Bertl

Wettläufe

Elon Musk fällt mit rassistischen Postings auf
derstandard.at

Nun, das kann nicht wirklich so gemeint sein: Der würde wohl eher mit anthropophilen Appellen auffallen. Es zählt einzig, wer öffentlich vorkommt; generierte er durch Liebsein Klicks (ach was, Milliarden!), Musk wäre der Liebste von und zu Allen. Zu-min-des-t.

There is no such thing as races.

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[WSW] =
ENDIG

Verschlüsselt, faborgen

»Ende-zu-Ende-verschlüsselte« Klokamera ist gar nicht »Ende-zu-Ende-verschlüsselt«
derstandard.at

Verschlucktes Faberge-Ei auf natürlichem Weg aufgetaucht
orfon

Wie lassen sich verborgene Fabergé-Eier Ende-zu-Ende-verschlüsselt verbergen oder, gemäß Interessenlage, auftauchen?

(Der Tag, an dem der ORF das so nur ihm derart ignorant eignende Problem der Akzente und Sonderzeichen, sie seien romanisch, slawisch oder sonstwie begründet, bewältigt haben wird – wird er das denn je? – wird als der einen internationalen Tag der Typographie begründende zu begehen sein.)

Unbling

Spittelau. Der D-Wagen nach Nussdorf kommt in sieben Minuten. Ich gehe also bis zur nächsten Station die Heiligenstädter Straße stadtauswärts, rein der Bewegung wegen, die Heiligenstädter Straße ist ein abends vom Autoverkehr gut genutzter, mäßig attraktiver Flanierboulevard. Frachtenbahnhof. Quester-Baustoffe. Nach den hangseitigen Schlumberger Kellerwelten dann eine geschlossene Überbrückung, ich blicke auf und lese BLING. Der Rest der Aufschrift ist weihnachtsdekorativ übergirlandet, aber das passt schon so.

Mag es auch draußen noch so unglamourös dezembern, innen kannst du es blingen lassen; wenn du entsprechend versichert bist: Die Privatklinik Döbling begrüßt ihre Patienten.

Bis zuletzt wird geblingt. Geblingt wird bis zuletzt.

Alles Walzer?

Aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen ist durchgesickert, dass es gegenwärtig um die Europäische Totentanz-Vereinigung (ein e.V. – wir sind in Deutschland) nicht zum besten stehen soll.

In echt jetzt, zu was für einer Musik hat ein korrekter Totentanz eigentlich zu erfolgen, damit er als gültig gewertet werden kann?

Der ETtV e.V. wolln wir indes gute Genesung wünschen!

Zwangsvorstellung

LESUNG: OHNE WORTE ÜBERZEUGEN
Eigenwerbungsveranstaltungsbewerbung

Das Publikum im angemieteten Vortragssaal lauschte mit vor Anspannung offenem Mund (ein einziges großes & artiges, massenhaftes – der Andrang! – Mundkollektiv) den ohnwortigen Überzeugungszeugungen der nicht übergroßen Vortragenden.

Fürwahr, ein erlesener Abend.

Vertikalverlauf

Altersteilzeit
zeitgemäßer Begriff, Arbeitswelt

Oftmals (mit hundertprozentiger Sicherheit) geht es mit dem Fortschreiten des Alters bergab, zuletzt, steinalt, steinzeitig steil.

Florenz, Livorno

STADTMITTE
Fußgängertunnelrichtungshinweis, Bahnhof Memmingen

Toronto. Tamsweg. Tallahassee. Tussenhausen. Nein. Tussenhausen ist lediglich ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu, keine Stadt. Weitter. Telfs. Turin. Triest. Tromsø. Turku. Tampere. Tallinn. Südhalbkugel: Puuh, schwer. Aber eigentlich sollte das für Stadt-Land-Berg (-Gewässer-Name-Beruf, …) ausreichen. Nirgendwo aber ein Schild STADTMITEF oder STADTMITEL, in dieser STADTMITME.

Ich reise ab! Wohin? Das geht Sie doch einen Treck an!

Sonntag, 8. Februar 2026, 17:00 Uhr

Ponta Delgada (São Miguel, P), Igreja do Colégio
Bertl Mütter solo
aus|cul|ta|tio|nes super ATLANTIS

Wien, Stephansdom, 25.9.2025. Foto: Stephan Schönlaub

O «grande individualista austríaco do trombone» (como já foi descrito) Bertl Mütter mantém uma relação de amizade com o Festival MUSIC AZORES há vários anos e já nos visitou pessoalmente três vezes. Agora surgiu uma oportunidade extraordinária de o ver a SOLO. Depois de ter ouvido sistematicamente a Catedral de Santo Estêvão de Viena (CD aus|cul|ta|tio|nes), tocou recentemente, no solstício de inverno, na Igreja Jesuíta de Viena, um espaço barroco perfeito. Agora, ele aguarda com expectativa a «Igreja do Colégio», que já lhe é familiar desde a sua última apresentação aqui em novembro de 2025.
Quando Bertl Mütter toca o seu trombone, todo o espaço é imediatamente envolvido por um som puro. Não é uma música aparentemente virtuosa que surge, mas ela penetra diretamente no coração. A sua interpretação épica, que vem do silêncio, vai em profundidade, para dentro, assustadoramente feliz, é indescritível, pois é essencial. Embora seja difícil descrevê-la, deixar-se envolver por ela e vivê-la significa voltar para casa feliz e transformado.
Ankündigungsprosa

Ein Besuchskonzert: Zuletzt habe ich im November 2025 gemeinsam mit dem lieben Antonino Tertuliano in diesem akustisch idealen Raum spielen dürfen. Nun, auf Winterflucht, gebe ich ein kollaterales Geschenkkonzert für meinen Freund Rui, den so verdienten Gestalter des Festivals MUSIC AZORES. Er wird seinerseits interessierte Freunde und freundliche Interessierte einladen.

Ich bereite mich meistens nie vor
Anton Bruckner über sein Improvisieren

Ich werde wohl genau da freifliegend weitermachen, wo ich zur Wintersonnwend in der Wiener Jesuitenkirche aufgehört habe.

Kommen Sie doch, es ist ein zauberhafter Raum! – Und da rede ich noch gar nicht von den so angenehmen sonstigen Umständen in Atlantis.

(Ortszeit. Eintritt frei. Reise- und Unterkunftsaufwendungen sind bitte selbst zu tragen.)

Abnehmend weniger schlank

Zunehmend mehr Haustiere übergewichtig
orfon

Wen wunderts. Das Hauptproblem nun: Wie gendern wir »Wie der Herr, so ’s Gescherr« adipositasadäquat?

Freitag, 1. Mai 2026, 18:00 Uhr

Fels am Wagram, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 25

Dieses Bild ist von Markus Lidauer (2012).


Lukas Meschik, Lesung

Sofia Labropoulou, Kanun
Matthias Loibner, Drehleier
Bertl Mütter, Posaune; Conférence
N. N., Kontrabass

Armin Thurnher, Special Guest

Hans Czerny, Winzer

Der WeinKult 25 ereignet sich im 26er-Jahr, BOAHH!, ein Vierteljahrhundert machen wir das schon! 

Lukas Meschik habe ich bei der Poesiegalerie 2025 kennengelernt, und sogleich war klar, dass er zum WeinKult kommen muss. Praktischerweise habe ich gleich auch einen von ihm rezensierten Nachwuchslyriker als Special Guest eingeladen.

Die WeinKultKombo (WKK) ist heuer etwas filigraner aufgestellt, und wir haben, zumindest zu dritt, ein paarmal miteinander gespielt. Matthias Loibner ist ein langjähriger Kollege – er ist überhaupt derjenige (Profi-)Musiker, mit dem ich am allerlängsten in musikalischem Austausch bin, damals war er etwa 17 und ich reife 20. Er hat sich bereits mehrmals als besonders loyal erwiesen, auch hier am Hof, und so ist es aber wirklich Zeit, dass er wieder einmal im offiziellen LineUp dabei ist. Ganz neu dabei hingegen ist die faszinierende griechische Kanun-Spielerin Sofia Labropoulou, die seit einiger Zeit die österreichische Improvisationsszene frischwindig belebt; Matthias hat mich auf sie hingewiesen, was für ein Glück. Und gerne werden sowohl Matthias als auch Sofia ihre jeweiligen Zauberkästen Ihrem neugierigen Interesse gemäß vorstellen.

(Text in Progress)

Im Mittelpunkt von Allem steht der Wein und all die Köstlichkeiten vom Hofe der Czernys. Überhaupt am wichtigsten aber sind die persönlichen Begegnungen, zu denen es beim WeinKult quasi barrierefrei kommt: Es werde wieder wärmer, und Wärme können wir allerdings brauchen, in diesen Zeiten.

Vonseiten der Intendanz steht dem Symposion nun nichts mehr im Wege.

Markus Lidauer hat 2012 auch das photographiert.

WeinKult ist ja nachgerade das ideale Symposion: Zuerst gibt’s einmal was zu trinken. Dann wird gespielt, daraufhin wird gegessen und getrunken, dann gespielt, woraufhin getrunken und gegessen wird, daraufhin spielen und lesen die Künstler:innen wieder und unmittelbar darauf gibt’s was Gutes zu essen, und zu trinken ist auch noch genug da und so weiter: Wir achteln uns hinauf, alle sind wir illuminiert, aber keine:r angesoffen, und sowas nennt man Angewandte Trinkkultur.

Der Rote Veltliner – nicht nur von Gault & Millau prämiert!

Herzlich willkommen!

Bertl Mütter, Hofintendant

Horizontal

Neuer Name für die Tourismusregion: 360 Grad Alpenland soll Gäste anlocken
nachrichten.at

Woher wir kommen, das wissen wir meistens so einigermaßen. Wohin wir gehen, ist letztlich immer ungewiss.

