Bertl

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Atomos

Bundesliga schafft Punkteteilung ab
orfon

Nun also auch die Bundesliga. Die Mathematik etwa hat so etwas wie eine Punkt(e)teilung seit eh und je erst gar nicht aufkommen lassen können, da der Punkt per definitionem das geometrische Minimum ist, dimensionslos durchunddurch, unteilbar, und Elementarteilchen sind hier bitteschön ausgeschlossen, Wir müssen draußen bleiben.

Erhebend

In der philippinischen Literatur gebe es kaum einen Roman, in dem nicht ein Vulkan ausbreche, erfahren wir anlässlich der Frankfurter Buchmesse, bei der, wie es heißt, die Philippinen zu Gast waren, aber glücklicherweise lediglich literarisch, nicht territorial, das ginge dann doch nicht, bedenkt man, dass der Frankfurter Flughafen eines der wichtigsten Drehkreuze im europäischen (und transkontinentalen) Flugverkehr ist, ich nenne nur den Ätna, oder, Frühjahr 2010, Eyjafjallajökull (m/d/w), damit dieses schnittige Wort mit der nicht ganz leicht zu eruierenden Silbenanzahl hier auch wieder einmal zu stehen kommt, wohl hält, auf wundersame Weise, die Lava stets zuverlässig vor Heiligen Orten an, nicht jedoch tun das die ausbruchsumständehalber ausgestoßenen Aschepartikel, was den Flugzeugen aber sowas von gar nicht schmeckt.

Man muss sich seine Gäste gut aussuchen.

Daunenvieh

Die Fleischsträuße auf ihrer Weide in Ramingdorf (sie teilen sie sich mit Schafen und schwarzen Edelrindern). Im Herbst sehen sie von weitem aus, als wären sie frisch geschoren. Oder haben sie sie auf Emus daungegrädet? Kiwis?

Mullbindung

Nacktmulle haben Arbeitsteilung
orfon

Insbesondere die Müllmulle seien besonders aktiv, lernen wir im Beitrag. Und die Häuslbrigade.

Dabei lässt sich gar nicht ermessen, wieviel, da ihnen eine textilfreie Existenz zugeschöpft ward, sich die wurmförmigen Säuger an Wäschewaschen, Aufhängen und Bügeln ersparen, von Kleiderkästen und dem – notwendigen! – regelmäßigen Ausscheiden der abgetragenen Sachen ganz zu schweigen.

Synthetisch

Pampashasen gehören zu den Meerschweinchen, sind aber weder Hasen noch Schweinchen
zoologisches Nutzwissen

In Südamerika gibt es keine Kängurus, darum können sich die Pampashasen (wie teilt man das eigentlich ab?) auch erlauben, so unverschämt känguruhig dreinzuschauen, mit Rehaugen, und die haben die Kängurus ja auch, wie auch die Erdferkel (auch keine Schweinchen, und nicht elisenblau).

Vielleicht kommt einmal das Gesamtsäugetier. Die Pampashasen wären schon recht nah dran.

Völlig unerreicht aber bleibet der Wolpertinger.

Ansteigend

Gelenksarthrose: Zahl Betroffener nimmt stark zu
orfon

Die Betroffenen auch, inklusive -innen: Alle Kurven weisen nach oben.

Potenziert

Hitler-Geburtshaus: Umbau heuer fertig
orfon

Nun kommt eine Polizeidienststelle hinein, weil bekanntermaßen ist ja die Polizei stets Garant, aufkommende autoritäre und menschenfeindliche Umtriebe bereits im Keim zu ersticken, da kannst du hinschauen, wo du willst.

Bei den Diskussionen, wer oder was ins HGH einziehen solle, wurde da eigentlich auch erwogen, ein Geburtshaus unterzubringen (privat und Alle Kassen)? Da hätten sie sich den halben Umbau ersparen können, zumindest symbolisch, und Tag um Tag wäre, durch aktives Drüberhinwegkreißen, Hitler geburtenstatistisch verdünnt und baldschon nachgerade homöopathisiert.

Das ergäbe eine brauchbare Lösung durch schiere Schwurbelei, und für dieses eine Mal soll das recht sein so.

Phonetisch

Plasser & Theurer, phonetischer Komparativ: Würden die Menschen beim Lesen allzu phonetisch empfinden, stünde der so geschätzte, den Markt beherrschende Gleisbaumaschinenherstellungsbetrieb wohl recht ungünstig und irgendwie farblos da, auf den Verschub-, nein, den Abstellgleisen dieser Welt.

Dies – ein (wesentlicher!) Aspekt – zum heutigen Großen Europäischen Fahrplanwechsel, im Rahmen dessen wir die heißersehnte Neue Südstrecke zuvörderst und aufs herzlichste willkommen heißen wollen.

Imteam

Österreichs Fußballclubs fehlen Einzelkönner
orfon

Fußball, merke, Fußball wird bitte zu elft gespielt; und – allein im Team wär’s unergiebig – gegeneinander zu zweiundzwanzigst.

Einzel, das gibt’s beim Tennis, Rodeo, Schifahren (u.a.).

Vorstellung: Mannschaftsschispringen, aber echtes! (Die Schisprungschanzenbauerlobby befürwortete dergleichen.)

Heavenly Petting

Studie: Christen haben überdurchschnittlich viel Sex
orfon

Muss wohl an der – historisch verbürgten – sog. Missionarsstellung liegen.

I did not have sexual relations with that woman, Ms. L.
Emblematische Präsidentenworte (historisch)

Die Frage ist ja: Ab wann gilt der zitierten Studie eine möglicherweise als sexuell konnotierbare Handlung als expliziter Sex? Als – einvernehmlich! – überdurchschnittlicher?

Ich glaub das Alles nicht.

Wellblech

Liebe Freund:innen und Freunde des HypnoSalons
genderwelsche Appellationszeile, Aussendung (zugespielt)

Und augenblicklich
Fühl’ ich mich
Unbeschreiblich weiblich
Nina Hagen

Es gibt offenbar Anreden, die sind doch ausschließender gedacht, als sie zu wollen vorgeben. Oder sind mit den Freunden ausschließlich toxisch sich gerierende Männer gemeint? (Aber die reden wir doch nicht mit »Liebe Freunde« an.)

Manchen würde man mehr schädliches Testosteron an den Hals wünschen.

Aber das tut man doch nicht, neinnein, meine Lieben.

Einfach

Wie man 117 Jahre alt wird
orfon (Science)

Tunlichst vorher nicht sterben, unter anderem.

IBEB

Blechgendarm »Vinzenz« in Bullendorf gestohlen
orfon

Was für eine abscheuliche Tat! Dennoch gebietet meine Autorenehre mir, zu dieser (unfreiwillig?) allzuwitzigen Schlagzeile keine weiteren zwangsoriginalitätsdrallen Kommentare zu veröffentlichen.

Ich–bin–ein–Bu-llen-dor-fer!

Weggebeamter

Beamter in Italien drückte sich jahrelang vor Arbeit
orfon

Es bedurfte etlicher weiterer Beamter und, zuvörderst, ausgefinkelter neuester Überwachungstechnologien, dass sie ihm da draufkommen haben können.

Roboter und ihre heutzutage vielfach intelligenteren Weiterentwicklungen zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie ohne sich zu drücken durcharbeiten, bis sie, selten, gewartet werden müssen. Und Beamtenpension beanspruchen sie auch keine, glaubt man zumindest heute zu wissen.

Verkehršlawiener

Wien stöhnt seit Jahren unter einer enormen Verkehrslawine
Einleitungssatz, Schnellstraßenzubringererrichtungsbestemmmeldung (Radio)

Wenn dann der schöne neue Tunnel gebaut sein wird, wird Wien eben über einer enormen Verkehrslawine stöhnen. Aber sowas von.

Wie geil ist denn das?!

Enorm.

An welcher?

Speerwerferin Hudson wirft klar an Medaille vorbei
orfon

Seit 15. September 2023 verfolgt das Mütterlog die bewundernswerte Karriere der – bislang – so sympathischen österreichischen Speerwerferin Hudson. Dies ist nun der fünfte ihr gewidmete Eintrag – die weiteren gab es am 30. Juli und 17. August 2024, und auch am 10. September diesen Jahres (sagt man diesen Jahres oder dieses Jahres?) erschien für berichtenswert zu Erachtendes.

Jetzt soll sie ausnahmsweise danebengeworfen haben, doch erst nach genauerer Recherche können wir herausfinden, an welcher Medaille sie dies verbrochen haben soll, es war die Bronzene: Wer Silber gewinnt, schrammt, wenn auch etwas unklar, sowohl an der Goldenen als auch an der Bronzenen vorbei. Das müsste man auch erst einmal zusammenbringen.

Dennoch, bitte: Hut ab!

Freitag, 5. Dezember 2025

Steyr, Galerie Michaelerplatz 13
»LUISELBET«
Ausstellung Oscar Holub (1951-2023)
Musikalischer Beistand: Bertl Mütter

Es waren meine allerersten Engagements als definitiver Solist, zu denen mich weiland Oscar nach Linz (Posthofgalerie) und Steyr (Maxim) Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre geladen hatte, eine sehr wichtige Ermutigung auf meinem Weg. Im März 2023 habe ich zu seinem Geleit gespielt. Viele waren gekommen und haben über gut eine Dreiviertelstunde beim Kondolieren genau jene Klänge bekommen, die mir als angemessen hilfreich erschienen.

Wie mich nun Oscars Witwe Alke um meinen »Beistand« diesmal fragte, war von vornherein klar, dass ich den sehr gerne geben wolle, und so geschah’s.


Kleinfeine Ausstellung in einem sehr schönen Raum mit Erinnerungsstücken aus meiner ersten Oscar Holub-Vernissage, da er noch mit »COSY« signierte. Tout Steyr war da, die Redeadressen und mein Spiel erfolgten aus einer erhöhten Nische, die Menschen haben genau zugehört, auch jenen mehrfach aufsteigenden, von mir instant unbegleiteten und nach deren Ausbluten imitierten Marimbaläufen eines in China assemblierten Mobiltelephons aus Kalifornien, deren von ihnen (den Marimbaläufen) gerufene alte Dame darauf bestand, dass sie eine bestimmte dramatische Nachricht erwarte, weshalb sie vom sozial stillschweigend vereinbarten Lautlosigkeitsgebot bei Konzerten o. ä. ausgenommen sei. Sie (oder ich?) erhielt spontanen Szenenapplaus.

