mütterlog

Es ist sehr verschieden, in die Zukunft – und in die Vergangenheit zu lügen.
Jean Paul (1799)


Generalprävention

Die schauderhafterweise wahre Geschichte von einem abgetrennten Penis soll nun also verfilmt werden. Das wollen ganz sicher ganz viele sehen. Was dabei beklemmt ist der Umstand, dass es ein Vierteiler werden soll. Klingt also mehr nach Fleischwolf. Wer sich als Stuntman zur Verfügung stellt, wird wohl ein auf ewig versiegeltes Geheimnis bleiben müssen.

Indes, wir wissen es und sind beruhigt: Der Penis seinerzeit konnte wieder angenäht werden. Das Dokudrama dürfte demgemäß wie folgt verlaufen: 1. (blowup) Penis – 2. Cut! – 3. Zustand: ab – 4. Zustand: Annähung (fadeout).

Ob derart eine generalpräventive Katharsis für allzu vorwitzige Peniseigner gelingt, kann noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden.

bestemmt

Länder weiter für Rauchverbot für unter 18-Jährige

Im März des vergangenen Jahres hatten sich die Jugendreferenten der Bundesländer auf ein Rauchverbot für unter 18-Jährige ab Mitte 2018 geeinigt. Umgesetzt wurde es bisher in keinem Bundesland, alle Länder bekennen sich jedoch nach wie vor zu dem Beschluss.
orfon

Es ist doch ganz einfach: Man wartet, bis die unter 18-Jährigen zu über 18-Jährigen mutiert sind. Also alle, kommende Jugendliche inklusive.
Genauso verfährt man – mit dem allergrößten Erfolg! – bei sämtlichen zeitgemäß im Bundeskanzleramt evidenzbasiert evaluierten und – jetzt aber wirklich! – dann schön langsam zügig angegangenen Reformvorhaben, i.e. allüberfälligen Schulreformen, sowie bei der ungerührten Durchsetzung einer Anhebung des tatsächlichen Pensionsalters (wenn sich hier der Bestemm auch in die Gegenrichtung verspreizt).

Österreich ist das Binnenland mit den meisten Leuchttürmen, weltweit.

Zugsalbe

»… wenn Vöglein nach dem langen Winterschlaf endlich wieder erwachen …«
Abmoderation (Blockflötengeblubber), Radio Ö1

Die Winternachtschwalbe (Phalaenoptilus nuttallii) ist das kleinste Mitglied der Nachtschwalben-Familie in Nordamerika. Sie ist der einzige Vogel, der Winterschlaf hält.
Wikipedia

Erwacht sie aus ihrem starrem Zustand, geht ihre Körpertemperatur von etwa 10° auf gut 40°C hinauf. Für die kurzfristig originelle ornitho-affine Morgenmoderatorin dürfte das plötzliche Aufleuchten des Rotlichts denn doch ein kleinwenig zu viel gewesen sein. Es klang, als spräche sie in plötzlich hochkochendem Fieber.

Für weitere Moderationshäppchen in ähnlichen Verfasstheiten eines derartig akut anbrechenden geistigen Posttopors schlage ich die Einführung der Gattung »Zugfossilie« vor.

Was werden da erheitert sein, in aller Frühe.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Es gibt Reis.

stillos

Würstelstand in Salzburg mit Messer überfallen
orfon

Man kann das nur über alle Maßen stillos nennen. Würstel isst man mit den Händen oder, maximal, mit einer Gabelbissengabel (vlg. Pommesgabel), wie man sie lediglich für die unklassischen Würste (aufgeschnittene, vor allem Käsekrainer) verwenden darf. Der nächste Räuber kommt dann wohl mit bereits umgebundener Serviette. Sowas gehört sich nicht, nicht bei einem Würstlstand (sic!).

Platzangst

Unlängst in Padua. Da es nämlich allüberall Fluchtwege geben muss heutzutage, und sie dürfen allesamt nicht verstellt werden, wer nimmt sich eigentlich all der Agoraphobiker an, die sich auf offenem Flur und Platz plötzlich panisch zu fürchten beginnen als wie. Wo sind bitte die dringlich benötigten Noteingänge, hinein, ins geschlossene Kabäuschen, wenn’s pressiert?

Heiliger Antonius, hilf!

eingeschoben

Am 21. März um sieben Uhr in der Früh erfahren wir, dass in Klagenfurt und Salzburg heuer bereits zweihundert Sonnenstunden fehlen. (Jaja, morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung hat ein populärer Ohrschmeichler von James Last geheißen.)

Heute werden sie nachgeholt.

Einst hatteÖsterreich einen Bundeskanzler, dessen sämtliche Bestrebungen auf den Zustand am Ende des Tages gerichtet waren. Verfinsterung, fortschreitende, seither, dazu: Rotwein.

service is our success

Ossy’s Pizza
Abholung und Zustellung
Lokalaufschrift, Wien XX

„Guten Tag, hier Mustermann, ich hätte eine Pizza zum Abholen, wann könnten Sie bitte kommen?“ (…) „Sie wäre aber gerade fertig und heiß.“ (…) „Gut, dann werde ich sie Ihnen warmhalten.“

special interest

Zwei Männer haben sich in der deutschen Stadt Mainz mit einer Schaufensterpuppe und einem Spielzeugauto derart unglücklich ineinander verkeilt, dass sie von der Polizei aus ihrer misslichen Lage befreit werden mussten. Den beiden Männern war es nur noch möglich, die Wohnungstür einen Spalt breit zu öffnen und laut um Hilfe zu rufen, wie die Polizei mitteilte.
Der 58 Jahre alte Bewohner hatte sich zusammen mit dem 61 Jahre alten Bekannten, der in einem Ritterkostüm steckenden Schaufensterpuppe und dem fernsteuerbaren Geländewagen im Gang der Wohnung zu einer Art „Knäuel“ verkeilt, wie es in der Mitteilung der Polizei hieß. Die Beamten entwirrten das Knäuel schließlich – niemand wurde verletzt.
kurier.at

Vermutlich war die Puppe minderjährig; der Geländewagen, da fernsteuerbar, jedenfalls.
Sehr suspekt, all das.

