mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


volatil

Vogelperspektive 
Begriffsprägung

Schwammige Begriffe sind breit beliebt: wir wollen uns vorstellen können, was wir uns vorstellen wollen. Was haben etwa die Perspektiven der stets seitlich angebrachten Augen eines Schwans in unterschiedlichen Lebenssituationen (bürzelhoch grundelnd; Fütterkinder chhhh geifernd angehend; vom Parsifalpfeil halsdurchbohrt brechenden Blicks abstürzend) miteinander zu tun? 

Nicht alle sind immer Adler. 

Und da reden wir noch gar nicht vom Dodo.

42 nach 18

echt siech
ächz ich
sechzig

Ernst Jandl

Ächzen. Kräftig ächzen. Heftiges Ächzen. Bei jeder beugenden Bewegung, bei jeder streckenden Bewegung: heftig ächzen.

Aber immer voll ironisch.

Derweil (37 nach 18), fast immer.

Grounding 2.0

Schweizer Überlegungen zu Piloten als Lokführer
orfon

Bei der Namensgebung ihrer nationalen, mittlerweile deutschländisch bemutterten Fluggesellschaft haben sie bereits in weiser Voraussicht auf jede Festlegung aufs luftige verzichtet: Manchesmal ergibt sich eine zweite Chance, und diesmal werden die Schweizer sie wohl zu nutzen wissen. Nach dem deftig versemmelten Grounding der (seinerzeitigen) swissair im Oktober 2001 wird ihnen das nun locker gelingen. Verlockend: vom Cockpit ins Lokpit, und sie dürfen ja eh weiterhin ganz vorn sitzen.

Ob’s erhebend ist für sie, so erdgebunden?

Achja, leidig, Piloten.

Merke jedoch: Auch Pilotinnen ist nichts verbotinnen!

Fundamental

Römische Mauern bei U-Bahn-Ausbau gefunden
orfon 

In Wien! Das ist doch bitteschön keine Sensation! Wie aber wäre es, fänden sie in Rom wienerische Überreste, Artefakte!?

Die Geschichte muss beständig neu geschrieben werden. 

Jetzt geht’s ab, Richtung Zukunft!

angesteckt

This is the greatest elephant in the world except himself
nach Heinrich Heine

Endlich hat sich auch er infiziert. Der beste je sich infiziert habende President of all times ever! Zeit ist es geworden, zu beweisen, was ohnedies klar war.

Bestspreader. 

Grab him!

subsidiär

Graz-Karlau: Häftlinge sollen Terrorzelle gebildet haben 
orfon

Aus nur allzu verständlichen Gründen ist bei der Planung eines Gefängnisses ein solcher Raum zwingend vorzusehen. Offen bleibt, in welchem Trakt genau die Terrorzelle untergebracht wird. Dass sich nun die Häftlinge jedoch selber darum annehmen, dürfte auf Überforderung der Behörde hindeuten und sollte jedenfalls strafmindernd angerechnet werden.

übernächtig

Eine vermeintliche Entführung einer 19-Jährigen hat in der Nacht auf Sonntag für Aufregung gesorgt. Ein besorgter Vater dachte, dass seine Tochter entführt worden sei – wie sich nun aber herausstellte, war es weder eine Entführung noch seine Tochter.
orfon

Es wäre doch wirklich äußerst unsportlich, sich so einfach zur Auflösung weiterzuklikken. Und doch sind wir alle um den vermeintlichen Vater besorgt.

Wann wohl der Sohn heimgebracht wurde?

strenge Lehre

Alle Teilnehmenden müssen sich künftig in den Präsenzveranstaltungen sitzplatzscharf registrieren (einbuchen) und zum Ende der Veranstaltungen in gleicher Weise wieder abmelden (ausbuchen), um die »besondere Rückverfolgbarkeit« nach § 2a der Corona-Schutzverordnung im Infektionsfall zu gewährleisten. Dies gilt für Studierende und für Dozierende.
TU Dortmund, Handreichung zum Präsenzbetrieb für das Wintersemester 2020/21

Studieren mit physischer Präsenz kann heutzutage so erregend sein!

Und erst das Lehren!

Labilitätspakt?

Anschober: Stabilität erreicht, Halbierung angestrebt
orfon

Allzuviel ist ungesund: Geht’s dem Esel zu gut, geht er aufs Eis tanzen, heißt es. 

Im Französischen gibt es zwischen invalide (unwert) und valide (wert), in der Mitte, den semivalide (den Halbwerten). Wird Zeit, dass sowas auch bei uns implementiert wird, von welcher Seite immer.

Flamingos können Stunden auf einem Bein verharren, in dieser Position sind sie alles andere als labil.

Koinzidenz

Erzberg betreibt Schwerlaster mit Strom 
Shell streicht tausende Stellen

orfon 

Vor etlichen Jahren waren diese kybernetischen Phantastereien vom Falter in New York, der in Europa einen Sturm entfacht, recht beliebt. And now: The Erzberg strikes back. 

Jack Lemmon, lebte er noch, er könnte sich warm anziehen.

ned weid her

Am 30. September 2020 haben also The Flintstones ihrern Sechziger gefeiert.

Wir haben es geahnt, gewusst: Weit sind wir noch nicht der Steinzeit entronnen, und das sei bitte kein Anlass, euphorisiert »Yabba Dabba Doo!« zu skandieren.

höchst beunruhigend

Sie haben in ein Fachgeschäft für Sicherheitsschlösser eingebrochen. Man würde ja meinen, dass es da wenig verwertbares zu holen gäbe, und so ist es ja ohne Zweifel. Aber sie haben nichts mitgenommen, und Spuren haben sie auch keine hinterlassen.

Was da dahinterstehen mag?

Höchst beunruhigend das.

dauernd

»Und morgen?«, fragt das Vorschulkind (Brille, abgeklebtes Auge) im Zug die Mutter, immer wieder, und immer im gleichen Tonfall. Das dauert die Leute, unhörbare Unruhe im Waggon keimt, Gefahr. Die Mutter tut dennoch gut daran, die Frage beharrlich zu ignorieren, jede Antwort zu verweigern: was können wir schon wissen?

Und heute?

Es dauert.

unintegrierbar

SIEGFRIED.
Was nahmst du am Eide nicht teil?
HAGEN.
Mein Blut verdürb euch den Trank;
nicht fließt mir’s echt
und edel wie euch:
störrisch und kalt
stockt’s in mir,
nicht will’s die Wange mir röten.
Drum bleib ich fern
vom feurigen Bund.
GUNTHER zu Siegfried.
Laß den unfrohen Mann!

Richard Wagner, Götterdämmerung

Der Kandidat der türkisen Partei (ein GERNOT), der sich ohne alles Heucheln den Wahlen in Wien stellt und wohl die Stadt übernehmen will, fühlt sich cyborgesk-neutralen Blicks das Handgelenk, dort, wo der Puls wäre. Auf dem Plakat schreiben sie etwas von Integration. 

Wie dieser Humanoide (geschaffen nicht gezeugt) es überhaupt nur zu versuchen vermag, sich einen Puls zu messen, wo doch alles andere als Blut in seinen Schaltkreisen zirkuliert.

Der erste Schritt, Gegner abzukanzeln, ist, ihnen jede Menschlichkeit abzusprechen. Hier kann er, MUSS er ausfallen. Ersatzlos.

(Hagen übrigens ist nie gewählt worden.)

Präzisierung

Heim-EM im Segeln wichtige Standortbestimmung
orfon

Einzig fest an einer verankerten Boje verzurrt lassen sich valide Ortsangaben machen. 