Generell große Zustimmung, ich war am rechten Ort. Danke.

Apfelmüller

Apple stellt dünneres iPhone vor
orfon

Bei zu ausgiebigem Ausklopfen (die Wiener Touristenverköstigungskette Figlmüller etwa ist dafür berüchtigt) wird bald einmal das Fleisch so dünn, dass wir nur noch die Panier schmecken (beim F. immerhin eh in einem goldgelben Aggregatzustand). Selbst als Faltschnitzel wird es wenig Gaumenfreude generieren.

Wieviel misst so ein superdünnes iPhone eigentlich in Fußballfeldern?, weil daran wird doch bekanntlich Alles Wichtige heutzutage gemessen, und beim Schnitzelessen seit eh und je: Über wieviele hängt es hinaus?

In Banden

LONGINI
EIVS QVI LA
TVS CHRISTI
PERCVSSIT
OSSA
Grabinschrift (Scheingrab), Mantua

Tatsächlich haben wir von Longinus keinen Totenschein oder sowas ähnliches. Wir haben nur sein Grab.

Die Heilige Lanze wiederum wird in der Schatzkammer der Wiener Hofburg ausgestellt, Inventarnummer XIII, 19.

Wer über die Heilige Lanze verfügt, ist unbesiegbar.

Soviel ist sicher.

Ausgestaltet

Die Dinosaurier veränderten womöglich mit ihren Körpern Flussläufe
derstandard.at

Mr. Tod ist ein Rasenmäher
Monty Python’s The Meaning of Life

Allzulang wurde der Werkzeuggebrauch als einzig dem Menschen zugehörig und diesen als solchen kennzeichnend definiert.

Ungeblendet

Jungpapa tot: »Weiß nicht, wie’s weitergeht!«
oe24 (Printausgabe)

Es ist die Rede von einem Licht am Ende des Tunnels. Das hat man sich gemäß Überlieferung als leuchtendweiß vorzustellen. Nun das. Genauer besehen, ist einem ein etwas wärmeres, ins Gelbe tendierendes Leuchten vermutlich aber ohnehin angenehmer.

So kann es weiter gehen.

Dreingeboren

Ein Eingeborener ruderte in einem Einbaum vorbei.
W. Somerset Maugham (deutsch von Kurt Wagenseil)

Hochrechnen und runterrechnen, so versuchen wir uns die Welt zurechtzuerzählen: Was machten also ihrer zwei?

Katamarane werden allgemein überbewertet. Oder unter-.


Ponta Delgada, 15. November 2025, 08:43 (Ortszeit)

Ohja, sehr schön war es gemeinsam mit dem lieben Antonino in Atlantis, das, wie manche meinen, exakt bei den Azoren (und doch nicht so ganz untergegangen) ist – was für eine zauberhafte Metapher! Sich abbusslnde Fische!, oftwo auf der Welt gelten sich abbusslnde Fische als Symbol der Prosperität. Und zu ebenjener können Sie auch mir verhelfen!

Folgt die vertraute Suada: Dezember, brr, Winter, dem Morgenstern sein »Zehenbär«, und auch der Wetterbericht hält dieser Tage »Zehennebel« für uns bereit, was immer wir uns darunter (oder, mit der Nase, darüber) vorstellen sollen. Erhellen Sie mir doch mein Gemüt und setzen Sie die permanent bestehende Gelegenheit einer SPENDE für meine ohne jeden Auftrag IHNENZU erbrachte Kreativarbeit, das hierschirms erscheinende Periodiarium »MütterLog«, in die Tat um.

Sie wissen’s eh: Meine Kontonummer erwartet Sie im Impressum. DANKE!

Drittletzter

Letzter »Dritter Mann«-Darsteller gestorben
orfon

So vieles ist überhaupt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Der Verblichene im gegenständlichen Beispielsatz etwa war, so ergab die Lektüre des beigeordneten Artikels, zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen von »Der dritte Mann« gerade einmal drei Jahre alt. Weder stellte er einen Mann (von dreien) dar, noch versuchte er selbiges, und es wäre ihm, Dreikäsehoch, der er war, wohl kaum überzeugend gelungen.

Die Schauspielerei ist eine Hohe Kunst.

Drehen!

Seit 2002 steht sie ausschließlich vor der Kamera
rezenter Biographieabschnitt (Radio)

Was ist eigentlich aus der »Dalli Dalli«-Dekoration geworden? Mit ihrer emblematischen Bienenwabenform sollte sie wohl auf den Aufbauoptimismus jener Zeit (der Dalli Dalli-Epoche) verweisen, unterschwellig zum Dranbleiben bei Selbigem ermutigen.

Wenn sich die Wabentür bewegt hat und jemand (ein Gast; zuvor Hans Rosenthal; die Jury, bestehend aus Ekkehard Fritsch, Brigitte Xander und Mady Riehl, sowie Assistentin Monika Sundermann befanden sich bereits an ihren Arbeitsplätzen) zur schwungvollen Dalli Dalli-Musik der Götz Wendlandt-Combo durch sie ebenso schwungvoll federnd ins Zentrum des Geschehens schritt, durfte man sich auf zeitgemäße, familienfreundliche Unterhaltung freuen und wurde sicher nicht enttäuscht.

Von 1971 bis 1986 stand die Dekoration von Dalli Dalli ausschließlich vor der Kamera, und zwischendurch stand sie herum, wo genau (in welchem Lager), das ist nicht wirklich interessant: Es kommt drauf an, was vor der Kamera geschieht.

Innerlich

hautrein
Produktaufschrift

Man beachte: Es handelt sich hier um keine Aufforderung an eine Gruppe deutscher Menschen, jetzt aber mal ordentlich, bis zum Kaumuskelkater, zuzulangen.

Wir sollten so vieles viel pfleglicher anlegen.

Unonduliert

Makellos und beglückend (bis auf ein paar mühsame Spitzentöne): Marin Byström als Beziehungsopfer Desdemona. Sogar das öde Lied von der Weide frisierte die Schwedin zum Ereignis auf.
Stefan Ender in derstandard.at

Das Unzulängliche,
Hier wird’s Ereignis;
Johann Wolfgang Goethe

Das hast du wahrlich trefflich gesagt, lieber Stefan! (Wir kennen und duzen einander; mit Goethen pflege ich nicht derartig zu verkehren.) Spitzentöne in einem Drama, das sich um ein (untergeschobenes) Schneuztüchl (nein, kein -häubchen) dreht: Da ist es stimmig (nachgerade notwendig!), wenn sie mühsam daherkommen, der Spitzen Töne. Auch dafür, dass sich endlich einmal einer traut (wer, wenn nicht S. E.), das Lied von der Weide (»Salce! Salce! Salce!« etc.) als öd zu bezeichnen (ja, es ist es!), sind wir dankbar, und das Sahnehäubchen ist die Formulierung von seinem (dessen) zum Ereignis Auffrisieren: Ein (Das) Weidenlied aufzufrisieren, das ist so, wie zu hoffnungslos fadglatten Haaren »Schnittlauchlocke« zu sagen: Macht die Suppe auch nicht fetter. Haarsuppe.

Ganz großes Coiffeurkino!

Bange

Es wird bestätigt, dass Sie ein Mensch sind. Dies kann einige Sekunden dauern.
Systemmeldung, Internet

Im wirklichen Leben dauert ja alles viel viel länger.

(Tiefes Aufatmen, schlussendlich.)

Anlassiglässlich

Der Dick-Pic-Paragraph tritt in Kraft
Frauenpicknick im Stadtpark
Parteiaussendungsspitzenmeldung (1)+(2), SPÖ

Dickpicknick. Frauendickpicknick. Dickpicparagraphenfrauenpicknick. Dickpictrittfrauenpicknick. Im Paragraphenstadtpark.

Das kann kräftig teuer kommen.

Ausgebacken

In Graz werden die meisten Schnitzel in Österreich bestellt
orfon

Und Reiterinnen werden ja immer gesucht
Loriot

Soso, in Graz gibt es also die bestelltesten Schnitzel von ganz Österreich. Bestellt und nicht abgeholt aber, sowas kann traumatische Implikationen zeitigen und eine knapp bevorstehende Beziehungsendeanbahnung signalisieren. Also Leute – mein wohlgemeinter Rat –, Finger weg von allzuviel Bestellerei!

Zusteller werden immer gesucht.

(Pferdeschnitzel, besser noch: Fohlen-. Außabochane. Zum Fingerlecken!)

JaJa

Royale Märchenhochzeit in Liechtenstein
orfon

Die Frage bei derartigen Vermählungen ist immer die nach den konkreten Märchen, die sich da vorgeblich vermählen.

Für den Kleinststaat Liechtenstein müssen wir uns jedenfalls solche aus dem Zwergengenre vorstellen, Zwerg Nase mit Däumelinchen oder so. Rumpelstilzchen vs. Schneewittchen, da stünden sogar sieben zur Auswahl, von denen die mittleren drei oder vier in heiratsfähigem Alter (bereits – gerade noch) wären.

Groß seien ihr Glück und ihre Zufriedenheit hinter den (bzw. inmitten der) sieben Berge(n), bis der Tod sie scheidet, oder sonstwer.

Samstag, 15. bis Samstag, 22. November 2025

Azoren, Portugal
MUSIC AZORES 25
muet:ter:tuliano

Bertl Mütter, Posaune
Antonino Tertuliano, Kontrabass
»Amidst / Entre«

Samstag, 15. November 2025
Ponta Delgada (São Miguel), Palácio de Sant’ Ana
Einstand bestens gelungen. Standing Ovations an einem unglaublichen Ort.

Montag, 17. November 2025
Calheta de São Jorge 
(São Jorge), Museu Francisco de Lacerda
Beeindruckendes Museumsgebäude, das sich in eine pittoreske Bucht- und Klippenlandschaft schmiegt. Aufmerksames und sich auch zu einer gewissen Fröhlichkeit hinreißen lassendes, montagsbedingt nicht allzusehr mengenmäßig den gut hörbar gelüftenden Vortragssaal nicht gerade überfüllendes Publikum.