Bestemmig aufwärts geht’s. Zumindest dreihundertsechzig Grad.

Begriffen

Priesternotruf
Plakataushang, Pfarre Starchant (Wien XVI)

Wiesehr doch gewisse Begriffe durch die Zeiten einem diametralen Bedeutungswandel unterliegen können.

Dufte

Hochmair meinte, es sei unglaublich, dass ein Theaterstück im Fernsehen als »Publikumshit« ausgezeichnet werde.
orfon

Geruchsfernsehtheatersuperstar. Geruchsfernsehtheatermegasuperstar. Geruchsfernsehtheaterhypermegasuperstar.

Irgendweroderwas riecht da streng.

Falschtrick

Deutsche Talkshow lädt falschen Sebastian Kurz ein
Entsetzlichkeitsberichterstattung

DAS WAR KURZ
Banneraufschrift, Wien, Mai 2019

Aber war nicht Sebastian Kurz der Falsche?; der richtige Falsche, sei’s berichtigt: Gibt (gab?) es ihn also, den Richtigen im Falschen?

Ganz schön schwindlig könnt’ einem kurz werden, ganz kurz, und schön ist das bitte nicht.

Bitte nicht.

Staying

Gedanke bei der Betrachtung eines aus der Publikumsperspektive (hintere Reihen) verfertigen Schlussapplausfotos eines selbst vom Podium aus erlebten Konzerts: Wann wäre der Kipppunkt, an dem als solche sich anheischig machende Standing Ovations sich als als Going intendierte entpuppen?

Möge derselbe nie überschritten werden.

… und was machen Sie sonst noch so?

Ich kenne meinen Weg so wie der Bach den seinen.
Jules Renard

Es ist immer (wer oder) was im Anflug.

Dorothea Wimmer† hat das 1999 in Lienz aufgenommen.

Neben meinen hiersites dargelegten öffentlichen Aktivitäten1 gibt es, wie es sich für ein Künstlerleben gehört, auch sonst nichts alswie fruchtbare2 Momente, darf ich versichern.

(Gewisse Versprechen gibt man sich selber sogut alswie der Welt.)

Und sonst3 mache ich noch wie nebenher: Diese Website frischhalten (am einfachsten ersichtlich beim täglichen Mütterlog); weltwichtiche künstlerische4 Projekte5 und dafür Vor-, Zu- und Nachbereitungen jedweder Art; tatsächlich wichtige Fürsorge- und Liebesdienste, sowie Akte der Freundschaft, runde und eckige Geburts-, Jahres- und Todestage: Nennt mich6 einen Passagenpassagier.

Und – damit ich’s nicht vergess’7Posauneüben. Das höret bitte nimmer auf!8 Mir ist das Posaunespielen beständiger Quell der Freude, Rückhalt in allen Lebenslagen. Was für ein Glück!9

Rechtzeitig

Liensbergers Kurve im Slalom zeigt nach oben
orfon

Jeder hat so seine Ziele. Wollen wir der sympathischen Sportlerin indes wünschen, dass sie obenbenannten Umstand rechtzeitig gesondert einer gründlichen Analyse unterzieht, auf dass es raschest abwärts mit ihr gehe, tunlichst vor allen anderen, so und nicht anders wird man Erste.

Nur beim Training und, wenn man ihn bewältigt hat, nach dem ersten Durchgang muss man hernach wieder in den Lift.

Am Damberg, beim Schuastaspitz, haben sich dereinst die Liftverächter (Kriegsheimkehrer die meisten) zum Hinaufstaffeln und gelegentlichen Hinunterschwingen (fünf, sechs Bögen, aber von was für einer Eleganz!) mit ihren Steghosen getroffen. Da ist es nicht um einen Sieg gegangen, sondern um pure Schönheit.


Es muss hier wieder einmal daran erinnert werden, dass die Struktur des muetterlog keine Rücksicht auf tagesaktuelle Entwicklungen zu nehmen in der Lage ist. Oftmals ist es so, dass in unterschiedlichen, von mir gewohnheitsmäßig abgeästen Medien aufpoppende Überschriften inspirativen Anstoß zur Abfassung eines Eintrags hier geben. Diese kann bis zu vierzig Tage vor der Veröffentlichung hier erfolgen, und in einer solchen Zeitspanne kann einem allerdings, nicht nur im Sport, allerhand dazwischenkommen.
Das muetterlog ist kein Nachrichtenportal, sondern eine Einrichtung für ästhetische Anstellungen. BM.

Kompakt

Morgen um fünf vor neun: Die Forschung seit Aristoteles
Radio Österreich 1, Vom Leben der Natur

Die Nachrichten – sie dauern fünf Minuten –, das ist bekannt, folgen um Punkt neun. Bis morgen um fünf vor neun verbleiben demgemäß etwas weniger als eintausendvierhundertfünfunddreißig Minuten, und ist ja auch die Geschichte des Modernen Menschen bis Aristoteles ihre beiweitem längere Zeitstrecke (geprägt von vor allem düsterster Ahnung). Dann kann es also nicht so schwierig sein, die als solche benannte Forschung seit Aristoteles, eine Zeitspanne von ziemlich genau zweitausenddreihundert Jahren, in nicht ganz fünf Minuten darzustellen. In weniger geht dann aber nicht so leicht.

Schäfsache

Merino-Schuhe für Problemfüße
Produktkategorieinformationsclickbait

Hat man Problemfußfußprobleme (es sind deren immer mehrere), empfehlen sich derartige Paarhuferhufpaare, wollen sie uns meinen machen: Zweifellos ein Erfolgskonzepterfolg.

Merinoschafen eignet der Zwang zur Schur.

Hättiwarenkorb

Haupttreiber der Preise seien die Gastronomie, Strom und Nahrungsmittel, hieß es. Ohne diese drei Bereiche hätte die Inflationsrate nur 2,2 Prozent betragen.
orfon

Da haben wir’s, so einfach wär‘s, seine private Inflation unten zu halten: Einfach auf Nahrungsmittel und Strom verzichten (die Gastro ist automatisch drin), und schon ist dein Leben bedeutend billiger.

Alstern, entmagen wir uns. Nur Totsein ist billiger. Kommt eh auch noch.

Gefahr, los!

Herbst für Heimwerker besonders gefährlich
orfon

Lassen wir Weihnachten (bitte das orthodoxe auch noch) vergehen, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Die Grillsaison kann kommen.

Penchel

Finocchio, so heißt der Fenchel auf italienisch, wirklich wahr.

Neutra

Neutrainer Andy Heraf (bringen Sie den Namen einmal durch die Autokorrektur!) (…)
Armin Thurnher, Seuchenkolumne

Wie wahr! Turnherrn sind, welch Arminsglück, kaum gefragt, allerhöchstens Turmherren, aber die wohl auch schon lang nicht mehr.

Herrenreiter?


Doppelte Erinnerung: Neues Jahr, neuer Monat, das bedeuet: neue Chance auf neues Glück. Einmal monatlich (einfacherweise genau an jedem Ersten) tschentsche ich Ihnen was vor von Erbarmen Sie sich meiner und so. Also auch heute – und wenn Sie’s an einem anderen Tag lesen, auch recht, zumindest, wenn Sie meiner Tschentscherei nachgehen, nachgeben, nachlegen … SPENDEN sie mir doch was für’s tägliche muetterlog. Sachdienliche Informationen zu meinem Konto finden Sie, wie stets, im Impressum.

Ich sag’ auch keinem, wer (und wer nicht). [Das Bild, soviel darf ich dann doch verraten, hat Christof Zachl gemacht.]

Und überhaupst, Sie können mich gerne auch engagieren: Sie werden’s, versprochen, nicht beräuen.

Cooling down

Endlich hart im Bett?
Nachfrage (per Email)

Wer umgehend antwortet (NEIN), hat gewonnen: Finale Aushärtung zuverlässig bietet allein der Tod (m/d/w).

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[WSW] =
MOEGT

Universalempfänger

Frühstück im Kurhotel, Sisyphoshabitat, temporäres. Der Kiwi schmeckt nach Fisch. Nein, nicht der Vogel, der im Fruchtsalat. Vögel haben im Fruchtsalat nichts verloren.

Sonst aber geht’s uns gut.

Oder sagt man die Kiwi?

Wir müssen uns Kiwis als Geschmacksakkumulatoren vorstellen. Furchtbar glückliche.

Jungspund

Tyrannosaurus-»Teenager« gehörten zu einer eigenen Gattung
derstandard.at

Ja, meine Herrn, so ist das mit den Jugendlichen. Ist das nun endlich also auch wissenschaftlich erwiesen.

Welche (was für) Gattungen gibt es sonst noch? Untergattungen?

Als letzter (entscheidender) mütterlicher Loslassschritt muss derjenige der Aufgabe der beobachtenden Kontrolle über die sich (grundlegend) ändernden Lebensspuren in der Unterhose des jüngsten Sohnes angesehen werden.

Übergeben

Bitte ich muss brechen
kindliche Unwohlseinsansage

Seit sie bereits drei sei, spiele sie die Violine, vermeint sich die junge Stargeigerin (nur echt mit den Swarovsky-Brillanten) auch anlässlich eines bevorstehenden Benefizkonzerts zugunsten einer privat motivierten Krebshilfe (ein Herzensprojekt) im Alten Theater zu erinnern. Das Haus, es wird wohl brechend voll werden, und vermutlich wird der Scheck noch auf offener Bühne übergeben.

Soweit bekannt, gibt es nichts derartiges wie einen Herzkrebs. Ohrenkrebs, das ja, gewisse rezente Singersongreiterinnen implizieren desgleichen.

Ach, stünde einem doch die Möglichkeit von so etwas wie Ohrenbrechen zu gebote! (Womit jetzt bitte nichts über allfällige musikalische Qualitäten der sympathisch selbstlosen Jungstreicherin angedeutet sei.)

