablaufenden gedscho meiner cd grenzkà¦mpfe korreliert, kann nicht mit letzter sicherheit angegeben werden; indizien indes gibt es.)
ich zitiere ibefvbm: über lautsprecher meldet sich der lokführer namentlich und botschaftet: er sei bisher mit gütern und personen einskommachtmillionen kilometer unfallfrei gefahren. (…) er erklärt den aktuellen zug fünf minuten verspätet, entschuldigt sich und fügt hinzu, dass er uns nicht bis zum ende des bahnsteiges führen werde, er werde vielmehr bei seinem an der strecke liegenden haus einfach stehen bleiben und aussteigen, (…) in die pension.
und nachsetzend, ibefvbm: er blieb sogar während seines aussteigens auf der strecke, das ist ein öbebela!
nun, das ist doch eine schöne geschichte.
auch ihnen wünsche ich aufwändige träume, wie ein monumentalfilm, sagen wir mit elizabeth taylor und richard burton, und eine schönen goldenen herbst allerseits, beim einsteigen (oja!), beim aussteigen (auchgut),
herzlichst, ihr

bertl mütter –Â weggis-wuppertal-wien, im spätsommer 2009
jetzt aber ins tote gebirg.
und der nächste mütterbrief kommt zirka am 1. dezember um punct 12.00 uhr mittags.
branchen, krisensicher

glashausverglaser. das waren doch solche krisengewinnler, die vom hagel der anderen lebten.
oder rettungsfahrer, totengräber, radiergummiproduzenten, löschpapierhersteller, fleckentferner, fensterputzer, nagelzwicker, krückenbauer, …
die liste ließe sich beliebig lang fortsetzen. gemein hatten all diese berufe, dass sie sich am unglück der anderen labten, von ihm lebten und deshalb wenig interesse haben konnten, die übel, denen sie ihr erkleckliches einkommen verdankten, an ihrer wurzel zu packen und auszumerzen.
verboten, jawohl, verboten gehörten sie, allesamt. oder zumindest verstaatlicht. wenigstens die totengräber. undzwar bis zur realen abschaffung des todes.
(glassärge, damit das klar war, gehörten strengstens untersagt.)
passworthinweisfragen
mädchenname der mutter
bübchenname des vaters
(kindchenname des sohnes)
Später Sommer, Traumzeit
In der Spaghettinacht, zum Morgen hin, als der Speisebreirest die ideale Schwertraumgärungstufe erreicht hatte, hatte er bei (möglicherweise – aber da war er sich nicht mehr ganz sicher, auch in seiner Traumrolle nicht – mit) Chris Lohner in ihrem tadellosen Innenstadtpenthouse geschlafen. Sie musste bald am Morgen raus (vermutlich zur ÖBB, Durchsagen machen) und sie war so liebenswürdig mit ihrer Stimme, jung, sehr jung war sie auch auf einmal wieder (er, zum Glück, nicht), hatte eine tadellos junge Figur, entzückende straffe Brüste, handliche Hüften. Als sie sich verabschiedete, war er sich nicht sicher, ob sie ihren Akt ausagiert hatten (keine Flecken – was nichts bedeuten musste, aber es war ein Indiz), möglicherweise war er in ihr eingeschlafen, das wäre peinlich gewesen, aber Chris ließ ihn keine Unzufriedenheit, Verachtung gar spüren (offenbar hatte er nicht geschnarcht, trotz der Spaghetti – aber die waren im Traum nicht vorgekommen; Spaghetti kommen nie in Träumen vor), sie war fröhlich und herzlich und hatte eine Leichtigkeit, wie er sie so nur noch der jungen Ingrid Wendl zuschrieb, zum Glück aber war er bei Chris gewesen, kein plötzlicher Herzkasperl hatte ihn aus dem Leben gerissen, das der Traum war, und mit einemmal lag er wach, die Blase, der Morgen, keine Flecken und eine heimliche innige Freude auf die nächste Zugfahrt oja Chris ich komme.
Zweckzeit (2)
Späthochsommer, ahnungsvolle Zeit, immer schon, vom Bauch aus wummerte es drüberunddrunter, heutzutage aber konnte man sich, dazu noch, spätnachts bis frühmorgens anpixeln, sich teleprostend mit rosa Sprudel oder anderem Überschäumendem fernbesudeln.
Und die Realzeit (was aber wäre das?), sie würde schon noch früh genug dazukommen.
Später Sommer, Traumzeit.