Nicht schlicht

Auf der Suche nach der Imagination. Im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens steht nichts, ja es gibt überhaupt kein Lemma, das mit dem Buchstaben „I“ beginnt (Irrlicht? Impfpflicht?). Was das wohl bedeuten mag? Spräche es für den notorischen Realitätssinn der Deutschen und dafür, dass man ihnen nichts vormachen kann, sie sich selber noch weniger? Jedoch sie, das sind doch wir, ich und du!
O sinnenleere Welt!

Man kann es sich schlicht nicht vorstellen.

ausgeliefert

Türkis-Blau bestellt neue Verfassungsrichter
Agenturmeldung

Etwas später auch die Uniräte. Wann werden sie geliefert? Die Auftragsbücher scheinen ja übervoll zu sein, und auch der A380 soll, zumindest die nächsten zehn Jahre, weiter gebaut werden, das beruhigt.

ETF

Das genaue Alter von Krokodilen ist nur schwer festzustellen
orfon

Waren wir auch in zentraler Rolle dabei, so fehlt uns doch jegliche Erinnerung an unsere Geburt und die ersten Jahre. Ich kann etwa von mir nur sagen, dass ich wohl vor der Mondlandung geboren worden sein muss. Ansonsten bin ich auf Dokumente angewiesen und darauf, was man mir halt gesagt hat. Demgemäß handelt es sich bei der Altersfeststellung um ein generelles Problem, nicht nur aber auch für einen selber.

Außerdem ist da noch die Problematik einer tauglichen, lebenspraktischen Kalibrierung. Denn, zurück zu unseren Tieren, was ist ein Jahr für einen Hund, eine Katze, eine Eintagsfliege, bzw., umgekehrt, was ist für einen Hund (Katze, ETF,…) ein Jahr, ein Tag, der Wimpernschlag einer Libelle, eines Ais, eines Kaimans?

Wie ist das dann mit einem Jahreswagen? Welcher Marke? Welcher Jahrgang? (Ein guter?)

Und wir, wir wollen bitte ausschließlich Markenkrokodile und keine billigen Kopien, damit das klar ist.

ausgenetzt

Wo landet die Austria nach Finks Abflug?
kurier.at

Kältewelle in Wien. Von Vorfrühling keine Spur. Vor dem Start müssen alle Flugzeuge enteist werden: Die Sorge des Towers gilt zuvorderst ihrem sicheren In-die-Luft-Bringen; wo sie hinfliegen ist mehr deren autonome Abgelegenheit – im Rahmen getroffener Abmachungen, an die sie sich in aller Regel auch halten, außer es geschieht unvorhersehbares.

Ein Fink ist also fort, und schon tauchen Fragen auf, da einem die Finkabflugsmeldung aufs erste nicht einleuchten will. Wir lesen den Satz wieder und wieder, können aber keinen rechten Sinn darin erkennen. Klar, dem Reisenden in seinem Fahr-, Schwimm- oder Flugzeug scheint sich der zurückgelassene Ort wegzubewegen, insbesondere an Bahnhöfen gibt eine solche Erfahrung oftmals Anlass zu amüsierten Anstellungen: »Schau, sie tragen uns den Bahnsteig weg.« Sowas sagt man aber im Scherz, als wär’s zu Kindern. Lustig.

Zunächst kümmere man sich jedoch bitte um die Zurückgebliebenen (Amsel, Drossel, Star, die ganze Vogelschar), indes man die Austria (schwebt sie gar, finklos?) einer wachsamen Beobachtung unterziehe. Netze könnte man auch vorbereiten.

caligulös

Als Gastgeschenk hatte der Innenminister eine Pferdedecke sowie Hafer mitgebracht. Die neu entdeckte Tierliebe soll aber noch weiter gehen. Kickl schloss nicht aus, nach seiner Politik-Laufbahn selbst als Reiter aktiv zu werden: „Es gibt bestimmte Dinge, die man sich vornimmt. Das steht ganz oben auf meiner Liste.“
kurier.at

Wir haben eine fabelhafte neue Regierung. Endlich werden die wirklich wichtigen Probleme angepackt.

Bereits seit Loriot wissen wir’s, und da wir, wie offenbar auch der Herr Innenminister, massiv an gleichen Berechtigungen für Damen und Herren (und Pferde) interessiert sind, lässt sich der einen erbeben lassende, tiefwahre Spruch „Und Reiter werden ja immer gebraucht“ aufs einfachste auch auf den Herrn Kickl ausdehnen.

Gespannt warten wir auf die ebenso dringliche Errichtung einer polizeilichen Jodelstaffel (Jodra – vgl. Kobra), vorerst in den Tourismusgebieten im Westen aber sicher bald auch in der Bundeshauptstadt.

Genau so ist es: Wir haben eine fabelhafte neue Regierung. Endlich werden die wirklich wichtigen Probleme angepackt. Danke, Herbert.

(Zu denken gebe uns jedoch der Verlauf, den jede noch so konsensuelle Diskurssituation rasch nehmen kann. Bei Loriot heißt es bald nach der Reiterbedarfsbestätigung: „Mit seinem Kosakenzipfel versteht Walter keinen Spaß“. Lasst uns also gut auf Herbert, Norbert und all die anderen Zipfelhuber aufpassen, weil wundern werden wir uns noch, was alles möglich ist, hat der eine schon einmal in kreidefreier Rede gesagt.)