Augsgebürgert

Lieber Bertl, das Kulturreferat hat sich entschieden, den Patrizierverein um Tanzeinlagen zu bitten. Ich sag dazu mal nix. Liebe Grüße, Andrea
Auftrittsabkündigung, Augsburg (2025)

(… ) »Oh, I thought you were complaining about the bouzouki player.«
»Oh, heaven forbid, I am one who delights in all manifestations of the Terpsichorean muse.«
(…)
(…)
»Shut that bloody bouzouki up!«
»Told you sir.«
Monty Python’s, The Cheese Shop (1972)

Zur im Käselokal (»Ye Old Cheese Emporium – Henry Wensleydale – Purveyor of fine cheese to the gentry – and the poverty-stricken too«; Zusatzschild am Eingang: »Licensed for public dancing«) dargebotenen Bouzouki-Musik tanzen Graham Chapman und Terry Jones, »dressed in Bowler hats and business suits«, wie es in einschlägigen Rechercheplattformen korrekt heißt; denkbar minimalistischstes Line-Dancing: Two is a line.

[Hier wäre ein kurze Wertschätzung meiner Rechercheplattformenabäsearbeit angebracht, die mir wieder einmal kein Schwein auch nur ansatzweise vergütet.]

Ach wie gern hätt ich dem Augsburger Patrizierverein Bouzouki zu ihren Suppentanzeinlagen gespielt. Augsburger Bouzouki, es muss doch eine Augsburger Bouzouki geben, wo es doch Augsburger Würstl auch gibt; letztere indes sind in Augsburg völlich unbekannt, wie übrigens auch die Käsekrainer.

Iterum: Tuts mir bitte die kulturellen Leistungen unserer Patrizier nicht unter- – und schon gar nicht geringschätzen!

Grelldumpf

Richard David Precht, Hansdampf in allen Sackgassen
Ronald Pohl, in: derstandard.at

… so etwas wie Hump oder Dump
emblematische Neudeutung einer so nicht ganz getätigten Aussage, Hilmar Kabas, 7. Mai 2000 (ca.)

(Keine weiteren Fragen.)

Welcherart

Meine Theorie ist, dass es sich um ein Art-Napping handelt
Wilfried Seipel, Exexperte

Lange hat die Öffentlichkeit nicht warten müssen, bis der in passiven Großkunstdiebstahlsdingen Experte allerersten Ranges Seipel seine Theorie televisionär verbreiten konnte, und gibt es allerdings, wie eine kurze historische Überblicksrecherche recht rasch ergibt, durchaus unterschiedliche Arten, Kunstwerke zu vermonetarisieren, solche von hohem symbolischen Wert zumal.

Einer ausgepichten Art Art-Nappingvermeidung bedienten sich wiederum seinerzeit die Abschlepper des (Big) Maple Leaf, einer schlappe hundert Kilo schweren Goldmünze, indem sie diese, so wird vermutet, praktischerweise einschmolzen, mit allerdings beträchtlichem Energieaufwand, der aber wohl eingepreist gewesen sein dürfte, genaues indes wissen wir nicht, anstrengend muss das aber allemal gewesen sein, und heiß.

Fifty-fifty

»Extrem seltene« Wildesel erstmals im Tiergarten Schönbrunn zu sehen
derstandard.at

Das Zebra trifft man stellenweise
Wilhelm Busch

Die Frage ist: Wie oft?

Rollfakir

Skateboarden schützt vor Stürzen
orfon

Aber nicht vor Skateboardstürzen. Da schützt, analog zur legendären indischen Kiwidiät (»ois außa Kiwi«) ausschließlich das Nichtskateboarden.

Loob

Ender schreibt im Standard: Der Solooboist in der Janáčekschen Orchesterrhapsodie fesselt mit seinem »edlen, dichten, aufblühendem Klang«.

Genau so ist es: Es kommt immer auf die Bindungen an. Am liebsten alser fesselnder.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Wien, Jesuitenkirche
Schule der Wahrnehmung
Gustav Schörghofer SJ: »Das Alte neu sehen«
Bertl Mütter (Posaune): »aus|cul|ta|tio|nes super RORATE«

Gustav Schörghofer nennt seine Reihe SCHULE DER WAHRNEHMUNG. Das deckt sich gut mit meiner Idee einer Schule des Staunens – was wer für WAHR nimmt, ist gottlob/fürwahr jedem selbst überlassen, mittlerweile (und derweil noch). Gustav hat eine gute Viertelstunde unsere Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Putti in den Gemälden und Plastiken des Kirchenraumes gelenkt. Dann habe ich gespielt: Ausgehend vom gregorianischen Hymnus vom Tag (vierter Adventsonntag), genannt RORATE, habe ich diesen perfekten Raum abgehorcht, ein gutes Zeitl, sodass sich das Hineinhören wie von selbst ergeben konnte, wenn auch nicht ganz bis Sonnenaufgang. Zum Ende wieder das schlichte RORATE, und als Zugabe die Sarabande aus der fünften Cellosuite von Johann Sebastian Bach, eine Musik, die schwerer ist als man sie spielen könnte – und genau deshalb hab’ ich sie gespielt.

Meinem Posaunenton ist mittlerweile eine betörend stille Qualität zueigen. Und die Bindungen schmecken nachgerade cremig, verrat’ ich Ihnen. Wollen Sie sich davon überzeugen, bitteschön:

Othmar Habeler-Bergsmann hat mein Spielen aufgenommen, so dezent, dass ich kein einziges Mal gehemmt war, das zu spielen, was ich nun mal spiele. Und das habe ich denn auch getan. Sie hören alles ungeschminkt, und anders interessiert es mich auch, längst schon, nicht mehr. Ideal ist aber, jedenfalls, das unmittelbare Erlebnis.

21. Dezember 2025, Wien, Jesuitenkirche. Auch dieses Bild hat Klaus Fritsch gemacht.

Beim finalen Abapplaudieren dann findich gehört es sich, meiner Partnerin (die wahre Heldin; ohne sie bin ich presque rien) die ihr gebührende Wertschätzung zu erweisen, Please give Her a warm hand!, und so geschah’s also:

Dieses Bild hat der liebe Franz Kerschbaum gemacht, ja genau, der Astronom: Der kennt sich aus!

Atomos

Bundesliga schafft Punkteteilung ab
orfon

Nun also auch die Bundesliga. Die Mathematik etwa hat so etwas wie eine Punkt(e)teilung seit eh und je erst gar nicht aufkommen lassen können, da der Punkt per definitionem das geometrische Minimum ist, dimensionslos durchunddurch, unteilbar, und Elementarteilchen sind hier bitteschön ausgeschlossen, Wir müssen draußen bleiben.

Erhebend

In der philippinischen Literatur gebe es kaum einen Roman, in dem nicht ein Vulkan ausbreche, erfahren wir anlässlich der Frankfurter Buchmesse, bei der, wie es heißt, die Philippinen zu Gast waren, aber glücklicherweise lediglich literarisch, nicht territorial, das ginge dann doch nicht, bedenkt man, dass der Frankfurter Flughafen eines der wichtigsten Drehkreuze im europäischen (und transkontinentalen) Flugverkehr ist, ich nenne nur den Ätna, oder, Frühjahr 2010, Eyjafjallajökull (m/d/w), damit dieses schnittige Wort mit der nicht ganz leicht zu eruierenden Silbenanzahl hier auch wieder einmal zu stehen kommt, wohl hält, auf wundersame Weise, die Lava stets zuverlässig vor Heiligen Orten an, nicht jedoch tun das die ausbruchsumständehalber ausgestoßenen Aschepartikel, was den Flugzeugen aber sowas von gar nicht schmeckt.

Man muss sich seine Gäste gut aussuchen.

Daunenvieh

Die Fleischsträuße auf ihrer Weide in Ramingdorf (sie teilen sie sich mit Schafen und schwarzen Edelrindern). Im Herbst sehen sie von weitem aus, als wären sie frisch geschoren. Oder haben sie sie auf Emus daungegrädet? Kiwis?

Mullbindung

Nacktmulle haben Arbeitsteilung
orfon

Insbesondere die Müllmulle seien besonders aktiv, lernen wir im Beitrag. Und die Häuslbrigade.

Dabei lässt sich gar nicht ermessen, wieviel, da ihnen eine textilfreie Existenz zugeschöpft ward, sich die wurmförmigen Säuger an Wäschewaschen, Aufhängen und Bügeln ersparen, von Kleiderkästen und dem – notwendigen! – regelmäßigen Ausscheiden der abgetragenen Sachen ganz zu schweigen.

Synthetisch

Pampashasen gehören zu den Meerschweinchen, sind aber weder Hasen noch Schweinchen
zoologisches Nutzwissen

In Südamerika gibt es keine Kängurus, darum können sich die Pampashasen (wie teilt man das eigentlich ab?) auch erlauben, so unverschämt känguruhig dreinzuschauen, mit Rehaugen, und die haben die Kängurus ja auch, wie auch die Erdferkel (auch keine Schweinchen, und nicht elisenblau).

Vielleicht kommt einmal das Gesamtsäugetier. Die Pampashasen wären schon recht nah dran.

Völlig unerreicht aber bleibet der Wolpertinger.

Ansteigend

Gelenksarthrose: Zahl Betroffener nimmt stark zu
orfon

Die Betroffenen auch, inklusive -innen: Alle Kurven weisen nach oben.

Potenziert

Hitler-Geburtshaus: Umbau heuer fertig
orfon

Nun kommt eine Polizeidienststelle hinein, weil bekanntermaßen ist ja die Polizei stets Garant, aufkommende autoritäre und menschenfeindliche Umtriebe bereits im Keim zu ersticken, da kannst du hinschauen, wo du willst.