Zweckzeit (1)
Und der Sommer, dieser spätere Hochsommer vor allem, war doch genaugenommen nichts anderes als der eigentliche Zweck (der eigentliche Geschäftszweck) des Jahres, alles andere, zumindest bis anfang Mai (eigentlich aber bis Anfang Juli), war doch nichts anderes als eine vegetative Phase, funktionaler Stupor, genau.
nachentzeit
schwerter zu pflugscharen
beliebter kampfruf
krähen zu enten
faunische konsequenz
seit er sich mit friedlichzufriedenem entengeschnatter (hatte jemand von gequake gesprochen?) als anrufsignal bei seinem iphonalen mobilen kommunikationsgerät aus dem friedlichen alltag reißen ließ (eben, weil ihn dieser wohlige klang nichtgarsoarg riss), war es ums schlafen an salzkammergutseen geschehen; was in dieser saison ohnehin ein einmaliges gewesen war. wäre.
nun aber, in der stadt, auf dem fahrrad, hielt er an, da er meinte, jemand benötige dringendst ein persönliches ferngespräch mit ihm.
fehlanzeige. und auch keine enten, nirgentwo.
auf einmal, auffliegend zwischen den platanen: saat- (oder sinds nebel-?)krähen.
krähen können schnattern. oder meinetwegen quaken.
soistdas. sie mussten in der schönen wienerstadt ein pazifismusseminar besucht haben. extra für ihn.
gerührt und mit tränen in den augen stellte er sein rad auf den ständer und atmete tief durch.
das würde ein winter werden.
ad unk (2)
da es sich bei unk. rufe um ein laboratorium handelt, stellt die dauer der uraufführung von etwa 30 minuten die untergrenze dar, unterhalb derer jedes wissenschaftliche ergebnis wertlos würde. angedacht und angeregt sei ein größeres sample, mithin ein tieferes eintauchen und genaueres erfahren der umstände, die hier, den themenkreis vertrauen betreffend, abgehandelt zu werden vorgeben. eine gute dauer könnte also eine ab zwei stunden sein, möglicherweise aber bis zu fünf stunden.
ich bin ein forscher, was sonst?!
ad unk (1)
das stück steht unter dem primat des kairos über dem chronos. die zeitangaben sind demgemäß streng subjektiv und situativ und lassen keinen rückschluss auf die mit chronometern gemessenen toten strecken wesenlosen vergehens zu.
abgang, punktgenau, fett
freun wir uns auf die kompetente nachfolgerin. sehnsehr.
(siehe den eintrag von gestern)
wieweit eine – überfällige, nicht überfallsartige – pensionierung anlass gibt, in der letzten sendung dieser erbin nicht alles gute zu wünschen, sei dahingestellt. registriert wurde es jedenfalls, und diese patzige hofübergabe schäbiger art zeugt von beträchtlicher größe (nicht vorhandener).
die neue, das darf als sicher angenommen werden, hat sie.
abgang, punktgenau
im vorgefühl von solchem hohen glück
genieß‘ ich jetzt den höchsten augenblick.
goethe, faust II (vv 11585/6)
die! salzburger! festspiele! live! welch für ein krönender abschluss! grautulieren wir der beliebten radiomoderatorin zur nachsalzburgisch-klassischen treffpunktspensionierung.
und freun wir uns auf die kompetente nachfolgerin. sehnsehr.
v.d.w.
latürnich, der vater der welpen ist eine kindliche verhörblasphemie zum gloria in schuberts deutscher messe. womit wir bei der frage wären, wer bzw. welche einrichtung denn den tatbestand einer blasphemie zu konstatieren autorisiert sei (wie h.c. artmanns kasper bei den confÅ“derierten konnte auch ich dieses wort blasphemie nicht verstehen, seiner sagt es sich zurecht mit blas für mi). und mit welcher strukturellen machtarroganz überhaupt von ungläubigen, agnostikern u. dergl. die rede sein kann. als wäre allein rot eine farbe, alle anderen wären unrot. oder als müsste man alle gesunden nicht die gesunden nennen, sondern sie müssten sich ex negativo die unkranken nennen. und die lebendigen wären untot, das aber wären ja die zombies, und gegen die, so hat man sauregurkenzeitig und strengwissenschaftlich herausgefunden, hülfe nur kompromissloseste gewalt, dagegen aber bin ich, prinzipiell.
da jaulen ja die hunde, die welpen japsen.
unk. rufe fuer fuenf optimisten und einen tà©nor (2)
hinter dem vorhange
jorge luis borges in seiner bibliothek
gert jonke in seinem insektarium
m. cioran, planschend im seinem nichts
und
vladimir vladimirovich nabokovs chronophobiker, den so etwas wie eine panik ergriff, als er zum ersten male einige amateurfilme sah, die ein paar wochen vor seiner geburt aufgenommen worden waren. er erblickte eine praktisch unveränderte welt – dasselbe haus, dieselben leute –, und dann wurde ihm klar, dass es ihn dort nicht gab und dass niemand sein fehlen betrauerte. er sah seine mutter aus einem fenster im ersten stock winken, und diese unvertraute geste verstörte ihn, als wäre sie irgendein geheimnisvolles lebewohl. aber was ihm besonderen schrecken einjagte, war der anblick eines nagelneuen kinderwagens, der dort vor der haustür selbstgefällig und anmaßend stand wie ein sarg; auch er war leer, als hätte sich im umgekehrten lauf der dinge sogar sein skelett aufgelöst.
cameo
schubert und -mann (dieser mit eichendorff), mozart
etliche weitere habe ich sicher vergessen
u never know
unk. rufe fuer fuenf optimisten und einen ténor (1)
ihr müsst euch das stück als eine art laboratorium vorstellen, es werden tierversuche* unternommen.
