mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


allzuteuer

Virgin Galactic verdoppelt Preise für Weltraumflüge 
orfon (Rubrik Panorama)

Mist, jetzt dauert es doppelt so lange, bis jedermann, -frau und -kind sich diesen allergenuinsten kollektiven Menschheitstraum erfüllen wird können: Alle wollen wir ins All.

Aber da sind wir doch alle, immer, und, Himmel!, wo denn bitte sonst?

Schweben, abheben, schwerelos treiben, das wär’s. Und Holzfällen. Aber nicht allzuviel. 

In eigener Sache: Mit diesem Text eröffne ich, auf vielfachen Wunsch und allzuspät, die Rubrik »Sternbilder«. Danke für Ihr Verständis, wenn ich nicht sämtliche Texte, auf die diese Klassifizierung zuträfe, nachträglich derart markieren kann. 
Eine Erläuterung zur Namensgebung findet sich im Mütterlogbeitrag vom 12.8.2021, »kauzig?«.

Mit Rosen bedacht

Dornauer streut Rendi-Wagner bei deren Tirol-Besuch Rosen
derstandard.at

Eine Rose ist eine Rose ist keine Rose ohne Dornen.

Unlängst, in Völkermarkt, im schönen Unterkärnten, wie die Parteichefin auf hochsommerlicher Visite war, hat ihr eine beherzte Dame aus dem Volke eine lederne Fliegenklatsche geschenkt, in Rot (was auch sonst?), sie wisse schon, wozu (für wen) sie sie verwenden könne, und Rendi hat, kurz, aber herzhaft, gelacht und ihre Augen haben aufgeblitzt.

Das Belegbild war von den sozialmedialen Seiten bald wieder verschwunden. Man wollte wohl, präventiv, allfällig aufkommende Erregungen bereits im Keim kalmieren.

Beim Spanking wird zum Erregungsgewinn mit Lederklatschen gearbeitet.

Schrecksekunde

bauz!
historisches Türöffnungsgeräusch, Frankfurt a.M.

attacca
musikalischer Plötzlichkeitsbegriff

Wir haben uns seinerzeit allesamt nicht gefürchtet vor einem plötzlich hereinspringenden Schneider mit Riesenschere, und welche Mutter hätte das auch zugelassen.

Weinende Mädchen pflegte dereinst man mit »bis d’heirat’st is’ guad« zu vertrösten. Trostzuspruch für Knaben war keiner vorgesehen: Alle Indianer, Analgetiker, von Geburt an.

Hat es je eine Türe gegeben, deren Klang bei plötzlicher Öffnung auch nur im entferntesten an bauz! gemahnte? Allein dieser Umstand beweist, dass die ganze Geschichte auf dünnen Beinen steht, dünner noch als jene vom Suppenkasper am dritten Tage.

Der jüdisch-christlichen Zeitrechnung genügen bereits vierundzwanzig Stunden mit einer Sekunde vor- und nachher für die Dauerbehauptung dreier ganzer Tage.

Wie ich das erste Mal das Wort Schrecksekunde gehört habe, habe ich mich gefragt, was das wohl sei, eine Schrexe, dass es darüber eine ganze Lehre (Schrexologie?) gebe: Natur, Heimat – was das ist, hatten wir bereits in der Volksschule längst verstanden und wissen es bis heute, ohne alles Wanken.

Uns kann nichts erschüttern.

ichkrank

Als Dienstgeber begibt sich der allbe- und geliebte Groß- und Edelgastronom Toni ›ICH‹ Mörwald auf gefährliches Terrain, können doch seine Angestellten ohne allen Zweifel auf seelische Grausamkeit plädieren, und sie werden damit vor jedem Arbeitsgericht durchkommen. Streng genommen könnte man auch als eingebuchter Gast dieselbe Grausamkeit geltend machen, die insbesondere darin besteht, dass man, wohinimmer man blickt, SEINES Konterfeis oder zumindest SEINES geweihten Namens ansichtig werden muss: Fotos, Gemälde, Image-Zeitschriften (ER das Titelbild; es gleicht einem Akt der Subversion, drehst du eine um), überall TONI, TONI, TONI, die fette Jörghaideruhr stets am Armband. Verweilst du erst als Gast in Feuersbrunn (SEINER Homebase), kann es dir passieren, dass ER dir freundlich und aber bestimmt die Gnade SEINER Gegenwart, SEINES Grußes, SEINES Blicks gewährt, und während du SEINEM Rücken im Hinausgehen noch offenen Mundes nachgaffst, kommt von vorne wieder ER bei der anderen Tür herein, manchesmal bei dreien zugleich, selbdritt.

Von Gaddafi und Saddam Hussein sagt man, dass sie Doubles anstellen ließen. Auch bei Erwin Pröll muss es bis zu seinem großen Radsturz so gewesen sein.

Jörg ist immer mit dem Original zusammengetroffen.

Alle sind sie gestürzt.

Triebaustreiber

Experte: »Kirchliche Gefängnisse« für Missbrauchstäter
orfon

Unwillkürlich fallem einem zwei der – mehr als lediglich dreifaltig dokumentierten – Personen des Geists, der stets verneint ein, Teufel und Beelzebub, wer auch sonst?

Beim Lesen von Überschriften werden uns, gleichermaßen unwillkürlich, unsere wohlbegründet wohlgepflegten Vorurteile zielbewusst angeregt, was uns, und das ist die Heuchelei daran, angeblich zum Weiterlesen anregen soll. in Wirklichkeit aber sollen wir nur diese Überschrift lesen und den eingeübten Empörungsnicker vollführen.

Differenzieren ist was für schwache Gemüter: Bleiben wir doch einfach unter uns.

(Aber nein! Bitte weiterlesen!)

vorne wie hinten

Alko-Unfall mit falschen Kennzeichen
orfon

Vermutlich haben die Kennzeichnen dadurch wohlbegründeten Verdacht auf Falschheit erregt, weil sie doppelt zu sehen waren. Da es noch weiter heißt: »Der 19-Jährige versuchte zu flüchten, doch die Polizei war schneller.«, so dürfen wir annehmen, dass die Polizei in Österreich die Lizenz zum schnelleren Flüchten innehat.

Schneller als die Polizei erlaubt unterwegs zu sein, ist nur der Polizei erlaubt.

Wir haben es mit einem Zirkelschluss zu tun, vorne wie hinten.

Tatü tata.

Finger weg!

OPIOIDE
pseudo-Rubrik, derstandard.at

Wenn etwas den Anschein erweckt, sich perfekt zu spiegeln, sich jedoch dann doch nicht perfekt spiegelt, ist die allergrößte Vorsicht geboten, an der Wand gleichwie endogen!

Beste aller Zeiten

Berühmter Fernsehstar gehackt!
Horrormeldung, Halbwertszeitung

Ihre Sorgen möchten wir haben
Oberösterreichische Versicherung

Man führe sich vor Augen, welche Bedeutungswucht eine solche Meldung vor fünfundzwanzig Jahren noch gehabt hätte.

Nie ist es uns so gut gegangen wie heute.

allzu

Mädchen von Affen gebissen
orfon

Da mir aus dem treuen p.t. Mütterlogleserkreis (m/w/d) von Zeit zu Zeit für besonders tauglich befundene (lustige?) Schlagzeilen zum Kommentieren zur Kenntnis gebracht werden, sei hier abermals vermerkt, dass es gewisse Meldungen gibt, die es zu billig, allzu billig geben. Nehmen wir obiges Beispiel: Das anklingende Zitat gibt es, damit es funktioniere, nur als Frage in der 2. Person singular (»Bist du …«), und auch die Zuordnung zum Primatenvieh ist eine eindeutig singularische (»vom«). Außerdem wollen wir uns nicht am schmerzhaften Entsetzen eines Kindes weiden.

Es hat letztlich mit persönlicher Würde zu tun, die es zu schützen gilt; auch jene des Verfassers, dessen Einträge Sie zwar jederzeit gratis beziehen können, der sich aber die Vorgabe macht, es – ich wiederhole mich – nicht zu billig zu geben. Nicht allzu, wie gesagt. Ich bin doch keine Halbwertszeitung.

Nassereith?

Allein in Hallein (…)
Einleitung zu einer Katastrophenmeldung (Radio)

Zu zweit in St. Veit könnte man sich besser helfen, zu dritt in Madrid, kein Vergleich, und da reden wir noch gar nicht von Delft. 

Danzig wiederum scheint selbst auf Sturmfluten bestens vorbereitet. Die halten sowas von zusammen. Wassermassen. Ab.

Tore

Toren wir, auf Lind’rung da zu hoffen
wo einzig Heilung lindert

Richard Wagner, Parsifal

Alle Bösen, so genial sie ihr verruchtes Handwerk aufgezogen haben mögen, scheitern letztlich an einer vorerst unbeachteten Kleinigkeit. Irgendwo passiert ihnen der entscheidende Fehler, der sie überführt, und das beschert dem Ort der Aufdeckung dann über Jahre hinaus Weltgeltung, und weitere Jahrzehnte wird man sich dort die fortgesetzte Bedeutsamkeit selbst auf die Schultern klopfen, dass es nur so staubt.

Klagenfurt wird so bald schon (wenn mein Artikel hier gepostet, getweetet und geretweetet worden sein wird) zu einer derartigen Welterrettungsbedeutung aufgestiegen sein. Nämlich, am Rande der Altstadt, in einem unbedeutenden Gässchen (Name d. Verf. bek.), befindet sich ein unscheinbares Lokal, vor dem man auf einer handgeschriebenen Tafel nach den diesertage infantilisierend »die drei G« genannten Seucheneindämmungsparametern geimpft? getestet? genesen? gefragt wird, harmlos scheinbar, jedoch die Harmlosigkeit schlägt mit einemmal um in blankes Entsetzen, wenn man, auf der benachbarten Tafel, den Namen des Lokals liest: GATES.

