Bertl

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Entflogen

Keine neue Spur von gestohlenem Hubschrauber
orfon

Hurtig durch die Luft davon
Fliegt der Zauberluftballon
Franz Karl Ginzkey

Es war sogleich klar, dass die Auffindung des Helikopters eine heikle Angelegenheit werden dürfte: Ist es doch eines Hubschraubers wesenseigenste Art, die Luft um ihn gehörig derart zu verwirbeln, dass einem nur so schwindlig werden könnte, da hilft auch nicht der noch so stabilisierendste Heckrotor.

Chemtrails, das wär’s jetzt!

________________
[WSW] =
RIECH

Hochseebibel

Sommerleselisten. Es stand geschrieben: »hochsensibel«, ich aber las »Hosenbibel«.

Hm, was das wäre, eine Hosenbibel? Oder die für die Überschrift erdachte Hochseebibel?

Sicher was hochsensibles.

¿Hochseehosenbibel?

Noahs Archenkreuzfahrt fand über Land statt, ararathoch über Land. Aber Hochsee, das ist bitteschön schon ganz andrer Tobak, sicher nichts für magensensible Landratten wie uns.

(Die Bibel ist ja erst anschließend geschrieben worden, am Festland, noch dazu in einer Depressionslandschaft, weit unter dem Meeresspiegel.)

Montag, 26. Oktober 2026, 17:00 Uhr

Steyr, ORKA
trombohuwabone. Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter
Patriotische Sonderausgabe zum Nationalfeiertag

vaterland sein kunst
deutsch sprach und österreich vaterland sein kunst —
— österreich sein ein kunstland
vaterkunstland —
— kunstvaterland… 

ernst jandl, die humanisten

Ernst ist es und trombonisch und tohuwabohisch; ist das doch (Gen 1,2) der Urzustand von Allem auf der Erde, meist übersetzt mit wüst und wirr (Luther sagt leer statt wirr). Und ganz ernst sieht Gott zu.

kennen Sie mich herren? –  Irgendeiner (oder -zwei) hört immer ganz ernst zu.

Mütter führt Jandls Texte ihrem ureigenen Verwendungszweck zu – mit Inbrunst vorgetragen zu werden. (…) Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!
Lukas Meschik

Dreh’n Sie sich nicht um! Irgendeiner sieht immer ganz ernst zu.

Es ist nämlich bitte so: Heuer zu Pfingsten durfte ich bei den Literaturtagen im Dunklhof erstmals auch in Steyr jandln. Das hat eine derart begeisterte Zustimmung erfahren, dass sich manche meinem Gejandl noch einmal aussetzen wollen, haben sie verlautet; andere wiederum, die nicht dabei waren, wünschen sich eine zweite Chance. Solln sie haben, und dieses Mal, zur Freude aller Patrioten, mit einem ebensolchen Schwerpunkt. Welcher Tag aber böte sich dafür besser an alswie der Tag der Fahne?

auch hitler war österreicher
nicht nur christus
ernst jandl

https://muetter.at/wp-content/uploads/diashow161.jpg


Eintritt freiwillig. Spenden werden großzügig angenommen.

Essich

Bundespräsident drängt auf Wehrdien-

steinigung
Schlagz-
eile

Jehova! Jehova!
Das Leben des Brian

Bei so mancher (eh nicht bei jeder) Information lohnt es, sich zum Lesen Zeit zunehmen.

Zeit für ein gutes Buch sei immer.

Endo

Weltneuheit: Unsichtbares Hörimplantat aus Österreich
orfon

Das beste sitzt unter der Haut
Loriot

Gehört haben wir schon davon, aber bislang hat es keiner noch gesehen.

Gehört sich so, ab nun: So soll es bleiben.

(Wir werden sehen.)

Zentrifugoderpetal

Lkw in Tirol in Kreisverkehr umgekippt
orfon

Bezeichne Schenkel und Hypotenuse und konstruiere unter alleiniger Zuhilfenahme des Zirkels den Schwerpunkt!
Geometriebeispielsauftrag

Eingekreist (Inkreis) oder (Umkreis) umgekreist? Oder eingekippt?

Jedenfalls krumm gereist.

Wie aber kriegen wir das Krumme wieder gerade, also ohne eschatologische Hilfsinstanz?

Alle bedürfen wir tauglicher Lösungshefte. Reeller; wer aber will, kann gerne in der Bibel nachschlagen, Jesaja oder so, Deuterojesaja vielleicht. Naja, war einmal.

Unterschätzt

Gunklziffer
legasthenische Kategorie

Oder sollte es nicht besser heißen überschätzt?

Alle, die es schon früher gewusst haben, nicken seither allzu befriedigt.

Fondseserln.

Conditio humana

Ernüchterung nach Euphorie im DFB-Team
orfon

Alle Lust will Ewigkeit
Zarathustra

Das muss man wohl so hinnehmen: Der Mensch ist nun einmal kein priapistisches Duracellhaserl.

Freitag, 6. November 2026, 14:00 Uhr

Wien, Karmeliterkirche
Wien Modern 2026
Sanftig. Erkundungen zum Sanften Gesetz

Das Bild hat der liebe Franz Kerschbaum am 21. Juni 2026 in seiner Sternwarte gemacht.

Bertl Mütter: Agitator (Posaune, Komposition, Spielertrainer)
Matthäus Schmidlechner: Rufer (Metalltenor)
Antonino Tertuliano: Entspanner (Kontrabass)
Tina Žerdin: Areal (Harfen)

Mit seiner Vorrede zu Bunte Steine (1852) lädt uns Adalbert Stifter ein, in all den noch so großen Vorgängen der Welt (des Kosmos) ein dahinter waltendes Sanftes Gesetz zu erkennen und sich demgemäß zu verhalten. SANFTIG soll eine musikalisch-performative Meditation über die Stifterschen Gedankengänge sein, Appell, das Große im Kleinen zu achten und von dort aus die Gewichter der Welt zu justieren: Plädoyer für die Bewahrung der Schöpfung. Das Publikum erwartet indes keine christliche oder sonstwie esoterische Schwelgerei in Wohlklang oder Wohlgefallen. Es gilt auch, die Ebenmäßigkeit seiner Sprache der inneren Unbehaustheit Adalbert Stifters (bis zur in maßloser Völlerei erworbenen Leberzirrhose samt finalem Rasierunglück) konfrontierend gegenüberzustellen.

Wie es gehen könnte, ob Hoffnung (Hoffnung? Kann es das noch geben, in illo tempore?) möglich ist, und worauf sie hinauslaufen könnte: Das zu untersuchen will SANFTIG anregen.

Der unseren am Modernen geschulten Sinnen so befremdlich überillustriert erscheinende Sakralraum der Karmelitenkirche wird mit mehreren Stationen eine nachgerade ideale Kulisse abgeben; Kulisse? – Was für ein abschätzig anhebender Begriff für einen Lebensraum einer wertzuschätzenden Gemeinschaft, die ihr Leben in einen besonderen Dienst gestellt hat! (Indes, derweil fällt mir kein tauglicher geeignetes Wort ein; vielleicht können wir ihn als materialisierten Ort des Dazwischen betrachten, zwischen dem Sechsten und Siebten Tag der Schöpfung: auf Erden noch, aber bereits vorhineingenommen ins Paradies, was immer das sein mag. Mehr als ein Schönes Bild allemal.

Zumindest sanft zumachen, die Tür. (Sanftig wäre besserer.)


Das SANFTE GESETZ verwende ich (nebst anderem, etwa auch von Gert Jonke – Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist – oder Ernst Jandl) gewissermaßen als Folie, nicht explizit. (…) Will heißen: Durch das Schreiben dieses Teasertexts (s.o.) (…) zwinge ich mich selbst auf die Spur, das inspiriert mich am besten und zielgerichtetsten.
Ad notam SANFTIG – aus dem Email-Dialog mit Wien Modern (leicht gekürzt)


Weitere Termine
Samstag, 7. November 2026, 15:00 Uhr
Sonntag, 8. November 2026, 14:00 Uhr
Eintritt frei!

Möbisch

Ich schreite kaum,
Doch wähn’ ich mich schon weit —
— Du siehst, mein Sohn,
Zum Raum wird hier die Zeit
Richard Wagner, Parsifal

Der 7. Oktober wäre ein idealer Tag um sich zu treffen, schrieb er ihm, und postwendend kam die Antwort, das träfe sich gut, denn generell gehe es donnerstags und freitags meistens sehr gut.

In welche Schleife er da nun wieder gelangt war. Unwillkürlich kam ihm der Cartoon von den sich genau mit einer (der mittleren) Schiene treffenden Geleise in den Sinn, und wie sich die beiden Ingenieure am Hinterkopf kratzen: Wohl hatte man auf einander zu gearbeitet, sich aber bei zwei von dreien und also insgesamt verpasst.

Heuer fällt der 7. Oktober auf einen Mittwoch.

[In diesem Jahr fiel der 7. Oktober auf einen Mittwoch. (Version für Nach-Leser.)]

Stehen, gehen, liegen

Die genaueste Uhr der Welt steht im Moment
derstandard.at

Eine Uhr, die steht, geht exakt zweimal im Tageslauf genau, auf den so klein wie er ist gar nicht vorstellbaren Bruchteil einer Femtosekunde; man muss nur den rechten Augenblick erhaschen, halt auf diesen unvorstellbaren Bruchteil einer Femtosekunde genau.

in Singapur
derstandard.at

Singapur liegt ziemlich genau am Äquator. Man muss sich das einmal vorstellen. Kann man gar nicht.