Abtreter

Wiener Polizei fahndet nach Bankräuber mit Tretroller
orfon

Nun, da das Innenministerium in rechten Händen ist, werden endlich die, weil von ihm gewünschten, beim Publikum ankommenden, mithin richtigen Maßnahmen getroffen. Offenbar hat man bezüglich der baldmöglichst einhergaloppierenden berittenen Truppe noch nicht alles fertig durchevaluiert, also setzt man auf ein gleichermaßen zeitgemäßes Mobilitätsmanagement, eben, indem man mit Tretrollern nach unten tritt.
Mit ausgezeichnet bestandener Fahrradprüfung („Dem guten Radfahrer“) bin ich, zwölfjährig, seinerzeit vom Roller abgestiegen.

Essmensch

Ein Hotel in Langenlois (es latinisiert seinen Namen, wär’s ein katholisches Knabenseminar, hieße es, wohl der implizit-expliziten letzten beiden Silben wegen, Loisianum) lässt im Internet elektronische Banner schalten, die um „Winelovers & Foodies“ werben, welche man offenbar bevorzugt als Gäste begrüßen will, symbolhaft abgebildet durch eine dunkelblonde, etwas hohlwangige und halbjunge Dame und einen sehr schlanken Herren – das slimfit geschnittene Hemd wellt sich leicht auf seiner ungewölbten Brust (Typ: Marathonathlet, jedoch selbstverständlich mit dem heutzutage obligaten, vorschriftsmäßig gepflegten Bart). Vor ihnen (sie sitzen nebeneinder an einem Tisch; wohl ein Letztes Abendmahl à  deux) stehen zwei zum Verzehr bereite nichtvegane Mahlzeiten, beide halten sie in ihren zu Fäusten geballten Händen das korrekte Esswerkzeug, und auch ein halb gefülltes (vermutlich als voll zu deutendes) Glas Weißwein ist ihnen (ihm links, ihr rechts) beigestellt. Er blickt den Betrachter an wie ein Illusionist, sie schaut, mit dem Anflug eines Lächelns, seitlich weg, was ihr rechtes Jochbein gut sichtbar hervortreten lässt. Wir wollen hoffen, dass die Speisen nicht allzuschnell auskühlen. Demgemäß wirken beide ernst, aber gefasst. Sie werden’s gleich tun.

So also sollen wir uns „Winelovers & Foodies“ vorstellen. Das Paar oder Pärchen wird wohl nach Einschätzung der Auftraggeber die derzeit größte phänotypische Deckungswahrscheinlichkeit mit einem sich hoffentlich wunschgemäß im Hotel einstellenden Publikum haben. Man stelle sich das aperativische Zusammenkommen am frühen Abend in der Hotelhalle vor, lauter „Winelovers & Foodies“, man erkennt sich sofort, was für eine Distinktion.

„Foodie“, diesen Typenzuordungsbegriff öffentlich österrenglisch auszusprechen wäre noch vor einigen Jahren hierzulande als (möglicherweise beleidigende) Zuordnung an der Untergrenze des Standards herübergekommen. Heute wissen wir: Foodie (ab hier verzichte ich, das Wort endgültig in unsrer Mitte aufnehmend, auf die Anführungszeichen), Foodie, ein Foodie!, das ist ein Mensch, der isst.

L’homme qui mange. Sapperlote! – Auf nach Langenlois!

mickrig

Sie sind ein Kenner
Loriot

Mickys Kindersekt ist nichts für Kinder
orfon

Vermutlich eher für Mäuse. Wird aber nicht aus Kindern hergestellt, der K.Sekt.

Mäuse!? Mögen Mäuse Sekt? (Kenner schlürfen ihn, über die Vorderzähne hörbar belüftend, einwärts ein.)

Und lütfen heißt bitte auf türkisch.

außerplanmäßig

Spektakuläre Flucht von Häftling offenbar länger geplant
orfon

Man wollte den Verfolgern wohl eine Chance geben; dann aber ging alles doch unerwartet schnell – und weg war er!

mineurschlau

Tunnel für Einbruch in Tresorraum endete in Küche
orfon

Wir erinnern wir uns an die – gerne auf Enten hinten draufgepickte – (angebliche) Weissagung der Cree. Genau, die, dass man draufkommen wird, dass man das Geld auf den Banken nicht essen kann.
So gesehen ein äußerst kluger Coup.

Wir kommen in Frieden

Das gödelsche Universum sei ein rotierendes, während es tatsächlich ein sich ausdehnendes und wieder zusammenziehendes sei, sagt der Physiker im Radio.
Der Laie fragt: Worin? bzw.: Wohin?

Es fällt einem die Unendlichkeitsspekulation des Lukrez ein:

„Nimm einmal an, das Ganze des Raums wäre endlich, und dort, an dieser äußersten Grenze, nähme jemand Anlauf und schleuderte seinen Speer. Dieser wird, mit männlicher Kraft geworfen, weit fliegen und sein Ziel wohl erreichen. Oder meinst du, irgendetwas könnte ihn bremsen oder von seiner Flugbahn abbringen? Nur diese beiden Möglichkeiten gibt es, für eine musst du dich entscheiden. Beide allerdings lassen dir keine Ausflucht, sie sind zwingend, und du musst einsehen: Das Universum ist unendlich. Denn in beiden Fällen, ob nun irgendetwas den Speer zu bremsen und aufzuhalten vermochte oder ob er sein Ziel erreicht hat, von der Grenze des Alls wurde er nicht geschleudert. Und ich lasse nicht locker, werde dich, wo immer du die äußerste Grenze annimmst, fragen: Was wird mit dem Speer geschehen? Und unser Schluss wird sein, dass sich nirgendwo eine Grenze festmachen lässt. Gibt es Raum für den Flug, wird dies den Flug stets verlängern.“
(De rerum natura, 1.969 ff; in deutsche Prosa übertragen von Klaus Binder)

NB: Rhetorisch betrachtet nicht uninteressant mag erscheinen, dass der Wurf eines Speers über eine Grenze nach römischem Brauch einer Kriegserklärung gleichkam.

seit eh und je (iterum)

„Ich war vor vielen Jahren schon in der Zukunftskommission.“
Expertin (Radio)

„Vorwärts in die Vergangenheit!“, wird es wohl dereinst geheißen haben.