Wer wird Sieger? Wo genau?

unaufhaltsam

Starkregen als Mittel gegen Trockenheit
orfon

Immer wieder wissen die angewandten Wissenschaften mit unkonventionellen Ideen zu faszinieren. Gespannt warten wir auf zahlreiche Spin-Offs.

höllisch hell

Testen, testen!
Politische Forderung

Schimmer am Horizont
Politische Behauptung

Im Tunnel gibt es beliebig viele Horizonte. Licht am Ende des Horizonts? Welches Ende? Welcher Horizont?

Wir werden wohl die Wahlen abwarten müssen. 

Wien, Welt. 

unsolidarisch

Flexible Solidarität 
Kanzlertugend

Zusätzlich im Angebot: Flexibles Verhungern. Flexibles Anderwandstehen. Flexibles Ertrinken. Weitere Features sind in Ausarbeitung, wir erweitern beständig, auf Zuruf. 
Eigentlich unverständlich, warum da der Herr Orbán nicht dabei sein mag. 

Verstörend. 

Auf!

AUA plant Schnelltests für Passagiere
orfon

Wir kennen es vom Landen. An Zielorten in südlicheren Ländern genügt oftmals bereits das Aufsetzen der Hinterräder, und schon schnellen sie hoch von ihrem Sitz, auf die overhead bins! Es erfolgt die gelangweilt-eindringliche Durchsage, die Leute mögen sich doch bitte wieder hinsetzen »until the airplane has come to a complete and fully stop«. Bei uns im gemütlichen Wien geht das Drängeln erst beim schrittgeschwindigen Rollen zur parking position los, die Fenstersitzer gegen die diesbezüglich vorausschauenderen Gangsitzer – dabei werden die devoten Mittelsitzer generell ignoriert, oftmals regelrecht zerrieben. 

Jetzt wollen wir aber wissen: Wie kann ein derartiger Schnelltest eigentlich ablaufen, perfekt standardisiert? So ähnlich, wie wir das von Crashtests kennen?

Wie schnell können Sie sitzen?

Auf Gegenseitigkeit

Verunsicherung bei Vereinsmitgliedern 
orfon

Allgemein bekannt ist ja, dass etliche Versicherungen als Vereine organisiert sind. 

Jetzt, wie!?

Blaumäuse

›Ibiza-Video‹: Ermittlungsstopp zu FPÖ-Vereinsspenden
orfon

Lokalaugenschein im Defereggental, Pension Edelweiß. Ein in seiner Umgebung schlichtes Häuschen, man könnte sagen liebenswert-ärmlich: Da ist nichts zu holen. Lediglich ein paar Motorräder mit UU-Kennzeichen davor, am Solder, müde lederne Graurücken (Silber- wäre euphemistisch). Ansonsten nichts verdächtiges weit und breit.

Da wird sich wohl jemand finden müssen, der eine Spendenaktion aufzieht. 

Das Gold ist immer verborgen, am Horizont ein Schimmer.

Hot Stuff

Zu viel ist zu viel
Petition (sic!)

Genug ist nicht genug
Generationenmotto (Konstantin Wecker)

Hier geht es um den Lärm, den Motorräder verursachen. Der für die Kalte Kuchl regional zuständige Bürgermeister stoße jedoch bei den Behörden auf taube Ohren, heißt es. Was sonst?, denkt der Rezipient. Muss doch die Behörde an sich taub und blind sein für Befindlichkeiten, damit sie planmäßig und gerecht vorgehen kann. Dabei werde ohnehin bereits strengstens kontrolliert: 

Ein Lenker war mit knapp 170 km/h unterwegs, elf Motorradfahrer mussten ihren Führerschein abgeben. 
kurier.at

Sippenhaftung im Verhältnis 1:11, sowas gab es nicht einmal in finstersten Zeiten, werden da die Biker wohl – nicht zu unrecht – gegen derartig drakonische behördliche Maßnahmen einbringen.

Es muss, überall, an belastbaren Argumentationsstrategien gearbeitet werden.

Aufbruch.

Evolution

Ilsebill salzte nach
Günter Grass, Der Butt

Im Lauf der Zeit verfeinert sich alles, bis zu einem gewissen, hochartifiziellen Grad, wo es so nicht mehr weitergehen kann. Dann kommt ganz Neues.

Ob man von einer Entwicklung des (stets ehrlichen) Handwerks zum Höheren sprechen kann, wenn auf einen Salon Scherer in perfekter matrilinearer Erbfolge (Tochter folgt Mutter) ein in standesgemäßer Verehlichung erworbener Betriebsname Salon Schneider ward? Im obersten Lesachtal ist es so geschehen, und in der nächsten Generation wird es wohl zumindest ein Salon Bittenurdiespitzln werden müssen. Und dann noch weiter, höher, mit Haarverlängerung und Wasserstoff, wasweißich…

In Leoben hat sich eine Friseursdynastie gar bis zum Hairgott hochevoltiert. Dann aber muss es wieder von vorn losgehen. 

Oder es kommt ganz Neues.

Schlieferservice

Gemeiner Ohrwurm löst Trinkwasser-Chaos aus
Kronenzeitung

Lass mich dein Badewasser schlürfen 
erotische Phantasie (histor. Ohrwurm, harmlos)

Chaos in unserem so uniform dahinrinnsalisierenden Trinkwasser, das wollen doch die sich so regsten Zulaufs erfreuenden aluverhüttelten Verschwurbeler dieser Tage: dann sei es nämlich informierter. Könnte man also nicht diesen so unsensibel mit gemein apostrophierten Ohrwurm in einer tauglichen Potenz auf Globuli träufeln und in sämtliche Wasserspeicher und Verteilerrelais ein-, d.h. ausbringen? 

Es wird uns allen gleich viel besser gehen: Sämtliche (sämtliche!) Seuchen können sich schon jetzt schön warm anziehen.

Wo nicht überall die kuriosesten erotischen Phantasien so lauern; ungemein populär das alles. 

Reaktor (säkular)

Ein Kelomat kann Kartoffeln beschleunigen
Harald Gsaller, zack!

Ein im Sommer 2020 aufgekommenes Video, welches angeblich zeigen soll, wie Kanzler Kurz Tomatensugo für die Mutti zubereitet, ist als plumpe Fälschung enttarnt worden. Kanzler Kurz, in solchen Dingen gelassen, hat nicht einmal nicht drauf reagiert.

Wirklich, Kanzler Kurz ist der beste Nichtreagierer, den wir je hatten. 

So regiert man heute. 

Reaktor (sakral)

Der Teufel trägt Prada
Film mit Heidi Klum as herself (2006) 

Häppi Börsdäi tu juu
Mamilade im Schuu

Die Kinder im Zahnwechsel feiern die Mutti

In den Schuhen des Fischers
Film mit Anthony Quinn (1968)

Ihm träumte, der Tomatenhasserin träumte, sie sei Innenausstatterin für die feinen Leute und habe den Auftrag, dem Bischof von Völkermarkt (wohl von einem durch Sezession zu errichtenden Bistum St. Paul-Völkermarkt) einen bestimmten 60er-Jahre-wöntädsch-Schuhschrank aus Klagenfurt zu holen, den sie zwar (mit seinem Bargeld) bezahlen musste, aber nie zu Gesicht bekommen sollte. Wegen des Transports möge sie sich keine Sorgen machen, das schaffe sie schon, sagte der Kirchenfürst und dabei blinzelte er nicht, sondern er zuckte eher, mit dem Rand der linken Augenbraue, ein-, zweimal, nicht unfreundlich, aber bestimmt: eine – nicht unangenehme – Autorität.