Freitag, 13. November 2026, 19:30 Uhr

Wien, Franziskanerkirche
Festival Quintessenz
»Improvisation à trois«
Johannes Ebenbauer, Orgel
Jeremy Joseph,
Orgel
Bertl Mütter, Posaune

Quintessenz setzt im letzten Konzert am 13. November mit »Improvisation à trois« wiederum ganz auf Improvisation. Die Interpreten: Bertl Mütter ist als Soloposaunist bewährter Gast bei Quintessenz, Jeremy Joseph und Hausherr und Initiator des Festivals, Johannes Ebenbauer, spielen an beiden Orgeln. Bertl Mütter, ist unkonventioneller Allrounder als Solist, Kammermusiker, Komponist, Autor und Lehrender. Jeremy Joseph, international hochgeschätzter Organist und Cembalist, leitet eine Orgelklasse an der Wiener Musikuni, mdw. Und Johannes Ebenbauer, Professor und Institutsleiter an der mdw, ist ebenfalls als Interpret international unterwegs und als Kustos Hüter der unschätzbaren historischen Wöckherl Orgel. Fliegender Wechsel an den Orgeln, eingefügte Posaunensoli, die unterschiedlichen Stimmungssysteme der beiden Orgeln sowie die Spielfreude der Musiker lassen einen spannenden Abend erwarten. Prognosen für diesen Schlussabend? Spannende mikrotonale Sounds und sicher weitere Überraschungen.
Ankündigungsprosa

Wir dürfen von einer schönen Tradition sprechen: Bereits zum fünften Mal seit 2021 treffen wir uns zum Improvisieren in der vielgepriesenen Akustik der Franziskanerkirche. Es ist indertat ein Riesenvergnügen, halb versteckt im den Raum teilenden Altarprospekt meine Posaunentöne zum Zusammenklang mit den beiden, (zueinander!) wohlverstimmten Orgeln einzubringen. Der Blick ins Kirchenschiff als Altaranimation inmitten der Putti und goldenen Strahlen, hat seinen eigenen Reiz. Und insbesondere in den Pausen, im den nachgerade idealen Hallverläufen Nachlauschen erweist sich der eigentliche Zauber des Klangs der Franziskanerkirche.

Teaserdesaster

Wir freuen uns über jeden Dreck!
Gebäudereinigungsunternehmensslogan, Deutschland

FRAU KRAKOWSKI Mein Bekannter und ich waren im letzten Sommer auf einem Campingplatz bei Saarbrücken. Dort war es sehr sauber.
BLÜHMEL (weiter essend) Auf dem Campingplatz in Bozen liegen die Toiletten separat…
DR. DATTELMANN Waschräume, Herr Blühmel, Waschräume…
BLÜHMEL …die Waschräume …liegen die Waschräume separat…
FRAU SCHUSTER Ich dachte, die Waschräume auf ausländischen Campingplätzen seien weniger gepflegt als in Deutschland.
BLÜHMEL Mit Ihnen trinke ich am liebsten…
Loriot

In unglücklich verlaufenden Fällen soll es vorkommen, dass so mancher schnittige Spruch sich gegen einen wendet. Hat man doch heutzutage garzuschnell Steck am Drecken!

Nachtzügler

Familiennachzug: Ungewissheit setzt den Betroffenen zu
orfon

Warum müssen sie zur Illustration dieser Schlagzeile ein in morgendliches Sepia getauchtes Bild mit einer doppelgleisig geraden Bahnstrecke nehmen, darauf ein (etwas näherer) möglicherweise herannahender und ein (sich möglicherweise bereits weiter entfernt habender) Personenzug? Heute, bei Zügen, sagt ja die Position der Lokomotive über die Fahrtrichtung nichts mehr aus, und Rauch gibt es schon längst keinen mehr. Einzig die rote Schlusssignallampe gibt uns darüber Auskunft. Just diese ist jedoch auf der den Artikel über den Familiennachzug illustrierenden (durchaus stimmungsvollen) Eisenbahnphotographie nicht ersichtlich. Welcher von beiden also ist es nun, der Familiennachzug?

So wird auch der Betrachter im Ungewissen gelassen, und das war wohl die (möglicherweise perfide, da grob stimmungsmacherische) Absicht hinter dieser Gestaltungsidee.

Sonntag, 13. Dezember 2026, 11:00 Uhr

Wien, Porgy & Bess
Wild but Heart
Markus Kupferblum frühstückt mit Bertl Mütter

Und Sie können dabeisein bei dieser, Zitat: »performativen Frühstücksserie«, imzugederen mich der von mir überaus geschätzte Markus Kupferblum vor Publikum anders als üblichartig talkshowmäßig löchern wird. Oder so.

Gaach tröööte ich auch noch was dazu.

Das ist der Markus Kupferblum. Habe ich auf seiner offiziellen seiner Webpräsenz gefunden.

Wir werden sehen und hören – und vergehen, das jedenfalls sicher.

Das Frühstücksereignis gibt’s auch im Livestream, und überhaupt, im Porgy, was für eine Ehre!

Game Changer

Apple Watch hört zu: Neue Funktionen sorgen für Unruhe
orfon

Das elektronische Wundergadget nun auch mit dem feinmechanischen Asset historischen Uhrmacherhandwerksstolzes schlechthin, wer hätte das ahnen können im ungeahnt höchsttechnisierten Jahre 2026 und folgenden (ff).

Unruhe nicht, Beunruhigung ist angebracht.

Montag, 21. Dezember 2026, 17:00 Uhr

Sonnensteher, 1. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

S O N N E N S T A N D  [II-1]
Steyr,
St. Josef-Ennsleite
Marianne Durig (Architektin): Den Raum erkunden
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super UE

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht und gesponsert

Ich glaube, dass ich die elementare Absichtslosigkeit lernen kann.
Peter Waterhouse

hiddenarchitecture.net – via Friedrich Kurrent. Einige Häuser, Kirchen und Dergleichen. Verlag Anton Pustet

Nach dem ersten Sonnenumlauf (Wien: Jesuiten–Steinhof–Sternwarte–Wotruba) beziehen wir eine Bahn weiter draußen: Die Kirche auf der Ennsleite in Steyr ist ein Juwel modernen Sakralbaus, das eine separate Anreise lohnt, und Steyr ja auch ausreichend zauberhaft, selbst (und nicht nur) zur Weihnachtszeit. Marianne Durig wird den Raum mit dem Blick der Architektin erschließen. Dann wird Bertl Mütter mit seinem erzählenden Posaunespiel akustische Welten öffnen. Das gemeinsame Motto sei »Ungeschützte Einfachheit«.

Steyr, St. Josef-Ennsleite. Foto: Burghard Ebenhöh

Eintritt freiwillig.
Spenden für den Musiker werden  g r o ß z ü g i g  angenommen. Und hernach gibt es wärmende Getränke.

Wer mit dem Zug um 16:45 ankommt, wird vom Bahnhof hinaufbegleitet.

Weg damit

Heimatweg
Abzweigungsschild (nahe Velden)

Zweigst du dann ab, (be)findest du dich in einer Sackgasse.

Jetzt, wie? Vor allem aber: Wie weiter!?

(So jedenfalls nicht.)


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Turiner Mütterhut (2026), Kremser Ursulakapelle (älter)

BITTE, es ist bitte kein alter Hut, quod erat demonstrandum (was hiermit bewiesen ist, Anm.). Alstern, ziehen Sie doch meinen Hut supinativ (nach oben hin offen, Anm.) zu sich und geben Sie was hinein, am besten was Supinatives (nach oben hin offenes, Anm.). Genug der Einfachen Sprache, wir wollen Zahlen, Daten – und Fakten sehen, am besten in Form eines massiv ansteigenden Standes des Mütterkontos. Desselben Nummerncode findet sich weiterhin im Impressum – bissl runterskrollen, usque ad suibus coloriis (bis zu den bunten Schweinderln, Anm.). Ich gelobe, ob meines praesumtiven (als wahrscheinlich anzunehmenden, Anm.) kontomäßigen Aufhausens keinerlei wie immer geartete Kontostandesdünkel aufkommen zu lassen. Um den Bogen zur heutigen Eintragsüberschrift zu beschließen: Her damit! … Bitte, ich mein’s eh voll freundlich (amikal, Anm.). GRATIAS (DÄNKE, Anm.).

Unvergessen

Vermisster Schwimmer tot aufgefunden
orfon

Da sie ihn nun aufgefunden hatten, konnte er von den ihm nahen Menschen erst so recht vermisst werden. Immerhin, die Suche konnte man nun sein lassen. Musste man, hilft ja nichts, vergessen wir’s.

Halbwegs

»Stoizismus« | »Bluthochdruck«
Buchstoßnachbarschaft, Buchhandel

Auf jedem der Bücher klebt zusätzlich so ein Supergünstig-Aufkleber. Nehmen wir noch in Anschlag, dass der Verfasser des Buchs zur Linken, Michael Moore, auch für seine klischeeamerikanische Burgervollleibigkeit bekannt ist, so dürfte auch die imaginäre Vektorpfeilrichtung halbwegs eindeutig definiert sein.

Alles hat mit Allem zu tun. Zumindest.

Revanche

Blitzschlag: Kanaldeckel traf Auto
orfon

Wenn man nur bedenkt, wie oft Kanaldeckel von Autos überfahren werden, ist’s durchaus einmal Zeit geworden: Was für eine ausgepichte Komplizenschaft!

Mundhygiene

Tyrannosaurus rex war wohl Warmblüter mit 36 Grad Körpertemperatur
derstandard.at

Wenn die Haifische Menschen wären
(nunmehr überkommene) Vorstellungskategorie (Bert Brecht)

Siehda, wir sind noch viel enger verwandt mit den Kreideviechern als wir uns das bislang träumen hätten können oder wollen. Weiter heißt es noch: »Wer den Zähnen eines Tyrannosaurus zu dessen Lebzeiten nahekam, hatte wenig Grund zur Freude. Im Gegensatz dazu sind sie als Fossilien ein sprichwörtliches gefundenes Fressen für die Paläontologie.«

Paläodontologe sollte man sein.