Bei den Diskussionen, wer oder was ins HGH einziehen solle, wurde da eigentlich auch erwogen, ein Geburtshaus unterzubringen (privat und Alle Kassen)? Da hätten sie sich den halben Umbau ersparen können, zumindest symbolisch, und Tag um Tag wäre, durch aktives Drüberhinwegkreißen, Hitler geburtenstatistisch verdünnt und baldschon nachgerade homöopathisiert.

Das ergäbe eine brauchbare Lösung durch schiere Schwurbelei, und für dieses eine Mal soll das recht sein so.

Phonetisch

Plasser & Theurer, phonetischer Komparativ: Würden die Menschen beim Lesen allzu phonetisch empfinden, stünde der so geschätzte, den Markt beherrschende Gleisbaumaschinenherstellungsbetrieb wohl recht ungünstig und irgendwie farblos da, auf den Verschub-, nein, den Abstellgleisen dieser Welt.

Dies – ein (wesentlicher!) Aspekt – zum heutigen Großen Europäischen Fahrplanwechsel, im Rahmen dessen wir die heißersehnte Neue Südstrecke zuvörderst und aufs herzlichste willkommen heißen wollen.

Imteam

Österreichs Fußballclubs fehlen Einzelkönner
orfon

Fußball, merke, Fußball wird bitte zu elft gespielt; und – allein im Team wär’s unergiebig – gegeneinander zu zweiundzwanzigst.

Einzel, das gibt’s beim Tennis, Rodeo, Schifahren (u.a.).

Vorstellung: Mannschaftsschispringen, aber echtes! (Die Schisprungschanzenbauerlobby befürwortete dergleichen.)

Heavenly Petting

Studie: Christen haben überdurchschnittlich viel Sex
orfon

Muss wohl an der – historisch verbürgten – sog. Missionarsstellung liegen.

I did not have sexual relations with that woman, Ms. L.
Emblematische Präsidentenworte (historisch)

Die Frage ist ja: Ab wann gilt der zitierten Studie eine möglicherweise als sexuell konnotierbare Handlung als expliziter Sex? Als – einvernehmlich! – überdurchschnittlicher?

Ich glaub das Alles nicht.

Wellblech

Liebe Freund:innen und Freunde des HypnoSalons
genderwelsche Appellationszeile, Aussendung (zugespielt)

Und augenblicklich
Fühl’ ich mich
Unbeschreiblich weiblich
Nina Hagen

Es gibt offenbar Anreden, die sind doch ausschließender gedacht, als sie zu wollen vorgeben. Oder sind mit den Freunden ausschließlich toxisch sich gerierende Männer gemeint? (Aber die reden wir doch nicht mit »Liebe Freunde« an.)

Manchen würde man mehr schädliches Testosteron an den Hals wünschen.

Aber das tut man doch nicht, neinnein, meine Lieben.

Einfach

Wie man 117 Jahre alt wird
orfon (Science)

Tunlichst vorher nicht sterben, unter anderem.

IBEB

Blechgendarm »Vinzenz« in Bullendorf gestohlen
orfon

Was für eine abscheuliche Tat! Dennoch gebietet meine Autorenehre mir, zu dieser (unfreiwillig?) allzuwitzigen Schlagzeile keine weiteren zwangsoriginalitätsdrallen Kommentare zu veröffentlichen.

Ich–bin–ein–Bu-llen-dor-fer!

Weggebeamter

Beamter in Italien drückte sich jahrelang vor Arbeit
orfon

Es bedurfte etlicher weiterer Beamter und, zuvörderst, ausgefinkelter neuester Überwachungstechnologien, dass sie ihm da draufkommen haben können.

Roboter und ihre heutzutage vielfach intelligenteren Weiterentwicklungen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie ohne sich zu drücken durcharbeiten, bis sie, selten, gewartet werden müssen. Und Beamtenpension beanspruchen sie auch keine, glaubt man zumindest heute zu wissen.

Verkehršlawiener

Wien stöhnt seit Jahren unter einer enormen Verkehrslawine
Einleitungssatz, Schnellstraßenzubringererrichtungsbestemmmeldung (Radio)

Wenn dann der schöne neue Tunnel gebaut sein wird, wird Wien eben über einer enormen Verkehrslawine stöhnen. Aber sowas von.

Wie geil ist denn das?!

Enorm.

An welcher?

Speerwerferin Hudson wirft klar an Medaille vorbei
orfon

Seit 15. September 2023 verfolgt das Mütterlog die bewundernswerte Karriere der – bislang – so sympathischen österreichischen Speerwerferin Hudson. Dies ist nun der fünfte ihr gewidmete Eintrag – die weiteren gab es am 30. Juli und 17. August 2024, und auch am 10. September diesen Jahres (sagt man diesen Jahres oder dieses Jahres?) erschien für berichtenswert zu Erachtendes.

Jetzt soll sie ausnahmsweise danebengeworfen haben, doch erst nach genauerer Recherche können wir herausfinden, an welcher Medaille sie dies verbrochen haben soll, es war die Bronzene: Wer Silber gewinnt, schrammt, wenn auch etwas unklar, sowohl an der Goldenen als auch an der Bronzenen vorbei. Das müsste man auch erst einmal zusammenbringen.

Dennoch, bitte: Hut ab!

Freitag, 5. Dezember 2025

Steyr, Galerie Michaelerplatz 13
»LUISELBET«
Ausstellung Oscar Holub (1951-2023)
Musikalischer Beistand: Bertl Mütter

Es waren meine allerersten Engagements als definitiver Solist, zu denen mich weiland Oscar nach Linz (Posthofgalerie) und Steyr (Maxim) Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre geladen hatte, eine sehr wichtige Ermutigung auf meinem Weg. Im März 2023 habe ich zu seinem Geleit gespielt. Viele waren gekommen und haben über gut eine Dreiviertelstunde beim Kondolieren genau jene Klänge bekommen, die mir als angemessen hilfreich erschienen.

Wie mich nun Oscars Witwe Alke um meinen »Beistand« diesmal fragte, war von vornherein klar, dass ich den sehr gerne geben wolle, und so geschah’s.


Kleinfeine Ausstellung in einem sehr schönen Raum mit Erinnerungsstücken aus meiner ersten Oscar Holub-Vernissage, da er noch mit »COSY« signierte. Tout Steyr war da, die Redeadressen und mein Spiel erfolgten aus einer erhöhten Nische, die Menschen haben genau zugehört, auch jenen mehrfach aufsteigenden, von mir instant unbegleiteten und nach deren Ausbluten imitierten Marimbaläufen eines in China assemblierten Mobiltelephons aus Kalifornien, deren von ihnen (den Marimbaläufen) gerufene alte Dame darauf bestand, dass sie eine bestimmte dramatische Nachricht erwarte, weshalb sie vom sozial stillschweigend vereinbarten Lautlosigkeitsgebot bei Konzerten o. ä. ausgenommen sei. Sie (oder ich?) erhielt spontanen Szenenapplaus.

Generell große Zustimmung, ich war am rechten Ort. Danke.

Apfelmüller

Apple stellt dünneres iPhone vor
orfon

Bei zu ausgiebigem Ausklopfen (die Wiener Touristenverköstigungskette Figlmüller etwa ist dafür berüchtigt) wird bald einmal das Fleisch so dünn, dass wir nur noch die Panier schmecken (beim F. immerhin eh in einem goldgelben Aggregatzustand). Selbst als Faltschnitzel wird es wenig Gaumenfreude generieren.

Wieviel misst so ein superdünnes iPhone eigentlich in Fußballfeldern?, weil daran wird doch bekanntlich Alles Wichtige heutzutage gemessen, und beim Schnitzelessen seit eh und je: Über wieviele hängt es hinaus?

In Banden

LONGINI
EIVS QVI LA
TVS CHRISTI
PERCVSSIT
OSSA
Grabinschrift (Scheingrab), Mantua

Tatsächlich haben wir von Longinus keinen Totenschein oder sowas ähnliches. Wir haben nur sein Grab.

Die Heilige Lanze wiederum wird in der Schatzkammer der Wiener Hofburg ausgestellt, Inventarnummer XIII, 19.

Wer über die Heilige Lanze verfügt, ist unbesiegbar.

Soviel ist sicher.

Ausgestaltet

Die Dinosaurier veränderten womöglich mit ihren Körpern Flussläufe
derstandard.at

Mr. Tod ist ein Rasenmäher
Monty Python’s The Meaning of Life

Allzulang wurde der Werkzeuggebrauch als einzig dem Menschen zugehörig und diesen als solchen kennzeichnend definiert.

Ungeblendet

Jungpapa tot: »Weiß nicht, wie’s weitergeht!«
oe24 (Printausgabe)

Es ist die Rede von einem Licht am Ende des Tunnels. Das hat man sich gemäß Überlieferung als leuchtendweiß vorzustellen. Nun das. Genauer besehen, ist einem ein etwas wärmeres, ins Gelbe tendierendes Leuchten vermutlich aber ohnehin angenehmer.

So kann es weiter gehen.

Dreingeboren

Ein Eingeborener ruderte in einem Einbaum vorbei.
W. Somerset Maugham (deutsch von Kurt Wagenseil)

Hochrechnen und runterrechnen, so versuchen wir uns die Welt zurechtzuerzählen: Was machten also ihrer zwei?

Katamarane werden allgemein überbewertet. Oder unter-.


Ponta Delgada, 15. November 2025, 08:43 (Ortszeit)

Ohja, sehr schön war es gemeinsam mit dem lieben Antonino in Atlantis, das, wie manche meinen, exakt bei den Azoren (und doch nicht so ganz untergegangen) ist – was für eine zauberhafte Metapher! Sich abbusslnde Fische!, oftwo auf der Welt gelten sich abbusslnde Fische als Symbol der Prosperität. Und zu ebenjener können Sie auch mir verhelfen!

