Bertl

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Epochal

Steinzeitgenetiker
Spezialist (Naturwissenschaften)

bist eulen?
Ernst Jandl

Halten wir uns doch besser an die rührigen Steinzeitenergetiker. Unlängst habe ich ein paar von ihnen (ich verrate nicht wo) getroffen: Wagenspuren, die älter als alle bekannten Wagen (inkl. Tesla) sind, was zweifelsfrei beweist, dass sie vor fünfzigtausend Jahren schon Autos hatten, damals sind sie offroadmäßig im Gatsch gefahren, der ist dann sogleich versteinert – et voilà! Und so weiter, dazu die Basislänge der Großen Pyramide, die mal der Wellenlänge des Protons (hoch 32) und irgendwas mit der Eulerschen Zahl geteilt durch zweimal die Kreiszahl π im Verhältnis zur Kantenlänge mal irrgendwas anderem vom Neutron beweist, dass sie damals bereits, vor fünfzigtausend Jahren, die exakte Kenntnis der Lichtgeschwindigkeit hatten, und was also sagt uns das?, NA EEEBEND!

Hartmut, dieser wiedergeborene Euler (eine Zuschreibung, die Er stets demütig abwinkt), der nun in Italien lebt, kann aufgrund der jedem in seinen Seminaren erlernbaren Kenntnis der Kosmischen Raumfraktale Alles im voraus berechnen, wirklich, und wenn du teilnimmst, lernst auch du das. Hartmut kann, da das Seminar stets ausgebucht ist, jedenfalls recht gut seinen Gewinn im Voraus bestimmen. Der Termin ist an einem kosmisch günstigen Wochenende, und auch die Kurs- und Pausenzeiten sind ideal vorausberechnet. Dass der Kurs, nördlich der Alpen, eher nicht im Kalten Winter stattfinden kann, liegt ganz sicher nicht an irgendwelchen schnöden klimatischen Vorlieben: Mai/Juni ist einfach kosmisch besser, was willst du machen?

Gespannt erwarten wir die Lottozahlen und wer den Krieg gewinnt. Egal welchen.

Merke: Die Steinzeit ist nicht zuende gegangen, weil ihnen die Steine ausgegangen sind. Was beweist: Sie dauert bis heute an. Seit über Millionen Jahren.

________________
[WSW] =
BRUNO

Klingelingeling

Grüßt ihr andere Radfahrer:innen?
Forumsthema, derstandard.at

Ja. Nein. Weiß nicht.

Damit das klar ist: E-Biker sind jedenfalls zu ignorieren.

KLINGELINGELINGELING.

Nicht Alles gelingt immer.

The Raven

Zeichen der Zeit stehen auf Party
Schlagerwettbewerbsconclusio (via orfon)

Da haben aber ein paar ganz tief hineingeblickt ins Weltgeschehen.

Ein Rave ist auch eine Art Party.

(Seinerzeit, Hans Huckebein, hat etwas zu tief ins Glas geschaut. Ist ihm nicht soo gut bekommen.)

Assonant

Milo Rau
Minotau
rrrrr
Undichtung

Stiere gibt es, deren Hörner sitzen inwendig, die außen sind aus (dschungelfeuchtem) Pappmaché.

Und nirgendwo ein Theseus, Ariadne gar. Jetzt, wo packst du so einen?

Tixlo

Würdet ihr ein gebrauchtes E-Auto um 5.000 Euro kaufen?
Forumsfrage, derstandard.at

TESA
E-Auto (kleine corr: keine Gebrauchsspuren)

kerze des
Ernst Jandl

Also ich, wenn ich ein Auto, ein E-Auto, wenn ich ein E-Auto bräuchte, bei mir also ein E-Auto gebraucht würde, ich würde schon eines um 5.000 Euro kaufen, und um 3.000 Euro auch oder mehr oder weniger weniger, auch ein neues E-Auto, bräuchte ich eines, würde ich um 5.000 Euro (…) kaufen, aber man gäbe es mir nicht, so ist es mir lieber und kommt es mir zupass, dass ich kein E-Auto brauche, mithin ich über kein ungebrauchtes Auto verfügen muss oder auch nur wollte.

Aber natürlich, verstehen Sie mich nicht falsch, wir können über Alles reden, da bin ich ganz offn.

In Österreich sagt man statt Tesa Tixo. Des pickt.

Drecklacken

Reinigungsfunktion von Seen nimmt ab
orfon

Fairy Konzentrat Max Power Zitrone 5x effektiver
Reinigungsprodukt, flüssig

Also ich, wenn ich ins Wasser gehe, das ist mir schon länger aufgefallen, und ich bin, wie es sich gehört, vollumfänglich mit Tiroler Nussöl eingecremt, da, das ist mir schon länger aufgefallen (hab’ ichs schon gesagt?) will sich das Öl nicht mehr ganz so leicht lösen von der Haut alswie früher, aber der regenbogenschillernde Film auf der Oberfläche ist schon auch noch ganz schön schön.

Ob wir etwas Fettlöser einbringen sollten? Bewährt hat sich etwa das oben genannte Produkt. Kann ich wirklich sehr empfehlen. Seen, wie seht ihr das?

Rumpfig

Gestohlene Schädelreliquie nicht mehr ausgestellt
orfon

Öfter schon ist es vorgekommen, dass Artefakte welcherart immer, wenn dieselben durch Diebstahl oder sonstwie abhanden gekommen waren, unverzüglich nicht mehr ausgestellt wurden, rigoros! Da wäre es noch einfacher, die Freiheit in einem Käfig auszustellen, aber auch diese Unmöglichkeit hat bereits Georg Danzer eindrücklich zur Schau gestellt.

Lebensabschnitte, die

(…), im Südwesten Österreichs ein Paschauer.
Vorhersage, akustisch (Radio)

Übersetzt: Zur Raschaua kann die eine oder andere nasse Straße nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Bereits nach wenigen Tagen ist offenbar, wie schlechterdings unfassbar es ist, dass Gunda »Gunnnda« Schuller unlängst in einen neuen Lebensabschnitt übergewechselt ist.

Selbiges gilt für Adi »Jaaa« Niederkorn in sportlichen Berichtspflichtigkeiten: Das war’s. Auch er wird fehlen in der radiophon-diesseitigen Lebensabschnittszone.

Jeder ist genauso unersetzlich wie alle anderen auch nicht.

Etwas früher

Erinnern Sie sich, ich habe Ihnen zuerst drei Begriffe genannt, die ich Sie gebeten habe sich zu merken, (…)
Neurologische Anamnese, Gesprächsfortgang

Selbstredend hat, obwohl er keine Ahnung hatte, was, mein Vater bejaht, denn sozial erwünschtes Verhalten war ihm gut eingeschrieben … bis zu einem gewissen Grad halt.

Ich war dabei, ich erinnere mich genau. Das werde ich nie vergessen.

(Auflösung: Hund, Stein, Zitrone. Oder wars Apfel? … Ball? … Auto?, Auto ist leicht.)

Ab sofort

Das werde ich nie vergessen!
präobsolete Vorhabensbekundung

Ich habe den Namen des Hundes der Freundin des Freundes vergessen
Ich habe den Namen der Freundin des Hundes des Freundes vergessen
Ich habe den Namen des Freundes des Hundes der Freundin vergessen
Ich habe den Namen der Freundin des Freundes des Hundes vergessen
Genitivkette (einige Varianten)

Ich nenne Ihnen jetzt drei Begriffe, bitte Sie, sie sich zu merken und werde Sie zwischendurch wieder danach fragen.
Neurologische Anamnese, Gesprächseinstieg

Hund, he!
Kärntnerische Verblüffungsbekundung

Das werde ich nie vergessen!, was für ein dummer (dümmlicher) Satz, mit einer Latte, die nur zu unterschreiten ist, alle kriechen wir unten durch ohne es zu merken, und nicht einmal das. Als wäre das Nichtvergessen (-können oder -müssen? – da fängt es ja schon an, problematisch zu werden) ein souveräner Akt.

Hiermit bekenne ich: Ich habe schon oft vergessen, was ich nie vergessen würde. Dies ist zu merken.

Was überhaupt?

(Auflösung: Hund, Stein, Zitrone.)

Raubtier

Dem Mauritius-Graubrillenvogel fehlt die Brille
Teasersatz, Wikipedia

Gut gebrüllt, Löwe!
Aus: Shakespeare, Ein Sommernachtstraum

Meist haben die Teasersätze auf der – äußerst empfehlenswerten, tagesaktuell aufbereiteten – Wikipedia-Hauptseite einen sympathisch-vergnüglichen Drall.

Wenn er denn schon keine Brille hat (auch einschlägig benamsten -Schlangen oder -Affen eignet ein derartiges optisches Hilfsmittel lediglich im Namen, weil auf welcher Nase, an welchen Ohren wollte man sie haftenmachen, sowas gelänge allerhöchstens bei den Brillenlanguren, und das auch nur hypothetisch), so interessieren, in zweiter Lesung, doch die Rillen einigermaßen. Wo haben sie die und was nützen sie ihnen, weil irgendwas muss die Evolution ja mit ihnen vorgehabt haben, damals, noch bevor sie taxonomisch beschrieben wurden – die Familie der Brillenvögel etwa von Charles Lucien Jules Laurent Bonaparte, einem Neffen Napoléon Bonapartes, was uns zu denken geben sollte.

Von Affen, Schlangen oder – you name it – Pinguinen (Löwen auch!) sind mir auf die Schnelle keinerlei Rillen geläufig.

Im Oberösterreich sagen wir Möbe und Löbe, und richten wir uns ein, kaufen wir uns Möwi, mit oder ohne Rü:n. Sind wir sehschwach und Kontaktlinsen sind keine Option, stellt der Umstand, dass wir uns eine Brü:n aufsetzen, keinerlei Gefahr dar, uns mit einer heißen Flüssigkeit zu verletzen.

Ich empfehle, anstatt mit all den zuverlässig frustrierenden Nachrichtenseiten seinen unvermeidlichen täglichen Informationseinfluss mit der Wikipedia-Hauptseite zu beginnen: Der Tag wird ein fröhlicherer.

(Ahja, diese Seite geht natürlich gerne auch; aber das wissen Sie ja bereits, sonst würden Sie nicht gerade diese Zeilen lesen, gelesen haben, morgen sehen wir uns wieder, schönen Tach auch!)


Wenn ich Sie schon einmal dahabe, und da diese Seite, wie mir die Statistik im Analyse-Tool meines Providers verrät (keine Sorge, mehr erfahre ich nicht!), von gleichbleibend wenigen (Auserwählten!) regelmäßig besucht wird, Sie also zu den wenigen (Auserwählten!) gehören, die (etc., GÄHN!), … Sie wissen, was kommt: Meine monatliche, höflich, wenn- und zugleich dringlich (nicht: zudringlich) gemeinte Bitte um Ihre Spende.

Ich weiß und Sie wissen: Wir verstehen sich. Meine Kontonummer erfahren Sie im Impressum.

(Dauerauftrag empfohlen.)

Affenhitzig

OÖ: Polizei stoppte Lkw-Lenker in Unterwäsche
orfon

Unter Marscherleichterung versteht man im Militär-, Feuerwehr- und Turnierwesen (z. B. Reitsport) trageerleichternde Maßnahmen bei Hitze oder längeren Einsätzen.

Gegen Ende Mai ist es heuer ja wirklich außerordentlich warm – man kann auch sagen: heiß – gewesen.

An der Unterhose lässt sich der Dienstgrad zuverlässig anhand der Streifen ablesen.