Ich freue mich jedesmal auf den Zahnarzt; die Mundhygienikerin zuvor quält mich zwar, aber sie ist sehr nett.

Heute, die Saurier, das sind ja Heißblüter. Hassblüter.

Kurzaal

Gattin (vorm Spiegel, rotes Kleid): Findest du, dass ich aussehe wie ein dicker weißer Wal?
Gatte (im Bett, mit Buch, halb aufblickend): Nö.
Verschriftlichung eines Cartoons (»Perscheids Abgründe«)

Ein dünner Wal, was wäre das?, das wäre ja ein Aal. (Gibt’s rote?)

Thermisch (2)

Rätsel um schmelzende Diamanten gelöst
derstandard.at

¿¡Swarovskiii!?

Thermisch (1)

Gefrorenes
Kreuzworträtselfrage, Kronenzeitung

Hagelkorngroße Murmeln
Hagelkorngroße Tischtennisbälle
Hagelkorngroße Tennisbälle
Hagelkorngroße Handbälle
Hagelkorngroße Fußbälle
Hagelkorngroße Basketbälle
Hagelkorngroße Medizinbälle
Hagelkorngroße Pezzibälle
Hagelkorngroße Hatschibratschiluftballons
Hagelkorngroße Erdbälle
Unwettersaisonkategorien (aufsteigend)

Eine Kategorie kann ich nicht einordnen: Hagelkorngroße Hoden, gefrorne hagelkorngroße Hoden – kleiner (oder größer?) als murmelgroß (murmelklein?).

Was schmilzt, nimmt ab.

Mittwoch, 23. September 2026

Sonnensteher, 4. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

S O N N E N S T A N D  [I-4]
Wien,
Wotrubakirche am Georgenberg
Hermann Glettler (Bischof): »Innenbegehung einer Skulptur«
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super FALLEN

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Die Wotrubakirche, offiziell Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, ist eine römisch-katholische Kirche aus 152 Betonblöcken am Georgenberg im Südwesten Wiens. Sie wurde von August 1974 bis Oktober 1976 nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr erbaut.
wikipedia

Der Äquinoktiumsabend senkt sich über der Wotrubakirche | Foto: Franz Kerschbaum

Als Kind stellte ich mir eine Zeit lang vor, dass Häuser musizieren können.
Saša Stanišić

So viele Leute haben auf den Georgenberg gefunden! | Foto: Franz Kerschbaum

Volles Haus, und das, obwohl die Wotrubakirche nun wirklich nicht gleich ums Eck ist (außer, man wohnt gleich ums Eck). Nach Begrüßung, Festellung der Beschlussfähigkeit und Ehrung sich um den SONNENSTAND verdient gemacht habender Persönlichkeiten – aufgrund ihrer besonderen Treue (4/4) hervorzuheben waren Franz Kerschbaum und Markus Köhle; Gabe: Sonnenblume (was sonst?) – hat Hermann Glettler zur »Innenbegehung einer Skulptur« angeregt.

Ebenbauer, Glettler, Seitlinger (und andere) lauschen (Ich eh auch, geht ja nicht anders!) | Foto: Franz Kerschbaum

Dann habe ich mich spielend der oftmals als Bauklötze bezeichneten Quader angenommen, die in einem merkwürdigen Gleichgewicht von Schweben und Fallen zu verharren scheinen, eigentlich ein bedrohlicher Zustand, der letztlich doch eine erstaunliche Geborgenheit vermittelt. Wie (und ob) sich diese Spannung musikalisch sich abgebildet hat, darüber kann das – hab ich’s schon gesagt? – sehr zahlreich erschienene Publikum Auskunft geben.

Gelöste Stimmung vor der Zugabe | Foto: Helmut Spudich

Mämmen

Misogymie
Manosphärische Verfasstheitskategorie

Da gehen die jungen Männer ins Fitnessstudio, um ihre Muskulatur zu stählen und um sich eine ordentlich eckige Kinnpartie heranzuzüchten, auf dass sie es der feindlichen Welt entgegenstrecken. Aber meist (zumeist; zu meist) ist ihr Blick immer noch recht milchig. Sowas verunsichert.

Irgendwer muss dafür verantwortlich sein. Den werden wir kriegen.

Wär’s nicht so entsetzlich, es wär’ zum Zerkugeln.

Fallout

ACHTUNG! Bitte die Leinwand NICHT bedienen. FALL-Gefahr!

Sicherheitshinweis, Musikschulfestsaalspodium

In Amerika sagen sie statt autumn fall. Gefällt mir, da stimmig, gut.

Früher war die Welt Alles, was der Fall ist. Heute ist sie viel mehr als das.

Man kann sich das gar nicht recht vorstellen.

Abgefahren

Ob es so ist (es muss wohl so sein), dass der reichlich abgerissene (oder ist er zugedröhnt? Lachgas?) Typ vor dem Ticketautomaten nur deshalb so eckige Verrenkungen vollführt, weil dieser sich allzusehr vor ihm windet alswie ein Skydancer und er aufs haftlmacherischeste dessen unvorhersehbar plötzlicheckige Eskapaden ausgleichend agieren muss, es ist nachgerade ein Wunder der Equilibristik, dass er sich dabei und darob nicht sein Zungenspitzl abbeißt.

Am Samstag Nachmittag ist am Bahnhof Steyr immer was los, und Fahrschein braucht der taumelnde Synchronisiertänzer eh eher keinen, weil wohin auch, er ist ja bereits dort.

Sonntag, 20. September 2026

Neuberg an der Mürz, Münster, Dachstuhl
Klangintervention im Rahmen der
Neuberger Gespräche

Wenn mich Ernst Kovacic ruft, ist das zunächst eine große Freude und Ehre, und Widerspruch wäre ohne gewichtige Gründe ohnehin zwecklos (und warum denn auch?). … bitte da bin ich nur ein Teil von, also ummbedingt wegen dem Gesamtprogramm gekommen sein, will heißen: Es waren wunderbar herzliche Begegnungen, zu denen ich (m)einen Beitrag leisten durfte. Dass man mein Spiel im Dachstuhl wunderlich unortbar ins Kirchenschiff durchhörte, muss ich dankbar annehmen – selber hören konnte ich es leider nicht. Dafür habe ich zum Beschluss das Münster selbst in meinen Klang gestellt: Das erleben zu dürfen, kann ich mich nur vor dieser (ja: freundlichen!) Erhabenheit tief verneigen.

Matschoid

Warum haben Männer Angst vor Matcha?
derstandard.at

Zuverlässig zunehmend danken wir dem Standard für die Stellung der Wirklich Wichtigen Fragen. Sowas nennen wir knallharten Journalismus, wie wir ihn sonst nur bei Landes- oder Provinzmedien kennen und – lieben!

Was soll man sich jetzt aber wirklich unter einer Matcha-Latte vorstellen? Also ganz ohne dass man sich allzusehr in eine peinlich-prekäre Zentralverweichlichung verlöre?

Matschoprobleme, wohin wir unseren Sinn schweifen lassen.

Zugewandt

St. Pölten setzt bei Grabpflege auf Roboter
orfon

Also mein Grab steht auf persönliche Betreuung.

Mein Grab bedeutet und meint natürlich das mir zu seiner Pflege anvertraute Grab, also das Lux-Grab von den Großeltern der mütterlichen (matrilinearen) Seite, im zweiten Hof vom Steyrer Friedhof. Die Oma war ja bekanntermaßen eine geborene Wöhrer. Mütter liegen verschiedene daunddort am Steyrer Friedhof, aber die (zur Organisation ihrer Pflege mir anvertraute) Mama sagt, dass keine von denen mit uns verwandt gewesen sind/waren. Woher aber soll ausgerechnet sie, eine Lux, das wissen? Mein Vater aber, von der Mütterseite, ist nun auch schon fast fünf Jahre tot, und über solche Sachen hätte man ihn auch vorher schon länger nicht mehr zu befragen brauchen, es wäre aussichtslos gewesen, und aber sind wir sich ehrlich, worin bestünde auch der Erkenntnisgewinn, na eben, grad, dass g’redt is, was aber bitte auch nicht geringzuschätzen sei, ist doch das einfach so (ohne Inhaltsabsicht) was Reden die soziale Einanderselbstvergewisserung schlecht- und guthin.

Es macht den Menschen aus, dass er nicht nur aus Rekombinationen von einmal Erlerntem schöpft, sondern durch seinen Geist Unvorhergesehenes kreirrt (sic!): Ich, pardon, scheiße auf all die Roboter, einen großen Haufen. Roboter können, selbst wenn sie wollten, nicht einmal das: Spobbernde hervorgewürgte Schraufenhaufen, mehr kommt da nicht; also jetzt im übertragenen Sinn, Schraubendiarrhöe, pfuigack!

So endet ein etwas disparater Text, der in St. Pölten seinen Ausgang nahm, woher auch sonst.