Wer jetzt noch weitere Beweise braucht, dem ist nicht mehr zu helfen.

zwielichtig

Hüte dich, sei wach und munter!
Joseph von Eichendorff (via Robert Schumann)

Mir träumte, Kim Jong Un sei plötzlich und völlig unerwartet über Nacht verstorben. Eine große, übergroße Ratlosigkeit sei um die Welt gegangen, was jetzt werde mit der Erde, als wäre Kim Jong Un die Schlüsselgestalt aller Weltenlenkung und nicht etwa die Freimaurer, Bilderberger, das Weltjudentum: letztlich Bill Gates.

Hüten wir uns.

Vom Pferdestehlen (mit PS)

Pferd direkt von der Weide gestohlen
orfon

Reiterinnen werden immer gesucht
Loriot

Beauty!
Suchruf

Das Tier habe sich mit 18 anderen Pferden auf einer Gemeinschaftwiese befunden. Die Polizei vermute, dass das Tier mit einem Anhänger abtransportiert wurde und suche Zeuginnen und Zeugen. 

Bitte wo sonst stiehlt man Pferde als frisch von der Weide, wo sich die heutzutage so dringend nötigen Fluchttiere gewohnheitsmäßig aufhalten? In der Wiener Innenstadt den Fiaker oder – lippizanisch nobler – den Bereiter kurz ablenken (irgendwohin nach oben deuten, laut schau!rufen) und über den Heldenplatz davongaloppieren? Wohin dann? Zum Gumprecht?

Das alles ist sehr misteriös, wenn nicht gar – es handelt sich um eine rare Norikerstute – mysteriös. Zum größten Glück jedoch verfügen wir über ein Bild des Tieres. Es ist einfärbig-dunkelbraun (nicht weiß, kein gedrechseltes Horn auf der Stirn), weshalb der in der Nähe der Weide angeblich gesehene weiße Anhänger wohl ausscheiden dürfte. Wenn es sich nicht um eine perfide List handelt – aber welches edle Pferd stiege freiwillig in eine falschfarbige Box ein und würde sich mit seinem einem PS nicht heftig dagegen stemmen?

Die Hufgröße wird aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekanntgegeben. 

Es dürfte sich um zwei Täter (w/m) handeln, ist doch Pferdestehlen als heterosexuelle Freizeitbeschäftigung – positiv! – konnotiert. (Früher hat es dafür sogar eigene Inserate in Tageszeitungen gegeben.)

PS: Einhorndiebinnen erkennt man an der Überlänge ihrer – immer perlmutt schimmernden – Anhänger.

offenbar indisch ozeanisch

Mauritius lässt wieder ausländische Touristen zu
orfon

ich sein ein groß deutschen und inder national nobel preisen kunstler
was du sein?

Ernst Jandl, die humanisten

Ähnlich wie auf Nauru oder in Andorra spielt der nationale Tourismus auf Mauritius eine eher untergeordnete Rolle. 

Neben Liechtenstein ist Usbekistan das einzige Binnenland zweiter Ordnung. Weltweit. 

Das Aussprechen der Vokalabfolge o-i-o öffnet und schließt den Mund zugleich je unterschiedlich in vertikaler und horizontaler Hinsicht. 

Wir brauchen, generell, mehr Offenheit; genauer besehen – vom Vokalischen her gedacht – eigentlich: Affenheit. 

voll dabei

Diese frustrierende Unmöglichkeit, sich gegenseitig seine Träume zu erzählen: Die/der andere war ja doch nicht dabei. Wir aber wollen sie uns so mitteilen, als wären wir gemeinsam im gleichen Film gesessen und weideten uns am Genuss des Nacherlebens, daran, dass wir uns lediglich auf unterschiedlich wahrgenommene Details aufmerksam machen mussten, wie seinerzeit bei den Straßen von San Francisco oder Bonanza. Bezaubernde Jeannie. Späterhin The Big Lebowski. Monty Python’s Flying Circus. 

Genau genommen hat dieses Sichimmerwiedererzählen die Funktion einer höheren Auflösungswahrnehmung des Miterlebten, was zu einer beträchtlichen, ja: wesentlichen Vertiefung der Realität führt.

Man nennt das Heranwachsen.

Glumpert

So groß wie Tennisball: Was jetzt mit dem drittgrößten Diamant passiert
kurier.at

Nicht alles, was einem irgendwie insinuiert wird, als wär’s in Stein gemeißelt, tritt auch tatsächlich so ein.

Es gibt wesentlich mehr Diamantklumpen, deren Größe eher einem Golfball gleichkommt. Früher hat man sie façettiert, in meiner Kindheit ist ein solcher als Herzstück im Kristallluster im Schlafzimmer der Eltern gehängt.

Früher, ach. Da hat man noch Kristalluster geschrieben, und Tennis war ein Sport der Eliten, von Golf ganz zu schweigen.

Uns ist seinerzeit aber nichts abgegangen.

Heute, ach!

Alla breve

kurzficker
dr. kurzficker
dr. dr. kurzficker
univ. prof. dr. dr. kurzficker
univ. prof. dr. dr. dr.h.c. kurzficker

Ernst Jandl: Idyllen (1989)

Der Heilige Ernst sagt es uns unübertrefflich pointiert: Egal, was aus uns geworden sein mag, wir bleiben, was wir sind. 

Dies als kurze Annotation zu manchem hierblogs vorangegangenen Eintrag.

semper incertus

Kanzler Sebastian Kurz wird zum ersten Mal Vater
Babynews aus dem Haus des Bundeskanzlers. Seine Freundin Susanne Thier erwartet ein Baby.
von Richard Grasl
kurier.at

Wir kennen es vom harten, zuweilen erbarmungslosen politischen Alltag und es wird message control genannt: Wenn einer oben (ganz oben) bleiben will, muss er (oder sie) die Kunst beherrschen, mit nicht ganz so idealen Nachrichten erst nach und nach herauszurücken. Bekanntlich wird unserem jugendlichen Bundeskanzler eine besonders ausgeprägte Meisterschaft oder, von ihm weniger gewogenen, Perfidie in dieser demagogischen Kernkompetenz nachgesagt, ob zu Recht oder nicht, sei dahingestellt. 

Das gelingt auch zumeist, jedoch nicht immer. Manchmal würde bereits genügen, lediglich Überschrift samt Unterüberschrift einer Pressemeldung genau zu studieren. 

Irgendetwas stimmt da nämlich nicht ganz. 

Fräulein Thier ist jedenfalls aufs herzlichste zu gratulieren. 

Quantitätsqualität

Die wenigsten Inder praktizieren Yoga 
orfon

Angeblich handelt es sich um ca. 35 Prozent. Es müssen aber weniger sein, viel weniger: die wenigsten. Daher ist die Antwort in aller Präzision einzufordern auf die entscheidende Frage, die da lautet: Wieviel genau sind die wenigsten? Nämlich: Inder!

Indien ist ja riesengroß, einwohnermäßig. 

Und weniger ist allemal mehr. Viel mehr!

Kurztrip

Kärnten ist am 30. Juli dran. 
orfon

Zum Zeitpunkt der Schaltung dieser Meldung hierblogs ist noch exakt eine Woche Zeit, sich darauf einzustellen. Sagt nachher nicht, ihr hättet es nicht gewusst. 

So sollt ihr IHN erkennen: Auf dem See wird ER gegangen kommen. 

Dann seid ihr dran.

Höhepunkt

Nußbach wird im September zum Nabel der Faustballwelt
nachrichten.at

Bekanntlich befindet sich der Nabel oberhalb der Gürtellinie. Nach dem September drohen jedoch weitere, dann auch explizite Tiefschläge: Jedem Gipfelerlebnis folgt notwendig der Abstieg.

immerhin

Papa redet immer unverständlicher. So stimmt das aber auch nicht: Es ist lediglich so, dass wir zunehmend weniger (abnehmend genauer) verstehen, was er meinen. Könnte. So er überhaupt die Ambition hat, etwas zu meinen. 

Lang schon geht es ums Abspulen von Vertrautem: Die neue, kontrastbewusste Armbanduhr mit ihren freundichen großen Ziffern ist lediglich zum Anschauen und Ablesen, erstaunlich genau gelingt ihm das. Aber ohne allen Konnex zu einer allfällig zu bewerkstelligenden Tageseinteilung, Lebensgestaltung gar. Um fünf wird der Fernseher eingeschaltet, um sieben kommen die Oberösterreichheutenachrichten, um halb acht wären die Nachrichten, Zeit im Bild, aber meist geht er da schon ins Bett, ein Wanken mehr, immer mehr ein Wanken, und dass er nicht längst schon final hingefallen ist, ist eigentlich schwer zu begreifen. Ob’s ein Glück ist?

Wenn er dann um elf, halbzwölf aufwacht, ist für Papa Tag. Mama begleitet ihn aufs Klo und hebt danach seine Beine zurück ins Bett, sonst blieben sie draußen. Besser wäre, sie blieben überhaupt am Klo. Weil gleich muss er ohnehin wieder hin.

Dann aber auf!

Mitternacht. Eins. Zwei. Halbdrei. Weiter so.

Jahreskreis

Rio de Janeiro und Sao Paolo planen Silvester und Karneval 
orfon

Manchesmal ist einem, als wären zugleich Weihnachten und Ostern. Und Pfingsten dazu. Man würde dann vor Glück rundherum im Kreis lachen, wenn nicht die Ohren im Weg wären. Das kommt aber sehr selten vor. 

Ob’s nicht ein Glück ist?

Klippenhänger (cliffhanger)

Jetzt wird die Gewährleistungsrichtlinienumsetzungsverordnung umgesetzt. So wurde kürzlich verordnet, wurde im Radio – nicht gerade zur Primetime – gemeldet. Jetzt gibt es keinen Pardon mehr. De-fi-ni-tiv!