Fleißig, tüchtig

So also soll es sein: Wer länger versichert ist und mehr eingezahlt hat, soll im Bedarfsfall die Versicherungsleistungen auch länger erhalten, und höhere Beträge obenhin.

Das gesunde Volksempfinden ist’s zufrieden.

(Die Rede ist von der Arbeitslosenversicherung.)

Frage: Warum tun sie’s nicht generell anwenden? Das wäre doch ehrlich – und dabei auch rechnerisch nachvollziehbar. Umgelegt auf die Krankenversicherung bedeutet(e) das fürderhin: Wer weniger und kürzer eingezahlt hat, wird halt nur soweit wiederhergestellt, dass er nicht (nicht gleich) stirbt. Heilung gibt’s nur gegen Aufpreis.

Ja, und wer als Pensionist gar zu alt wird, tja, von dem werden wir uns – leider, leider – trennen müssen.

Bald schon stehen Abschiebungen in die Schweiz an.

Beiseltalk

„Der Kartoffelsalat war eine Katastrophe.“
Touristisches Resumà©e (Nebentisch)

Und das war noch nicht alles. Die gastronomische Besprechung bezog sich jedoch nicht auf das im Geheimtippratgeber empfohlene und zum krönenden Abschluss des Wientrips des südwestdeutschen Paares aufgesuchte Typische Wiener Beisel. Man bestellte auch, sehr gelehrig, den Schweinsbraten mit korrektem Genitiv-s, war mit allem inkl. Ambiente sehr zufrieden. An einem der Vortage also musste sich die Kartoffelsalatkatastrophe ereignet haben. Merkwürdig, dass nichts davon in den Medien zu lesen war.

Dennoch gilt, vorderhand zumindest:Ördöpfüsolod haaßt des.

Husar, rasend

Ferrari erschlichen (…)
orfon

Einem darob bedingt zu verurteilenden Fünfzehnjährigen ist dieses fürwahr als solches zu bezeichnende Husarenstück geglückt. Er habe seine Freunde beeindrucken wollen.

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Mir imponiert der ferrarirote Knabe.

Jetzt muss ich mir auch was überlegen. Was tut man nicht alles für seine Freunde!

PS: Dass man den recht Hurtiges anklingen lassenden Begriff Ferrari sinnig mit dem Verb schleichen zu verbinden vermag, dafür ist den Praktikanten von orfon für diesmal ein ausdrücklich anerkennend zu verstehendes „Allerhand!“ und „Sapperlot!“ zu zollen.

Prosit!

Viel Glück hatte am Donnerstag eine Urlaubergruppe bei einem Unfall in der Weststeiermark: Ihr Auto war auf der Schneefahrbahn ins Rutschen gekommen und in ein Bachbett geschlittert. Ein Mann wurde im Wagen eingeklemmt.
orfon

Bekanntermaßen ist die Zeit zwischen den Jahren seit eh und je eine der glückverheißendsten. (Tante Jolesch woll’n wir hier aber ausnahmsweise einmal nicht bemühen.)

Angezurrt

Niki-Insolvenz: Zehntausende Reisende sitzen fest
orf

(Sie können Ihre Sicherheitsgurte vorübergehend lockern.)

Zwangsvorstellung

Dann, die andere Band, das Trio, aber sie wollten spielen wie dreihundert, die konnten alles, im Kopfstand, wenns gefragt wäre, und mit der rechten Hand noch einen Medizinball hemiolisch auftapperln, alle Achtung, wirklich stupend. Aber doch jedoch keiner hatte danach gefragt.

Dem Publikum bleibt nichts mehr zum Selbervorstellen, weil alle Bilder vorgegeben sind: die schiere Meisterschaft kann einem ganz schön im Weg stehen. Runter von den Hormonen!

Wir brauchen Freiräume, zum Sein.

(Beobachtung beim Südtirol Jazz Festival; formuliert am 29.6.2016)

spurlos

Spuren im Schnee verrieten Einbrecher
orfon

Rat für Einbrecher bei Schneelage: verbergen Sie sich so lange, bis Gras über die Sache gewachsen ist. (Ein Iglu ist dafür eher weniger geeignet.)

Neue Größe!

Biathlon:Österreicher müssen ins Schwarze treffen

orfon

Selbst in nicht auf den ersten Blick alles preisgebenden Bereichen des öffentlichen Lebens arbeitet es unser Leitmedium stets aufs präziseste heraus, wie sehr wirÖsterreicher permanent von fast aller Welt getriezt werden. Genügt es bei den anderen Nationen, wenn sie irgendwohin ins Blaue (bei gewissen Lichtstimmungen erscheint der Himmel hierlands zunehmend türkis) knallen, so müssen einzig wir, es nutzet alles nichts, immer noch ins Schwarze treffen.
à„hnlich wird sonst nur (Groß-)Ungarn, (Groß-)Polen oder (Groß-)Serbien heimgespielt. Die neue Regierung wird schon bald wissen, wer unsere wahren Freunde sind.
Was freu ich mich drauf.

und folgende (ff) – Nachtrag zum 20.4.2017

Am 20. April des Jahres berichtete ich aus Schönbrunn, seinem Zoo, dem ältesten der Welt:

Neue Giraffen in Schönbrunn eingetroffen
orfon

Bald wird der neue Giraffenpark eröffnet und man kann die eingetroffenen Giraffen angaffen.