Mittwoch, 19. November 2025
Horta 
(Faial), Igreja Matriz do Santíssimo Salvador
Äußerst gastfreundliche Aufnahme durch Padre António in der nicht nur akustisch beeindruckenden Hauptkirche von Horta. Am Schluss sind die Menschen, die trotz der gelinde gesagt suboptimal erfolgten Publikumsrequirierung zu uns gefunden hatten, aufgestanden: lang anhaltender, wärmespendender Applaus.

Freitag, 21. November 2025
Lajes do Pico
(Pico), Auditório do Museu dos Baleeiros
Rückkehr – zuletzt war ich 2017 mit Florian Berner hier – an einen emblematischen Ort und Vortragsraum, der im Konzert grandios gut klingt. Akustische Interaktion mit kindlichem (innen) und caninem (außen) Publikum. Völlig anders sich entwickelndes, uns selbst am allermeisten überraschendes Programm – wir befragen uns und unsere Instrumente stets aufs neue, wie das musikalische Material gerade jetzt von uns gespielt werden will. Auch diesmal spontan sich dankend von den Stühlen erhebendes Publikum: Wir danken zurück.

Samstag, 22. November 2025
Ponta Delgada
(São Miguel), Igreja do Colégio
Gewissermaßen – wenn man so sagen will – der krönende Abschluss. Sakralkunstmuseum in einer profanierten Kirche, idealer Hallverlauf, und einigermaßen gefüllt die Hütte: Was willst du mehr. Ja, und wieder ein beglückend freigebiges Publikum, wieder sind sie am Ende aufgestanden.

Wir wollen hier einen kleinen Exkurs anstellen über die Bereitschaft, sich zum Applaus zu erheben. Eine derartige Kundgebung wird oftmals von weiter oben auf der kunstbetrieblichen Nahrungskette sich befindenden Kollegen als Hinweis auf peinliche Provinzialität gesehen. Ich widerspreche dem, nenne es Freigebigkeit: Man vergibt sich nichts, seine Zustimmung zu zeigen; wie es ja auch in einer ersprießlichen Beziehung beidseitig aufbauend wirkt, wenn man seine gegenseitige Zugeneigtheit immer wieder aufs neue bestärkt, ohne sich dadurch in die Macht des anderen zu begeben, die dieser in der Folge eben nicht toxisch böswillig ausnützt.
Mithin: Was für ein Glück, auf den Azoren spielen zu dürfen!

muet:ter:tuliano, Salzburg, 14.10.2025

»Amidst / Entre« bedeutet soviel wie »inmitten«, aber auch »dazwischen«.
Es kann sich um das Dazwischen einer Begegnung handeln: Jeder kommt aus »seiner« Welt, man bewegt sich aufeinander zu, trifft sich in der Mitte. Für dieses »Inmitten« bedarf es aber immer der Vermittlung durch ermöglichende Orte, Institutionen und, das wichtigste: Menschen. Bei MUSIC AZORES sind diese Bedingungen in beglückendster Weise gegeben, und so freuen wir uns, unser gemeinsames Spiel aufeinander zu, hier, inmitten des Atlantiks zu präsentieren und somit zur sinnlichen Wiederrichtung jenes sagenhaften Kontinents beizutragen, welches das Menschengeschlecht unter dem Namen ATLANTIS wissend erahnt.
Im klassischen Symphonieorchester spielen Kontrabass und Posaune ein je eigene, recht spezielle Rolle. Liefert der Bass das unumstößliche Fundament von Allem, so stabilisiert und definiert die Posaune oftmals mit warmen Tönen die eigentliche Harmonie. Solistisch sind beide eher im Hintergrund, ihr gewaltiges Potential aber ist jederzeit immanent und augenblicklich verfügbar, wenn es etwa darum geht, in dunkel leuchtenden Effekten den Blick ins Chthonische der Unterwelt oder bis hinauf zum Himmel zu weisen.
Im kammermusikalischen Austausch des Duos treten dazu besonders beglückende Koinzidenzen: Die Klangfarben und Frequenzen von Posaune und Kontrabass »mögen« einander, sodass das Ganze mehr (weit mehr) ist als die Summe der gespielten Töne. Darauf aufbauend haben Bertl Mütter und Antonino Tertuliano ein Programm erarbeitet, in dem sie sich von der Gregorianik bis zu experimentellen (stets ausschließlich analog und unverstärkt erzeugten) Klangfolgen mit Flügeln des Gesangs aufschwingen: Eine faszinierende Reise ins Dazwischen, und das ist immer dort, wo wir uns gerade befinden.
Ein weiteres Dazwischen ist der wechselseitig als reizvoll erlebte Abstand einer Generation, von dem jeder auf seine Art profitieren kann, zur beidseitigen Erkenntnisfreude – und der des mit offenen Ohren (und Herzen) lauschenden, interessierten Publikums.
Herzlich Willkommen!
Bertl Mütter & Antonino Tertuliano
Mission Statement, muet:ter:tuliano

Ein paar Erkenntnisse aus der ersten Probe mit Bertl Mütter: Zunächst spielte ich mit wenig Lautstärke und dunklen, aber sauberen Tönen. Bertl antwortete ohne Zögern, warm und unverschämt, seine Töne umhüllten meine, als hätte er die ganze Zeit auf mich gewartet. Wir unterhielten uns in untypischer Harmonie: »Hörst du mich?«, fragte ich mit schwebenden Akkorden. »Ich höre dich«, antwortete er mit Noten, die meine Akkorde auflösten. Wir konkurrierten nicht, sondern lehnten uns aneinander an – der Klang meines Kontrabasses traf auf seine Posaune, mein Schatten umarmte seinen warmen Klang.
Es gab viele Momente während unserer Probe, in denen ich nicht wusste, wo der Klang meines Kontrabasses endete und der der Posaune begann. Gemeinsam schufen wir etwas, das größer war als wir selbst: einen vollen Klang, gemalt nicht in Worten, sondern in Tönen.
Übers gemeinsame Spiel – Wahrnehmungen von Antonino Tertuliano

Als Bonus, zur Musik, hat es besten Fisch gegeben (die Steaks waren auch nicht ohne), dazu die allerbesten Ananas – man genießt sie scheibenweise, zart mit Zimt bestreut; Ceylon-Zimt, damit wir sich verstehn. (In Brasilien, hat mir der liebe Antonino gesteckt, heißen sie abacaxi, die Ananas.)

Erfahren

Entscheidung über Porsche-Tunnel in Sicht
orfon

Die Frage ist: Tunnel am Ende des Lichts oder Licht am Ende des Tunnels. Eschatologisch genommen, eine Frage des Glaubens.

Einer hat einmal gesagt: Lachen werd’ ich, wenn alles ganz anders ist. Wir werden es nie erfahren.

Pro Gramm

Mann will Amazon zu Fall bringen, indem er Ambosse bestellt und zurückschickt
derstandard.at

Dem (d. Amazonen, Anm.) hat er’s aber sowas von gegeben! Leidtragende aber sind, wie immer, die Zusteller. Kein Gendern notwendig.

Ambosse wären doch eine nachgerade ideale Raketennutzlast. Kommt dann echt teuer.

Donnerstag, 20. November 2025

Radio Österreich 1
Sound Art: Kunst zum Hören
»Vom Eigensinn der Schriftzeichen«
Musik von Bertl Mütter – »Alphabetische Girlanden«

Foto: Lucas Cejpek

Zu seinem 40-Jahr-Jubiläum hat der Sonderzahl Verlag unterschiedlichste Autorinnen und Autoren eingeladen, über einen Buchstaben, eine Zahl oder ein anderes Schriftzeichen zu schreiben.
Lucas Cejpek hat aus den Kurztexten eine Partitur für 3 Stimmen erstellt und beim Jubiläumsfest am 11. 11. 2024 im Semper Depot zur Aufführung gebracht. Bertl Mütter hat 7 Monate später im Studio 2 des Funkhauses »Alphabetische Girlanden«, wie er seine Komposition nennt, über den Mitschnitt gelegt.
Ankündigungsprosa, Radio Österreich 1

Idee, Konzept, Regie: Lucas Cejpek
Mit: Pilar Borower, Sebastian Egger und Katharina Rose
Musik: Bertl Mütter, Posaune
Technik: Lukas Linschinger

Lucas Cejpek und mich verbindet – auch durch seine Lebenspartnerin Margret Kreidl – eine langjährige, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte künstlerische Freundschaft. Nun hatte er sich im blühenden Mai recht kurzfristig an mich gewandt, wir haben einen Studiotermin vereinbart (der 10. Juni war’s) und ich habe gespielt: eine klassische, dichte Radiosession, getragen von großartiger Unterstützung durch den Tonmeister Lukas Linschinger und Susanna Niedermayr, die Producerin der dem legendären Kunstradio nachfolgenden Sendereihe, wo ich denn nun also auch, finalmente, angekommen bin. Das Ergebnis ist ein zauberhaft heterogenes Konglomerat, und, sowas, kurzweilig ist es auch.

Alstern: Einschalten!

PÄNG!

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Schulanfängerrückgang. Schönes Wort in deutschen Ketten. Oder doch nur zu drei Viertel deutsch? Wir können aber auch noch ein fünftes Viertel anhängen, wodurch das Wort ins Femininum kippt: Schulanfängerrückganggang.

Heutzutage lässt die Disziplin bereits bei den ganz Jungen völlig zu wünschen übrig. Für so eine Volksschullehrerin kann das, mit zusätzlich helikopternden Eltern im Rücken, ganz schön unangenehm werden, sodass man händeringend versucht, ausreichend ausreichend junge und belastbare Menschen für diesen, ja, schon, schönen Beruf zu gewinnen.

Es werden immer weniger.

Fallen

Schützen könnten als Männerbastion fallen
orfon

Schützet die Schützen! Da dräut dringliches Erregungspotenzial. Und: Männerbastion, welch wuchtig’ Wort, es regt sofort zum flüchtigen Verlesen an: Welcher mit rhythmischem Begreifen assoziierte Begriff da wohl beim luziden Verlesen unwillkürlich angeregt werden mag? Und was, nach gezielter Erregungsentladung, nicht alles in sich zusammenfällt, zusammenfallen muss, weil’s die Natur gebietet, und sogleich macht sich wohlige Ermattung breiig breit. Mann, achte auf allfällig anwesende Judithen!

