Bertl

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Mutmasse

Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Franz von Assisi, wurde zum Feiertag erklärt.
orfon

Wir können oder müssen (mutmaßlich) von einem mutmaßlichen Feiertag sprechen. Es gilt die umfassende Mutmaßvermutung.

Des weiteren muss einem schon etwas seltsam vorkommen, dass man gerade von Menschen, die oder deren Sein und Wirken man mag (oder zu Lebzeiten gemocht hat), besonders feierlich den Tag ihres Todes begeht, nicht nur bei Heiligen, wo es sich ja dranglaubensmäßig argumentieren ließe. An Geburtsorten sind mir Gedenktafeln sympathischer. Geburtsorte sind zudem unschuldiger, in dem Sinn, als die befeierte Person an einem solchen Ort kaum schlimme Sachen gemacht oder gesagt haben kann. Von letzten Worten wird oftmals anderes berichtet.

Es ist gut. Mutmaßlich.

Wer oder weniger

weniger lesen
Perzeptionsempfehlung, Internet

Nun, das geht, wie so vieles, das im Internet insinuiert wird, nicht. (Noch nicht; sie arbeiten daran.)

Weniger ist stets mehr: Allein, dass Sie diese Zeilen hier lesen, fügt Ihrem bisher Gelesenen, es sei so inhaltsarm wie ebendies, dennoch Neugelesenes hinzu, es ist ein Immernochmehrlesen, undaber wwwerbraucht denn bitttte das, heute, das fehlt doch dann woanders!

Wir müssen besser schauen. Und mehr, viel mehr.

Finnalle

Weltglücksbericht: Keiner ist glücklicher als die Finnen
orfon

Sie alle zusammen und ich
Gert Jonke

Das ist eine einfache Rechung. Wenn es (wir nehmen, pardon, das generische Maskulinum), dem wikipedisch vermittelt bei Statistics Finland dokumentierten Stand vom 25. November 2025 zufolge, 5.656.394 Finnen gibt, so bedeutet das, dass selbst bei dem trübem Naturell, das wir, sie vermutlich missdeutend, ihnen gerne zuschreiben, schlechterdings unmöglich ist, dagegen anzustrahlen.

Wer nimmt es mit den Chinesen auf, und mit den Indern erst? Die Inder sind ja die allermeistensen.

Fressfreunde

Auch Haie haben »Freunde«
orfon

Wenn die Haifische Menschen wären
Gleichnisgrundannahme, Bertolt Brecht

Die Studie zeige, dass Haie entgegen der weitverbreiteten Meinung ein recht reiches und komplexes Sozialleben haben, heißt es weiter.

Was ist das, eine »weitverbreitete Meinung«?, wie verbreitet sich so eine?, wie breit?, wohin ist das, in die Breite, Weitverbreite?

Weiter: Ist das notorische Anlockungsblut, wie es in meeresbiologischen Dokumentationssendungen gerne zur illustrativen Anwendung gebracht wird, auch so ein Weitverbreiter? Meinungsweiterverbreiter?

Und so weiter.

Es bleibet wie stets: Da ist sehr viel Meinung und recht wenig Wissen.

Cabaret, Mütterspiel

Willkommen. Bienvenu. Welcome.
Emblematische Eröffnungs- und Beschließworte

Eine der besonderen Stärken der sog. künstlichen Intelligenz soll die Fähigkeit sein, Muster zu erkennen.

Am 12. März gewahrte ich, dass meine Mutter zu Liza Minelli im gleichen Verhältnis steht wie mein Freund Josef Haslinger zu mir, dem Autor diese Zeilen.

Ob, kommt sie gehäuft vor, diese merkwürdige Synapsenleistung, derartige Muster blitzhaft zu erkennen (oder erkennen zu müssen), als Geistiges Messietum zu bezeichnen sei?

Mögen wir auch nicht die einzigen sein: Wir können Autoren unseres Lebens sein.

Könnten.

I know

Verein für Proteinvielfalt
Ernährungsinteressengruppe

NON SVFFICIT ORBIS
(Die Welt ist nicht genug)
Wahlspruch, Philipp II.

»Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!«, sagt der Marquis von Posa zu Philipp II. in Schillers Don Karlos, was für ein flammender Appell.

Da sind wir nun also wieder.

Wer zuviel Eiweiß in sich hineinstopft, kann davon durchaus gerne einmal (wie man sagt) Durchfall bekommen, andere (manche) Muskelmasse, Sixpäkk, Bizeps, whatever. Dafür musst du mit absurd großen absurd eckigen Buchstaben bedruckte absurd große zylindrische Boxen kaufen, da drin ist das Männerpulver, Benco für die Großen. Dass du das aufderschraufst, brauchst du entweder eine irrsinnige Kraft oder aber die rechte Technik. Wenn du also so eine waschmitteltonnengroße Medikamentenpackung einmal aufhast, leg dir eine schöpflöffelgroße Inhaltsprobe wo in der Nähe hin, das verleiht dir genau die Riesenkraft, die du beim nächsten Mal zum Aufmachen brauchen kannst.

(Riesenkräfte hat dereinst der Matrose Popeye aus in Dosen konserviertem Spinat gezogen, wobei er diese durch effizienten Druck zum Aufspringen brachte, das Superfood flog in einem Bogen in sein passgenau vorgeschobenes Unterkiefer, die Wirkung setzte blitzartig ein, und Olivia war für diesmal gerettet.)

Nüsse, Nüsse sind gut fürs Hirn. Sind aber halt sehr fett, vielzu fett, ich weiß.

Samstag, 21. März 2026

Sonnensteher, 2. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Otto Wagner Kirche am Steinhof
Margret Wohlfahrt: Die Otto Wagner Kirche als Patientenkirche
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super DE PROFUNDIS

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Die erste moderne Kirche Europas steht auf dem höchsten Punkt der weitläufigen Anlage eines psychiatrischen Spitals vom Anfang des 20. Jahrhunderts. (…) Die gesamte Einrichtung der Kirche wurde von Otto Wagner und seinem Atelier entworfen und bildet ein einzigartiges Ensemble der Wiener Moderne.
Wien Museum

Begrüßung auf den Treppen der OWK | Bild: Franz Kerschbaum

Einmal durfte ich bereits für die ihr anvertrauten Menschen dort spielen. Margret Wohlfahrt, Freundin aus meinem theologischen Jahr (1983/84: eine Lebensfreundschaft), hat jahrelang auf der Baumgartner Höhe gearbeitet und konnte authentisch über die Otto Wagner Kirche in ihrer ursprünglich intendierten Funktionalität berichten, dazu Texte ehemaliger Patientinnen (u.a. aus Brigitte Schwaigers »Fallen lassen«): »Die Kirche ist ja eine Patientenkirche und in meiner Rolle ist das immer präsent.« Nun war mir gestattet, zum Frühlings-Äquinoktium meine abhorchenden Erkundungen vor einem aufmerksamen Publikum anzustellen, es waren einige da! Da wir uns am Vorabend des fünften Fastensonntags befanden, war Psalm 130 dran: de profundis (»Aus der Tiefe, o Herr, ruf’ ich zu Dir«), einer der populärsten Bußpsalmen. Von ihm aus habe ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes angehoben. Und befand sich auf dem Otto Wagner-Areal ja auch die »Jugendfürsorgeanstalt« Am Spiegelgrund. Nun, hören Sie selbst:

(Aus aktuell traurigem Anlass war mein Spielen Alfred J. Noll† in memoriam gewidmet.)

Franz Kerschbaum hat mich beim Spielen photographiert

Beim artigen Dienermachen nach dem Spielen auch.

Ein herzliches DANKE allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Nachmittag so gelingen und berühren konnte.


(Ausblick…)

Bertl, du hast gestern besonders gut gespielt, finde ich. Schön, dass wir das gemacht haben! – Gerne wieder, dann mit Erfolgsgeschichten aus der Psychiatrie … muss ja nicht Passionszeit sein.
Margret Wohlfahrt

Dem kann ich mich (in aller Bescheidenheit) vollumfänglich anschließen. Passt, findich, gut in den Bereich Jahreskreis, weil es sollte ja bitte die Normalität sein, dass es in der Psychiatrie Erfolgsgeschichten gibt. Das wäre dann wohl – mit Respektabstand – der 23. September 2027, ein Donnerstag.

Wir werden sehen.

Dasdieder

Joghurtpumpe, Segen der frühstückenden Menschheit im Kurhotel.

Über das grammatische Geschlecht wenigstens der Pumpe herrscht unter den deutschsprachigen Frühstückerinnen Einigkeit, ein Sekundärsegen, aber was für einer!

Zwischenhalbzeit

Wir sind immer oben. Und wenn wir einmal unten sind, ist unten oben.
Otto M. Zykan, Auszählreim

Ewig
Ewig

Ewig
Ewig
Ewig

Ewig
Ewig
Gustav Mahler, Das Lied von der Erde

Clessidra grande 40 20

Clessidra grande 30 15
Clessidra media 20 10
Auslagensonderangebote (befristet)

In Abano Terme bieten sie Sanduhren zum halben Preis an. Aber Sanduhren sind doch immer halb, ihr Prinzip ist die inwendig permanente Umkehrung von Unten und Oben.

Die Zeit zwischen den Zeiten, auf die kommt’s an. Ewig.