Freitag, 18. September 2026

Sankt Jakob im Rosental / Šentjakob v Rožu
Cerkev Šentpeter / Filialkircherl Sankt Peter
Konc/zert: BLICK DURCH / POGLED SKOZI
Bertl Mütter, Trombonaut

Bertl Mütter spielt Posaune. Damit ist alles und nichts gesagt. Denn sein Spiel ist so anders und zugleich heimlich-vertraut, völlig unspektakulär (meint zumindest er) – und zu Herzen gehend. Ein redendes, beredtes Erkunden dessen, was ist.
Wenn er unterwegs ist, sucht sich Bertl Mütter geeignete Räume zum Üben. Einmal ist er durchs Rosental gefahren, hat in St. Jakob Halt gemacht, dort zufällig seinen Studienkollegen Gerd Kenda getroffen, und der hat ihn zu uns nach Šentpeter geschickt: Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Mittlerweile ist ihm unser Kircherl zu einem vertrauten Raum der Inspiration geworden.
Jetzt ist es aber wirklich Zeit, mehr Menschen Anteil daran haben zu lassen.
Lasset uns hören.
Ankündigungsprosa

Die Musikengerln überm Eingang vom Kircherl in Šentpeter


Ursprünglich – da sich das mit der nicht so ganz stillgelegten Bahnstrecke und dem Tunnel und dass es kalt sein könnte (…) nicht ganz ausdergangen ist, gehen wir ins Kircherl von Šentpeter, einem meiner Herzensräume – ursprünglich oiso warats bitte so quen:

Lessachtunnel: Eine 111 Meter lange Röhre lässt noch keinen Tunnelblick aufkommen

Vom Nordportal kommend, erfasst das Auge nach einer leichten Rechtskrümmung bald das berühmte Licht am Ende, welches sich aber – so weit ist es noch nicht! – in Wald, Gebirge und, Näheres konkretisiert sich, in der alten Eisenbahnbrücke auflöst. Wohl könnte ein Gefühl der Erhabenheit aufkommen, da wir aber auf einer (stillgelegten) Nebenbahnstrecke sind, hat alles hier sein humanes Maß, das mehr zum Staunen als zum in Anbetracht der Karawanken Wanken einlädt. Bertl Mütter mit seiner Posaune erkundet die Tiefen dieser Räume im Schneckentempo, horcht ihnen in beredt mehrsprachigem Spiel ihre Geschichten ab, die so anders sind als sie sich vorstellen lassen: Tunnelblick kann, mit herzoffenen Ohren, Weitung bedeuten.
Ankündigungsprosa (veraltet)

Claimer (eingelöst!): Naturgemäß wurden die hundertelf Meter Tunnelerfahrung ins Kircherl von Šentpeter – quasi binnenakustisch – mitgenommen.

Die lieben Leute vom Kulturverein Rož trauen sich was. Jahrzehntelang schon. Und jetzt schon wieder. Hat sich in beglückender Weise sowas von ausgezahlt.

Handtaschlkombinatorik

Über 2 Meter lang: Jugendlicher von Alligator gebissen
kurier.at

Ich war ja früher stolz auf meine 1 Meter 90. Mittlerweile bescheide ich mich bandscheibenverschleißbedingt mit lebensaltersadäquaten Einsachtundachtzig, Tendenz fallend, aber ich bin im Plan. Und nun darf ich erfahren, dass mir Krokodile seit eh und je wurscht sein konnten. Derweil jedoch, so die Schlagzeile oberhalb des nicht zuletzt aufgrund seines wohlklingenden Namens so populären Krokodils, dräut die Warnung: »KI kann uns alle töten«. Jetzt, wär’s da nicht klüger, doch noch ein Stückl nach zu wachsen (nachzuwachsen)?

Die Logik ist ein bissiger Hund, und nicht immer lässt sich alles mit allem kombinieren, auch wenn man meinte, das ginge.

Neidig

Grünes Licht für neuen Dorfplatz in Grödig
orfon

Zombietopia! – Oder ist’s nur eine Phase? (Picasso hatte auch derlei, mehrere!)

MPreis

Marder löste in Vorarlberg Stromausfall aus – 8000 Kunden betroffen
derstandard.at

Jetzt täte mich aber schon interessieren, was das denn für Kunden sind, über die da so ein Marder verfügt. Automobilisten, Opferstockaufsteller? Wie schaut es mit einem allfällig (tunlichst!) vorhandenen Kundenbewusstsein aus, schließlich: Wer will denn nicht was für sein Geld, also ich schon.

Jedoch, ich disclaime: Ich gehöre mangels Auto und/oder Opferstock nicht zum erlauchten Aspirantenkreis der Marderkunden.

Schlägerin

ICHLIEBEDASLEBEN!ICHLIEBEDASLEBEN!ICHLIEBEDASLEBEN!ICHLIEBEDASLEBEN!
Bühnenherabruf, Aachen

Wollen täten wir ja, aber irgendwie können wir der in reichlich künstlicher Ekstase allzu absichtsvoll brüllakustisch gestikulierenden Schlagersängerin nicht so recht glauben, was sie da oben formuliert, und von Abkaufen erst kann nicht die Spur einer Rede sein.

Die Leute jubeln ihr ebenso authentisch begeistert zu, und sie scheinen’s glauben zu wollen.

O tiefes Glück, da drin im Deutschen Schlager.

Uromaaufruf

Europaappell
Staatsoberhäuptliche Communiquékategorie, Alpbach

Was für ein schönes Wort, dem wir alle gern folgen wollen, sieht es auch etwas alt aus, urgroßväterlich irgendwie, aber so sind wir wohl geworden, und ebensolche Großmütter dürften auch dabeigewesen sein im so wohlmeinenden Tal am Fuße der hohen Berge.

Wir sind umgeben von mächtigen Metaphern.

In eigener Sache: Schnittige Überschriften zu finden, gelingt mal mehr, mal weniger, und manche geraten gar nur halb aromatisch. Ich baue auf Ihr gleichmütiges Verständnis. DANKE.

Ausbõanlt

Stmk.: Schwere Ausfälle bei Käferbohnen
orfon

Ob es eine Möglichkeit geben könnte, auf quotensicherere Käferarten auszuweichen, sagen wir Borkenkäfer? Generell stelle ich mir ja das Präparieren des (nunmehr ausfälligen) Ausgangsprodukts (Bohnenkäfer) bis zur Verzehrfertigkeit als mühsamen Prozess vor, der wohl auch die bei den Käferbohnen etwas straffe Preisgestaltung rechtfertigen dürfte.

Fleckvieh

Vorarlberger Kühe trinken aus Beschneiungsnetz
orfon

Wo Kühe trinken, scheißen und pissen sie auch, sie können das wunderbar beiläufig, ohne alle etwa unsereins so nötigen Ausscheidungsemotionen.

Gespannt erwarten wir die Sprenklerfunktion der Schneekanonen. O schönes Milkaland, hoch über Bludenz!

Fakeprinz

Goldene Hochzeit, und das Jubelpaar ist erst knapp über siebzig. Der Bruder der Jubelbraut, irrigerweise darum gebeten, hält seine Festrede im Maßstab 1:1.

Dornröschen schau owa.

Kanopisch

Wenn du binnen fünf Tagen zwei Begräbnisse und eine Goldene Hochzeit begleitest, du bist, nächtens, auf dem Heimweg von letzterer, es geht durch ein wie ausgestorbenes Salmannsdorf, und du liest unvermittelt in einem Heurigenfenster NACHTRUHE, kann es dir passieren, dass du gewissermaßen altägyptisch denken musst.

Praktischerweise – und das hat sich recht gut bewährt so – enthielt der Sarkophag lediglich die längerfristig konservierbaren Bestandteile einer beizusetzenden Person, alles Weiche (die Innereien) wurde (voraus oder hintennach) in separaten Behältnissen transportiert und bestattet.

Bei den Habsburgern haben sie das im Großen und Ganzen auch so gemacht, ihre flachzylindrischen Separatsärge erinnern an Hutschachteln.

Sarkophag bedeutet übersetzt Fleischfresser.

Unvordenklich

Steinzeitmenschen schliefen auch nicht länger
orfon

Im Bed sterm d’Leid
Volksmund

In Summe haben sie ganz sicher nicht so lang geschlafen alswie unsereins heutzutagundnacht. Indes, wir verbringen ein Drittel unserer Lebenszeit im Bett, und wer von uns hat noch nie geschlafen alswie ein Stein.

Danach fehlt einem oftmals alle Erinnerung.

Paradiesisch

Lieber Gott, viel Spaß!
Traueranzeige, FAZ (2011)

Waschraum in der Pfarrkanzlei von Alt-Simmering, vor dem Begräbnisgottesdienst. Was könnte zur Reinigung der Hände geeigneter – anlassadäquater! – sein als die im Gelobten Land bekanntermaßen in Strömen fließende Milch & Honig Cremeseife?

Manchmal hat man halt das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Und so sauber!

Zuneigung

Auto prallt auf A9 bei Micheldorf gegen Tunnelwand – 2 Verletzte
nachrichten.at

Verletzte:
(1) Auto
(2) Tunnelwand

Könnte es sein, dass wir dazu neigen, Unbelebtes allzusehr zu beleben, ja vermenschlichen? Da ist es dann kein Wunder, wenn es zu Verletzungen kommt.

Trop cher

USA: Franzose im Death Valley bei Extremhitze gestorben
orfon

Das Tal des Todes liegt in einem Nationalpark. Die Eintrittspreise wurden zuletzt massiv erhöht, insbesondere für die ausländischen Gäste. Behauptet nun das Sprichwort, dass der Tod umsonst sei (und zudem – Pointe! – das Leben koste), so kam in diesem tragischen Fall zusätzlich der im Vorhinein zu entrichtende Parkeintritt noch dazu.

Mir wäre das Alles allzu teuer.

PPP

Privatparkplätze der BBBank
Nur für die Dauer des Bankbesuches
Parkerlaubnisexklusivitätshinweistafel, HHHeidelberg

… nnun sag schon endlich!
wohlgemeiner Rat

Ob es sich bei der BBBank nicht auch (möglicherweise; hoffentlich?) um ein Sitzmöbel für Stotterer handeln kckönnte?

Man soll bitte keine blöden Witze machen.