Schützen könnten fallen.

(Schubert – mit Blick aufs Datum – Schubert war nie und ist alles andere als eine Männerbastion, und er eignet sich auch wirklich nicht dafür.)

Aufklarung

Pianist Craig Taborn ist ein komplexer Grübler

Ljubiša Tošić, derstandard.at

Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

Hypokomplexe Warnung, proverbial

»Erteilen Sie Aufklarung, Sire!«, möchte man da sogleich rufen. Nämlich: Was denn das sei, ein komplexer Grübler? Wo befindet sich die komplexe oder nichtganzsokomplexe Grube des Pianisten Craig Taborn, in welcher er sich einge- oder vergraben hat? Wie einfach ist ihm das Grubeln (Grübeln? – klingt schweizerisch) gefallen?

Es sind stets deren allzuviele komplexe Fragestellungen. Einfacher wird’s nimmer, trotz all dem Jäzz.

Zerbröselt

Als besonderes Highlight wird »die Enthüllung einer Sandskulptur zu Ehren der Steiermark auf der Piazza Brescia« angekündigt. Sie symbolisiere die langjährige Freundschaft zwischen Jesolo und der Steiermark.
derstandard.at

Das hält. Campinglandtag der Festung Österreich, Statthalterei sandiges Herz. Ach, Heimatpartei.

Als Kind war ich mit Càorle langjährig eng befreundet, später, wie Elvis und die Callas gestorben sind, mit Lignano. Jesolo, hat es immer geheißen, können wir uns nicht leisten.

Wir können uns Jesolo nicht leisten.

Verlebensfall

Wichtige Probleme behandelt und behoben, um Ihr Gesamterlebnis zu verbessern
Programmerneuerungserläuterung, App-Store

Gesamterlebnis, soso. Wir sind doch, allesamt, zu einem beständig verbesserten Gesamterlebnis nachgerade verdammt. Ein regelrechter Gesamterlebniszwang ist das, und Alles wird immer noch besser und gesamter in unseren Erlebnisleben, Gesamterlebnisleben, Hyper-, Transhypergesamterlebnisleben.

Könnten die auch, einmal nur, und sei’s ein nochsokleines, unbedeutendes Programm mit wenig Gesamterlebnis, ein Downdate herausbringen, eh grad nur für unwichtige Probleme? Die Welt, die alles ist, was fällt, bedürfte seinesgleichen so verdursttropfendringlich!

Sowas bringen sie heute nicht mehr zusammen, steht zu befürchten.

Glückes genug

MEN 48h
Absolute Invisible
Produktaufschriftverheißung

Im siebenundachtzigsten von neunzig von H.C. Artmann 1967 in seiner Grünverschlossenen Botschaft übermittelten Träume, im Zuge dessen einem unter anderem »neun engel ohne pflanzenschutzmittel aus dem aufgeschlitzten leib kriechen« wird seinem Träumer eine Frohmachendes verheißende Zahl (die 87 ist’s) offenbart, zu des Träumers Glück lautet seine Conclusio exacte so: »Dieser gräuliche traum ist indessen vollkommen harmlos und bedeutet für den kommenden morgen eine lustige nachricht oder eine kleinere geldsendung oder einen unsichtbaren spaziergang durch ein damensonnenbad.«

Heimlich missbräuchlich frivol eingesetzte kurzfristige Invisibilität, derlei kleine Glücke wurden seinerzeit also als erträumenswert erachtet.

H.C. Artmann, das ist bekannt, war jedoch stets ein Sör von edelstem Schrot.

Um Himmels Willen

Vögel singen wegen künstlichem Licht länger
orfon

Mit Ovo kannst’s net bässr. Åbr längr.
Werbewahrspruch, Schweiz

Aber nur künstlich: Es handelt sich hier (da wie dort) jedoch um keine Aussage in künstlerischen Dingen.

Vögel sind keine Künstler. Das Kunstwerk bedarf des Kunstwillens. Dieser – das auch noch! – ist zwar ein notwendiges, aber keinesfalls hinreichendes Konstitutivum auf dass ein Kunstwerk erstehe.

Manches wäre hinreichend, es ist aber nicht notwendig. Was, zum Beispiel, fragen Sie? Nun, lauschen wir doch den Vögeln am frühen Morgen.

Kommt wieder, Frühling; es geht ja schon im Vorfrühling los, völlig ungekünstelt zumal.

Tratzig

Hol’ dir -10% auf Matratzen!
Weltschwedische Werbeeinschaltung

Eine Minusholung auf etwas drauf, das lockt die Prinzessin in mir aber nicht zum Matratzenkauf.

Erbsenpüree!

Mittwoch, 12. November 2025

Wien, Jesuitenkeller
muet:ter:tuliano: »3.595,14 km ONO«

Bertl Mütter, Posaune & Antonino Tertuliano, Kontrabass
Kick-off-Konzert: »Amidst / Entre«

Den Flyer hat in bewährter Weise Michael Atteneder gestaltet. DANKE!

Vom Jesuitenkeller in der Wiener Innenstadt zum Flughafen Wien-Schwechat sind es 18,8 km. Die Flugentfernung zwischen dem Flughafen Wien (VIE) und jenem von Ponta Delgada (PDL) beträgt ungefähr 3.572,24 km. Vom Aeroporto João Paulo II in Ponta Delgada zu unserem ersten Auftrittsort, dem hochlöblichen Palácio de Sant’Ana, das ist die Residência Oficial do Presidente do Governo Regional dos Açores, sind es 4,1 km. Macht zusammen 3.595,14 km, die wir uns ungefähr ostnordöstlich von unserem zwei Tage nach diesem Kick-off-Konzert anzusteuernden Ziel befinden. Dann aber sind wir wirklich »Amidst / Entre«.

(Das letzte Konzert, was für eine Koinzidenz/Coincidência, haben wir in der Igreja do Colégio zu Ponta Delgada zelebriert, und Colégio besagt allerdings, dass es sich um jenes dos Jesuítas de Ponta Delgada handelt. So hat alles seine stimmige Klammer; wie ja überhaupt das Meiste a posteriori plausibilisiert zu werden pflegt.)

Die genauen Konstitutiva unserer zentralatlantischen Unternehmung finden Sie im dem Zeitraum 15. bis 22. November 2025 gewidmeten Beitrag.


Eintritt frei! Im Anschluss kostenloser Ausschank besten Wimmer-Czernys (quasi AGAPE).


Genauso war’s. Und etliche liebe, teilweise lange nicht getroffene sog. Alten Freunde waren auch da. Großer, positiver Zuspruch.

[Best Kickoff ever.]

Weiland

Wikipedia teilt mir mit, dass kürzlich ein deutscher Kunstradfahrer im Alter von 85 Jahren (im sechsundachtzigsten) gestorben ist. Das wirft wieder einmal die Frage auf, wie lange in seinem Leben man etwas ist, wenn man es gewesen ist. Vermutlich war das Deutsche Kunstradfahren die Tätigkeit, die uns als Essenz des Lebens vom derart in die Ewigkeit eingefahrenen bleiben wird oder gemäß der die Kurznachrufnotiz verfassenden Redaktion soll.

Ob sie bei mir weiland dereinst Ministrant schreiben werden?

(Vor zehn Jahren, im August 2015, ist, so ergab eine kurzfristig angesetzte Recherche, in St. Pölten der evangelische Superintendent Paul Weiland, wie es heißt: plötzlich verstorben. In diesem Fall ergab sich die Tätigkeitszuordnung ganz wie von selbst.)

Fledern

Fledermäuse umarmen einander
orfon

Umflügeln!

Überflügeln. Umarmen. Überarmen.

Was jetzt, was nimmt jetzt überhand?

Kämmerlich immerdar

Unsere Hand war immer da, zum Verhandeln
Ärztekammerspitzenfunktionärsaussage

Chirurgen sind, wortwörtlich, Handwerker. Neurologen Nervengelehrte. Und so weiter.

Es wird soviel verhaut allüberall heutzutage, und heutzutage, wir wissen’s, das ist und war seit eh und je.

Verhandeln, merkwürdiges Wort.

Sonntag, 9. November 2025

St. Veit an der Glan, Rathaus
St. Veiter Neue Literatur Tage

Liebesgedichte von Friederike Mayröcker und Ernst Jandl
Lese-Performance mit Frieda Paris und Benedikt Steiner
Improvisationen und Kompositionen von Bertl Mütter
Ankündigungskurzprosa

Zu diesem kleinfeinen Literaturfest eingeladen worden zu sein, empfinde ich als eine große Ehre. So durfte ich inspirierende Beiträge und feine Begegnungen erleben, namentlich mit Drago Jančar, Brigitte Schwens-Harrand und – irgendwann hat es sich ja ergeben müssen – endlich auch mit Monika Helfer, und die beiden Damen erwiesen uns tatsächlich die kollegiale Solidarität, zu unserer Matinee zu kommen. Dieselbe ist denn auch recht gut gelungen – und angekommen.

Ein großes DANKE Ulrich Hagg und seinem Team!

Mit

Signa-Pleite: Benko unterstellte Gusenbauer Mitwissen
orfon

Bitte das ist unvorstellbar. Wo er doch selber beteuert hat, von nichts etwas gewusst zu haben, ja nicht einmal mitgewusst hat er irgendwas und was denn auch, na eben, kein Punkt,

Grillen

»Sogar im Bett«: Stromboli kämpft mit Ziegenplage
orfon

Friede den Hütten!
Heinrich Heine

Bett – Ziege – Kampf: Was für eine Steilvorlage für einen moralspektakulären Schittstorm, dazu noch als Malusbonus das Tierschutzempörungspotential kat exochen, bei Positionsbeziehung pro Ziegenentnahme, Tiertöter!

Irgendwann fällt auch in Stromboli der Strom aus. Die Ursache kann nur eine Embolie sein: Stromemboli, ström! Dann, in der Finsternis, geht es allen zickigen Viechern an den Kragen, und der gute Vulkan kann wieder wohlig grillgrummeln.

So blöd bin ich nämlich nicht, dass ich mich mit solcherlei Verfänglichkeiten aufs Glatteis begebe, das Internet vergisst ja nichts.