Von 2005 an gab es einen Papst, der stand auf (in) rote(n) Schuhe(n). 2013 verzichtete er auf sein Amt.

Tomatenmarmelade gibt es auch, und sie ist nicht mit Ketchup zu verwechseln.

(Ob es sich bei der geschilderten Traumsequenz um eine erotische Phantasie handelt, ist nicht ganz so leicht zu sagen.)

Kalbtraum

Am Plöckenpass, keine 20 Meter nach der Grenze. Das Rindvieh war so schnell vors Auto gesprungen, er hatte, was für ein Glück, bei grenzübergangsadäquater Geschwindigkeit so unmittelbar gebremst, dass das Tier, als winde es sich geschmeidig um eine Slalomstange herum, ohne irgendein Touchieren an der Motorhaube vorbei nach rechts weggaloppieren konnte, und die ganze Szene erschien mit einemmal wie ein nicht im wirklichen Leben sich ereignet habendes Traumgesicht. Nicht einmal zum Ausschütten von Affekthormonen war es gekommen, zu schnell das alles.

Die Nacht darauf träumte er unauffälliges Zeug, tagesrestlos.

Was das Kalb wohl beim Wiederkäuen im Schlaf heimgesucht haben mochte?

Harr Harr

Die schattenhafte Truppe von rechtskatholischen Überzeugungstätern rund um Kurz ist das eigentliche Machtzentrum der Republik. Sie wollen den Österreichern gern etwas vorschreiben. Sie verbinden katholische Kaderdisziplin mit einer Begabung für diskretes Rempeln, wenn keiner hinschaut.
Hans Rauscher, derstandard.at

Nicht nur Rempeln, auch diskretes Treten. Und wenn’s gut kommt, vom aus dem Vorhangschlitz herausragenden Bein, gut sichtbares Treten; der Tretende selbst bleibt selbstschweigend unsichtbar. 

Als Zugabe die besondere Kaderspezialität: sichtbare Bewegungslosigkeit.

Fremdwörtliches Spüren

Ein bisschen mehr wäre weniger weniger 
Jean-Claude Juncker

Es geht um Solidarität. Ob man auf österreichischer Seite ein bisschen einen größeren Beitrag leisten könnte. 

Können täten wir ja. 

Der Kanzler befeuchtet seinen Finger mit seinem destilliertwässrigen Speichel und natürlich spürt er nichts, was ausufernde Humanität rechtfertigen würde: Chitinpanzer sind fühllos, schmerzfrei; 

-haft für viele. 

In Deckung!

Hagelkorngroße Taubeneier!
Hagelkorngroße Tischtennisbälle!
Hagelkorngroße Tennisbälle!
Hagelkorngroße Kegelkugeln! 
Hagelkorngroße Straußeneier!
Hagelkorngroße Fußbälle!
Hagelkorngroße Basketbälle!
Hagelkorngroße Pezzibälle!
Marillenpoesie

Medizinbälle, wir brauchen dringend Medizinbälle!

Recht hat es

Schwechat verkauft Multiversum
orfon

Recht hat er
historischer Werbewahrspruch

Angefangen hat es mit Peter Schlemihl, der einst (um 1813, ein Großes Jahr) seinen Schatten verkauft hat. Seit 1980 gehört der Mond Dennis Hope (man glaubt’s nicht: ein Amerikaner!), der ihn seither fleißig parzelliert, sodass, wer will und entsprechend liquide ist, frohgemut sein lunares Sacherl planen kann. 

Sind alles Anfänger, wissen wir nun. Die Schwechater halten sich nicht mit so Kinkerlitzchen wie unserem Sonnensystem auf. Unsere Galaxie, ja selbst das Universum scheint ihnen zu lediglich vierdimensional.

Jedoch: Man passe auf, wem man das Multiversum (wir nehmen an: zu astronomischen Preisen) verhökert. Bereits beim Schlemihlschatten war’s eine dunkle, eine sehr dunkle Gestalt.

Wie dem auch sei: Ein paar Promille genügen.

Ich bitte, mich an den Zinsen zu beteiligen.

durchschaubar

Beethovens Brille in Baden zu sehen 
orfon

Das Pendant zu Beethovens Brille wäre wohl ein (noch aufzufindendes) Hörrohr Schuberts. Verfügte man über beides, würde das einem aber immer noch nicht die persönliche Genialität garantieren.

Aber bereits vor-ausgerüstet wäre man. Ein Anfang, immerhin.

Geammtes Gespräch

Amm am Ende des amm mühsamen amm Interviews mit der amm Impf-amm-expertin ammt auch die fragende amm Journalistin. Amm dabei hätte die amm Immunologin inhaltlich amm Relevantes zu amm sagen. Amm, gehabt. Schad drum. Weil wenn du als Zuhörender einmal das Ammen bemerkt hast, fokussierst du unweigerlich darauf, hörst bald fast ausschließlich ein einziges, durch unwesentliche Satzfetzen unterbrochenes Ammen, nichts anderes mehr. Worum es – vorgeblich? tatsächlich? – geht, entschwindet dem Wahrnehmungshorizont: Sie redet, als ob sie sich permanent dagegen wappnen müsste, nicht vom Wort zu kommen, wie wir das aus fernsehübertragenen Streitgesprächsrunden kennen. 

Wie aber kommt es soweit, dass jemand eine derart das Zuhören verstörende Sprechweise verinnerlicht?

Wer was zu sagen hat, soll reden dürfen. Können, das bitte amm schon auch. 

hergerichtet

Fertiggerichte machen alt
orfon

Alt werden wollen wir alle. Alt sein halt weniger: Es macht einen schlicht fertig. 

Und da reden wir noch gar nicht vom Jüngsten Gericht.

Expedition (2)

Laufen, laufen, auslaufen, auslaufen lassen. Alles rauslaufen lassen. Und nach dem Laufen in den Fluss. Hinunterschwemmen, alles abschwimmen. Sich neu formieren, mit Gelassenheit imprägnieren. 

Da sind die Schwäne mit ihrem phänomenalen Bruterfolg: Alle fünf Jungen haben sie durchgebracht, sie sind schon mitten im Flugtraining. Flugmuskulatur kräftigen, anlaufen auf dem Wasser; noch heben sie nicht ganz ab. Aber unter den Flügeln sind sie bereits weiß. Sie müssen fliegen lernen, weil das tarnende Grau von ihnen weicht. Es geht alles seinen Gang, fliegt seinen Flug. Tut das wohl, den Schwänen zuzusehen! Die Welt besteht zugleich auch aus Aufbauendem, nicht nur aus Absterbendem oder mit Mühe seine Höhe Haltendem.

Werden Schwäne, wenn sie alt sind und das Fliegen beschwerlich wird, wieder grau, so wie die Menschen?

Expedition (1)

Aufsichtsservice am frühen Morgen, die Mama ist beim Zahnarzt heute die erste, wegen der Abdrucke für die dringend überfälligen Prothesen. 

Papas Anziehen zieht sich. Unterhose, linkes Bein, Unterhose, rechtes Bein. Kurz verweilen. Hinstellen zum Sockenanziehen, jeder einzelne Socken bedeutet mühsames Bücken, der rechte ist der zähere, aber zäh auch der linke. Rasten. Jetzt die Hose, die neue Kurze (die Obrochane). Hemd, rechter Ärmel, Hemd, linker Ärmel (der blöde).

