mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Backstage

Ich wollt, ich wär ein Huhn
(vertont von) Peter Kreuder (1936)

Welch Licht leuchtet dort?
Richard Wagner, Götterdämmerung

Peter Kreuder, von dem das zauberhafte Lied Musik! Musik! Musik! stammt wurde 1905 während der Götterdämmerung geboren, in der Garderobe des Stadttheaters von Aachen, Aachen, wo so vieles anfängt. Hab’ ich unlängst als nutzloses und desto wertvolleres Wissen aufgeschnappt, wie man halt heutzutage sein Wissen akkumuliert, beiläufig, kaum klimaschonend (trotz des Akkus in akkumulieren).

Du suchst etwas und findest soviel anderes. Das nennt man heute Immersion.

Weiter also: Peter Kreuders Vater Peter Kreuder war Sänger, ein klassischer Tenorbuffo, und wenn er, wie berichtet wird, in der 1905er Götterdämmerung gesungen haben soll, so kann er nur den Siegfried gegeben haben, allerhand, der aber wird, weil es sich reimt, von Hagen erschlagen. Gestorben ist Peter Kreuder 1930 in Hamburg während einer Rheingold-Aufführung, in der er noch eben den Mime fertig gesungen hatte, in der Garderobe.

Bei den Muppets hat die Garderobe eine dramaturgisch bedeutende Funktion: Backstage, that’s where it really happens!

Peter Kreuder seinerseits ist 1981 in Salzburg gestorben. Ob er als Letztes Mahl eine Melone zu verzehren versuchte, an deren Kernen er sich verkutzt habe, was zu einem Aortariss geführt habe, indes er, auch für seinen weiland Vater sprechend, röchelnd mehr, »Wir brauchen keine Millionen«, was aber eher wie »… Melonen!« geklungen habe, als Letzte Worte hervorgewürgt hat, ist nicht überliefert, erscheint aber zuhöchst plausibel.

Dies zur Problematik patrilinear vererbter Vornamen.

In bestimmten Fällen sind Garderoben zu meiden. Jedoch, deinem Schicksal entkommst du nicht. Und, der Ring lehrt es, Millionen machen nicht glücklich, dich nicht und mich nicht. 

(Wählen wir also die Liebe.)

kernlos, entgeistert

Wir brauchen keine Melonen
erste Verhörzeile, Schlager (1939)

Gallia est omnis divisa in partes tres
GAIVS IVLIVS CÆSAR (vor 44 v. Chr.)

Besuchen Sie Europa
Solange es noch steht

Geier Sturzflug (1983)

Das Problem liegt, immer, im Kern. Pfingsten über sind in Lignano Melonen verboten, im Ortskern, haben sie verlautet, dazu die ausgelobte Strafhöhe als Warnung an die exzessbereite österreichische Jugend, zwanzigtausend!, unsere Besten.

Eine Scheidelinie zieht auf: Kernlose Melonen vs. melonenloser Kern.

Lignano, dieses Lieblingslidohabitat mit seinem schönen Hausmeistergaumenschlag, besteht grob aus drei Teilen: Sabbiadoro (ein onomatopoetischer Begriff aus dem Deutschen), Pineta(laut aussprechen, solange es noch geht) und Riviera, zum, frisch eingenässt, sich den Rausch ausschlafen: An Pfingsten sich entgeistern, glossolalisch. 

Pudel haben immer nur einen Kern, und zwei Herzen schlagen in unseren Brüsten (m/d/w).

Sollte kein Problem sein.

Passt’s ma bittscheen auf!

heißa!

Donnerstag war bisher wärmster Tag des Jahres
meteorologische Meldung

Bitte ich war’s nicht! Ich verfüge über ein wasserdichtes Alibi: Quarantäne!

Man erkundige sich also bitte in Nordkorea. 

In Nordkorea darf nur Kim Jong Un eine Lederjacke tragen, er muss aber nicht. 

Wer alles darf, kann alles.

Kausalzwang

infesziert
populäre Sprachvariante

wir jeder wünschen allen alles gute
Ernst Jandl, in: der gelbe hund

12. Mai. Einen Tag nach Einlangen des positiven Testergebnisses bei Ihrem täglichen Mütterlogionär nun also Covid auch in Nordkorea.

Das kann doch kein Zufall sein. Ob es auch was bedeuten soll? 

Aber sicher. Alles hat mit Allem zu tun. 

(Danke, gut.)

ZYX

Bekanntlich ist 44 v. Chr. Caesar im Senat ermordet worden. Gut zwei Jahre später dann hat es den Brutus derglängt, bei Philippi, 42 war das. 

Was die wenigsten wissen: Bis zur Zeitenwende haben sie auch die Monate verkehrt herum gezählt, vom ABC ganz zu schweigen.

Topp

Seefestspiele mit höchster Kulisse der Geschichte
orfon (Burgenland)

Nun, dann werden wohl diese Seefestspiele, ohne allen Zweifel, die besten der Geschichte werden. Müssen. 

Anders gesagt, nach Heinrich Heine: »This is the greatest elephant in the world except himself.«

Heuer gibt man The King and I, bekannt auch als Anna und der König von Siam. 

Gebannt blicken wir ins 23er-Jahr. Aber Dosko-Män und sein Robin Alfons, diese siamesischen Zwillinge Pannoniens, werden auch das biegen! Also keine Bange!

Stromüll

Erstes elektrisches Müllauto in Betrieb
orfon

Ob sie damit den Elektroschrott entsorgen?

Was kostet so ein Elektromüller?

Mit dem Namen Mütter gesegnet (SSP!) – der Großvater hatte das Elektro Mütter in der Damberggasse 3, und Papa war Betriebselektriker im Werk –, bin ich in Müllerfragen äußerst sensibel: Ich darf das. 

Müllion

Müll am Straßenrand kostet Millionen
orfon

Siehst du dir die Lage genau – mithin unvoreingenommen – an, so leuchtet die so keck aufgestellte Behauptung durchaus ein: Zuerst musst du etwas kaufen, es abnutzen, damit es wertlos und dadurch präsumtiver Müll werde, dann musst du das Zeug (oder sind’s Dinge? – Heidegger fragen!) zum Straßenrand bringen, gerecht verteilen, und da kommen allerdings schon ein paar Kilometer zusammen.

Die weitere Frage aber ist: Wer wollte Millionen aufbringen, ihn zu erwerben, diesen Randmüll?

Unser Leben ist wahrlich nicht billig.

Outgesorßt, mit Konsequenzen 

Forschende bringen Robotern das Essen und Schmecken bei
derstandard.at

Attila der Hunnenkönig
Frißt zuviel und scheißt zu wenig

Lustiger Witzreim, Elterngeneration

Ka Germane
Schifft alane

LWR, EG

Scheißende und brunzende Roboter, das ist’s doch, worauf wir allesamt gewartet haben. Aber schön hinsetzen. Ja, bei Klein und Groß.

Mit Roboterinnen hat man weniger Probleme.

Das Wort Roboter entstammt dem Tschechischen.

Patronanz

Intendanz
beliebtes österreichisches Sommerkulturvokabel

Einbruch im Steinbruch St. Margarethen
orfon

St. Einbruch, bitt’ für uns!?

Sooderso darf beruhigt werden, Dosko-Män, Er wird’s richten: Kein Beinbruch.

zentriert

›Bis ins Letzte durchgestaltet‹, mehr, eine ›letzte, beeindruckende und bis ins Letzte durchgestaltete Aktion eines Künstlers‹ sei das Begräbnis Hermann Nitschs gewesen, lesen wir, und der Mund bleibt uns offen vor einer derartigen Determinationsmacht, über den Tod hinaus direkt in die behauptete Ewigkeit, was für eine exekutive Geisteskraft, bis ins Letzte, jeder Wimpernschlag, jedes Fallen frischgeföhnter Haarsträhnen aparter Ministrantinnen, das, wie wir erfahren, nur chaotisch erscheinende asynchrone Gehen der Katafalktragenden, annähernd so riesig wie weiland Kleopatras Prozessionswagen im beispielgebenden Monumentalfilm (1963), und dort haben sie bereits fast alles fast bis ganz ins Letzte durchgestaltet; bei Ben Hur (1959) haben sie noch eine Uhr übersehen, ein anagrammatisches Versehen.

Lasset uns also fürderhin nichts (Nichts) mehr dem Zufall überlassen. Morgen schon, mit dem Aufstehen, wolln wir anfangen.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Ewiglich.

Windmüll

Künstliche Intelligenz hilft beim Mülltrennen
orfon

Wer in einem Haus mit mehr als einer Partei wohnt, dem ist längst geläufig, dass wir wohl (bzw. eig. übel) auf die Kunst samt der ihr innewohnenden Intelligenz setzen müssen, weil so etwas wie humane Intelligenz in aller Regel am Befüllzustand der Mülltonnen nicht ablesbar ist: Das Mistkübelübel.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, da kann die Hausverwaltung noch so konstruktiv dahinterzusein versuchen.

(Wenn alle mithelfen, wollen wir hoffen, dass es auch wieder erfreuliche Beiträge hier zu lesen wird geben können.)

berufen

Kürzlich Verstorbene
Juri Awerbach (100), russischer Schachspieler (+ 7. Mai)
Wikipedia, Hauptseite

Wäre der berühmte Schachspieler nicht im 101. Lebensjahr verstorben, es käme einem (naja, jedenfalls mir) nicht aufs erste Hinsehen der Gedanke, der Verewigte habe sich seinen letzten Zug scheints allzulang überlegt. 

Beim Schach musst du blitzschnell denken, aber langsam handeln. 

Merke: Ein Schachspieler ist ein Schachspieler, auch wenn er was anderes alswie schachspielen tut, einkaufen gehen, staubsaugen, fußballspielen, ja, ein fußballspielender Schachspieler (Maurer, Politiker, Volksschullehrer, Gitarrist) wird deswegen noch nicht zum Fußballspieler, das ist nämlich, auch, ein Beruf. Schachspielende Fußballer gibt es sicherlich auch, Unterhundertjährige zumindest. 

Von schachspielenden Schachspielern, die über ihrem Spiel starben, ist wenig bekannt. In der Oper hingegen, insbesondere bei Tristan und Isolde, besteht höchste Gefahr, vor allem im Orchestergraben, dass bei Dirigenten allzuplötzliches Dirigierende eintritt.