es treten auf (in order of appearance)
vier fatæ als weberknechte (spinnend, kntetend, knüpfend)
guillaume de machaut soi-mème mais un peu mimicrié
eine gottesanbeterin und ihr partner (lebensbeziehung)
taumelnde welpen (ebenso der vater der welpen), farfalle, wölfe
die drei tauben
katzen (schrödingersch-quantenmechanische, wollknäuelige)
dazu ein albtraumtamino und zwei halbe geharnischte
rehe und rebhendln und betender hände betende
dazu ein separat abgetrennter arm samt etlicher potenziell vergrößerter körperteile
ein versteinerter ritter im zwielicht
und
unken, unken, unken
diese aber unken, dann ist es genug
sie erheben sich in höh’re sphären
landen ohrwurmstichig
tänzelnd, tändeln
*no animals are to be harmed whilst producing or executing diese unk
musica suspecta (2)
da aber, so ebenfalls cioran, zum glauben entschieden mehr schablone gehörte als zum zweifel, so brauchte er nur eine schablonenlose musik zu erfinden.
so schwer konnte das nicht sein, und es wäre nur konsequent.
und da die religionen nur so lange dynamisch sind, so lange sie sich nicht dogmatisch definieren, die menschen also bereit sind, alles zu glauben, wenn es noch nicht ausformuliert und kodifiziert ist, nahm er sich vor, eine solche musik auch zu erfinden. was vordogmatisches; und es würde im davor bleiben können, weil es immer rechtzeitig vor den plastinatoren entwischen würde, sich aufschwingen, in die luft, aus leben.
musica suspecta (1)
es gebe keine skeptische musik, hatte cioran gemeint, und der hatte, bevor er etwas irgendetwas niederschrieb, stets sämtliche eventualitäten möglicher ungenauigkeiten aufs peinlichste abgewogen. da nun er aber bereits mehrere tage in den reinschreibwehen seiner neuen komposition lag und dementsprechend an chromatischer schlaflosigkeit litt, war er sich ciorans nicht mehr so ganz sicher. skepsis sei immer angebracht, und überhaupt, sicher, bitte, was wäre denn das auch?
er würde sein werk, ganz im sinne ciorans, völlig im nichts planschen lassen; und das nichts, wie es sich gehörte, in sich selbst.
er rief eine musikalische unschuldsvermutung aus. mit streng begrenztem geltungsbereich, versteht sich.
farfallando
unwuchtester taumel, höchste stufe eines poetischen zustands, inwendige trunkenheit am schwungrad der gewichter der welt.
aber haargenau.
entzeit
sowas auch. da hatte er sich am telephon seines neuen mobilen kommunikationsgeräts als klingelton das auch beim – stets gegenwärtigen – amerikanischen präsidenten für heiterkeit sorgende zufriedene quaken glücklicher enten eingestellt, ansich ein wohltuend unaufdringlicher klang, kein estetischer nokiajodler im klangkleid der ballade pour adeline, kein verlogenes schielen in die bakelitzeit mit ihrem vollen, hundertprozent echten wandtelephonklingelgeklingel (bei gleichzeitig schamlosem ausnützen heutiger technologien), und wirklich, niemand schien gestört zu sein, wenn ein anruf störte und doch wichtigste neuigkeiten daherbrachte. sehr angenehm, wirklich wahr.
nun hatte man ihn – auch auf seinen wunsch hin – wieder im so angenehmen patinerten hotel schwan untergebracht, seeseitig und mit blick auf den traunstein samt vorgelagertem grünberg, sehr fein. vor dem balkon, behaglichst am ufer des sees zwischen den weißen haustieren herumwatschelnd und im wasser planschend: allerlei enten. zufrieden. quakend.
kein mensch rief an, auch nicht im beginnenden morgengrauen.
es gilt die unschuldsvermutung.
im reich der wilden tiere
die taxifahrer an ihren sommerlichen standplätzen am rand der innenstadt, wie sie ihre wagentüren aufgeklappt haben und so auf kundschaft warten, um sie in ihrem leib zu transportieren, ganz so wie die krokodile auf siesta ihre klappkiefer, pass aber auf, dass du dich nicht einzwickst beim einsteigen.
es gilt die unschuldsvermutung.
mutation, mutmaßliche
Spar Marillen, gelegt
4,99
Herkunftsland: Frankreich
Produktbeschreibung und -auspreisung
Beim betrachten des Anpreisungsschilds konnte er es noch nicht ganz glauben, derart unvermittelt Zeuge eines epochalen evolutionären Sprungs von der Flora zur Fauna geworden zu sein, und nach und nach begann er sich das ohne Zweifel buntgefiederte Tier vorzustellen, welches die Edelaprikosen unter marillenadäquatem Erfolgsgegackere seinen wackeren Bauersleuten ins Nest legen mochte. Auf nach Frankreich!