Zur unmissverständlichen Klarstellung: Ich bin entschieden für das Gute; nicht immer, aber immer öfter.

Unter sich

Für Sex beim ersten Date sind Männer viel aufgeschlossener als Frauen
derstandard.at

Dann solln sie sich doch untereinander treffen.

Gespannt blicken wir auf’s letzte Date, nach dem jüngsten Gericht. Wer wird da noch auf an kurzn Kafä mit heraufkommen wollen?

Donnerstag, 6. November 2025

Wien, IG Architektur
Poesiegalerie 2025 – Die jährliche Veranstaltung im November
trombohuwabone.
Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter

Wien, Stephansdom, Pummerin, 15.11.2022 © Klaus Fritsch

Voller Ernst voraus!


Feiner Rahmen, most devoted audience, und das zu derart später Stunde.

Nach einer kurzen Umbaupause (…) beschließt Bertl Mütter den Abend. Sein »trombohuwabone« ist eine »ernste Jandliade«. Udo Kawasser attestiert dem Künstler in der Einführung »Musikalität, Intelligenz und Spielfreude«, und verspricht damit nicht zu viel. In Trenchcoat und Hut tritt Mütter auf, packt übertrieben unbeholfen sein Instrument aus und richtet sich umständlich ein. Die Posaune wird anfangs weniger gespielt als malträtiert, und in des Künstlers Selbstkommentierung gleiten wir nahtlos in die Rezitation von Jandls Gedichten. »Kennen Sie mich, Herren?«, fragt er mehrmals, oder doch »Können Sie mich hören?«
Mütter führt Jandls Texte ihrem ureigenen Verwendungszweck zu – mit Inbrunst vorgetragen zu werden. Der Mantel wird ausgezogen, unter dem weitere Mantelschichten lauern, die ebenfalls abgelegt werden. »Ich haben ein Hut an / Gut Hut«. Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!

Lukas Meschik, Rezipient vom Tag

Danke. Und sNächstemal überzieh ich nicht. Überjandln aber werd ich weiterhin.

Effektvoll

Unbekannte läuteten mitten in der Nacht Kirchenglocken
orfon

Ein Zombie hing am Glockenseil
Abstruser Horrorfilm, Italien 1980

Schreckensstarr blicken wir gen Asten, Oberösterreich.

Entgegen spontanen Erinnerungswähnungen ist es jedoch tatsächlich nicht so, dass sich in einer sinistren Nebenrolle (am Zugseil) der eigentlich genremäßig zu erwartende Blondberserker Klaus Kinski effektvoll inszeniert hätte.

(Was wäre die sinistre Nebenrolle in einem Film einer solchen Kategorie?)

Aus Fleisch und Blut

Schweizer Schokohersteller Lindt & Sprüngli könnte künftig Osterhasen in den USA produzieren
derstandard.at

Wilde Westerhasen im Alufell. Unterzujubeln: Killerkaninchen. Kanichen und Hasen jedoch sind – wussten Sie’s? – gar nicht miteinander verwandt. Wie sich das im Schokoladenfall verhält, ist bzw. wäre gesondert zu untersuchen.

Ausgekocht

Urkundenfund heizt deutschen Bratwurststreit an
orfon

mein schön deutsch sprach!
Ernst Jandl, die humanisten

Ach du Schöne Deutsche Sprache! Was täten wir nur ohne deine wunderbaren Substantivkettenwörter: Bratwurststreit, welch wurstwunderbarer Wortausfund!

Wo wohl werden nun die Würste ihren Urkundenstreit ausfechten, auf welchem Rost? Oder gar, südostwärts, auf gewissermaßen neutralem Boden, im Kessel? Der Schiedsrichter wäre dann naturdarmgemäß die klassische Haaße. Auch der Begriff Opferwurst bekommt derart neue Nuancen, Opferwurstbegriffserweiterungsnuancen.

Es isst genug.

Las Vegas!

Trump und Putin planen nach Gipfeltreffen in Alaska gemeinsamen Auftritt
derstandard.at

Nach dem Auftritt ist vor dem Gipfeltreffen. Nach dem Gipfeltreffen ist vor dem Auftritt.

Rat Pack? Aber nein, Rat Pack, das war doch ein Epitheton ornans.

Fettgedruckt

Dürre: Menschen in England sollen alte E-Mails löschen
orfon

Da haben wir’s: Der Doppelpunkt ist das inklusive Satzzeichen kat exochen!

Possessiv

Unter den Jagdfreunden des die ihm niemals (nicht im mindesten) selbst gehört habenden Waffen mit seinen Insignien versehen haben lassenden René Benko habe sich auch ein deutscher Billigwurstfabrikant mit Stiftung in Liechtenstein befunden, heißt es.

Wolln wir uns das Wort, nicht seine Produkte, genüsslich auf der Zunge zergehen lassen: Billigwurstfabrikant. Noch einmal, es ist so schön: Billigwurstfabrikant. Und Premium Food Group, so heißt die Fabrik des Billigwurstfabrikanten.

Ist ein Produkt ganz sicher nicht Premium, de luxe, Spitzenqualität (…), muss man es entsprechend etikettieren (labeln, sagt man heute), gewissermaßen mit exclusiven Insignien imprägnieren. Bei wertvollen Jagdwaffen (von Silberbüchse und Henrystutzen aufwärts) ist es etwas anders gelagert, und ihr (zugeschriebener) Wert wächst auch mit ihnen, in Echt.

Die liechtensteinsche Botschaft in Wien befindet sich gerade einmal einen Kilometer Luftlinie vom Landl, wenn überhaupt.


Stephansdom, 25. September 2025 | © Stephan Schönlaub

November, dem Herbst sein Mai und dem Morgenstern sein »Robbenbär«: Nebelklischees umwölken das Gemüt. Wer in dieser Luftfeuchtigkeitsdichte ist so herzensbegabt und verfügt über den Durchblick auf die Notwendigkeit der Anwendung der indertat real existierenden Möglichkeit einer SPENDE für das eben von Ihnen von Ihrem Bildschirm abgelesene, tatsächlich tagtäglich und ohne jeden Auftrag, jedoch unter Aufbringung beträchtlichster Kreativität und Disziplin erscheinende Periodikum »MütterLog« in Betracht zu ziehen? Ich glaube: Insbesondere Sie. Und Du doch auch! ACH! Immer noch im Impressum findet sich meine Kontonummer. DANKE!

Wangenscheng

Erste Hauptrolle: Naschenweng spielt Schlagersängerin
orfon

Was für eine Meldung! Als würde Frau Kardashian (welche?) eine Influenzerin spielen. Weiters: Wie sehr wir uns auch bemühen mögen, es fällt und fällt uns kein tauglicher Schüttelreim ein. Was sind wir doch Taubtrolle, gewaschene, allesamt, Taubtrolle ersten Ranges!

Lachkampf

Warum KI so humorlos ist
orfon

Dies zu untersuchen gilt es jetzt aber wirklich, eine besonders gewitzte Frage einzugeben.

Was werden wir gelacht haben. Gekichert, nachgerade.

Wer sich selber kitzelt, hat nichts zu lachen. Ob das nicht die eigentliche Bedeutung wäre, was gemeint sein könnte mit: Lachkrampf?

Gundagunst

… mischen dazwischen auch Wolken mit …
Gunda Schuller, Radio Österreich 1

Nicht wegzuwischen!, ist das nicht die nobilitierendste Grundeigenschaft des Radios?! Da mag es dazwischen noch so blitzen und dunnern.

Pensum

2x größerer Penis nach nur 3 Minuten! Mit 38% Rabatt bestellen!
Werbewahrspruchversprechen (per Email)

Bevor wir Zusagen vorbehaltlos Glauben schenken können, müssen wir das Angebot gründlich studieren und jedenfalls durchrechnen. Um zu einem wirklich zutreffenden Ergebnis kommen zu können, bedarf es zunächst einmal der korrekten Angabe (Errichtung) der Gleichung. Alles andere folgt aus ihr heraus: Wer sie fehlerhaft aufgestellt hat, ist auf verlorenem Posten.

Mit wievielen Unbekannten haben wir es zu tun?

Abgetreten

Österreichs Fußball trauert um Ex-ÖFB-Präsidenten Windtner
orfon

Fußbällen, wenn man’s bedenkt, muss der Schädel permanent sowas von dröhnen. Da hast du keine Mitgefühlskapazität für irgendetwas anderes, Freude, Trauer, egal. Wenn nur das Schädelweh endlich aufhörte.

Waren

Künstliche Wimpern sind Vergangenheit
Werbeanschrift (per Email)

Des weiteren dürfen wir exklusiv erfahren: »Wimpern +9 mm länger in wenigen Tagen. Frauen sind verrückt nach diesem Serum!«, und sind eingeladen, es (das Serum) unverbindlich zu testen.

Wir fragen uns, wie zielgerichtet das Serum zu wirken in der Lage ist und wittern einen ganz großen Skandal, den zu illustrieren uns das Fehlen Manfred Deixens wieder einmal aufs brennendste vor Augen führt. Erinnern wir uns: Anlässlich des letztlich so segensreichen österreichischen Weinskandals (1985) ahnte er, in prophetischer Schauung, voraus, welche Skandale da noch dräuten. Darunter befanden sich unter anderem Der Wiener Mehlspeisskandal (»Kerosin in der Sachertorte«) sowie Der Niederösterreichische Milchskandal (»Haarwuchsmittel in der Milch«), alles aufs trefflichste illustriert, nicht im mindesten übertreibend.

Dies sich zu imaginieren stelle ich Ihnen somit anheim.

Und jetzt bestellen wir alle.

Im Dienste der Wissenschaft

Deutscher Ahnenforscher auf Friedhof im Bezirk Korneuburg von Grabstein eingeklemmt
Agenturmeldung

Der wahre Forscher begibt sich ins Feld, kommt darin herum oder um.

Abbildend

Sammelklage gegen FIFA geplant
orfon

Tausche Hickersberger gegen Jara
Annonce, Schülerzeitung (Juni 1978)

Zumeist hat so eine Klage mit Unregelmäßigkeiten zu tun. Nicht weit danebenliegen dürfte, wer auf eine krumme Sache mit Panini-Bildern tippt. Oder, gravierender, Alben.