Dirigentinnen? Überleben.

nicht öfter

Je seltener man den Aufzug benutzt, desto länger kommt man ohne ihn aus
derstandard.at

sursum corda
finales Motto, Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Das ist natürlich eine Binsenweisheit. Dennoch ist dieser Aussagesatz wesentlich klüger und inhaltspraller, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Manche sollten ihn öfter nicht benutzen.

Mein Freund Philipp ist, solange es irgendwie gegangen ist, täglich auf den Schlossberg, zu Fuß. Fast 90 ist er geworden. Heute vor zwei Jahren ist er gestorben, sattgelebt, aber er fehlt trotzdem, sosehr.

Weiter, gehen.

Flügelschlag

Ukraine-Krieg: Mehrheit der Ungeimpften glaubt an eine Verschwörung
derstandard.at

Ich löste das Problem höchst elegant
Indem ich Telefon und Hahn verband
Wenn es jetzt im Hörer tutet
Wird die Küche überflutet
Und durch diesen Kunstgriff meisterlicher Hand
Ist jetzt jede Explosionsgefahr gebannt
Reinhard Mey, 1974

Eben. Alles hat mit Allem zu tun. Ungeimpfte hier. Taumelnd aufflatternde Schmetterlingskinder an der Ostküste.

Seit eh und je.

entgegen

Da kann sich ja keiner mehr auskennen!

So ein Blödsinn aber auch.

Ein Volksbegehren gegen die Ungerechtigkeit, dass Spiegel zwar rechts und links vertauschen, nicht aber oben und unten, ist bereits in Ausarbeitung. Und jeden Samstag wird am Ring dafür bzw. dagegen demonstriert, gegen die übliche Fahrtrichtung, und auch das ist unsere Idee. 

So ein Blödsinn aber auch.

Oftmals gehört schon viel Denkarbeit dazu, sich nicht mehr auskennen zu können. Viel blöde Denkarbeit.

richtungsweisend

Waurum host Da kan Bungalow kauft Kurti! 
Kondolenzadresse, Duzfreund

Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören
Pythia

Wenn es doch so einfach wäre! Nämlich: Wem die Treppe bestimmt ist, der entkommt ihr nicht, wie auch Caesar den Iden des März, nicht. Wäre er 24 Stunden nicht aufgestanden, man hätte ihn im Bett erdolcht; auch Brutus.

Hüten soll man sich vor Orakelsprüchen aller Art. Die sind aber, eh du dich versiehst, dem Geflecht der Zähne entsprossen (Homer sagt es so, und der kennt sich aus). Manche stürzen ja eine Treppe hinauf und werden z.B. Herrscher der Welt (oder was man dafür halten mag): Du musst nur die Laufrichtung ändern.

Sagte die Katze und fraß sie, die Maus. Aus.

zum Abheben

Wo i geh und steh
Tuat mir mei Herz so weh

Erzherzogjohannjodler

AUA versteigert Sitze für guten Zweck
orfon

Hmm, Sitzen, wäre nicht das Sitzen so ein Guter Zweck? Wobei, Sitzen ist doch das neue Rauchen, und das ist lang schon verboten, beim Fliegen. 

Jetzt also auch das Sitzen.

Fliegen im Liegen? Das wäre zumindest herzschmerzlos.

siebtenteils

»Um Lotti zu zitieren: ›Das wird sicher nicht passieren!‹«
Lotti H. (hinterbracht von Grischka V.)

(verhört nach:)
Um Lotto zu zitieren: »Das wird sicher nicht passieren!«

wie wahr

Es gibt einen Menschen, mit dem verbindet mich eine über alle Maßen inspirierende, bezaubernde Verhörbeziehung.

Mit Lotti ist im übrigen nicht der gleichnamige Helmut gemeint. Helmet, auch so ein feiner Verhörer, dieweil es Night On Earth ist, Grokenberger heißt der Taxler. Und die Fliege Puck heißt doch nicht Elfriede!, fällt mir siedend heiß ein. Ohja, fröhlich sein, herzensfröhlich, woll’n wir das nicht sein, allesamt? 

Es hülfe. Lasset uns also die Zunge rausstrecken und elabätsch! sagen.

Besser so. Viel besser.

Ertränken, versenken

Um die versehentlich geschluckte Fliege zu töten, trank dieser Mann anschließend Gift
Zeitungsartikelüberschrift (aus dem Türkischen, via kurier.at)

Tot denn Alles! Alles tot!
Richard Wagner, Tristan und Isolde

Ertrinken, versinken (…)
a.a.O.

Seit unvordenklichen Zeiten führen Tränke (Trünke), über deren (beabsichtigte oder tatsächliche) Auswirkungen unter den beteiligten Personen (Verabreichenden, Trinkenden) nur unvollständige Kenntnis herrscht, zu argen Missverständnissen. Oftmals können solche Missverständnisse schlimme Folgen haben, zu denen sich allerdings wiederum die allereindringlichste Musik vorstellen lässt, was für ein Glück.

Wer schluckt Fliegen absichtsvoll, und wenn ja: in welcher Absicht? Wie klänge das, in actu? Welches Intervall?

Schamaninnenschmarrn 

Schimpfende Schamanin griff tief in die Fäkalkiste
nachrichten.at

An ihren inkonsequent (dh. unvollständig) gesetzten Alliterationen erkennst du die Provinzzeitung. Hier will etwa der Schreiber feuner sein als es ihm ansteht. Schreibt feig Fäkalkiste statt der statthaft-schönen Scheißeschüssel.

Schöne Scheiße. Zum Schäminnen.

Sonst? Geht’s uns gut.

Binnenlage

Boris Beckers erste Stunden im Gefängnis: »Er hat niemanden umgebracht«
kurier.at

Es ist eine Frage die sich die Verantwortlichen in der Justiz (engl: justice) stellen müssten: Darf man jemanden, bei dem die Gefahr besteht, dass er ansatzlos durch die Gänge berserkere, in ein Gefängnis stecken, oder wäre es nicht sicherer, eine solche Person auf freiem Fuße zu belassen?

Man sieht: Es ist alles immer eine Frage der Angemessenheit. Schlitzohren indes würden eine solche Überlegensweise rasch zu ihren Gunsten auszunützen wissen. 

Boris Becker hat niemanden umgebracht. 

gegebenenfalls

Kanada will künftig Verbrecher auf dem Mond jagen
orfon 

Kanada kommt von der (irrigen) Annahme, hier sei nichts. Demgemäß wäre insbesondere Kanada dazu berufen, den Mond juristisch zu betreuen.

Über jedem Bösewicht schwebt das Verfahren; das wäre am Mond mit weniger Energieaufwand möglich.

Akkusativ bedeutet der die Anklage, Dativ der das Gegebene betreffende Fall.

Kanadische – warum eigentlich nur kanad.? – alstern, sämtliche Verbrecher könnten auf den Mond verbracht werden; dort würden sie dann gejagt. Von Kanada oder so.

Indes, bei einem als zu den humaneren Staaten gehörend geltendem Land wäre so etwas aber nur sehr schwer vorstellbar. Für Österreicher auf dem Mond gülte zusätzlich die Unschuldsvermutung, und alles löste sich in Luft auf.

Es wird nichts sein, nada.

progressiv

Nehammer mit 100 Prozent zum ÖVP-Obmann gewählt
orfon

Dieses indertat beeindruckende Ergebnis (wär’s nicht die ÖVP, müsste man es ein stalinistisches nennen, wir gratulieren!) bedingt nun aber nichts anderes, als dass die Ansage seines Vorgängers, der Politik endgültig und für immer entsagt zu haben, damit obsoletisiert wurde, mit Putz und Stingl. Weil das kann Er wahrlich nicht auf sich sitzen lassen, und keiner außer Ihm könnte das je noch toppen. 

Unter 120 Prozent kannst du nicht mehr Obmann werden, fürderhin, und wer mit dem Klatschen aufhört, dem wird die blasstürkise seidene Schnur gebracht.

Man nennt das die Abschaffung der Eiskalten Progression.

Strolzweg

Dort, wo ich mit meinem Erkenntnisstand bin, waren andere schon vor mir, Einstein, Tesla, Schrödinger, Hildegard von Bingen.
Matthias Strolz

Es gibt so etwas wie narzisstische Bescheidenheit. Für dieses Erkenntnisstandsupdate wollen wir Matthias ›Schwurrdiburr‹ Strolz und der von ihm (hoffentlich nicht zu Tode) umarmten Föhre in tiefster Demut auf ewig dankbar sein.

mit Haken

»Wie heißen die Wiener Würstchen in Wien?«
»Hasen.« 
»Das habe ich jetzt nicht verstanden.«
»Hasen.«
Quizdialog, Radio Österreich 1

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde
Karl Valentin & Lisl Karlstadt

Wahrhaft poetische Momente sind nur bar jeder Absicht möglich. 

Wollen wir kurz nachsinnen, was dem wackeren Tiroler am Quiztelefon so beharrlich unter »Hasen« vorgeschwebt sein mag. Und stellen wir uns die Situation vor, wie er, sanktjohannerbestellgeeicht, das Dialog- und Ausgabebord eines echten (sozialmedial keinesfalls empfehlungsgeeigneten) Wiener Würstlstands irgendwo am Gürtel entert und mit kantigen Konsonanten auch auf mehrmaliges Nachfragen beharrlich seinen Hasen bestellen will, gesotten, wie auch sonst. Dazu das schmähstade Gesicht des Würschtldompteurs, der in Wien ja allerhand gewohnt ist, deutsche Touristen, Frankfurterinnen etwa, die sich beweisen müssen, für Einheimische gehalten zu werden (»eine Eitrige mit einem Süßen und einem Buhgel, sowie ein Sechzéhnerblech, aber Jennifer«), was er je nach Laune ihnen abzukaufen vorgibt oder aber ihnen ein undeutbares »wos wüüst?« hinausbrummt, woraufhin sie kleinlaut auf die Käsekrainer am Grill deuten, die er ihnen, gerne mit Brötchen, dazugibt. 