Folgt die vertraute Suada: Dezember, brr, Winter, dem Morgenstern sein »Zehenbär«, und auch der Wetterbericht hält dieser Tage »Zehennebel« für uns bereit, was immer wir uns darunter (oder, mit der Nase, darüber) vorstellen sollen. Erhellen Sie mir doch mein Gemüt und setzen Sie die permanent bestehende Gelegenheit einer SPENDE für meine ohne jeden Auftrag IHNENZU erbrachte Kreativarbeit, das hierschirms erscheinende Periodiarium »MütterLog«, in die Tat um.

Sie wissen’s eh: Meine Kontonummer erwartet Sie im Impressum. DANKE!

Drittletzter

Letzter »Dritter Mann«-Darsteller gestorben
orfon

So vieles ist überhaupt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Der Verblichene im gegenständlichen Beispielsatz etwa war, so ergab die Lektüre des beigeordneten Artikels, zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen von »Der dritte Mann« gerade einmal drei Jahre alt. Weder stellte er einen Mann (von dreien) dar, noch versuchte er selbiges, und es wäre ihm, Dreikäsehoch, der er war, wohl kaum überzeugend gelungen.

Die Schauspielerei ist eine Hohe Kunst.

Drehen!

Seit 2002 steht sie ausschließlich vor der Kamera
rezenter Biographieabschnitt (Radio)

Was ist eigentlich aus der »Dalli Dalli«-Dekoration geworden? Mit ihrer emblematischen Bienenwabenform sollte sie wohl auf den Aufbauoptimismus jener Zeit (der Dalli Dalli-Epoche) verweisen, unterschwellig zum Dranbleiben bei Selbigem ermutigen.

Wenn sich die Wabentür bewegt hat und jemand (ein Gast; zuvor Hans Rosenthal; die Jury, bestehend aus Ekkehard Fritsch, Brigitte Xander und Mady Riehl, sowie Assistentin Monika Sundermann befanden sich bereits an ihren Arbeitsplätzen) zur schwungvollen Dalli Dalli-Musik der Götz Wendlandt-Combo durch sie ebenso schwungvoll federnd ins Zentrum des Geschehens schritt, durfte man sich auf zeitgemäße, familienfreundliche Unterhaltung freuen und wurde sicher nicht enttäuscht.

Von 1971 bis 1986 stand die Dekoration von Dalli Dalli ausschließlich vor der Kamera, und zwischendurch stand sie herum, wo genau (in welchem Lager), das ist nicht wirklich interessant: Es kommt drauf an, was vor der Kamera geschieht.

Innerlich

hautrein
Produktaufschrift

Man beachte: Es handelt sich hier um keine Aufforderung an eine Gruppe deutscher Menschen, jetzt aber mal ordentlich, bis zum Kaumuskelkater, zuzulangen.

Wir sollten so vieles viel pfleglicher anlegen.

Unonduliert

Makellos und beglückend (bis auf ein paar mühsame Spitzentöne): Marin Byström als Beziehungsopfer Desdemona. Sogar das öde Lied von der Weide frisierte die Schwedin zum Ereignis auf.
Stefan Ender in derstandard.at

Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Johann Wolfgang Goethe

Das hast du wahrlich trefflich gesagt, lieber Stefan! (Wir kennen und duzen einander; mit Goethen pflege ich nicht derartig zu verkehren.) Spitzentöne in einem Drama, das sich um ein (untergeschobenes) Schneuztüchl (nein, kein -häubchen) dreht: Da ist es stimmig (nachgerade notwendig!), wenn sie mühsam daherkommen, der Spitzen Töne. Auch dafür, dass sich endlich einmal einer traut (wer, wenn nicht S. E.), das Lied von der Weide (»Salce! Salce! Salce!« etc.) als öd zu bezeichnen (ja, es ist es!), sind wir dankbar, und das Sahnehäubchen ist die Formulierung von seinem (dessen) zum Ereignis Auffrisieren: Ein (Das) Weidenlied aufzufrisieren, das ist so, wie zu hoffnungslos fadglatten Haaren »Schnittlauchlocke« zu sagen: Macht die Suppe auch nicht fetter. Haarsuppe.

Ganz großes Coiffeurkino!

Bange

Es wird bestätigt, dass Sie ein Mensch sind. Dies kann einige Sekunden dauern.
Systemmeldung, Internet

Im wirklichen Leben dauert ja alles viel viel länger.

(Tiefes Aufatmen, schlussendlich.)

Anlassiglässlich

Der Dick-Pic-Paragraph tritt in Kraft
Frauenpicknick im Stadtpark
Parteiaussendungsspitzenmeldung (1)+(2), SPÖ

Dickpicknick. Frauendickpicknick. Dickpicparagraphenfrauenpicknick. Dickpictrittfrauenpicknick. Im Paragraphenstadtpark.

Das kann kräftig teuer kommen.

Ausgebacken

In Graz werden die meisten Schnitzel in Österreich bestellt
orfon

Und Reiterinnen werden ja immer gesucht
Loriot

Soso, in Graz gibt es also die bestelltesten Schnitzel von ganz Österreich. Bestellt und nicht abgeholt aber, sowas kann traumatische Implikationen zeitigen und eine knapp bevorstehende Beziehungsendeanbahnung signalisieren. Also Leute – mein wohlgemeinter Rat –, Finger weg von allzuviel Bestellerei!

Zusteller werden immer gesucht.

(Pferdeschnitzel, besser noch: Fohlen-. Außabochane. Zum Fingerlecken!)

JaJa

Royale Märchenhochzeit in Liechtenstein
orfon

Die Frage bei derartigen Vermählungen ist immer die nach den konkreten Märchen, die sich da vorgeblich vermählen.

Für den Kleinststaat Liechtenstein müssen wir uns jedenfalls solche aus dem Zwergengenre vorstellen, Zwerg Nase mit Däumelinchen oder so. Rumpelstilzchen vs. Schneewittchen, da stünden sogar sieben zur Auswahl, von denen die mittleren drei oder vier in heiratsfähigem Alter (bereits – gerade noch) wären.

Groß seien ihr Glück und ihre Zufriedenheit hinter den (bzw. inmitten der) sieben Berge(n), bis der Tod sie scheidet, oder sonstwer.

Samstag, 15. bis Samstag, 22. November 2025

Azoren, Portugal
MUSIC AZORES 25
muet:ter:tuliano

Bertl Mütter, Posaune
Antonino Tertuliano, Kontrabass
»Amidst / Entre«

Samstag, 15. November 2025
Ponta Delgada (São Miguel), Palácio de Sant’ Ana
Einstand bestens gelungen. Standing Ovations an einem unglaublichen Ort.

Montag, 17. November 2025
Calheta de São Jorge 
(São Jorge), Museu Francisco de Lacerda
Beeindruckendes Museumsgebäude, das sich in eine pittoreske Bucht- und Klippenlandschaft schmiegt. Aufmerksames und sich auch zu einer gewissen Fröhlichkeit hinreißen lassendes, montagsbedingt nicht allzusehr mengenmäßig den gut hörbar gelüftenden Vortragssaal nicht gerade überfüllendes Publikum.

Mittwoch, 19. November 2025
Horta 
(Faial), Igreja Matriz do Santíssimo Salvador
Äußerst gastfreundliche Aufnahme durch Padre António in der nicht nur akustisch beeindruckenden Hauptkirche von Horta. Am Schluss sind die Menschen, die trotz der gelinde gesagt suboptimal erfolgten Publikumsrequirierung zu uns gefunden hatten, aufgestanden: lang anhaltender, wärmespendender Applaus.

Freitag, 21. November 2025
Lajes do Pico
(Pico), Auditório do Museu dos Baleeiros
Rückkehr – zuletzt war ich 2017 mit Florian Berner hier – an einen emblematischen Ort und Vortragsraum, der im Konzert grandios gut klingt. Akustische Interaktion mit kindlichem (innen) und caninem (außen) Publikum. Völlig anders sich entwickelndes, uns selbst am allermeisten überraschendes Programm – wir befragen uns und unsere Instrumente stets aufs neue, wie das musikalische Material gerade jetzt von uns gespielt werden will. Auch diesmal spontan sich dankend von den Stühlen erhebendes Publikum: Wir danken zurück.

Samstag, 22. November 2025
Ponta Delgada
(São Miguel), Igreja do Colégio
Gewissermaßen – wenn man so sagen will – der krönende Abschluss. Sakralkunstmuseum in einer profanierten Kirche, idealer Hallverlauf, und einigermaßen gefüllt die Hütte: Was willst du mehr. Ja, und wieder ein beglückend freigebiges Publikum, wieder sind sie am Ende aufgestanden.