Samstag, 30. Mai 2026

Ottobeuren (D), Basilika
»Orgelmusik mit Posaune«
Bertl Mütter, Posaune
Christoph Hauser, Orgel(n)

wikimedia.org | Diego Delso

Es ist nämlich bitte so, dass ich mit dem Winfried befreundet bin. Kennengelernt haben wir uns 2013 in Admont: Im Rahmen des Festivals ARCANA habe ich vor dem Quatuor Diotima gespielt, er war der für Kunstsachen zuständige Prior1) von Stift Admont, außerdem Pfarrer am Frauenberg. Winfried – ein gemeinsamer Freund ist Bodo Hell – hatte als bekennender Loriotist (mit Ente und Steinlaus) an seinem nächsten Einsatzort (Abt von Stift Neuburg/Heidelberg) einen schweren Stand; folgte eine Siphonphase, nun ist er im Stift Ottobeuren (gut?) gelandet (und dort auch Pfarrer). Die Abteikirche ist ein Wunderwerk, mit einer phantastischen Architektur samt Akustik, und auch die Orgel, corr.: die Orgeln können was! Gleichso verhält es sich mit Christoph Hauser, ein ganz besonderer. Wir haben uns die letzten Jahre über mehrmals zum gemeinsamen Improvisieren getroffen und freuen uns auf dieses nun auch öffentliche Spielen. Ausgehend vom Pfingsthymnus »veni creator spiritus«, wolln wir weiter schauen – und hörenmachen.

Das war im Winter; sie haben aber auch ein vorzügliches Bier; Engelbräu, versteht sich.


Nochmals danke für die  Aufführung: Nie habe ich einzelnen Tönen intensiver nachgehört. Irgendwie war es, wie großen Seifenblasen nachzusehen, die so durch den Raum schweben.
I. B., Herrsching (weitere Elogen auflgd.)

Schon ein Riesenglück, diesen Raum ins Klingen bringen zu dürfen, erst recht mit einem derart versierten musikalischen Partner. Noch größeres Glück, von diesem Raum ins Klingen gebracht zu werden; auf dass man ihn ins Klingen bringe. Und so weiter und weiter so.

Anm.: In langjähriger Freundschaft begründetes Solidaritätskonzert ohne Honorar.

Vollzugsmaßnahme

Körperhaftes, im Gegensatz zur Fläche ausgebreitet und wie kultiviertes Land bearbeitet. Sichtbar wird nicht etwas, das bereits festliegt, sondern ein Hervorgang, ein Vollzug. Gesten kehren wieder, ohne sich zu wiederholen. Die Figuren entziehen sich einer Beschreibung, alleine durch ihr visuelles Erscheinungsbild, und doch bleibt die Idee des Körperhaften in ihrer skulpturalen Referenz präsent. Material erscheint nicht als bloßes Mittel, sondern als das, worin sich Konstruktion ereignet. Die Landschaft wird nicht dargestellt, sondern tritt als Feld des Vollzugs hervor und verweist auf einen Prozess, der sich nicht vollständig zum Stillstand bringen lässt.
Einladungstext Offenes Atelier

Obwohl es ihn, bei dieser einen derart unmittelbar hineinziehenden prächtigen Formulierungskaskade in dieser Kaskadenformulierungsprachtsprache, schon außerordentlich gejuckt hätte, fiel in ihm der Entschluss, nicht in dieses Feld des Vollzugs zu ziehen, der Entschluss fiel mehr als dass er ihn selber fällte, und er konnte sich gar nicht recht erklären, wieso, und rechtfertigen schon gar nicht.

Oft einmal ist ja für jeden was dabei.

Jetzt, was? (Siehe oben?)

Ausgeduzt

Nicht: »Unverschämt! Hiermit entziehe ich Ihnen das Duwort, wir haben uns aus-ge-duzt!«, sondern: »Alle in unserer kleinen Exkursionsgruppe sind untereinander per Du, nur ich nicht mit allen: Ich fühle mich ausgeduzt.«

Man kam überein, dem polyhistorisch kundigen Reiseführer das Siewort zu entziehen.

(Kafka hätte das gefallen.)

Hohlwabend

darbo
deutsches Verb, latinisiert (1. Person Singular)

Schüttelreimworte – das sind Worte und Wortabfolgen, die extra zur Fabrikation von derartigen Sprachspielen erst erfunden werden müssen, etwa: (Frau) Stanken (veralteter Akkusativ) frei’n (veraltetes Verb, veralteter Infinitiv) wird zu Frankenstein geschüttelt (Dank dem verewigten Robert Gernhardt!) – Schüttelreimworte also können, mit etwas Glück, eine vom Zweck ihrer Entstehung losgelöste Existenz erlangen.

Bienen, eo ipso fleißig, müssten, in einer idealen Welt, so etwas wie eine materiell gesicherte Existenz aufbauen können, mithin als wohlhabend bezeichenbar sein: Ihr Reichtum manifestierte sich in gut gefüllten Waben. Aberrante Bienenvölker, in die Böses im Schilde führende etwa ein noch zu isolierendes Willi-Gen eingebracht hätten, müssten vor hohlen Waben darben.

So, jetzt können Sie sich ihren Schüttelreim aber wirklich selbst zusammenzimmern.

Ent-sprun-gen!

Känguru in Waidhofen an der Ybbs entlaufen
orfon

Etwas ermüdend ist es, abermals feststellen zu müssen, dass kein Känguru (und früher auch kein noch so unruhiges Känguruh) je noch entlaufen ist noch sein kann.

Kann etwas als beckmessernd bezeichnet werden, das den Bogen vom frühneuzeitlichen Nürnberg zum damals allerhöchstens postulierten, noch nicht einmal englischsprachigen Antipodenkontinent zu spannen sich anschickt? Damals ist gerade einmal ein Ros’ selbiges, mitten im kalten Winter, das auch noch.

(Gilt auch für die Wallabies in Australia gleichwie für sämtliche Wallabys in Austria.)

Zisch

Tirol: Regen reduziert Waldbrandgefahr
orfon

Sonst schreiben sie bei derart quasiwissenschaftlichen Meldungen immer sowas wie: »Neuseeländische Forscher haben herausgefunden, (…)«, aber vielleicht heißt es eh, wenn man den Artikel anklikkt (ich habe das nicht getan): »Wie neuseeländische Forscher unlängst herausgefunden haben, reduziert Regen in Tirol die Waldbrandgefahr.

Ob damit auch Osttirol (Südtirol gar) mitgemeint ist?

Von West- oder Ostneuseeland ist ähnlich selten zu hören wie von Ost- oder Westchile; obwohl das schon einigermaßen relevant sein dürfte, bedenkt man die Andenlage, also von Chile. Je nachdem ist es jeweils regnerischer oder arider, wie man sagt. Europa ist ja mehr von west-östlich verlaufenden Gebirgen geprägt, anders so in den beiden Amerikas.

Gebirge können sich nicht verlaufen und somit auch nicht ausrutschen, nicht einmal auf regennasser Lauf- oder Fahrbahn, wenn mit Waldbränden eher nicht zu rechnen ist.

Couple

Seit Jänner lebt er mit einer Fußfessel
Lebensgemeinschaftsoffenbarung

Man muss sich das bitte einmal vorstellen! Bei uns! Ich meine, aus Japan kommen ja immer wieder so Meldungen von seltsamen Verpartnerungen, Roboter, KI-Chimären, Aale und so (und vielleicht die auch noch untereinander). Das wird dann in der Kuriositätenrubrik zur Kopfschüttelerheiterung veröffentlicht, wir schütteln den Kopf (jede/r einen: seinen/ihren), denken oder sagen »naa«, »na geh« (oder bedeutungsanaloges bedeutungsloses) und sind, fast pflichtgemäß, erheitert, sowas aber auch, also wirklich wahr.

Wie aber sollen wir uns das Zusammenleben mit einer Fußfessel vorstellen? Also zusammen, immer, die ganze Zeit, auch am Klo, man muss sich das bitte einmal vorstellen, und keine Aussicht auf Trennung, wenn es für eine/n von beiden nicht mehr ganz so passt, gar jemand drittes in die Beziehung drängt, sie zu sprengen begehrt.

 

 

 

[Hier waren ein paar Zeilen freizulassen, sich all die komplexen Kalamitäten und damit einhergehenden bzw. wohlübel -humpelnden Imponderabilien eines derabartigen Beziehungsgeflechts selbst auszumalen. Brrrrr aber auch!

Abgehakt

Quetschkristalle: Britisches Start-up will Kühlsysteme revolutionieren
derstandard.at

Quetschkristall (im Singular noch schöner), was für ein wunderschönes Wort!

Womit (wieder einmal) erwiesen wäre, dass wir allesamt der permanenten Revolution bedürfen. Wenn wir dabei – mit eben diesen neuen Quetschkristallen – thermisch im Rahmen bleiben, nicht überhitzen, könnte es sein, dass damit letztlich alle Probleme der Welt in unserer Zeit bald als so gut wie gelöst betrachtet werden können.

Samstag, 23. Mai 2026

Steyr, Dunklhof
Literaturtage Steyr
trombohuwabone. Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter

Ernst ist es und trombonisch und tohuwabohisch; ist das doch (Gen 1,2) der Urzustand von Allem auf der Erde, meist übersetzt mit wüst und wirr (Luther sagt leer statt wirr). Und ganz ernst sieht Gott zu.

Ostuni, 2025: Irgendeiner hört immer ganz Ernst zu

Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!
Lukas Meschik über trombohuwabone (Poesiegalerie 2025)

Große Freude & Ehre, dieses Herzensprogramm in Steyr präsentieren zu dürfen. Wertschätzend freundliches Publikum, Heimspiel im allerbesten Sinn. DANKE.

Noch

Ich bin es
Jesus Christus (zugeschrieben)

Wahre Kunst beginnt jenseits der Sicherheit, kann erst jenseits der Komfortzone gedeihen: Du musst dich herauswagen! – Aber derartige Bestemmsätze verraten doch nur, dass jemand die eigene Marginalität nicht verwinden kann. Nundenn, so bekenne ich: Gerne wäre ich so bedeutsam, dass ich nur mit Security wo auftreten könnte.

Okayokay, ich bin es; man hat es bislang nur nicht erkannt!

So ähnlich ist es ja auch mit der weißen Weste der Unbestechlichkeit: Wenn du zu gering bist, wird dir keiner einen noch so geringen Betrag bieten.

Bislang kann lang sein. Passt eh.

Ottacringe

Alles, was man über den 70. Eurovision Song Contest wissen muss
derstandard.at

Die Katastrophe fängt damit an, dass man aus dem Bett steigt
Thomas Bernhard, Verstörung (1967)

Mittwoch, erster Zwischentag, man befindet sich zwischen zwei semifinalisierenden Bewerben. Wenn man bei der Stadthalle wohnt (fußläufig keine zehn Minuten), kann es dennoch sein, dass man praktisch nichts davon mitbekommen muss. Man glaubt, man müsse nur daheimbleiben (Fenster zu! Abdunkeln!), sein Radio hören, Ö1, und schon werde man verschont.

Schneckn. Nicht einmal auf Ö1 können sie einen verschonen, man jubelt sich (man hofft: ehrlich verlogen, weil auf Geheiß von Ganz Oben, aus der nunmehr interimistisch generaldirektorischen Content-statt-Koechel-Verordnungszone) den Schas derart zurecht, als handelte es sich wirklich um künstlerisch Wesentliches und nicht um dünnsuppige synthetische Selbstreverenz (es geht immer noch dünner; dagegen lässt ihr 95 bis 99% Wasseranteil eine Meduse als veritablen Festkörper dichtester Bauart erscheinen), (…).

Man legt eine nervenschonende Dampfpause ein. Hilft ja nichts: Nichts hilft.

Nun, wie gesagt, ein Stück ottakringwärts den Gürtel hinauf konnte man den Schaszirkus unter Umständen (Radio aus! Auch Ö1!) als erträglich überstehen. Wenn man jedoch frisch die (zweite) Übersechzigjährigen segensreicherweise gratis gewährte Gürtelrosenimpfung intus hatte, tat man besser daran, den stadthallennahen Gürtel zu meiden, weil sonst hätte einem, sorry, das Frischgimpfte aufgehen können, und derart begründet-übellaunig dürfte man sich niemandem zumuten, man hätte, bei aller Security, zur Furie werden können. Soviel muss man wissen.