Dann das. Ein irgendwie doch Einheimischer. Völlig im Wald. Waszumteufel sind bitte Hasen? Als Würschtl.

Vielleicht handelt es sich wie bei fast allem heutzutage schlicht um ein Genderproblem. Hätte der Tiroler statt »an Håsn« »a Hase« geordert, sie wären wohl zusammengekommen. Wären zwar keine Frankfurter geworden, das ist aber zweitrangig, ein Besuch beim Würschtlstand ist ja kein Quizspiel. Soll es zumindest nicht sein.

einmal nur

Elfter Mai. Für einmal nur sei die bescheidene Vorstellung ausgemalt, dass, eh nur der Bundeskanzler, eh nur bei einem Interview, einmal wirklich ehrlich antwortet, also nicht sagt, dass er jetzt ganz ehrlich sagt, was ist, sondern wirklich ehrlich: Dass ihn die Elli und die Schramböck voll anscheißen, dass sein Vorvorgänger im Kanzleramt es wieder nicht auslassen hat können, ihm einizuscheißen, dass ihm die Bünde- und Länderarithmetik der ÖVP voll aufn Arsch geht, und dass der Vorarlberger Landeshauptmann und sein Wirtschaftsbund samt ihrer auffällig zufälligen, turnusmäßigen Handy-Tablet-Laptop-Löschroutine niemanden für so blöd verkaufen sollen, das alles ernsthaft glauben zu wollen.

Dann würden wir einander fürderhin fragen: Wo warst du damals am 11. Mai?

So aber werden wir weiterhin nicht wissen, was wir am 11. Mai getan haben. Nicht im Österreich.

1a product placement

Die Pfarr­kirche Kai­nach bei Voits­berg ist die römisch-katho­lische Pfarr­kirche der in der Gemeinde Kai­nach bei Voits­berg in der West­steier­mark gelege­nen Pfarre Kai­nach.
Artikel des Tages, Wikipedia

Ach
Loriot

Damit wir uns etwas besser merken können, ist es gut, wenn in einem Text die wesentlichen Begriffe dezent mehrfach vorkommen. Das nennt man Mnemotechnik.

Was wir an jenem Tage gegen Ende April auch erfahren: »Die wenigsten Erpresserbriefe sind im Erpresserbrief-Layout gestaltet.«

Mnemotechnik, genau. Merken wir uns. Ach, Kainach!

It ceased not to be 

Vollständig rekonstruierte DNA: Lässt sich der Dodo von den Toten zurückholen?
derstandard.at

This is an Ex-Parrot
potentiell überholter Aussagesatz

Wenn man dann den Dodo aus dem Reich der Totenvögel zurückgeholt haben wird, wird man nicht umhin können zu sagen, dass die dereinstige Ansicht, der Spruch »Dead as a Dodo« sei das finalstmögliche Verdikt, lediglich eine vorläufige Wahrheit gewesen sei.

Es ist das Wesen jeder Wissenschaft, dass sie sich für überholte Erkenntnisse nicht zu schämen braucht. 

So ist es: Die Wissenschaft schreitet fort, sie beyondiert, gewissermaßen.

Duck you!

Forschungsmaschine CERN hat Beschleuniger gestartet
orfon

Ein Kelomat kann Kartoffeln beschleunigen
Harald Gsaller, zack!

Es will alles vom Zentrum an die Peripherie, und das seit etlichen Jahrmilliarden.

Beim Tenorhorn haben wir das unkontrollierte Wurln über die Maschinen Schleudergriff genannt; sowas gibt es ja bei der Zugposaune nicht, da geht es nur vor – zurück (wenn man so will: rein – raus). Und dabei immer schön kontrolliert, sonst fährt er dir aus, der Zug.

Das Starterset bei der Legobahn war ein perfekter Kreis, und die Lok war blau.

Mikrokosmos und Makrokosmos sind grundlegend eins.

Wir müssen uns wirklich rechtzeitig zu ducken lernen, sonst haut es uns raus, allesamt.

Bravonot

Hernández bedauert seine Unschuld 
abschließender Satz einer Kurzmeldung 

Manchesmal stolpert selbst die wackerste Nachrichtensprecherin, und natürlich wissen wir, dass sie ›beteuert‹ sagen hätte wollen, allein, es wollte halt nicht so recht heraus. Nehmen wir doch die Floskelmissglückung – bei einer Inlandsmeldung wär’s die vermaledeite Unschuldsvermutung – als poetische Startrampe, spinnen wir weiter (nicht jedoch fort). 

Welche/r einst Spätpubertäre kennt sie nicht, diese vom ehemaligen Präsidenten von Honduras überlieferte Stimmungslage: Du fühlst dich schon zu Allem bereit, allein die erotisch so aufregend aufgeladene Welt hat sich für dich noch nicht im mindesten zu interessieren begonnen. Es dauert halt noch, und deshalb bedauerst du die Überlänge der noch allein abzuleistenden Zeit vor dem so herbeigesehnten Er- bzw. Sielangen deiner vollumfänglichen Schuld. Seinerzeit, im Bravo, fandest du aufstachelnden Rat zu allen Fragen derartiger Nöte. Bekanntlich eignet ja der Jugend eine große, übergroße Bereitschaft, sich selbst zu betrauern, was manchen teuer zu stehen kommen kann, bis hin zur Selbstentleibung.

Beteuern, verteuern, betrauern, vertauen, verdauen, und alles, vor allem die Unschuld: bedauern. Unschuldige Expräsidenten haben es da noch vergleichsweise einfach, oder etwa nicht?!

Netter retten

Bergrettungshunde lernen das Fliegen
orfon 

Die Welt ist doch gut, oder sie wird es zumindest, demnächst, spätestens, wenn dann Fliegen das Retten (am Berg) erlernen.

Auch ich lerne beständig. Fliegen. Gehen. Stehen, ruhig stehen, vor allem, wenn die Helikopter nur so schwirren, fliegengleich und mit facettenaugartig zerhacktem Rotorengeratter. Beachte jedoch: Insbesondere der Golden Retriever, dieser Heilefamilieïndikator schlechthin, ist für die Epilepsie besonders anfällig: Strobodog.

hasenherzig

Warum, da es doch dorthin rutsche, sagt man eigentlich nicht hosenherzig?

Es kommt, das zusätzlich, immer drauf an, wer wo die Hasen anhat.

Löffelfrühling. So herzig!

evakuiert

Weltraumtouristen sitzen auf der ISS wegen schlechtem Wetter fest
kurier.at

Da draußen soll es ja saukalt sein. Man fragt sich schon, wer sich das als Tourist antun muss. 

Wenigstens zieht es im Vakuum nicht so, man spürt es kaum, und wenn, dann nicht für lange.

(Genaugenommen schweben sie ja, fest, im All. Wie geht das?)

übertaucht

Ein Schiff ist gesunken, daraufhin tauchen Bilder auf: Alles, was auftaucht, muss zuerst gesunken sein.

Wem das nicht zu denken gibt, auftauchende Gedanken. Wer hat sie versenkt, zuvor?

(Oder waren sie immer schon da, zuunterst, wie Tiefseewesen, The Deep Sea Of Mind?)

Selbstheilung

Schnabelspitze gebrochen: Zahnarzt musste Uhu behandeln
kurier.at

Bubo bubo (Linnaeus, 1758)
taxonomische Erfassung

In Österreich heißt das Synonym für Klebstoff Pick und für Pick Uhu. Damit werden sie ihn wohl behandelt, beschnabelt haben. Sowas nenn’ ich mir eine ausgepichte, angewandte Homöopathie! Dort (Lokativ: die H., ein Reich wie nicht von dieser Welt) wird Ähnliches mit Ähnlichem geheilt. Angeblich. Jedoch: Nicht alles Ähnliche ist wirklich garso ähnlich. 

Gibt es eigentlich Schnabelkleber in Globuliform? Welche Potenz?

Zusammenstellung

Jeder Dritte klagt über Einkommensverlust
orfon

Milchbube, der ich bin, schließe ich daraus, dass sich die anderen zwei Drittel von Allen still und heimlich die Hände reiben ob ihrer daraus resultierenden Einkommensmehrung: Von denen bekommt demgemäß jeder ein Sechstel, und das ist doch bitte nicht nichts!

Zur einfacheren Zuteilung bitte sich immer schön dreierweise zusammenzustellen.

Erster Mai, zweite Meinung

Wer zu wenig schläft,
Sollte mehr schlafen
Zweizeiler, Bild der Frau

Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere.
Groucho Marx

Es handelt sich (Zitat 1) vermutlich um das Fragment eines Vierzeilers. Was wären wir gespannt auf das komplette Gedicht (Versschema a-b/a-b oder a-b/b-a?)!

Die hier nicht angeführte Unterüberschrift des angerissenen Artikels deutet indes darauf hin, dass übergewichtige Frauen untersucht worden seien. Empörungsbereit fahren wir sogleich hoch: Bitte wer hat – Gegenprobe! – untergewichtige Frauen übersucht? Diese Frage sei nämlich schon auch erlaubt. Zweite Meinung!

Wir haben uns ja seinerzeit am 1. Mai mit der Stadtkapelle schon gegen sechs in der Früh beim Instrumentendepot, einer Kleinwagengarage neben der Musikschule, getroffen und sind dann mit dem städtischen Bus zum ersten Einsatz beim Weckruf gebracht worden, in die Steinfeldstraße, wo, fronleichnamsanalog, in Nelken gerahmte Brunokreiskyportraits bei den Fenstern im Erdgeschoss ausgebracht waren, was es zu honorieren galt, und deshalb haben wir zuerst dort gespielt, den weltberühmten 47er-Regimentsmarsch (im Marschbuch die Nummer 1), aber schon noch recht müde. 

Das Gulasch und die gierig gekippten zumindest zwei Bier um 8 beim Gasthaus Bauer haben den Schlafmangel gewichtsmehrend ausgeglichen und die Laune massiv gehoben. Zumindest einmal hat sich beim Einmarsch über die Ennsbrücke Richtung Stadtplatz der Asphalt nachgerade aufgewellt vor uns, so sehr hat es geschaukelt. Waren es die morgendlichen Bier im juvenilen Beweiskörper oder war es der – auf Brücken verbotene – Gleichschritt der Blaskapelle?