Franchise

Das gibt die Kette so vor
Campari-statt-Aperol-Verweigerungsbeauskunftung

Extrablatt!, so nennt sich die eigentlich eine gewisse Bereitschaft zur Ausnahme im Namen führende deutsche Gastrokette, und der etwas schnoddrige Kellner zu Aachen war der ideale ihrgemäße Kettenhund.

(Gibt es auch in Heidelberg. Ulnd iln Um.)

Zitscher

»Wieviel Einwohner hat Melbourne?«, zwitschert Müller zurück
Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues

Und wenn einer immer wieder den anderen hineinredet, so nennt man das zwischern. Lässt sich gut beiseite zischen: so ein Zwischer aber auch! (Zwischerer?, Zwischererin?)

Ich kenn ein paaBitte, ich auch!r.

Flachländlich

Bitte achten Sie auf den Höhenunterschied zwischen Zug und Bahnsteigkante
Geläufige Durchsage, Deutsche Bahn

Höhlenunterschied, Höööhlenunterschied!

Das Ö in Höhle offenbart das Hohle, das H die Ausdehnung. Was für eine Öffnung auch, und da reden wir noch gar nicht von der Bahnsteigkante, sie ist die nächste Unbekannte.

Allesamt sind wir im Unwägbaren befangen. Und zugleich darin geborgen. Im Österreich verhält es sich zwischen Zug und Bahnsteigkante zumeist niveaugleich: Daheim ist es doch am flachsten.

Würstin

Liechtenstein: Frauen dürfen künftig Fürstin werden
orfon

I wish I’d be a girlie
Just like my dear papa
The Lumberjack-Song

Und wir Männer wieder einmal nicht. Schön langsam geht einem die um sich greifende zunehmende Männerbenachteiligung auf die Nerven. Sind wir sich doch bitte ehrlich: Ausgerechnet vom ansonsten recht genderfesten Liechtenstein hätten wir uns das nicht erwartet. Wartet nur, wir wissen schon, wen wir beim nächsten Mal zu wählen haben.

Aber einer nachmalig Liechtensteinischen Monarchin (sie kann sich nicht einmal, selbst wenn sie wollte, gewählt ausdrücken) kann sowas natürlich völlig Wurst sein.


Septemberspenderinnen und Septemberspender gelten als besonders spendabel, nachgerade septemberspendabel. Sie haben nun die seltene Gelegenheit, eine derartige Septemberspenderin beziehungsweise ein derartiger Septemberspender zu werden. Die nächste Chance gibt’s erst wieder in einem Jahr. Alstern, bedienen Sie sich doch bitteschneu schleunigst meiner dort auffindbaren Kontonummer im Impressum. DANKE.

So so

Praxis zu vermieten
Fensteraushang (Innenstadtlage)

Man sollte eigentlich auch Theorien mieten können. In der Praxis wär’s besser so, so meine Theorie.

Hätten Sie auch eine?

Laub erleiden

Eine Geländekantenumgebung oberhalb der Enns in Steyr wird De Lauberleitn genannt. Sie kann ennsnah – auch mit dem E-Bike – und oben begangen oder belaufen werden; Hündinnen und Hunde wären von ihren Frauerln oder Herrdln an der Leite zu führen, ansonsten ergeben sich zwangsläufig Frauerl/Herrdl-Jogger-Dramen (FHJD). Auf der Lauberleitn haben sich seit ehundje unzählige Heranwachsendendramen (HWD) zugetragen, insbesondere von jener Art, wo es knapp noch einmal gut ausgegangen ist, andernfalls ja man davon in der Zeitung erfahren hätte; dafür aber taugen HWDs glücklicherweise in aller Regel nicht. Die meinigen (HWDs) haben sich auf der anderen (orographisch rechten) Ennsseite abgespielt, im Bischofswald genannten Münichholzwald.

Wenn du Anfang August an der Lauberleiten (obenhin, untenzruck, Steinwändweg; stets eines drohenden FHJD gewärtig) entlangtschoggst, musst du viel Laub erleiden: Haben doch etliche Bäume und Sträucher vorzeitig und ungefärbt, wassermangelbedingt wohl, bereits nicht wenige Blätter abgestoßen, und das schmerzt, unwillkürlich.

Fünfzig

Post-Halbjahresgewinn um zwei Drittel eingebrochen
derstandard.at

Ein beliebte Verwirrschnellrechnung in der oberen Unterstufe war die hektisch hingeworfene Frage, wieviel eineinhalb Drittel von Hundert sei(en).

Jetzt DAS.

Ausgekühlt

Land Steiermark plant Hitzegipfel
orfon

Gipfeln ist Weitblick eigen, also taugt das Bild; indes, oftmals geht es vom Ganzoben recht abrupt und unwegsam der Schwerkraft Folge leistend ins Abgründige. Also: Bitte nichts überstürzen. Und was die Hitze angeht, ist eine Abkühlphase immer angeraten.

Wenn wir lang genug abkühlen, kann sich keiner mehr an die Hitze erinnern, allerhöchstens, dass es nicht garso kalt war, regelrecht warm, das wäre doch angenehm jetzt.

Drohngebärde

Bergmessen auf Österreichs Gipfeln
orfon

schaden spenden
Ernst Jandl

Von oben erhält man einen guten ersten Überblick. Heutzutage wird dieser gerne von noch weiter oben aus rückbeglaubigt: Oben wohnen die Drohnen. Die sehen Alles.

Hilft’s was? Schadet’s nix?

Airborne

Pkw-Lenker raste in Wien mit 190 km/h über Autobahn
derstandard.at

Wie hoch war eigentlich die Minimalgeschwindigkeit, die es benötigte, damit Tschitti Tschitti Bäng Bäng sich in die Lüfte erheben konnte?

Life Hack

Waldbrandbekämpfung: »Von Anfang an Vollgas«
orfon

¿¡ Löschgas !?

Die einfachsten Lösungen sind oft die epochemachendsten.

Jetzt jetzt

Warum an heißen Tagen die Luftqualität sinkt
derstandard.at

(Zweng dera Hitz?)

War schon auch eine recht eine schöne Zeit, der Sommer.

Im Winter aber kann es auch sehr schön schön sein, und so ein Kaltluftsee kann einiges, frage nicht. Die entsprechenden Artikelüberschriften kommen dann dann.

Ergötzlich

Was einem nicht alles gewünscht und womit man nicht alles gegrüßt wird: Kommunikation grassiert, auch nichtkennzeichnungspflichtige. Und am Schluss der holprig formulierten, mit so manchem prekären »das« gespickten Nachricht steht dann: »Viele Grüße«, oder: »Schöne Grüße«.

Jetzt: Wie viele?, und: Wie schöne?

Was einem nicht alles gewünscht und womit man nicht alles gegrüßt wird, und so oft noch dazu.

Unverzichtbar, und so inhaltsreich.

Asten – Nordosten

Kornspitzlaibchen
Frühstücksbuffetgebäcksproduktnamensangabe, Waldviertel

Wir wissen es: Ein (der) Kornspitz, das ist ein sich verjüngendes, i.e. beidseitig spitz zulaufendes Gebäckstück, aus vorgeblich wertvollem urnaturhaftem Korn, supergesund, was sonst. (Die backaldrin®-Saga sei uns für diesmal erspart.) Demgemäß muss ein -laibchen ein im Umkreis von 360° mehr oder weniger regelmäßig sich verjüngendes, in sämtliche Richtungen spitz zulaufendes, jedenfalls supergesundes Frühstücksnahrungsmittel sein. Zweidimensional, sonst wärs ein Kornspitzkugelfischerl, und wer bitte mag schon auf Kur in der Früh schon einen supergefählichen Fisch essen, außerdem brauchst du da einen speziell zugelassenen Koch, aus Japan, und wo kriegst du so einen bitte her im Waldviertel, bei Vollmohnd noch dazu.

Sehung

Try again. Fail again. Fail better.
Samuel Beckett

Beckett List: Was wir uns im Leben an daran zu Scheiterndem vornehmen und wie wir es optimieren können. Das Scheitern.

Es kann so viel gelingen. So vieles.

Versehung

My Bucket’s Got a Hole in It
Clarence Williams, 1933

Howi des aa nu gmochd
Herr Fellner, bontempidrückend, am Sterbebett, in: Indien (1993)

Die so zeitgemäße Bucket List (von »to kick the bucket«, i.e. »den Löffel abgeben«) steht bekanntermaßen für eine tunlichst vollständig abzuarbeitende Liste an Dingen und Unternehmungen, die man im restlichen Leben dringlich noch tun oder erreichen möchten muss. Wir können gar nicht dankbar genug sein für all die selbstlosen Menschen, die uns mit den sich beständig erweiternd eingeschobenen entsprechenden Listenelementen versehen (quasi Anti-Tetris), sodass überhaupt kein Gedanke auf einen bevorstehenden Abtritt aufkommen kann, es ist alles so dicht, dass der Tod schlichtweg nicht hineingrätschen kann, und darum geht es ja schließlich. (Schließlich, gefährliches Wort!)

Triple A

Debatte über KI-Bremse nimmt Fahrt auf
orfon

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not
hat nicht der gnädige Gott
über dir Flügel gebreitet!
Beliebter, etwas verhatschter Kirchenlimerick (3. Strophe)

Derweil kritisieren die Grünen eine mangelnde KI-Aufsicht. Schnappatmung grassiert.

Denken wir ein kleinwenig nach (selber; eh nur kurz): Wenn eine Bremse Fahrt aufnimmt, ist das fast so, wie wenn das Rote Meer Grüne Welle hat. Auch für damals, als das zweifellos geschah, muss von (zumindest) Künstlicher Intelligenz als eingriffige Instanz ausgegangen werden.

Auslagern. Alles auslagern.