Auch 1967 fand der (zwölfte) Eurovision Song Contest in Wien statt, damals noch in der Hofburg, und Sandy Shaw hat mit Puppet on a String gewonnen. Kennt man heute noch.

Hach, diese Mansätze!

Cutakut

Stromabschaltung im Grätzel. Sie wurde zeitgerecht angekündigt und also erwartet. 17 Sekunden nach 13:00 Uhr ist Alles aus. Es tut überhaupt nicht weh.

So ungefähr hat man sich die Guillotine vorzustellen. Halt ohne Hernach-Wahrnehmung (es hat überhaupt nicht weh getan): Nur Halt – und aus, ohne au.

Episch

»Sommerhaus der Stars«-Gewinnerin Edda bereut ihre Schönheits-OPs
Dynamischer Bildschirmaushang, tag24.de

An den Händen beiden
Ließ er sich nicht schneiden
Seine Nägel fast ein Jahr
Heinrich Hoffmann, Der Struwwelpeter

Weiter heißt es: »Sie bereut ihre Operationen an den Brüsten und der Nase – um der Schönheit willen. (…) Zweifel brachten sie dazu.«

Achsoo, nicht aus medizinischen Gründen, sondern der Schönheit, einer nachträglich für zweifelhaft befundenen Schönheit wegen. Behaupten, behaupten lässt sich jederzeit allerlei.

Indes: Man sieht es ihr gar nicht an. Überhauptgarnicht.

Jetzt, was?

Luftschrei

Frau brachte in 10.000 Metern Höhe Kind zur Welt
Agenturmeldung, via derstandard.at

»Zur Luft gebracht« sollte es heißen, und eigentlich stimmte das auch am Boden, der die Welt hält, »tief Luft holen und dann schreien« lautet das im Geburtsfall üblicherweise unnötige, dem Säugling-to-be ohnehin vorderhin unverständliche Kommando. Unsereins haben sie ja noch einen Klaps gegeben, damit wir wissen, warum wir schreien, und keinem hat es geschadet, auch die Dëčn (plur.) später nicht, neinnein, wo kämen wir mit derartigem Sensibelchentum auch hin, na also.

Die Welt ist alles, was der Flug ist, denn Fliegen ist doch nur eine Sonderform von Fallen. Oder ist’s umkegehrt?

Kante zeigen

Schmeckt’s?
Gastronomische Nachfrage (via Loriot)

Männer, die Dick-Pics verschicken: »Es geht dabei immer um Macht«
Philipp Pümpel, Psychotherapeut (via derstandard.at)

Keine Wurst-Fotos mehr: Söder will seriöser wirken und hört als Foodblogger auf

Agenturmeldung (via derstandard.at)

A wuaschd is a gfüüde haud
Rustikale Lebensweisheit

Zu meiner Zeit (eine beliebte Worthülse, die Lebenserfahrung insinuieren soll) war die Kantwurst eine, wenn auch deftige, so doch angesehene lukullische Spezialität.

Wie wird »Kantwurst« in Königsberg ausgesprochen, wie in England?

Ausgeraucht

Du sitzt in Erwartung der sich in Kürze begebenden Thomasbernhardausstellungseröffnungsfeierlichkeiten des (nicht hoch genug wertzuschätzenden) Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek in der Camineum, Aurum und/oder Sala Terrena genannten ebenerdigen Eröffnungsfeierlichkeitenzone unterhalb des Prunksaals der Österreichischen Nationalbibliothek, rechtzeitig, denn »(W)ir möchten höflich darauf hinweisen, dass Sitzplätze nur begrenzt vorhanden sind.«, weil es ist gut denkbar, dass viele Menschen Interesse an der Veranstaltung haben, ist doch in der Programmfolge unter »Es sprechen:« nach der begrüßenden designierten Generaldirektorin der ÖNB und dem die Ausstellung näher erörternden Direktor des Museums als dritter ein gewisser Harald Schmidt (»Schauspieler, Kabarettist und Entertainer«) angekündigt. Du hast dir rechtzeitig deinen Mittelgangsitz sichern können, gerade einmal drei Reihen hinter den reservierten Plätzen, das wird ein gelingender Abend. Eine Reihe hinter dir entspinnt sich ein in bester Bernhardscher Manier nachgerade niederschmetternder Dialog, der naturgemäß ein weltzerschmetternder Dialog ist. Die Rede führt ein Herr gegen die Achtzig, mit irgendwie panisch sportsmanhafter Attitüde, neben ihm die Dame ist ein kleinwenig jünger, man kommt ins Gespräch. Erst einmal Er über Sich, in einem Elitegymnasium war Er, Fichtegasse, dann (Englisch, Latein…), Wasagasse, allerhand in dem Land! Und überhaupt, dass Er sehr erfolgreich und so. Und kennt alle, alle kennen Ihn, was sonst. Alles recht gut vernehmbar im sich sitzplatzvernichtend füllenden Saal. Schließlich kommt die Rede auf die zu gewärtigenden Thomasbernhardausstellungseröffnungsfeierlichkeiten, »dieser Schmidt, kennen Sie den? Ist das nicht dieser Kettenraucher, aus Hamburg?, … haben die da niemanden von uns?«

Am Podium wurde dann nicht geraucht.

In einem unangestrebten, aber – ja doch! – dankbar der glücklichen Gelegenheit geführten paarminütigen Dialog (Einsvierundneunzig, sagt er, ist er, wie ich ihn anrede, dass er größer ist als ich) gleichen wir zuerst unsere Namen ab und was wir tun, Schmidt registriert das Alleinstellungsmerkmal des meinigen, er habe es da gewissermaßen leichter gehabt, mit diesem Namen war er von vorne herein zur Individuation nachgerade verurteilt, wenn auch der Name nicht alles ist, und Sie haben es sich ja trotzdem angetan; zusätzlich, denke ich, erkenntnisblitzhaft. (Weitere Gesprächsdetails werden zum Schutze der Privatsphäre hier nicht preisgegeben.)

Später erzähle ich das mit dem Kettenraucher der baldigen Generaldirektorin und einer mich ihr wertschätzend vorstellenden Mitarbeiterin des Literaturmuseums, die mich 2021 dort beim LOGORATORIUM erlebt hat. Wir lachen etwas herzlich: Da wurden bei diesem abgehörten Schmidtmorphing zwei Lebenswerke repektabelster Art auf ein Detail eingedampft, der Rest (das Eigentliche) wie bei einer Knallreaktion regelrecht verpufft. … Hee und das sind am Geistesmenschentum zumindest (immerhin!) peripher Interessierte, ich meine, da bist du Bundeskanzler von Größtem Format, mit Haltung und so, eine Type noch dazu, was red’ ich, und, wenn überhaupt irgendwas, übrig im Bewusstsein der Nachwelt bleibt dein Kettenrauchertum!

Bernhard war lungenkrank, lebenslänglich, eigentlich über den Tod hinaus (also haftet auch ihm ein Bleibensepitheton an), und Schmidt, Schmidt ist Nichtraucher, das ist die Wahrheit.

Beziehungsweise

Benjamin Karl nach Shitstorm: Ehefrau kann »natürlich jederzeit einen Mädelstrip planen«
derstandard.at

Pferd bricht sich das Rückgrat, läuft als Sieger ins Ziel und wird eingeschläfert
derstandard.at

Ausziehn!, Ausziehn!
Meutengegröle (Mädelstrip)

Dien, Stab, teil!, hol’ Zofenleberkäs!

Indes, Herr Karl, lass dich nicht lästig hindern, iss! Hernach galoppiere auf deinem Blumentopferde bis zur nächsten Wachstube. Sein Mist, der ist wertvollster Dung, die Florist:inn:en (sic!) reißen sich bekanntlich drum, regelrecht.

Wir kennen das: Recht gesetzte Regeln wirken in jeder Beziehung Wunder.

(Anm.: Zugegeben, dieser Eintrag geriert sich etwas hermetisch; oder ist er’s tatsächlich?)

Opfern

Guten Tag, sind Sie Opfer von Internet-Betrügern geworden?
Einleitungssatz, Internet-Betrüger (m/d/w)

Die helfen sicher! Ummbedingt sofort antworten! … Neinnein, Scheherz! … In Echt: Leider steht zu vermuten, dass die Absender keine allzulauteren Absichten mit Ihnen hegen.

Jedoch, generell: Was können wir wissen? und: Wer weiß schon?

Sehen Sie, so kommen wir gleich ins substanzielle Philosophieren.

Was wir ohne (Internet; Internet-Betrüger) täten?

Querulanzrennen

Landes-Hindernisbewerb
Sportdisziplin (Oberösterreich)

Die Grundschwäche des Menschen besteht nicht etwa darin, daß er nicht siegen, sondern daß er den Sieg nicht ausnützen kann. Die Jugend besiegt alles, den Urtrug, die versteckte Teufelei, aber es ist niemand da, der den Sieg auffangen könnte, lebendig machen könnte, denn dann ist auch schon die Jugend vorüber. Das Alter wagt an den Sieg nicht mehr zu rühren und die neue Jugend, gequält von dem gleich einsetzenden neuen Angriff, will ihren eigenen Sieg. So wird der Teufel zwar immerfort besiegt, aber niemals vernichtet.
Franz Kafka

Ich bin der Vogel, den sein Nest beschmutzt
Karl Kraus

Aus eigener leidhafter Erfahrung, im Vollbewusstsein meines leider begründeten (der institutionalisierten Demütigungsmaschine mehrmals knapp entronnen) passiven (also krausschen) Nestbeschmutzertums muss ich bitte Folgendes voranstellen (es wird immer das Folgende vorangestellt): Wo, wenn nicht in Oberösterreich, ist man so zynisch, das systematische Piesacken zum Wettbewerb zu erheben, und ist auch noch so ungeniert, dergleichen derart geflissentlich umzusetzen?

Schafft endlich die Länder ab! So wären schon einmal ein paar Hindernisse (konkret: deren neun) aus dem Weg geräumt. Dann aber lasst bitte die Jungen ran!

(Die konsequent mickrige Urkunde für die jungen Anrennritter – es handelte sich vor allem um einen wie es scheint männlichen Nachwuchsbewerb – kam über das Format A5 nicht hinaus: Mehr geben wir denen nicht, wei wo kammadtn ma den do asunstn hii…)

Abgehoben

Filmemacher Georg Riha vermisst Österreich von oben
derstandard.at

Dann soll er doch am Boden bleiben und tunlichst keine Grenze mehr überschreiten oder überfahren. Nur so kann er des ersehnten Heimatgenusses fürderhin nicht mehr verlustig gehen.

Oft schätzen wir etwas erst richtig, wenn es uns nicht mehr zu Gebote steht.

Blinblingäon

Aurea prima sata est aetas …
Als erstes entstand das Goldene Zeitalter …
Publius Ovidius Naso

Griechenland: Goldschmuck aus Bronzezeit entdeckt
orfon

Das erste Zeitalter war ja, nicht nur Ovid lehrt es uns, das Goldene. Wie sie sich damals wohl geschmückt haben?

… quae vindice nullo …
… welches ohne einen Strafvollstrecker …
… sponte sua, sine lege …
… freiwillig und ohne ein Gesetz …
… fidem rectumque colebat.
… die Aufrichtigkeit und das rechte Tun hochhielt.
Publius Ovidius Naso

Gestohlen hat jedenfalls keiner irgendwas, damals. Aber man hatte ja auch buchstäblich nichts, die meisten nicht einmal Buchstaben. Da ist es leicht, ehrlich zu bleiben.

Heute, nach etlichen Metamorphosen, leben wir, nicht nur virtuell, im Modeschmuckzeitalter. Und haben, ehrlich, Alles. Echt fake.