Es gilt die Unschuldsvermutung.
jobaussichten, zynismusfreie
charity event developer, das wäre doch ein schöner böser beruf, befand der berufsberater vom arbeitsmarktservice, der sein vertreterkariertes sakko wie einstmals ein vizekanzler mit körperlosen ärmeln über die schultern geworfen hatte. ausreizen, wie weit man gehen kann (es geht immer noch weiter) bei den sich im gutseinausstellen übertreffenwollenden sogenannten prominenten. und zur weiterbildung und vertiefung (des niveaus) gäbe es die option sich zu spezialisieren. man suche beständig leute, die noch
blödsinnigere spiele erfinden, mit denen man – zu nicht ablehnbaren benefizzwecken – respektspersonen (die hat es gegeben – politiker, erzbischöfe, dirigenten ernster musik, polizeischarfschützen, überhaupt weltheiler aller art – anm. f. m. jugendl. leser), lächerlich macht, ja, sie geradezu ermuntert (hetzen, das wäre das andere wort), sich gegenseitig darin noch zu übertrumpfen und sich dafür niederzurempeln als gäbs freibier mit gratiswürschtln.
nun gut, an ideen mangelte es ihm keinesfalls, dachte er bei sich. einen würdigen wohltätigkeitszweck zu finden, das war dann schon schwieriger; genau besehen: es gab keinen (auch das war früher einfacher gewesen).
in zwei wochen würde er wieder kommen.
es galt die unschuldsvermutung, weiterhin und fürderhin.
peng, pauschal
natürlich, er würde sich unweigerlich in einen noch chaotischer drehenden wirbel hineinreden, wenn er jetzt auch noch anfangen würde, sich für einen freudschen versprecher (und die kommen nun einmal vor) zu entschuldigen, gar mehrere, und die gedanken sind frei, also auch die gedankenlosigkeit, die ist noch freier, und wäre er polizist, er würde jedenfalls auch freudsche verschießer für sich beanspruchen, ein jeder soll, vergleichbar allinklusivpaketen etwa von mobiltelefonanbietern, pro zeiteinheit (sagen wir ein jahr) eine gewisse anzahl zur pauschal freien verfügung haben, wobei unverbrauchte schüsse leider nicht in die neue verrechnungsperiode übernommen werden können, und wieso soll bitte ausgerechnet ich auf meine mir zustehenden rechte, claims, verzichten, na eben.
es gilt die unschuldsvermutung.
zur sicherheit
dieses sich panzernde, hohlkreuzig steife, wie wir es auch von politikern nach wahlniederlagen kennen: jene polizisten, die den einkaufseinbruchstatort absichern, an dem zwei kollegen dem waffengesetz nach unbewaffnete jugendliche kaufhausdiebe abgeknallt haben, dieses gehen sie weiter, es gibt nichts zu sehen bzw. das ist eine niederlage der partei, ich habe keinen fehler gemacht…
… als nächstes gilt es, das waffengesetz auf schraubenzieher und gartenkrallen auszudehen, bis dahin aber seien wir froh, dass die polizei in österreich derweil noch nicht über die atombombe verfügt, man hätte sie bestimmt schon mehrmals eingesetzt, zur sicherheit.
es gilt die unschuldsvermutung.
hypoventil (2)
umgekehrt, beim lufttanken, wo er ja das ventil an einer bestimmten stelle (ca. 5 uhr) haben wollte, ja musste, damit er das bei der tankstelle ausgeborgte druckluftaggregat ideal zum nachfüllen der luft anpressen konnte, musste er stets den reifen zumindest um 180° weiterdrehen, und hernach fiel ihm immer wieder ein (und er nahm es sich ganz fest vor), dass er vorher einen der bereitgestellten plastikernen einweghandschuhe anziehen hätte sollen, das wäre ja nicht nötig, dass man sich beim luftholen schmutzig macht, und kuzi kuzi auf den händen radelte er auf wunderbar hartgeronnenen reifen heimwärts, zur handwaschung, die er das nächste mal so nicht nötig haben wollte, aber auch darauf würde er vergessen, was ja das wesen eines jeden vorsatzes ist.
hypoventil (1)
wobei natürlich noch anzufügen ist, dass jetzt, wo wir das mit dem hyperwahrscheinlichen ventilmitdemschlosszusammentreffen im bewusstsein haben, uns genau dies bestimmt nicht häufiger passieren wird, nämlich weil wir darauf warten, sodass es wahrscheinlich sogar seltener vorkommen wird, dass es beim einfädeln des bügelschlosses zu einem touchà© kommt, aber das alles ist in einem völlig natürlichen statistischen rahmen, drüber stülpt sich sozusagen die gaußsche glockenhose, und wie immer ist alles das streng objektiv, wie überhaupt alles, was sie hier lesen können, damit das auch wieder einmal gesagt ist, genau.
(aus gegebenem anlass)
889 ist doch auch eine schöne zahl.
bertl mütter (notat, bestimmt zur veröffentlichung am 8. august 2009, graz, im august 1989)
oder, wie verkündet eine wiener abbruchfirma auf ihren besenreinen baubrachen mit blauen transparenten triumphierend: versprochen & gehalten!
ps: 889 aber ist keine primzahl!