Wir brauchen, überall, zweite Meinungen. Man könnte das auch Marxismus nennen. Auch das.

Einburger Zwölf-Elf

Freiburger Einspruch nach Bayern-Fauxpas
orfon 

Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.

Christian Morgenstern

Wird schwierig. Also nicht sich mit Bayern anzulegen (was an sich bereits hürdig genug wäre). Wir befinden uns nämlich auf orfon. Mit dem muetterlog Vertraute wissen, dass orfon die – muetterlogangemessen, das muetterlog ist ein altväterisches Emanationsportal – veraltete Bezeichnung für die Internetsäule des so geschätzten öffentlich-rechtlichen österreichischen Zentralorgans ORF ist, und on steht für online. Dort pflegen sie, vermutlich nicht immer absichtlich, der Alliteration sowie weiterer mehr oder weniger subtiler sprachlicher Figuren und Figurellen, an jenem Tag, da vom Freiburger Einspruch berichtet wurde, waren dies (u.a.) ›Warten auf Woods hält Augusta in Atem‹, ›Rudern wie die Römer‹, ein Mann würgte seine Mutter, während wiederum ihrer Mutter Madonna gedachte.

Worauf wir hinauswollen (und die Freiburger unfreiwillig hinausmüssen): Bei jedwedem Einspruch der Freiburger kann, aus spracharithmetischen Gründen, nur der Freispruch in der Luft hängen, da mögen noch so siebzehnsekundenlang (ein Fauxpas am Freiburger Feld) zwölf Bayern im Spiel gewesen sein, und gegen ein 1:4 hilft’s sooderso wahrlich wenig.

Untergang

Irischer ›See, der verschwindet‹ verschwindet nicht mehr
orfon 

Hier handelt es sich um verschwundenes (oder verschwindendes, im Verschwinden begriffenes) Verschwinden, das Verschwinden selbst ist verschwunden. Wir erinnern uns der gedankenexperimentellen Versuchsanordnung Karl Valentins und Lisl Karlstadts betreffend die Frage nach Fremden unter Fremden, was denn das sei und wie denn das gehe, und Valentin löst es auch gewissermaßen geographisch, verkehrsgeographisch, ein Zug (voller Fremder) auf einer Brücke, darunter, querend wohl, ein anderer Zug, voller einander vermutlich völlig fremder Menschen. Dann entschwinden sie sogleich unserem wahrnehmenden Interesse, die Züge, jeder seines Wegs.

Ein einziger Untergang.

klarer Fall

Der Zauberer zaubert: Wir sind bezaubert.
Der Zauberer stürzt: Wir sind bestürzt.

Sprache kann so klar sein. 

Ob’s ein Trost kann sein? Wer wüsste Rat, nun?

Rechenhilfe

Einfacher soll die Berechnung der Beihilfe werden. Bisher wurde dafür von einer fiktiven Höchstbeihilfe ausgegangen, von der je nach Vorliegen bestimmter Umstände Geld abgezogen wurde. Künftig wird von einem Grundbetrag von 335 Euro ausgegangen, zu dem bestimmte Zuschläge dazugerechnet werden.
orfon

Hier geht es um die Studienbeihilfe, und ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie ich mir in der Volksschule die Hochschule (auf die ich dereinst gehen wollte) vorgestellt habe: Alle sitzen in (der Körpergröße Erwachsener angepassten aber sonst identen) Zweierbänken und hören aufmerksam zu, kein Schwätzen, und alles geschieht irgendwie feierlich-ernst.

Auch in der Volksschule ist uns das Zusammenzählen leichter gefallen als wie das Abrechnen, wie, etwas später, uns auch das Malrechnen einfacher von der Hand ging als das Teilen.

Wir gehen immer von dem aus, was wir kennen. Und können.

Sowas nennt man lebenslanges Lernen.

Rechenrochen

Fische können addieren und subtrahieren
orfon

weniger ist mehr
Bescheidungsweisheit

Jungfrauen, Schützen, Wassermänner, möglicherweise Zwillinge auch.

Wir haben ja das Addieren noch als Zusammenzählen gelernt, und mit und addiert. Und zum Subtrahieren haben wir Abzählen oder Weniger-Rechnen gesagt, und mit weniger abgezählt. Dass man subtrahieren und nicht substrahieren sagt, verlangt mir noch heute eine gesonderte Nachdenkanstrengungsleistung ab, nicht mehr und nicht weniger. Das aber schon auch.

enterbt

Menschliches Erbgut komplett entziffert
orfon

Keine Sorge: Das macht die Notare dieser Welt nicht brotlos. 

Im Gegenteil. 

Nachdem es lange von allen Seiten umworben worden war, weil jeder als erster in seinen Besitz kommen wollte, war es nun still geworden um das menschliche Genom. Es hatte sich entschlüsseln lassen, und nun hatte es das Gefühl, es sei beraubt und ausgeweidet worden. Nicht Goldschmiede, Schlossermeister mit dem Wissen von Erfindern der Renaissance oder Leonardo da Vinci persönlich waren am Werk gewesen, sondern die Daten waren in falsche Hände geraten. Das Genom gab bekannt, es werde sich in den nächsten 21 Tagen wieder verschlüsseln. 
Angela Krauß, Im schönsten Fall

abständig

Hubble-Teleskop erspähte den mit Abstand fernsten Stern
derstandard.at

Attenzione! Allontanarsi dalla linea gialla!
Bahnsteigdurchsage, Italien

come da lontano
musikalisch-aufführungspraktischer Hinweis

Von je ferner wir wo hin schau en, umso noch weiter ist es weg, undzwar mit Abstand. Die sehen ja oft was, das es schon längst nicht mehr gibt, Jahrmilliarden.

Manches, das fern erscheint, nähert sich mit der allergrößten Geschwindigkeit. In Italien ist jede Gefahr von vornherein gebannt, es halten sich alle von der Gelben Linie fern, sie allontanieren sich aber sowas von, und das ist bitte nichts unanständiges.

Ohne mit Abstand gibt es keinen Fernstern. Sternfern, dieser Fernstern. Fernststern.

fulminant, oder?

Zum Beispiel haben Jubiläumskonzerte von Stadtmusikkapellen in aller Regel fulminant zu sein. Und sämtliche schwierigen Stellen werden selbstredend von allen (insbesondere vom tiefen Blech, den Hörnern, Trompeten und Flügelhörnern, aber auch von den Klarinett- und Flötinnen) stets ausschließlich mit der allergrößten Bravour gemeistert. Alles unter fulminant unterflöge nämlich jedes Wertungsspielradar. Mit Auszeichnung, Kunststufe hin oder her.

Meine einzige Auszeichnung ist das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze. Mehr war nicht drin, aber die Prüfung war fulminant. Muss fulminant gewesen sein.

Lesetheater

Ein Fehler trat auf, bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut
Systemmeldung

… und schon bist du mitten im Geschehen, es ist wie in einem Roman, lässt sich vielversprechend an, könnte ein veritabler Pageturner werden! Wie aber kam es, dass du ihn nicht bemerktest, den Fehler, als er auftrat, kam er von links, von rechts, von oben oder gar aus dem Orkus, will heißen praktischerweise aus dem Souffleurkasten, und wer sagt denn, dass es ein Fehler war, wie wär’s mit einer Fehlerin, bitte schön immer alle miteinbedenken, eine FLINTA*-FehlerIn, sonst verliert die Geschichte an Gehalt, und keinesfalls Dreadlocks, ist sie blond und europäisch, wobei wir bei ukrainischen FLINTA*-FehlerInnen generös und auf beschränkte Zeit eine Ausnahme machen werden und es bei einer Verwarnung belassen wollen.

Bei mir sind – ich bin doch kein System – noch nie Fehler aufgetreten; dennoch will ich es gern zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen. Und dann noch einmal. Hab ja keine Krone, zumindest kein Steinchen, das mir aus ihr fallen könnte, und wenn, dann eh nur in den Mund. 

Aufpassen beim Zubeißen heißt’s, generell.

kommt auf

Jérôme Dreyfuss: Auf diese Handtaschen schwören Französinnen
kurier.at

Amerikaner, aber auch Amerikanerinnen, pflegen, nicht nur im Film, vor allem vor Gericht, auf die Heilige Schrift zu schwören. Im gottlob laizistischen Frankreich muss das anders sein, und welches entzückendere Objekt einigermaßen handtauglicher Größe ließe sich denn vorstellen alswie eine Damenhandtasche, darauf einen rechtsverbindlich-pathetischen Eid abzulegen, «je jure, votre honneur», sowahr mir Dreyfuss helfe, heretgegen unvorstellbar bleiben muss, dass der Franzose vor sich eine Herrenhandtasche, Modell Mallorka 1980, mit Brandprägung und praktischer Handgelenkshalterungsschlaufe, hinlegt, um selbiges geschlossenen Augs (les yeux fermés) mit allem angebrachten Ernst zu bezeugen, nichts als die Wahrheit, la verité, was aber könnte das Accessoire pour les hommes sein, ein Autoschlüssel?, die aber sind heutzutage schon so klein (worauf viele schwören), und so muss diese Frage für diesmal offen bleiben, unbeantwortet, wie ja oftmals nicht, nie, klar ist, ob jemand tatsächlich die Wahrheit sagt, schwören hin oder her, irgendwann aber kommt sie auf, die ganze Wahrheit, nuda veritas, in aller Regel jedoch erst, wenn es zu spät ist, hinterher, a posteriori, was für ein unfassbar langer Satz auch, es dauert, immer.

Heruntergebrochen: Ein Franzose ist kein Teletubby.

Lob des Radios

Wir hätten gern das Aschgrau
Loriot, Ödipussi

Farbenfroh, schönes Wort. Gewisse Frösche etwa sind, unter je unterschiedlichen Umständen (Paarung, Tarnung,…), kurzzeitig (P.: um sich nicht unnötig an die anderen männlichen ran- und mit ihnen rumzumachen) oder generell (T.: als Blatt am Baum oder als Fledermauskot am Boden) farbenfroh. Völlig farbenfroh, durchunddurch.

Was wäre das Gegenteil von (sagen wir es noch einmal, das schöne Wort) farbenfroh, grautraurig?