Wer gewährt eigentlich für die Umsetzung der Gewährleistungsrichtlinienumsetzungsverordnung? Welche Kommission?

Erzitternd sehen wir: Es bleibt spannend: Bleiben Sie dran!

abtauchend

Die Zahl der Schwimmbäder in Österreich sinkt
derstandard.at

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass – bei abnehmender Gelegenheit – damit proportional die Zahl der Ertrinkenden zu den gleichermaßen Sinkenden gehöre: Gehen wir eben woanders baden. 

Und munter unter: Bei uns Kindern war das beliebteste Becken im Steyrer Stadtbad das kühlere, dunkelblaue Tauchbecken, mit seinen drei pastellfarbenen Betonringen zum Durchitauchen. Durch seine Glaswand mussten wir für unseren Wagemut von allen, die sich beim Buffet um ein Wafferl anstellten, bestaunt werden.

DSK

Super … Dickmanns
legendärer … Kürzestspruch (Produktwerbung)

Kaum jemand weiß über die Dickstrichkette bescheid, die es nichtsdestotrotz bereits im siebzigsten Jahr gibt, verkehrswirksam nicht ganz so lang. Einer Aktion der Stadt Hamburg, die propagandistisch vom Hamburger Abendblatt begleitet wurde, sei sein akrostischer Name zu verdanken, so das lokale Leitmedium völlig unparteiisch. 1954 wurden nämlich Autofahrer (Gendern erübrigt sich), die vor ebenjenen Dickstrichketten umsichtigerweise abbremsten (es war nicht vorgeschrieben), mit Gutpunkten (kein VorteilsAbo, keine Vignette: völlig rubbelloslos) belohnt, benannt Zeichen eines besonders rücksichtsvollen Autofahrers.

Der evolutionär sinnvolle Effekt der schwarz-weißen Streifen beim so beliebten Savannentier ist, das nebenbei, einer der weniger guten Sichtbarkeit für allfällige Fressfeinde.

Wir meinen so viel und wissen so wenig.

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Danke also, wenn Sie mir keine weiteren derartigen Aufforderungen zusenden, wie man sich als zufriedener Kunde zu verhalten hat. Ich habe bestellt, bezahlt, die Lieferung kam im angekündigten Zeitrahmen, in der Folge habe ich auch nicht reklamiert, weil es dazu keinen Anlass gab und weiterhin keinen gibt: Damit sollte ich doch meine Kundenpflicht erfüllt haben.
(Pflichtschuldigkeitsbewusste Kundenantwort)

two-eyed

Schlange tauchte aus Toilette auf und biss zu
orfon

Hooray for your one-eyed trouser snake!
Eric Idle

Eine Quelle gibt als Bissziel den Podex an, eine andere hängendere – das target war (?) maskulin – Extremitäten; vermutlich wurde mehrfach gebissen respektive zugeschnappt. Bevor wir uns nun allzusehr amüsieren: Hier geht es bitte um authentische Ängste, allertiefste Urängste, Urinstinkte nachgerade: Schlange? – Gib acht!

(Genau besehen: paradiesisch.)

Rotverschiebung

Rotlichtszene im Wandel: »Das Bordell ist eine Auslaufmodell«
kurier.at

Also doch die Mafia, denkt sich der Leser, stellt sich das Zitat, damit es als grammatisch korrekt gedacht empfunden werden kann, mit diesem anheimelnden Deutschitalienisch vor, wie wir es von bayrischen Fußballtrainern kennen, und bald haben sie wohl fertig mit die Bordellen.

Was aber, wenn sich einmal alles, was zweifellos geschehen muss, ins Infrarot verschoben haben wird? Wie kann man diesen speziellen, bedarfssexuellen Dopplereffekt vorausberechnen? Wie lenken und – gestalten? 

Für die Wissenschaften tun sich da ganz neue Anwendungsgebiete auf, und sie werden einen großen Zulauf erleben. Zulaufhäuser, genau.

nachkletzeln

Jetzt ist Gott tot
einfacher Aussagesatz

Wer oder was tot ist, muss zuvor gelebt haben. Von Gott gibt es keine Abziehbilder, aber Poster habe ich gesehen, und von wem es Bildnisse gibt, den muss es geben oder gegeben haben, sonst hätten wir keine Abbildungen von ihm (oder ihr).

Bildnisverbote erscheinen mir extra ausgefinkelte Beweisinstrumente, sie kommen über die Bande: Wer oder was nicht abgebildet werden darf, dessen Existenz ist umso erwiesener, je stärker das Abbilden unterdrückt werden muss.

Die Frage ist, ob wir die Paninialben tatsächlich brauchen.

kletzeln

Fußballstar Messi ablösefrei zu haben
orfon

(…) hasen sehe ich haben sie da hängen.
zwei drei werden genügen, und natürlich einen jäger.
wo hängen denn die jäger?

Ernst Jandl, im delikatessenladen

Kuckuck hat sich zu Tode gefallen
Gustav Mahler, Ablösung im Sommer

Die Schulkollegen, deren Eltern ihnen Puma- und Adidassachen kaufen konnten, haben immer auch noch die Paninialben gehabt. Auf den Pickerln in den Sackerln haben sie sich Koncilia, Pezzey, Baumeister, Sara (beide), Prohaska und Krankl erhofft, unseren Torjäger. Und Kevin Keegan, für den haben sich sogar die Mädchen interessiert. Rod Stewart hat es nicht als Abziehbild gegeben, oder Chris Norman. 
Vermutlich ist Rod Stewart mit Suzie Quatro gegangen, und Karel Gott war jedenfalls ganz sicher mit Mireille Mathieu verheiratet. 

Jetzt ist Gott tot. Und in Südamerika Argentinien Europameister. Ein (der?) Angel de Maria (sic!) hat es gerichtet. Für Messi, den Fußballgott.

Heißes Eisen

Trinkhalme aus Edelstahl sind laut den Testpersonen sehr stabil und halten ein Leben lang. Nachteile: Sie könnten leicht metallisch schmecken, die Reinigung ist nicht einfach – meistens werden dazu passende Bürstchen verkauft –, zudem eignen sie sich nicht für Heißgetränke.
kurier.at

Halmtester, was für ein Beruf! Robert Lembkes Gebeine in ihrem Grab rotieren vor Freude, dass es nur so klapotetzt! Die berufstypische kleine Geste als Hinweis, wie sähe sie wohl aus, damit sie, wie gefordert, tunlichst nicht verräterisch wirke?

Nachfrage: Wer reinigt die Bürstchen, und wie?

(Bürstchen, Augenlustwort.)

kaum gaumig

Technisch gelingt ihm alles makellos, der dritte Aufzug mit seinen nicht enden wollenden vokalen Leidensvariationen gelingt Kaufmann glänzend. In den ersten beiden Aufzügen schleicht sich bisweilen sein einschlägiges gaumiges Timbre ein.
derstandard.at

Jonas, meine Batterie lässt nach
Jonas, meine Batterie ist alle
Jonas, ich habe keine Batterien mehr
Jonas …

Frank Zander, Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein (1974)

Jeder Verfall fängt in aller Regel ganz harmlos an. Zum Ende hin aber wird es – zunächst unmerklich, dann immer beschleunigter – langsamer und tiefer. Das schlägt dann schon ordentlich ein. 

Noch aber – und hoffentlich lange noch – ist es nicht so weit. Soll aber keiner nachher sagen, wir hätten es nicht bemerkt.

Alte Knaben

There are known knowns; there are things we know we know. We also know there are known unknowns; that is to say we know there are some things we do not know. But there are also unknown unknowns – there are things we do not know we don’t know.
Donald Rumsfeld (nach 2001)

Donald Rumsfeld ist tot. Wir erinnern uns an einen US-Verteidigungsminister mit idealtypischem Namen, Rrrumsfeld – und es ist Ruhe im Kartong!, vor allem aber an einen (möglicherweise unabsichtlichen) Erkenntnisphilosophen erster Ordnung.

In nicht allzulanger Zeit werden auch Nachrufe auf Henry Kissinger (*1923) auszubringen sein. Wir harren neuer Erkenntnisse, von denen wir noch gar nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.

Panorama

Stock und Hut
steht ihm gut

ist gar frohgemut
Deutsche Volksweise

»I håb går ned gwussd, dass ma vo Klågnfuat in Daumberg siachd«, sagt Papa, wie ich ihn im Spital besuche. In der Früh war die zweite Hautoperation binnen eines Monats, nach dem Zellbefund musste man – erwartungsgemäß – tiefer hineinschneiden, damit auch wirklich alles heraußen ist: eine durchaus komplexe Aufgabenstellung für die Operateure, am Ohr, dicht bei wichtigen Gesichtsnerven und den Speichelgängen. Indes, alles scheint gut gegangen, Papa hat unter Lokalanästhesie wieder einmal brav stillgehalten. 

Seine Desorientierung aber ist bestürzend oder, wenn es einem jeweils gelingt, sich empathisch einzulassen ohne ihn für blöd zu verkaufen und somit zu verhöhnen, höchst spannend bis durchaus witzig. Und lachen, das funktioniert und macht auch ihn fröhlich. Was für ein Glück, dass er mit einem derart freundlichen Naturell gesegnet ist.

Ich erzähle ihm von unserer Wanderung letztes Wochenende, wie wir von Losenstein über die Laussa und den Schwarzberg zum Damberg gegangen sind, ganz schön ein Hatscher (ob es sich da um ein muslimisches Lehnwort handelt?). Papa meint, dass man vom Damberg (811 m) wohl einen schönen Blick nach Klagenfurt haben müsse, und es spricht ja nicht wirklich was dagegen, außer vielleicht der Triebener Tauern und, vorher schon, der Hohe Nock (1.963 m ü. d. adriat. Meere), aber den umfährt man ja mit dem Auto, auf dem Weg nach Càorle. Und Klagenfurt.

