Freitag, 1. Mai 2026

1. Mai 2026

Fels am Wagram, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 25

Dieses Bild ist von Markus Lidauer (2012).


Lukas Meschik, Lesung, teilnehmende Beobachtung

Sofia Labropoulou, Kanun
Matthias Loibner, Drehleier
Gerhard Laber, Perkussion
Bertl Mütter, Posaune; Conférence

Armin Thurnher, Special Guest
Antonino Tertuliano, Kontrabass; Surprise Guest

Hans Czerny, Winzer

Der WeinKult 25 im 26er-Jahr: BOAHH!, ein Vierteljahrhundert machen wir das schon! 

Lukas Meschik habe ich bei der Poesiegalerie 2025 kennengelernt, und sogleich war klar, dass er zum WeinKult kommen muss. Praktischerweise habe ich gleich auch einen von ihm rezensierten Auchlyriker als Special Guest eingeladen. 

Die WeinKultKombo (WKK) war diesmal etwas filigraner aufgestellt. Matthias Loibner ist ein langjähriger Kollege – er ist überhaupt derjenige (Profi-)Musiker, mit dem ich am allerlängsten in musikalischem Austausch bin, damals war er etwa 17 und ich reife 20. Er hat sich bereits mehrmals als loyal erwiesen, auch hier am Hof, und so war es wirklich Zeit, dass er wieder einmal im offiziellen LineUp dabei war. Ganz neu dabei hingegen war die faszinierende griechische Kanun-Spielerin Sofia Labropoulou, die seit einiger Zeit die österreichische Improvisationsszene frischwindig belebt; Matthias hatte mich auf sie hingewiesen, was für ein Glück. Dass – es bedarf stets der kreativen Verstörung (ein Akt des freundschaftlichen Kitzelns) – auch mein alter Freund und Mentor Gerhard Laber mit seinem stets kuriosen Perkussionsspiel dabeisein konnte, war eine zusätzlich beglückende Freude:

Bertl »The Trombone« Mütter spielte fabelhaft mit fabelhaften Kolleginnen und Kollegen auf fabelhaften Instrumenten; das von Sofia Labropoulou mit ziselierter Einfühlung gespielte Kanun war mir ebensowenig ein Begriff wie die Drehleier, welche Matthias Loibner zu erstaunlichsten Tönen brachte, vom sphärischen Orgelton bis zum energischen Bass. Was ein Schlagzeug ist, weiß man, aber was der erst 80-jährige, quicklebendige Gerhard Laber seinen Rhythmusinstrumenten abstreichelte, abklopfte und abschabte, das hielt die vier auf erstaunlich delikate Weise zusammen, und über allem schwebte Bertls Posaune, zitatenreich, anspielungsvoll, witzig und bei Bedarf einfach voll schön. Was auch bei den Hüttenbrenner-Duetten mit dem brasilianischen Bassisten Antonino Tertuliano zum Ausdruck kam.
Armin Thurnher, Seuchenkolumne (»Unbedeutend ist schön!«)

DANKE, es war wirklich gran-di-os, und wir hatten das aufmerksamste Publikum ever, sei lobend erwähnt. Weiter auf diesem Weg des kontinuierlichen Wandels! (Womit, feiertaggemäß, eine taugliche parolenartige Affirmation formuliert wäre.)

Markus Lidauer hat 2012 auch das photographiert.