Alles braucht seine Zeit. Und bekommt sie. Auch das Kaffeewasser im Wasserkocher wird zubereitet, als handle es sich um ein komplexes Laborexperiment. Ist es.

Alt sein ist eine große Expedition. Die größte, wen es selbst betrifft. 

Allerheiligstes (7)

Beim Belenus!
Anrufung (veraltet)

Niemandem fiele heutztage ein, irgendwelche antiken Götter anzubeten, obwohl diese wiederum, zu ihrer Zeit, die vorangegangenen alt aussehen ließen. 

Allerheiligstes (6)

Ich staune über die Kirchengelehrten, die sich – in unseren Tagen! – über derart Allerheiligstes so ernsthaftigst gelehrteste Gedanken machen. Am meisten über die, die ich als vernünftige und lebenspraktisch höchst fähige Menschen kennenlernen durfte, mit einigen bin ich sogar befreundet. Diese Zaubersphäre, die sie zuzulassen in der Lage sind, dieweil sie ansonsten – oftmals brillant! – mit beiden Beinen auf der Erde stehen.

Es gibt die Metapher vom Blinden Fleck, den jemand hat, etwas, das jemand geflissentlich übersieht (übersehen muss!), damit sein Lebenskonstrukt funktioniert und nicht zusammenbricht. Vielleicht muss man den Zauberkern der Religion als Blinden Fleck bezeichnen; den man hier aber nicht übersieht, sondern, ganz im Gegenteil, aufs hellste bestrahlt, sodass man meint, er leuchte leuchtend wie der Morgenstern von selber, sodass er (dieser Blinde Fleck) zugleich das Hypo- und Epizentrum des Gesamtsystems darstellt. Von da aus ist alles weitere Emanation einer scholastischen Fingerübung. 

Was jedoch übersehen wird: Ganz im Zentrum ist ein Schwarzes Loch.

Allerheiligstes (5)

Es kann als gesichert gelten, dass berufene Gelehrteninstanzen diese Allerheiligsten Dinge erschöpfend durchdekliniert haben. Mein wie naives Fragen hier ist nichts als ein Verweis auf meine peinliche Ungelehrtheit in Sanctissimis. Es sei keinesfalls als blasphemische Lustigmacherei zu verstehen. Da nun bei allen Glaubenssystemen ihre inwendig logische Folgerichtigkeit fasziniert und mir das christliche, im speziellen das katholische, aus einer einmal bis zu einem gewissen Grad erlangten Innensicht vertraut ist, staune ich hier umso mehr, und erst nach Jahren einer irgendwie fröhlichmachenden Distanzierung erscheinen mir gewisse Dinge als zunehmend skurril, lassen mich den Kopf schütteln, wie Menschen all diese merkwürdigen Verschwurbelungen glauben können, glauben wollen. 

Einst mussten sie. Dran glauben. Immerhin, ein Fortschritt; der jedoch nur an der heutzutage hierzuweltgegends fehlenden Durchsetzungsmacht hängt, was ein dünner Faden binnen kurzem sein könnte.

Allerheiligstes (4)

Allerheiligstes. Überhaupt: Was für ein Begriff. Genügte nicht ›Heiligstes‹, ja, einfach: ›Heiliges‹? Oder sagen sie nur in Österreich so? Weil etwas in Österreich ja nicht verboten ist, wenn etwas ›verboten‹ ist, auch nicht, wenn etwas ›streng verboten‹ ist, allenfalls, wenn etwas ›strengstens verboten‹ ist und ganz sicher erst, wenn etwas mit ›Strengstens verboten! Jeder Missbrauch wird bestraft!‹ verboten ist.

Allerheiligstes (3)

Betrachten wir nun das zerbetete, ablaufende Allerheiligste um 21.44, an dessen Statt das frischere Allerheiligste um 21.45 eingesetzt wird, so ist das neue Allerheiligste gewissermaßen als Allerheiligsteres zu klassifizieren und das einen Tag hindurch zerbetete lediglich als Allerheiligstes. Weitere Superlative müssen sich folgerichtig anschließen: Allerallerheiligstestes und so weiter, irgendwann kommen arabische, römische Ziffern dran, und bald Potenzierungen. Das ist die Lösung. 

Zahlen gibt es, die sind größer als die Gesamtzahl der Atome im Universum, und nicht nur in diesem. Irgendwie hat das was Homöopatholgisches. 

Man kann sich das gar nicht richtig vorstellen.

Allerheiligstes (2)

Wie ist das mit dem Ablauf vom Allerheiligsten? Hat das Allerheiligste ein Allerheiligstes Ablaufdatum? Ist es etwa nach einem Tag Anbetung zerbetet? Kann einem Allerheiligsten eine solche Zerbetung überhaupt etwas anhaben? Wäre das nicht ein Hinweis auf eine Gar-nicht-so-Allerheiligstkeit?

Allerheiligstes (1)

Leoparden brechen in den Tempel ein und saufen die Opferkrüge leer; das wiederholt sich immer wieder; schließlich kann man es vorausberechnen, und es wird ein Teil der Ceremonie.
Franz Kafka

Aufnehmen im – (beinahe) leeren – Dom, solange es geht. Um zehn machen sie zu. Hinten beim Seitenaltar ist die Ständige Anbetung des Ausgesetzten Allerheiligsten. Jeden Abend um dreiviertel zehn wird es ausgetauscht gegen das Allerheiligste vom kommenden Tag. Die Aussetzungsanbetenden beten wechselweise mit dem Allerheiligstenaussetzer ihre Anbetungsformeln, es ist das weltumspannend vertraute Call-And-Response-Schema, und es dringt, nicht unangenehm, nach vorne als wabernder Litaneibrei, sodass es Teil des Stücks wird, das ich ins Hauptschiff spiele.

Zentraldilemma

Was an Wahrheit gerettet wird auf dieser Welt, wird an Magischem eingebüßt. 
Albert Vigoleis Thelen

Was waren wir enttäuscht, als uns der Onkel zeigte, wie er es anstellte, dass er den Daumen eben nicht in die Faust abgerissen und von dort in die Luft weggezaubert hatte. 

Anders gesagt: Früher war mehr Lametta. 

Haydnarbeit (2)

Die Schöpfung ist übrigens – entgegen anderslautenden Behauptungen – von Haydn und van Swieten. Das Libretto bezieht sehr alte Quellen ein, die sich aus Menschheitserzählungen nähren, deren Sachgehalt leider (besser: zum Glück; Gottseidank hier wäre wenig angebracht) als de facto in keiner Weise wissenschaftlich belastbar gelten muss.

Von wem also die so wunderbar besungene Gesamtschöpfung sei, ja, ob es so etwas überhaupt geben könne, kann nach wie vor nicht gesagt werden. 

Soviel ist sicher.

Haydnarbeit (1)

Nomen est aut non est omen: Man kann nicht vom Namen auf die Funktion, gar die sinngemäße Ausfüllung einer Funktion schließen: Es gibt einen demokratisch legitimierten Landeshauptmann mit Namen Kaiser. Ein Erzbischof und Kardinal hieß König. (…)

Ob man einem mit Namen Haydn ein hohes Kirchenamt übergeben würde? Vermutlich ja, wenn die sonstigen (die eigentlichen) Bedingungen erfüllt sind. Und doch, man würde meinen, dass man einem mit Namen Haydn besser irgendetwas Verantwortungsvolles im Bereich Kunst, Musik gar, anvertrauen können sollen müsste. Steuerberater? Warum nicht? Steuerberater für Komponisten. Warum nicht?