Der Blick aus dem Gangfenster, bei dem er heimgehbereit in Straßenkleidung an einem Tisch sitzt, geht übers Steyrer Spital (ähnlich den Kunstuniversitäten scheint es auch hier Mode zu sein, etwa alle drei Jahre den Namen – für diesmal aber endgültig! – zu ändern: gegenwärtig heißt es sich Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum, wie einprägsam), südöstlich über die Stadt, im Hintergrund linkerhand Behamberg und der Blick ins Kleinramingtal, ganz rechts die St. Ulricher Kirche; im Zentrum der Damberg mit Laurenzikapelle und Warte. Ich deute zuerst auf den Damberg, ja, natürlich sei der da hinten; seinerzeit, der Vater, sei noch auf der alten Warte gewesen. Und die drei Hochhäuser habe es auch schon gegeben. In der mittleren Tiefe des Panoramas mit, wenn man genau schaut, dem Turm der Stadtpfarrkirche, natürlich sei das die Stadt, wie ich denn da fragen könne. Aber gleich im Vordergrund, im näheren Umkreis des Fensters, das sei aber schon und ohne jeden Zweifel: Klagenfurt. Wenn man ihn morgen wieder heimbringe (er verspricht, einsichtig, im Spital zu bleiben, vergisst das aber in weniger als einer Minute, mehrfach) hätten sie aber weit zu fahren, von Klagenfurt bis ins Münichholz. 

Zwischenzeitlich verlagert sich die Gebäudelandschaft im Vordergrund noch ins Burgenland, Graz, genau, Klagenfurt.

Die Leute von der Rettung werden die weite Strecke sooderso ganz sicher in allerhöchstens einer Viertelstunde schaffen, und Papa nickt voll Zuversicht, frohgemut.

Minuswachstum

Ein Helikopter ist auf den Friedhof gestürzt. Der Sachschaden ist beträchtlich. Wie durch ein Wunder gab es keine Toten.

episch

Heuschrecken: Jede Art hat ihr eigenes Zirpen
orfon

Und die Grillen erst!

Grillen ist ja was für Männer. Epigenetisch.

(Soviel zum heurigen Tag des Kusses.)

Betonung

Die Schauspielerin Uschi Glas und der Wörthersee sind untrennbar verbunden
orfon

Unwillkürlich fallen einem Mafiafilme ein, es gibt sie auch als Komödie, mit Laurel & Hardy etwa, und wie das funktioniert, jemanden untrennbar mit einem stehenden Gewässer zu verbinden.

-kch!

GPS-Tracker aus Tirol erschwert Diebstahl von E-Bikes
orfon

… vom Trecker überfahrn! (…)
Otto Waalkes, Ein Versicherungsvertreter kommt aufs Land…

Ob das Konzept GPS-Tracker als tiroler Produkt tatsächlich so internationalisierbar ist wie im (höchst lesenswerten!) Artikel behauptet, wird gesondert zu besprechen sein.

Insbesondere was das Phonetische betrifft.

ralå *

GPS-Tracker aus Tirol erschwert Diebstahl von E-Bikes
orfon

Das stimmt leider nur teilweise. Jedoch: Ein bisschen mehr Präzision, dann wird uns nichts mehr gestohlen.

Alles andere kann uns gestohlen bleiben. 

(Mir z.B. E-Bikes.)

_______________
*) Nachträgliche Erläuterung auf zahlreiches Nachfragen** des Morgens: Wenn einem Gefährt ein Reifen abhandenkommt, so ist es ralå. (Im übertragenen Sinne auch für humane Verfasstheiten gebräuchlich.)

**) In früheren Jahrzehnten gebrauchten Printmedien (z.B. Kronenzeitung, Seite 5) die Begrifflichkeit (Fan-)Post; die einzig taugliche Mengenangabe dafür lautete wäschkörbeweise.

auf Grund

Zwangvolle Plage!
Müh’ ohne Zweck!

Richard Wagner, Siegfried

Für guten Zweck: Einsatzkräfte zogen 17-Tonnen-Lkw
orfon

(40 Meter, allerhand!)

Diese seltsam umständlich konstruierte Logik, sich für etwas kollektiv zu verausgaben, und aufgrund der erbrachten Leistung kommt etwas in den ominösen Großen Topf – schon ist die Charity fertig. Dafür lässt man sich hochleben, und das nennt man dann den Guten Zweck.

Es gibt Geldgeschäfte, die bedürfen abwesender Diskretion, weshalb sie niemals online funktionieren können: Der Bankschalter, dessen Ausmaße (Format, nicht Betrag) der bei derartigen Events wertgeschöpften XXL-Schecks entspricht, steht bei der Raika, und Erwin Wurm gestaltet ihn.

Was wir aber brauchen sind echte Wohltaten, keine Wohltätigkeiten.

In der Politik (und nicht nur dort) wird auch immer an einem Strang gezogen; zumindest in zwei Richtungen.

Strähnig

Er (HC Strache, Anm.) sei mit seinen großen Kindern auf einem Boot eingeladen gewesen, bei der Heimfahrt gestern sei in der Früh schwarzer Rauch aus dem Maschinenraum aufgestiegen. 
orfon

habemus papam
habemus mamam
habemus bubim

Ernst Jandl

Es gibt welche, bei denen läuft’s und welche, denen alles irgendwie einischeißt, und sie wissen gar nicht, wie sie dazu kommen. Bei Vater Strache scheint’s nur noch schwarzen Rauch zu geben, kein weißes Wölkchen weit und breit. 

Jedoch: Was für ein Leben! Wann wird es verfilmt? Mit wem in der Hauptrolle?

Abermals ein Fall für Dosko-Man!

Alter Bekannter

Evolution: Österreichische Forscher entdecken einen neuen unbekannten Menschentyp
kurier.at

Gespannt harren wir weiterer patriotischer Details. Schon jetzt allerdings ist das Schicksal dieses neu-alten homo austriacus klar vorausgezeichnet: weltberühmt – in Österreich (das bereits geraume Zeit Der Rest ist).

Alles fließt

üch wüll spülen!
spül düch 
meun künd

Ernst Jandl

Türkis-blau-türkis-blau, die wohlgeordnete Abfolge der Hygienekugerln im Körberl der Patiententoilette des – über alle implikativen Zweifel erhabenen! – Zahnarztes. Dennoch, die Assoziation, es handle sich um die Ausgangssituation einer (mehr als absonderlichen) Lotterieziehung, lässt sich nicht so einfach wegbekommen. 

Spülung. Gebannt beobachten wir, wie alles was abläuft drüberläuft.

Was sind wir gespannt. 

obenauf

Immer mehr Kinder können nicht schwimmen 
orfon

Es wird wieder weniger Kinder geben.

(Zum Glück gibt es bald wieder Seniorenschwimmen, was die Bevölkerung fürs erste stabil halten dürfte.)

beruhigend

Facebook will jetzt klarstellen, was Satire ist
derstandard.at

Da die typischerweise zu Allem hereintrudelnden Kommentare erfahrungsgemäß vor ausgesuchter Ausgewogenheit nur so strotzen, haben wir es bei Facebook mit dem für derartige Klärungen nachgerade idealen Medium zu tun.

Verantwortung

»Ist es nicht so, dass (…)?« hebt fragend der Gastgeber der wöchentlichen Radiogesprächssendung am Samstagvormittag an, worauf ein ausgedehnter Monolog folgt, dem die jeweilig Eingeladenen nur beipflichten können, sie müssen, und dann kommt ein Musikstück, das den umfassenden und erlesenen Musikgeschmack des Moderators dokumentiert, worauf die nächste Emanation im Fragenkleid folgt.

Wieder einmal wissen wir noch mehr vom selben über das so kluge und originelle Innenleben des Moderators. Die Gäste dienen der Beglaubigung, und worum sonst sollte es bitte gehen?

Durchlauferfrischer

Sommerhitze in der Stadt. Aber gelaufen muss werden. Bei den Gemeindebauten lasse ich mich von den aktivierten Rasensprengern besprühen, das reicht einmal für bergauf. Das Liebhartstal hinunter und entlang der Erdbrustgasse ist wenig Abkühlung, dann aber kommt der Platz zwischen 10er-Marie und Altottakringer Kirche. Ein paar Meter vor dem dringend herbeigesehnten Brunnen ist schon die MA 42 (Wiener Stadtgärten) zugange: Ein kleiner Tankwagen mit herrlich auskragend schwenkbarer Brause begießt da gerade die Kleinbauminseln. Eine kurze Blickkontaktaufnahme mit dem sehr lässig nickenden Fahrer genügt, und ich werde begossen, dass es nur so eine Freude ist.

Selbstredend ist der Wagen blau, genau: elefantenblau, sodass ich mich unwillkürlich – unauffällig, damit mich niemand für völlig meschugge hält – umschauen muss, ob nicht hinter dem Baumkistl eine riesige orange Maus mit braunen Armen, Beinen und Ohren wartet.

Ich weiß, dass sie da irgendwo war.

Ich liebe Wien und wie es gestaltend verwaltet wird!

zizerlweis

Lockerungen bei Maskenpflicht
orfon

Johannistag! Johannistag!
Blumen und Bänder, so viel man mag!

Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg (2. Akt, 1. Szene)

Zunächst werde man von der FFP2-Maske zum Mund-Nasen-Schutz wechseln. 

Als weiteren Reduktionsschritt schlage ich die Einführung reiner Nasenmasken vor. Das brächten dann wohl auch jene zusammen, denen das bis jetzt noch nicht so ganz gelingen mag. 

Mit sommerlichen Maskenbällen ist zu rechnen, und wir freuen uns schon sehr darauf. 

Ohrenschützer für den Kanzler wären anzudenken. 