Donnerstag, 23. Oktober 2025

Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Matthias Politycki: »Meisenfrei. 99 Gedichte« (Hoffmann und Campe)
Manfred Müller, Moderation

Matthias Politycki lädt mit seinen neuen Gedichten in seine Hamburger Stammkneipe »Meisenfrei« und zu einer Grand Tour, bei der die Kellnerin, der Postbote und die Poesie des Sake, das Alltagsparlando am Tresen und der hohe Ton zu einem unverwechselbaren Sound zusammenfinden. Da steht eine Verkostungsnotiz neben einem formstrengen Sonett, ein klassisches Kalendergedicht neben einem Psalmlied und einem Objet trouvé aus einer rauschenden Nacht. Die Liebe, der Tod und die vermeintlichen Banalitäten des Alltags, die großen Umbrüche der Gegenwart und die mächtigen Aufreger am Tresen, hier sind sie frank und meisenfrei in Form gebracht.
Verlagsprosa

Weil ich den Matthias am 19. Juni 2025 (Fronleichnam, aber das war nicht der Anlass – ein Doppelsiebziger gemeinsamer Freunde war’s, also nicht einmal anteilig der seinige, den er ja heuer auch begangen hat) in den Wiener Weinbergen (auch downhill) kennengelernt habe und er, nebst anderem, eine ausgepicht kuule Socke ist, habe ich ihm angeboten, dass ich, als kleine freundschaftliche Geste, ein paar Posaunenklänge zu seiner Lesung dazuspiele, was ihn doch einigermaßen gefreut haben dürfte, mithin (außer Programm):

Bertl Mütter, Posaunistische Aperçus

Überhaupt, man kann doch wirklich überhaupt nie wissen, ob etwas einmal zu etwas gut gewesen sein wird, aber darum geht’s bitte nicht, überhaupt nicht.


Genauso wars. Super Sache, kuule Socke.

Mannstoppend

Italiener in Kärnten mit 45 Kilo Schwammerl gestoppt
orfon

Self-Defence Against Fresh Fruit
Monty Python, 1969

Dank des feuchten Wetters gedeihen dieses Jahr die biogenen Straßensperren besonders gut. Irgendwie erscheint einem der Einsatz von Pilzen für diesen Zweck dann aber, wenn auch originell, so doch etwas unangemessen, und man fragt sich, ob es nicht tauglichere Mittel einer für beide Seiten gefahrlosen Mannstoppung gibt. Sollten sie aber ausschließlich ungenießbare und/oder giftige verwenden, so ziehe ich vor einer derartigen Symbolbrillanz sogleich begeistert meinen Hut.

Merke jedoch: Pilze sind keine Früchte.

Gemeinplatz

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit
Kohelet 3,1

Weitere illegale Schönheitsklinik in Wien aufgeflogen
orfon

Wenn jemand etwas tut – welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?
Kohelet 3,10

Auffliegende Schönheitskliniken, Teigtscherlfabriken des Gurkensommers 2025. Unwillkürlich stellt man sich ein einziges gigantisches Aufplatzen vor, das zeitgleiche Gesamtaufploppen sämtlicher frischeingebauter und/oder -gefüllter Implantate, Sturzbäche durchs Treppenhaus, denen entgegen sich die segensreiche Gruppe Sofortmaßnahmen wacker aufwärtsentgegenkämpft. Das Personal entflieht vermittelst in Brust, Po und Lippen einoperierter Ballons, die Notration Helium dafür ist stets vorrätig. Von einem (rechtlich vermutlich zulässigem) Nachschießen mit Flobertgewehren wurde abgesehen.

Dieweil promeniert die sich zuvor rechtzeitig in Sicherheit gebracht habende illegale Schönheit vom Schwedenplatz stadteinwärts und verschwindet in den Schaufenstern an Graben und Kohlmarkt. Ehrlich wäre, gäbe es dort auch diese günstigen, täuschend echten Replika-Watches und Bägs, ehrlich aber eben auch illegal, leider, schade o.

Shaolinshaming

Ihm werden Veruntreuung und sexuelle Beziehungen zu diversen Frauen vorgeworfen.
Vorwurfserläuterungsberichterstattung, derstandard.at

Bitte, sowas kommt doch in den besten Klöstern vor, also Schwamm drüber! Stutzig macht jedoch der Vorwurf, der Kungfuabt habe (wir wollen hoffen: einvernehmliche) Beziehungen (welcher Art auch immer, möglicherweise aber, hmm, veruntreue) zu »diversen Frauen« gehabt. Da haben wir uns so eifrig bemüht, zu erlernen, dass wir die Menschheit in drei (zwei kleine, eine überwiegende) Kategorien einzuteilen haben, als da wären: maskulin, feminin, divers – und dann DAS!

Groß sind die Wunder der Welt, und China ist noch einmal größer.

David Carradine ist ja, so geht die Erzählung, den Folgen einer nicht ganz (oder aber völlig) geglückten autoerotisch motivierten Selbststrangulation erlegen.

4’33”

Polizeireportage vom Wiener Reumannplatz
Videobeitrag (4’33”), orfon

Es gibt eine segensreiche App, die heißt Die Perfekte Eieruhr. MIt ihr kann man nach korrekter Eingabe von Eiumfang, Wassertemperatur bei Eieinlage (Eiablage?), gewünschter Konsistenz (schlatzig, weich, kernweich, hart, sehr hart, so hart, dass die Schale weich ist), Seehöhe (Kilimandscharo? Totes Meer) die Garzeit eines Eis im voraus eruieren. Wie lange, glauben Sie, dauert in Wien Das Perfekte Ei (mittelgroß, kernweich)? Na, klingelt’s?

Vermutlich war dieses zeitdauerliche Faktum die (eine) entscheidene Inspiration, die John Cage als Schüler aus Schönbergs Unterricht mitgenommen hat. Der Rest ist, wie alles, Geschichte.

Sonst tut sich im Sommer in Wien ja eher weniger.

Roming

Rom bekommt mehr Autonomie
orfon

Los von Rom!
Historische Bewegung, Österreich

Unter anderem, schlüge ich vor, dass allzubillige Wortspiele verboten werden können, per Bürgermeisterdekret, mit sofortiger Wirkung. (Wem fiele, auf die Schnelle, ein teures Wortspiel ein, gibt’s sowas, kann’s sowas überhaupt geben, denn: Wer verstünde eines?)

Außerdem: Ewige Stadt, ewige Autonomie – wem gefällt sowas, also jetzt grundsätzlich? Wie könnte Rom von sich loskommen?

Wir entkommen uns nicht.

Schwarteln, aquatisch

Mladenovic im Brustsprint 22 Hundertstel hinter Bronze
derstandard.at

Brust oder Keule
Louis-de-Funès-Film

Zum Laufen aber brauchst du Schenkel. Und Bronzen stehen in Parks oder Museen herum, da noch – wenn auch nur Sekundenbruchteile – zurückzubleben, ist wahrlich keine sich übermäßig aufdrängende Meldung, sportiver Art gar.

Wie sprintet man eine Brust? Brüstin?

Der Nächste, bitte

Erster Sänger von Iron Maiden gestorben
orfon

Too Young To Rock’n’Roll
Too Old To Die
Zeitgemäße Adaption eines umgekehrt längst nicht mehr zutreffenden Kampfrufs

Nach Ossi Osborn: Jetzt geht’s dahin. Die Sache nimmt Fahrt auf.

Grabsteinrock: Wo das wohl noch hinrollt.

Ganggenau

Schauspieler Keanu Reeves bekommt gestohlene Uhren zurück
derstandard.at

Manche sind doch tatsächlich gleicher. Nach der ersten Verblüffung stellt man sich dann aber schon auch die Frage, wie es kommen kann, dass ein Hollywoodstar vom Schrot und Korn eines Keanu Reeves es nötig hat (es nötig zu haben scheint), Uhren zu stehlen, sie woanders in Kommission zu geben und, man hat sie wohl nicht zu verschleudern vermocht, dann auch noch zurückbekommt! Ich mein, geht’s noch!?

Fruchtbarkeitswunder

Zwergsumpfhuhn brütet nach 70 Jahren wieder im Burgenland
derstandard.at

Wer hätte geahnt, dass die so alt werden können. Und so lange derart fertil bleiben!

Nun, wenigstens das eine Zwergsumpfhuhn, aber es steht für die Gattung; naja, Art; naja, Spezies. Ach lassen Sie mich doch in Ruhe mit derartigen Spitzfindigkeiten, Sie wissen doch, was ich meine! Und wie!

Wie schmecken so Zwergsumpfhühner eigentlich? Also junge, keine Zwergsumpfsuppenhühner wie das rezente Seniorenexemplar, wie schmecken die?

Angesetzt

Erfolg bei Prüfungen hängt von Tageszeit ab
orfon

Unter anderem: Erfolg ist nicht alles.

Und überhaupt, was ist das eigentlich, Erfolg?

Wer von Ihnen hat Tageszeit? Hat wer von Ihnen Tageszeit? Bitte melden!

(Das Leben ist die eigentliche Prüfung: Manch einer (ich eingeschlossen) hatte ja eher Erfolg nach langmächtig-pathetisch (mit Trommelwirrbel u. dergl.) angesetzten Prüfungen; ich bin nicht am schlechtesten gefahren damit.)

Nichtspazierer

Spaziergänger aus Fluss gerettet
orfon

Aber dann war’s doch kein Spaziergänger. Im Fluss heißt so jemand Schwimmer; beim Angeln Angler, oder Fliegenfischer, das sind die mit so langen Gummistiefeln, in denen sich wirklich nicht gut spazierte.

Wir getrauen uns diese sprachliche Spitzfindigkeit nur deshalb hier zu referieren, weil im gegenständlichen Fall sowohl der Nichtschwimmer als auch sein Hund unverletzt geblieben sind, gottlob. Mit dem Unglück anderer treibt man keinen Scherz, und wenn ich noch länger und breiter weitermache, wird es ziemlich schnell verdächtig, wie wenn einem das Wasser in der Umgebung etwas gar allzuschnell steigt und man schließlich auf so etwas wie einer Insel festsitzt bzw. -steht, aber nirgendwo ein Rettungstaucher, der an einer Leine (nicht jener des Hundes), die er zuvor auf einem Baum (der notorischen Kokospalme) festgemacht hat, ein Schlauchboot anbindet, in das man den Spaziergänger (samt Hund) verfrachtet, sodass sie beide wohlauf auf festes, sicheres Land gezogen werden können, nein, eine solche Rettungsaktion gibt es nicht für solche wie mich, das Netz zieht sich enger um mich, und ich habe ja nicht einmal einen Hund, dass er die Widersacher, die Mitdemfingeraufmichdeuter, verbelle.