Wir wollen hier einen kleinen Exkurs anstellen über die Bereitschaft, sich zum Applaus zu erheben. Eine derartige Kundgebung wird oftmals von weiter oben auf der kunstbetrieblichen Nahrungskette sich befindenden Kollegen als Hinweis auf peinliche Provinzialität gesehen. Ich widerspreche dem, nenne es Freigebigkeit: Man vergibt sich nichts, seine Zustimmung zu zeigen; wie es ja auch in einer ersprießlichen Beziehung beidseitig aufbauend wirkt, wenn man seine gegenseitige Zugeneigtheit immer wieder aufs neue bestärkt, ohne sich dadurch in die Macht des anderen zu begeben, die dieser in der Folge eben nicht toxisch böswillig ausnützt.
Mithin: Was für ein Glück, auf den Azoren spielen zu dürfen!

muet:ter:tuliano, Salzburg, 14.10.2025

»Amidst / Entre« bedeutet soviel wie »inmitten«, aber auch »dazwischen«.
Es kann sich um das Dazwischen einer Begegnung handeln: Jeder kommt aus »seiner« Welt, man bewegt sich aufeinander zu, trifft sich in der Mitte. Für dieses »Inmitten« bedarf es aber immer der Vermittlung durch ermöglichende Orte, Institutionen und, das wichtigste: Menschen. Bei MUSIC AZORES sind diese Bedingungen in beglückendster Weise gegeben, und so freuen wir uns, unser gemeinsames Spiel aufeinander zu, hier, inmitten des Atlantiks zu präsentieren und somit zur sinnlichen Wiederrichtung jenes sagenhaften Kontinents beizutragen, welches das Menschengeschlecht unter dem Namen ATLANTIS wissend erahnt.
Im klassischen Symphonieorchester spielen Kontrabass und Posaune ein je eigene, recht spezielle Rolle. Liefert der Bass das unumstößliche Fundament von Allem, so stabilisiert und definiert die Posaune oftmals mit warmen Tönen die eigentliche Harmonie. Solistisch sind beide eher im Hintergrund, ihr gewaltiges Potential aber ist jederzeit immanent und augenblicklich verfügbar, wenn es etwa darum geht, in dunkel leuchtenden Effekten den Blick ins Chthonische der Unterwelt oder bis hinauf zum Himmel zu weisen.
Im kammermusikalischen Austausch des Duos treten dazu besonders beglückende Koinzidenzen: Die Klangfarben und Frequenzen von Posaune und Kontrabass »mögen« einander, sodass das Ganze mehr (weit mehr) ist als die Summe der gespielten Töne. Darauf aufbauend haben Bertl Mütter und Antonino Tertuliano ein Programm erarbeitet, in dem sie sich von der Gregorianik bis zu experimentellen (stets ausschließlich analog und unverstärkt erzeugten) Klangfolgen mit Flügeln des Gesangs aufschwingen: Eine faszinierende Reise ins Dazwischen, und das ist immer dort, wo wir uns gerade befinden.
Ein weiteres Dazwischen ist der wechselseitig als reizvoll erlebte Abstand einer Generation, von dem jeder auf seine Art profitieren kann, zur beidseitigen Erkenntnisfreude – und der des mit offenen Ohren (und Herzen) lauschenden, interessierten Publikums.
Herzlich Willkommen!
Bertl Mütter & Antonino Tertuliano
Mission Statement, muet:ter:tuliano

Ein paar Erkenntnisse aus der ersten Probe mit Bertl Mütter: Zunächst spielte ich mit wenig Lautstärke und dunklen, aber sauberen Tönen. Bertl antwortete ohne Zögern, warm und unverschämt, seine Töne umhüllten meine, als hätte er die ganze Zeit auf mich gewartet. Wir unterhielten uns in untypischer Harmonie: »Hörst du mich?«, fragte ich mit schwebenden Akkorden. »Ich höre dich«, antwortete er mit Noten, die meine Akkorde auflösten. Wir konkurrierten nicht, sondern lehnten uns aneinander an – der Klang meines Kontrabasses traf auf seine Posaune, mein Schatten umarmte seinen warmen Klang.
Es gab viele Momente während unserer Probe, in denen ich nicht wusste, wo der Klang meines Kontrabasses endete und der der Posaune begann. Gemeinsam schufen wir etwas, das größer war als wir selbst: einen vollen Klang, gemalt nicht in Worten, sondern in Tönen.
Übers gemeinsame Spiel – Wahrnehmungen von Antonino Tertuliano

Als Bonus, zur Musik, hat es besten Fisch gegeben (die Steaks waren auch nicht ohne), dazu die allerbesten Ananas – man genießt sie scheibenweise, zart mit Zimt bestreut; Ceylon-Zimt, damit wir sich verstehn. (In Brasilien, hat mir der liebe Antonino gesteckt, heißen sie abacaxi, die Ananas.)

Erfahren

Entscheidung über Porsche-Tunnel in Sicht
orfon

Die Frage ist: Tunnel am Ende des Lichts oder Licht am Ende des Tunnels. Eschatologisch genommen, eine Frage des Glaubens.

Einer hat einmal gesagt: Lachen werd’ ich, wenn alles ganz anders ist. Wir werden es nie erfahren.

Pro Gramm

Mann will Amazon zu Fall bringen, indem er Ambosse bestellt und zurückschickt
derstandard.at

Dem (d. Amazonen, Anm.) hat er’s aber sowas von gegeben! Leidtragende aber sind, wie immer, die Zusteller. Kein Gendern notwendig.

Ambosse wären doch eine nachgerade ideale Raketennutzlast. Kommt dann echt teuer.

Donnerstag, 20. November 2025

Radio Österreich 1
Sound Art: Kunst zum Hören
»Vom Eigensinn der Schriftzeichen«
Musik von Bertl Mütter – »Alphabetische Girlanden«

Foto: Lucas Cejpek

Zu seinem 40-Jahr-Jubiläum hat der Sonderzahl Verlag unterschiedlichste Autorinnen und Autoren eingeladen, über einen Buchstaben, eine Zahl oder ein anderes Schriftzeichen zu schreiben.
Lucas Cejpek hat aus den Kurztexten eine Partitur für 3 Stimmen erstellt und beim Jubiläumsfest am 11. 11. 2024 im Semper Depot zur Aufführung gebracht. Bertl Mütter hat 7 Monate später im Studio 2 des Funkhauses »Alphabetische Girlanden«, wie er seine Komposition nennt, über den Mitschnitt gelegt.
Ankündigungsprosa, Radio Österreich 1

Idee, Konzept, Regie: Lucas Cejpek
Mit: Pilar Borower, Sebastian Egger und Katharina Rose
Musik: Bertl Mütter, Posaune
Technik: Lukas Linschinger

Lucas Cejpek und mich verbindet – auch durch seine Lebenspartnerin Margret Kreidl – eine langjährige, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte künstlerische Freundschaft. Nun hatte er sich im blühenden Mai recht kurzfristig an mich gewandt, wir haben einen Studiotermin vereinbart (der 10. Juni war’s) und ich habe gespielt: eine klassische, dichte Radiosession, getragen von großartiger Unterstützung durch den Tonmeister Lukas Linschinger und Susanna Niedermayr, die Producerin der dem legendären Kunstradio nachfolgenden Sendereihe, wo ich denn nun also auch, finalmente, angekommen bin. Das Ergebnis ist ein zauberhaft heterogenes Konglomerat, und, sowas, kurzweilig ist es auch.

Alstern: Einschalten!

PÄNG!

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Schulanfängerrückgang. Schönes Wort in deutschen Ketten. Oder doch nur zu drei Viertel deutsch? Wir können aber auch noch ein fünftes Viertel anhängen, wodurch das Wort ins Femininum kippt: Schulanfängerrückganggang.

Heutzutage lässt die Disziplin bereits bei den ganz Jungen völlig zu wünschen übrig. Für so eine Volksschullehrerin kann das, mit zusätzlich helikopternden Eltern im Rücken, ganz schön unangenehm werden, sodass man händeringend versucht, ausreichend ausreichend junge und belastbare Menschen für diesen, ja, schon, schönen Beruf zu gewinnen.

Es werden immer weniger.

Fallen

Schützen könnten als Männerbastion fallen
orfon

Schützet die Schützen! Da dräut dringliches Erregungspotenzial. Und: Männerbastion, welch wuchtig’ Wort, es regt sofort zum flüchtigen Verlesen an: Welcher mit rhythmischem Begreifen assoziierte Begriff da wohl beim luziden Verlesen unwillkürlich angeregt werden mag? Und was, nach gezielter Erregungsentladung, nicht alles in sich zusammenfällt, zusammenfallen muss, weil’s die Natur gebietet, und sogleich macht sich wohlige Ermattung breiig breit. Mann, achte auf allfällig anwesende Judithen!

Schützen könnten fallen.

(Schubert – mit Blick aufs Datum – Schubert war nie und ist alles andere als eine Männerbastion, und er eignet sich auch wirklich nicht dafür.)

Aufklarung

Pianist Craig Taborn ist ein komplexer Grübler

Ljubiša Tošić, derstandard.at

Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Hypokomplexe Warnung, proverbial

»Erteilen Sie Aufklarung, Sire!«, möchte man da sogleich rufen. Nämlich: Was denn das sei, ein komplexer Grübler? Wo befindet sich die komplexe oder nichtganzsokomplexe Grube des Pianisten Craig Taborn, in welcher er sich einge- oder vergraben hat? Wie einfach ist ihm das Grubeln (Grübeln? – klingt schweizerisch) gefallen?

Es sind stets deren allzuviele komplexe Fragestellungen. Einfacher wird’s nimmer, trotz all dem Jäzz.

Zerbröselt

Als besonderes Highlight wird »die Enthüllung einer Sandskulptur zu Ehren der Steiermark auf der Piazza Brescia« angekündigt. Sie symbolisiere die langjährige Freundschaft zwischen Jesolo und der Steiermark.
derstandard.at

Das hält. Campinglandtag der Festung Österreich, Statthalterei sandiges Herz. Ach, Heimatpartei.

Als Kind war ich mit Càorle langjährig eng befreundet, später, wie Elvis und die Callas gestorben sind, mit Lignano. Jesolo, hat es immer geheißen, können wir uns nicht leisten.

Wir können uns Jesolo nicht leisten.

Verlebensfall

Wichtige Probleme behandelt und behoben, um Ihr Gesamterlebnis zu verbessern
Programmerneuerungserläuterung, App-Store

Gesamterlebnis, soso. Wir sind doch, allesamt, zu einem beständig verbesserten Gesamterlebnis nachgerade verdammt. Ein regelrechter Gesamterlebniszwang ist das, und Alles wird immer noch besser und gesamter in unseren Erlebnisleben, Gesamterlebnisleben, Hyper-, Transhypergesamterlebnisleben.

Könnten die auch, einmal nur, und sei’s ein nochsokleines, unbedeutendes Programm mit wenig Gesamterlebnis, ein Downdate herausbringen, eh grad nur für unwichtige Probleme? Die Welt, die alles ist, was fällt, bedürfte seinesgleichen so verdursttropfendringlich!

Sowas bringen sie heute nicht mehr zusammen, steht zu befürchten.