Pfeiffer

Salzach: Wassermangel bremst Schifffahrt aus
orfon

»Mit einem oder mit zwei F?«
»Mit drei, Herr Professor, eins vorm und zwei hinterm Ei.«
Die Feuerzangenbowle

Die traditionelle Niedrigwasserzeit war ja früher der Winter, da wird wieder Schi gefahren.

Ein Trost bleibt: »Fahrten mit dem Amphibienbus im Rückstaubereich des Salzach-Kraftwerks Lehen sind ungestört möglich.«

In Deutschland tun sie Schi laufen. Fragt sich nur wo.

In ihrem Unterlauf ist die Salzach Grenzfluss.

Neigungsgruppe

Altersteilzeit
Lebensabschnitzkategorie

Meist geht es dann ja steil bergab.

Maximalreservat

Seltene Pflanzen wachsen nur im Nationalpark Kalkalpen
nachrichten.at

Was für eine Sensation! Haben wir es mit nicht weniger als einer Artenschutzerkenntnis von nachgerade weltumspannender Bedeutung zu tun?

Nun, nach einiger Zeit kommt die leider – es wär’ so schön gewesen! – enttäuschende Korrektur:

Warum manche seltenen Pflanzen nur im Nationalpark Kalkalpen wachsen
nachrichten.at (ein Redaktionseingriff später)

Naja, aber immerhin, wir sind bitte schon auch wer, nicht nur der Amazonas oder der Regenwald der Österreicher, und der ist ja bekanntlich in Costa Rica, nach Reichraming ist es nicht ganz so weit, Sankt Valentin umsteing.

Vermessen

Ferner Cousin von Homo sapiens war womöglich deutlich größer als gedacht
derstandard.at

Woher wissen die Forscher, für wie klein sich dieser weitschichtig Verwandte gehalten hat? Der ärmste muss sich öfter mal den Schädel angehaut haben in seiner viel zu klein dimensionierten Wohnhöhle. Die Frage ist auch die nach der Maßeinheit, damals war man ja noch meilenweit entfernt selbst vom Urmeter.

Allesamt stehen wir auf den Schultern von Riesen, und die meisten von uns sind lediglich Würschtln, das auch noch, und wer hätte das gedacht?

Gescheitert

Musk will mit Grok »historisch korrekte« KI-Version der »Odyssee« generieren
derstandard.at

Gespannt warten wir auf die Schöpfung. Und, damit der Bogen vollendet ist, die Apokalypse. Wenn sie noch ein Neichtl so weitertun, brauchen sie dafür nicht mehr so viel künstlich generieren.

Wie korrekt kann eigentlich eine Intelligenz sein, wenn sie auch noch gescheiter sein will als alles Daoderdortgewesene?

Bruhig

Verena Bruha hat berichtet
Berichtabsage, Morgenjournal

Hat da die Moderatorin ihre Aussprache ein bissl schleifen lassen, sodass es wie »Bruhaha hat berichtet« geklungen hat? Wenn das so war, so war es sicher keine Absicht, weil garsoarg war das dann auch wieder nicht, worüber Verena Bruhaha berichtet hat.

Oder etwa dohoch?

Wiederrede

Doskozil spricht erstmals mit Stimmprothese
orfon

Und, hat sie sich zurückzureden getraut?

Oftmals ist es besser zu schweigen.

Handlungsbedarf

Frankreich will verbotene Insektengifte wieder zulassen
orfon

Ich finde, das Bienengift – aber auch dasjenige der Wespen – sollte, insbesondere mit Blick auf den dräuenden Spätsommer, jedenfalls streng verboten bleiben, zumindest saisonal.

Hornissen können vernachlässigt werden: Die spielen nur, die tun nicht weh.

Gesetzesvorhaben dauern, von der Ankündigung bis zur ihrer Inkrafttretung, je nach länderspezifischer Rechtskultur, gewöhnlich eine gewisse Zeit. In Österreich kommt dann noch die Übergangsfrist hinzu, und irgendwann später wird dann wirklich gestraft, wenn nicht die zuständige (Bauern-, Wirtschafts-) Kammer medialen Druck aufbaut, sodass alles wieder neu aufgerollt wird, mit neuem Fristenlauf, versteht sich. Zuletzt die Frage, wer sich an irgendwas hält, wenn es nur zahnlose Sanktionierungen gibt.

(Vielleicht kann insektenmäßig ja Peter Handke helfen, der wohnte unweit Paris.)

Schummelprophetie

Die Märkte haben sich heute Vormittag wieder beruhigt
Marktberuhigungsmeldung, Radio Österreich 1

Ein Blick rechts aus dem Fenster bestätigte diese Behauptung nicht vollinhaltlich: Erst gegen Abend, nach Geschäftsschluss, wurde es ruhiger, und dann kam erst noch die Straßenreinigung und spritzte auf.

Jeden Tag das selbe Theater.

Suboptik

Die Optik sei nicht optimal gewesen, räumte der Politfunktionär ein, nachdem man die Ermittlungen eingestellt hatte. Nun musste der Schrebergarten also doch nicht ausgeräumt werden.

Was einem doch alles drohen kann.

Abrücken

Ruck weist die Vorwürfe zurück
Vorwurfszurückweisungsmeldung, Radio Österreich 1

Ein Ruck ging durchs Land da die Tage der gesäuerten Gurken anbrachen. Welch Ausweidfreud’ bescheidner Sprachartisten! Ein als Bösling erkannter Großfunktionär heißt da Ruck, also übte man Druck auf ihn aus, auf dass er zurücktrete – hier war der Konjunktiv geboten –, aber auch Rückendeckung ward ihm gewährt, von bewährter Stelle. Selbst nach seinem Ausschluss war ihm der dringlich nahegelegte Rücktritt eine ausgeschlossene Sache. Schlussendlich: »Ruck beugt sich Druck« (Kronenzeitung). Und der Bankomat spuckt nur mehr 200 Euro aus, dohommas, danke!

(Bitte etwas mehr Formulierphantasie! Eh ein kleinwenig nur!)

Pantastisch

Locarno: James Gray erhält Leoparden für Lebenswerk
orfon

Besser nicht auf sowas wie ein Lebenswerk abzielen oder zumindest in einer diesbezüglich gefahrlosen Branche künsteln, denke ich mir da und kann mich genüsslich zurücklehnen in meine wenig carnivore Kunst. Weil was machen all die bedauernswerten Leute mit ihren Leoparden, Löwen oder Bären, und hat sich eigentlich irgendwer von den Löwen-, Leoparden- und Bärenauslobern verantwortliche Gedanken über die Zuverlässigkeit artgerechter Haltung (der Leoparden, Löwen oder Bären, aber auch der Leoparden-, Löwen- oder Bärenerhalter – die allesamt so tun, als hätten sie eine Mordsfreude damit) gemacht?

So Viecher, das zuallererst, stinken ja für unsere Nasen beträchtlich. Und Raubtierscheiße verströmt auch alles andere denn Duft zu nennendes.

Ad: Welp

Die Kaninchenohren sind verspeist
Wolfswelpenforschungsvorstufenfortschritt

Homo homini lupus
Thomas Hobbes (nach Plautus)

Sagt man jetzt Wolfswelpe oder Welpenwolf?, fragt man sich da, elefantengedächtnisverhaftet.

Der Verzehr von Elefantenohren dauert etwas länger, insbesondere der afrikanischer, und darum sei er eher adulten Exemplaren vorbehalten: Sollte man erforschen, adulte Welpen (welpe Adulten?).

Sind deren immer noch mehr unterwegs da draußen.

Der Mensch aber, so Hobbes, kann dem Menschen auch ein Gott sein, beides treffe zu. Die Frage: Was für ein G.? (G.-Welpe?, Welpen-G.?)

Auswartung

Bitte warten Sie, bis Ihre Wartenummer aufscheint
Halbamtlicher Wartehinweis (Infoscreen)

Ich bin unpünktlich, weil ich die Schmerzen des Wartens nicht fühle. Ich warte wie ein Rind.
Franz Kafka (Tagebücher, 1911)

Derweil man, pünktlichst erschienen, im Wartebereich zur Impfung sitzt, kann einem per definitionem noch nicht es Gimpfte aufgehen. Scheint dann die Wartenummer auf, darf man sich zur Beratung begeben, woraufhin man in der Wartezone Platz nehmen darf. Dort darf man dann warten, bis die Wartenummer ein weiteres Mal aufscheint, und dann wird geimpft.

Sehen Sie, jetzt habe ich uns in die Position des unzufriedenen Bürgers gehievt, sowas geht leicht im Österreich. In Wirklichkeit aber ist das Impfservice der Stadt Wien eine hocheffiziente Einrichtung, für die wir garnicht dankbar genug sein können. Es ist so: Von Zeit zu Zeit bzw. eigentlich jedesmal, wenn es Anlass dazu gibt, sollten wir auch darüber berichten, was alles wie wunderbar funktioniert.

Und keiner noch ist schwarz geworden vor lauter Warten. Holsteiner: Sind, zumeist, schwarz-weiß.

Mega Safe

Die Krähen behaupten, eine einzige Krähe könne den Himmel zerstören. Das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeutet eben: Unmöglichkeit von Krähen.
Franz Kafka

Neinnein, es bestehe keinerlei Gefahr herabstürzenden Gesteins, der Tunnel werde in gutmütiges Gestein getrieben, sagt der Projektleiter bei der Baustellenbesichtigung, deren Höhepunkt, gleich zu Beginn, das Miterleben einer Sprengung ist, eine Staubwolke später riecht es nach Ammoniak, das sei so bei Sprengungen, und die Lüftungsschläuche an der Decke verrichten ganze Arbeit. Errichtet werden Kavernen, die sich, wenn alles fertig ist, diskrete Kunden internationaler Provenienz zur sicheren Lagerung ihrer mit ehrlichem Fleiß erworbenen Güter (Edelmetalle, Kunst, Autos, auch Möbel; es gibt aber auch Unternehmen, die gerne ihre Geschäftsunterlagen sichr und soliide lagern wollen) kaufen können werden, da wird es dann leider keine Besichtigungen oder Führungen geben können, das werden Sie sicher verstehen, denn darauf müssen wir schon achten in der Schweiz, und selbst ein James Bond käme hier nicht so einfach herein.