Nirgendwo aber ein Traum, und von Aufwachen keine Rede, nicht die mindeste.

Minimal maximal

EIN BISSCHEN BIO
SCHADET NIEO
Ernährungsparole, Hotelfrühstücksraum

selten, oft nie
Karl Valentin

Wir sollten das Bezugspärchen »ein bisschen« – »nie« (bzw. »nieo«) etwas näher in Augenschein nehmen. Bedeutete es, gesteigert zum Einbisschensehrviel, dass dieses manchmal/immer oder, Gegenrichtung, überhauptniemalsnicht (bzw. überhauptniemalsnichto) Schaden anzurichten in der Lage ist?

Also irgendwie finde ich von dem her das jetzt sozusagen ein bisschen total krass, gewissermaßen, genau

Nirvana

»Zu viel Wind«
Letzte überlieferte Worte (Posting), Felix Baumgartner

(Kürzestresümee eines bestürzenden Lebens.)

CP†

Claus Peymann ist tot
Agenturmeldung

Claus Peymann hat gelebt.

Theaterdonner ist: Weltendonner.

Fortgetapst

Ausgewandert: Tapir aus Oberösterreich lebt sich in Melbourne ein
derstandard.at

A Okapi is a Viech
Edmund Mütter (1935-2021)

Wolln wir ihm wünschen, er darf sich dort auch ausleben. So richtig tierisch tapirisch.

Australien, das sind die anderen, unteren. Tapire: Sowieso.

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Lienz, Museum Schloss Bruck
»Wandeln und Lauschen – Lyrik im Dialog mit Nicäa«
Wandellesung mit
Marco Michalzik, Siljarosa Schletterer und Paul Zinell
Bischof Hermann Glettler, Gastgeber
Bertl Mütter, Posaune

Susi Pop: »Christ in Glory«, nach Graham Sutherland (Ausstellungssujet)

In einer künstlerischen Klausur haben die drei einander recht stimmig ergänzenden Lyriker (gener. m.) Gedichte zur Ausstellung »BLICKE NACH INNEN. Nicäa« verfasst, die an diesem Abend im Zuge einer Wandellesung performativ präsentiert wurden. Ich bin mitgewandelt, als Trombonaut. Ob und welche weiteren womöglich wunderlichen Wandlungen sich eingestellt haben, kann nicht mit letzter Gewissheit gesagt werden, es wird sich weisen. Merke: Zur nachmaligen Bestätigung allfällig aufpoppender Wunder ist es immer hilfreich, wenn von allem Anfang an eine kirchliche Autorität zugegen ist. Da wären wir recht gut vorne mit dabei.


Tagsüber haben Hermann Glettler und ich einen impulsiven Rundgang unternommen, bei dem er mich samt meiner Posaune vor sich her durch die Ausstellung filmend, nunja, getrieben hat; aber eh seehr freundschaftlich.


Dienstag, 7. Oktober 2025
Lienz, Bildungshaus Osttirol

Eins zurück noch, wenn ich schon einmal da war: Am Vorabend hat Hermann Glettler sein gemeinsam mit Abualwafa Mohammed verfasstes Buch »Nicht den Hass, die Liebe wählen« vorgestellt, das »Hoffnung schenkt und Wege zu mehr Menschlichkeit und Dialog aufzeigt«. Die frisch gegründete »Trommelgruppe Osttirol« hat die Veranstaltung ›umrahmt‹, ihr erster Auftritt; ich habe zum Abschluss ein paar Klänge in den Raum geblasen.

Selbstbefr.

Neues Buch: Hochmairs Selbstbefreiung
orfon

This is the greatest elephant in the world except himself.
Heinrich Heine

Achso, Eiung.

Chuck Norris war einmal. Es gibt Menschen, Üübermenschen, die sind noch Bigger Than Life.

Hochmair, Symptom seiner Zeit. Sicker Witz.

Ich, ich, ich, ich,… schon nach dem Viertenmal ein sinnloses Wort.
Lars Gustafsson, Der Tod eines Bienenzüchters

Bücherpreis

Preis kommt von preisen
Erwin Ringel

Eine »vielseitige deutsche Schriftstellerin« (Ursula Krechel eignet dieses fragwürdige Epitheton) erhält den Büchner-Preis, und ganz sicher verdient, hochverdient.

Kann es sein, dass »Büchner« eine gewissermaßen zwischengeschaltete dual-komparative Steigerungsform von »Bücher« ist?, Buch – Bücher/Büchner – am Büchesten?

Alors, nun wird es wirklich nicht mehr lange dauern können, bis ihn endlich auch Michael Köhlmeier erhält, erhalten muss, bereits jetzt gratuliere ich in freundschaftlicher Vorfreude. Er wird aber wohl gleich den Büchesten-Preis zugesprochen bekommen, so vielseitig wie der schreibt; und redet, was für ein Glück; und die Laudatio wird eher nicht Franz Schuh halten; ich tippe auf Liessmann, an Liessmanns Lippen werden wir hängen, auch an diesen.

Umweltheldin

Sechsjähriger wurde von 28 Bienen gestochen. Mutter gelang Reanimation.
Kleine Zeitung

Setzt die Biene ihren – widerhakenbewehrten – Stachel ein, so reißt ihr das unweigerlich den kompletten Hinterleib heraus. Das mit in Betracht ziehend verneigen wir uns in Bewunderung vor der nicht anders als ›Bienenmutter‹ zu bezeichnenden Dame, und auch der Bub ist, nach nicht minder dramatischen Vorkommnissen, gottlob wieder wohlauf.

Gespannt erwarten wir die heurige Honigausbeute. Wird sicher grandios.

Implosiv

Radfahrer frontal zusammengestoßen
orfon

In nostalgischer Begeisterung erinnern wir uns des Ringkampfs, den, in der Kondition seines Lebens, seinerzeit Graham Chapman gegen sich selbst ausgefochten hat. Dass eine sporthistorisch bislang als völlig einzigartig geltende Spitzenleistung dereinst tatsächlich noch getoppt werden würde, damit haben selbst die allerkühnsten Phantasten nicht rechnen können.

Spritzentour

Pkw-Spritztour von 16-Jährigem endete im Spital
orfon

Zum Glück ist zwar nicht nichts, aber wenigstens nichts gravierendes passiert.

Spitzenmäßig.

Nachtraum

Des is sie!
De Sissi!
Nachtraumeingebung

Jaja, mäßig originell, aber weder unseren Träumen noch unseren Nachträumen können wir gebieten.

Angerichtet

Wie gut können Roboter ein Mittagessen zubereiten?
Wichtige Frage unserer Zeit

Was hast du denn nun da gemacht?
Ervín Schulhoff, Sonata Erotica für Muttertrompete (1919)

Grundsätzlich werden sie sich leicht tun: Sie müssen’s ja selber nicht essen.

Arbeitet eigentlich jemand an essenden Robotern? Das ergäbe einen perfekten Kreislauf, und sowas gefiele uns, wie uns alles Perfekte gefällt.

(Ich hielte ja Roboterinnen für die Aufgabe der Essenszubereitung eher geeignet, weil sie einfühlsamer sind, bekanntermaßen; einen besseren Geschmack hätten sie auch, sicherlich.)

Ottokar

Msgr. Otto Mauer-Preis 2025 ausgeschrieben
Ausschreibungshinweis (Abbreviatur), orfon

Monsignore Otto Mauer-Preis 2025 ausgeschrieben
Ausschreibungshinweis (ausgeschr.), oerefoen

Es dürfte mit einem langwierigen Verfahren zu rechnen sein.


Erster Oktober – bei Morgenstern »Locktauber«: Es kommen kältere Tage. So will ich den zyklischen Fingerwinker geben, hoffen, untaub erhört zu werden, indem ich Sie zu locken suche, die indertat real existierende Möglichkeit einer SPENDE fürs tagtäglich – da fährt die Eisenbahn drüber – zuverlässiger als jede Mariensichtung erscheinende MütterLog in Betracht zu ziehen. Immer noch im Impressum findet sich meine Kontonummer. DANKE.

Statisch

was sich den ganzen tag so tut
was sich das ganze jahr so tut
was sich die ganze zeit so tut
was sich halt so tut
was sich halt den ganzen tag so tut
was sich halt das ganze jahr so tut
was sich halt die ganze zeit so tut
halt was sich so tut
halt was sich den ganzen tag so tut
halt was sich das ganze jahr so tut
halt was sich die ganze zeit so tut
was sich so tut halt
was sich den ganzen tag so tut
halt was sich das ganze jahr so tut halt
was sich die ganze zeit so tut halt
Ernst Jandl, bericht

Wir leben in Zeiten allumfassender Bewusstheit der Gleichzeitigkeit von Allem. Banales, Halbwichtiges, Curioses, Wesentliches. Hier ein morgendlicher Einblick auf einlangende (bzw. angebotene) sog. Statusmeldungen in einer sog. Messengeräpp:

Am Samstag das Konzert mit Haydns Harmoniemesse in der Stadtpfarrkirche St. Jakob, die statusmäßig Auskunft gebende Person [SAG] singt im Solistenquartett. Eindrücke von der Safari in Tansania, [SAG] sitzt links auf der Beifahrerseite. Mein Schiff fährt von Ålesund gen Bremerhaven mit Vollgas (21 Knoten, das sind über 40 km/h); die [SAG]-Familie fläzt sich mit Drinks (der Bub noch alkoholfrei) am Deck in so einem Freiluftrundsofa. Drollige Papageienvögelplastiken in südenglischer (Cornwall?) Parklandschaft. Summer vibes am Sandstrand, Griechenland. Rote Erdäpfel (Ciclamen?, Desiree?, Franceline?, Heiderot?, Laura?, Nemo?, Rote Emmalie?, Roter Erstling?, Rosara?, Rosemarie?; gar Lungauer Eachtling?), [SAG]s ganzer Stolz. Der Steffl in vierzehn Permutationen ([SAG] – nicht der Turm – hat sich jeweils geringfügig bewegt). Dank an den »Wunderwuzzi«-Doktor vom KUK Neuromed Campus Linz für die vollständige Entfernung des Hirntumors der nun gottlob wieder auskunftgebenkönnenden Person in einer annähernd elfstündigen Operation.