Talung

Um Bergungen zu trainieren, wurden Schülerinnen und Schüler eingegraben.
Berechtigte Empörungsmeldung (Radioberichterstattung)

Das – freiwillige – Bergungstrainingslager begab sich in einem bald darauf aufgrund prekärer Asbestbelastung gesperrten Steinbruch.

Im Alten Ägypten, im Tal der Könige etwa, sind sie da noch konsequenter gewesen, heißt es, ganze Hofstaaten (zumindest der innere Zirkel, selbstredend gleichermaßen freiwillig), und die Bergungen haben, bis sie damit überhaupt erst einmal begonnen haben, Jahrtausende gedauert. Da sind sie doch heute, im Burgenland, bedeutend schneller, und es is ja nix passiert, das bissl Asbest, geh bitte!

Ausgeaprilt

Der Fleischbällchen-Lutscher von Ikea wird Realität
derstandard.at

Bonbon aus Wurst
Helge Schneider

Manche Sachen kann man, man muss sie aber nicht machen.

(Immerhin – die rechtschaffene Empörungsmaschinerie tuckert stets selbstgerecht abgasfrei – vegaan, was sonst, diese Fleischbällschen.)

Samstag, 9. Mai 2026

Steyr, Friedhof, Italiener-Denkmal
81 Jahre Befreiung
Gedenkfeier

10. Mai 2025: Tant’ auguri a te!

Alle Jahre wieder kommen Angehörige von KZ-Opfern aus Italien nach Steyr, um ihrer ermordeten Verwandten zu gedenken. Heuer ist es der 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen.

Ich betrachte es als eine besondere Ehre, diese Feier mit meinem Posaunespiel begleiten zu dürfen. Zum Abschluss darf dabei »Bella ciao!« nicht fehlen.

Leider haben wir Rafaela Lorenzi nicht zu ihrem 91. Geburtstag gratulieren dürfen, heuer wäre ihr die Reise zu mühsam geworden. Vielleicht aber kann sie 2027 wieder dabeisein. Jedenfalls gilt: Kann es ein gelungeneres Obsiegen geben, als dass man am Friedhof gemeinsam »Happy Birthday« anstimmt (für jemand Lebendigen!), und noch dazu auf italienisch!

Unzucht

Kokain lässt Lachse weiter schwimmen
orfon

Mit Ovo kannst’s net bässr. Åbr längr.
Werbewahrspruch, Schweiz

Kokain aktiviert also auch Lachse beträchtlich, sie schaffen ein größeres Pensum in kürzerer Zeit. Das erscheint wenig überraschend, bemerkenswert ist allenfalls, dass sich die Lachse das nicht nur einbilden (was nur sehr schwierig zu eruieren wäre), sondern tatsächlich ausdauernd aktiver sind. Lässt man sie wieder in substantiell ruhigere Gewässer, geht die gesteigerte Aktivität rasch zurück, und sie werden wieder die, die sie zuvor waren, manche gar – auch Fische sind Individuen – regelrecht lax.

Auf Fischesser habe der Verzehr von Kokainsalmen keinerlei (möglicherweise erwünschte) Auswirkungen. Es lohne also nicht, sie gesondert (als Superfood) zu züchten.

Aber wir, werden wir nach etwas einschneidendem je wieder die gleichen, die wir zuvor gewesen sind?

Jetzt, wie?

Sehend

Trump sieht Krieg kurz vor Ende
orfon

My only friend, the end
James Morrison

Wie immer, hat er auch diesmal zu (zumindest) hundert Prozent recht, und einen (mit Sicherheit beabsichtigten) Orakelspruch hat er uns auch noch geschenkt: Kurz vor dem Ende ist immer Krieg.

Ob, kleiner Schlenkerer ins kleine Österreich, Kurz vor dem Ende ist, ach?, sind wir das nicht alle, längst!?

9 x 9 = 81 fällt mir noch ein zu Anfang Mai.

(Kurz nach dem Ende ist kurz vor dem Anfang.)

Sonntag, 21. Juni 2026, 21:00 Uhr

Sonnensteher, 3. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Universitätssternwarte
Franz Kerschbaum: Protuberanzen über Wendezeiten
Bertl Mütter: aus|cul|ta|tio|nes super STARDUST

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
Jorge Luis Borges, Die letzte Reise des Odysseus

(Es könnte aber auch eine historische Sternwarte sein; die ihrerseits Ganz Großes Theater ist.)

SONNENSTAND geht ins dritte Viertel: Zum astronomischen Anfang einer jeden Jahreszeit erkundet Bertl Mütter einen (nicht nur) akustisch inspirierenden Raum mit seinem epischen Posaunenspiel. Davor – es soll mehr als ein Konzert sein – erzählen ihm befreundete Menschen Erhellendes zum jeweiligen Anlass bzw. Ort. Zuletzt, am 21. März, hat Margret Wohlfahrt über Idee und Praxis der Otto Wagner Kirche als Anstaltskirche geredet. Nun sind wir, in Sichtweite (nordöstlich etwa), in der von Fellner & Hellmer perfekt ausgerichteten Universitätssternwarte, eine (Grundriss!) Kathedrale der Astronomie, Arbeitsplatz des beredten Astronomen Franz Kerschbaum: Er weiß wesentliches über Wendezeiten.

Das Innere des Gebäudes bietet gleich zwei reizvolle Klangräume: Ein ausladendes Treppenhaus mit Säulengalerie (und Franzjosephbüste), sowie den Ring um die zentrale Kuppel, der das Herzstück, den Refraktorraum, birgt; diesen Donut wird Bertl Mütter als ›Tönteilchenentschleuniger‹ akustisch erschließen.

20. Mai 2026: Ich bin bereits verkuppelt … tun Sie es mir doch gleich! Beste Gelegenheit: DIe kommende Sommersonnwende

»Mein freifliegendes Spiel erwächst aus einem musikalischen Nukleus. Von ihm aus will ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes abheben, in die Tiefe, nach Innen, unbenennbar, weil wesentlich: Pointenlos pures Sein im Klang, Hingabe.«

Übrigens, damit wir es nicht vergessen: Wir sind bereits im Weltraum.

Planet earth is blue
And there’s nothing I can do
David Bowie

Eintritt freiwillig.
Spenden für den Musiker werden  g r o ß z ü g i g  angenommen.

Der Klingelbeutel vom Stephansdom kommt abermals zum Einsatz. (Das Bild hat Franz Kerschbaum in der Otto Wagner Kirche aufgenommen.)


Es lohnt sich zu bleiben, denn anschließend wird Hans Czerny auf der südöstlichen Terrasse SUNBEAM ausschenken.

https://muetter.at/wp-content/uploads/sunbeam.jpg

Dieses Bild hat Sotiris Bekas am 1. Mai 2026 in Fels am Wagram aufgenommen.


Der unausweichliche Kuërkod.

Langstreike

Piloten der Lufthansa streiken weiter
orfon

Traumpfade
Berühmtes Buch von Bruce Chatwin

Wer weiter fliegt, kann auch weiter streiken.

In Australien haben sie jetzt gewisse Strecken gekürzt, melden sie (annähernd, die Zeitverschiebung) zeitgleich. Dann werden wohl sie den Rest mit dem Bus fahren müssen, sieben-, achthundert Kilometer durchs Outback, na wenn da die Busfahrer nicht streiken.

Entgegen begründeten Annahmen war, obwohl Bruce Chatwin Bruce hieß, derselbe fast überhaupt kein Australier.

Zebraham

Anglikanische Erzbischöfin stellt sich hinter Papst
orfon

Esto: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Diese heißt Sarah, und schön wär’s, hieße Papst Leo mit bürgerlichem Namen Abraham.

Heutzutage wird der Name Abraham ja eher selten vergeben. Oder sagt man vertauft?

Donnerstag, 2. Juli 2025, 9:30 Uhr

Goldegg im Pongau, Goldegg-Weng/Böndlsee
»Erinnerung in Bewegung«

Gedenkwanderung rund um den Böndlsee zu den Schauplätzen des 2. Juli 1944
Führung: Esche Schörghofer
Musikalische Begleitung: Bertl Mütter, Posaune

Um 17:00 findet dann bei den Stolpersteinen und dann beim Deseteursdenkmal die Gedenkfeier statt, mit dabei sind Michael Kerbler, Robert Menasse, sowie die Musikerkollegen Carles Muñoz Camarero (vc) und Paul Schuberth (akk).

Im Rahmen der Goldegger Erinnerungstage 2026. Nach 2023 und 2025 darf ich zum dritten Mal mein Klingen zum Gelingen dieser zivilgesellschaftlich außerordentlich notwendigen Veranstaltung beitragen.

Kramsch

Heutzutage treffen sich junge Menschen in Kreativgruppen und bemalen Selbstgetöpfertes mit bunten Pinselstrichen, individuell und kreativ, wie meinereiner zuletzt in der Jungschar vorgeblich gewesen zu sein sich erinnert; man (m/d/d/w) kann aber auch bereits vorgefertigte Schälchen und Häferln anmalen und brennen lassen, samstags im Siebten, vornehmlich, im Zweiten sicher auch.

Achtsamkeitsramsch. Oder sagt man Achtsamkeitskrempl?

Auch wenn es ein bissl über die Bande gespielt ist, es scheint zu wirken: Wer sich die Hände lehmnass macht, will sein Wischgerät verschonen: äwäres Elektronenfasten. Wenn dann alles fertiggebrannt (oder sagt man ausgebr.? abgebr.?) ist, wird photographiert und veröffentlicht, dass es sich nur so stapelt auf den einschlägigen Plattformen.

In Deutschland webbt (sic!) dieser Achtsamkeitstsunami bereits wieder ab, nehmen Aufmerksame wahr.

Beschlagen

Beschlagnahmtes Krokodil zog in Schönbrunn ein
orfon

Das Krokodil vom Kasperl ist doch auch ein gewissermaßen beschlagnahmtes. Dann hätte es mit der U4 von der Urania kommen können, oder, auch praktisch, den Wienfluss hinauf, im Schweinsgalopp.

(Nächstens André Heller fragen.)

Unheimlich

Auch der Pinguin ist ein Saurier. Wenn auch ganz schön heimlich.

Dann hat es da in diesem Film von Werner Herzog (Begegnungen am Ende der Welt, 2007; Anm.) diesen einen gegeben, der, plötzlich – die anderen ziehen vernünftigerweise dem Meer zu (behauptet er aus dem Off in seinem Herzogenglisch) – einfach kehrt macht.

Einmal, Ende der Neunziger, haben wir ihn getroffen, auf der Pühringerhütte. Wir haben ihm durch Anblinzelnicken kundgetan, dass wir ihn erkannt haben und in Ruhe gelassen. Am nächsten Morgen ist er in die andere Richtung weitergezogen.

Bei der Pühringerhütte haben sie damals Mangalitzaschweine gehabt, die allerdings stark sonnenbrandgefährdet waren.

(Wie schmecken Pinguine?)