(morgen wird wieder ventiliert)
hyperventil
ärgert dich dein auge, so reiß es aus,
ärgert dich deine hand, so hau sie ab,
ärgert dich deine zunge, so schneide sie ab,
und ärgert dich deine vernunft,
so werde katholisch.
heinrich heine (1797-1856)
als er sein fahrrad großstadtgemäß mit seinem unerbrechbaren bügelschloss absichern wollte (eine art metallsandwich: das vorderrad zuunterst, eine laternenstange dazwischenfädeln, schließlich noch die in einem winkel von 45° zur tretkurbel führende rahmenstange einfangen, den absperrbaren teil, der das große bügel-u abdeckt, draufdrücken, worauf sich der schlüssel um 90° dreht und leicht abzuziehen ist, fertig) fiel sein augenmerk wieder einmal auf das reifenventil, das ihn, wenn er es sich genauer überlegte, mit sicherheit öfter beim einfädeln irritierte als es der statistik nach gedurft hätte, nämlich das ventil störte öfter als 1/x-mal, wobei x die anzahl der zwischenspeichenleerräume sei.
als erstes schoss ihm ein monströser betrugsverdacht durch den kopf, dann jedoch, als sich seine erste aufregung gelegt hatte und sein gemüt abgekühlt war, fiel ihm ein, dass bekanntermaßen die bank beim roulette immer gewinnen musste, nämlich weil der gewinn maximal 1/36 ist, die grüne null, diese fiese (entschuldigen sie den teutonismus) siebenunddreißigste zahl aber geflissentlich übersehen wurde und nur gewinn bringen konnte, wenn man sie direkt setzte (vorausgesetzt die elfenbeinimitatkugel fiel in den ihr zugeordneten rotierenden fächer); und, auch daran erinnerte er sich, den unvermeidlichen technischen ungenauigkeiten (in bezug auf die letztlich theoretische wahrscheinlichkeitsrechnung) auf den verschiedenen spieltischen (es gab da ausgefuchste kiebitze, die sich durch genauestes beobachten solche ungenauigkeiten zunutze machen wollten) wurde entgegengearbeitet, indem man täglich die achsen, auf denen sich das roulette drehte, untereinander austauschte (beliebig und nicht nach einem gleichbleibenden schema, damit das klar ist!), sodass man immerhin von einem habituellen zufall sprechen konnte (der natürlich galaxien entfernt ist vom puren, quantenmechanischen, wie wir ihn uns nicht einmal vorzustellen in der lage sind), was ihm jetzt, da er den reifen weiterdrehen musste, sonst würde er das rad nicht großstadtgemäß sichern können, wenig nutzte, es war ohne zweifel so: in der vorderradlotterie beschiss ihn sein ventil aufs dreisteste, und er würde sich maßnahmen überlegen müssen, dich mach ich schon noch katholisch, drohte er ihm mit seinem schlimmen finger und konnte so seinen dampf ablassen, es war ihm wohler jetzt und er konnte das kaffeehaus, wiewohl nicht ganz locker, so doch einigermaßen entspannt betreten, jaja, danke, wie immer.
nachziehend
rettet den lurch! kein versaug, kein zerkehr!
facebookgruppe (anregung)
eine gnadenlos epigonale war seine rolle als sich avantgardistisch gebender afterkünstler, der behauptete, alles zu entstauben und dadurch neues! zu erringen und sich in wirklichkeit im windschatten der entstauber eingenistet hatte, der ja, speziell bei der sog. zweiten wiener schule, nachgerade als vakuum zu bezeichnen war, kein nochsostarker beutelfreier zyklonstaubsauger konnte hier auch nur den kleinsten lurch aufspüren, wirbel waren es, chladnische klangfiguren, die nie aus sich selber, sondern ausschließlich als abhängige illustration, völlig wesenlos und ausschließlich zum vergessen existieren, gut so.
erfinden nämlich kann man nur neues, erspart uns doch diese unwürdige kreißerei. bitte also: mehr mut!
gerade durchkommend
Als Vernissagenjausner brauchst du eine genügend große Stadt oderaber gesteigerte Mobilität, dann kommst du schon durch. Klagenfurt? Ja, wieso denn nicht? Nicht der Mobiltät wegen, die sei hier garzu gefährlich, räumte er ein, entschuldigte sich sodann, denn er hatte keine Zeit mehr, du musst verstehen, Samstag Vormittag, zur Festspielzeit, da muss auf Vorrat gefuttert werden, hoffentlich gibts dort nicht wieder nur Pringles, diesen real existierenden Sozialismus für Kartoffelchips*, ausgerechnet hier, in der unmarxistischsten Secession von Österreich.
*© Franzobel
Orfon – auffallend
Mesner fiel in Kirchengewölbe
orfon, 1.8.2009
Schauet nicht hinauf!