Nachtrag, 20.12.2017, da nun der neue Giraffenpark mittlerweile feierlich eröffnet wurde: Bis heute haben sie uns nicht verraten, wo sie die alten hingetan haben.

Bleiben Sie dran, wir bleiben dran!

gefechtsmäßig

Wenn nach einer Volksabstimmung schließlich der umfassende Schutz der Nichtraucher inÖsterreich eingeführt werden soll, wird die FPÖ wohl, und zu Recht (man ist immer im Recht in diesem Land der immerwährend moralisch Siegenden), den demokratischn Grundsatz des Minderheitenschutzes entdecken: Eine noch so überzählige Mehrheit dürfe doch nicht über eine Minderheit hinweg entscheiden.
Jede Minderheit ist schützenswert, vor allem wir. 
Schon kurios, wie schnell man im Rücken die Wand haben kann, dabei den Tschick in der hohlen Hand.
Beim Heer (und wohl auch bei Wehrsportübungen) nennt man das: Gefechtsmäßiges Rauchen.

besinnlich

Ab morgen sollen Duftgeräte in der Albertina in Wien mit einem Apfel-Zimt-Geruch weihnachtliche Stimmung versprühen. Das Konzept ist noch in der Testphase, ob andere Museen die Idee übernehmen, ist derzeit unklar.

orfon, 13.12.2017

Ein Direktor (als solcher befindet er sich, nie zu vergessen, in permanenter Evaluierung) besinnt sich der Kernaufgaben seiner Tätigkeit. Bei der zu erwartenden Regierung wird er dadurch eher nicht als Ablösekandidat auffallen. Ob er andere Museen übernehmen wird, ist derzeit unklar.

Die Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. gibt indes bekannt, dass aufgrund der beliebten Weihnachtsmärkte vor ihren Standorten (Schönbrunn, Hofburg) ein zusätzlicher weihnachtlicher Duft nicht notwendig sei. Ob sich die da nicht prekär täuschen?

Nach Apfel-Zimt rieche es aber nur im Christbaumraum, verlautet seitens der Albertina. Wie es wohl in den Direktionsräumen riecht, wollen wir uns möglicherweise gar nicht vorstellen.

unumgänglich umgänglich

Der Präsident (Vladimir Putin, Anm.) sei im Umgang mit jedermann „loyal und voller Respekt“, so habe er „nur Verbündete und Freunde“.
orfon

Ach so, so einfach ist das! Aber, hmm, das probieren doch Etliche auch, aufs eifrigste, ich denke, ich auch. Fehlte also nur noch Macht, unumgehbare, faktische Macht. Dann hätte man Freunde, Freunde, Freunde! Wie einen die alle lieb haben würden, für immer!
Man frage den dereinst feschesten Finanzminister aller Zeiten. Nur Freunde, der, einst.

11 : 13

St. Lambrecht, Steiermark (süd-west). Weil (dereinst, angeblich) das Osmanenheer bis Mittag Mariazell, Steiermark (nord-ost), einnehmen wollten und pfiffige Bürger (sicherlich vermittelst des Hl. Geistes) kurzerhand bereits um Elf zu Mittag läuteten, wodurch die Magna Mater Austriঠsamt der sie umgebenden Immobilien und Sachwerte nebst Menschen auf Fürsprache der Überheiligen wundersamst errettet wurden, wird heute noch um Elf zum Mittag geläutet, was dem Tag eine gewisse Disproportionalität beschert, denn Mitternacht ist bei vierundzwanzig zugleich null Uhr verblieben. Ob nun also der Tag oder (meine Vermutung) die Nacht den größeren Anteil für sich hat, ist nicht ganz gelöst, und genau genommen ist zumindest im Winter die Beantwortung dieser Frage Sophisterei, Scholasterei oder was man sonst noch in Reichen hochgeistiger Spekulationen zu betreiben beliebt.

Umzugvögel

Winterland. Die Elstern fallen einem nur im Winter auf, so schwarz-weiß wie sie sind; vermutlich ziehen sie sich für die Blätterzeit um, papageiisieren sich, full HD, das sowieso.
Der Winter dient der Farberholung.

Innenraumklimatologe

Innenraumklimatologe, jawohl, Innenraumklimatologe sollte man sein, vor allem winters, bei gleichmäßig warmer Temperatur. Man wüsste jederzeit genau, wann Zeit zum Lüften ist, immer, untrüglich. Wozu wäre man denn schließlich – wie heißt das schöne Wort – Innenraumklimatologe geworden. Genau, Innenraumklimatologe.
Wo kann man das studieren, Innenraumklimatologie? (Um eine Variante zu bringen.)

zeitlebens

Ehrenkreuz, was für ein Wort. Der Sektionschef (von der Seite sieht er aus wie Dustin Hoffman in The Graduate; etwas gealtert, wenn auch unverheiratet) spricht von der Begeisterung für Musik, die den Laureaten zeitlebens ausgezeichnet habe. Als wäre er schon tot, der Geehrte.
Der formelle Anzug, in dem der bemerkenswerte Maultrommelvirtuose steckt und seine kurzgelockte, wenn auch steif hochwuchernde Frisur erhöhen seine Wirkung enorm in diesem festlichen Palais, das ansonst dem Datenschutz gewidmet (geweiht?) ist. Loriot hätte bestimmt seine Freude daran gehabt.

