Alles, was man über den 70. Eurovision Song Contest wissen muss
derstandard.at
Die Katastrophe fängt damit an, dass man aus dem Bett steigt
Thomas Bernhard, Verstörung (1967)
Mittwoch, erster Zwischentag, man befindet sich zwischen zwei semifinalisierenden Bewerben. Wenn man bei der Stadthalle wohnt (fußläufig keine zehn Minuten), kann es dennoch sein, dass man praktisch nichts davon mitbekommen muss. Man glaubt, man müsse nur daheimbleiben (Fenster zu! Abdunkeln!), sein Radio hören, Ö1, und schon werde man verschont.
Schneckn. Nicht einmal auf Ö1 können sie einen verschonen, man jubelt sich (man hofft: ehrlich verlogen, weil auf Geheiß von Ganz Oben, aus der nunmehr interimistisch generaldirektorischen Content-statt-Koechel-Verordnungszone) den Schas derart zurecht, als handelte es sich wirklich um künstlerisch Wesentliches und nicht um dünnsuppige synthetische Selbstreverenz (es geht immer noch dünner; dagegen lässt ihr 95 bis 99% Wasseranteil eine Meduse als veritablen Festkörper dichtester Bauart erscheinen), (…).
Man legt eine nervenschonende Dampfpause ein. Hilft ja nichts: Nichts hilft.
Nun, wie gesagt, ein Stück ottakringwärts den Gürtel hinauf konnte man den Schaszirkus unter Umständen (Radio aus! Auch Ö1!) als erträglich überstehen. Wenn man jedoch frisch die (zweite) Übersechzigjährigen segensreicherweise gratis gewährte Gürtelrosenimpfung intus hatte, tat man besser daran, den stadthallennahen Gürtel zu meiden, weil sonst hätte einem, sorry, das Frischgimpfte aufgehen können, und derart begründet-übellaunig dürfte man sich niemandem zumuten, man hätte, bei aller Security, zur Furie werden können. Soviel muss man wissen.
Auch 1967 fand der (zwölfte) Eurovision Song Contest in Wien statt, damals noch in der Hofburg, und Sandy Shaw hat mit Puppet on a String gewonnen. Kennt man heute noch.
Hach, diese Mansätze!