Sa., 25. (12:00), So., 26. Juli 2026 (11+13:00)

Krems, Ursulakapelle
https://www.mkmnoe.at/fileadmin/_processed_/c/d/csm_logo_0f76cfd2ca.webp
Bertl Mütter
, Posaune solo
Den Raum abhorchen: aus|cul|ta|tio|nes super ›Felix virgo Ursula‹

Lieber Bertl, das ist eine noch unverbindliche Anfrage, weil ich noch nicht weiß, ob wir die Sache überhaupt machen. Aber, was meinst du dazu: Ursulakapelle in Krems, kleiner gotischer Bau hinter dem Pfarrhof, kennst vielleicht ohnehin – es gibt dort immer wieder Konzerte. Publikum ca. 40 (maximal) Leute. Unverstärktes Solo. Drei Kurzkonzerte à ca. 30 Minuten.
Albert Hosp (per Email), 22.1.2026

Ich will. Und freu mich alswie. Was für eine schöne Aufgabe. Ich teile mir den Raum mit einer sehr geschätzten Kollegin, der Cellistin Asja Valčić, die ja in der glattundverkehrten Szene bestens bekannt ist; jede/r darf dreimal spielen in diesen Mittagsstunden. Tickets: (1)(2)(3)

Klaus Fritsch sieht Bertl Mütter in der Katharinenkapelle

Wohl kaum ein anderer Musiker geht so intensiv auf den Ort ein, an dem er spielt: Mit seiner Posaune lotet Bertl Mütter buchstäblich den Raum aus, erkundet dessen Beschaffenheit mit den Mitteln des Klangs. Sakrale Architektur ist naturgemäß ein ergiebiger Dialogpartner, ob bei seinen »aus|cul|ta|tio|nes« dem systematischen Abhorchen des Stephansdoms, in der Wiener Jesuitenkirche oder jetzt in der Ursulakapelle in pointenlos purem Klingen (Mütter).
Ankündigungsprosa

Merke: Komplett ist Ihr Erlebnis nur, wenn Sie uns beiden zugehört haben; wir werden das jedenfalls tun.

Und mehr

Mehr Tempo für morgen
Verheißung zum 1. Mai, SPÖ Steyr

Der Mai ist kommen, der Winter ist aus!
Wilhelm Müller

Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, auch pro domo zu beckmessern, will heißen: Etwas (ein Auto etwa), das sich schneller bewegt, hat nicht mehr, aber ein höheres Tempo; strenggenommen wohnt das Tempopotenzial auch dem parkenden Fahrzeug inne, der Retourgang setzt ein negatives Vorzeichen. Nur noch mehr Autos können mehr Tempo liefern, und das wolln wir uns doch nicht wirklich wünschen sollen oder gar versprochen kriegen, rasender Stillstand, und schon garnicht auf der hierorts dräuenden Westspange, die so etwas wie der Steyrer Lobautunnel ist.

Eine liebe Freundin geht mehr oder weniger das ganze Jahr über im Freien schwimmen. Wenn sie mehr als 200 Tempi ziehen hat können, hört sie mit dem Zählen auf, dann ist der Winter vorbei. Heuer war das am 20. April.

Gewisse Begriffe (Tempo etwa), gehören dringend entmystifiziert, und sie verlieren ihre magische Macht, über andere, aber auch über uns selbst.

Freitag, 1. Mai 2026

Fels am Wagram, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 25

Dieses Bild ist von Markus Lidauer (2012).


Lukas Meschik, Lesung, teilnehmende Beobachtung

Sofia Labropoulou, Kanun
Matthias Loibner, Drehleier
Gerhard Laber, Perkussion
Bertl Mütter, Posaune; Conférence

Armin Thurnher, Special Guest
Antonino Tertuliano, Kontrabass; Surprise Guest

Hans Czerny, Winzer

Der WeinKult 25 im 26er-Jahr: BOAHH!, ein Vierteljahrhundert machen wir das schon! 

Lukas Meschik habe ich bei der Poesiegalerie 2025 kennengelernt, und sogleich war klar, dass er zum WeinKult kommen muss. Praktischerweise habe ich gleich auch einen von ihm rezensierten Auchlyriker als Special Guest eingeladen. 

Die WeinKultKombo (WKK) war diesmal etwas filigraner aufgestellt. Matthias Loibner ist ein langjähriger Kollege – er ist überhaupt derjenige (Profi-)Musiker, mit dem ich am allerlängsten in musikalischem Austausch bin, damals war er etwa 17 und ich reife 20. Er hat sich bereits mehrmals als loyal erwiesen, auch hier am Hof, und so war es wirklich Zeit, dass er wieder einmal im offiziellen LineUp dabei war. Ganz neu dabei hingegen war die faszinierende griechische Kanun-Spielerin Sofia Labropoulou, die seit einiger Zeit die österreichische Improvisationsszene frischwindig belebt; Matthias hatte mich auf sie hingewiesen, was für ein Glück. Dass – es bedarf stets der kreativen Verstörung (ein Akt des freundschaftlichen Kitzelns) – auch mein alter Freund und Mentor Gerhard Laber mit seinem stets kuriosen Perkussionsspiel dabeisein konnte, war eine zusätzlich beglückende Freude:

Bertl »The Trombone« Mütter spielte fabelhaft mit fabelhaften Kolleginnen und Kollegen auf fabelhaften Instrumenten; das von Sofia Labropoulou mit ziselierter Einfühlung gespielte Kanun war mir ebensowenig ein Begriff wie die Drehleier, welche Matthias Loibner zu erstaunlichsten Tönen brachte, vom sphärischen Orgelton bis zum energischen Bass. Was ein Schlagzeug ist, weiß man, aber was der erst 80-jährige, quicklebendige Gerhard Laber seinen Rhythmusinstrumenten abstreichelte, abklopfte und abschabte, das hielt die vier auf erstaunlich delikate Weise zusammen, und über allem schwebte Bertls Posaune, zitatenreich, anspielungsvoll, witzig und bei Bedarf einfach voll schön. Was auch bei den Hüttenbrenner-Duetten mit dem brasilianischen Bassisten Antonino Tertuliano zum Ausdruck kam.
Armin Thurnher, Seuchenkolumne (»Unbedeutend ist schön!«)

DANKE, es war wirklich gran-di-os, und wir hatten das aufmerksamste Publikum ever, sei lobend erwähnt. Weiter auf diesem Weg des kontinuierlichen Wandels! (Womit, feiertaggemäß, eine taugliche parolenartige Affirmation formuliert wäre.)

Markus Lidauer hat 2012 auch das photographiert.

Wer weiß

Einen (bzw. doch_bitte_keinen!) Lavendel daherreden
Redensart (bezeugt aus Ybbs)

Was machen die Forsythien (sprich: Forziën) den Rest des Jahres über? Gehen sie, als quasiinvasive Art (die sie, sorry, nun einmal sind), dorthin, wo der Bärlauch wächst?

Von den Forsythien heißt es, dass ihnen in der Regel nur ein geringer ökologischer Wert zukomme; wir hatten das schon, was willst du also von einer invasiven Art – fremdes i! – anderes, besseres gar, erwarten? Und dann soll es ja auch den Guten und den Schlechten Flieder geben. Bärlauch hingegen ist schmackhaft, und nur die allergrößten Trottel verwechseln ihn mit Forsythien, Flieder (er sei ein Guter oder ein Schlechter) oder HOCH DER ERSTE MAIglöckerln. Lavendel, wer weiß.

Lavendelflecken? – Westen sind auf Sicht zumeist zumindest supersauber.


Zeit und Ort für meinen monatlichen Spendenkeil (das übliche Gesudere)

Also kommen Sie schon, nudgenudge, klingelingeling, nudgenudge, überweisen Sie mir endlich was!, ein kleiner Schritt für Sie, für mich als Universalempfänger jedoch in Summe valide Wertschätzungsbeglaubigung für die Gestellverfügung des täglichen muetterlogs. Ihnen kann ich’s ja, unter uns, sagen, im Vertrauen zuraunen: Nächstens wird hier eine negative Spenderliste (m/d/w) veröffentlicht. Wann, das werde ich aus taktischen Gründen, gaanz blöd bin ich noch nicht!, hier und jetzt nicht verraten. Derweil können Sie es sich gerne ein Zeitl noch in aller Ruhe überlegen. Aber halt nicht zu lang, sei hier einmal noch lieb gesagt. Ich denke, wir verstehen sich: Sachdienliche Informationen zu meinem Konto gibt’s im Impressum.

… und was machen Sie sonst noch so?

Ich kenne meinen Weg so wie der Bach den seinen.
Jules Renard

Es ist immer (wer oder) was im Anflug.

Dorothea Wimmer† hat das 1999 in Lienz aufgenommen.

Neben meinen hiersites dargelegten öffentlichen Aktivitäten2 gibt es, wie es sich für ein Künstlerleben gehört, auch sonst nichts alswie fruchtbare3 Momente, darf ich versichern.

(Gewisse Versprechen gibt man sich selber sogut alswie der Welt.)

Und sonst4 mache ich noch wie nebenher: Diese Website frischhalten (am einfachsten ersichtlich beim täglichen Mütterlog); weltwichtiche künstlerische5 Projekte6 und dafür Vor-, Zu- und Nachbereitungen jedweder Art; tatsächlich wichtige Fürsorge- und Liebesdienste, sowie Akte der Freundschaft, runde und eckige Geburts-, Jahres- und Todestage: Nennt mich7 einen Passagenpassagier.

Und – damit ich’s nicht vergess’8Posauneüben. Das höret bitte nimmer auf!9 Mir ist das Posaunespielen beständiger Quell der Freude, Rückhalt in allen Lebenslagen. Was für ein Glück!10

Scheißjob

Uni Innsbruck: Nur eine Frau bewarb sich als Rektorin
orfon

Das kann es doch bitte nicht sein! Sofort neu ausschreiben! Attraktivieren! Die vielen Benefits des Standorts Innsbruck richtig und neu betonen! Dann muss sich doch zumindest ein Mann finden lassen, der sich um diesen Job bewerben will!

Pickt

Haft für antisemitische Attacke in Wiener Geschäft
orfon

Da man für antisemitische Attacken Haft ausfassen kann (gut so!), so erscheint es im Umkehrschluss plausibel (und wird es ja auch praktiziert so im großen Maßstab), dass für semitische Attacken die Antihaft verordnet ist.

Irgendwas (-wer) bleibt immer picken.

In der Schweiz schreiben sie Massstab. Ein S zuviel, sagt einem der Gesunde Menschenverstand.

Immer schief

Aquis submersus
Novelle von Theodor Storm

»Die Legende der Titanic – die immersive Ausstellung« wird in der Marxhalle Wien »verlängert bis 3.5.2026«. Wenn einem nun die Vermarktung dieses in der Realität des April 1912 als klar submersiv zu bezeichnenden, für die einen traumatischen, für die anderen tödlichen Ereignisses als immersiv (zum Hineintauchen) geschmacklos erscheinen mag, so kühle man sein Mütchen: Vor den sich exponentiell überbietenden Geschmacklosigkeiten der Gegenwart dürfte sich die Marxhalle Wien als nachgerade feinstofflich wabernde Oase kapitalistischer Eventachtsamkeit locker abheben, zumindest bis gegen Anfang Mai, aber immerhin über den April hinaus.

Nichts wie hin!

Buad

Raser fuhr in OÖ dreimal in neun Minuten ins Radar
orfon

Wonns amol laaft, dohn laafts.

Asoo, mir samma nit in Karntn, owa in Oowaösdareich.

Naujo … waunsrenddaunrendshoid.

Und weidabuad wiad oiswia, wei wo kamad ma den do sunstn hi, nauoiso.

Appell

Missgeschicke dieser Art passieren zumeist (allzumeist) auf der Westautobahn zwischen Ybbs und Amstetten Ost oder, andere Richtungsfahrbahn, zwischen Amstetten Ost und Ybbs; da unlängst von einem Unfall eines Kleintransporters mit einem solchen auf der Autobahn berichtet ward: Die Menschheit ließe sich etwa auch in Jausenhüttenanhänger und Jausenhüttenanhängergegner einteilen. Nur zum Beispiel.

(Die Gegner der Anhänger sind meistens die Anhänger der Gegner.)

Gegen eine gute Jause unterwegs ist wenig einzuwenden; zumindest in meiner Jugendzeit aber galt es, die (höflich formuliert) ganz offensichtlich nicht auf Stammkundenbindung erpichte Autobahnraststätte bei Ybbs (westwärts) zu meiden: Da war man als – quasi sektorialer – Jausengegner auf der sichereren Seite.

Noch ein paar weitere Möglichkeiten gibt es, die Menschheit zu entzweien. Was wir aber dringend bräuchten, wäre Einigung, Eintracht und – wahrhaftige Einheit, selbige selbstredend amalgamiert mit buntester Vielfalt. Das ließe sich doch befürworten, finden Sie nicht auch?