Fledermauskot ist auch ein sehr schönes Wort, vom Wortklang her. Ob vom Inhalt her auch, liegt im Ermessen des Betrachters (Konsument oder Verschmäher). Was wissen wir denn schon, was können wir überhaupt wissen? Etwa, dass der Kot gewisser dschungeldurchflatternder Fledermausarten derart leuchtendorange strahlt, angeblich.

Manches davon wird uns im Leben der Natur aufgezeigt, Montag bis Freitag, um fünf vor neun, in Ö1, und insbesondere fürs Leuchtendorange ist mir das Radio der einzig glaubwürdige Ort, da gibt’s keine Faken und Faxen. Danke sovielmal dafür: Es ist so wichtig, mit Dingen konfrontiert zu werden, mit denen wir uns nicht von uns selbst aus ohnehin beschäftigen oder bespaßaufregern lassen. Sonst erstickten wir allesamt in unseren Echokammer- und Podcastblasen, in denen bereits lange schon eine bedenklich prekäre Sauerstoffuntersättigung herrscht, nachgerade eine grautraurige.

Flippsie

Beliebte Delfine haben mehr Nachwuchs
orfon

»Flipper, Flipper, gleich wird er kommen, jeder liebt ihn, den klugen Delphin!«, haben wir begeistert mitgesungen, mit ph noch, und hatten nicht die geringste Ahnung, dass ›kommen‹ mehrere Bedeutungen haben kann, situationsabhängig. 

Nun schwant uns, warum der Meeressäuger immer gar so gequietscht und geschnattert hat! 

Indes, er war ein Weibchen, Susie und Mitzi hat er geheißen, ergibt bereits kürzeste Recherche. Flipper, das war ja mehr als einer, und auch das war Kennern längst bekannt: Schwärmerinnen, tümmelnde.

Heutzutage ist der Bedarf an gefügigen Wasserartisten nicht mehr so groß, heißt es.

schnurrt als wie

Leopard im Werk: Produktion bei Mercedes in Indien unterbrochen
orfon

Pack den Tiger in den Tank!
Werbespruchikone

Bei Jaguar hätten sie nicht soo viel Aufhebens darum gemacht. In Südamerika müsste man sein! Generell, wie’s scheint, Katze hin oder her.

Kanalbedarf

Sanktionen: Oligarchen suchen sichere Gewässer für Jachten
orfon

Nie wischt der Yogi seinen Hintern
Auf Yachten kann man überwintern

H. C. Artmann

Fertö to (Neusiedler See, ungarische Seite)?

Früher hat man Jacht noch ehrlich mit Y geschrieben. 

Fertö ist das ungarische Wort für Sumpf.

H. C. war dereinst die Abkürzung für Hans Carl.

Ypsilon bedeutet wörtlich (eig. buchstäblich) »kurzes i«.

Passt alles.

Urlaut

Kuckucke werden wieder gezählt
orfon 

246!
Dustin Hofmann in Rain Man (1988)

Da glaubst du schon, du bist fertig, auf einmal merkst du, dass du den da hinten und auch einen vorne links vergessen (correcte: übersehen) hast, stoppretourzurück!, und du musst wieder von vorn anfangen zu zählen, aber wo ist noch einmal vorn, wo der Beginn? 

Selbiges gilt fürs Zählen qua Hören. Obacht jedoch: Bei Kuckucken musst du am Schluss durch zwei dividieren, aus 246 würden dann etwa 123, was, auf einmal, immer noch urlaut wäre.

Das schafft keine Uhr.

Tassendilemma

Hast du sie noch alle!?
Aufgebrachte Nachfrage

Du hast sie wohl nicht ganz alle!
(Variante)

»Wir für alle« hieß es Anfang März auf einem Landschaftswahlwerbetransparent in Matrei am Brenner, und wer wäre wohl nicht immer schon für alle gewesen? 

Am Ende waren dann dennoch nicht alle für uns. Beiweitem nicht. 

Es kann nur am Namen gelegen sein: Wie nennst du so eine Partei, Wir?, Uns? – Eben. In Matrei am Brenner lebt ein grammatisch sensibles Wahlvolk. Keine Rede, nicht im mindesten, von mir san(t) mir.

0Z*

Betrüger gaben sich als A1-Mitarbeiter aus
orfon

Burglar! Burglar!
Anklopfspruch, Monty Python

Es gibt, was das Wesen ihres Inhalts betrifft, Unnötiges mitteilende Nachrichten. Viel interessanter und aufregender wäre da doch die Umkehrung: A1-Mitarbeiter (m/d/w), die sich als Betrüger (w/d/m) ausgeben. 

Im zitierten Sketch der Python’s lässt ihn die Wohnungsbewohnerin erst ein, als sie, auf mehrmalige Versicherung, endlich doch überzeugt ist, dass der Einlassbegehrende tatsächlich Einbrecher ist: Kaum ist er drinnen, beginnt er ihr ein Abonnement der Encyclopedia Britannica aufzuschwatzen. 

*sprich: Null-Zett

homegrown

Mutter vertrieb mit Söhnen Marihuana
orfon

kscht!
Verscheuchsilbe

Unsere Mutter hat uns auch von Drogen fern gehalten. Von Anfang an.

Ist aus allen was geworden.

Hangover

Ex-Kurz-Kommunikatorin Rausch verlässt Kanzleramt
orfon

Man kann nicht nicht kommunizieren 
Paul Watzlawick

Extra lang war die Dame jetzt nicht an ihrem Arbeitsort tätig. Von manchen wurde die -schaft des vorletzten Alt-Kanzlers alswie ein einziger Rausch erlebt. Rausch konnte oder wollte nur Kurz kommunizieren. Aus dargelegten Gründen geht das aber gar nicht. Auf jeden Rausch folgt der Kater. 

Mit weiteren originellen Wortspielen ist jederzeit – auch kurzfristigst! – zu rechnen.

Startup

Baby erblickte in Gleinalmtunnel Licht der Welt
orfon

Geh bitte!, denkt sich spontan der Mütterlogverfasser (und versteckt sich, wie zu ersehen, sogleich in seiner Dritten Person).

Die Frage jedoch sei nicht Wo?, sondern: Wann!?, wann bitte ist all das endlich zu Ende? Sowie, letztlich: Was kommt danach?

(Draußen war es finster, 22 Uhr 30.)

Senkrechtstarter

Beim Joggen, in der Bogengasse im Aichet, wie auf einmal, völlig unerzwungen, von links keine zwei Meter vor dir ein Rebhuhn hochtrudelt, panisch ohne alle Notwendigkeit, dir entfährt als erstes an diesem Tag ausgesprochenes Wort ein verblüfft-anerkennendes »Senkrechtstarter!«, und du erinnerst dich, wie seine Rebhuhncousinen und Rebhahncousins auf La Gomera in ähnlich panischer Weise von einem Abgrund zum andern fliehen, aber du hast sie doch gar nicht hochgescheucht, warst dir doch deiner dich derart anklagenden Scheuchabsicht aufs unschuldigste nicht im mindesten bewusst und warummen auch.

Merke: Hahn-Hehn-Hihn-Hohn-Huhn-*, das * stehe für Hähn-Höhn-Hühn (m/w/d).

Die Eiermörderin

Humpty Dumpty
Eierkopf (Wunderland)

Nie wurde einem Ei größere Brutalität angetan als an jenem Morgen im Frühstücksraum des abanischen Eremitenhotels. Die bis zu jenem Moment apart wirkende Seventy-Something nimmt das Messer und hackt! mit der Schneide die Kreuz und die Quer von oben in den Spitz! Damit nicht genug, kletzelt (negat, hätte man früher gesagt; indes, negat kommt von nagen) sie daraufhin die Scherben mit brutalspitzen Fingernägeln herunter und fährt! aufs gröbste mit dem Eierlöffel in den bereits wunden Bauch des Eis und rührt wild – man möchte sagen: völlig ungerührt! – um.

Dann kommt das nächste dran.

Wie das noch weitergehen mag, es ist nicht auszudenken. Für heute aber bist du bereits aus deinen Pantoffeln gekippt.

Hier spielt es sich wirklich ab.

Chips für die Welt (PS)

Wenn jeder gibt, was er hat,
Dann werden alle satt

beliebte Kinder- und Jugendmesslied-Hookline

Eine volksgesundheitlich notwendige Einschränkung ist einzumahnen, nämlich, dass, wenn, tatsächlich, jeder, wirklich jeder (m/w/d), gäbe, was er hätt’ – dann würden alle fett. Ein paar werden sich also bescheiden müssen. Wird, in illo tempore (es sind immer Zeiten wie Diese), vielen schwerfallen. 

Was für eine Beistrichkette. Wie Chipskrümel, am Boden, im Sackerl, dem Schluss zu.

Chips für die Welt

Kinder sollen Knabberzeug nur in kleinen Mengen genießen
kurier.at

Wenn jeder gibt, was er hat,
Dann werden alle satt
beliebte Kinder- und Jugendmesslied-Hookline

Es kann sich hier nur um eine – allzu durchsichtige! – Propagandanachricht handeln. Weil wer außer ein Erwachsener kann denn einen Artikel mit einer solchen Überschrift in einem derart wichtigen Medium wie dem Kurier lancieren? Und zu welchem Zwecke? – Dass ihm selber mehr bleibt, was denn sonst!?

Wir sollten, alle, mehr teilen. Auch und selbst umamisalzige Kalorien.

Embargo

Steirisches Kürbiskernöl dürfte teurer werden
orfon

Jetzt auch noch das. Uns bleibt doch gar nichts erspart auf dieser Welt! 

Hat schon der Kaiser gesagt.

abgegriffen

Bob Dylan bringt neues Buch heraus
orfon 

Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt 
Jorge Luis Borges

Die Frage ist: woher?, genauer: woraus? Nämlich, da sich Mister Zimmerman bekanntlich auf der Never Ending Tour befindet, die, als solche, noch ein Zeitl – Ende des Projekts: never ever– wird dauern, aus welchen Hauses Bibliothek wird der Nobelpreisträger vor die Tür treten und ein Buch herausbringen, wem auch, wer hat geklingelt (hat wer geklingelt? – bitte vorher kurz anrufen!), welches Buch, es sei neu, antiquarisch oder zerlesen, zerschlissen wohl eher, aus dem Regal in der Kitchenette des Motorhomes, und dann geht es auch schon weiter, eine einzige große Fortsetzungsgeschichte, mehr ein Langgedicht, dagegen schnurren Ilias samt Odyssee, Nibelungen, Edda, nicht zu vergessen Kallevalla und Gilgamesch, erst recht The Waste Land – alle zusammengenommen! – auf einen schnöden Vierzeiler zusammen, Aphorismus, meinetwegen.