Juckverzögerung

Gelsensaison in Wien lässt auf sich warten
orfon

Weiters erfahren wir:

Der Stechmückenmonitor der Stadt Wien registriert derzeit ein sehr geringes Aufkommen, hieß es bei der Stadt.

Als mich, wenn mich wer fragt – aber mich fragt ja keiner – wenn mich also wer fragen täte, ich hätte nichts dagegen, wenn die Gelsensaison für heuer ausfiele. Da haben wir aber schon wieder das zweischneidige Sensibilisierungsproblem, wie wir es auch an den – gänzlich unterbliebenen – Grippeinfektionen in der heurigen Grippesaison (die eben keine war) erlebt haben bzw. erleben mussten: So angenehm es ist, dass wir uns allesamt keine Grippe eingefangen haben, so prekär stellt sich ein Blick in die kommende Saison dar: Da wir uns nämlich nicht infiziert haben, haben wir unser Immunsystem nicht trainiert, was wohl bedeuten wird müssen, dass die nächste Welle eine mächtige wird, quasi Tsetsetsunami.

Die allzu evidente Weltverschwörung ist noch gefuchster als wir sie ohnehin schon demaskiert haben. (Huch!, demaskiert, welch wuchtige Wortwahl!)

Unsere Monitore sind aufgedreht, und es wird alles registriert, kein Stich entgeht uns.

Es gilt indes jedem Stich zu entgehen. Merke jedoch: Unterbliebene Stiche sind unbeweisbar.

Erglaubt

Man kann auch zum Kopf einer Sardelle beten, es kommt nur auf den Glauben an
Japanisches Sprichwort (erzählt von Kurt Tucholsky)

Das Totschlagargument (nicht: Todschlagargument – zentrales Werkzeug zur Außerzweifelstellung der Verheißung/Androhung von Auferstehung, des Fleisches u. Ä.) klerikalistischer Überlegenheit ist die bigotte Phrase von der Gnade des Glaubens, »tja, wenn du nicht die Gnade des Glaubens hast, kann ich nur für dich beten darum…«, woraufhin jedes weitere Gespräch beendet ist.

Danke, nein.

Man könnte Gnade des Unglaubens sagen, wenn da nicht die Gnade als trojanisches Pferd eingebaut wäre, und die wird von einer im metaphysischen Drüber zu verortenden Instanz gewährt.

Ich weiß, wie es sich anfühlt, es zu wollen, innig zu wollen, es wurde mir als Bub beigebracht, und ich habe mich gern weiter, ziemlich weit hineingesteigert, bis es mich fast erglaubt hat.

Lang schon ist genug geglaubt worden.

Blitzheilung

Lachgas hilft schnell gegen schwere Depression
orfon

Am schnellsten geht eine schwere Depression vorbei, wenn wir uns totlachen. 

Nachhaltiger geht schlicht nicht.

surround

Salzburgring mit neuem Lärmkonzept
orfon

Der alte ist schon abgestanden: Wir brauchen endlich neuen Lärm. 

Her damit! Schließlich hat ja der Dopplereffekt von Salzburg aus seinen Siegeszug um die Welt angetreten. Und darüber hinaus, in fernste Galaxien.

Brandopfer

700 Grillmeister werden jährlich ins Krankenhaus gebracht
kurier.at

Bei der Hälfte aller Grillunfälle handle es sich um Verbrennungen, erfahren wir weiter und sind völlig gebannt: Sowas aber auch! 

Wieviele Grilllehrlinge erst hospitalisiert werden müssen, das können wir uns gar nicht vorstellen. Eine Aufgliederung nach Lehrjahren wäre hier hilfreich. 

Da das Grillen eine epigentisch erworbene Fähigkeit ist, kann es sowas wie eine Grillmeisterin überhaupt gar nicht geben. Grillmeistersgattin, das ja. Macht sich gut auf dem Grabstein. Urnengrab.

Zum Saufuadan

Auch Empire State Building wird Impfzentrum
orfon

Die Frage ist: auf wie vielen Ebenen? Wären ja etliche da davon.

Gleichsetzungsglied

Wiener würden eher Nepp als Blümel zum Bürgermeister wählen 
kurier.at

Fritz ist Schüler
(Gleichsetzungsglied)

Aber Blümel ist doch der Nepp!?

Das kann doch wirklich keiner mehr verstehen!

Aufstieg

Fleischkonzern JBS zahlte Hackern elf Millionen Dollar Lösegeld 
orfon

Die bei JBS rein fürs Entbeinen angestellten Fleischhauer galten als die besten der Branche, weltweit, und ihr ausgelöster Schopf soll ja wirklich ein Gedicht gewesen sein. Bei diesen Löhnen konnte sich JBS seine Leute auch wirklich aussuchen. 

Und heute, was zahlen sie heute? Wie gerät das Karree, der Schopf? Der Niedergang scheint unaufhaltsam. 

Auch hierzulande war so mancher nachmalig erfolgreiche Geschäftsmann zuerst einmal gelernter Fleischhacker. 

Abrechnung

Herzogin Meghans und Kates geheime Telefonate könnten Konsequenzen haben
kurier.at

Sie werden wohl eine astronomische Rechnung erhalten, alswie ein ganzes Internat. Ob es für Royals eigentlich Spezialtarife gibt?

(Wenn, dann erhöhte!, meinen die Demokraten; zahlen dann ohnehin alles die Steuerzahler bzw. -enden.)

Finsternis

Geschlossene Clubs und ein fehlendes Angebot von Outdoor-Partys sorgen für ein Open-Air-Vakuum
derstandard.at

Mehr Luft!
legendäre letzte Worte

Zumindest bis zur Einführung eines flächendeckenden Rauchverbots waren ja die Tanzspelunken und Partykeller dieses Landes Garant für eine ausgesucht umgewälzte, vielfach in- und exhalierte Luft. 

Lichtere Reihen, das wär’s!

Zum Kiefeln

Der Mensch besitzt weniger Gene als Mais. Zähne, das auch, obwohl wir über zwei – aufeinander bezogene! – Kiefer verfügen, wohingegen der Kukuruz alle seine (Milch-)Zähne auf einem annähernd runden Kolben hat. 

In Modern Times muss der Tramp einen rotierenden Maiskolben ganz ohne Hände abnagen. Das geht gründlich daneben, ist ihm aber nicht anzulasten: Maschinenversagen. 

Dschi Dsche-i Wischer Dschunior hat(te) angeblich der Kiefer drei. Sie waren wohl in einem Winkel von je 120° angebracht, irgendwie wankelmotoranalog. Über die Anzahl der Gene eines Wischers ist nichts bekannt, vermutlich zwischen Mais und Mensch.

Es kommt auf das Zusammenspiel an. Der Gene, der Menschen.

(Zwischen Menschen, Wischern und Maiskolben, das sowieso.)

müszige Selbsterklärung

Ein Koch, der mir erklären musz, warum mir ein bestimmtes Essen zu schmecken habe, hat möglicherweise seinen Beruf verfehlt. Wechseln wir nun zu anderen Regionen kulinarischer Sensorik.

Es gibt Künstlerinnen und Künstler, deren Werke man unmittelbar innig liebt, eine inwendige Resonanz. Ist man ihnen in früheren Lebensabschnitten begegnet, halten sie auch einer abermaligen Überprüfung mühelos stand (Queen etwa, das Electric Light Orchestra eher weniger). In der Musik, wo ich mich einigermaszen auszukennen glaube (inwendig, weniger analytisch), sind da etwa zwei grobe Zuneigungsäste, deren Kletterer aufeinander nur mit ungläubigem Kopfschütteln schauen können. Meiner verläuft, wenn wir bei Mozart starten, über Schubert, Mendelssohn, Wagner, Bruckner und Mahler, um sich bei Schostakowitsch wieder mit jenem Ast zu treffen, der über Beethoven, Brahms und Strauss führt. Ich rede von der Hingabe, der ich beim Hören anheimfalle; ich muss mir nicht selbst erklären, warum mir, was ich gerade höre, gefällt bzw. gut sei.

Das ist jetzt keinesfalls als Geringschätzung von Beethoven, Brahms oder Strauss zu verstehen, gibt es doch etliche Werke von ihnen, die ich zutiefst liebe oder zumindest schätze. Auch können hier noch nicht genannte wie Berlioz, Schumann, Verdi, Tschaikowsky, Bartok, Schönberg, Berg, Lutoslawski, Ligeti (…) natürlich auch unmittelbar Gänsehaut bei mir hervorrufen.

Manches lieben wir eben, bei manchem wissen wir lediglich, dasz es gut (oftmals sehr gut) ist und brauchen das auch nicht weiter in Frage zu stellen.

Einige weitere Beispiele (ohne dasz ich mich oute): Velazquez, Goya, Klimt, Schiele, Picasso (welcher?), Bacon, Lassnig, Rainer, Nitsch; Flaubert, Stifter, Kafka, Joyce, Svevo, Musil, Roth, Mann, Doderer, Nabokov, Borges, Bernhard, Jelinek, Jonke; Rilke, Morgenstern, Trakl, Kästner, Celan, Bachmann, Artmann, Jandl, Mayröcker.

Der Pegel eines Meszgeräts für emotionalen Ausschlag würde recht unmittelbar anzeigen, was ich liebe. Noch einmal: Es wäre keine Auskunft über die Qualität der Kunstwerke, für die der Name der sie Schaffenden steht.

Mayröcker, im Juni entrückt, ist mir so eine. Tiefe Verneigung. 

(Wenn auch umständlich.)

Abfahrt

OÖ-Radrundfahrt endet bergauf nach Hinterstoder
nachrichten.at

Da sind wir aber sehr froh und wollen es diesen ehrlichen Sportlern von Herzen gönnen, bergauf, nicht hinab nach Hinterstoder, vom Priel oder von der Brotfallscharte, meinetwegen vom Schutzhaus, und von da gehts immer noch ordentlich hinunter.