In vielen Sprachen sind die Sanduhren nach dem Wasser benannt, etwa (ital.) clessidra, Wasserstehler, Kleptohydrant. Kommt aus dem Griechischen.

Sowas aber auch.

Popompejispielhaft

2025 wurde dem Archäologischen Park ein pikantes Mosaik aus Deutschland überbracht, nach Vermittlung des italienischen Konsulats in Stuttgart. Es handelte sich um eine Mosaiktafel auf einer Travertinplatte aus der Römerzeit, das ein Liebespaar darstellt: Ein Mann liegt halb bedeckt im Bett, »fast ein wenig gelangweilt«, kommentiert Gabriel Zuchtriegel, Direktor des Archäologischen Parks Pompeji. Eine Frau mit entblößtem Po schickt sich an, ihn sexuell zu befriedigen. Datiert wurde das Mosaik auf den Zeitraum vom ersten Jahrhundert vor bis zum ersten Jahrhundert nach Christus.
derstandard.at

Schniedelwutz
Otto Waalkes

Also entweder war das damals alles andere denn ein Quickie, oder aber der archäologische Parkdirektor lässt seinen Zuchtriegel etwas garzu öffentlich fremdmanipulieren, was (jedenfalls/ immerhin) auf ein wohltuend entspanntes Verhältnis zu den gleichermaßen entspannten erotischen Usancen vor gut zweitausend Jahren hindeutet.

Der – es langweilt fast – Mann ist an der richtigen Position. Oder sagt man in?

Indie

Am Internationalen Frauentag lässt die multikreative Hackbrettistin Maria Ma das Publikum an ihren eigenen Hackbrettkompositionen teilhaben. Die vielseitige Musikerin öffnet Türen zu unterschiedlichen Genres.
nachrichten.at (»Amstetten«)

(Pressetexte sind eine eigene, oftmals zu Unrecht geschmähte Literaturkategorie, und kaumwo wird derart mit Worthülsen geschwafelt wie in ihrem kulturbetrieblichen Subgenre für möglichst unspröde zu verheißende Konzertveranstaltungen und erbauliche Ausstellungen. Wobei, das nebenbei, Kuratorentexte der Zeitgenössischen Bildenden Kunst oder Anstellungen der sog. Künstlerischen Forschung dann dem Topf noch einmal den Deckel aufsetzen, sodass ihm der Hut hochgehen würde, würde irgendjemand auch nur minimal auf ihr metaphernwildes Blühen achten, es in Zaum zu halten.)

Knallhart recherchierter Journalismus ist das zentrale Alleinstellungsmerkmal der Oberösterreichischen Nachrichten, die ihre seismographische Mission auch im angrenzenden Mosteuropa verantwortungsvoll wahrnehmen und sämtliche Entwicklungen der Gesellschaft, aber auch der Szene, stets kritisch verfolgen und beharrlich davon berichten, wobei die virtuose Handhabung der je systemimmanent (mit oder ohne Apfel) gültigen Tastenkombination für copy+paste noch lange Zeit eine unkreativ-schnöde Schummelei vermittelst sog. Künstlicher Intelligenz lange noch hintanhalten dürfte. Dafür ist in Kauf zu nehmen, dass bei der Redaktion gespart werden muss, sodass durch die Übernahme von ganzen Pressetextkonvoluten wohl ordentlich Content geboten wird, jedoch dabei die nach oben offene Schwafelskala permant derart ausschlägt, dass sich die Nadel sowas von verbiegen muss (oder, ob des Tempos des Andenanschlagaufschlagens, zersplittern), worüber, gäbe es einen Pressetext dafür, zumindest wöchentlich gesondert zu berichten wäre.

Die KI wirds richten. Daran lasst uns Teilhabe haben, zumindest anteilige, also tantiemenmäßig. DANKE.

Problembär

lupus problematicus
typologischer Begriff, nlat.

Der – unlängst verstorbne – Mafiaboss Nitto Santapaola soll ja, so heißt es, an klinischer Lykanthropie gelitten haben. Ich hänge mich ans Epitheton ›chronisch‹ dran.

Aber das steht ja gar nicht da, sagen Sie. Zurecht.

Sehen Sie, so entstehen von Zweifellosigkeit umschwirrte (umschworrene) Gerüchte.

Nicht im mindesten ahnte man bislang, wieviel Nicht-Kätzisches sich in Catania zu begeben pflegte, einstens und bis vor Kürzestem.

Alea

VERIRRTER WAL
Wal schwamm in deutschem Hafenbecken
derstandard.at

Nun, was bliebe (bleibt) ihm übrig, alswie zu schwimmen. Ralfoahrn? – Geht für verirrte Wale ebensowenig wie (etwa) schachspielen.

(Gilt auch für verwirrte Aale.)

Fesselnd

Skibergsteigduo bündelt seine Kräfte
orfon

Wer gewinnen will, muss seine Kräfte gehörig entfesseln, undzwar exakt im richtigen Augenblick.

Zuvor wird aber sowas von gebündelt.

Familiär

Rodler Müller versilbert emotionale Achterbahn
orfon

Sind Silbermedaillen dem Familiensilber zuzuordnen? Wer versilbert sowas?

Müsste man KHGrasser demnach als Nationalteamrodler (i.R.) apostrophieren?

(Tandkristallrodler, seither.)

Verzerrt

Worst-worst-Szenario
Festspielzustandsbeschreibung, Salzburg

… man springt nicht aus dem Ei, um gleich mit Wurstessen anzufangen. Hier wäre Frauenerfahrung nötig.
Franz Kafka

Unlängst habe ich eine der schlechtesten Würste meiner Wurstesserlaufbahn verzehrt, in einem nach der Oper oder dem Musikverein ansonsten gerne besuchten Lokal, es gibt dort auch ein ordentliches bernsteinfarbenes Ottakringer, aber diesmal, leider: Worst Wurst.

In Salzburg, unweit des Festspielhauses, ist die Original Bosna (mit Petersil) legendär (sie wurde dort erfunden!), aber auch die gstauchtn Pusztapaarln am Kapitelplatz zeugen von der möglicherweise erlesensten Wurstkultur Österreichs: Best Wurst.

Frauenerfahrung bringt uns manchmal weiter.

Auftauchen

ÖSV-Abfahrer an historischem Tiefpunkt
orfon

Wintersportlich nicht ganz so versierte (vornehmlich Menschen nicht aus Österreich also) würden annehmen, dass es bei einer ›Abfahrt‹ genannten Disziplin just darum gehe, den tiefsten Punkt (womöglich schnellstmöglich) zu erreichen, das Tal, Meeresniveau, den Marianengraben, ihr Witjastief 1 ist nicht ganz elftausend Meter darunter. Was für ein Druckausgleich aber auch!

Unter Druck erfolgreich sein müssen, geht kaum bis gar nicht. Sowas schaffen höchstens die Schispringer, früher, unterm Preiml: Schnabl, Innauer, es ist ein Zeitl her.

Benannt wurden die Marianen (und ihr Graben) nach der spanischen Königin Maria Anna von Österreich. Von Österreich.

Die, später, in zweiter Ehe, mit einem Tauchlehrer verheiratete Blanca Fernández Ochoa war die einzige spanische Schifahrerin, die es zu meiner Zeit gegeben hat. Von konkurrierenden Männern ist mir nichts bekannt. Es wird sie aber wohl gegeben haben, die haben dort ja Pyrenäen und so, Sierra Nevada, Andorra.

Durch geschickte (»just-in-time«) Anpassung von allerlei Regeln lässt sich ein erfolgreiches Abschneiden bei Wettkämpfen einigermaßen zuverlässig vorherbestimmen.

Aufwärts geht’s.

Höhlengut

Neue Details zu Sexleben in der Steinzeit
orfon

Yabba Dabba Doo!
Fred Feuerstein (zugeschrieben)

Gespannt erwarten wir weitere pikante Details, und selbstredend interessieren wir uns insbesondere für allerlei geile Praktiken. Von der Vorstellung, die Liebe in Steinigen Zeiten sei grottenschlecht gewesen, dürften wir uns aber verabschieden können müssen.

Heutzutage dient der Ausruf »Yabba Dabba Doo!« meist dazu, Gefühlen der Freude oder Begeisterung Ausdruck zu verleihen.

Aufsteigend

Glücklich bis in die Zehenspitzen
Wellnesswerbeaussendungsverheißung

Wolln wir hoffen, absteigend.

Fluchttiere

Auf dem Ring in Wien ächzen die Bäume unter den Schneemassen
Bildunterschrift, orfon

Photographierte Klänge, unser Leitmedium bringt’s zuweg’! Man vermag sich gar nicht vorzustellen, was sie da anderswo daherschreiben: Muss das dunnern, frage nicht!

Wie ächzen Bäume (also die auf dem Ring)? – So wie die Alpakas raunzen, stelle ich mir vor. (Mein Wiener Kühlundgefrierschrank raunzt auch so wie die Alpakas; aber nur des Nachts; der Kühlschrank – wie die Alpakas in der Nacht machen, ist mir nicht geläufig, aber wahrscheinlich ächzen sie wie die Bäume am Ring.)

Was einem nicht alles erspart werden könnte. Alpakas unter Schneemassen, etwa.