James Bond, das bedeutet aber: Überwindung sämtlicher Unüberwindbarkeiten. Auch in die Schweiz, und wenn es sein muss, wird eben unumwunden unterwunden.

Froschanfang

Costa Rica: Forschende entdecken neue Froschart
orfon

Die Art Forschender, welche an Fröschen forschen, sind korrekt als Froschende (Froscher/Froscherinnen) zu bezeichnen.

Mit der Entdeckung ist das Forschende weit nach hinten gerückt, weil da geht die Arbeit erst so recht los; und hoffentlich lässt auch das Forscherende lange noch auf sich warten. Froschforscherende. Froscherende. – Gesundheit!

Finalsatz

New York vor dem WM-Finale der Superlative
orfon

Ilsebill salzte nach.
Erster Satz (Günther Grass, Der Butt)

Wie sähe (ganz allgemein; der Text hier erscheint ja nach dem rezenten WM-Finale, dessen Ausgang uns hier nicht interessiert, und ist ja nichts so gähnenmachend wie die Vorhersage einer bereits eingetretenen Situation) so ein WM-Finale der Superlative aus, also in seiner sprachlichen Umsetzung, die uns nunmal beim Gebrauch der Sprache, wie wir es hier tun, zu Gebote steht?

Zweifellos stehen wir nun, nach dem weemstesten, superstenlativstesten Finalste allersten Zeitesten vor noch Größerem, Größteßtigßtem.

Sind wir sich ehrlich: Mehr ist nun einmal mehr. Wer anderes behauptet, ist entweder neidisch oder impotent, meistens zumindestens beides.

Was (oder wer) kommt nach dem Hyperlativ?

(Ilsebill fragen.)

… und was machen Sie sonst so?

Ich kenne meinen Weg so wie der Bach den seinen.
Jules Renard

Es ist immer (wer oder) was im Anflug.

Dorothea Wimmer† hat das 1999 in Lienz aufgenommen.

Neben meinen hiersites dargelegten öffentlichen Aktivitäten1 gibt es, wie es sich für ein Künstlerleben gehört, auch sonst nichts alswie fruchtbare2 Momente, darf ich versichern.

(Gewisse Versprechen gibt man sich selber sogut alswie der Welt.)

Und sonst3 mache ich noch wie nebenher: Diese Website frischhalten (am einfachsten ersichtlich beim täglichen Mütterlog); weltwichtiche künstlerische4 Projekte5 und dafür Vor-, Zu- und Nachbereitungen jedweder Art; tatsächlich wichtige Fürsorge- und Liebesdienste, sowie Akte der Freundschaft, runde und eckige Geburts-, Jahres- und Todestage: Nennt mich6 einen Passagenpassagier.

Und – damit ich’s nicht vergess’7 – Posauneüben. Das höret bitte nimmer auf!8 Mir ist das Posaunespielen beständiger Quell der Freude, Rückhalt in allen Lebenslagen. Was für ein Glück!9

We come in peace

Mehrere Verletzte durch Hornstöße bei letzter Stierhatz in Pamplona
derstandard.at

… lustig schmehettert das Horn …
Hoch auf dem Gelben Wagen

ta-ta-ta-tammm
emblematisches Schicksalsmotiv (verschriftlicht)

Wie wäre das erst ausgefallen, hätten sie auch noch Posaunen eingesetzt. Aber gottlob ist Pamplona nicht Jericho.

Aber nein, das wollen wir uns gar nicht denken. Sollen wir auch nicht.

Der wahre Posaunist ist Pazifist. Hornist auch, lustig schmehetternd dazu. Pazifist. Nicht Posaunist. Und in.


(Auch die Künstlersuppe steigt im Preis, unaufhaltsam, wie es scheint.)

Zudem kann keine Kunst ohne unmittelbare Resonanz existieren; wer anders denkt, der irrt.
Wolfgang Hildesheimer, Paradies der falschen Vögel

Puuh, August. Heute feiert die Urschweiz ihren Urschwur: Der Beginn einer – auch pekuniären – Erfolgsgeschichte. (…) Da Sie bis hierher gelesen haben (und auch hier nicht abbrechen … sag’ ich’s?), darf ich mich glücklich schätzen, es bei Ihnen mit einem/r most devoted Mütterlogaficionado/a zu tun zu haben. Was ich zu tun habe, ist bekannt: Täglich einen Artikel ins Netz genannte Internet stellen, dazu das gern angenommene Angebot eines den denksportlichen Vergleich ermöglichenden gewissermaßen homogenisierten WördlStartWorts (WSW). Allerhand, wirklich wahr. Jetzt, was hätten Sie zu tun? – Sie wissen’s eh. Alstern: Spenden Sie mir bitte was. Es wäre auch eine Möglichkeit, Resonanz zu erweisen (Hildesheimer, schau owa!). Bedienen Sie sich doch meiner dort auffindbaren Kontonummer im Impressum. DANKE.

Wie geschmiert

Einlaufstelle
zentralwichtiger österr. Amtsort

25 von 28.000 Förderwerbern sind leer ausgegangen
Fördercallbearbeitungsmeldung, Radio Österreich 1

Und das alles binnen dreiunddreißig Sekunden (sic!), muss das ein Gedränge gegeben haben, frage nicht: Baff horchen wir auf und sind sogleich begeistert ob der Effizienz unserer Öffentlichen Verwaltung.

Wenn du erst einmal drin bist, bist du dabei.

Wollen wir bei den verbliebenen 25 für diesmal ein Auge zudrücken?

Ortendlich

Googles Rechenzentrum in OÖ soll größer werden
orfon

Das erscheint nur logisch, müssen die doch mit immer noch höheren Zahlen rechnen. Vermittelst künstlicher Intelligenz generierten Gerüchten zufolge sind sie dran an der Fantastilliarde, demnächst mehr. Ein paar Kommastellen (im hinteren Bereich) werden für den Standort dabei wohl abfallen, und das nennt man dann Wirtschaftspolitik.

Gehts der Wirtschaft gut, geht uns allen gut. Statistisch, jaja.

Ortspiel

Teppich von Bayeux reiste nach London
orfon

Teppich von Bayeux reiste von Bayeux nach London
Reiseausgangsortmithineinnahme

Na, springt er nicht an, Ali?
Teppichklopfnachbarskommentar (überliefert von Harry Rowohlt)

Merke: Teppiche reisen prinzipiell auf dem Luftweg. Wenn sie denn anspringen.

Kartenaus

»Urvater« der Roten Karte ist tot
orfon

Tote Karte.

Sind eigentlich irgendwo auf der Welt Totentorten üblich? (Wäre schön, des Wortes wegen; was die Tauglichkeit der Üblichkeit regional auf den mehr oder weniger weit gefassten deutschen Sprachraum einschränkte.) Und da ja nicht immer alles, was dem Tod huldigt, untererdschwarz oder erbleichweiß sein muss, wünschen wir sie uns als rote Totentorte, das erste Stück geht an den Urvater.

Eingekniggt

Da ich unlängst schrieb:

Salzburg. Die beiden jungen Asiatinnen am Nebentisch fotografieren ihr Essen kalt.

… erreichten mich zahlreiche Reaktionen, sodass ich, erfreut über so viel mitdenkende Anteilnahme, meinem Jucken, mehr zu erzählen und zu bedenken zu geben – die aphoristische Kürze ist so ganz meine Sache nicht – nachgeben und nachgehen konnte: Hier meine, wie sich zeigen musste, ununterdrückbare Brandrede:

Was nicht dokumentiert ist, hat es nie gegeben: Salzburg. Die beiden jungen Asiatinnen am Nebentisch fotografieren ihr Essen kalt. Nie werden sie erfahren, wie pfannenheißer Kaiserschmarrn schmeckt. Auch in Hallstatt nicht.

Unsereins, wenn er nach Japan (oder China; liegt bei J.) reist, erntet unmerkliches Unverständnis – in Asien isst man subtil –, wenn er seinen Reis in Sojasauce ertränkt: Uns schmeckts halt so (glauben wir). Wehe aber, irgendeiner tunkt bei uns sein Schnitzl ein; derart freveln aber eh nur de Preissn.

(Well, für eine Brandrede war das jetzt eh recht kurz.)

Sa., 25. & So., 26. Juli 2026

Krems, Ursulakapelle
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Bertl Mütter
, Posaune solo
Den Raum abhorchen: aus|cul|ta|tio|nes super ›Felix virgo Ursula‹

Lieber Bertl, das ist eine noch unverbindliche Anfrage, weil ich noch nicht weiß, ob wir die Sache überhaupt machen. Aber, was meinst du dazu: Ursulakapelle in Krems, kleiner gotischer Bau hinter dem Pfarrhof, kennst vielleicht ohnehin – es gibt dort immer wieder Konzerte. Publikum ca. 40 (maximal) Leute. Unverstärktes Solo. Drei Kurzkonzerte à ca. 30 Minuten.
Albert Hosp (per Email), 22.1.2026

Ehklar wollte ich. Und habe mich gefreut alswie. Was für eine schöne Aufgabe. Alternierend mit der sehr geschätzten Cellistin Asja Valčić, durfte ich dreimal spielen in diesen Mittagsstunden, und was soll ich sagen: dreimal (zweimal dreimal!) ausverkauft.