Wie muss ein unendliches Buch aussehen? – Borges fragen. Ach, der ist blind!? – Gewesen!

blinging

Zum Glück dreht sich die Welt und steht nicht, sonst stünde sie nimmer lang. 

In den Swarovski-Kristallwelten, umständehalber, Privatbegehung als artistisches Beiwagerl, und bald schon ist klar: Die Posaune bleibt im Etui. Namen fallen, werden gefällt, beeindruckende, »Kennen Sie?, ist ein weltberühmter Künstler, hat die Oper von Oslo gebaut, (…)«. Zaha Hadid hat ihnen, als letztes Werk, eine Sitzbank hinterlassen, die aussieht wie ein amerikanischer Tarnkappenbomber, auf die sich aber niemand setzen kann, zu heiß und zu spitz, was für ein Abgang! Und die Musik im schwarzweißen Chanel-Karussell ist bzw. kann nur sein von – erraten! – Philip Glass, haha aber auch, gleich kommen die Teletubbies die gerundethügelige Wiese dahergeplumpst. Noch heute glaubt die Hälfte der Besucher, dass der Glitzernippes tatsächlich tief drinnen im Berg gewonnen wird, und eine so schöne Illusion wollen wir den Menschen aber bitte doch nicht wegnehmen, die Leute (in guten Jahren waren diese 50% vierhunderttausend) wollen das so, je weiter hinein du kommst, umso Heller wird es, aber nicht mehr so ganz, nicht mehr ganz so.

Sie haben Ihn ausbezahlt, aber Er kann ja mit Geld nicht umgehen.

Sammeln wir. Uns.

Nicht nur Bananen

Veganer sind auch in der Liebe experimentierfreudiger
kurier.at

Come at me with that raspberry. Come on. Be as vicious as you like with it.
Monty Python’s Flying Circus, Self-Defense Against Fresh Fruit

Liebe, insbesondere wenn sie in einem Artikel, der in der catchy Zentralrubrik Lifestyle platziert ist, gilt allgemein als eher carnivorische Disziplin. Dem Reiz, sich gegenseitig ein Blümchen in den Arsch oder – je nach individueller Experimentierfreudigkeit – sonstwohin zu stecken, mag sich öffnen, wer will. Oder kann.

Einstens hat sich Obelix Petersilie in die Ohren gesteckt. Prophylaktisch. 

Es kommt, generell, auf die Art der Pflanze an. Kaktus oder Arnika, etwa. Vergissmeinnicht.

Zeit zu geh’n

Beim Rauchen sechs Meter abgestürzt
orfon

Was ich noch zu sagen hätte 
Dauert eine Zigarette 

Reinhard Mey

Der hernach gottlob ansprechbare Niederländer (als solcher epigenetisch wenig vorbereitet fürs Vertikale) soll stark alkoholisiert gewesen sein. Zum (R. Mey) letzten Glas im Steh’n hat es dann nicht mehr ganz gereicht. 

Im Liegen trinkt sich’s beschwerlich, und Schnabelhäferl sind hauptsächlich für milde (lindernde) Warmgetränke geeignet. Da aber der Konflikt Beatles oder Stones (ein Konflikt manichäischen Ausmaßes) mittlerweile in den Pflegeheimen angekommen ist, ist sicherlich auch auf dem Gebiet der Trinkbecherentwicklung bald schon mit demgemäßen Durchbrüchen zu rechnen. Geraucht wird aber auch im Heim nur auf dem Balkon. Aber bitte nicht in sturzbetrunkenem Zustande.

beherrschend

Richtiges Spenden wichtig 
orfon

Haben, sein und werden
Sind die drei Hilfszeitwörter auf Erden

grammatischer Merkspruch (unvollk.)

Nein, leider, obzwar im österreichischen Zentralmedium publiziert, der Artikel steht nicht in der Rubrik Politik Inland/Wirtschaft. Was waren das doch Zeiten des Friedens, in denen es noch um glückende Meinungsumfragen gegangen ist. Es geht aber schon auch um rechtes Empfangen, auch das will nämlich beherrscht werden. Und sein.

Autochthon

Nicht alle Wiener haben ihr Parkpickerl
orfon 

esl schmecktl nurl
meinl kaffeel

Ernst Jandl

Mancher Wiener hat sein Parkpickerl. Manche Wienerin hat ihr Parkpickerl. Manche Wienerin mag durchaus auch sein Parkpickerl haben. Aber nicht alle Wiener haben ihr Parkpickerl.

Wir müssen, so schwer es uns fallen mag, damit klarkommen.

Im Türkenschanzpark blüht jetzt alles, und bald ist wieder Erdbeerzeit: Titanic, und die Welt geht unter. Eine kleine Restchance aber besteht noch (s.o.).

nicht mehr aus

Neue Haarfarbe: So sieht Kendall Jenner nicht mehr aus
kurier.at

Weil von meinen Fans rund um den Globus unmittelbar nach der Lancierung obiger Meldung etliche (früher hätten sie wohl geschrieben: wäschekörbeweise) Nachfragen kamen, drängt es mich, es unverzüglich klarzustellen. Ein für alle Mal also: So sehe auch ich nicht mehr aus! Nicht mehr so! Und da reden wir noch überhaupt nicht von der Haarfarbe, alt, neu oder divers.

Unwohlsein

Junge Männer zunehmend zu dick
orfon

Zeitgleich werden wohl ältere Damen abnehmend zu dünn.

Wir müssen, alle, gegensteuern: Ausgleichen (m/w/d).

zusammenhalten

OÖ: Partygast klebte Mädchen zusammen
orfon

Präambel: Den pt. Mütterlogionären und -ören ist selbstredend geläufig, dass sich der Verfasser gerne aufs erste absurd erscheinende Meldungen herausnimmt und sich, sie von der Sprache her sezierend, an ihnen weidet, selbige gewissermaßen ausweidet, genüßlich. Mit der dahinter stehenden Geschichte (die oftmals dramatisch bis tragisch sein mag) haben diese Deklinationen des Möglichen nur mehr die Überschrift gemeinsam. Damit wir uns klar sind: Allen derartige Ableitungen auslösenden Begebnissen ausgesetzten Menschen, Tieren oder Sachen wünsche ich umfassendes Wohlergehen und Zufriedenheit des Herzens, peace of mind, von Herzen. 

Der von der Präambel (fck cancel ›culture‹) völlig aufgesogene schnöde Spontangedanke: Es gibt sie also noch, die Partygäste, die keine halben Sachen mögen, halbe Menschen schon gar nicht. Wir kennen das ja, manchesmal ist man nicht so ganz beisammen, hat sie nicht alle, Tassen im Schrank und so. Wie gut, wenn es dafür einen Kleber gibt. 

Bitte, gibt es so einen Kleber auch für die Welt, also für das, was sie im Innersten und so? Wir bräuchten einiges davon. Wo ist die Party? Dringend!

aus

Frachter mit 4000 deutschen Autos brennt nicht mehr
orfon

Alles Verbrennungskraftmotoren: Irgendwann ist halt der Treibstoff alle. (Sagt man in Deutschland; kommt vermutlich von frz. allé, gegangen.)

Nicht auszudenken, wären das alles Solarkraftwägen. Gewesene, ausgebrannte.

vibrant

wer oder was?
Frage nach dem Ersten Fall

Elektro Bräutigam steht auf dem Lieferwagen, der sich, unbesetzt, in Zentrumsnähe geparkt hat. Was oder wer denn das sein könnte, ein elektrischer Bräutigam? Heutzutage sind sie ja schon recht weit mit der künstlichen Intelligenz. Drohnen und selbstfahrende Systeme agieren vielfach bereits so, dass Außenstehende auf die Schnelle nicht zweifelsfrei einschätzen können, ob da nun ein denkendes Bewusstsein dahinter (oder drinnen) steckt oder nicht.

Die Frage ist zuvörderst einmal eine nach der Batterie und ihren Wiederaufladekapazitäten. Aber all das fragt man sich wohl auch bei zweifellos humanen (nicht: humanoiden) Protagonisten.

Nach erfolgter Paarung sterben die Drohnen ab. Daran werdet ihr sie erkennen!

Bondage

Milliardenschweres Entlastungspaket in Deutschland geschnürt
orfon

Längst schon forschen sie an Diäten mit Minuskalorien: Milliarden Milligramm leichte Entladungen, für jene unter uns, die es am schwersten haben. (Besser unter als über uns, wir verstehen sich.)

Mumpitz, jedes Paket, es werde so nichtmehraufgeschnürt wie immer, Mumpitz, plumpster Mumpitz.

Kern, das war noch einer, der ist ohne Business- und Polittalk-Worthülsen ausgekommen und er hat sie benannt als was sie sind, nämlich – wir ahnen’s bereits – Mumpitz.

Ach du Scheiße 

Trump soll WC im Weißen Haus mit Dokumenten verstopft haben
orfon

Man hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein derart cholerischer Wüterich wie der abgewählte Präsident just mit Hartleibigkeit geschlagen sein könnte. Aber Moment!, es gibt Menschen, die haben ein privates Problem und lösen es, indem sie es der Allgemeinheit aufbürden, worauf sie ihre Hände in Unschuld waschen. 

Welche Farbe haben denn die Toiletten im Weißen Haus, wenn sie Verstopfung haben?

abroad

… überall dort, wo es gute Podcasts gibt!
Aneignungsverweis für isoliert zu Hörendes

Chamäleons sind Einzelgänger
Verweis auf die Lebensgewohnheit eines wechselfarbigen Tropentiers

Kann mir endlich irgendwer (m/w/d) sagen, wo es nun überall Podcasts gibt, gute zumal? (Und dann und was denn dann tun damit!?)