Glückes genug

MEN 48h
Absolute Invisible
Produktaufschriftverheißung

Im siebenundachtzigsten von neunzig von H.C. Artmann 1967 in seiner Grünverschlossenen Botschaft übermittelten Träume, im Zuge dessen einem unter anderem »neun engel ohne pflanzenschutzmittel aus dem aufgeschlitzten leib kriechen« wird seinem Träumer eine Frohmachendes verheißende Zahl (die 87 ist’s) offenbart, zu des Träumers Glück lautet seine Conclusio exacte so: »Dieser gräuliche traum ist indessen vollkommen harmlos und bedeutet für den kommenden morgen eine lustige nachricht oder eine kleinere geldsendung oder einen unsichtbaren spaziergang durch ein damensonnenbad.«

Heimlich missbräuchlich frivol eingesetzte kurzfristige Invisibilität, derlei kleine Glücke wurden seinerzeit also als erträumenswert erachtet.

H.C. Artmann, das ist bekannt, war jedoch stets ein Sör von edelstem Schrot.

Um Himmels Willen

Vögel singen wegen künstlichem Licht länger
orfon

Mit Ovo kannst’s net bässr. Åbr längr.
Werbewahrspruch, Schweiz

Aber nur künstlich: Es handelt sich hier (da wie dort) jedoch um keine Aussage in künstlerischen Dingen.

Vögel sind keine Künstler. Das Kunstwerk bedarf des Kunstwillens. Dieser – das auch noch! – ist zwar ein notwendiges, aber keinesfalls hinreichendes Konstitutivum auf dass ein Kunstwerk erstehe.

Manches wäre hinreichend, es ist aber nicht notwendig. Was, zum Beispiel, fragen Sie? Nun, lauschen wir doch den Vögeln am frühen Morgen.

Kommt wieder, Frühling; es geht ja schon im Vorfrühling los, völlig ungekünstelt zumal.

Tratzig

Hol’ dir -10% auf Matratzen!
Weltschwedische Werbeeinschaltung

Eine Minusholung auf etwas drauf, das lockt die Prinzessin in mir aber nicht zum Matratzenkauf.

Erbsenpüree!

Mittwoch, 12. November 2025

Wien, Jesuitenkeller
muet:ter:tuliano: »3.595,14 km ONO«

Bertl Mütter, Posaune & Antonino Tertuliano, Kontrabass
Kick-off-Konzert: »Amidst / Entre«

Den Flyer hat in bewährter Weise Michael Atteneder gestaltet. DANKE!

Vom Jesuitenkeller in der Wiener Innenstadt zum Flughafen Wien-Schwechat sind es 18,8 km. Die Flugentfernung zwischen dem Flughafen Wien (VIE) und jenem von Ponta Delgada (PDL) beträgt ungefähr 3.572,24 km. Vom Aeroporto João Paulo II in Ponta Delgada zu unserem ersten Auftrittsort, dem hochlöblichen Palácio de Sant’Ana, das ist die Residência Oficial do Presidente do Governo Regional dos Açores, sind es 4,1 km. Macht zusammen 3.595,14 km, die wir uns ungefähr ostnordöstlich von unserem zwei Tage nach diesem Kick-off-Konzert anzusteuernden Ziel befinden. Dann aber sind wir wirklich »Amidst / Entre«.

(Das letzte Konzert, was für eine Koinzidenz/Coincidência, haben wir in der Igreja do Colégio zu Ponta Delgada zelebriert, und Colégio besagt allerdings, dass es sich um jenes dos Jesuítas de Ponta Delgada handelt. So hat alles seine stimmige Klammer; wie ja überhaupt das Meiste a posteriori plausibilisiert zu werden pflegt.)

Die genauen Konstitutiva unserer zentralatlantischen Unternehmung finden Sie im dem Zeitraum 15. bis 22. November 2025 gewidmeten Beitrag.


Eintritt frei! Im Anschluss kostenloser Ausschank besten Wimmer-Czernys (quasi AGAPE).


Genauso war’s. Und etliche liebe, teilweise lange nicht getroffene sog. Alten Freunde waren auch da. Großer, positiver Zuspruch.

[Best Kickoff ever.]

Weiland

Wikipedia teilt mir mit, dass kürzlich ein deutscher Kunstradfahrer im Alter von 85 Jahren (im sechsundachtzigsten) gestorben ist. Das wirft wieder einmal die Frage auf, wie lange in seinem Leben man etwas ist, wenn man es gewesen ist. Vermutlich war das Deutsche Kunstradfahren die Tätigkeit, die uns als Essenz des Lebens vom derart in die Ewigkeit eingefahrenen bleiben wird oder gemäß der die Kurznachrufnotiz verfassenden Redaktion soll.

Ob sie bei mir weiland dereinst Ministrant schreiben werden?

(Vor zehn Jahren, im August 2015, ist, so ergab eine kurzfristig angesetzte Recherche, in St. Pölten der evangelische Superintendent Paul Weiland, wie es heißt: plötzlich verstorben. In diesem Fall ergab sich die Tätigkeitszuordnung ganz wie von selbst.)

Fledern

Fledermäuse umarmen einander
orfon

Umflügeln!

Überflügeln. Umarmen. Überarmen.

Was jetzt, was nimmt jetzt überhand?

Kämmerlich immerdar

Unsere Hand war immer da, zum Verhandeln
Ärztekammerspitzenfunktionärsaussage

Chirurgen sind, wortwörtlich, Handwerker. Neurologen Nervengelehrte. Und so weiter.

Es wird soviel verhaut allüberall heutzutage, und heutzutage, wir wissen’s, das ist und war seit eh und je.

Verhandeln, merkwürdiges Wort.

Sonntag, 9. November 2025

St. Veit an der Glan, Rathaus
St. Veiter Neue Literatur Tage

Liebesgedichte von Friederike Mayröcker und Ernst Jandl
Lese-Performance mit Frieda Paris und Benedikt Steiner
Improvisationen und Kompositionen von Bertl Mütter
Ankündigungskurzprosa

Zu diesem kleinfeinen Literaturfest eingeladen worden zu sein, empfinde ich als eine große Ehre. So durfte ich inspirierende Beiträge und feine Begegnungen erleben, namentlich mit Drago Jančar, Brigitte Schwens-Harrand und – irgendwann hat es sich ja ergeben müssen – endlich auch mit Monika Helfer, und die beiden Damen erwiesen uns tatsächlich die kollegiale Solidarität, zu unserer Matinee zu kommen. Dieselbe ist denn auch recht gut gelungen – und angekommen.

Ein großes DANKE Ulrich Hagg und seinem Team!

Mit

Signa-Pleite: Benko unterstellte Gusenbauer Mitwissen
orfon

Bitte das ist unvorstellbar. Wo er doch selber beteuert hat, von nichts etwas gewusst zu haben, ja nicht einmal mitgewusst hat er irgendwas und was denn auch, na eben, kein Punkt,

Grillen

»Sogar im Bett«: Stromboli kämpft mit Ziegenplage
orfon

Friede den Hütten!
Heinrich Heine

Bett – Ziege – Kampf: Was für eine Steilvorlage für einen moralspektakulären Schittstorm, dazu noch als Malusbonus das Tierschutzempörungspotential kat exochen, bei Positionsbeziehung pro Ziegenentnahme, Tiertöter!

Irgendwann fällt auch in Stromboli der Strom aus. Die Ursache kann nur eine Embolie sein: Stromemboli, ström! Dann, in der Finsternis, geht es allen zickigen Viechern an den Kragen, und der gute Vulkan kann wieder wohlig grillgrummeln.

So blöd bin ich nämlich nicht, dass ich mich mit solcherlei Verfänglichkeiten aufs Glatteis begebe, das Internet vergisst ja nichts.

Zur unmissverständlichen Klarstellung: Ich bin entschieden für das Gute; nicht immer, aber immer öfter.

Unter sich

Für Sex beim ersten Date sind Männer viel aufgeschlossener als Frauen
derstandard.at

Dann solln sie sich doch untereinander treffen.

Gespannt blicken wir auf’s letzte Date, nach dem jüngsten Gericht. Wer wird da noch auf an kurzn Kafä mit heraufkommen wollen?

Donnerstag, 6. November 2025

Wien, IG Architektur
Poesiegalerie 2025 – Die jährliche Veranstaltung im November
trombohuwabone.
Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter

Wien, Stephansdom, Pummerin, 15.11.2022 © Klaus Fritsch

Voller Ernst voraus!


Feiner Rahmen, most devoted audience, und das zu derart später Stunde.

Nach einer kurzen Umbaupause (…) beschließt Bertl Mütter den Abend. Sein »trombohuwabone« ist eine »ernste Jandliade«. Udo Kawasser attestiert dem Künstler in der Einführung »Musikalität, Intelligenz und Spielfreude«, und verspricht damit nicht zu viel. In Trenchcoat und Hut tritt Mütter auf, packt übertrieben unbeholfen sein Instrument aus und richtet sich umständlich ein. Die Posaune wird anfangs weniger gespielt als malträtiert, und in des Künstlers Selbstkommentierung gleiten wir nahtlos in die Rezitation von Jandls Gedichten. »Kennen Sie mich, Herren?«, fragt er mehrmals, oder doch »Können Sie mich hören?«
Mütter führt Jandls Texte ihrem ureigenen Verwendungszweck zu – mit Inbrunst vorgetragen zu werden. Der Mantel wird ausgezogen, unter dem weitere Mantelschichten lauern, die ebenfalls abgelegt werden. »Ich haben ein Hut an / Gut Hut«. Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!

Lukas Meschik, Rezipient vom Tag

Danke. Und sNächstemal überzieh ich nicht. Überjandln aber werd ich weiterhin.

Effektvoll

Unbekannte läuteten mitten in der Nacht Kirchenglocken
orfon

Ein Zombie hing am Glockenseil
Abstruser Horrorfilm, Italien 1980

Schreckensstarr blicken wir gen Asten, Oberösterreich.