Klaus Fritsch sieht Bertl Mütter in der Katharinenkapelle

Wohl kaum ein anderer Musiker geht so intensiv auf den Ort ein, an dem er spielt: Mit seiner Posaune lotet Bertl Mütter buchstäblich den Raum aus, erkundet dessen Beschaffenheit mit den Mitteln des Klangs. Sakrale Architektur ist naturgemäß ein ergiebiger Dialogpartner, ob bei seinen »aus|cul|ta|tio|nes« dem systematischen Abhorchen des Stephansdoms, in der Wiener Jesuitenkirche oder jetzt in der Ursulakapelle in pointenlos purem Klingen (Mütter).
Ankündigungsprosa

Etliche haben ihr Erlebnis komplementär komplettiert, indem sie, so wie wir, uns beiden zugehört haben.

Große, auch äußerst anstrengende Aufgabe, große Freude.

Perlsaun

Perlen vor die Pfauen! Fasauna! Rebhendln! Truthendln! Schnepfm! Aaaaaaaahhhh!
Empörungseskalationsphantasievariationen

Vernissage in der Provinzgalerie (Provinz Bozen). Man war in einer grundsätzlich missglückten Aufführungssituation gelandet (gefangen … befangen) und konnte lediglich inwendig schäumen. Leider kühlten die brilliant ausgedachten Phantasien nur wenig.

Nunja, vielleicht waren’s nicht ganz die alleredelsten Gaben, die da ausgestreut werden wollten vor diese pfaumäßig herausgeputzten Leute, wie sagt man, Perlen vor die … Pfäue!

Jetzt ist mir wohler.

Zwischengeneration

Schlafprobleme betreffen Jung und Alt
orfon

Und mir glaubt die meinigen wieder einmal kein Schwein.

Wie schlafen Schweine eigentlich – Ferkel? – und wann wäre ein Schwein als alt zu bezeichnen?

Bei uns werden Schweine nicht alt. Schweine werden bei uns nicht alt.

HEKTOHILTER

Nach den Schlagzeilen über seine gescheiterte erste Ehe spricht Winzer Leo Hillinger in einem Podcast auch über den Aufbau seines Unternehmens – von Millionenschulden über 20-Stunden-Tage bis zu Nächten mit nur wenigen Stunden Schlaf.
Oberösterreichische Nachrichten, Vorauskurzzusammenfassung (im Original fett gesetzt)

L.T.I.
Victor Klemperer, 1947

Was für eine Artikelverheißung, die sogleich atemlos angeklikkt werden muss! Und dann: Keine Bezahlschranke! Dem einfachen Volke sollen zumindest diejenigen Informationen schrankenlos zugänglich sein, die es zu einem einigermaßen glückenden Lebensvollzug wirklich benötigt. Wenn es auch zunächst logisch erscheinen muss, dass nach einem mit zwanzig Millionen Stunden verschuldeten Tag nur noch wenige Stunden für den Schlaf bleiben. Können. Geht nicht anders.

Derweil wissen wir noch nicht, wie es kommen konnte, dass sich die frisch angetraute erste Gattin von Herrn Hillinger bereits auf der gemeinsam angetretenen Hochzeitsreise in jemand anderen verlieben musste. Aber, siehda, auch da können wir weiterklikken: Seine damalige Frau sei ein ganz anderer Mensch gewesen als er selbst. Puhh, das ist wirklich mehr als wir zu erfahren ertragen können.

Wir kennen Herrn Hillinger auch als den, der, indem er das emblematische Doppel-L horizontal spiegelt, seinen Namen geschickt mit dem Hohlraummaß LITER graphisch zu verbrämen weiß, dazu schlägt die Schrift, in die Vertikale gesetzt, eine Haken, sodass die derart kreïerte Wort-Bild-Marke auf den ersten Blick daherkommt wie HILTER (oder so ähnlich).

Typen gibt es, die lassen sich nur in VERSALIEN schreiben. Vorläufig, bis sie halt eine DRITTE SCHRIFT entwickelt haben. Was dann wiederum nur mit tausendjährigen Schulden abzustottottern wäre.

Leute, das zahlen bitte Alles wir! Immerhin bezahlschrankenlos, was für ein Glück.

Frischserviert

Salzburg. Die jungen Asiatinnen am Nebentisch fotografieren ihr Essen kalt.

Es wird Ernst

Heimkehr nach Ernsthofen: Streunerkatze lief 30 Kilometer zurück ins EVN-Kraftwerk
nachrichten.at

Das sind sie und so kennen wir die Oberösterreichischen Nachrichten: Knallharter Journalismus, hart dran an den Fakten, es wird berichtet, worüber berichtet werden muss, der Bürger hat Anspruch auf lückenlose Information und Aufklärung, selbst über das Land Unter der Enns, und bald wird ganz Mosteuropa eingehoamatlåndlt sein, die Katze im Kraftwerk war nur der Testballon. Dass es sich um einen Doppelteaser handelt (knackiger Aufmacher – Bezahlschranke) ist pfiffige Strategie, irgendwie müssen selbst feline Feldzüge ja finanziert werden.

Seinerzeit, Camus, der hat es gerade einmal nach Tipasa heimgeschafft. Von dort ist es – ich habe mich persönlich vergewissert – noch ein schönes Stückl nach Ernsthofen. Ein berühmtes Bild zeigt Albert Camus mit einer Katze.

In jedem Fall aber gilt: Sankt Valentin umsteing.

Wolkenstürzer

Einsturzgefahr: New Yorker Wolkenkratzer löst Großalarm aus
orfon

Wenns einer kann,
dann Attensam
Werbereim, Wien

Die korrekte Bezeichnung, wie man das benennt, wenn Wolkenkratzer in sich einzustürzen sich anschicken, lautet, wenig originell, abkratzen.

Ob Häuser (hohe zumal) sturzbetrunken sein können? Kratzbetrunken?

Freu dich schon!

Rote Karte nach Intervention aufgehoben
Heuchelüberraschte Meldung (anonymisiert)

Es gibt Menschen, gegen die brauchst du nicht Mensch-ärgere-dich-nicht spielen. (Eigentlich ein erstaunlich woker Name für ein derart traditionelles Spiel samt sämtlichen Gemeinheiten, um die es da ja zentral geht.) Die haben nämlich einen Würfel mit lauter Sechsern. Blöd nur, dass du dann, wenn es um den Einzug in die Kasterln geht, unterschiedliche Augen erwürfeln musst. Aber da lässt sich ja auch was herbeiintervenieren.

Alle anderen ballen derweil ihren Fuß. Beide, durchgängig. Humpelhaft.

Sind wir sich aber bitteschön schon ehrlich: Lieber spielen wir Mensch-ärgere-dich-nicht, wenn wir am Gewinnen sind. Allesamt, allemal, und wer nicht!?

Sous vide

»Koch des Jahrhunderts« Eckart Witzigmann wird 85
derstandard.at

Wie kocht man Zeitspannen? Am offenen Feuer, in der Mikrowelle, im Dampfgarer?

Ein Kelomat indes kann Alles ganz schön beschleunigen, und dann fliegt einem glatt ein ganzes Jahrhundert um die Ohren, zu zumindest 85 Prozent jedenfalls.

(Wie weiter? Wohin?)

Handgemenge

Handgemachte Taschen. Handgenähte Jacken. Handgestrickte Socken. Vor allem aber: Handgehäkelte Decken (Plaids). Keineswegs jedoch: Handgeschriebene Bücher.

Heutzutage haben die meisten Leute ja eine Saukralle, früher hat man Doktorschrift dazu gesagt; so eine habe ich auch, bereits seit lange vor meiner Promotion: Die akademische Karriere, ich hatte sie längstschon in meiner Hand.

Es bleibet dabei: Handgemachte Bücher? – Schreibt heute wirklich keiner mehr.

(Lies laut!)

Hohltier

Hasenhebung
Albertinaaktion (spektakulär)

Merke (1): Rosarote Dürerhasen können bei dürerhasentypisch angelegten Löffeln eine Höhe von gut 2,5 Meter erreichen und bis zu 3,7 Meter lang werden. Da sie innen hohl sind (eine regelrechte Höhle muss das sein), kommen sie nur auf gut hundert Kilogramm, was beim Aufstallen (sic!) mittels Kran (die obenbenannte sog. Hasenhebung) von entscheidendem Vorteil gewesen sein dürfte, denn

Merke (2): Speditionen verrechnen Größe und Gewicht, nicht jedoch die Farbe. (Sonst käme das teuer zu stehen.)

Kaninchen und Hasen müssen einander stets unverwandt betrachten. Stets müssen einander Hasen und Kaninchen unverwandt betrachten. Starren: ist ihre Sache nicht.

Im Stadtpark von Ponta Delgada (mehr so eine wiesendominierte Parklandschaft) hoppelt eine unzählbare Anzahl (eine Unzahl) Kaninchen herum. Hasen: Feldanzeige.

Zukunftsfit

Ausgehen ab 40 in Wien?
Forumsproblemstellung, derstandard.at

Zu empfehlen sind Kellerräumlichkeiten mit intaktem Frischluftdurchzug. Leichte Getränke verstehen sich von selbst. Gefährlich aber wird es, wenn du wieder herauskommst an den Tag: Pass auf, dass es dich da nicht umhaut, sonst wirst du nicht alt in dieser ansonsten so lebenswertesten Stadt, weil heiß ist es anderswo auch, Berg im Drautal, Bad Deutsch-Altenburg, Petronell-Carnuntum, aber das sind ja alles andere als richtige Städte, so hitzig es in ihnen auch zugehen mag zuweilen.