
Sonnensteher, 3. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)
Wien, Universitätssternwarte
Franz Kerschbaum: Protuberanzen über Wendezeiten
Bertl Mütter: aus|cul|ta|tio|nes super STARDUST

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht
Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
Jorge Luis Borges, Die letzte Reise des Odysseus
(Es könnte aber auch eine historische Sternwarte sein; die ihrerseits Ganz Großes Theater ist.)
SONNENSTAND ist ins dritte Viertel gegangen: Zum astronomischen Anfang einer jeden Jahreszeit erkundet Bertl Mütter einen (nicht nur) akustisch inspirierenden Raum mit seinem epischen Posaunenspiel. Davor – es soll mehr als ein Konzert sein – erzählen ihm befreundete Menschen Erhellendes zum jeweiligen Anlass bzw. Ort. Zuletzt, am 21. März, hat Margret Wohlfahrt über Idee und Praxis der Otto Wagner Kirche als Anstaltskirche geredet. Nun waren wir, in Sichtweite (nordöstlich etwa), in der von Fellner & Hellmer perfekt ausgerichteten Universitätssternwarte, eine (Grundriss!) Kathedrale der Astronomie, Arbeitsplatz des beredten Astronomen Franz Kerschbaum: Er wusste indertat wesentliches über Wendezeiten.
Das Innere des Gebäudes bot gleich zwei reizvolle Klangräume: Ein ausladendes Treppenhaus mit Säulengalerie (und Franzjosephbüste), sowie den Ring um die zentrale Kuppel, der das Herzstück, den Refraktorraum, birgt; diesen Donut hat Bertl Mütter als ›Tönteilchenentschleuniger‹ akustisch erschlossen.

Das war am 20. Mai 2026
»Mein freifliegendes Spiel erwächst aus einem musikalischen Nukleus. Von ihm aus will ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes abheben, in die Tiefe, nach Innen, unbenennbar, weil wesentlich: Pointenlos pures Sein im Klang, Hingabe.«
Übrigens, damit wir es nicht vergessen: Wir sind bereits im Weltraum.
Planet earth is blue
And there’s nothing I can do
David Bowie
Hernach hat Hans Czerny köstlichsten SUNBEAM ausgeschenkt.

Dieses Bild hat Sotiris Bekas am 1. Mai 2026 in Fels am Wagram aufgenommen.