Samstag, 25. April 2026

Gmünd (NÖ), Eisenberger Fabrik
Marielies Seyler »Momentum Natur«
Bertl Mütter, Posaune
https://www.bibliothekderprovinz.at/media/events/sstllng_mrlssylr_mmntmntr_snbrgrfbrkgmnd_250426_140626.jpg

Richard Pils hat wieder einmal angerufen.

Und weil der Richard wirklich ein Guter (ein wirklich Guter) ist, bin ich von Steyr via Linz und Freistadt, quer durch Mühl- und Waldviertel, Gmünd zu und wieder, quer durch Wald- und Mühlviertel, via Freistadt, Linz und St. Valentin retour nach Steyr getukkert, hurra! Österreich ist ja Ende April auch nördlich der Donau besonders schön.

Die Künstlerin hat ihre Intentionen in meinem Spiel gut erkennen können, hat sie mir gesagt. Somit war ich mit dem rechten Spiel am rechten Ort. Zur rechten Zeit. DANKE.

Lange Bank

Oberbank-Chef: »Meine Frau hat 40 Jahre auf mich gewartet«
kurier.at

Nach dem zehnjährigen Trojanischen Krieg ist Odysseus noch einmal zehn Jahre in der Ägäis und sonstwo herumgeirrt, seither nennen wir das die Odyssee, puuh, zwanzig Jahre bis zum Freiermord.

Ein halbes Paarl nennen wir in Wien (in Steyr auch) einen Einspänner.

So betrachtet war Odysseus (wer war das noch einmal?) maximal ein Würschtl, aber was willst du gegen so einen Oberbank-Chef?

Nun, wie steht’s jetzt um die Freier?

Minderjährig

19-Jähriger raste mit 199 km/h durch Autobahntunnel
orfon

Nicht auszudenken, wie schnell der erst in einem Jahr unterwegs gewesen wäre. (Vermutlich weit über 200.)

Trägheitsphänomene

Ältere Männer auf E-Bikes verletzen sich öfter schwer
Chroniknachricht, Radio

Hund beißt Mann
Chroniknachr. (gem. journalist. Ehrenkod. n. berichtensw.)

Die meisten Schwerverletzten waren mehrheitlich öfter Männer, im Herzen junge, ältere, Männer, rrichtiche Männer, pitralongegerbt.

Meist wird die Masse eines E-Bikes gefährlich unterschätzt. Und so vieles andere auch, das auch.

Schrubber

VERSCHUBBEREIT
Bereitschaftsanzeigenkarte, Verschublokomotive

Wie das wohl gewesen wäre, hätte Franz Schubert bei der k&k privilegirten Dampff=Eysen=Bahn gearbeitet, und als was?

Gab es damals noch nicht, Herzmanovsky-Orlando irrte. (Er hat ihn aber korrigiert, den Irrtum.)

Hellaufn

Am Wiener Rathaus sind nicht nur die Luster beeindruckend
Statusmeldung, WhatsApp

Anlässlich der Heiligsprechung von Klemens Maria Hofbauer, des bereits zu Lebzeiten so apostrophierten Apostels von Wien, am 30. Mai 1909, wurde der Petersdom (in Rom der), da konnte man nun wirklich nicht mehr hinterherhinken, erstmals elektrisch illuminiert. Eine zeitgenössische Photographie zeigt uns die indertat beeindruckenden Luster.

Damals sagte man (auf Deutsch) noch Lüster.

Montag, 20. April 2026

Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Cornelius Hell zum Siebziger
Bertl Mütter, Posaunistische Aperçus

wikimedia.org | C.Stadler/Bwag

Cornelius und mich verbindet eine jahrelange, von hochgradig wohlwollend wahrnehmender Distanz geprägte Freundschaft. JETZT! passts, dass wir was gemeinsam machen: Was hab ich mich gefreut, wie er mich gefragt hat, ob ich zu seinem Siebziger spielen will.

Cornelius, stiller Gigant, Polyhistor.

[Äußerst stimmige private Feier im offiziellen Rahmen.]

Grimmig

Wirbel um Parkplatzgebühren der Vogewosi
orfon, Vorarlberg

Die Vogewosi, ein autochthoner Stamm der Rætier?

Besser, zahlen, Ärger vermeiden.

Serendipity?

… sauteuer, aber es wirkt!
Werbespruchikonenquantum

Da unlängst aus gegebenem Anlass allhier von Antimaterie die Rede war (zum Überantimateriereden ist, in illo tempore, stets Anlasses genug): Eine mögliche Wurmlochverbindung zu einer Lösung des Problems Materie <—> Antimaterie könnte sich an der Begrifflichkeit Antischuppen auftun. Ist es doch so, dass, treffen Antischuppe und Schuppe aufeinander, beide einander wechselweise annihilieren. Wir verfügen also, ohne dessen auch nur im mindesten inne gewesen zu sein, längst über die Weltformel: Oftmals kommen entscheidende Hinweise aus einer Richtung, von der man es am wenigsten erwarten würde.

Melting Pot

Schneemann vertritt Doskozil
Zwischenüberschrift, orfon

Das Burgenland dürfte aber auch Strohmänner bereithalten, und das praktischerweise ganzjährig.

Dahergelaufen

Rätsel um quietschende Turnschuhe gelöst
orfon

Fahr nicht fort, kauf im Ort
Werbespruchikone, niedergelassener Handel

Analog zum Volkswissen, dass Schuhe knarzen, solange sie nicht bezahlt wurden, verhält es sich bei Turnschuhen: Wenn du sie im Internet bestellst, quietschen sie, und je nach Lieferant verfügt das Quietschbild über einen je individuellen Klangabdruck.

Soistdas.

Seifenkistl

Jeder zweite BMW fährt mit einem Antrieb aus Steyr
nachrichten.at

Wer sein Fahrzeug liebt, der schiebt
Straßenrandhäme

Seien es Silben, Wörter oder ganze Satzteile, das Deutsche in seiner Schriftgestalt lässt einem des öfteren mehrere Möglichkeiten der Betonung.

(Wohin?)

Oder weniger

Artemis II: Crew »auf halber Strecke« zum Mond
orfon

Was machen so Astronauten eigentlich, wenn sie zu spät ankommen und es fehlt der halbe Mond oder noch mehr? Wie lang ist der halbe Weg zum Neumond?

Oft scheitern Dinge ja an grundlegenden Schlampereien, die zu unterbinden keiner bedacht hat.

Unterdimensioniert

Was fehlte, war eine großflächige Intelligenz.
Historische Einschätzung, Radiokolleg

Wir wollen jetzt bitte nicht nachfragen, um welchen Äon es sich da denn gehandelt haben mag: Ob es je einen gab (geben hat können), auf den diese Sentenz (ein Verdikt) nicht zutraf?

Das Imperfekt ist die conditio humana schlechthin, und nicht einmal kubische Intelligenz reichte aus sie zu transgredieren. Allein, dass es punktuell von Zeit zu Zeit halbwegs geht, genügt, wie sich beständig zeigt, jedenfalls nicht.

Wir müssen uns genügen.

Aufstieg

Zum Augenblicke dürft’ ich sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von meinen Erdetagen
Nicht in Aeonen untergehn. –
Im Vorgefühl von solchem hohen Glück
Genieß’ ich jetzt den höchsten Augenblick.
Goethe, Faust II (VV 11581-86)

Skibergsteigerin Hiemer beendet Karriere
orfon

Undzwar auf dem Gipfel (woauchsonstbitte?)!

Abfahrern stehen derartige Ausstiegsoptionen nur sehr beschränkt, und wenn, dann nur mit beträchtlichem Prestigeverlust zu Gebote.

Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.

(Wie halten es die Langläufer, gesichtswahrend?)

Au schreien

Stadt Wien will künftig alle Posten ausschreiben
orfon

Undzwar bis auf zumindest sieben Stellen nach dem Komma,

Nach Namen

Taylor Swift ehrt mit neuem Video Elizabeth Taylor
orfon

Elizabeth Jonathan
Engführung

Im angloamerikanischen Raum ist es oftmals üblich, als Vornamen gebräuchliche Namen als Zunamen oder als Zunamen gebräuchliche Namen als Vornamen zu vergeben – sie machen es sich etwas einfach, indem sie lediglich First und Given Name sagen, das kann allerlei sein, oftmals wird eine irrsinnig tiefe Gläubigkeit wie ein Tattoo (oder Brandzeichen) einem Neugebornen aufgedrückt, sowas kannst du nieundnimmer einlösen, Moses, Jesus, Savior, you name it.

Ob derlei auch in Irland üblich ist, kann hier nicht seriös angegeben werden.

Unwohl

Weitere Experimente nach Transport von Antimaterie geplant
orfon

Was das wohl für welche Experimente sein werden, fragt sich da der interessierte Laie, und wird sogleich der quasi antimateriellen (eig.: hypermateriellen) Formulierung der Fragestellung gewahr.

(Den Antitransport von Materie kennt jeder, dem schon einmal Bus, Straßenbahn oder Zug vor der Nase davongefahren ist, hinlänglich.)

Klärapfel

Kirche Glaubten, Affoltern
Bildunterschrift, wikipedia

komm
künd
komm
üss
oyn
abfall
ernst jandl

Die Kirche Glaubten ist, was sonst, eine evangelisch-reformierte Kirche in Affoltern, einem Quartier der Stadt Zürich.

Der Name Affoltern stammt ab vom althochdeutschen Wort »aphaltra« (Apfelbaum, ahd. aphal=Apfel, ahd. tra=Baum).

Wilhelm Tell und sein Sohn gingen voll Zuversicht an die ihnen gestellte Aufgabe. Dass Gessner, der grausame, an ihr Gelingen glaubte, ist anzuzweifeln.

Für die Apostasia a fide (Glaubensabfall) wurde dereinst (Thomas v. Aquin et al.) die Todesstrafe als einzig angemessene Sanktion angesehen.

Es lässt sich Alles klar aus der allerersten Setzung ableiten.

Suchmaschine

Wir stellen ein: Maschinenbediener/in
Stellenangebot (?), Garsten

Hmm, Rasenmäherin? So mit Ölkännchen auf einem Silbertablett und mit weißem Dienstmädchendiademchen samt Schürzchen, *knicks*, darf ich Euer Mähheit nachschenken?

Scherz beiseite: Ansich hat es ja geheißen, dass die Maschinen (dazu gehören Roboter auch!) dazu da wären, uns (die Menschen) zu bedienen. Aber wahrscheinlich ist es nur nun endlich so, will heißen: Das Programm (Konzept) mit der Bedienung der Maschinen durch Maschinenbediener/innen wird (demnächst?) eingestellt. Nichts weniger als ein Durchbruch also, ein kleingroßer Schritt, je nachdem (äonenfern grüßt die Mondlandung).

Man muss sich täglich auf Neues einstellen. Dazu und dafür wollen wir uns selbstredend der bestgeeigneten Maschinen bedienen!

Disziplin

Lebendiger Palmesel ritt durch Kuchl
Brauchtumsmeldung, orfon

Riding a dead horse
Metapher für Überkommenes (engl.)

Wer am Palmsonntag als letzter aufsteht, wird innerfamiliär-spöttisch Palmesel genannt.

… Ammonitengalopp!

[Nachgestellt die Frage, worauf (auf wem oder was) der lebendige Esel denn so palmenherrlich daher- oder dahingeritten sein mag.]

Kluftig

Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt
Beliebtes Jugendmessschrummelgitarrenlied (in frohgemuter Eintracht zu singen)

Papst prangert in Monaco Kluft zwischen Arm und Reich an
orfon

Nun, just in Monaco geht gerade das auch wieder nicht soo leicht. Das mit der Kluft schon, aber halt nicht zwischen Arm und Reich. Aber sie können bitte nichts dafür, bricht die Kluft dort doch zu Meer hin ab.