(Das war jetzt eine Ringparabel, eine alpakisch ächzende.)

Gerne

Astrologischer Fund begeistert die Fachwelt
orfon (Science)

Der ORF ist seiner Zeit voraus: Die benannte »Fachwelt« ist – noch – nicht am Ruder; es ist aber immer geschickt, die Willfährigkeit, zu der man bereit ist, bereits als Vorausleistung einzuschleimen.

(Gut, sie haben’s dann korrigiert.)

Merke: Jede Korrektur kann bei Bedarf und gemäß den aktuellen Richtlinien der jeweils amtierenden Fachwelt wieder zurückkorrigiert corr.: -korregiert werden. Recht so.

Wieviel?

150 Mio. Jahre alter Hai gibt Rätsel auf
orfon

Wappnen wir uns für die erwartbare Frage im Voraus: Hundertfünfzig Millionen Jahre, das sind ca. (150.000.000 x 365,25 x 24 x 60 x 60) 4 Billiarden 733 Billionen und 640 Milliarden Sekunden (4,73364 mal 10 hoch 15). Wir haben, man muss an alles denken, die Schaltjahre mitberücksichtigt. Wenn wir nun auch noch deren Entfall alle vierhundert Jahre (wie zuletzt im Jahr 2000) mitbedenken, was doch dreihundertfünfundsiebzigtausendmal passiert ist, sind davon noch einmal 32,4 Milliarden abzuziehen, nach Adam Riese (er darf hier nicht fehlen) ergibt das nunmehr exakte 4 Billiarden 733 Billionen 607 Milliarden und 600 Millionen Sekunden, immer noch ganz schön lange, man kann sich das gar nicht wirklich vorstellen.

Trotzdem, mit der Beantwortung wird es hapern, insbesondere an der Entgegennahme der (wie erläutert: annähernd – auch die dazuzuaddierenden Schaltsekunden fehlen, sowie die Umstellung auf den gregorianischen Kalender im Jahr 1582, die dabei elf ausgelassenen Tage, immerhin auch 1,1232 Millionen Sekunden) korrekten Antwort. Wodurch weitere Auswertungen (und allfällige Preisverleihungen) sich weiterhin verzögern dürften.

Alter Hai, wir bleiben dran!


Nachtrag am Morgen: Sehen Sie, jetzt hab’ ich geschwafelt. In meiner – zugegebenermaßen mäßig originellen – Abhandlung bin ich mir mit meiner Rechnerei selbst auf den Leim gegangen: Fallen doch nicht alle vierhundert Jahre, sondern jedes volle Jahrhundert die Schaltjahre aus, und der daraus resultierenden Ungenauigkeit zum Ausgleich gibt es bei allen durch 400 teilbaren Jahren einen 29. Februar. Seit wann in den letzten hundertfünfzig Millionen Jahren das so gehandhabt wird, weiß ich nicht, da muss ich, bei baldiger Gelegenheit (am äquinoktialen 21. März), meinen Astronomen fragen. Die Rechnerei aber erspare ich mir und Ihnen, derweil einmal.

Erhört

»…auch gefrierend erregen ist möglich«
Wettererläuterung, Radio Österreich 1

Wir danken der Wetteredaktion des Radios für ihre erotischen Ratschläge und freuen uns schon sehr auf den irgendwann sicherlich vehement kommenden Sommer.

Dann wird’s wieder heiß hergehen.

Zisch!

Wiener Linien wollen schneller werden
orfon

… rapidité!
Jacques Tati

Wie schnell ist eine Linie, kann eine Linie sein? Fläche?

Die Strecke, die eine (Geschoß-)Kugel bewältigt, wird als Bahn, welche sie zieht, beschrieben.

Parallelen sind bekanntermaßen Gerade, die sich im Unendlichen schneiden. Was passiert nach der Kreuzung, werden sie dann wieder als solche erkennbare Parallelen? … Nun, bis dahin ist es noch ein Stück (ein Zeitl), selbst wenn wir uns noch so beeilen.

(Nicht immer ist immer schneller immer besser.)

Minimalparabel

Scheib bleibt trotz Höhenflugs auf Boden
orfon

Eben, da haben wir’s: Die Welt kann keine Kugel sein.

Umzug

Ein 25-jähriger Arbeiter ist am Montag auf einer Baustelle in Wien-Landstraße schwer verletzt worden. Er wurde von einem Bauaufzug im Nacken getroffen und in ein Krankenhaus gebracht.
orfon

Ist doch ein feiner Zug von dem zuvor gefährlich unaufmerksamen Lift, dass er offenbar Manns genug war, den Schwerverletzten gleich selber ins Spital zu expedieren, vermutlich praktischerweise gleich ins zuständige Stockwerk, denn wer kann, der kann eben: Respekt!, sag ich da.

(Wirkt phänomenal)

Vatikan plant besseren Schutz gegen Vandalismus
orfon

Werden Motten* dir zur Qual
Schütz dich mit Vandal
Werbespruchikone (*wahlweise: Gelsen)

Von 2. bis 16. Juni 455 plünderten die Vandalen unter ihrem Anführer Geiserich die Ewige Stadt.

Ab sofort wird aber besser aufgepasst. Haben sie zumindest vor. Indes, vieles, das geplant wird, kann bis zu seiner Umsetzung dauern.

Wer (oder was) genau nun die Vandalen sind (oder waren), darüber ist sich die Wissenschaft ja nachwievor uneins.

Charon

Der Tote wurde durch das Österreichische Bundesheer bereits in seine Heimat überstellt.
orfon

Aufgaben nur für die Allerhärtestgesottensten werden gemeinhin als ›Himmelfahrtskommando‹ bezeichnet, außer es handelt sich um eine Strafcompagnie, und es werden ausschließlich Freiwilligevor! damit betraut, und möge keiner sich trauen, sich nicht zu trauen.


Es kommt der März, da stehen schon wieder Ausgaben an. Trotzdem erscheint das muetterlog (seit bereits 2006) gratis (aber keinesfalls umsonst). Die es regelmäßig lesen, können, wenn auch nur ansatzweise, erahnen, um was für eine (unbestellte, jaja) Geistesleistung es sich da handelt; übrigens seit dem Aschermittwoch 2020 (der 26. Februar, ein Mittwoch) wieder täglich, buchstäblich tagtäglich, allerhand!, und die muss ich halt zwischendurch, von Zeit zu Zeit, aufhalten:

Hör’ ich da: SPENDE!? (Das Hörbild hat Stefan Nuetzel gemacht.)

Sachdienliche Informationen zu meinem Konto gibt es im Impressum. DANKE.

Schwergewicht

Eder springt knapp an Bronze vorbei
orfon

Rodin? Donatello? Moore?

Oder: Giacometti!, Schispringer (m/d/w) neigen ja seit jeher eher zu einem mehr schmächtiger erscheinenden Körperbild. Haben aber allerlei Schnellkraft.

Wünschen wir Herrn (oder Frau) Eder jedenfalls, bei verlorener Form, nur das allerbeste Gipsglück, Glücksgips (je nachdem).

Hauthaarig

Dessine-moi un mouton!
(Zeichne mir ein Schaf!)
Antoine de Saint-Exupéry

Die einigermaßen etwas untergroße Dame im atemberaubend hautengen Schlangentop. Als hätte ein Python eben einen Tapir verschlungen, und dieser erwartete der Verdauung (Schlangen kauen kaum bis gar nicht): Sowas kann dauern.

Hee, die Natur tut lediglich ihre Arbeit. Wäre also je irrgendjemand zu bedauern? Und große Schlangen fressen nunmal Tapire, manche sogar Elephanten.

Ausreißer

Musik, die dem Publikum nicht nur in die Beine fuhr, sondern ihm letztendlich den Applaus aus den Händen riss.
Christoph Irrgeher, derstandard.at

ohne hände klatschen
Ernst Jandl

Die geschriebene Rede geht von Dvořáks Sechster, einem vielzuwenig gespielten Meisterwerk, mit den Wiener Philharmonikern, es dirigierte Andris Nelsons. Oder schreibt man Andriss? Oder seither?

Irgendjemand muss da wen bestochen haben.

Merke: Böller lässt man nicht in der Hand detonieren.

Wo ist ein Applaus, wenn er einem aus den Händen gerissen worden ist? Gibt es Appläuse? Eine App dafür? Oder, lausige, dagegen?

Es ist stets tunlichst darauf zu achten, den Applaus nicht von der falschen Seite zu bekommen.

Vorbehalten

Attacke am Friedhof: Angreifer eingewiesen
orfon

Wolln wir hoffen, anderswo.

Gesichtsgewinn

Engel mit Melonis Gesicht übermalt
orfon

Oder, zweite mögliche Lesart eines eindeutig zweideutigen Satzes, doch eher ein ebensolcher -verlust? Der Meloniverlust als Weltgewinn? Engel jedoch sind nicht von dieser Welt, und beiweitem nicht alle für ebendiese, gefallene Engel etwa.

Du sollst dir kein Bildnis machen.

Wenn ich ein Engel wäre, ich ließe mir sowas nicht gefallen und flöge davon.