(biblisch überliefert)
Oder stellen Sie sich einmal ins Schiff einer schönen hohen gotischen Kathedrale und versuchen Sie, nicht abzuheben. Am schlimmsten undalso am gefährlichsten aber sind durchbrochene Turmhelme, etwa der von Freiburg im Breisgau, das ist ein regelrechter Inversbrunnen, und man darf nur in den offenen Raum unter der freien Turmspitze, wenn man sich mit Gewichtern zumindest des halben Eigengewichts um die Knöchel und am Gürtel fixiert, außerdem musst du dich mit Karabinern in die bereitgestellten Drahtseile einhängen. Trotzdem fallen immer wieder Menschen hinauf, und weil der Turm offen ist, wird bis heute keine genaue Statistik geführt, kann ja auch gar nicht geführt werden, da die Opfer (Menschenopfer, da haben wirs!) nie gefunden werden, speziell vierzig Tage nach Ostern ist Hochsaison. Zeit wirds, dass – nicht zuletzt aus diesem prekären Grunde – endlich Fangnetze installiert werden!
gewunnen! – gespendert!
endlich war das glück auch zu ihm gelangt, hatte die böswilligen elektronischen schranken und filter ausgetrickst, ha!, an jenem morgen gratulierte ihm, gleich nach dem aufstehen der desk des honda unternehmen london, in zusammenarbeit mit sicherheitsrates der vereinten nationen rat und erleuchtung, daheim in 754 main road, biggin hill, london, vereinigtes königreich, und sogar eine award notification telefonnummer +44703592XXXX hatte man ihm hinterlassen. hier wechselt der text zur originalen typo- und orthographie:
GLÜCKWÜNSCHE!
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, der die Freigabe des lange erwarteten Ergebnisse der HONDA AUTO INTERNATIONAL Förderprogramms am 31. Juli, 2009. Sie wurden als abhängige Kunden mit Seriennummer: K44CBXXXX und Chargennummer: HDC-451-575X-XXXX. Ihre E-Mail-Adresse an die Ticket-Nummer: 0122549877XXXX, dass Lucky zog die Gewinnzahlen (1-5-6-8-X-X-X-X) gewonnen, die somit die Lotterie in der 2. Kategorie, in vier Teilen.
Sie wurden für eine Zahlung in Höhe von £ 850,000.00 (acht hundert und fünfzig Tausend Great British Pound Sterling) in bar gutgeschrieben Aktenzeichen: HDCA/4155247787XXX-X. Dies ist aus einem Geldpreis in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro von allen unserer internationalen Gewinner in allen Kategorien.
Herzlichen Glückwunsch!
Alle Teilnehmer wurden über ein Computer-System Wahlgang aus 50.000 (fünfzigtausend) Namen der E-Mail-Nutzer auf der ganzen Welt, als Teil unserer internationalen Förderung Programm. Aufgrund der gemischten einige Namen und Adressen, bitten wir, dass Sie diese Auszeichnung persönlich, bis Ihre Ansprüche verarbeitet wurde=2 0und Ihr Geld für Sie erlassen. Dies ist ein Teil unserer Maßnahmen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung Behauptung oder ungerechtfertigte Teilnehmer oder Betrüger, unter Ausnutzung der Vorteile der Lage. Sie sind an Ihre Ansprüche Agenten
Hinweis: Wir empfehlen Ihnen, dieses Geheimnis derÖffentlichkeit zu VERHINDERN, Drag-and-DOUBLE Inanspruchnahme von Ihren Preis aus Gründen der Sicherheit.
… der honda beantragenden agent ansprechpartner rev. arnlod greenwood hinterließ seine contact phone number, welche aber hier aus gründen des eigeninteresses nicht einmal mit den die letzten vier stellen unkenntlich machenden XXXX angegeben werden kann. man wollte lediglich ein paar angaben zur person wissen, nichts, das einen argwöhnen ließ, also keine bankzugangsdaten o. dergl.
er jedenfalls würde sich an den hinweis: alle gewinner sie sind nicht eine antwort auf diese mail, die gesamte korrespondenz ist an ihre ansprüche agenten, an der seite mit dem hinweis, chargen-und seriennummern: antwort auf (emailadresse, wird nicht verraten) halten, im weiteren verlauf aber den betrag, dessen umwechslung in euronen er sich umständlich vorstellte (man würde ihn bei der bank sicher über den tisch ziehen und zugleich übers ohr hauen), dem reverend arnlod spenden, auf dass sich das löbliche unternehmen einen sprachkurs oder zumindest ein ordentliches übersetzungsprogramm leisten könne, nicht nur für die deutsche sprache, wie anzunehmen war. dermaßen zufrieden begann er sein tagewerk.
Steyr, Cage
I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones.
John Cage (1912–1992)
Alte Ansichten
Second Hand Shop, Steyr, Oberösterreich (980– )
Völlig verängstigt versuchte er, das Hinweisschild zu übersehen und wendete sich abwärts, gänzlich dem historischen Zentrum zu. Ob er durch die Enge kommen würde, hinauf wieder, dem Tabor zu? Aber just die Enge war durch Kriegstreffer auf alte Ansichten angewiesen gewesen, damals, als man alles neu machte, weil man es neu machen musste. Steyr, du seit ehundje mutig in die neuen Zeiten schreitende, dich immer wieder alt erfindende, gegenwartslose.