Chamäleons können ihre Augen unabhängig von einander hemisphärisch bewegen. Ihre dabei detektierten Sinneseindrücke zu synthetisieren bedarf es einer bemerkenswerten Gehirnleistung.

Schnellschnell geht gar nichts, und manches ist eine Frage der Generation: Forderte man etwa meine Mutter auf, sich ›ganz einfach da wo einzuloggen‹, sie früge, völlig zurecht, warum und wie es sich hier um ein ausgerechnet über die Frisur zu lösendes Problem handeln könne.

fool

Excuse me please, my ear is full of milk
Oliver Hardy in Going Bye-bye!

My Hovercraft is full of eels
Dirty hungarian phrasebook

Der Frühling ist heuer wieder einmal voller verrückter Gefühle. 

Spring!

Gerät

Freuen sind spranchlos
eMail-Betreff

Es war im Jahr 1763, wo der Hubertsburger Friede zur Welt kam und gegenwärtiger Professor der Geschichte von sich; – und zwar in dem Monate, wo mit ihm noch die gelbe und graue Bachstelze, das Rotkehlchen, der Kranich, der Rohrammer und mehre Schnepfen und Sumpfvögel anlangten, nämlich im März; – und zwar an dem Monattage, wo, falls Blüten auf seine Wiege zu streuen waren, gerade dazu das Scharbock- oder Löffelkraut und die Zitterpappel in Blüte traten, desgleichen der Ackerehrenpreis oder Hühnerbißdarm, nämlich am 21ten März; – und zwar in der frühesten frischesten Tagzeit, nämlich am Morgen um 1 1/2 Uhr; was aber alles krönt, war, daß der Anfang seines Lebens zugleich der des damaligen Lenzes war.
Jean Paul, Selberlebensbeschreibung

(…)
(Sprachlosigkeitsverweis)

Was denn das sein könnte, ein/e Freu? Und gar ein Spranch? 

Von manchem, von dessen Existenz wir keine Kenntnis haben, ahnen wir gar nicht, dass wir es längst schon brauchen hätten können. Dann aber, wenn es es beim Eduscho gibt, wissen wir es. 

Augenblicklich. Mit Freu, zu welchem Preis. Dann aber nicht mehr bar jedes Spranches.

Heute hätte Johann Paul Friedrich Richter Geburtstag. Den 259sten. 

Freu.

Doppelhaushälfte

Friedrich auf halbem Weg zum Double
orfon 

Doppelhaushälfte
beliebter peripherer Wohntraum

Oder, wie wir immer gesagt haben: Halb so doppelt.

Schon halbwegs ein ganzer Kerl, dieser Herr Friedrich. Im Zweier- und im Viererbob.

Es gibt Schauspieler, für die ist es Ehrensache, sich nicht doubeln zu lassen. Bébel, ach: Ehrenlegionsehrensache!

abgeworfen

35 Ferkel nach Unfall in Kärnten kurz ausgebüxt
orfon 

Geschehen in Eberndorf, von wo man, blickt man gen Norden, einen schönen Blick auf die Saualm hat. Und der Hochobir liegt südwestlich. Schön ist es dort. Was heißt eigentlich Obir? – Nein, nicht nachschauen! (Ich tu es auch nicht jetzt.) – Klingt jedenfalls irgendwie wie ein extra verwildertes Wildschwein: ein ausgebüxter Eber, dieser Obir.

Ich war schon oben.

In Eberndorf ist um den 19. März Josefimarkt. Sautoni.

Sie kommen wieder 

Grazer ging mit Samurai-Schwert und Pistole einkaufen
orfon

Es ist immer auch die Frage, welche Zahlungsweise vom jeweiligen Geschäft akzepiert wird, darum ist es gut, für alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Beim Heurigen (in der Buschenschank) etwa nehmen sie oftmals nur Bargeld an, keine Kreditkarte (schon gar nicht Diners). Genauso ist das auch beim Reinthaler. Aber, he, es ist nicht weit zum nächsten Bankomaten, du lässt einfach deine Sachen als Pfand im Lokal, bis du mit dem Geld zurückkommst und bezahlst. Das schaffen sogar die wenigen Japaner, die beim Internetgeheimtipp diese Beiinformation überlesen haben; allfällige Cowboys auch, und außerdem ist es fein, ausnahmsweise einmal unter sich zu bleiben, trotz Innenstadt, sollen doch zum Figlmüller mit ihren Kreditkarten. 

Die Top-Topfenpalatschinken gibt’s halt nur beim Reinthaler. Du zerteilst sie mit der Gabel.

offenbar annihiliert 

Tausende Taufen wegen falscher Taufformel ungültig
kurier.at

Jehova! Jehova!
(N. d. Red. bek.)

Die Meldung kommt am 422. Jahrestag der Hinrichtung Giordano Brunos auf dem Campo de’ Fiori in Rom. (Feuertaufe.)

Merke: Mit Gott lassen sich keine Händel treiben.

In Echt: Haben die noch andere Probleme? Ich vermute: Sie wissen nicht, dass. 

Noch bis gegen vierzig hat mir in unregelmäßigen Abständen geträumt, ich wäre bei der Mathematikmatura durchgefallen, was bedingte, dass mein gesamtes Leben ab Anfang Juni 1983 mit einem Schlag annulliert war, keine Matura, kein Studium, kein Applaus bei je irgendeinem Konzert. Und das ohne alle Begründung, dass ich derartige Träume haben hätte müssen, war ich doch ein leidlich guter Mathematiker und hatte mich selbst am allermeisten überrascht, indem ich gar mit einem Sehr Gut abschloss.

Offenbar hat es nicht gereicht.

High Noon

Grazer Frühwarnsystem für Sonnenstürme
orfon

Ich bin auf alles gefasst und auf nichts vorbereitet
Angela Krauss, Im schönsten Fall

Aber nur für Graz, inkl. Graz Umgebung mit Schöckelland, ausschließlich morgens, allerspätestens mittlerer Vormittag. Um elf muss Schluss sein!

Wer bietet mehr?

Virgin Galactic startet Verkauf von Flügen ins All
orfon

… als NFTs? Oder ganz in Echt? Ich kann’s nicht recht glauben. 

(Immer noch nicht.)

(…)

Achja, und zurück? Also, in Echt.

Dem All entkommen wir nicht. Niemand.

unreif

Sommerreifen: Achtjähriger zwischen Autos eingeklemmt
orfon

Unfassbar! Wie kann man ein achtjähriges Kind allein mit Sommerreifen auf die Straße lassen!

Unlängst haben sie ein Krokodil von einem solchen Reifen befreit, nach Jahren! Wie alt es wohl war, als es ihn bekam?

Manche, ihr Leben durchwandernd, reifen, andere, eilende, verfaulen.

Entpfahlung

I can’t understand why people are frightened of new ideas. I’m frightened of the old ones.
John Cage

Totempfahl
konventionelles Westernrequisit

Furchtsamsein ist – wir sind ja wohl in keiner Mutdiktatur! – grundsätzlich erlaubt, solange nicht andere obstruktiv angefurchtelt werden; es gibt aber – wir sind ja wohl in keiner Furchtdiktatur! – das Recht (vielleicht sogar eine gewisse Pflicht) zur Unverzagtheit. 

Das wird man doch wohl noch sagen dürfen. 

Nun, weiter. Viele furchtsame und sich besorgt gebende Menschen haben auf einen, wie es heißt, konventionellen Impfstoff gewartet: Hurra, jetzt ist er da, und er heißt so ähnlich wie der Vorname eines berühmten Tennisspielers, wobei einen sogleich ein dringlicher Verdacht beschleicht, dem aber hier nicht weiter nachgegangen werden soll, wird ja schon genug geraunt allüberall, und außerdem hat Serbien ja überhaupt keine Ostküste. 

Gesagt sei, dass wir uns gerne bei all jenen Dingen am besten auskennen wollen, von denen wir keine Ahnung haben müssen: Schisprunganzugsübergrößen und ihre Luftdichtemessung, Fußballtrainer, olympische Amateurparagraphen seit 1972, Geschwindigkeitseinschätzung in Fußgängerzonen, Pfannenantihaftbeschichtungsnuancen, Klumfüße und -brüste (…). In diesen Zeiten ist es natürlich zuvörderst die Epidemiologie, die sich rasch, wir erinnern uns schon fast nicht mehr, zu einer Pandemiologie hochevoltiert hat, weiters die Virologie (hat nichts mit Viagra® und seinen per eMail angebotenen Derivaten zu tun), und natürlich die Immunologie, die wiederum keine rein parlamentarische Korruptions- und Unschuldsvermutungsdiziplin ist, sondern auch als medizinisches Fachgebiet gilt. Da kennen wir sich aus! 

Viele Menschen (manche – es kann sich nur um die Minderheit handeln – meinen: viel zu wenige) haben sich mit einer Kategorie Impfstoff immunisieren lassen, die einen neuen Ansatz ins Werk und die Kanüle setzt, und seine Wirkung ist evident. Jedoch: »Emmerena, so ein Zeug kommt mir nicht ins System!«, wird hinaushausverständelt, unter ihnen sonntägliche Spaziergänger, die zu ihren im Großkollektiv abgehaltenen abendlichen Spaziergängen (allzuallein fürchten sie sich, steht zu befürchten) mit ihren Großautos vom Land in die Stadt gekommen sind. Mit dabei tragen sie Fahnen, mit denen sie reklamieren, auch dem jeweiligen Land, in dem sie Lärm und mehr erregend spazieren, anzugehören und Transparente, auf denen die tödliche Wirkung der Impfspritzen behauptet wird. 

Jetzt aber ist, es stand bereits weiter oben, der Gamechanger da!, endlich ein sog. herkömmlicher Impfstoff vorhanden, und auf den wollen viele dann schließlich doch noch gewartet haben. Jetzt aber BITTE, seids ihr alle blind oder deppert oder was? Einerseits behaupten, man wolle uns mit einer neuartigen Impftechnologie allesamt umbringen (vorher: chippen), um worauf zu warten – auf den TOTimpfstoff!? Bitte schaltet euer Hirn ein, zählt 1+1 zusammen und dann reagiert! Es ist doch wahrlich zum Sichindenafterspringen!