Knalleffekt

Platzverbot für Karlsplatz aufgehoben
orfon

Es heißt ja, der Karlsplatz sei kein Platz sondern vielmehr eine Landschaft*. Bislang gibt es in Wien keine reine Karlstraße, abgesehen von der nach einem Erzherzog benannten in der Donaustadt; der Adel ist bei uns ja längst überwunden. Indes und generell: Plätzen Platzverbote zu erteilen kann schon namenstechnisch nur unter sehr verbiegerischen Umständen funktionieren.

Platzen Plötzlich heißt das letzte Theaterstück von Gert Jonke. Daran wollen wir uns halten alswie an einen Luftballon. Genau, für Luftballons gehörte so ein Platzverbot her, umso dringlicher, je mehr heiße Luft hineingeblasen wird; und sind ja etliche Einbläser unterwegs daunddort.

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*Auch der Schwedenplatz ist bekanntlich mehr so eine Landschaft, gar mit Kanal und Eis.

göttergleich

Die 17-jährige Louise ist die Tochter von Prinz Edward, dem jüngsten Sohn der Queen und dem kürzlich verstorbenen Prinz Philip.
kurier.at

Bekanntlich gibt es in der Südsee Heimische, die Prinz Philip als Gott verehren.

Die britische Königsfamilie ist zuverlässig beständiger Quell vielfältigster Spielarten des menschlichen Lebens. Oftmals sind sie sogar noch viel moderner als unsereins. Das wird wohl auch so sein, weil sie es sich leisten können.

Dennoch wäre es aufschlussreich, könnten wir den Prinzgemahl noch befragen.

Jetzt soll ja Charles dran sein.

In der Südsee wird der trübste wieder froh, so schön ist es dort.

Tragweite

Lady Louise Windsor kurz vor großer Entscheidung am 18. Geburtstag
kurier.at

Insbesondere bei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, kommt der Kleidungsfrage die allergrößte Bedeutung zu. Das sind Sorgen, von deren Tragweite hat unsereins ja überhaupt keinen Tau.

vorläufig unsinkbar

Kurz mit AstraZeneca geimpft
orfon

Ein kurzer Stich, etwas Seife ins Wasser injiziert, schon bricht die Spannung: Der Auf Dem Wasser Läuft versinkt. 

Ab sofort jedoch ist unser Messias unverwundbar, undzwar von A bis Zett; naja derweil halt noch halbwegs, sagen wir: von A bis Jott.

Derweilen heißet unsere Justizministerin AlmaZadic.

Es bleibet spannend. Vorläufig: Kommt ja noch ein zweiter Stich.

Eingrenzung

Deutschland streicht fast ganz Österreich von Risikoliste
orfon

Es bleibt vermutlich nur ich übrig. 

(International ia.)

Und Aus!

mehr weniger

Sterbefälle dämpften Wachstum
orfon

Längst schon ist es müßig, sich darüber zu mokieren, dass sich unsere Welt in wirtschaftlichen (im besten Falle volkswirtschaftlichen) Kategorien vermisst. Beim Tod handelt es sich gar um das Minuswachstum schlechthin.

Jetzt, was tun, dem zu entkommen? Wer muss wo freigesetzt werden?

Kokosmilch?

Oberösterreichischer Bauernbund kritisiert Kokosfett im Eis
derstandard.at

Kokosnüsse – Konkurrenten der Kuh
Bildunterschrift, derstandard.at

Ohne allen Zweifel ist der Bauernbund (der ob.-öst. gar) ein differenzierter Meinungsbildner und uns verlässlicher Ratgeber in allen Lebenslagen.

Bekanntlich sterben mehr Menschen durch Kokosnüsse alswie durch Haiangriffe.

Wir müssen genauer schauen und vernünftig abwägen.

(Ich persönlich bevorzuge ja Cremango, aus Schweden, das liegt in Italien, am Donaukanal.)

Roter Riese

Wien will Solarenergie bis 2025 verfünffachen
orfon

Da haben wir die wahren Schurken des Klimawandels!

Als Frage verbleiben muss die entscheidende Frage nach der Umsetzung dieses gigantischen astronomischen Vorhabens. Wer fliegt rauf und zündet den Superturbo?

Dosko-Man, hilf!

bikernapping?

Autofahrer flüchtet nach Unfall mit Radfahrer
orfon

Haben Unfalllenker bislang versucht, in den Wald laufend, ein Fließgewässer schwimmend, einen Teich oder See (einen Meeresarm) mit dem Tretboot über- oder durchquerend oder eben mit einem zufällig herumliegenden (tunlichst nicht verbeulten) Fahrrad zu entkommen (für weitere Reisemittel bediene man sich in Q’s James-Bond-Fundus), so haben wir es nun mit einer völlig neuen Qualität fahriger Flüchtigkeit zu tun: Da schnappt sich jemand einfach den nächsten Radfahrer und zwingt ihm seine Akutroute auf!

Indes, ganz so neu ist diese Taktik nicht. Verwiesen sei insbesondere auf »The Cycling Tour«, der (auch ungefragt) stets umfassendste Antwort auf Alles gebenden Monty Python’s samt ihrem Fliegenden Zirkus, konkret: MPFC 3,8*.

(Aber nein, es verlief eh alles streng konventionell, und bereits simpelste Sprachbeherrschung stellt für Schlagzeilendichter bekanntermaßen eine für völlig unnötig erachtete Überqualifikation dar.)

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* Monty Python’s Flying Circus: Episode 3, Sketch 8

supermühsam

Damit er zwischenmenschlich einigermaßen funktionierte, bedurfte der leitende Kulturmanager permanent zumindest doppelt ausgebrachter Wertschätzungsbekundungen. Nach jeder Besprechung die man mit ihm führte, verspürte man Kieferschmerzen vom beständig affirmativen Lächelnmüssen. Und das selbst wenn man nur Nachrichten austauschte. Tat das weh! Einem Bodybuilder nach seiner Präsentation konnte es einzig deshalb nicht so weh tun, weil dieser Grinser zentraler Bestandteil seines täglichen Trainingsprogramms war.

Bodybuilding, das wärs. Brainbuilding. Heartbuilding?

Auspizien, was sagen sie uns wirklich über Intelligenz, soziale Intelligenz?

unzivilisiert

Moderna will EU-Zulassung für Jugendliche 
orfon

Eine zivilisierte Gesellschaft sollte es jedenfalls ertragen und, ja, wertschätzen, dass es junge Menschen gibt. Wir brauchen sie zu unserem Fortbestand, in jeder Hinsicht. Eine zusätzlich formelle Zulassung wäre dafür nicht nur überhaupt nicht nötig sondern schlichterdings sittenwidrig.

Bedenket auch, dass ihr, späterhin, der vielfältigsten Unterstützungsleistungen durch ebenjene bedürfet, die jetzt noch, dieweil jugendlich, mit klappernden Skateboards auf den Plätzen unserer Städte vornehmlich der bürgerlichen Lärmerregung frönen.

returns

Rückschlag für Thiem in Paris-Vorbereitung
orfon

Try again. Fail again. Fail better.
Samuel Beckett

Herrn Thiem ist zu gratulieren, denn Tennis ohne Rückschlag, ohne Rückschläge, wäre schlechterdings nicht denkbar. Wir wollen ihm also wünschen, dass ihm noch mehr, noch bessere, immer noch bessere Rückschläge gelingen, auf dass es ein herrliches Spielen werde.

Cancel culture

82-Jährigem in OÖ falsches Bein amputiert
orfon

Try again. Fail again. Fail better.
Samuel Beckett

Beim zweiten Versuch wird’s bestimmt klappen. 

Jedem gebührt ein zweiter Versuch. Zumindest. 

(Aus völlig unverständlichen Gründen ist diese zynische Wortmeldung durch sämtliche Sicherheitsfilter gerutscht, wofür der Verleger allerdings keinerlei Verantwortung übernehmen kann. Schließlich sind wir im Österreich.)

Pauschalvermutung

All inclusive / fair use
integrale Nutzungsabmachung (Telekombranche)

Bedenkt man, wen er alles angerufen haben soll, so müsse der scheidende Schiverbandspräsident eine Handyrechnung wie eine ganze Schulklasse haben, meint der Moderator zur Einleitung seiner Auskunfteinholung beim Fachreporter Adi »JAAA!« Niederkorn.

Wir können, indes, beruhigen. Wohl mag die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eines Präsidenten des österreichischen Schiverbands eine ehrenamtlich auszuführende Tätigkeit sein (die einen ganzen Mann erfordert), ist es aber so, dass es – mit Sicherheit! – ein großzügig handhabbares Spesenkonto geben dürfte. Weil wer täte sich sonst all den Unbill an und opferte sich derart auf für unsere so schneidigen Sportlerinnen und Sportler?

ausgepolstert

Österreichs Eishockeyteam geht offensiv Knopf auf 
orfon

Da die Österreicher, wie es heißt, im letzten Jahr gut dreizehneinhalb Millionen Kilo zugenommen haben, wer wollte unsere Eishockeyspieler davon ausnehmen?

Busmuße

Mus – Muse
Muse – Musen
Nuss – Nüsse 

Pluralbildung (tlw. umlautend)

Luß (Mehrzahl Lüß, Lüssen), im Mittelalter häufig vorkommender Riedname; unter Lüß verstand man einen durch Los zugeteilten Ackeranteil. Lange Lüssen waren schmale, langgestreckte Grundparzellen von Acker- oder Weingartengrundstücken (»In den langen Lüssen«, »An den langen Lüssen«), hangende Lüssen erstreckten sich auf abfallendem Gelände (»In den hangenden Lüssen«).
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien

Das Mädchen mit filmsynchrondeutsch angehaucht österreichischem Akzent verabredet sich vom Zug aus telefonisch mit seiner Oma dort, wo die Büsse sind, beharrlich, bis es die Oma kapiert, dort, wo die Büsse sind!, und bald darauf steigt es in Hütteldorf aus. Sie werden sich trotzdem finden und eine feine Zeit haben.

