
Sonnensteher, 4. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)
Wien, Wotrubakirche am Georgenberg
Hermann Glettler (Bischof, Kunsthistoriker & Künstler): »Innenbegehung einer Skulptur«
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super FALLEN

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht
Die Wotrubakirche, offiziell Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit, ist eine römisch-katholische Kirche aus 152 Betonblöcken am Georgenberg im Südwesten Wiens. Sie wurde von August 1974 bis Oktober 1976 nach Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba und Plänen des Architekten Fritz Gerhard Mayr erbaut und ist eine Rektoratskirche der Pfarre Mauer.
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Als Kind stellte ich mir eine Zeit lang vor, dass Häuser musizieren können.
Saša Stanišić
Der SONNENSTAND wandert ins vierte Viertel: Immer zum astronomischen Anfang einer Jahreszeit erkundet Bertl Mütter einen inspirierenden Raum mit seinem epischen Posaunenspiel. Einleitend erzählen ihm nahe Menschen assoziativ Erhellendes. Im März hat Margret Wohlfahrt die Otto Wagner Kirche als Patientenkirche vorgestellt, im Juni (Universitätssternwarte) Franz Kerschbaum über Wendezeiten protuberiert. Zum herbstlichen Äquinoktium nun, am südwestlichen Rand von Wien, in der (heuer fünfzig Jahre bestehenden) Wotrubakirche, lädt Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck (er ist auch Kunsthistoriker – und als Künstler mit Bertl Mütter seit Jahrzehnten freundschaftlich verbunden), zur »Innenbegehung einer Skulptur«, deren oftmals als Bauklötze bezeichneten Quader in einem merkwürdigen Gleichgewicht von Schweben und Fallen zu verharren scheinen, eigentlich ein bedrohlicher Zustand, der letztlich doch eine erstaunliche Geborgenheit vermittelt. Wie (und ob) sich diese Spannung musikalisch abbildet, werden wir hören.
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»Mein freifliegendes Spiel erwächst aus einem musikalischen Nukleus. Von ihm aus hebe ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes ab, in die Tiefe, nach Innen, unbenennbar, weil wesentlich: Pointenlos pures Sein im Klang, Hingabe.«
Eintritt freiwillig.
Spenden für den Musiker werden g r o ß z ü g i g angenommen. Und hernach gehen wir zum Heurigen.