Daliman

Heißt (hieß) so Harry Belafontes Parfum? Oder war es doch, da olfaktorisch weniger aggressiv, ein Deodorant?, ja genau, so eines mit Bananenaroma! Wobei bei Bananen eher von einer (leichten) ebensolchen -note zu sprechen etwas angemessener erscheint, sind doch Bananen nunmal keine Aromabomben. Bananennoten, nota bene, gibt es von 1 bis 6, in umgekehrter Reihenfolge, da, ein Erbe des britischen Kolonialismus, in Jamaika bekanntermaßen Linksverkehr gilt und, immer noch, herrscht. Als nicht völlig im wissenschaftlichen (materialistischen) Weltbild verankerter Rechtsverkehrsgewohnter kannst du da einen Talisman durchaus brauchen, before crossing the street – look right!

Kleiner Nachtrag: Bananentexte sind, generell, mit Vorsicht zu programmieren, denn irgendjemand kann immer not amused darüber sein, und namentlich gibt es Menschen, denen Bananenduft (-arooma), akut verwelkende Schalen in einem Großraumwagen der Bahn etwa, Unwohlsein generiert. Vom (tatsächlichen, metaphorischen – je nachdem, am besten beides) Ausrutschen ganz zu Schweigen, was hiermit eben nicht passiert ist.

Passierte Bananen, raschbräunende, hmm…

Neugierdsnase

Der Duft, der Köpfe verdreht
Werbezusendung, »Douglas« (Email)

Dann muss es aber bitte auch zumindest einen Duft geben, der sie uns wieder geraderichtet. Damit ist aber gottlob ohnehin zu rechnen, denn die einem da auf diesem wenig vertrauenswürdigen Weg zweifellos lukrativste Geschäftsvorschläge machen, sind bekanntermaßen stets an umfangreicheren Abschlüssen interessiert.

Wie riecht er also, so ein Kopfverdrehduft? Und der andere, das Antidot?

Sehen Sie, jetzt habe ich auch Sie neugierig gemacht: Das Österreichische Wörterbuch hat das Synonym für »neugieriger Mensch« zurecht im Olfaktorischen aufgespürt.

Destillattat

Vermisste Kugel mit Gin in Bodensee gefunden
orfon

Dusche und kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst!
Springe nie in dir unbekannte Gewässer!
Mute dir selbst nie zuviel zu und verleite andere nicht zu Waghalsigkeiten!
(Aus den Baderegeln)

»Einen noch, dann aber lasset uns tauchen gehen!«, werden sich wohl die wackeren Kugeltaucher gesagt haben. Noch einen, einen noch, dann aber: Gesagt, getan! – Wasfürwelche Probleme sich doch vermittelst edler Destillate lösen lassen.

Für den Allrounder (dreifacher Wellenkamm) haben wir seinerzeit eine Gummiwurscht aus dem Taucherbecken holen müssen. Die war zuvor aber niemandem abgegangen.

Tiefkühlware

Eisläuferinnen brachen in Irrsee ein
orfon

Gut, dass sie sie erwischt haben! … Was sie (die Rausgefischten) wohl (widerrechtlich) rausfischen hätten wollen? Fischstäbchen?

Wir sind von Irrtümern umgeben, schollenförmig sich türmenden Irrtümern.

Angezählt

Kärnten vermisst ausgiebigen Niederschlag
orfon

Mach es wie die Sonnenuhr
Zähl’ die heit’ren Stunde nur
Lebensheuristik (gereimt)

Es ist wohl nicht vermessen, zu behaupten, dass, wenn Niederschlag vermisst wird, das einem das Vermessen ausgiebig vermiesen kann, sodass Niedergeschlagenheit als eine sehr wahrscheinliche Folge angenommen werden muss.

Womit man sich alles abgeben muss, und das nicht nur in Kärnten. Dellach im Drautal etwa ist ein sogenannter Hitzepol, nur in Bad Deutschaltenburg ist es einmal noch heißer gewesen. Lienz wiederum ist stolz auf seine Sonnenstunden. Diese ressortieren statistikmäßig aber bei Tirol.

An all das werden wir uns noch einmal bitter erinnern.

Homogenisiert

Rücksturz zur Erde!
Raumpatroille Orion

Ende der Zeit als Tod durch Gleichheit, so laute die universelle Generalperspektive, informiert uns die Astronomin und Wissenschaftsvermittlerin Ruth Grützbauch im Radio, Vom Leben der Natur heißt die stets aufs Neue begeisternde Sendung, und Leben ist wohl auch alles, das jemand Lebendiger untersucht, solange halt, bis Alles gleich ist, das heißt ja auch unter den Menschen Tod, der Tod, er mache alle gleich, aber schaun wir uns doch die Pyramiden an und vergleichen wir sie mit den Grabmälern der Pyramidenbauarbeiter, sehen Sie, das ist ja gar nicht möglich, weil wir die nicht haben, weder die Pyramidenbauarbeiter noch ihre Gräber, und Erich von Däniken kann uns da auch nicht mehr weiterhelfen, wie wir hierblogs bereits bedauernd darlegen mussten, wo wird der begraben sein, und wird man ihn wiederfinden können, dereinst, in gut viereinhalbtausend Jahren, wir brauchen ihn sosehr und bereits jetzt fehlt er schon aufs bestürzendste, Entrückter zu den Sternen.

Triste Sache

Waffen und Konfetti bitte daheimlassen
Kinderfaschingseinladungszusatzhinweis 
(Kinderfreunde Gründberg-Letten-Sierning)

In Triest wird behauptet, dass die Konfetti 1876 vom damals vierzehnjährigen, nachmalig bedeutsamen Nuklearphysiker Ettore Fenderl erfunden worden seien, und eben nicht vom Brandenburger Buchbinder Paul Demuth, dem diese Idee ja auch erst 1887 gekommen sein soll, in Venedig noch dazu, wie einfallslos!

Ob Triest – Venedig eine ähnliche Ostwestfehde ist wie Klagenfurt – Villach?

Würde man mich, mit Karnevalsverpflichtung, nach Italien schicken, ich wählte wohl Triest, und auch den Klagenfurter Karneval zöge ich, allein schon aus Alliterationsgründen, dem Villacher Fasching vor: »KlaKa!« hat mehr kantigen Impäkt alswie das, wie ich finde, allzu beliebig verwaschende »ViFa!«

(Ettore Fenderl ist fast 105 geworden, konnte sich also seiner Erfindung noch gut 91 Jahre erfreuen. So etwas wie eine Konfettikanone war übrigens nie in seinem Absichtshorizont, ein klassisches Forscherschicksal.)

Frurken?

In Okinawa essen sie so eine froschartige Gurke. Diese – sie schmecke bitter – sei aber lediglich ein Mosaiksteinchen im Gesamtgefüge, im Rahmen dessen es so gekommen ist, dass dort (in bzw. auf Okinawa) soviele Ühus leben. Heutzutage wird das alles ja aufs genaueste erforscht.

Gurkenfrosch, naja. Ob es sich dafür lohnt, solange zu leben, gar leben zu müssen?

Meine Mutter, demnächst – worst case! (auf Deutsch geäußerte Eigenaussage) – neunzig, mag etwa schon längst nicht mehr. Ein Frosch kommt ihr keiner mehr in die Wohnung, und Gurken haben ihr zeitlebens Aufstoßen verursacht. Ob’s hilft?

In Söchau hatte mein Bruder einmal einen Kaulquapp im Ohr. Ist ihm aber nicht gut bekommen, und Frosch ist keiner aus ihm geworden. Jetzt hat er ein Biotop hinterm (oder, je nachdem, vorm) Haus.

Assonant

Wiener Stehtische
Bundeshauptstädtisches Cateringzubehörunternehmen (Geschäftsidee)

Ob im Büro von Drehstühlen drohende Gefahren (physikalische Ausreizungen im Rotationsressort) gesondert versicherbar sind (und bei welcher Versicherung), lässt sich sicherlich leicht herausfinden. Deren Sorgen möchten wir haben, aber auch nicht wirklich, weil: Sowas sagt sich doch allzu allzuleicht.

Zu Stehtischen werden üblicherweise keine Drehstühle o. dergl. gruppiert.

Drehtische? Wiener?

Mit

Hühnertransporter auf glatter Straße verunglückt
orfon

Der Transporter war, so heißt es im Radiobericht, ausschließlich mit geladenen Hühnern bestückt.: Alles VICs (Very Important Chicken), zweitausend! Mit denen – und generell, bei so einem Wetter! – musst du fahren wie auf rohen Eiern.

Unwiderruflich

Erich von Däniken ist tot
Agenturmeldung

Nun ist also auch die Zukunft vorbei. War ja zu erwarten.

Gespannt starren wir der Vergangenheit entgegen.

Die Außerirdischen können sich abjetzt sowas von warm anziehn.

Draußen, ich sagte es an anderer Stelle bereits, ist es kleschkalt.

Annihilation

The same procedure as every year!
Dinner for One

Zur jährlichen Geburtstagsfeier (heuer der 77er, Schnapsklappe!) würden wieder die Üblichen kommen, außer denen, die seit letztem Jahr verstorben sind, 2024 war ja Simonischek noch da (Moment, nein, 23 muss es gewesen sein, im Mai 23 ist er gestorben, der seinerzeitige Zwilling!), lediglich der Neffe (der Erbneffe) komme heuer nicht, haha, die Nichtung des Neffen, wie hat noch schnell Heinz Erhardt schusslgewitzelt, hat der nicht einmal theatralisch empört »Ooh nein, mit Kusinen, mitnichten (mit Nichten?)!« Pathos verdampfend sichselbst in schelmischem Vortrage entgegnet?