Wir haben nun das Ende vom August erreicht. Deswegen muss der Text hier abbrec

blümerant

Ausrechnen … abrechnen … wer ist überhaupt zurechnungsfähig? Abrechnungsfähig?

Manches, das leicht auszurechnen wäre, ist auf den zweiten Blick doch nicht so leicht auszurechnen, abzurechnen gar. Wer ist wem zuzurechnen?

(…?…)

Meinen Einstieg in die persönliche Künstlerei hat als zuständiger Minister Rudolf Scholten begleitet, und zwar wirklich und irgendwie nahbar, tatsächlich persönlich: Es hat vorkommen können, dass er bei einem Konzert aufgetaucht ist. In jener Zeit fand ich auch meinen Steuerberater. Er ist mir bis Blümel treu geblieben und hat sich dann in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 

Es gibt unter Steuerberatern erfreulich viele Scholtens. Den größeren, glatteren, bewährte Kanzleien aufkaufenden hingegen eignet oftmals etwas bestürzend Blümelhaftes.

Ich muss mich übergeben.

Knochenarbeit

Die Gebeine der legendären Königin Nofretete wurden nach wie vor noch nicht gefunden
orfon

Man suche weiter. Das kann doch nicht so schwer sein!

kleinkariert?

(Nachtrag)

Werden Würfelnattern eigentlich auch von Pferdebremsen gepeinigt? Auf Zebrastreifen? Seit wann?

abbremsen

Das Rätsel, warum Zebras Streifen haben, geht weiter 
derstandard.at

Teilweise aber gilt es als gelöst. Also zumindest zu 50%. Und sie könnten auch kariert sein, das würde gleichermaßen vor Pferdebremsen schützen.

Bei der Annäherung an einen Zebrastreifen müssen alle Autos abbremsen.

In Österreich gibt es Zebrastreifen seit sechzig Jahren.

Stammtisch

Auf seine alten Tag’ zeigt Papa nun völlig ungeahnt Potenzial zum Politiker, zum Demagogen gar.

Dass er sein Beiried nicht und nicht durchschneiden kann, könne eindeutig nur daran liegen, dass sein Messer bei weitem nicht so scharf schneide wie meines. In stupender Privatlogik begründet er, wie er es schließlich ohne Gesichtsverlust doch zulassen kann, dass ich ihm sein Fleisch am Teller in mundgerechte Stücke schneiden darf. Und weil es warm halt doch besser schmeckt.

Es schmacket ihm. 

Soviel ist sicher: Es gibt im Leben immer noch Überraschungen.

sitzt

Strache bekräftigt Wohnsitz in Wien
orfon

In welchem Häfn sitzt er denn? Simmering?

umpolen

Die community nurse werde ganz sicherlich kommen in der Altenpflege, das Vorbild aus England zeige, dass sich eine solche Einrichtung bewährt habe. Sagt der Gesundheitsminister, und wir glauben ihm gerne. Wie er es ausspricht klingt fast wie community nerds, und derlei gibt es ja mehr als genug: ein wahrlich immenses personelles Potential. Zur Umschulung gilt es lediglich, die bekanntermaßen durchaus ausgeprägten special interests auf ein humanes Gegenüber umzupolen. 

Sollte zu schaffen sein. 

still

Sodastream® kann getrost als ein segensreiches Produkt bezeichnet werden: Nicht nur im Sommer können wir frisch Wasser aufsprudeln, dass es nur so eine Freude ist. Zeitbewusste Geister werden sich bald eine zweite Füllstation leisten. Dafür brauchen sie nur eine alte, ausgekugerlte Patrone, und damit können sie, ein kurzer Drücker genügt, aufs leichteste Sodastream® still herstellen.

Heutzutage verlangen die Leute nach sowas.

Vegan kommt sicher auch bald.

Radlgedanken, en passant

Es ist ein wohltuend räudiger Feldspitz, oberhalb von Winkling, mit seinen fastschon mitleiderregend zerrupften Sonnenblumen – offenbar haben sie sich der durch Hybridisierung aufgezwungenen Homogenisierung auf gleiche Höhe erfolgreich entzogen –, wie sie sich von Weg abwenden als ob sie sich genieren täten.

Was die wohl angestellt haben mögen.

Haben mögen.

Plost!

China nimmt australischen Wein ins Visier
orfon

Das ist grundvernünftig, sieht man sich die Nähe zumindest am Globus an. Und in Australien soll es ja hervorragende Pflaumen auch geben. 

Wir indes sind aufgerufen, den hierlands gekelterten Wein anzuvisieren und gepflegt hinter die Binde zu kippen.

Machen wir gerne.

praktisch

Beim Eduscho haben sie so Teleskopspiegel mit vierfacher Vergrößerung. Weil es kommt ja immer wieder einmal vor, dass einem was hinunterfällt – und dann natürlich unters Küchenkastl oder die Couch. Auffällig nur, dass es just in jener Woche im Angebot ist, in der sich unsere Regierung darauf verständigt hat, dass die recht einseitig recht populäre Kulturtechnik des Upskirting hinkünftig strafbar sein soll.

Ob Eduscho dagegen klagen wird, ist noch nicht bekannt.

9.4

Ach, die Neunte. Natürlich gilt sie zu recht als sakrosankt. Man wird sich aber trotzdem was wünschen dürfen. Ich mir etwa, dass uns dieses humanistische Sakralgebrüll (FREUDE!), dieser unerträgliche Hohe Ton, diese steifen Klangverpanzerungen erspart oder zumindest weniger populär-populistisch serviert würden, und zwar vom Werk selber her schon. Ihre Platzierungen und ergänzenden Bedeutungszuschreibungen sind noch eine ganz andere, nicht immer nur freudemachende Geschichte.

Wenn schon mit viertem Satz, hier mein Vorschlag zur Güte: Die Neunte Beethoven wäre ja ganz ok, sogar wunderbar; wenn sie halt doch nur vom Schubert wär’.

ausartig

Streit über Murmeltiere artete in Gewalt aus
orfon

Wie streitet man eigentlich korrekt (angemessen) über Murmeltiere? Kann es sein, dass eine der Streitparteien undeutlich gesprochen, sagen wir: genuschelt hat – was als M.en eher weniger angemessen erscheinen muss –, während die andere Partei – korrekt! – ihren Groll zurück gemurmelt hat, unverständlich auch sie? Dann ist die Streiterei – folgerichtig, muss man sagen – artgerecht ausgeartet. 

Merke: Richtig streiten kann auch eine Frage des Stils sein. 

Erläuternder Nachsatz: Laut Polizei Heiligenblut ist das Füttern der Murmeltiere aktuell nicht verboten.

sapperlot!

Ex-Kinderstar wird 65: So sieht Heintje heute aus
kurier.at

Stellen Sie sich vor: gar nicht mehr wie ein Bub! So gewachsen ist er!

Verfaultier

Offiziell ältestes Faultier der Welt gestorben
orfon

Irgendwie verwundert einen, dass die sonst so zwangsoriginelle orfon-Redaktion bei dieser Meldung nicht den so sachdienlichen Euphemismus »in die ewige Ruhe eingegangen« appliziert hat. Weiters wollen wir wissen: Wird man es verbrennen? Lässt man es in Ehren (weiter) verfaulen? Wir wollen das Angemessene (was immer das sei) hoffen. 

Wer ist eigentlich als Gott offiziell für die Faultiere zuständig? Oder als Patron? Gibt es einen Heiligen Willi?