Entgegen spontanen Erinnerungswähnungen ist es jedoch tatsächlich nicht so, dass sich in einer sinistren Nebenrolle (am Zugseil) der eigentlich genremäßig zu erwartende Blondberserker Klaus Kinski effektvoll inszeniert hätte.

(Was wäre die sinistre Nebenrolle in einem Film einer solchen Kategorie?)

Aus Fleisch und Blut

Schweizer Schokohersteller Lindt & Sprüngli könnte künftig Osterhasen in den USA produzieren
derstandard.at

Wilde Westerhasen im Alufell. Unterzujubeln: Killerkaninchen. Kanichen und Hasen jedoch sind – wussten Sie’s? – gar nicht miteinander verwandt. Wie sich das im Schokoladenfall verhält, ist bzw. wäre gesondert zu untersuchen.

Ausgekocht

Urkundenfund heizt deutschen Bratwurststreit an
orfon

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Ach du Schöne Deutsche Sprache! Was täten wir nur ohne deine wunderbaren Substantivkettenwörter: Bratwurststreit, welch wurstwunderbarer Wortausfund!

Wo wohl werden nun die Würste ihren Urkundenstreit ausfechten, auf welchem Rost? Oder gar, südostwärts, auf gewissermaßen neutralem Boden, im Kessel? Der Schiedsrichter wäre dann naturdarmgemäß die klassische Haaße. Auch der Begriff Opferwurst bekommt derart neue Nuancen, Opferwurstbegriffserweiterungsnuancen.

Es isst genug.

Las Vegas!

Trump und Putin planen nach Gipfeltreffen in Alaska gemeinsamen Auftritt
derstandard.at

Nach dem Auftritt ist vor dem Gipfeltreffen. Nach dem Gipfeltreffen ist vor dem Auftritt.

Rat Pack? Aber nein, Rat Pack, das war doch ein Epitheton ornans.

Fettgedruckt

Dürre: Menschen in England sollen alte E-Mails löschen
orfon

Da haben wir’s: Der Doppelpunkt ist das inklusive Satzzeichen kat exochen!

Possessiv

Unter den Jagdfreunden des die ihm niemals (nicht im mindesten) selbst gehört habenden Waffen mit seinen Insignien versehen haben lassenden René Benko habe sich auch ein deutscher Billigwurstfabrikant mit Stiftung in Liechtenstein befunden, heißt es.

Wolln wir uns das Wort, nicht seine Produkte, genüsslich auf der Zunge zergehen lassen: Billigwurstfabrikant. Noch einmal, es ist so schön: Billigwurstfabrikant. Und Premium Food Group, so heißt die Fabrik des Billigwurstfabrikanten.

Ist ein Produkt ganz sicher nicht Premium, de luxe, Spitzenqualität (…), muss man es entsprechend etikettieren (labeln, sagt man heute), gewissermaßen mit exclusiven Insignien imprägnieren. Bei wertvollen Jagdwaffen (von Silberbüchse und Henrystutzen aufwärts) ist es etwas anders gelagert, und ihr (zugeschriebener) Wert wächst auch mit ihnen, in Echt.

Die liechtensteinsche Botschaft in Wien befindet sich gerade einmal einen Kilometer Luftlinie vom Landl, wenn überhaupt.


Stephansdom, 25. September 2025 | © Stephan Schönlaub

November, dem Herbst sein Mai und dem Morgenstern sein »Robbenbär«: Nebelklischees umwölken das Gemüt. Wer in dieser Luftfeuchtigkeitsdichte ist so herzensbegabt und verfügt über den Durchblick auf die Notwendigkeit der Anwendung der indertat real existierenden Möglichkeit einer SPENDE für das eben von Ihnen von Ihrem Bildschirm abgelesene, tatsächlich tagtäglich und ohne jeden Auftrag, jedoch unter Aufbringung beträchtlichster Kreativität und Disziplin erscheinende Periodikum »MütterLog« in Betracht zu ziehen? Ich glaube: Insbesondere Sie. Und Du doch auch! ACH! Immer noch im Impressum findet sich meine Kontonummer. DANKE!

Wangenscheng

Erste Hauptrolle: Naschenweng spielt Schlagersängerin
orfon

Was für eine Meldung! Als würde Frau Kardashian (welche?) eine Influenzerin spielen. Weiters: Wie sehr wir uns auch bemühen mögen, es fällt und fällt uns kein tauglicher Schüttelreim ein. Was sind wir doch Taubtrolle, gewaschene, allesamt, Taubtrolle ersten Ranges!

Lachkampf

Warum KI so humorlos ist
orfon

Dies zu untersuchen gilt es jetzt aber wirklich, eine besonders gewitzte Frage einzugeben.

Was werden wir gelacht haben. Gekichert, nachgerade.

Wer sich selber kitzelt, hat nichts zu lachen. Ob das nicht die eigentliche Bedeutung wäre, was gemeint sein könnte mit: Lachkrampf?

Gundagunst

… mischen dazwischen auch Wolken mit …
Gunda Schuller, Radio Österreich 1

Nicht wegzuwischen!, ist das nicht die nobilitierendste Grundeigenschaft des Radios?! Da mag es dazwischen noch so blitzen und dunnern.

Pensum

2x größerer Penis nach nur 3 Minuten! Mit 38% Rabatt bestellen!
Werbewahrspruchversprechen (per Email)

Bevor wir Zusagen vorbehaltlos Glauben schenken können, müssen wir das Angebot gründlich studieren und jedenfalls durchrechnen. Um zu einem wirklich zutreffenden Ergebnis kommen zu können, bedarf es zunächst einmal der korrekten Angabe (Errichtung) der Gleichung. Alles andere folgt aus ihr heraus: Wer sie fehlerhaft aufgestellt hat, ist auf verlorenem Posten.

Mit wievielen Unbekannten haben wir es zu tun?

Abgetreten

Österreichs Fußball trauert um Ex-ÖFB-Präsidenten Windtner
orfon

Fußbällen, wenn man’s bedenkt, muss der Schädel permanent sowas von dröhnen. Da hast du keine Mitgefühlskapazität für irgendetwas anderes, Freude, Trauer, egal. Wenn nur das Schädelweh endlich aufhörte.

Waren

Künstliche Wimpern sind Vergangenheit
Werbeanschrift (per Email)

Des weiteren dürfen wir exklusiv erfahren: »Wimpern +9 mm länger in wenigen Tagen. Frauen sind verrückt nach diesem Serum!«, und sind eingeladen, es (das Serum) unverbindlich zu testen.

Wir fragen uns, wie zielgerichtet das Serum zu wirken in der Lage ist und wittern einen ganz großen Skandal, den zu illustrieren uns das Fehlen Manfred Deixens wieder einmal aufs brennendste vor Augen führt. Erinnern wir uns: Anlässlich des letztlich so segensreichen österreichischen Weinskandals (1985) ahnte er, in prophetischer Schauung, voraus, welche Skandale da noch dräuten. Darunter befanden sich unter anderem Der Wiener Mehlspeisskandal (»Kerosin in der Sachertorte«) sowie Der Niederösterreichische Milchskandal (»Haarwuchsmittel in der Milch«), alles aufs trefflichste illustriert, nicht im mindesten übertreibend.

Dies sich zu imaginieren stelle ich Ihnen somit anheim.

Und jetzt bestellen wir alle.

Im Dienste der Wissenschaft

Deutscher Ahnenforscher auf Friedhof im Bezirk Korneuburg von Grabstein eingeklemmt
Agenturmeldung

Der wahre Forscher begibt sich ins Feld, kommt darin herum oder um.

Abbildend

Sammelklage gegen FIFA geplant
orfon

Tausche Hickersberger gegen Jara
Annonce, Schülerzeitung (Juni 1978)

Zumeist hat so eine Klage mit Unregelmäßigkeiten zu tun. Nicht weit danebenliegen dürfte, wer auf eine krumme Sache mit Panini-Bildern tippt. Oder, gravierender, Alben.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Matthias Politycki: »Meisenfrei. 99 Gedichte« (Hoffmann und Campe)
Manfred Müller, Moderation

Matthias Politycki lädt mit seinen neuen Gedichten in seine Hamburger Stammkneipe »Meisenfrei« und zu einer Grand Tour, bei der die Kellnerin, der Postbote und die Poesie des Sake, das Alltagsparlando am Tresen und der hohe Ton zu einem unverwechselbaren Sound zusammenfinden. Da steht eine Verkostungsnotiz neben einem formstrengen Sonett, ein klassisches Kalendergedicht neben einem Psalmlied und einem Objet trouvé aus einer rauschenden Nacht. Die Liebe, der Tod und die vermeintlichen Banalitäten des Alltags, die großen Umbrüche der Gegenwart und die mächtigen Aufreger am Tresen, hier sind sie frank und meisenfrei in Form gebracht.
Verlagsprosa

Weil ich den Matthias am 19. Juni 2025 (Fronleichnam, aber das war nicht der Anlass – ein Doppelsiebziger gemeinsamer Freunde war’s, also nicht einmal anteilig der seinige, den er ja heuer auch begangen hat) in den Wiener Weinbergen (auch downhill) kennengelernt habe und er, nebst anderem, eine ausgepicht kuule Socke ist, habe ich ihm angeboten, dass ich, als kleine freundschaftliche Geste, ein paar Posaunenklänge zu seiner Lesung dazuspiele, was ihn doch einigermaßen gefreut haben dürfte, mithin (außer Programm):

Bertl Mütter, Posaunistische Aperçus

Überhaupt, man kann doch wirklich überhaupt nie wissen, ob etwas einmal zu etwas gut gewesen sein wird, aber darum geht’s bitte nicht, überhaupt nicht.


Genauso wars. Super Sache, kuule Socke.