Bei einer derartigen Neffenvernichtung bietet man sich selbst ritterlich-devot als präsumtiver Universalerbe an: Schließlich ist man noch jedesmal brav angetanzt zur lukullischen Geburtstagsatzung.

Ist aber auch jedesmal schon auch schön, dem alten Freund die Freude zu machen, weil worum geht’s denn bitte?

Asso

Assinger mit neuen Einblicken zurück
orfon

Unbedarften Polyglotten steigen merkwürdige Assoziationen auf.

Meist täuscht der erste Eindruck, aber nicht immer: Es gibt dafür schlicht keine Regel, seien wir also auf der Hut vor jedweder Vorschnelligkeit.

Gut, dass es für Alles Experten gibt, und Fachärzte.

Saloon

Konsistorium: Kardinäle betonen Harmonie
orfon

Harmoniebeton, weltweit verbreitetes großpolitisches Grundkonstitutivum.

Wie betont man eigentlich »Harmonie«?, also so, dass es nicht wie ein Frisiersalon klingt.

(Richtig, es gibt ja auch sowas wie eine Betonfrisur, sagt man; auf die Konsistenz kommt’s an.)

Unaussprechlich

Auch Wäsche falten: Roboter stehen vor neuen Aufgaben
orfon

Oftmals steht man vor einer Aufgabe und kommt nicht und nicht weiter. Früher sagte man dazu »wie der Ochs vorm Tor«.

»Wäsche«, das meinte früher »Unterwäsche«: Was haben so Roboter (m/d/w) eigentlich untenrum an?

Gewisse, besonders delikate Teile der Unterwäsche wurden früher schicklich verklemmt »Die Unaussprechlichen« genannt. Das hatte schon beinah eine religiöse Komponente, ist doch in bestimmten Religionen eine Nennung des Gottesnamens von gleichermaßen umständlichen Tabus flankiert.

Sonntag, 8. Februar 2026

Ponta Delgada (São Miguel, P), Igreja do Colégio
Bertl Mütter, Posaune solo
aus|cul|ta|tio|nes super ATLANTIS

Das Bild hat Klaus Fritsch aufgenommen

O «grande individualista austríaco do trombone» (como já foi descrito) Bertl Mütter mantém uma relação de amizade com o Festival MUSIC AZORES há vários anos e já nos visitou pessoalmente três vezes. Agora surgiu uma oportunidade extraordinária de o ver a SOLO. Depois de ter ouvido sistematicamente a Catedral de Santo Estêvão de Viena (CD aus|cul|ta|tio|nes), tocou recentemente, no solstício de inverno, na Igreja Jesuíta de Viena, um espaço barroco perfeito. Agora, ele aguarda com expectativa a «Igreja do Colégio», que já lhe é familiar desde a sua última apresentação aqui em novembro de 2025.
Quando Bertl Mütter toca o seu trombone, todo o espaço é imediatamente envolvido por um som puro. Não é uma música aparentemente virtuosa que surge, mas ela penetra diretamente no coração. A sua interpretação épica, que vem do silêncio, vai em profundidade, para dentro, assustadoramente feliz, é indescritível, pois é essencial. Embora seja difícil descrevê-la, deixar-se envolver por ela e vivê-la significa voltar para casa feliz e transformado.
Ankündigungsprosa

Ein Besuchskonzert: Zuletzt habe ich im November 2025 gemeinsam mit dem lieben Antonino Tertuliano in diesem akustisch idealen Raum spielen dürfen. Nun, auf Winterflucht, gebe ich ein kollaterales Geschenkkonzert für meinen Freund Rui, den so verdienten Gestalter des Festivals MUSIC AZORES. Er wird seinerseits interessierte Freunde und freundliche Interessierte einladen.

Ich bereite mich meistens nie vor
Anton Bruckner über sein Improvisieren

Ich habe genau da freifliegend weitergemacht, wo ich zur Wintersonnwend in der Wiener Jesuitenkirche aufgehört habe. Wenn Sie doch auch gekommen wären, es ist ein zauberhafter Raum! – Und da rede ich noch gar nicht von den so angenehmen sonstigen Umständen, in Atlantis, wer’s glauben mag.


Weiter hinaus, albatrosanalog, weiter fliegen. Dankbarkeitsgefühle an ein sich vorbehaltlos einlassendes Publikum.

(Geschenkkonzert.)

Ringer

Team Austria nimmt für Olympia Form an
orfon

Bei Sportlern ist es wichtig, dass sie für wichtige Wettkämpfe zeitgerecht in Form kommen. Am besten ist überhaupt, dass sie beim Bewerb am Höhepunkt ihrer Form stehen. Manche können ihn sogar sprichwörtlich überschreiten, andere wiederum unterqueren ihn lediglich.

Gewisse, sehr seltene Spitzensportler können im Anschluss an ihre aktive, die Wettkampflaufbahn, noch eine Abkühlphase anschließen, in der sie je auf sich zugeschnittene Herkulesaufgaben bewältigen, zum Beispiel eine Durchquerung der Antarktis oder Grönlands im jeweils antipodischen Winter oder Sommer. Schauspieler am Zenith zieht es mit dem Motorrad in die Wüste. (Was macht eigentlich Philipp Hochmair dieser Tage, geht’s ihm eh gut?)

Merke: Die Olympiade ist die Zeitspanne zwischen den Spielen; und Olympia ein Ort in Griechenland, eine Schreibmaschine, ein Gemälde von Édouard Manet, (…), sowie eine mechanische Puppe weiblichen Phänotyps. Vonihrbetörte Männer sind blindwütig verrückt nach ihr: Was kann die doch singen und tanzen, phänomenal!

Echte Profisportler müssen genau kalkulieren und stets einen kühlen Kopf bewahren.

Früher einmal waren die Olympischen Spiele ausschließlich Amateuren vorbehalten.

Bussi, feucht

Qualle von »Größe eines Schulbusses« entdeckt
orfon

Da Quallen, wie gestern hier referiert, wie Menschen schlafen, dürfen wir uns nun einen mit schlafenden Menschen vollbesetzten Autobus vorstellen.

Bei einem Schulbus ist so etwas kaum vorstellbar.

Was nicht alles noch entdeckt werden wird, Taubeneier von der Größe eines Hagelkorns, etwa.

Regeneration

Quallen schlafen wie Menschen
orfon

Als Qualia werden von außerhalb kaum (oder, das ist die Frage, überhaupt nicht) beantwortbare Fragen nach der individuellen Befindlichkeit bezeichnet, berühmt ist etwa jene, wie es sich für eine Fledermaus anfühle, eine Fledermaus zu sein, sie lässt sich auf alle weiteren Lebewesen anwenden, und manche dehnen sie überhaupt auf das gesamte Universum aus, das sich ja seinerseits bekanntermaßen selbst (oder selber) ausdehnt, wie geht es ihm eigentlich dabei?

Ich, Mensch, schlafe, außer es ist allzuwarm, stets mit Mütze. Wie fühlt sich eine solche für Quallen an? Tapire? Okapis? (Haubentaucher?, Blässhühner?, …)

Im Weltall ist es, seltene Sondersituationen ausgenommen, tatsächlich saukalt. Und diese Kälte dehnt sich noch dazu aus; was für ein Paradoxon, auf den ersten Blick.

So vieles sollte man noch einmal überschlafen. Merke allerdings: Schlafmützen im Wasser sind noch lange keine Badehauben.

Entschütternd

2026 bringt dichten Konzertkalender
orfon

Na dann.

Oder gibt’s den wo zu kaufen? – Ich garantiere Bestpreisgebote.

(Aber zahlen kann ich nichts.)

Fake News

Morgen um fünf vor neun: Perfekte Täuschung
Programmankündigung, Radio Österreich 1

Sowas will ich bitte nicht von meinem Kultur- und Bildungsradio, jetzt weiß ich überhaupt nicht mehr, wem ich – wem man! – noch trauen kann heutzutage.

Spedition

Grasser mit Fußfessel in Hausarrest überstellt
orfon

Bitte das ist gemein, so kann er doch unmöglich gehen, ein unwürdiger Spaß, den sich die Justizler da erlaubt haben! Am End’ werden sie ihn noch stehend auf eine Rodel gebunden haben und nach Kitzbühel heimexpediert haben.

Wir wollen keine unschönen Bilder aus Kitzbühel, nicht aus Kitzbühel auch noch!

Arktisch bekehrt

Apostel der Grönländer
beliebte Kreuzworträtselfrage

Bekanntlich war der biblische Paulus als Saulus ein zumindest ebenso vehementer Verfechter seiner überaus eifernd ausgeführten Mission, nur eben mit umgekehrtem Vorzeichen.

Ich bin der Flanellpaulus. Bettwäscheflanellant, bekehrt, als Weihnachten vor der Tür stand.

Nach Rom!

Längst schon

TU Graz forscht an Flugkraftstoff aus Paradeisern
orfon

Bitte, Paradeiser sind Flugkraftstoff!

Von Eiern, mögen sie auch faul sein, wird ähnliches berichtet.

Untätigkeit bringt uns nicht weiter.