Au Backe

… am Hintern tamma beide … (gestikuliert mit der rechten Hand) … beide … (linke Hand) … Löcher … weh!

Oije, den Papa hat es wieder hingehaut.

Ideallinie

In einer laut Polizei leichten Kurve kam der 27-jährige Lenker mit dem Wagen von der Fahrbahn ab, fuhr mehrere Zaunsteher um und durchschlug mit dem Wagen einen Gartenzaun, ehe das Fahrzeug abhob und etwa 25 Meter weit durch die Luft flog, bevor es mit Wucht gegen die Mauer eines Hauses prallte. Der Wagen riss ein etwa einen Quadratmeter großes Loch in die Hausmauer und zerstörte das dahinterliegende Badezimmer völlig. Mauertrümmer flogen meterweit, so die Einsatzkräfte.
orfon

Es wird in alle Richtungen ermittelt. Sachverständige rätseln, ob etwa überhöhte Geschwindigkeit mit eine Unfallursache gewesen sein könnte. 

(Es gilt, wie jederzeit für junge Männer in ihrer Testosteronhochblüte, die unbedingte Verkehrsregeleinhaltevermutung.)

Ka-Wumm

Olaf hat den Kanzler-Wumms
Saskia Esken & Norbert Walter-Borjans (via Twitter)

In der SPD herrscht also große Einigkeit, wir gratulieren.

Versuchen wir nun, das auf die österreichische Schwester- und Brüderpartei zu übertragen. Also Einigkeit, eine klare Richtung. Und natürlich einen hierlands gleichermaßen griffigen Slogan.

Na gut, den Slogan (den deutschlands so zupackenden Zentralbegriff) wollen wir vielleicht besser doch nicht ins Österreichische übertragen: Das stünde augenblicklich wieder im Ruche des Friendly Fire.

sattelfest

Dornauer klar für Rendi-Wagner als Spitzenkandidatin 
orfon

Friendly Fire: Mehr Unterstützung braucht sie jetzt wirklich nimmer. 

Redimension(en)

Biblisches Jerusalem offenbar kleiner als gedacht
orfon

Wir wagen nicht zu bedenken, was das für das himmlische Jerusalem bedeuten mag.

Sträubing

Sag Hallo
zu einem vollen Kopf
von erstaunlichem Haar

Haikuversuch, Werbebranche (Internet)

Wir bewundern den korrekten Doppeldativ. Das Scheitern des Haikus – geschenkt! – mag an der zwingenden Unschärfe jedweder Übertragung aus dem Ungarischen liegen.

Propöltion

No parrots have been involved
Monty Python’s Flying Circus

Waldbrände in Kalifornien umfassen eine Fläche »so groß wie St. Pölten«, melden sie im Radio. Jetzt bräuchten wir das exakte Maß für eine korrekte Umrechnung. Weiters interessiert, ob sie den Vergleich mit der hochberühmten Landesmetropole auch an der uns so naheliegenden Westküste bringen, oder rechnen sie dort doch eher grazbezogen? 

Hört man in Kalifornien überhaupt noch Radio?

Man bedenke: Hippolyt, Namenspatron von St. Pölten, gilt als Wortführer eines striktkonservativen Flügels der Frühkirche. Zuständig ist er für die Gefängniswärter und die Pferde. Er wird auch bei Körperschwäche angerufen, wohl mit matter Stimme.

Die Quellenlage indes ist dürftig, was das Löschen aufglimmender Glutnester massiv erschweren dürfte.

Hoffen wir das Beste.

Ach, Jugend!

Hinweis auf Impflücken bei Jugendlichen
orfon

Pflückt ein Mädel Ribisel
Zwickt man sie ins Knie bissl
Karl Farkas

Man soll sowas nicht auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb also: Bitte, junge Leutln, passt’s ma schön auf! 

Verfall

Golf-Ass Schwab schlägt sich sensationell 
orfon

Unwillkürlich erinnern wir uns an den Ringkampf »Colin ›Bomber‹ Harris vs Colin ›Bomber‹ Harris«, zu dem einst Graham Chapman gegen sich selbst angetreten ist. Was waren das noch für Zeiten! Heutzutage ist man also bewaffnet mit einem zur unfairen Hiebwaffe umfunktionierten Golfschläger, wie hässlich! Gänzlich den stattgehabten Verfall allen Sportsgeists demonstriert nun die affirmative Weise der Berichterstattung durch das österreichische Leitmedium: Pfui!

Es gibt Eis

Bereits der Name verweist auf arktische Breiten: Schwedenplatz. Nach etlichen in ehrlichster Absicht unternommenen Expeditionen muss nun die niederschmetternde Erkenntnis verkündet werden: Vom Prater nach Ottakring existiert keine eisfreie Passage.

Im Winter vielleicht. Wie gut, dass wir Sommer haben. 

noli te tangere

Studie: Weniger Gesichtsberührungen durch Masken
orfon

Es dürfte nun vermehrt zu Maskenberührungen kommen.

Nichts von alldem stand je zu erwarten.

(Irgendwann ist der Fasching endgültig vorbei und es folgt ein Aschermittwoch, der sich sowas von gewaschen hat.)

[29.7.2020]

bewässert

Im Vorbeifahren aus dem Zugfenster blickend stellte er mit einer gewissen Erleichterung fest, dass die große ebene Freifläche, die in den letzten Monaten freigeräumt und mit Schotter planiert worden war, keine weitere der so unselig grassierenden gleichwie beim Volk beliebten Versiegelungswüsten werden würde, denn es wurde frischer Rasen bewässert, auch waren Lichtmasten gewachsen: der neue Turnierplatz des FC Haidershofen nahm rasant Gestalt an. Wieviel, damit man sich den Platzbedarf besser vorstellen kann, die aufgebrachte Fläche in Fußballfeldern einnehmen würde, war noch nicht vollends abzusehen. 

Und in täglichem Regenwald?

grenzwertig

Für seine Drohnen lässt unser Innenminister nun also ein Pilotprojekt starten. Sind aber klein, deren Kabinen. Jockeys, möglicherweise besser: Trabrennfahrer werden gesucht.

Was wurde eigentlich aus Adi Übleis?

Überflieger

Österreich soll Drohnen-Mekka werden
derstandard.at

Ob sie die so autonomistischen Flugkörper, denen nun derart der Teppich ausgerollt wird, dann auch am an sich dafür gut geeigneten Flughafen von Mariazell werden ausprobieren dürfen?

Man will ja gar nicht glauben, was so alles unterwandert werden kann.

Rassel

Es rasselt. Irgendwo rasselt es. Als würden getrocknete Asseln in einem Metallbehältnis geschüttelt, in einer Trommel oder so. Vielleicht auch metallene Federn, Zerspanungsabfall und Muttern. Es ist ein beständiges Rasseln, Asselrasseln. Mal schwillt es in regelmäßigem Verlauf an, dann wieder ab, hört aber nie ganz auf. Zuerst stört es nicht wirklich, dann aber wird es doch zu dominant, ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, sodass mir nichts anderes übrigbleibt als zu erwachen. 