In den letzten Jahren hatte man sogar etliche behauptete Traditionen neu erfunden, sowas wollen nämlich die Leute, sind dankbar dafür, brauchen sie nicht selber zu denken anfangen und müssen nicht vor neuen Ideen sich vorm Fernseher verbarrikadierend davonrennen.
pastorale
in nicht allzuferner zukunft wird es keine kriege mehr geben.
aber dann gibt es rollerball.
kinotrailer, ca. 1975
(vorweg: eine partei ist immer zu langsam.)
nach dem erwachen heiterer gefühle bei der ankunft auf dem lande folgte die täglich wiederholte szene am bach, jener morgendliche spanische nacktschneckenwildwechsel, dazu radfahrer, kinderwägen, rollerblades. ein schmatzfest.
laufenten, lauft!
oder aber: venceremos hasta siempre!
zäh und gähnend machte sich furcht breit, und weit nach lambichl war es ja auch nicht, damit das auch einmal gesagt ist (keine warnung, nur eine information, die sicher auch der geschätzte mossad lesen und vor allem zu deuten wissen wird.).
nachtrag: gerüchtehalber gab es vielleicht doch keine verschwörung, nicht.
(hintnnach: eine partei ist manchmal (meistens) zu schnell.)
innenohr-dj-serviervorschlag
ein-mal um die ganze welt
und die taschen voller geld
dass man keine liebe und kein glück
versohohohoimt
vie-le fremde länder sehn
auf dem mond spazieren gehn
davon hab ich schon als kleiner bub
getrohohohoimt
serviervorschlag von gott, aber auch: nachtrag zum vortag
nämlich multitasking am beispiel von ohrwürmern aus der ohrwurmjukebox, diesem quidproquodlibetautomaten mit gleichzeitigem und mehrfachem abheulen von jamesbondmelodie, schnappsdaswarseinletzteswort, siebzehnjahrblondeshaar, thegoodthebandandtheugly, riverkwaimarsch, schönistesaufderweltzusein, forhesajollygoodfellow (version: somelikeithot) und dem tristanvorspiel, sowie hieristeinmensch, unmittelbar geschnitten mit der strophe von daskleinebeisl.
am ende wünschte er sich nur noch, hochseilartist zu sein zwischen den beiden nimmer vorhandenen türmen an der südlichen spitze der halbinsel von manhattan, eben weil er dann wirklich fliegen können müsste, können würde, jawohl, hinauf, weiter, fliegen, hinauf, wohin kein ohrwurm mehr gelangen kann, bis er ganz über den wolken ankommen würde.
scheiße. und das noch dazu in zeitlupe.
luftboden
blitz triff mich!
blitz triff mich!
gert jonke, freier fall
wenn es so blitzt und die donner derart durchs tal grollen, bei so einem wetter steigt nur ein lebensmüder in die dusche, blieb er einen ganzen der dieses jahr so häufigen wetterumsturzvormittage in seinem wennauch zukleinen bett in den bergen und lauschte den berichten vom mond mit kaum vierzigjähriger verzögerung, die funkdauer auf diese entfernung noch nicht miteingerechnet, aber das geht ja blitzschnell im vergleich.
hernach, vorsichtich, wusch er sich. ohne vorherige erkrankung genas er zuinnerst.
orfon – aktuelle Fragen der Hominidenforschung
Starben Neandertaler aus, weil sie zu wenige waren?
orfon, 17.7.2009
Diese Annahme ist indertat messerscharf geschlossen, und am Ende waren überhaupt gar keine mehr da, definitiv zu wenige.
Weitere unter den Fingern brennende Fragen: Waren Neandertaler satt, wenn sie ausreichend gegessen und getrunken hatten? – Schliefen Neandertaler ein, weil sie müde waren? – Blieben Neandertaler bei rot stehen, wenn sie an eine Kreuzung kamen?
Ein weites Feld der Neandertalerforschung tut sich auf. Anwendungen und Ausweitungen auf andere Forschungsgebiete sind nicht ausgeschlossen.
Die interessierte Öffentlichkeit wartet gebannt auf weitere Neuigkeiten. (Vor allem aus der zuletzt gestellten Frage dürften sich noch umwälzende Erkenntnisse ergeben; baldschon wird man die Abzweigung gefunden haben.)
orfon – Radorakel
Der Hund pischt auf drei Beinen
Auf vieren pischt die Kuh
Der Storch der pischt auf einem
In meinem Herzen bischt nur du
volkstümliches Lied (tirolaffine Schtrophe, aus dem Gedächtnis zitiert)
Jedes dritte Rad wird in Wien gestohlen, textet der zu sommerlicher Höchstform auflaufende Klikkmichtexter von orfon, meinem Leitmedium, und abermals laufen die Räder heiß, was er uns damit wohl mitteilen mag.
Ich stelle mir entenwackelichte Autos vor, die allesamt so unbeholfen durch die Stadt (den Ring entlang) rollen, alswie ein starräugig stehend laternenkniebegießender Hund, dazu aus dem Off die Stimme eines ergriffenen Reporters, etwa Wiens führende Autohäuser stehen vor einem Rätsel, höchste Prämien für das Ergreifen der Reifenentwender wurden ausgesetzt.
Jedes wievielte Rad woanders (in Tirol etwa) gestohlen wird, darüber informiert uns der doch sehr zentralistisch regierte ORF leider nicht und lässt uns nicht nur diesbezüglich ratlos zurück.