Leute, spendet! Es zahlt sich aus!
Sachdienliche Informationen zu meinem Konto findet ihr (Ihr)
hier, im Impressum.

Wintersportbremse

Abfahrverbote in Tirol wieder in Kraft
orfon

Die Meldung erscheint an jenem Wochenende, da in Gröden (Südtirol) die Herren um die Wette talwärts rasen, mal die verkürzte Strecke (das Wetter), mal über die volle Distanz, und einmal die Super G-Version.

Ein Tirol (EIN TIROL) hat sich endgültig aufgegeben.

Rezent

Rezent
Käsequalifizierung (›streng‹), Schweiz

Jazz isn’t dead. It just smells funny.
Frank Zappa, 1973

Gastlehrveranstaltung an der ›Angewandten‹. Schuh und Schröder im Gespräch (oder ist’s ein Doppelmonolog?). Die Studierenden dürfen – man hat sie informiert, es handle sich um Gi-gan-ten – zuhören und schauen dabei drein alswie ein einziger Autobus: Da vorne sitzen zwei Vergangenheiten und reiseleitern über lauter die jungen Menschen aber wirklich sowas von unter den Fingernägeln brennende Fragen, deren Lösungen ihnen dereinst noch von großem Nutzen sein würden, sie würden sich schon noch erinnern, dann aber ist es zu spät.

Meist ist es nur ein kurzer (wenn auch historischer) Moment, ein Lichtspalt, in dem etwas, das nachmalig über Ewigkeitswert verfügen wird, als brandneu bestaunt werden kann: Wie ein Faxgerät zu bedienen oder der Film in einen Super-8-Projektor am effizientesten einzulegen ist, mag zu seiner Zeit zweifellos fasziniert haben. Aber selbst Galileo oder Leonardo hätten (zu früh!) in etwa so viel damit anzufangen gewusst wie die heute damit (ein kleinwenig zu spät) zur Anwendung aufgerufenen nachmaligen Universalgenies, da können die beiden sich matchenden rezenten Legenden, Life hack hin oder her, noch so feixen, es hilft nichts.

Turtel taub

Veilchenduft. Oder nicht doch (eher) Fäulchen?

(Guten Morgen.)

Rasend still

Acht Autos in Unfall in Vorarlberg verwickelt
orfon

Fåhrradlberg
Karambolageergebnis, zweirädrig

Was für eine grandiose Unendlichkeitsmetapher, eine derartig darniederliegende Acht! Wo befinden sich transarlmontan die zwillingshaften Votivtürme, die sich damit alarmblinkend illumidekorieren ließen?

Einbrechnung

Schmidtschläger, Metallwarenhändler und Beschlägefachbetrieb in der alles andere als hippen Hippgasse, spezialisiert auf Einbruchschutz, informiert, dass er am 22. und 23. Dezember wegen Inventur geschlossen hat. Eine Inventur dient bekanntlich dem Abgleich des Lagerbestands mit den Lagerstandsdaten, ob zuviel, zu wenig oder genau die vorgesehene Stückzahl eines jeden (bestimmten) Artikels vorhanden ist.

Nicht jeder Dieb bricht ein. Nicht bei jedem Einbruch kommt es zu einem Diebstahl. Diebe befinden sich, nicht nur beim Schmidtschläger, auf dünnem Eis, wer einbricht, kann sein, darunter.

So viel ist sicher.

Vertraut

Adventzeit führt zu mehr Alkounfällen
orfon

Als Autofahrer in Österreich ist man es gewöhnt, vermittelt zu bekommen, dass, egal wofür, immer die anderen (oder etwas anderes) schuld sind. Der oder das muss dann weg: Gefährlicher Baum! – Umsägen! Gefährliche Kreuzung! – Kreisverkehr (mit hübscher Gestaltung)! Gefährliche Kurve! – Schnellstraße! (…)

Gut, dass nun diese gefährliche Adventzeit absolviert ist.

In Deutschland sagen sie Adventszeit.

Man empfindet immer das als schöner, was einem vertraut ist.

Loriotort

Wie sich die Frühstücksgäste im klösterlichen Gästefrühstücksraum, da im Kloster, pietätsbeflissen nicht zu reden getrauen, auch nicht miteinander, zwei Paare sind da, die ihre gewohnte Privatheit (das wohleingelebte Anschweigen) nun plötzlich vorführen müssen, jedes Hinunterschlucken und Amteenippen verkommt zur akustischen Peinlichkeit. Dann hat bei dem einen Paar auch noch Er (wieder einmal) Nasenbluten, »warum hast du dir kein nasses Tuch ans Genick gelegt!?«, zischt Sie so klangunterdrückend wie möglich, mit Nachdruck, und Er macht eine so kaum sichtbare Hilflosigkeitsgeste wie nur irgend möglich, wir sind im Kloster, da geht sowas nicht.

Ganz Großes Kino. Naja, Vorabendfernsehen.

Gott sieht Alles.

O HErr.

Anhaben

OÖ: Entlaufener Stier von Cobra getötet
orfon

Was sind wir froh, dass das österreichische Polizeisondereinsatzkommando nicht ›Bär‹ oder ›Wolf‹ heißt, Vorname ›Problem‹. Weil dann würden sich bei dieser Meldung noch wesentlich mehr Menschen hier aber sowas von gefürchtet haben. Wissen Auskenner hierzulande doch, dass einem im Winter eine Kobra, da wechselwarm und unbekleidet, kaum was anhaben kann; umso mehr sind wir von der außergewöhnlichen Leistung des Reptils an einem der kürzsten Tage des Jahres beeindruckt. Gespannt erwarten wir die Videoveröffentlichungen in den einschlägigen sozialen Medien. … Wo bleiben die eigentlich, wenn man sie einmal braucht?!

Angleichung

Rekordernte bei Speisekartoffeln drückt Preis, knappe Eierversorgung
derstandard.at

Dann solln sie doch einfach ein paar Erdäpfel oval zurechtschnitzen, bissl feinschmirgeln, und es stimmt wieder alles.

Weil, heißt es zumindest in Obstdingen auch anders, aber metaphorische Vergleiche sind nun einmal dazu da, dass man sie parallelverschiebend zur Veranschaulichung hernimmt, Kartoffeln und Eier lassen sich sehrwohl miteinander vergleichen.

Abgehoben

Ehepaar Benko in Tirol vor Gericht
orfon

Da hat man was –
Loriot

Wieso schauen die Superreichengattinnen (corr.: die superreichen Gattinnen; bei Prozessen gehört immer alles ihnen, der bescheidene, ja: mittellose Gatte wird von ihr – und seiner Mutter – durchgefüttert), wieso also schauen die immer aus wie zwangsnormgestylte Stewardessen (im Ruhestand, je nachdem)?

Oder: Dressurreiterinnen.

– Und Reiterinnen werden ja immer gesucht
Loriot

Offenbar

In Kibeho gab es von 1982 bis 1985 Erscheinungen der Mutter Gottes – mit eindringlichen Aufrufen zum Gebet, zur Bekehrung der Herzen – um einen Frieden aufrecht zu halten. Leider kam es trotzdem zum abgründig dämonischen Genozid 1994.
Christlicher Reisebericht (Rwanda)

Nun denn, schaun wir uns so (garantiert echte, da approbierte!) Marienerscheinungen mit ihren jeweiligen Aufrufen und Ermahnungen ein kleinwenig genauer an. In aller Regel gibt es da dringliche Bekehrungsaufforderungen, und offenbar haben sich daraufhin nicht ausreichend Bekehrungswillige gefunden, was ist dem HErrgott also, so leid es IHM tat, anderes übriggeblieben, alswie mit Seinem Hammer im jeweilig adäquaten Ausgestaltungsaggregatzustand dreinzufahren. Sowas geht nicht ohne ein paar unschöne Bilder, aber, und das wusste nicht nur der jüngste Exkanzler der Republik Österreich, sondern es weiß auch der HErrgott: Keine Publicity ist die schlechteste Publicity.

Alle müssen dran glauben.

Dann aber1


(Hier bricht der Text ab.)

Wettläufe

Elon Musk fällt mit rassistischen Postings auf
derstandard.at

Nun, das kann nicht wirklich so gemeint sein: Der würde wohl eher mit anthropophilen Appellen auffallen. Es zählt einzig, wer öffentlich vorkommt; generierte er durch Liebsein Klicks (ach was, Milliarden!), Musk wäre der Liebste von und zu Allen. Zu-min-des-t.

There is no such thing as races.

Verschlüsselt, faborgen

»Ende-zu-Ende-verschlüsselte« Klokamera ist gar nicht »Ende-zu-Ende-verschlüsselt«
derstandard.at

Verschlucktes Faberge-Ei auf natürlichem Weg aufgetaucht
orfon

Wie lassen sich verborgene Fabergé-Eier Ende-zu-Ende-verschlüsselt verbergen oder, gemäß Interessenlage, auftauchen?

(Der Tag, an dem der ORF das so nur ihm derart ignorant eignende Problem der Akzente und Sonderzeichen, sie seien romanisch, slawisch oder sonstwie begründet, bewältigt haben wird – wird er das denn je? – wird als der einen internationalen Tag der Typographie begründende zu begehen sein.)

