Samstag, 21. März 2026

21. März 2026

Sonnensteher, 2. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Otto Wagner Kirche am Steinhof
Margret Wohlfahrt: Die Otto Wagner Kirche als Patientenkirche
Bertl Mütter (Posaune): aus|cul|ta|tio|nes super DE PROFUNDIS

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Die erste moderne Kirche Europas steht auf dem höchsten Punkt der weitläufigen Anlage eines psychiatrischen Spitals vom Anfang des 20. Jahrhunderts. (…) Die gesamte Einrichtung der Kirche wurde von Otto Wagner und seinem Atelier entworfen und bildet ein einzigartiges Ensemble der Wiener Moderne.
Wien Museum

Begrüßung auf den Treppen der OWK | Bild: Franz Kerschbaum

Einmal durfte ich bereits für die ihr anvertrauten Menschen dort spielen. Margret Wohlfahrt, Freundin aus meinem theologischen Jahr (1983/84: eine Lebensfreundschaft), hat jahrelang auf der Baumgartner Höhe gearbeitet und konnte authentisch über die Otto Wagner Kirche in ihrer ursprünglich intendierten Funktionalität berichten, dazu Texte ehemaliger Patientinnen (u.a. aus Brigitte Schwaigers »Fallen lassen«): »Die Kirche ist ja eine Patientenkirche und in meiner Rolle ist das immer präsent.« Nun war mir gestattet, zum Frühlings-Äquinoktium meine abhorchenden Erkundungen vor einem aufmerksamen Publikum anzustellen, es waren einige da! Da wir uns am Vorabend des fünften Fastensonntags befanden, war Psalm 130 dran: de profundis (»Aus der Tiefe, o Herr, ruf’ ich zu Dir«), einer der populärsten Bußpsalmen. Von ihm aus habe ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes angehoben. Und befand sich auf dem Otto Wagner-Areal ja auch die »Jugendfürsorgeanstalt« Am Spiegelgrund. Nun, hören Sie selbst:

(Aus aktuell traurigem Anlass war mein Spielen Alfred J. Noll† in memoriam gewidmet.)

Franz Kerschbaum hat mich beim Spielen photographiert

Beim artigen Dienermachen nach dem Spielen auch.

Ein herzliches DANKE allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Nachmittag so gelingen und berühren konnte.


(Ausblick…)

Bertl, du hast gestern besonders gut gespielt, finde ich. Schön, dass wir das gemacht haben! – Gerne wieder, dann mit Erfolgsgeschichten aus der Psychiatrie … muss ja nicht Passionszeit sein.
Margret Wohlfahrt

Dem kann ich mich (in aller Bescheidenheit) vollumfänglich anschließen. Passt, findich, gut in den Bereich Jahreskreis, weil es sollte ja bitte die Normalität sein, dass es in der Psychiatrie Erfolgsgeschichten gibt. Das wäre dann wohl – mit Respektabstand – der 23. September 2027, ein Donnerstag.

Wir werden sehen.