Dreifach dräuend

Drei Dämmerungseinbrüche an einem Tag.
nachrichten.at

Alles, was ist, endet.
Ein düstrer Tag dämmert den Göttern.
Erda, in: Richard Wagner, Das Rheingold

Im Bezirk Steyr-Land ereignet sich meteorologisch Sensationelles. Zwei gingen ja noch an; welcher Art nun der Dritte sei, wir können’s im Düstern nur schemenhaft erahnen.
Bald wird sich alles ändern, wenden.

Bildung (mit Haken)

28. November 2017: Die kommende Regierung hat also die Bildung abgehakt. Hat eh länger gedauert als zu erwarten stand.

still

Young wurde 64 Jahre alt.
orfon

Ab wann ist man eigentlich alt?
Und: Jung?

aufgehen

U-Boot verschollen
orfon

Am besten, stelle ich mir vor, kann ein U-Boot an der Oberfläche verschwinden, ins Oben verschellen, oder wie sagt man? Oder überhaupt in den Himmel, getarnt und zumindest zur Missdeutung freigegeben als Zeppelin.
Umgekehrt geht’s auch.

ablaufend

„Wüstensand kann nicht für Beton verwendet werden“, sagen sie im Radio, so nebenher, als wär’s eine allgemein bekannte Tatsache, quasi „Bitte, das weiß doch jedes Kind!“, an den Küsten hingegen und davor, da gäbe es das für’s so dringend notwendige Weltwachstum so dringend benötigte Material, und, bitte, das weiß aber wirklich jedes Kind, zumindest, wenn es sommers an die Adria gebracht wurde, zum Sandburgbauen, die haben nämlich selten auch nur eine Nacht unbeschadet überstanden, in Cà orle, Lignano, Jesolo, das kann also nur extra angekarrter Wüstensand gewesen sein, was für eine brilliante logistische Leistung, muss man schon sagen, so haben sie keine unrentablen Leerfahrten gehabt, und weiterhin und ewiglich ist ohnehin alles Menschengemachte auf Sand gebaut, die Pyramiden in Afrika, jaja, selbst die, die auch.

Traditionell findet Wüstensand vor allem in Sanduhren seine nennenswerteste Verwendung (innen staubfrei).

Sicherheit für alle

Ende der Woche öffnen in Wien die ersten Adventmärkte. Die Sicherheitskonzepte wurden laut Polizei „überarbeitet und neu angepasst“. So sollen etwa als Geschenke verpackte Betonklötze für Sicherheit sorgen.
orfon

Ob das nicht überhaupt der Geschenkstrend werden könnte, quasi last minute, wenn die Märkte schließen? Weil irgendwo müssen die speziellen Packerl ja dann hin. Außerdem lässt sich so Sicherheit (die Sicherheit selbst!) verschenken, und danach sehnen sich ja überhaupt heutzutage alle. (Bei Selbstabholung 30% Rabatt.)

kläffend

Pflichtgetreuer Hund
Betreten verboten
Dauergartentortafel, Wien-Ottakring

Da ich mit Haus- und, wenn es sowas gibt, Gartenverstand versehen bin, betrete ich den Hund natürlich nicht.
Oder soll die Inschrift bedeuten, dass es sich für einen pflichtgetreuen Hund gehöre, sich, sofern ein Besucher das wünsche, betreten zu lassen, ja zu müssen? Da das bestens abgerichtete Tier als bester Freund des österreichischen Menschen derart pflichtgetreu sei, würde es diese Pein geduldig über sich ergehen lassen, was ihm allerdings nicht unbeträchtlichen Schaden zufügen würde, infolgedessen der p.t. Gartenbetretungsbeabsichtiger höflich gebeten werde, von dieser an und für sich seitens eines rechtschaffenen Garten- und Hundehalters zu erweisenden Gastfreundschaftsbezeugung freundlicher- und ausnahmsweise Abstand nehmen zu wollen.
Selbst im harmlosest Erscheinenden lauert der klaffende Abgrund.

Fremde Ohren / Schule des Staunens 19.1

Wenn es ein gewöhnliches Posaunenspiel gewesen wäre, würden wir wahrscheinlich bald weiter gegangen sein; denn es ist nichts seltenes, daß man auch noch spät in der Nacht aus irgend einem Hause unserer Stadt Musik hört; aber das Posaunenspiel war so sonderbar, dass wir länger stehen blieben. Es war nicht ein ausgezeichnetes Spiel, es war nicht ganz stümperhaft, aber was die Aufmerksamkeit so erregte, war, daß es von allem abwich, was man gewöhnlich Musik nennt, und wie man sie lernt. Es hatte keine uns bekannte Weise zum Gegenstande, wahrscheinlich sprach der Spieler seine eigenen Gedanken aus, und wenn es auch nicht seine eigenen Gedanken waren, so gab er doch jedenfalls so viel hinzu, dass man es als solche betrachten konnte. Was am meisten reizte, war, daß, wenn er einen Gang angenommen und das Ohr verleitet hatte, mit zu gehen, immer etwas anderes kam, als was man erwartete, und das Recht hatte, zu erwarten, so daß man stets von vorne anfangen und mitgehen mußte, und endlich in eine Verwirrung geriet, die man beinahe irrsinnig hätte nennen können.
(Adalbert Stifter, einposauniert)

Kommet also ins Wiener Konzerthaus! Am 5. November um 18.30 spiele und rede ich solo im Großen Saal. Ich spiele nur einmal. Wer jetzt die Gelegenheit versäumt, versäumt sie für immer!