Von keinem der Vorkommnisse hatte ich vorweg die geringste Ahnung (gut, mit des Steffls unbewegter Standhaftigkeit durfte ich rechnen; aber wer weiß schon!?, na eben). Das wichtigste aber: Alles (Alles!) ist, wie stets (stets!) bei Statusmeldungen, gelungen!

Was nicht gemeldet wird, misslingt. Ist misslungen. Von vornherein und auf ewig.

Was für ein Glück, dass es Statusmeldungen gibt. Gewisse.

Third Leg Practicing

Skiweltmeister Haaser stellt sich auf drei Beine
orfon

Sleipnir heißt in der nordischen Mythologie das achtbeinige Pferd des Göttervaters Odin/Wotan: Wenn das erste Viererset ermüdet ist, wechselt es aufs andere. Logische Sache irgendwie. Seinen Namen bekam es, da es zu Lande und zu Wasser sowie in der Luft gleichermaßen »dahingleitet«. Auf Schnee (die Assonanz »Sleipnir« zu »sleigh«, Schlitten, dürfte selbst etymologisch Unbedarften plausibel erscheinen) sicher auch, wenn es halt sein muss: Damals hat es im Norden ja noch zuverlässig reichlichen Schnee gegeben, von sowas wie einer künstlichen Beschneiung etwa konnte, auch theoretisch, nicht die Spur einer Rede sein.

Derweil ist der Schifahrer (ein Weltmeister gar) schon mit drei Beinen zufrieden.

Gelten drei Beine eigentlich als Doping, und welches von ihnen wäre das zu inkriminierende? – Ist doch das Problem einer jeden Dopingkontrolle der hiebundstichfeste Nachweis.

Jede Antwort generiert – das ist ein Naturgesetz – sogleich zumindest zwei weitere Fragen. Zu-min-dest.

Welche/s?

Das Tanzbein wird geschwungen
sommerliche Veranstaltungsankündigungsüberschrift, Kleine Zeitung (Kärnten)

Wie wird es eigentlich geschwungen, mit welcher Hand? Überhaupt: Welches nun ist das Tanzbein – das Tanzbein schlechthin –, ist es so etwas wie der Talschi des Sommers? Was sagt, ins Aktiv gegendert, die Ballsaison dazu?

Zuletzt, als besonders erfreulich, vermeldet die Veranstaltungsankündigung: »Die Band ›Rudi an the Gang‹ sorgt ab 23 Uhr für Stimmung.« Da muss dann wirklich niemand mehr seine Faust / ihre Fäustin im Sack ballen.

Samstag, 27. September 2025

Wien, Jesuitenkirche
Ein Fest für Bodo Hell

Foto: Andrea Nießner 2012

Seit dem 9. August 2024 wird Bodo Hell im Dachsteingebiet vermisst. Nicht nur dort fehlt er aufs schmerzhafteste. Du wirst keinen Menschen finden, der, kommt auf Bodo die Rede, wenn er auch nur die kleinste Berührung mit ihm hatte, nicht ausschließlich Bestes zu ihm assoziierte. Ich darf mich glücklich schätzen, mehrmals mit ihm in persönliche Berührung gekommen zu sein, gemeinsame Zeit, die ich schon beim aktuellen Erleben als eine besonders beglückende, wertvolle, nährende wertschätzen konnte. Was für ein gigantisches, aus einer neugierigen Welt-und-Menschen-Liebe hervorgehendes, unerhört beseeltes Wissen (wisdom & wit) – mit dem er nie auftrumpfen wollte – in diesem Menschen war, von ihm ausging – und weiterstrahlt!

Sie sehen, es fehlen die rechten Worte. Bodo hätte sie gehabt (wenn auch nicht über sichselbst; er hatte keinen Weihrauch nötig).


Alstern, zur Gedenk-Tat; es wird ein unsentimentales, dankbares Gedenken (ein Gedanken) sein:

11:45 Begrüßung vor der Kirche (Dr-Ignaz-Seipel-Platz)

Werner Zangerle, Saxophon
Erwin Rehling, Schlagwerk
Peter Angerer, Schlagwerk
Michael Bruckner, Gitarre

12:00 Festakt in der Jesuitenkirche

Wolfgang Kogert spielt aus dem Orgelbüchlein von Johann Sebastian Bach
Nun komm, der Heiden Heiland, BWV 599
Der Tag, der ist so freudenreich, BWV 605
Christum sollen wir loben schon, BWV 611
Das alte Jahr vergangen ist, BWV 614
Alle Menschen müssen sterben, BWV 643
Dazu Texte von Bodo Hell
Gustav Schörghofer SJ: Zuhause unbekannt
Bertl Mütter (Posaune): Improvisation – irreprehensibilis (?)
Martin Kubaczek: moments musicaux
Bertl Mütter (Posaune): Improvisation – Ruh’ (rau) [nach Schubert nach Goethe]
Peter Gruber: Hirtenspuren. Brief an einen Weggefährten
Wolfgang Kogert (Orgel): György Ligeti, Volumina

Anschließend Brot und Wein im Innenhof der Alten Universität
Friesacher FrauenZimmerMusi: DA SUMMA IS AUS


Große Dankbarkeit, da mitgemacht haben zu dürfen. Da braucht es keine weiteren Worte.

Unerreicht

*** Ist da niemand? ***
In Österreich glauben 39 Prozent nicht an außerirdisches Leben
Viele Menschen hierzulande sind nicht überzeugt, dass es außerirdisches Leben gibt, ein Viertel glaubt an mikrobielles Leben im All. Der Glaube an Gott ist populärer.
Artikelheader, derstandard.at

Soso, ein Vierterl Mikroben ist also weniger populär als ein alter Mann mit Bart (den etliche nicht abbilden lassen wollen). Nebenbei gesagt: Vatergottglauben könnte man auch als papalär bezeichnen, zumindest in der katholischen Hemisphäre.

Ob es (überhaupt, tatsächlich) Menschen gibt, nicht nur die paar außerirdischen? (Fangfrage, und bekanntlich ist 2001 ja einer dort geblieben; wären Menschenfischer auch Menschenfänger, in welches Weltaquarium sperrte man sie ein, und welches Himmlische Restaurant müsste/dürfte das sein?)

Rätsel über Rätsel, und wo ist oben und unten im Universum und darüber hinaus?

(Bevor es nun unseren spekulativen Kopf zerreißt, wollen wir die Reißleine ziehen; wo aber ist diese!?)

Pfeifig

Lachen, nicken
und hoffen, dass es keine Frage war
Lebensfortschrittliche Verhaltensheuristik (Postkartenwohlmeinung)

Ich wäge noch ab. Und will hoffen, es dauert noch ein Zeitl.

Gerne auch eewich; was jetzt aber auch nicht ganz so wörtlich gemeint sein kann.

Donnerstag, 25. September 2025

Wien, Stephansdom
Reinhard H. Gruber: »Seien Sie gegrüßt! Gedanken des Steffl«
Buchpräsentation

Stephansdom, 25. September 2025 | © Stephan Schönlaub (Pressefotograf, Erzdiözese Wien)

Gratulation zur durchgehend stimmigen Präsentation bis hin zum erlesenen, sehr sublimen musikalischen Ausklang! (Das war überhaupt eines der absoluten musikalischen Highlights, die ich im Dom je erleben durfte).
Persönliche Nachricht an den Autor (weitergereicht)

Im Zuge der Aufnahmen zu meinen aus|cu|ta|tio|nes (ARBE 15, 2020) durfte ich etliche Leute im, um und um den Dom herum kennenlernen, und tatsächlich hat sich mit einigen eine Freundschaft ergeben. Jetzt hat Reinhard H. Gruber, der Domarchivar, sein neues Buch herausgebracht. Klare Sache, dass ich da dabei war. Gemeinsam mit Domorganist Ernst Wally an der Riesenorgel (auf meinen Wunsch auch das mehr spür- als hörbare mächtige 64”-Register einbindend!) haben wir einen fulminanten Kehraus ins Kirchenschiff geblasen.

Schattenbalsam

Sonnencreme vom Vorjahr schützt womöglich nicht ausreichend
Agenturmeldung (via derstandard.at)

Schnee von gestern kühlt kaum.

Empathilliardäre

Jeden Tag werden weltweit rund zehn Milliarden Emojis verschickt
orfon

Wohin werden sie denn verschickt (oder muss man sagen: deportiert?), was wird mit ihnen dort gemacht? Jedenfalls kein Wunder, wenn es den Menschen zunehmend an Mitgefühl mangelt.

Da steckt sicher so ein ichkranker Amerikaner dahinter, ich tippe auf das Gespann Mask-Zackerberg. Wie wäre es also, wenn die für diese gigantische, zweifellos planvolle Entemotionalisierung verantwortlichen Herren rasch einige Milliarden zusätzlicher Emojis produzierten?

Sind alle kalt wie Fisch mit Flasche leer. Traurig.

Aufbrecher

Zahl der Bahnreisenden weiter gestiegen
Erfolgsmeldung (via APA)

Parallel dazu ist auch, und damit war wirklich nicht zu rechnen, die Zahl der je auf der Erde geborenen Menschen größer geworden. Und wieder. Und jetzt gerade auch schon wieder. Und noch größer.

Ob auch die Zahl der Nichtbahnreisenden im gleichen Tempo weiter steigen wird wie bisher, wie und ob sich die Verlaufskurven aufeinander zu oder voneinander weg bewegen, muss dringend gesondert untersucht werden.

»Die Kranken sterben net aus«, hat etwa schon Heinz Conrads gewusst, was ihm selber aber letztlich garnichts genutzt hat: Es ist an uns, uns als Individuen oder als Angehörige einer Kategorie zu begreifen. Allzumeist ist man beides zugleich.

Nachtragsfrage, streng hypothetisch: Wenn ich gestern bahngereist bin und heute wieder bahnreiste, stiege somit die Zahl der Bahnreisenden?