MERKE: Mildtätige Stiftungen werden für gewöhnlich von am diesseitigen Abgrund Hausenden (öffentlichkeitswirksam) getragen. Mildtätigkeit muss man sich nämlich auch erst einmal leisten können.

Trikolor

In Italien haben sie die Abschaffung der Abschaffung des Straftatbestands Amtsmissbrauch abgeschafft.

Geschafft. Zwischenzeitlich hatte es lediglich unrechtmäßige Amtsausübung geben dürfen, gaanz was anderes! Nun ist das also abgeschafft, und gibt es so etwas wie Korruption unter der aktuellen Regierung sowieso schon lange nicht mehr, kann es schlechterdings gar nicht geben.

Indien? – Irland! (Ungern nur schauen wir nach Ungarn.)

Zefix!

Zisch! Frisch! Keli!
Werbespruchikone

Socialmediaverbot sagen sie und sprechen es (das social) aus wie Sushi, das man ja Suschi ausspricht, wobei man, um es richtig zu machen, die Konventionen der deutschen Schreibweise beherrschen muss, stimmlos, alles, jedenfalls, s-c-h!

Die Fluchttechnik im Großen Redoutensaal gehöre dringend renoviert, sagt der Burghauptmann und spricht es aus wie Fluchtechnik.

1960 wurde aus Kesterzanek und Linz der Markenname Ke-Li destilliert. Der Rest ist Limonadengeschichte.

Jung möcht man heut’ nicht mehr sein.

Finister

Viele Wahrzeichen bleiben heute dunkel
orfon

Jedes Jahr ruft die Umweltschutzorganisation WWF eine Earth Hour aus. Neben dem Lindwurmbrunnen in Klagenfurt und dem Martinsturm in Bregenz beteiligen sich auch die Oper in Sydney oder der Eiffelturm. In Paris.

Neben öffentlichen können bzw. dürfen auch Privatpersonen an der Earth Hour teilnehmen, alle nebeneinander.

Manche dieser Wahrzeichen sind eo ipso dunkel, letztgenannter Eiffelturm etwa, verrosteter Stahl, und man fragt sich ja, warum etwas, das dunkel intendiert ist, hell gemacht werden muss. Aber bitte, was kann ein Nichttouristiker schon in derlei Dingen wissen. Und vielleicht ist es um diese Stunde ja in Sydney oder meinetwegen Hollywood schon hell, Hellywood, haha!, eben. Müssen sie hell bleiben, die Buchstaben oder der stroboskopisch erstarrte Bumerang daunander.

Überhaupt, Wahrzeichen, Nur echt mit dem Stephansdom, fällt mir ein, das Mannerschnittenzertifikat, das mich beim ersten Lesen in eine Denkschleife aufkeimenden Erkenntniswillens gezogen hat, ehklar ists die Möbiusschleife im Hirn, denn wenn einer die Mannerschnitten plagiieren will, braucht er nur einen Stephansdom auf die Verpackung geben, und schon sind sie, wurscht (Wurscht?) was drin ist, echt, sogar nur echt.

Dieweil steht der Klimaschutz im Schatten, sagt der Bundespräsident. Unlängst ist er mir (der Bundespräsident) in der Rechten Bahngasse beim Juliäußerln begegnet, ein märzfinsterer Abend, ihnen voraus zwei schlanke Männer mit obachtig-entschlossenem Blick, und wie jedes Mal, wenn ich ihn, was öfter vorkommt, wo, etwa im Volksgarten, antreffe, sagte ich kurz »Grüß Gott – und Danke!«, früher hätte man bei so einer Referenz und auch, um die persönliche Unbewaffnetheit zu unterstreichen, den Hut gezogen, aber diese Geste habe ich, obwohl Hutträger, nicht im Repertoire, sie ist, außer im Theater (auf der Bühne), heutzutage funktionell ausgestorben, schade irgendwie, auch die, eigentlich selbstverständliche, Waffenlosigkeit betreffend, erst recht und gerade in der Rechten Bahngasse an jenem finsteren Märzabend, die Tage darauf war er verkühlt, bei Literatur im Nebel konnte er seine augustëische Grußadresse aus diesem Grund nicht persönlich anbringen, habe ich just im Volksgarten, wenn schon nicht in der Rechten Bahngasse, erfahren, von Freunden, die draußen gewesen sind, im finsteren Heidenreichstein.

Vieles bleibet ohnehin auf ewig im Dunkel. Und tauchet hinein, das sowieso, Alles und Jeder.

Nebelleben.

Rennding

Neuer Ring-Radweg in Wien wird ab Herbst in Sandfarbe gestaltet
derstandard.at

Den Ring muss ich haben!
Alberich

Selten hat man sich schon im gerade erst keimenden Frühling derart auf den Herbst und die kalte Jahreszeit gefreut alswie heuer in Wien. Zumindest zwischen Schottenring und Schottentor (oder, je nach Fahrtrichtung, zwischen Schottentor und Schottenring).

Soweit bekannt, hat Franz Mittler keinen rezenten Schüttelreim mit/zu Schottenring gedichtet. Der präpostkoloniale vom Friseur am Schottentor lässt grüßen, und wächst sich noch eine jede Sommerfrisur, falls ungeschoren, wieder aus zu einem passablen Winterpelz.

Ungläubisch

Atheisten kämpfen weiter um Anerkennung
orfon

I möcht a söchäna Reiter wär’n, wie mei Vater gwän is
Kaspar Hauser

Manche sollen immer noch dran glauben.

Es gilt, grundsätzlich, Anerkennung zu üben, denn ohne Zuwendung verkümmert alles und jedes, selbst Palmen an lichtabgeschiedenen Orten, und seien sie aus Plastik

Allzuviele heißen heimlich Kaspar Hauser. Was wird aus ihnen also einmal werden, und glauben sie dran?


Ausgemärzt, eingeaprilt. Das muetterlog erscheint tatsächlich täglich, allerhand!

Den Klingelbeutel – quasi un Serviervorschlag – haben sie mir beim Stephansdom geborgt, und das Bild hat der liebe Franz Kerschbaum gemacht. Was nichts anderes bedeutet, als dass es in diesen eben von Ihnen gelesenen Zeilen um die ehrlich und dringlich gemeinte Anregung geht, dass Sie mir doch bitte astronooomische Beträge (im Makro-Bereich!) zuführen wollen. Sachdienliche Informationen zu meinem Konto gibt es im Impressum.

Göödsgod!

Laufkundschaft

Marathons weltweit erfreuen sich regen Zulaufs
derstandard.at

Kehren wir doch zum Ursprung des Marathonlaufs zurück. Erinnert sei, dass es sich um einen Boten handelte, der brachte Kunde vom Ausgang einer Schlacht und brach tot zusammen. (Angeblich: Der Sieg ist historisch, die Lauflegende eine nachmalige Erfindung.)

Der erste Weltrekord in einer neuen Disziplin ist der am einfachsten zu erzielende, und oftmals wird er nicht einmal registriert oder gesondert rezipiert, und von seinem Inhaber garnicht oder nur sehr sehr kurz.

Schlachtenbummler, Zulauferregung, weltweite.

Knacker

Jeder Sinn, der eliminiert wird, muss durch einen der anderen (noch?) zu Gebote stehenden substituiert werden, und das wird er auch in der Regel. Unlängst ward im Standard von einer Essiggurkerlblindverkostung durch Profitester (wie teilt man das korrekt ab?) berichtet. Ein wichtiges Bewertungskriterium sei, hieß es, auch die Farbe, »da tiefgrüne Gurkerl in der Regel auf besondere Frische schließen lassen«. Jetzt, wie?

Weiters: Das knackige Knackgeräusch beim Reinbeißen sei aber auch keinesfalls unter zu estimieren: Es kann also auch keine höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werdende reine Taubverkostung geben, beim Zubeißen kommt es zudem knackmäßig zu einer Synchronwahrnehmung Außenohr-Innenohr.

Mittelohrgurkerlentzündungen müssen, als Vorabklärung, vorab abgeklärt werden, von ihr befallene Probanden müssen draußen warten; als Kompensation dafür dürfen sie die ihnen zugeteilten und übergezogenen Augenbinden abnehmen.

Und da fängt es erst an richtig anzufangen.

Wechselstrom

Ihre Schlussrechnung senden wir Ihnen in Kürze zu
Energieanbieterwechselablaufsdetailinformation

Beim Lesen der Zeile wird mir unmittelbar heiß im Kopf: Sollte nicht konsumentenschützerisch gewährleistet sein, dass man seinen Energieanbieter nach Ablauf einer je vereinbarten Bindungsfrist jederzeit ohne Umstände, Hürden gar, wechseln kann? Und jetzt soll ich eine Schlussrechnung lösen, »30 Kilowattstunden kosten soundsoviel, wieviel kosten 31?«, sehe ich sogleich in Albträumen mich wälzen.

Aber nein, die Kundenservicestelle praktiziert lediglich barrierefreie Sprache, indem sie das sich sogleich selbst (wenn auch doppelt) erklärende Wort Schlussrechnung statt des eindeutigen (und umständlicheren) Endabrechnung setzt. Und das ganz, ohne sich dafür groß selbst zu feiern. Schappoo!

Abgerechnet wird ganz am Schluss, manchmal sogar mit in höflichem Ton gehaltener Ankündigung.

Aber dann.

Muskelmasse

Mutmaßliches Skelett von Musketier D’Artagnan entdeckt
orfon

Allüberall grassiert die Mutmaßlichkeit. Könnte es sich im Falle des in echt mit bürgerlichem (?) Namen Charles de Batz de Castelmore d’Artagnan genannten etwa auch um die Leber handeln? (Andere Weichteile dürften ausscheiden.)

Experten werden die Indizien zuverlässig herausschälen und dann bewerten müssen, danach wissen wir mutmaßlich mehr.

Mutmasse

Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Franz von Assisi, wurde zum Feiertag erklärt.
orfon

Wir können oder müssen (mutmaßlich) von einem mutmaßlichen Feiertag sprechen. Es gilt die umfassende Mutmaßvermutung.

Des weiteren muss einem schon etwas seltsam vorkommen, dass man gerade von Menschen, die oder deren Sein und Wirken man mag (oder zu Lebzeiten gemocht hat), besonders feierlich den Tag ihres Todes begeht, nicht nur bei Heiligen, wo es sich ja dranglaubensmäßig argumentieren ließe. An Geburtsorten sind mir Gedenktafeln sympathischer. Geburtsorte sind zudem unschuldiger, in dem Sinn, als die befeierte Person an einem solchen Ort kaum schlimme Sachen gemacht oder gesagt haben kann. Von letzten Worten wird oftmals anderes berichtet.

Es ist gut. Mutmaßlich.

Wer oder weniger

weniger lesen
Perzeptionsempfehlung, Internet

Nun, das geht, wie so vieles, das im Internet insinuiert wird, nicht. (Noch nicht; sie arbeiten daran.)

Weniger ist stets mehr: Allein, dass Sie diese Zeilen hier lesen, fügt Ihrem bisher Gelesenen, es sei so inhaltsarm wie ebendies, dennoch Neugelesenes hinzu, es ist ein Immernochmehrlesen, undaber wwwerbraucht denn bitttte das, heute, das fehlt doch dann woanders!

Wir müssen besser schauen. Und mehr, viel mehr.

Finnalle

Weltglücksbericht: Keiner ist glücklicher als die Finnen
orfon

Sie alle zusammen und ich
Gert Jonke

Das ist eine einfache Rechung. Wenn es (wir nehmen, pardon, das generische Maskulinum), dem wikipedisch vermittelt bei Statistics Finland dokumentierten Stand vom 25. November 2025 zufolge, 5.656.394 Finnen gibt, so bedeutet das, dass selbst bei dem trübem Naturell, das wir, sie vermutlich missdeutend, ihnen gerne zuschreiben, schlechterdings unmöglich ist, dagegen anzustrahlen.

