Viele Wahrzeichen bleiben heute dunkel
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Jedes Jahr ruft die Umweltschutzorganisation WWF eine Earth Hour aus. Neben dem Lindwurmbrunnen in Klagenfurt und dem Martinsturm in Bregenz beteiligen sich auch die Oper in Sydney oder der Eiffelturm. In Paris.
Neben öffentlichen können bzw. dürfen auch Privatpersonen an der Earth Hour teilnehmen, alle nebeneinander.
Manche dieser Wahrzeichen sind eo ipso dunkel, letztgenannter Eiffelturm etwa, verrosteter Stahl, und man fragt sich ja, warum etwas, das dunkel intendiert ist, hell gemacht werden muss. Aber bitte, was kann ein Nichttouristiker schon in derlei Dingen wissen. Und vielleicht ist es um diese Stunde ja in Sydney oder meinetwegen Hollywood schon hell, Hellywood, haha!, eben. Müssen sie hell bleiben, die Buchstaben oder der stroboskopisch erstarrte Bumerang daunander.
Überhaupt, Wahrzeichen, Nur echt mit dem Stephansdom, fällt mir ein, das Mannerschnittenzertifikat, das mich beim ersten Lesen in eine Denkschleife aufkeimenden Erkenntniswillens gezogen hat, ehklar ists die Möbiusschleife im Hirn, denn wenn einer die Mannerschnitten plagiieren will, braucht er nur einen Stephansdom auf die Verpackung geben, und schon sind sie, wurscht (Wurscht?) was drin ist, echt, sogar nur echt.
Dieweil steht der Klimaschutz im Schatten, sagt der Bundespräsident. Unlängst ist er mir (der Bundespräsident) in der Rechten Bahngasse beim Juliäußerln begegnet, ein märzfinsterer Abend, ihnen voraus zwei schlanke Männer mit obachtig-entschlossenem Blick, und wie jedes Mal, wenn ich ihn, was öfter vorkommt, wo, etwa im Volksgarten, antreffe, sagte ich kurz »Grüß Gott – und Danke!«, früher hätte man bei so einer Referenz und auch, um die persönliche Unbewaffnetheit zu unterstreichen, den Hut gezogen, aber diese Geste habe ich, obwohl Hutträger, nicht im Repertoire, sie ist, außer im Theater (auf der Bühne), heutzutage funktionell ausgestorben, schade irgendwie, auch die, eigentlich selbstverständliche, Waffenlosigkeit betreffend, erst recht und gerade in der Rechten Bahngasse an jenem finsteren Märzabend, die Tage darauf war er verkühlt, bei Literatur im Nebel konnte er seine augustëische Grußadresse aus diesem Grund nicht persönlich anbringen, habe ich just im Volksgarten, wenn schon nicht in der Rechten Bahngasse, erfahren, von Freunden, die draußen gewesen sind, im finsteren Heidenreichstein.
Vieles bleibet ohnehin auf ewig im Dunkel. Und tauchet hinein, das sowieso, Alles und Jeder.
Nebelleben.