Ich inspiziere das Zimmer, und tatsächlich, oberhalb des Bettes, am Kopfende, eingelassen in der Wand, aber so weit oben, dass ich auch ausgestreckt nicht daranreiche, ist die Lärmquelle, weil Lärm bedeutet: störender Schall. Das gehört dringend behoben, denke ich, und wie ich es denke, kommen auch schon Männer in Schutzanzügen zum Flur herein. Sie sehen nicht aus wie professionelle Dekontaminierer, Tatortreiniger oder Corona-Abstreicher, sondern sie erinnern mehr an Michelin-Männchen, vielleicht auch an die Leibgarde der im Orbit stationierten Präsidentin des Weltgerichts aus dem Film 1. April 2000, ganz sicher allerdings nicht an die Eingreiftruppen in Terry Gilliams Brazil, was mich dann doch beruhigt. Mit professionellem Verstand spüren sie rasch die Schallquelle auf, öffnen ihre Vertreterkoffer, entnehmen ihnen Stethoskope und verschiedene Schraubwerkzeuge und machen sich – mit einem simplen Dietrich! – an den eingelassenen Rasselschrank heran. Die weiteren Schritte kann ich nicht mehr klar verfolgen, denn ich erwache ein weiteres Mal, diesmal nicht im sondern aus meinem Traum.

Sie haben alles perfekt verputzt ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Kein Stäubchen auf oder unter dem Bett, wo ich auch schaue. Als wäre nie diese Rasselbox in der Wand gewesen.

Nächstens ein bisschen abnehmen könnte nicht schaden.

Undo Jürgens

Hund, allein
Verhörmoment, zu Herzen gehend

Hund, allein, ob das ein willkommener Verhörer allzu libertinär äußerlnder Hunde-Nicht-Halter anstatt der vorgeschriebenen Hundeleine (korrekte Anwendung: die H. verbinde Hund mit Halter) sein könnte? Kommt die Hundeleine gar von diesem niederschmetternden Ausspruch, wie er uns von Udo Jürgens dereinst aus Griechenland überliefert wurde?

Wir forschen weiter und warten auf die Verankerung einer mißverständlichen Freisprechvariante für Beißkorb. In welchem Lied diese wohl schlummern mag?

Sie sind ja so herzig!

sündlos

Verhalten auf der Alm: Ministerium lädt zu Gipfel
orfon

Auf dem Weg dorthin sind etliche Weiden zu durchqueren. Wir passieren sie verhalten.

Vorschlag, zur Güte: Was, wenn das Ministerium die Beratungen schlicht in einem der Größe der Runde entsprechenden Sitzungsszimmer in seinen Räumlichkeiten abhält? Dafür genügte bereits das Mezzanin, meinetwegen die Beletage. Von dort ließen sich mit dem Paternoster Erkundungen oben anstellen; eine Kuh, mit Kalb gar, geht da nicht, ja, die bringen Sie da überhaupt nicht hinein.

Abhörsicher, das aber bitte jedenfalls, dass mir kein Muhen noch Murren hinausdringt nach unterhalb irgendeines Gipfels. 

Hose auf!

Potenzpillen
Lieferung an die Tür 
verlockendes Angebot (erhalten per eMail)

Das Internet bietet einem immer wieder beglückend bequeme Bestelloptionen. Für das Tempo der Zustellung jedoch gilt: Entscheidend ist immer erst die letzte Meile, im gegenständlichen Fall: die letzten Zentimeter.

Darauf aber kommt es überhaupt gar nicht an.

vor – während – nach

Mann nach Fenstersturz in Lebensgefahr
orfon

Wir enthüllen: Das bedauernswerte Sturzopfer befand sich bereits vor seinem Absturz in höchster Lebensgefahr. Es hat es nur noch nicht gewusst – und wir schon gar nicht.

Bitte passen Sie auf!

schwierig

Im Zug. »Deutsch ist eine sehr schwere Sprache«, radebrecht der österreichische Pensionist, im Gespräch mit zwei jungen, perfektes Deutsch sprechenden Iranerinnen (sie dürften zumindest zwei Sprachen sehr gut beherrschen).

Dieser Satz: »Deutsch ist eine sehr schwere Sprache« wird oftmals von sehr Einheimischen gebraucht. Sie dürfen sich mit ihm, da die schwere deutsche Sprache ja mitgeliefert wurde und ihnen die Möglichkeit des Vergleichs oftmals völlig fehlt (aber nicht abgeht), von Haus aus intelligent vorkommen. Intelligenter als alle, die Deutsch erst erlernen mussten, diese Trottel. Und im Aussprechen führen sie es eindrücklichst vor: »Deutsch ist eine sehr schwere Sprache.«

»Schwierig«, pflichten ihm die Iranerinnen bei, irgendwie mitfühlend.

Blue Train (Nasenblues)

westbahn, Kloake auf Schienen. 

(Gilt bis zum Beweis des Gegenteils.)

… Abzug!

hartgesotten

Nächster Gemeinderat läuft zu Strache über
kurier.at

Finden Sie Wurst (und das Prinzip Wurst) anziehend oder abstoßend, oder sind Sie wurstneutral?
Padgett Powell, Roman in Fragen

Wir notieren, atemlos: Mittwoch, 22. Juli 2020. ER gibt Würstel aus. – Wer von all den Aufrechten und Treuen könnte da widerstehen?

Ursprünglich bedeutet Wurst Gemengsel.

vermessen

Der Applaus bei klassischen Konzerten ist in aller Regel gemessen, außer es spielen junge (ganz junge) Musikerhelden: Die Studienkollegen überspielen ihren Neid, dass nicht sie oben am Podium sitzen, indem sie, Kenner erster Güte, extra frenetisch johlen. Sind die Studienjahre ausgeklungen und die geschützte Werkstätte verlassen, wird wieder messbar gemessen applaudiert. Aber nach der Zugabe, wenn wir uns den Schlipth (Loriot) gelockert haben, geht’s rund, es wird, bei Sommerfestivals zumal, derart gejohlt, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass all die Musik zuvor nur ertragen wurde, um zu dieser schmissigen, lockeren, leichtfüßigen, auftrumpfenden Zugabenmusik zu gelangen, als wär’s die eigentliche Musik, und die anderen Klänge nur die aspera für die astra. 

Applaus ist in aller Regel ein Geräusch des kollektiven Missverstands.

Curlab

Ingenieur baut während Lockdown Roboter, der ihm die Haare schneidet
derstandard.at

Tress, buckle, coil, twirl und eben curl sagt man in England zur Locke. Als Freizeit-Etymologen übersetzen wir demgemäß den Lockdown auch zur Hälfte zurück in ein gebrauchsfertiges Deutsch. 

Wem’s gefällt: Es sieht verdammt nach Stufenschnitt aus. 

(Das andere, Curling, ein schlingernd lockendes Spiel, hat dann wieder im Winter Saison. Und ganzjährig in der Halle.)

dringend verdächtig

Mapo Tofu, die Schlabber gewordene Verheißung mit integrierter Zungenelektrik
Severin Corti, derstandard.at

Staunend müssen wir die konzentrierte Transformation eines der grandiosesten Gerichte der Weltküche in Worthülsen wieder und wieder lesen, versuchen uns dabei das mapotofupöse Mundgefühl zu vergegenwärtigen, vergebens, das Schlabberwort stellt uns ein Bein – und Inspector Columbo trencht herein, mit Zigarrenstumpf, versteht sich, »Kann ich mal Ihr Telefon benutzen?« und »Eine Frage hätte ich noch.«

Dieser Fall wird kaum rascher als erwartet gelöst. 

charity run

Wie geht das nur, das Geldverdienen vermittelst gehen, laufen, rollatieren? – Wo man nur hinschaut (vorwiegend in lokale Rubriken), sammeln beflissene Teilzeitphilanthropen (Schülerinnen, junge starke Männer mit Herzanteilsherzeigwillen, Centennials) teilweise beträchtliche Beträge für den notorisch-ominösen Guten Zweck. 