Unbling

Spittelau. Der D-Wagen nach Nussdorf kommt in sieben Minuten. Ich gehe also bis zur nächsten Station die Heiligenstädter Straße stadtauswärts, rein der Bewegung wegen, die Heiligenstädter Straße ist ein abends vom Autoverkehr gut genutzter, mäßig attraktiver Flanierboulevard. Frachtenbahnhof. Quester-Baustoffe. Nach den hangseitigen Schlumberger Kellerwelten dann eine geschlossene Überbrückung, ich blicke auf und lese BLING. Der Rest der Aufschrift ist weihnachtsdekorativ übergirlandet, aber das passt schon so.

Mag es auch draußen noch so unglamourös dezembern, innen kannst du es blingen lassen; wenn du entsprechend versichert bist: Die Privatklinik Döbling begrüßt ihre Patienten.

Bis zuletzt wird geblingt. Geblingt wird bis zuletzt.

Alles Walzer?

Aus für gewöhnlich gut informierten Kreisen ist durchgesickert, dass es gegenwärtig um die Europäische Totentanz-Vereinigung (ein e.V. – wir sind in Deutschland) nicht zum besten stehen soll.

In echt jetzt, zu was für einer Musik hat ein korrekter Totentanz eigentlich zu erfolgen, damit er als gültig gewertet werden kann?

Der ETtV e.V. wolln wir indes gute Genesung wünschen!

Zwangsvorstellung

LESUNG: OHNE WORTE ÜBERZEUGEN
Eigenwerbungsveranstaltungsbewerbung

Das Publikum im angemieteten Vortragssaal lauschte mit vor Anspannung offenem Mund (ein einziges großes & artiges, massenhaftes – der Andrang! – Mundkollektiv) den ohnwortigen Überzeugungszeugungen der nicht übergroßen Vortragenden.

Fürwahr, ein erlesener Abend.

Vertikalverlauf

Altersteilzeit
zeitgemäßer Begriff, Arbeitswelt

Oftmals (mit hundertprozentiger Sicherheit) geht es mit dem Fortschreiten des Alters bergab, zuletzt, steinalt, steinzeitig steil.

Florenz, Livorno

STADTMITTE
Fußgängertunnelrichtungshinweis, Bahnhof Memmingen

Toronto. Tamsweg. Tallahassee. Tussenhausen. Nein. Tussenhausen ist lediglich ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu, keine Stadt. Weitter. Telfs. Turin. Triest. Tromsø. Turku. Tampere. Tallinn. Südhalbkugel: Puuh, schwer. Aber eigentlich sollte das für Stadt-Land-Berg (-Gewässer-Name-Beruf, …) ausreichen. Nirgendwo aber ein Schild STADTMITEF oder STADTMITEL, in dieser STADTMITME.

Ich reise ab! Wohin? Das geht Sie doch einen Treck an!

Abnehmend weniger schlank

Zunehmend mehr Haustiere übergewichtig
orfon

Wen wunderts. Das Hauptproblem nun: Wie gendern wir »Wie der Herr, so ’s Gescherr« adipositasadäquat?

Horizontal

Neuer Name für die Tourismusregion: 360 Grad Alpenland soll Gäste anlocken
nachrichten.at

Woher wir kommen, das wissen wir meistens so einigermaßen. Wohin wir gehen, ist letztlich immer ungewiss.

Bestemmig aufwärts geht’s. Zumindest dreihundertsechzig Grad.

Begriffen

Priesternotruf
Plakataushang, Pfarre Starchant (Wien XVI)

Wiesehr doch gewisse Begriffe durch die Zeiten einem diametralen Bedeutungswandel unterliegen können.

Dufte

Hochmair meinte, es sei unglaublich, dass ein Theaterstück im Fernsehen als »Publikumshit« ausgezeichnet werde.
orfon

Geruchsfernsehtheatersuperstar. Geruchsfernsehtheatermegasuperstar. Geruchsfernsehtheaterhypermegasuperstar.

Irgendweroderwas riecht da streng.

Falschtrick

Deutsche Talkshow lädt falschen Sebastian Kurz ein
Entsetzlichkeitsberichterstattung

DAS WAR KURZ
Banneraufschrift, Wien, Mai 2019

Aber war nicht Sebastian Kurz der Falsche?; der richtige Falsche, sei’s berichtigt: Gibt (gab?) es ihn also, den Richtigen im Falschen?

Ganz schön schwindlig könnt’ einem kurz werden, ganz kurz, und schön ist das bitte nicht.

Bitte nicht.

Staying

Gedanke bei der Betrachtung eines aus der Publikumsperspektive (hintere Reihen) verfertigen Schlussapplausfotos eines selbst vom Podium aus erlebten Konzerts: Wann wäre der Kipppunkt, an dem als solche sich anheischig machende Standing Ovations sich als als Going intendierte entpuppen?

Möge derselbe nie überschritten werden.

Rechtzeitig

Liensbergers Kurve im Slalom zeigt nach oben
orfon

Jeder hat so seine Ziele. Wollen wir der sympathischen Sportlerin indes wünschen, dass sie obenbenannten Umstand rechtzeitig gesondert einer gründlichen Analyse unterzieht, auf dass es raschest abwärts mit ihr gehe, tunlichst vor allen anderen, so und nicht anders wird man Erste.

Nur beim Training und, wenn man ihn bewältigt hat, nach dem ersten Durchgang muss man hernach wieder in den Lift.

Am Damberg, beim Schuastaspitz, haben sich dereinst die Liftverächter (Kriegsheimkehrer die meisten) zum Hinaufstaffeln und gelegentlichen Hinunterschwingen (fünf, sechs Bögen, aber von was für einer Eleganz!) mit ihren Steghosen getroffen. Da ist es nicht um einen Sieg gegangen, sondern um pure Schönheit.


Es muss hier wieder einmal daran erinnert werden, dass die Struktur des muetterlog keine Rücksicht auf tagesaktuelle Entwicklungen zu nehmen in der Lage ist. Oftmals ist es so, dass in unterschiedlichen, von mir gewohnheitsmäßig abgeästen Medien aufpoppende Überschriften inspirativen Anstoß zur Abfassung eines Eintrags hier geben. Diese kann bis zu vierzig Tage vor der Veröffentlichung hier erfolgen, und in einer solchen Zeitspanne kann einem allerdings, nicht nur im Sport, allerhand dazwischenkommen.
Das muetterlog ist kein Nachrichtenportal, sondern eine Einrichtung für ästhetische Anstellungen. BM.

Kompakt

Morgen um fünf vor neun: Die Forschung seit Aristoteles
Radio Österreich 1, Vom Leben der Natur

Die Nachrichten – sie dauern fünf Minuten –, das ist bekannt, folgen um Punkt neun. Bis morgen um fünf vor neun verbleiben demgemäß etwas weniger als eintausendvierhundertfünfunddreißig Minuten, und ist ja auch die Geschichte des Modernen Menschen bis Aristoteles ihre beiweitem längere Zeitstrecke (geprägt von vor allem düsterster Ahnung). Dann kann es also nicht so schwierig sein, die als solche benannte Forschung seit Aristoteles, eine Zeitspanne von ziemlich genau zweitausenddreihundert Jahren, in nicht ganz fünf Minuten darzustellen. In weniger geht dann aber nicht so leicht.

Schäfsache

Merino-Schuhe für Problemfüße
Produktkategorieinformationsclickbait

Hat man Problemfußfußprobleme (es sind deren immer mehrere), empfehlen sich derartige Paarhuferhufpaare, wollen sie uns meinen machen: Zweifellos ein Erfolgskonzepterfolg.

Merinoschafen eignet der Zwang zur Schur.

Hättiwarenkorb

Haupttreiber der Preise seien die Gastronomie, Strom und Nahrungsmittel, hieß es. Ohne diese drei Bereiche hätte die Inflationsrate nur 2,2 Prozent betragen.
orfon

Da haben wir’s, so einfach wär‘s, seine private Inflation unten zu halten: Einfach auf Nahrungsmittel und Strom verzichten (die Gastro ist automatisch drin), und schon ist dein Leben bedeutend billiger.

Alstern, entmagen wir uns. Nur Totsein ist billiger. Kommt eh auch noch.

Gefahr, los!

Herbst für Heimwerker besonders gefährlich
orfon

Lassen wir Weihnachten (bitte das orthodoxe auch noch) vergehen, dann sind wir auf der sicheren Seite.

Die Grillsaison kann kommen.

Penchel

Finocchio, so heißt der Fenchel auf italienisch, wirklich wahr.

Neutra

Neutrainer Andy Heraf (bringen Sie den Namen einmal durch die Autokorrektur!) (…)
Armin Thurnher, Seuchenkolumne

Wie wahr! Turnherrn sind, welch Arminsglück, kaum gefragt, allerhöchstens Turmherren, aber die wohl auch schon lang nicht mehr.

Herrenreiter?


Doppelte Erinnerung: Neues Jahr, neuer Monat, das bedeuet: neue Chance auf neues Glück. Einmal monatlich (einfacherweise genau an jedem Ersten) tschentsche ich Ihnen was vor von Erbarmen Sie sich meiner und so. Also auch heute – und wenn Sie’s an einem anderen Tag lesen, auch recht, zumindest, wenn Sie meiner Tschentscherei nachgehen, nachgeben, nachlegen … SPENDEN sie mir doch was für’s tägliche muetterlog. Sachdienliche Informationen zu meinem Konto finden Sie, wie stets, im Impressum.