[ALLES findet unter jeglichem Ausschluss einer über die im Saal befindlichen Menschen hinaus gehendenÖffentlichkeit statt: Kein Internetmedium wird streamen, weder live noch zeitversetzt, kein Küchenradio- oder -fernsehsender wird die Bedeutsamheit des sich Ereignenden in die Große Weite Welt hinaus beglaubigen.]

Das KANN doch nicht von Belang sein.

Tut das gut. Etwas findet einfach statt. (Punkt.) Aaah.

rchief
tte
ttensäge
(googleske Ergänzungsvorschläge zu einer an jenem Abend abzuhandelnden Person bzw. einem ihrer Werke.)

Verflucht sei, wer uns nicht glaubt.
Franz Kafka

Weitere stets überragende Bedeutsamkeiten alhà®r.

Kurz getroffen

Strache hat Kurz getroffen und ist „guter Hoffnung“, vermeint er zu wissen in seiner Neuen Geifergereiftheit. Es wird ein one night stand gewesen sein, an demÖsterreich noch lange herumkiefeln wird müssen.

Grüne Frage

Wird Pandan das neue Matcha?
kurier.at

Zumindest die Vokale wären ja schon da. Es sollte, Ratschlag, aber auch an den konsonanten Inhalten gearbeitet werden.

sic(k)!

Da mag noch so gefeixt werden, wem die Grünen ihr bedauernswertes Ausscheiden aus dem österreichischen Parlament bei den Nationalratswahlen zu verdanken haben, eine (die entscheidende!) Wortmeldung in der Endphase des Wahlkampfes wurde bislang völlig außer acht gelassen, nämlich die Ansage seitens der FPÖ (!), sich (neben der dringend notwendigen Aufnahme des Kärntneranzuges ins immaterielle Weltkulturerbe) fürderhin insbesondere der bedrohten Shisha-Kultur annehmen zu wollen.

Jetzt nehmen wir aber alle einmal einen tiefen Zug, bis zum Fütli hinab (wie sie in der Schweiz in diesem Zusammenhang völlig unbedarft und harmloserweise sagen würden), sagen wir: Double-Apple.

Ich scheiß mich an.

zugleich

Bitte benützen Sie alle Einstiege!
Automatisierte Durchsage, Wiener Linien

Wie einst schon Karl-Markus Gauß anhand der quasi flächendeckenden Nichtbefolgung der unsinnigen Forderung „Bitte rückwärts einsteigen“ detektiere auch ich den der österreichischen Seele eingeschriebenen Geist zivilen Ungehorsams mit jeder U-Bahn-Fahrt aufs Neue.
Oder, monströser Verdacht, handelt es sich um ein strenggeheimes quantenphysikalisches Massenexperiment?

Doppelte Freude

Die Frau und der Rollstuhlfahrer brachen sich einen Finger.
orfon

Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Teufel auch!

Du sollst dir kein Bildnis machen
Gebot

Polizei konfiszierte in Rom tausende mangelhafte Rosenkränze
derstandard.at

Des weiteren etliche fehlerhafte Heiligenbilder, erfahren wir, und schütteln ungläubig den Kopf. Und dann noch (verkehrt gepolte?) Magnete, (bartabbrechende?) Schlüsselanhänger und (selbstentzündliche?) Aschenbecher auch! Die Waren hätten weder hinreichende Angaben über Hersteller und verwendete Materialien noch Hinweise zum Gebrauch oder möglichen Gesundheitsrisiken enthalten, heißt es weiters.

Lasset uns innehalten. Was nun haben wir uns unter mangelhaften Rosenkränzen und fehlerhaften Heiligenbildern vorzustellen?

Fangen wir mit den Heiligen an. Grundsätzlich muss gesagt werden, dass jedes Bild, das wir uns von wem immer (auch und vor allem von uns selbst) machen, mängelbehaftet ist: Kein Bild entspricht der Wahrheit, kein Abbild kann je das Original ersetzen, es verzerrt, überhöht, untertreibt, je nachdem. Dies in Anschlag nehmend, sollte es für aufgeklärte Menschen nur ein geringes Problem sein, wenn etwa die Pfeile des Sebastian im falschen Schenkel stecken, das Rad der Katharina eine ungenaue Anzahl Speichen hat oder die Dornenkrone aus einer Dornbuschart geflochten ist, die es zu jener Zeit (AD 33) an jenem Ort (Jerusalem) nicht gegeben hat. Da nun eben das Wörtchen aufgeklärt dastand, ist bereits entscheidendes preisgegeben, warum die wie stets löblichen italienischen Behörden einschritten, ja: einschreiten mussten. Machen wir es also kurz und widmen wir ihnen unser inniglichst-herzlichstes Vergelt’s Gott!

Jetzt, die Rosenkränze, die mangelhaften. Da wird’s wirklich abgründig. Immerhin ist zweifellos, dass wir, wie in einschlägigen Foren eindeutig belegt, unsere heute so friedliche Zeit einzigundallein den Rosenkranzbeterinnen und -betern (organisiert etwa in der in opfervollem Sühnekreuzzug organisierten Legio Marià¦) zu verdanken haben. Hat sich da nun jemand in böswillig-trickbetrügerischer Absicht hineingeschlichen und den frommen Kohorten diabolische, schwefelbedampfte, linksdrehende, mithin – ein verharmlosender Hilfsbegriff! – fehlerhafte Rosenkränze untergejubelt, so wäre es um den Weltfrieden fürwahr schlecht bestellt gewesen, wäre nicht, wiederum, die wackere italienische Polizei in die Bresche gesprungen und hätte diesen perfiden satanischen Angriff aufs beherzteste pariert!

Quod erat demonstrandum: Auch wir hier brauchen dringend mehr Religionspolizei (und diese erweiterte Verhörbefugnisse), dann kann das Goldene Zeitalter anbrechen.