Bitte, ich will sowas auch können! (Meinetwegen, wenn’s nicht anders geht oder aber einträglicher ist, gerne auch zwecklos.)

Später werde ich geadelt, im Frühjahr oder so. 

Flieg, Frosch!

Froschforscher
zoologische Disziplin 

Froschklage
Was ist das für ein Apotheker,
der keine Quacksalbe hat?

Andreas Okopenko

Es gibt gewisse Indizien für eine zweite Metamorphose des Frosches.

Die Apotheose des Frosches ist überfällig. Des Frosches an sich, versteht sich. Dafür brauchen wir eine konzedierte Kooperation von Froschforschern und Poeten. Froschforschungspoetologen. 

(Aus vokalischen Gründen werden die Begriffe Frosch, Froschforscher, Poet, Froschforschunspoetologe nicht mit ihren -innen versehen; diese nachgestellte Erklärung verdeutliche, dass hier naturgemäß ausdrücklich sämtliche Damen und Herren Froschforscher (…) gemeint sind: sie seien hiermit aufgerufen, mit ihren Forschungen die angeregte Froschapotheose bestmöglich zu befördern.)

eher ehelos

Kärntner seit jeher Heiratsmuffel
orfon (Lifestyle)

Soso, sie muffeln also, die Kärntner, und zwar bereits ehe sie sich erstmals verehelichen. Ein solcher Olfaktor erscheint, über die erste Brunftregung hinausgehend, wenig bindungsförderlich.

Einleuchtend.

ruchlos

Auch dieses Jahr erwies sie sich als ungekrönte Königin einer eigentlich paradoxen Disziplin: Sie verschenkte Nippes, aber praktischen.

Kronen hinwieder sind entweder sehr unpraktisch. Oder eben kein Nippes. Wo nun Kronen segensreich unnippisch wirken, sind die Brücken zumeist nicht fern. Brücken können demgemäß fast ausschließlich praktisch sein und werden selten nur zum Ruch der Nippizität überschreiten.

Hätten wir das auch näher untersucht.

grundehrlich

Charles W. Jackson Jr. Bin der glücklichste Mann in North Carolina. Ich habe den größten Powerball-Jackpot des Staates aller Zeiten gewonnen – 344 Millionen Dollar, ich verwende Glückskekszahlen.
Glücksbotschaft (persönlich erhalten)

Die Party musste ja schiefgehen: Glückskekse aus Nordkorea – nichts als Beleidigungen!
The Simpsons

Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.
Friedrich Torberg, Die Tante Jolesch

Wir lernen daraus: North Carolina darf nicht Nordkorea werden.

Und umgekehrt.

überführt

POLIZEI – POLIZEI – POLIZEI 
Am 26.6.2020 wurde von einem abgestellten Moped ein Helm gestohlen. Der Besitzer soll sich bitte bei der Polizeiinspektion St. Valentin melden. 
Aushang, Bahnhof St. Valentin

Augen auf! Ohren auf! Helmi ist da!
traumatisierender Merkvers (Österreich, 1970er-Jahre)

Wieder einmal Fragen über Fragen. 

• Soll sich nun der Besitzer (die Besitzerin) des Mopeds melden?
• Des Helms? 
• Oder nicht besser eigentlich der Täter (die Täterin)?

Wobei, liest man genau, so ist dieser, sagen wir es rundheraus: Missetäter (der Missetäter, Neutrum) bereits von allem Anfange an bekannt: das abgestellte Moped hat ihn sich – rrrülps! – einverleibt, den armen herrenlosen (damenlosen) Helm.

Man hüte sich, wie eh und je, vor allen Mopeds. Nicht nur in St. Valentin, das wir uns lieber als praktischen Umsteigeknoten in der Erinnerung / im Gedächtnis bewahren wollen.

(Im Stephansdom zu Wien besuche man die Valentinskapelle. Vielleicht findet sich ja Sachdienliches unter den üppig dort anbetungsbereit ausgestellten Reliquiarien.)

zunehmend zunehmend

Kinder wurden in Coronavirus-Zeit dicker
orfon

Ein weiterer Hinweis, dass das Virus schon weit länger unter uns sein muss als bisher angenommen. Unsicher indes ist, wann nun wieder abgenommen wird, denn die Zeit ist noch nicht gekommen, dass diese Zeit vergangen ist. 

Vielleicht gäb’s da ja auch einmal sowas wie ein Virus. Es genügte schon ein ganz ein kleines, wir wollen uns bescheiden. 

Manchen von uns – nicht nur Kindern – steht ein dickes Ende vor, über kurz oder lang. 

Soviel ist sicher. 

[9.7.2020]

Krone

Affenberg Landskron offizielle Uni-Außenstelle
orfon

Sosehr sie sich aufdrängen mögen: Man enthalte sich billiger Witze.

saisonal überfällig

Tesla verkauft jetzt überteuerte Badehosen
kurier.at

Batteriebetriebene, vermutlich.

Ist aber auch wirklich echt schon Zeit geworden. 

neurontisch

Hans Peter Doskozil: »Ich mache linke Basispolitik«
derstandard.at

Es gibt Politiker, bei denen erscheint es nicht unangebracht, dass wir sie uns sich oft im Spiegel betrachtend vorstellen. Müssen.

unbeschreiblich weiblich

Hühnerinnenfilet
Produktaufschrift, Hoferin

Was wären die Gegenstücke(r), Hähnerbrüster?

status quo?

Vettel startet in ungewisse Zukunft
orfon

… and the end is always near/clear
The Doors/Status Quo

Wessen Zukunft, starte er je, sei nicht eine ungewisse? Indes, es geht um’s Beginnen! – Vettel, rappel dich doch auf! Alles andere (der Pulk aller/s anderen) folgt wie von selbst.

Es gibt Kulturen, die deuten für die Vergangenheit nach vorne, weil sie die schon kennen. Die Zukunft ist hinter ihnen.

Soviel ist gewiss.

plusquammethusalesk

Elf Millionen Jahre alte Schildkröte gefunden
orfon

Tausend Jahre sind ein Tag
Udo Jürgens

An sich wäre ja bereits allgemein bekannt gewesen, dass die gepanzerten Echsen, denen – möglicherweise auf ähnliche Weise unbegründet wie bei den bekanntermaßen in Wirklichkeit fiesen Delphinen – unsere Sympathie gilt, ein biblisches Alter erreichen können. Die Heilige Schrift indes, die als Synonym für die nunmehr erwiesene Alterspotenz der nun als – paradox! – neu erscheinen müssenden Schildkrötenart herhalten muss, wurde bislang noch nicht entdeckt. Man soll in der Nähe der – tunlichst geheim zu haltenden! – Fundstelle nachschauen. Wer der auf ihr begründeten Religion beizutreten beabsichtigt, überlege sich die Konsequenzen allerdings recht genau.

onduliert all over

Wenn jemand alle schlechten Witze kennt, dann Friseure
Mike Krüger

Alle Frisöre unterhalten sich bekanntlich mit den Kunden durch den Spiegel, was den blödsinnigsten Gesprächen noch etwas Magisches verleiht.
Albert Vigoleis Thelen

Einst galt die Dauerwelle als magisches Wunderwerk. Sprachkreativ, sind es die Salonnamen, zumindest im deutschen Sprachraum. Nicht ein schlechter Witz ist darunter. Meinen die Träger.

Mag ich.

Magisch.