Weiters die Frage, wo denn überhaupt die anderen Räder gestohlen werden, und auch, wie gezählt wird (bei jedem Auto neu oder durchgehend, sodass manchen Wägen gar zwei Räder rechtswidrig abmontiert werden, also links vorne – rechts hinten!); was das Radstehlen bezüglich Lenkrad und Autoradio bedeuten mag …
Eines aber ist gewiss: Der Spruch: Du bist das dritte Rad am Wagen wird fürderhin ähnlich positiv konnotiert sein wie die unfreundliche Mitteilung, man sei das fünfte ein nichtkompliment darstellt.
Genug nun des Wenigen! Als eingefleischter wiener Bicyclist tangiert mich die Sache sowieso nicht einmal peripher.
orfon – na wie denn?
wie der dackel zu seinen kurzen beinen kam, überschreibt das so beliebte onleinmedium des staatssenders (mit integriertem sendehalsband; es handelt sich nicht um die kronenzeitung, auch wenn diese ansich das dackel- und dackelstreichlerschutzmedium par excellence negative ist) einen kommschon, klikkmich-artikel vor hellblauem hintergrund.
ich, müde vom tagesgewatschel, widerstehe und denke mir nur: no na, auf allen vieren halt, wiedennsonst? weil glauben tu ich denen nichts, haben doch dackel, wie die überschrift schon sagt, kurze beine, ein regelrechtes kleinformat, genau.
Halma
Halma. Ein Sextett etwa müsse sich doch auch so komponieren lassen, dass es erscheint, als würden die Ausführenden Halma spielen. Halma, überaus unterschätztes, der Kindheit allein zugeordnetes Spiel. Halma, was für ein Wort auch. Er würde sich erkundigen.
ferneingriff, vergeblicher
dass doch just an dem tag, der für die zustellung der fernbestellten schopenhauer- und feuerbach-werke vereinbart war, der strom ausfiel, sodass er dem den klingelknopf vergeblich betätigenden schopenhauer- und feuerbachzusteller nicht einmal durch betätigen des ja stromausfallsbedingt ebenso funktionslosen ferntüröffners garnicht öffnen hätte können, eben weil sein klingelknopfdrücken fernwirkungslos undalso unhörbar bleiben musste, konnte letztlich die zustellung dieser gottlosen werke nicht wirklich hintanhalten, alle fernsabotage, um die es sich zweifellos handeln musste, versaggerte jämmerlich, jawoll und gottseidank.
hundling (2)
der tut nix
hundeledergeschirraufschrift
jaja, das hatten wir schon (gestern). ich vermute, dass auf der anderen seite (hunde und ihre geschirre haben stets dero zwo; dazwischen ist der sog. kern – v.a. bei pudeln) stehen müsste: der will nur spielen.
so ein fauler, verspielter hund aber auch!
Hundling (1)
Der tut nix stand auf der hoffenbar selbstironischen Hundeledergeschirraufschrift am angeleinten, extrapolierten, prekären Selbstbewusstsein eher bulliger, brustkorb- und kiefermuskulöser Art. Beim Leser wollte sich dann doch keine unmittelbare Furchtlosigkeit einstellen. Aus sicherer Entfernung aber raunte er, mehr bei sich, mit alles überspielender gespielter Empörung: Fauler Hund!
Dem hatte ers aber gegeben.
talentiert
die junge blutarme pianistin erlebte (und verantwortete) das größtmögliche konzertdesaster: einen achtungserfolg. beim hofknicks und ablächeln dann hatte sie, wider alles erwarten, zwei reihen (vor allem die obere) zähne im mund, lauter weiße und keine schwarzen, was ja naheliegend gewesen wäre; und die zahnspange war in der garderobe geblieben.
(dentalassistentin, das wäre doch auch ein schöner beruf, bei den vorkenntnissen.)
iiiiiiiii [ ]
die gelse vorm spiegel bannte sich gegenseitig.
dämmerungswahrnehmung, erl (abermals)
… ähnlich der durch betonfundamente brutplatzlosen ehemaligen gelsenreitschule zu mörbisch hat man auch in erl ein mittel gegen die unangenehmen weiblichen blutsauger gefunden, zumindest auf der herrentoilette. (über die damentoilette muss hier diskret geschwiegen werden.)
tschii
alles gespannt! ’s gibt kein gesumm:
da rufen wir auch nicht „silentium!“
die lehrbuben, in: richard wagner, die meistersinger von nürnberg (3. akt, 5. szene)
… etliche knallen mit ihren kuzkuzholzblöcken, asthmarasseln und räusperxylophonen aufs solistischste in die stillsten momente und erstellen so die metapartitur letzter hand vor den mund.
so ists, oja, allzuoft.
in erl, welch wonniglich wunder: alles gespannt und stumm.
… dann aber, umgekehrt: die piatti, links hinten oben, sie vermögen zu nießen, edel und fein, wie eine sehr vornehme junge dame von rang.
sängerhilfe
heimlich, und während eben die erler elektra sang, versuchte er sich zu räuspern, um dem erler orest, der eben eine erler fliege verschluckt haben musste (sie hatten sich noch nicht erkannt), irgendwie beizustehen. es half.
(die erle, lokal geläufiges wort für fliege.)