Manche können’s erwarten, und manche überhaupt nicht.

saukalt

Auch Saurier litten an Fieber und Husten
orfon

Wissen die Dinosaurier, dass sie ausgestorben sind?
Otto M. Zykan

Erforscht wird insbesondere, wie damals die Fieberthermometer ausgesehen haben und nach welcher Skala gemessen wurde. An ihre Kalibrierung wagt man derweil noch nicht zu heranzurühren, waren die Vorzeitechsen doch bekanntlich wechselwarme Wesen. Und grün, das sowieso.

Zum Frühling hin wird es wieder wärmer werden. 

verheddert

Telefonbetrug: So dreist sind die Maschen
kurier.at

Wir empfehlen schnurlose Telefone. Die sind völlig undreist. 

Vollkommen.

Wellenbrecher

Impfgegner-Autokorso im Wiener Prater untersagt
orfon

Ampel bleibt überall rot
orfon (unmittelbar darunter)

Manche Sachen lassen sich ganz leicht, etwa mit einer Ampel, lösen. 

(Kreisverkehr?)

Hügelland, Yetizeug 

Die dicht gesäten Maulwurfsmugel neben dem Bahndamm im Spätwinter. Eigentlich sollten sie Märzwurf heißen, die Maulwürfe. Oder Märzwerfer (m/w/d). Worin besteht ihre ökologische Rolle? Wie sehen (sic!) sie sich selbst darin?

Ab welcher Höhe kann man von einem Hügel sprechen? Wo verläuft die Mugel-Hügel-Grenze? In der Ebene? (Der Einfachheit halber und um Laborbedingungen zumindest ansatzweise nahezukommen.)

Es hat einmal einen entzückenden Film gegeben, da ist es um die Frage gegangen, ab wann eine Erhebung Berg und nicht mehr Hügel genannt werden darf. 

In einer wenig bekannten Erzählung berichtet Kafka von einem Dorfschullehrer, dessen Obsession es ist, einen Riesenmaulwurf zu beschreiben. Aber niemand glaubt ihm. 

Der Glaube, heißt es, kann Berge versetzen. Meinetwegen, inexistente, von da nach dort, sich denken. Dann aber sind sie nicht mehr wegzudenken. 

Wer Wem Was

Neandertaler und moderner Mensch gaben sich Klinke in die Hand
orfon

die klinke des pinguins
enigmatisches Langgedicht, Ernst Jandl 

Er gibt brav s’Pfoterl
Åber druckn tuat er’s net

Georg Kreisler, Der Hund

Ein Pinguin (Jandl: ›klinkenpinguin‹) fangt (fängt) mit einer Klinke (Jandl: ›pinguinklinke‹) wenig bis gar nichts an. Es steht zu vermuten, dass, seinerzeit, auch weder der nachmalig sich als modern evolutionär durchsetzende homo sapiens noch der dessen völlig unkundig am absteigenden Ast (auch so eine bildhafte sprachliche Hilfskonstruktion) sich befindende homo neandertalensis innewaren, was sie da einander reichten noch was sie je damit anfangen sollten oder könnten bzw. (neand.) sollen oder können hätten.

Pinguine jedweder Entwicklungsstufe sind wie die Menschen. Wir können einander die Klinke in die Hand geben, nicht jedoch das Wasser reichen. 

Wir kriegen dich!

Jörg Stibor versorgt uns mit dem Wetter
Radio Österreich 1, Mittagsjournal

Wenn das jetzt wirklich wahr ist, dann her mit seiner Adresse, und schon sind wir in seinem Vorgarten, dann aber Gnade dir Wettergott!

Bitte, liebe Mittagsjournalhauptmoderatorinnen, zügelt eure Zungen, züngelt eure Züge, wir leben doch in shitstürmischen Zeiten! Wetteraufregungsberuhigung ist angesagt. Wasserglasstürme, legt euch!

Unser Wetter wird im Atlantik gemacht. Sommers geht es auf den Azoren Hoch her, aber über Schottland liegt ein Tief. Länger noch. Da nützen keine noch so wetterbesorgtbürgerlichen Spaziergänge, Fackelzüge gar.

entschieden

Superschnelles Internet: Oft zu viel versprochen
orfon

Entscheide dich: Entweder super oder schnell. Beides: Geht nicht. Das wäre dann doch zu viel.

Zu vermuten steht, dass sich die überwiegende Mehrheit der Kunden (m/m/m) für die Option schnell entscheidet. Entschieden hat.

Na super. 

schweizen

lichtung
Gedicht von Ernst Jandl

Navi leitete Auto in Schneehaufen
orfon

I am ardning
nach Rod Stewart

Wenn es einen Hochsommer gibt (er wird kommen!), muss es umgekehrt Tiefwinter heißen.

Im Bezirk Liezen, da passieren in ebenjener Kaltzeit so allerhand Sachen. Der – gottlob glimpflich verlaufene – Unfall (ein Schneefall), von dem berichtet ward, dürfte mit einem falschen Reisezielverständnis (bzw. einem korrekten Reisezielmissverständnis) einhergegangen sein, Zitat: »Der deutsche Lenker gab an, dass er eigentlich auf dem Weg in die Schweiz war und von seinem Navigationsgerät fehlgeleitet wurde.« Hat das Navi also liezen mit schweizen velwechsert, was für Verben auch, und der Ort im Bezirk Liezen war Ardning, was wiederum eine englische Verbform sein könnte und offenbar vom System als eine solche gedeutet wurde. Ardning bedeute also fürderhin ›aufgrund eines korrekten navigatorischen Missverständnisses die Reise in einem Schneehaufen abrupt unterbrechen‹.

Idealerweise im Bezirk Liezen, nahe ad montem.

Eine Minute Dauerton 

Italien: Eltern fordern Blut von Ungeimpften 
Agenturmeldung 

Nun, es darf Entwarnung gegeben werden. Nämlich, in all dieser Bevölkerungsspalterei, wo allenthalben behauptet wird, dass die, pardon, Flachdenker/Querlenker (m/m/w) die sich zur Gesellschaft angeblich solidarisch verhaltenden Geimpften bis aufs Blut jagen würden, das stimmt sowas von nicht, denn umgekehrt ist es ist umgekehrt, völlig umgekehrt, man verlangt nach dem Blut der Ungeimpften!, das ist doch nicht zu glauben, tatsächlich wahr, nicht sie hetzen, man hetzt sie, zumindest ärger als die Juden im Holocaust, das sowieso und nun ist es wieder einmal endgültig erwiesen!

Opfer, wir brauchen Opfer! Oder müssen diese zumindest erbringen; am besten bei den anderen.

abgerungen

Bei der Errichtung der Klinik Floridsdorf (bis 2020 Krankenhaus Nord) konnten die befürchteten Mehrkosten von 400 Millionen Euro doch noch abgewendet werden. Die 95.000 Euro für die Aktivierung des Energie-Schutzrings haben sich somit voll hereingespielt.

Was für ein Einsparungspotenzial, übersiedelten wir samtundsonders baldmöglichst auf den Saturn!

Seinerzeit, die Mondrakete hat ja schon Saturn geheißen.

umgekehrt

Papst wollte als Kind Fleischhauer werden
Talkshowoutput

Ist das nicht sympathisch? Ein unschuldiges Kind entsagt allem Fleischlichen! Blicken wir indes auf die Geschichte des Papsttums, so müssen wir vermuten, dass etliche Papæ Francisci antecessores neben ihrem Heiligen Amt die Schlachterei hobbymäßig nebenher ausgeübt haben. Ist eine Berufung.

Heute ist endlich Aschermittwoch, da gibt es kein Fleischhau, nur Fleischbeschau, nix angreifen!

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Aus gegebenem weltpolitischem Anlass – und um eventuell aufkommenden Verstörungen entgegenzuwirken – verweise ich das obige Mission Statement; seinerzeit, in der früheren Version des Mütterlog führte ich auch noch den folgenden Præcisierungstext mit im Gepäck, nämlich,

(…) dass das muetterlog keinesfalls ein tagesaktuelles Kommentarmedium sein kann – und das auch gar nicht will. Auch möge der Umstand, dass ich meine Beiträge bis zu vier Wochen im Voraus verfasse, mich (und Sie, die pt. Mütterlogionäre und -ören) davor bewahren, heißläufig-schnellschießende Befind- und Meinerlichkeiten abzusondern. Danke also für Ihr Verständnis, wenn sich hier keine auf aufpoppende ***BREAKING NEWS*** (sie mögen noch so tragisch, unfassbar oder skurril sein) reagierende Noten finden: Die Welt ist allzu voll davon, und nicht zuletzt deshalb findet man mich auch nicht in den sog. sozialen Medien.
Indes, Grundhaltungen bilden sich aus distanzierterer Perspektive ohnehin zuverlässiger ab, steht zu hoffen. (…)

erkostet 

Besonderes Augenmerk legten die Krapfenexperten bei der Blindverkostung heuer auf einen stimmigen goldbraunen Farbton (…)
derstandard.at

Hebe deine Augen auf!
Gehört bei Felix Mendelssohn

Sich aufsparen: Sinnlicher Triebaufschub ist bei Krapfen der Güte, wie sie etwa unser aller Ströck liefert, ein Gebot der Stunde: wird doch dadurch der Genuss noch weiter gesteigert, ist es erst einmal so weit.

Wie wird man eigentlich ein Krapfenexperte? Eine Krapfenexpertin? Ihre die Farbtonempfindung so eindrucksvoll zu substituieren geschulte Oralhaptik und Olfaktorik verdient den allergrößten Respekt, vor dem nicht nur jeder Önologe (m/w/d) nur die Augen niederschlagen wird können.

bei Fuß!

Eigenes Haus angezündet: Zehn Monate Haft
orfon

Sei gerecht!
Franz Kafka, In der Strafkolonie

Wie!? Was!? – Unbedingt Fußfessel! Der soll seine Strafe daheim absitzen können müssen! 

Was für ein Hochgefühl, vom elektronischen Schreibtisch daheim aus seine unfehlbaren (weil nicht einlösebedürftigen) Urteile fällen zu können. 

Für einen Haftantritt wäre Anfang Februar ideal geeignet, der aber ist für heuer schon vorbei: Irgendwie geht alles immer schneller, und irgendwas bleibt immer haften.