Conclusorische Nachfrage: Wenn dereinst Lüße durch das Los verteilt wurden, finden die Leute heute ihre Büsse (insbesondere die langen, mit Gelenk) erst durch Buße? – Woll’n wir dafür und dabei allen gute Muße wünschen!

paarweise

Zwei Minischweine ausgesetzt: Bedingte Haft für Ehepaar
kurier.at

Bei den Schweinen habe es sich um einen Eber und eine Sau gehandelt. Man habe keinen Nachwuchs gewollt, so das Ehepaar.

(Können Schweine verheiratet werden? Reicht bei Minischweinen eine Verpartnerung? Wer darf, wie bedingt?)

entgeistert

Logistikprofis des Heeres übernehmen ›Wohnzimmertests‹ von 23 Pharmagroßhändlern und bringen sie zu Restaurants, Campingplätzen und anderen körpernahen Betrieben. 
Leistungsbeschreibung (via orfon)

Wer hätte, vor nicht langer Zeit, bei Begriffen wie ›Restaurant‹ oder ›Campingplatz‹ zuallererst an die Kategoriendichotomie ›körpernah – körperfern‹ denken müssen, und was hätte das auch sein können, ein Nahkörper/Fernkörper?

Die Pandemie, so nachgerade aerosolipsistisch sie dahergekommen sein mag, sie hat uns massiv in materiellen Kategorien denken gelehrt.

Ein Fortschritt, immerhin.

Ehrensache!

Räuber läuteten bei Opfern in Innsbruck an der Wohnungstüre
tt.com

So unangenehm es sein mag, mitten in der Nacht in der eigenen Wohnung überfallen zu werden (es dürfte sehr unangenehm sein), immerhin sind die Räuber insofern korrekt vorgegangen, als sie ordentlich angeläutet haben. Ob sie, was treffend wäre, Sturm (in Innsbruck: Föhnsturm!) geläutet haben, ist nicht überliefert.)

Merke: Ein Räuber ist kein Einbrecher!

Merke außerdem: Wer an der Tür anläutet und sich mit »Einbrecher!« (engl. »burglar!«) zu erkennen gibt, agiert höchstwahrscheinlich heuchlerisch und will einem dann doch nur Abos für mehrbändige Nachschlagewerke (engl. Encyclopedia Britannica) andrehen. Sowas wollen wir bitte nicht! Vgl. dazu auch MPFC: 5,7*.
______________
* Monty Python’s Flying Circus: Episode 5, Sketch 7

Cooling-Down-Phase

Zelle angezündet: Sieben Jahre Haft
orfon

Es wird wieder warm werden.

Entfernung

Unter Alkoholeinfluss schrumpft der Abstand
orfon

Und zwar um exakt einen Zentimeter pro drei Minuten, macht 3,33 Millimeter (periodisch) in der Minute. Wir multiplizieren: In der Stunde sind das 20 Zentimeter, pro Tag 4 Meter 80 Zentimeter, im Jahr (365,25d) 1 Kilometer 753 Meter und 20 Zentimeter. 

Es ist also nur eine Frage kurzer Zeit, bis das ganze Weltall implodiert, zurück in die finale Singularität von Allem.

Aber dann.

Schlichtung, zur Güte

Wie man gute von schlechten Bienenwachstüchern unterscheidet
kurier.at

Den Kosakenzipfel habe ich eben serviert und den anderen vorhin
Loriot

Die Guten unterscheiden sich von den Schlechten aufgrund ihres Gutseins: Es ist letztlich alles, wenn auch unfassbar kompliziert, so doch recht einfach.

weise

DU DUMME SAU!
Klaus Kinski, Jesus Christus Erlöser

Das Wesen eines Nachweises ist, dass man ihn vorweisen muss, undzwar ausdrücklich unaufgefordert, widrigenfalls der Verweis droht. Das ist allerdings was vom strengsten, das man sich im Österreich vorstellen kann.

Sei weise!

(Und offen, das auch.)

Listening comprehension

Forscher wollen von stotternden Finken lernen
orfon

Der Whiskymixer mixt Whisky mit Wasser. – Was mixt der Whiskymixer? – Der Whiskymixer mixt Whisky mit Wasser.
Übesatzfolge (laut auszusprechen)

In echt? Stottern kann man lernen? Von Vögeln? 

Derweil stochern Amsel, Drossel, Fink und Meise und die ganze Vogelschar im blickdichten Fichtendickicht, ein einziges Zwitschern, w-w-wie ww-w-wunderbar!

doppelt erlaubt

Gericht hebt Waffenverbot für Doppelmörder auf
kurier.at

Manchesmal könnte ein Artikel (er sei bestimmt oder unbestimmt) zum Verständnis einer Meldung wesentliches beitragen. Demgemäß handelt es sich bei o.g. Schlag- genaugenommen um eine Schusszeile, und ihren Zweck, die unmittelbare Erregung, hat sie ohne allen Zweifel bravourös übererfüllt: Wer wollte sich nicht vor Doppelmördern fürchten?

Mörder (richtige Mörder), die im Geschäft bleiben wollen, mögen tunlichst darauf achten, stets paarweise zu morden.

Wie nun sieht es bei Doppelmörderinnen aus? Dürfen die wieder einmal nicht, was Männern (richtigen Männern) erlaubt ist, erlaubt sein muss!?

Abrüsten

aggiornamento
Zentralbegriff, Johannes XXIII

Mohammed in Interview versöhnlich
Unterüberschrift, orfon

Aus vielerlei Gründen gilt es zurecht generell als äußerst schwierig, Religionsgründer persönlich vors Mikrophon zu bekommen. (Auf ein Bild müssen wir weiterhin verzichten, aber immerhin, es gibt da ein paar einschlägige Bleistiftzeichnungen.) Wollen wir nun also hoffen, dass Er – Friede sei mit Ihm – ein paar friedensförderliche Erläuterungen und Zurechtrückungen gegeben hat. Wobei: Versöhnlich kann sich jemand nur geben, der der Meinung ist, beleidigt worden zu sein. Und die Bereitschaft zum Beleidigtsein ist allerdings weltumfassend.

(Wie wichtig und zugleich prekär doch die Erlangung dauerhaften Friedens sein muss, wenn man immer darauf hinweisen muss, dass er mit Jemandem sein muss; klingt verdächtig nach einschlägigen Einleitungsvorausschickungen à la »ich hab ja nichts gegen (…), aber (…)«.)

Betrüblich all das.

flachhalten /2

Salon Funk im Radio. Zwei Damen, Kulturladies, duzen einen duzenden Künstler – man kennt sich vom Sehen (die Damen, Ihn, vom Publikum augenaufschlägig aufblickend, dieweil es Ihm auf den Brettern Sich zu emanieren gefiel) –, dessen berühmte Leistung ist, dass Er alles alleine macht und das mächtig super findet und auch zu finden gewährt, Sich, zuvörderst, inklusive (die Kulturladies lösen’s brav ein und finden sich dabei selbst entsprechend voll super): Keiner kann so Alles wie Philipp Hochmair, keiner hat so Ganz Oben angefangen und ist Noch Weiter hinaufgelangt alswie Er, obwohl Er sich von Anfang an nichts weniger als Das Schwerste vorgenommen hat, das sich unter Seiner Macht devot zu Seinen Füßen zusammenringelt.

Und ist dabei so bescheiden geblieben. Dieser Tage steht Er win Wurm Modell, als Allegorie der demut.

Demnächst stehen die Hagiographien der beiden bedeutendsten Männer, die die österreichische Sozialdemokratie je geprägt haben, zur Verfilmung an. Gespannt warten wir, wer Doskozil und wer Dornauer verkörpern darf. Das ist aber nun die falsche Fragerichtung: Dosko und Dorni fiebern, wer ihnen Körper (und Stimme!) verleihen wird. Dabei ist es so einfach: Hochmair spielt sie beide! Und die Rendi gleich dazu, Ludwig geht auch noch mit, und zuletzt, als Steinerner Gast, erscheint Er Sich Selbst als kreisky und fährt ab mit Sich nach Mallorcaaaahhhh—

Bleiben wir dran!

flachhalten /1

Außerhalb des Politalltags versuche er, ein möglichst normales Leben mit Einkaufen und Kochen zu verbringen, so Doskozil.
orf.at/burgenland, 2021

Shoppen und Ficken
Aktivitätenausgleich, nach Mark Ravenhill (1996)

Hand aufs Herz: Wer wollte nicht, abseits allen Politalltags, ein möglichst normales Leben mit Einkaufen und Kochen verbringen (so wie Doskozil)? Wer würde je etwas anderes wollen wollen oder wollen sollen? Dürfte es je anders sein? Fässer indes, sie laufen über, und geheiratet wird dann ja auch noch.

Flachhalten ist eine, ja: die genuin pannonische Disziplin, und Normal, das ist der rechte Winkel. Ziemlich steil, das. 

Gespannt warten wir auf die überfällige Homestory des glorreich dornauerischen Tirolers (die D-Achse): Welche Freizeit, welches Auto, welche Hinterbank? Irgendwelche Flecken?

zentrifäkal

Mobiles WC fuhr auf Linzer Kinderspielplatz Ringelspiel
kurier.at

Na wenn’s mobil ist, was spräche dagegen? Nicht zu alt soll es halt sein, aber bekanntermaßen unterliegen Mobilklos ohnehin einer recht kurzen Produktrotation.