Wer nimmt es mit den Chinesen auf, und mit den Indern erst? Die Inder sind ja die allermeistensen.

Fressfreunde

Auch Haie haben »Freunde«
orfon

Wenn die Haifische Menschen wären
Gleichnisgrundannahme, Bertolt Brecht

Die Studie zeige, dass Haie entgegen der weitverbreiteten Meinung ein recht reiches und komplexes Sozialleben haben, heißt es weiter.

Was ist das, eine »weitverbreitete Meinung«?, wie verbreitet sich so eine?, wie breit?, wohin ist das, in die Breite, Weitverbreite?

Weiter: Ist das notorische Anlockungsblut, wie es in meeresbiologischen Dokumentationssendungen gerne zur illustrativen Anwendung gebracht wird, auch so ein Weitverbreiter? Meinungsweiterverbreiter?

Und so weiter.

Es bleibet wie stets: Da ist sehr viel Meinung und recht wenig Wissen.

Cabaret, Mütterspiel

Willkommen. Bienvenu. Welcome.
Emblematische Eröffnungs- und Beschließworte

Eine der besonderen Stärken der sog. künstlichen Intelligenz soll die Fähigkeit sein, Muster zu erkennen.

Am 12. März gewahrte ich, dass meine Mutter zu Liza Minelli im gleichen Verhältnis steht wie mein Freund Josef Haslinger zu mir, dem Autor diese Zeilen.

Ob, kommt sie gehäuft vor, diese merkwürdige Synapsenleistung, derartige Muster blitzhaft zu erkennen (oder erkennen zu müssen), als Geistiges Messietum zu bezeichnen sei?

Mögen wir auch nicht die einzigen sein: Wir können Autoren unseres Lebens sein.

Könnten.

I know

Verein für Proteinvielfalt
Ernährungsinteressengruppe

NON SVFFICIT ORBIS
(Die Welt ist nicht genug)
Wahlspruch, Philipp II.

»Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!«, sagt der Marquis von Posa zu Philipp II. in Schillers Don Karlos, was für ein flammender Appell.

Da sind wir nun also wieder.

Wer zuviel Eiweiß in sich hineinstopft, kann davon durchaus gerne einmal (wie man sagt) Durchfall bekommen, andere (manche) Muskelmasse, Sixpäkk, Bizeps, whatever. Dafür musst du mit absurd großen absurd eckigen Buchstaben bedruckte absurd große zylindrische Boxen kaufen, da drin ist das Männerpulver, Benco für die Großen. Dass du das aufderschraufst, brauchst du entweder eine irrsinnige Kraft oder aber die rechte Technik. Wenn du also so eine waschmitteltonnengroße Medikamentenpackung einmal aufhast, leg dir eine schöpflöffelgroße Inhaltsprobe wo in der Nähe hin, das verleiht dir genau die Riesenkraft, die du beim nächsten Mal zum Aufmachen brauchen kannst.

(Riesenkräfte hat dereinst der Matrose Popeye aus in Dosen konserviertem Spinat gezogen, wobei er diese durch effizienten Druck zum Aufspringen brachte, das Superfood flog in einem Bogen in sein passgenau vorgeschobenes Unterkiefer, die Wirkung setzte blitzartig ein, und Olivia war für diesmal gerettet.)

Nüsse, Nüsse sind gut fürs Hirn. Sind aber halt sehr fett, vielzu fett, ich weiß.

Samstag, 21. März 2026

Sonnensteher, 2. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Otto Wagner Kirche am Steinhof
Margret Wohlfahrt: Die Otto Wagner Kirche als Patientenkirche
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super DE PROFUNDIS

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Die erste moderne Kirche Europas steht auf dem höchsten Punkt der weitläufigen Anlage eines psychiatrischen Spitals vom Anfang des 20. Jahrhunderts. (…) Die gesamte Einrichtung der Kirche wurde von Otto Wagner und seinem Atelier entworfen und bildet ein einzigartiges Ensemble der Wiener Moderne.
Wien Museum

Begrüßung auf den Treppen der OWK | Bild: Franz Kerschbaum

Einmal durfte ich bereits für die ihr anvertrauten Menschen dort spielen. Margret Wohlfahrt, Freundin aus meinem theologischen Jahr (1983/84: eine Lebensfreundschaft), hat jahrelang auf der Baumgartner Höhe gearbeitet und konnte authentisch über die Otto Wagner Kirche in ihrer ursprünglich intendierten Funktionalität berichten, dazu Texte ehemaliger Patientinnen (u.a. aus Brigitte Schwaigers »Fallen lassen«): »Die Kirche ist ja eine Patientenkirche und in meiner Rolle ist das immer präsent.« Nun war mir gestattet, zum Frühlings-Äquinoktium meine abhorchenden Erkundungen vor einem aufmerksamen Publikum anzustellen, es waren einige da! Da wir uns am Vorabend des fünften Fastensonntags befanden, war Psalm 130 dran: de profundis (»Aus der Tiefe, o Herr, ruf’ ich zu Dir«), einer der populärsten Bußpsalmen. Von ihm aus habe ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes angehoben. Und befand sich auf dem Otto Wagner-Areal ja auch die »Jugendfürsorgeanstalt« Am Spiegelgrund. Nun, hören Sie selbst:

(Aus aktuell traurigem Anlass war mein Spielen Alfred J. Noll† in memoriam gewidmet.)

Franz Kerschbaum hat mich beim Spielen photographiert

Beim artigen Dienermachen nach dem Spielen auch.

Ein herzliches DANKE allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Nachmittag so gelingen und berühren konnte.


(Ausblick…)

Bertl, du hast gestern besonders gut gespielt, finde ich. Schön, dass wir das gemacht haben! – Gerne wieder, dann mit Erfolgsgeschichten aus der Psychiatrie … muss ja nicht Passionszeit sein.
Margret Wohlfahrt

Dem kann ich mich (in aller Bescheidenheit) vollumfänglich anschließen. Passt, findich, gut in den Bereich Jahreskreis, weil es sollte ja bitte die Normalität sein, dass es in der Psychiatrie Erfolgsgeschichten gibt. Das wäre dann wohl – mit Respektabstand – der 23. September 2027, ein Donnerstag.

Wir werden sehen.

Dasdieder

Joghurtpumpe, Segen der frühstückenden Menschheit im Kurhotel.

Über das grammatische Geschlecht wenigstens der Pumpe herrscht unter den deutschsprachigen Frühstückerinnen Einigkeit, ein Sekundärsegen, aber was für einer!

Zwischenhalbzeit

Wir sind immer oben. Und wenn wir einmal unten sind, ist unten oben.
Otto M. Zykan, Auszählreim

Ewig
Ewig

Ewig
Ewig
Ewig

Ewig
Ewig
Gustav Mahler, Das Lied von der Erde

Clessidra grande 40 20

Clessidra grande 30 15
Clessidra media 20 10
Auslagensonderangebote (befristet)

In Abano Terme bieten sie Sanduhren zum halben Preis an. Aber Sanduhren sind doch immer halb, ihr Prinzip ist die inwendig permanente Umkehrung von Unten und Oben.

Die Zeit zwischen den Zeiten, auf die kommt’s an. Ewig.

In vielen Sprachen sind die Sanduhren nach dem Wasser benannt, etwa (ital.) clessidra, Wasserstehler, Kleptohydrant. Kommt aus dem Griechischen.

Sowas aber auch.

Popompejispielhaft

2025 wurde dem Archäologischen Park ein pikantes Mosaik aus Deutschland überbracht, nach Vermittlung des italienischen Konsulats in Stuttgart. Es handelte sich um eine Mosaiktafel auf einer Travertinplatte aus der Römerzeit, das ein Liebespaar darstellt: Ein Mann liegt halb bedeckt im Bett, »fast ein wenig gelangweilt«, kommentiert Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks Pompeji. Eine Frau mit entblößtem Po schickt sich an, ihn sexuell zu befriedigen. Datiert wurde das Mosaik auf den Zeitraum vom ersten Jahrhundert vor bis zum ersten Jahrhundert nach Christus.
derstandard.at

Schniedelwutz
Otto Waalkes

Also entweder war das damals alles andere denn ein Quickie, oder aber der archäologische Parkdirektor lässt seinen Zuchtriegel etwas garzu öffentlich fremdmanipulieren, was (jedenfalls/ immerhin) auf ein wohltuend entspanntes Verhältnis zu den gleichermaßen entspannten erotischen Usancen vor gut zweitausend Jahren hindeutet.

Der – es langweilt fast – Mann ist an der richtigen Position. Oder sagt man in?

Indie

Am Internationalen Frauentag lässt die multikreative Hackbrettistin Maria Ma das Publikum an ihren eigenen Hackbrettkompositionen teilhaben. Die vielseitige Musikerin öffnet Türen zu unterschiedlichen Genres.
nachrichten.at (»Amstetten«)

(Pressetexte sind eine eigene, oftmals zu Unrecht geschmähte Literaturkategorie, und kaumwo wird derart mit Worthülsen geschwafelt wie in ihrem kulturbetrieblichen Subgenre für möglichst unspröde zu verheißende Konzertveranstaltungen und erbauliche Ausstellungen. Wobei, das nebenbei, Kuratorentexte der Zeitgenössischen Bildenden Kunst oder Anstellungen der sog. Künstlerischen Forschung dann dem Topf noch einmal den Deckel aufsetzen, sodass ihm der Hut hochgehen würde, würde irgendjemand auch nur minimal auf ihr metaphernwildes Blühen achten, es in Zaum zu halten.)

Knallhart recherchierter Journalismus ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal der Oberösterreichischen Nachrichten, die ihre seismographische Mission auch im angrenzenden Mosteuropa verantwortungsvoll wahrnehmen und sämtliche Entwicklungen der Gesellschaft, aber auch der Szene, stets kritisch verfolgen und beharrlich davon berichten, wobei die virtuose Handhabung der je systemimmanent (mit oder ohne Apfel) gültigen Tastenkombination für copy+paste noch lange Zeit eine unkreativ-schnöde Schummelei vermittelst sog. Künstlicher Intelligenz lange noch hintanhalten dürfte. Dafür ist in Kauf zu nehmen, dass bei der Redaktion gespart werden muss, sodass durch die Übernahme von ganzen Pressetextkonvoluten wohl ordentlich Content geboten wird, jedoch dabei die nach oben offene Schwafelskala permant derart ausschlägt, dass sich die Nadel sowas von verbiegen muss (oder, ob des Tempos des Andenanschlagaufschlagens, zersplittern), worüber, gäbe es einen Pressetext dafür, zumindest wöchentlich gesondert zu berichten wäre.

Die KI wirds richten. Daran lasst uns Teilhabe haben, zumindest anteilige, also tantiemenmäßig. DANKE.

Problembär

lupus problematicus
typologischer Begriff, nlat.

Der – unlängst verstorbne – Mafiaboss Nitto Santapaola soll ja, so heißt es, an klinischer Lykanthropie gelitten haben. Ich hänge mich ans Epitheton ›chronisch‹ dran.

Aber das steht ja gar nicht da, sagen Sie. Zurecht.

Sehen Sie, so entstehen von Zweifellosigkeit umschwirrte (umschworrene) Gerüchte.

Nicht im mindesten ahnte man bislang, wieviel Nicht-Kätzisches sich in Catania zu begeben pflegte, einstens und bis vor Kürzestem.

Alea

VERIRRTER WAL
Wal schwamm in deutschem Hafenbecken
derstandard.at

Nun, was bliebe (bleibt) ihm übrig, alswie zu schwimmen. Ralfoahrn? – Geht für verirrte Wale ebensowenig wie (etwa) schachspielen.

(Gilt auch für verwirrte Aale.)

Fesselnd

Skibergsteigduo bündelt seine Kräfte
orfon

Wer gewinnen will, muss seine Kräfte gehörig entfesseln, undzwar exakt im richtigen Augenblick.

Zuvor wird aber sowas von gebündelt.