Ich sag’ auch keinem, wer (und wer nicht). [Das Bild, soviel darf ich dann doch verraten, hat Christof Zachl gemacht.]

Und überhaupst, Sie können mich gerne auch engagieren: Sie werden’s, versprochen, nicht beräuen.

Cooling down

Endlich hart im Bett?
Nachfrage (per Email)

Wer umgehend antwortet (NEIN), hat gewonnen: Finale Aushärtung zuverlässig bietet allein der Tod (m/d/w).

________________
[WSW] =
MOEGT

Universalempfänger

Frühstück im Kurhotel, Sisyphoshabitat, temporäres. Der Kiwi schmeckt nach Fisch. Nein, nicht der Vogel, der im Fruchtsalat. Vögel haben im Fruchtsalat nichts verloren.

Sonst aber geht’s uns gut.

Oder sagt man die Kiwi?

Wir müssen uns Kiwis als Geschmacksakkumulatoren vorstellen. Furchtbar glückliche.

Jungspund

Tyrannosaurus-»Teenager« gehörten zu einer eigenen Gattung
derstandard.at

Ja, meine Herrn, so ist das mit den Jugendlichen. Ist das nun endlich also auch wissenschaftlich erwiesen.

Welche (was für) Gattungen gibt es sonst noch? Untergattungen?

Als letzter (entscheidender) mütterlicher Loslassschritt muss derjenige der Aufgabe der beobachtenden Kontrolle über die sich (grundlegend) ändernden Lebensspuren in der Unterhose des jüngsten Sohnes angesehen werden.

Übergeben

Bitte ich muss brechen
kindliche Unwohlseinsansage

Seit sie bereits drei sei, spiele sie die Violine, vermeint sich die junge Stargeigerin (nur echt mit den Swarovsky-Brillanten) auch anlässlich eines bevorstehenden Benefizkonzerts zugunsten einer privat motivierten Krebshilfe (ein Herzensprojekt) im Alten Theater zu erinnern. Das Haus, es wird wohl brechend voll werden, und vermutlich wird der Scheck noch auf offener Bühne übergeben.

Soweit bekannt, gibt es nichts derartiges wie einen Herzkrebs. Ohrenkrebs, das ja, gewisse rezente Singersongreiterinnen implizieren desgleichen.

Ach, stünde einem doch die Möglichkeit von so etwas wie Ohrenbrechen zu gebote! (Womit jetzt bitte nichts über allfällige musikalische Qualitäten der sympathisch selbstlosen Jungstreicherin angedeutet sei.)

Augsgebürgert

Lieber Bertl, das Kulturreferat hat sich entschieden, den Patrizierverein um Tanzeinlagen zu bitten. Ich sag dazu mal nix. Liebe Grüße, Andrea
Auftrittsabkündigung, Augsburg (2025)

(… ) »Oh, I thought you were complaining about the bouzouki player.«
»Oh, heaven forbid, I am one who delights in all manifestations of the Terpsichorean muse.«
(…)
(…)
»Shut that bloody bouzouki up!«
»Told you sir.«
Monty Python’s, The Cheese Shop (1972)

Zur im Käselokal (»Ye Old Cheese Emporium – Henry Wensleydale – Purveyor of fine cheese to the gentry – and the poverty-stricken too«; Zusatzschild am Eingang: »Licensed for public dancing«) dargebotenen Bouzouki-Musik tanzen Graham Chapman und Terry Jones, »dressed in Bowler hats and business suits«, wie es in einschlägigen Rechercheplattformen korrekt heißt; denkbar minimalistischstes Line-Dancing: Two is a line.

[Hier wäre ein kurze Wertschätzung meiner Rechercheplattformenabäsearbeit angebracht, die mir wieder einmal kein Schwein auch nur ansatzweise vergütet.]

Ach wie gern hätt ich dem Augsburger Patrizierverein Bouzouki zu ihren Suppentanzeinlagen gespielt. Augsburger Bouzouki, es muss doch eine Augsburger Bouzouki geben, wo es doch Augsburger Würstl auch gibt; letztere indes sind in Augsburg völlich unbekannt, wie übrigens auch die Käsekrainer.

Iterum: Tuts mir bitte die kulturellen Leistungen unserer Patrizier nicht unter- – und schon gar nicht geringschätzen!

Grelldumpf

Richard David Precht, Hansdampf in allen Sackgassen
Ronald Pohl, in: derstandard.at

… so etwas wie Hump oder Dump
emblematische Neudeutung einer so nicht ganz getätigten Aussage, Hilmar Kabas, 7. Mai 2000 (ca.)

(Keine weiteren Fragen.)

Welcherart

Meine Theorie ist, dass es sich um ein Art-Napping handelt
Wilfried Seipel, Exexperte

Lange hat die Öffentlichkeit nicht warten müssen, bis der in passiven Großkunstdiebstahlsdingen Experte allerersten Ranges Seipel seine Theorie televisionär verbreiten konnte, und gibt es allerdings, wie eine kurze historische Überblicksrecherche recht rasch ergibt, durchaus unterschiedliche Arten, Kunstwerke zu vermonetarisieren, solche von hohem symbolischen Wert zumal.

Einer ausgepichten Art Art-Nappingvermeidung bedienten sich wiederum seinerzeit die Abschlepper des (Big) Maple Leaf, einer schlappe hundert Kilo schweren Goldmünze, indem sie diese, so wird vermutet, praktischerweise einschmolzen, mit allerdings beträchtlichem Energieaufwand, der aber wohl eingepreist gewesen sein dürfte, genaues indes wissen wir nicht, anstrengend muss das aber allemal gewesen sein, und heiß.

Fifty-fifty

»Extrem seltene« Wildesel erstmals im Tiergarten Schönbrunn zu sehen
derstandard.at

Das Zebra trifft man stellenweise
Wilhelm Busch

Die Frage ist: Wie oft?

Rollfakir

Skateboarden schützt vor Stürzen
orfon

Aber nicht vor Skateboardstürzen. Da schützt, analog zur legendären indischen Kiwidiät (»ois außa Kiwi«) ausschließlich das Nichtskateboarden.

Loob

Ender schreibt im Standard: Der Solooboist in der Janáčekschen Orchesterrhapsodie fesselt mit seinem »edlen, dichten, aufblühendem Klang«.

Genau so ist es: Es kommt immer auf die Bindungen an. Am liebsten alser fesselnder.

Sonntag, 21. Dezember 2025

Sonnensteher, 1. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Jesuitenkirche
SONNENSTAND | Schule der Wahrnehmung
Gustav Schörghofer SJ: »Das Alte neu sehen«
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super RORATE

Gustav Schörghofer nennt seine Reihe SCHULE DER WAHRNEHMUNG. Das deckt sich gut mit meiner Idee einer Schule des Staunens – was wer für WAHR nimmt, ist gottlob/fürwahr jedem selbst überlassen, mittlerweile (und derweil noch). Gustav hat eine gute Viertelstunde unsere Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Putti in den Gemälden und Plastiken des Kirchenraumes gelenkt. Dann habe ich gespielt: Ausgehend vom gregorianischen Hymnus vom Tag (vierter Adventsonntag), genannt RORATE, habe ich diesen perfekten Raum abgehorcht, ein gutes Zeitl, sodass sich das Hineinhören wie von selbst ergeben konnte, wenn auch nicht ganz bis Sonnenaufgang. Zum Ende wieder das schlichte RORATE, und als Zugabe die Sarabande aus der fünften Cellosuite von Johann Sebastian Bach, eine Musik, die schwerer ist als man sie spielen könnte – und genau deshalb hab’ ich sie gespielt.

Meinem Posaunenton ist mittlerweile eine betörend stille Qualität zueigen. Und die Bindungen schmecken nachgerade cremig, verrat’ ich Ihnen. Wollen Sie sich davon überzeugen, bitteschön:

Othmar Habeler-Bergsmann hat mein Spielen aufgenommen, so dezent, dass ich kein einziges Mal gehemmt war, das zu spielen, was ich nun mal spiele. Und das habe ich denn auch getan. Sie hören alles ungeschminkt, und anders interessiert es mich auch, längst schon, nicht mehr. Ideal ist aber, jedenfalls, das unmittelbare Erlebnis.

21. Dezember 2025, Wien, Jesuitenkirche. Auch dieses Bild hat Klaus Fritsch gemacht.

Beim finalen Abapplaudieren dann findich gehört es sich, meiner Partnerin (die wahre Heldin; ohne sie bin ich presque rien) die ihr gebührende Wertschätzung zu erweisen, Please give Her a warm hand!, und so geschah’s also:

Dieses Bild hat der liebe Franz Kerschbaum gemacht, ja genau, der Astronom: Der kennt sich aus!

Atomos

Bundesliga schafft Punkteteilung ab
orfon

Nun also auch die Bundesliga. Die Mathematik etwa hat so etwas wie eine Punkt(e)teilung seit eh und je erst gar nicht aufkommen lassen können, da der Punkt per definitionem das geometrische Minimum ist, dimensionslos durchunddurch, unteilbar, und Elementarteilchen sind hier bitteschön ausgeschlossen, Wir müssen draußen bleiben.