Den Jugendlichen, die sich da einen deftigen Scherz erlaubt haben, danken wir jedenfalls die Idee für ein originelles Fahrgeschäft. Vielleicht zentrifugiert so eines ja schon bald (wenn wir wieder dürfen) am Urfahraner Markt oder im Prater. 

Würschtlprater.

Analogprodukt

Fritte! Frähätt!
Kenne Dicktatua!

sonntäglich-abendlicher Spaziergängerruf

Die keppelnde Fundamentalopposition der vormals glorreichen Regierungspartei fährt, wir wissen es, eine (zumindest ihren Anhängern als subtil erscheinende) Zwei-Marken-Strategie. Auf der einen Seite zetert da der einst wenn nicht gerade größte, so doch jedenfalls (nach Eigendefinition) Beste InnenMinister Aller Zeiten (BIMAZ), auf Empörung getrimmt und in logorrhoeischer Rotationspermanenz. Ihm in abwägend-besinnlicher Attitüde gegenübergepolt der – gleichwohl einst – beinahe bundespräsidentielle, auf besonnen machende Dritte Parlamentspräsident, dessen höchste Erregung vorgeblich ist, dass ihn etwas ›ein bisschen traurig‹ macht. Inhaltlich lässt sich die Zwei-Marken-Strategie mit dem Produkt kolischen Durchfalls einerseits und einem kompakt und tadellos symmetrisch in die weiße Keramikschüssel gekringelten Würschtl andererseits analogisieren, nichts anderes also als lediglich zwei unterschiedliche Aggregatszustände ein- und desselben, ist und bleibt doch beides: Scheiße.

Da gibt es nämlich bitte nichts zu beschönigen. Aber schon gar nichts.

Ablösung

Regierung kauft KZ Gusen
orfon

Es gibt Meldungen, die bedürfen einer erläuternden Kontextualisierung: Selbst einen Mitte der Sechzigerjahre geborenen reißt es unwillkürlich beim Lesen einer solchen Zeile. 

Jede angewandte Pädagogik hat ihre Schule in der Kindheit der Erziehungsberechtigten. Ein wesentliches Repertoireelement des Aufwachsens waren einschlägige Drohungen, abgestuft nach der Schwere des jeweiligen Vergehens. »Dann holt dich der Schwarze Mann!« – »Ich geb dich noch ins Heim!« – sowie, historisierend, insbesondere für Gedankenvergehen »… unterm Hitler wärst du dafür ins KZ gekommen.«, wodurch Hitler, wohl seines Stummelbärtchens wegen, in eine gewisse Deckung mit dem Schwarzen Mann gelangte, vor dem hat man die Furcht allerdings mehr vorgetäuscht, damit die Mutter ihn als Sanktionsfigur nicht wegevaluierte. 

Die Frage »Kochlöffel oder Teppichpracker?« war mehr eine Frage, was im mütterlichen Affekt gerade in Griffweite war. Beide als Erziehungsgeräte dienenden hausfraulichen Spezialwerkzeuge hatten ihre Qualitäten, was jedoch die Qual steigerte, da sich das Kind zusätzlich zum aktuellen Entsetzen ausmalen konnte, wieviel mehr oder weniger schmerzhaft die andere Züchtigungsnuance sich jetzt anfühlen würde: Der dumpfklatschig verteilte Schmerz vom großflächigen Weidengeflecht konnte im engen Vorzimmer nicht recht sein Potential entfalten, und der Kochlöffel war in der Küche. Gefährlich wurde es, wenn die Mutter so in Rage war, dass sie entweder, rasch, damit ihr Zorn nicht verfliege, den Kochlöffel aus der Küche holte, oder einen ins Halboffene, am besten vor die Wohnungstür, zerrte, und schon hat es geschnalzt. Dazu keuchend Drohungen, die einen den Schwarzen Mann herbeisehnen ließen, und im Heim wäre man ja schließlich auch daheim, und keine schlagende Mutter weit und breit. 

Der Mutter war es wichtig, das wir stets genau wussten, weshalb wir geschlagen werden, was uns auszeichnete vor den anderen Kindern in der Nachbarschaft. Und darum hat es uns auch überhaupt nicht geschadet.

Regierung kauft KZ Gusen
orfon

Es gibt Meldungen, die bedürfen immer einer erläuternden Kontextualisierung.

pastellig

Naturnahe Raumdüfte annonciert ein zart animiertes Werbebanner. Es gäbe sie exklusiv bei Interspar, erfahren wir noch, bevor der Clip wieder von vorne beginnt: Vegan, bio, keine Tierversuche, ausschließlich natürliche Ingredienzen! Herz bzw. Nase, was willst du mehr!

Unlängst hat Günter Kaindlstorfer im Radio ein wohltuend differenziertes Portrait von Erwin Ringel gestaltet, da kamen auch naturnahe Raumdüfte zur Sprache. Halt keine veganen, aber diese Schmerzen waren zu Ringels Zeiten noch nicht derart im Schwange alswie heutzutage.

Grauwerte, doppelt verblindet

Das Teilprojekt A01 »Koloristische Humandifferenzierung« des geplanten Sonderforschungsbereichs 1482 »Humandifferenzierung« an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sucht – vorbehaltlich der Förderbewilligung ­­– ab dem 01.07.2021 eine/n Doktorand:in.
akademische Stellenausschreibung

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.

Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil

Rassismus nach Hautfarbe heißt jetzt also »koloristische Humandifferenzierung«. Klingt ja auch irgendwie fröhlicher, weil bunter: Sämtliche einschlägigen Probleme dürften getrost bald schon für final gelöst gelten; theoretisch, aber immerhin. Lässt sich so auch besser akademisch evaluieren. Bitte aber nicht auf die Kontrollgruppe vergessen, damit Placebo-Effekte ausgeschlossen werden können.

An der Wurzel

Finanzminister festgenommen und abgesetzt
orfon

Es ist ein mit zunehmenden Jahren sich auswachsendes Phänomen, dass wir, insbesondere beim Abäsen wischtauglicher Neuigkeiten (zumeist alte Hüte) im schnellschnell Drüberschaun Teile derselben verdrehen, ausblenden, manchesmal gar ganze Worte übergehen. Der Grund ist in auf anpassende Zurechtrückung pochenden Tagesresten und implizierenden Wunschvorstellungen, wie sich eine gerechtere Welt gestalte, zu erahnen: Wir bauen, konstruieren, unwillkürlich und durchaus radikal, dem kommen wir nicht aus.

In obiger Meldung wurde (geflissentlich?) das erste Wort überlesen, ein Ortwort: »Katars« wars. »Der Fall zeige, dass Katar den Kampf gegen Korruption offenbar ernst nehme, sagte ein Diplomat der Nachrichtenagentur AFP.«, heißt es am Ende des sehr informativen Beitrags. 

In Katar müsste man sein.

höchst geschwind

Neue Renault-Autos sollen nicht schneller als 180 fahren 
orfon

Die Interessensvertreter alter Renault-Autos, aber auch Peugeot-Wägen, nicht zu vergessen die sämtlicher Citroën-Karossen (aficionadesquement luftschwimmerige alte gleichwie frisch beim Fabrikstor hinausgekarrte), möglicherweise auch von internationalen Fabrikaten anderen Namens sind derweil heftig am lobbyieren, dass es nur so wummert. 

Fix ist: Der legendäre Austro-Porsche bleibt außen vor und rotiert weiterhin am Stand, wie eh und je und demnächst wohl auch elektrisch. 

Man nennt das Fortschritt. In ihm sind wir begriffen. 

Aufatmen

Neuer Kobra-Chef: »Es gibt genug terroristisches Potenzial«
kurier.at

Es ist verständliche Sorge eines jeden Betriebsleiters, seinen Leuten genügend zu tun geben zu können. Wer nun also dieserzeit der giftschlangenmenschlich-chimärischen Polizeieinheit angehört, hat stets einen sicheren Arbeitsplatz. 

pickt

Näher, mein Gott, zu Dir
titanischer Sehnsuchtshymnus

Altottakringer Kirche, Erhöhung des Hl. Kreuzes. Unter dem neospätromanischen Tympanon prangt ein dem Kirchenjahr sinnig eingepasstes Textiltransparent, darauf sind, mit unsichtbarem Stich, sechs von links nach rechts konsekutiv zu lesende schematische Darstellungen aufgenäht, sie sollen uns wohl (1) Palmsonntag, (2) Gründonnerstag, (3) Geißelung, (4) Kreuzigung, (5) die Pietà und (6) den Auferstandenen zeigen, wie er zuletzt, wie im Triumph, die Arme ekstatisch hochreißt. Linkerhand steht noch, damit es wirklich alle verstehen, JESUS LEBT. Die Darstellungen sind, wie gesagt, jeweils recht schematisch. So wurde etwa, eine künstlerisch durchaus plausible Entscheidung, auf die Ausführung der – ikonographisch nicht völlig unbedeutenden – Kreuzigungsnägel verzichtet. 

Im Vorbeilaufen kann ich mich jedesmal nicht erwehren, korrigierend den elften Buchstaben des Alphabets einzufügen zu wollen: JESUS KLEBT (wahre Aussage).

Alle müssen wir dranglauben. 

verschlossen

Wiederverschließbar steht am linken unteren Eck der Verpackung des praktisch in sieben Scheiben gegliederten halbharten Schnittkäses, gleich neben dem Gütesiegel 10-facher Käsekaiser (eine kecke Behauptung, der gemäß 1 Bergbaron gleich 10 Käsekaisern entspräche!)

Das mit dem wiederverschließbar mag schon sein. Wie indes der Genusswillige ohne unmäßig Gewalt anwenden zu müssen den angestrebten Wandel zum Genießer vollziehen kann, verrät die appetitliche Sichtverpackung leider nicht. Nach etlichen irregeleiteten Versuchen macht zuletzt jedoch ein fummelig-unreproduzierbares Daumenspiel überraschend und fast schon enttäuschend kurzen Prozess.