Wird aber auch Zeit.

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In eigener Sache: Sie haben eben den seit seiner Etablierung am 6. Juli 2004 viertausendsten Beitrag im muetterlog gelesen.
(Damit nachher niemand sagen kann, man hätte es nicht wissen können.)

Anti-Aging

Straftäter werden immer jünger
orfon

Scheint mehr als nur eine Mode zu sein, der Trend zum Abbremsen des Alterungsprozesses, wo doch gerade die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach zu den Erstadressaten der entsprechenden Verjüngungsverheißer mutieren. Ob man es aber tatsächlich mit der moralisch doch zweifellos verwerflichen schiefen Bahn probieren soll, dessen bin ich mir nicht ganz sicher.

Warten wir also besser noch ab, beobachten wir die Szene und lauern wir einmal, auch wenn wir so derweil ungebremst vergreisen, oder sagt man ergreisen?

Kalt wird’s einem.

Gurkenkrümmung, weltumspannend

Zeiliger telefoniert quantenverschlüsselt nach China
kurier.at

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat
Legendäre erste Worte, Johann Philipp Reis, 26.10.1861

Setzen wir das tagesaktuell historische Quantenkryptographieereignis mit dem Namen des allerersten Telefongesprächsprechers in Beziehung, verstehen wir auch, warum unser Anton Zeilinger ausgerechnet nach China telefonieren musste.

Es wurde leise geredet, aber gut haben sie sich verstanden.

Keiner versteht, wie es wirklich geht.

Umwälzende Raumkrümmung

Du musst nur die Laufrichtung ändern.
Franz Kafka

sein aber kommen unter ein schlafwalzen
Ernst Jandl, die morgenfeier, 8. sept. 1977

Es war das vertraute kleine Zimmerchen, in dem er schon oft als Gast geschlafen hatte. Etwas verwinkelt zum Betreten, konnte man sich kaum umdrehen in ihm, gerade groß genug für ein ausgeklapptes Bett war es, und das reichte ja auch: Was wollte er mehr?

Nachts nun wollte, musste er auf.

Etwas seltsames war geschehen: Während er geschlafen hatte, hatte sich der Raum wohl gut 180° um die eigene Achse gedreht. So kam es ihm zumindest vor, als er nach der Schiebetür tappte, seine unbeholfenen Hände aber nur eine schwarz gestrichene Wand vorfanden. Wieder und wieder versuchte er, den entscheidenden Spalt aufzuspüren, vergeblich. Merkwürdig aber auch, dass er sich, dämmerte es ihm seicht, nicht an eine gestern oder je hier vorhandene Schiebetür erinnern konnte. Weiter, entdumpfend angestrengtes Denken, mehr ein Versuchen. Dann, der Kniff! – Er drehte das Zimmer um einen weiteren Halbkreis (er wälzte sich also herum), gewahrte den verwinkelten Umstieg – und war entkommen in den Korridor nächsthöherer Ordnung. Die Schiebetür zum Sanitärbereich meisterte er in traumwandlerischer Souveränität, und von der Rückkehr muss gar nicht erst erzählt werden.

Mögen andere Pflastersteine durch Fenster werfen, wenn sie sich nachts nicht auskennen: Es genügt, schlicht die Richtung zu ändern, das heißt, den Raum zu drehen.

Fingerknöchelzungenbrecher

Zuzana R?ži?ková (…) war eine tschechische Cembalistin.
wikipedia

Merke: Jede Nation ist der festen Überzeugung, dass einzig ihre Sprache exakt so geschrieben wird, wie sie gesprochen wird, bzw., umgekehrt, exakt so gesprochen wird, wie sie geschrieben wird.

Nachfrage: Wie schreibt man Cembalo auf Tschechisch? Und wie spricht man es aus?

Na also.

Parusieverzögerungsendzeit

Eine Gruppe von Wildcampern hat der Polizei im deutschen Bundesland Baden-Württemberg eine ungewöhnliche Erklärung für ihr Lager auf einem Sportplatz geliefert.
Wie die Polizei in Reutlingen heute mitteilte, begründeten die 13 Franzosen ihre Anwesenheit samt Wohnwagengespannen auf dem Gelände eines Sportvereins in Wernau „mit einer zu erwartenden Erscheinung von Jesus Christus“.
Diese erwarteten sie für die kommenden Tage. Die Beamten erstatteten Meldung an die Stadtverwaltung. „Offenbar haben ähnliche Gruppen bereits früher vergeblich auf die Ankunft Jesu Christi gewartet“, hieß es im Polizeibericht.
orfon

„W-w-w-wer!?“
„Da Stoascheißa-Koarl!“

Legendärer Teufelsdialog (überliefert von Josef Hader)

Kniebereit gebannt recken wir uns reutlingenwärts.

Wobei: Dreizehn Franzosen, da ist bitte einer zuviel; der wird das seinige schon zu tun wissen, allerdings.

Oberhauptmann, Homestory

Frau erpresste Vorarlberger Landeshauptmann
orfon

Warum lässt der Herr Vorarlberger Landeshauptmann, der ja nach bestbewährter konservativer Tradition zugleich das Oberhaupt seiner Familie ist, über seine Familieninterna berichten? Da er es aber zulässt, wollen wir weiteres wissen: Womit nun erpresste ihn also seine Frau, warum und zu welchem Ziele – hat sie es erreicht?
Es fallen einem historische Vorbilder ein, mythologische nachgerade: Lysistrata, sag ich nur. Dann aber nichts weiter.

Es ist ja heute alles ganz anders alswie früher, und der Tag eines Landeshauptmanns einer der härtesten, man kann sich das ja gar nicht wirklich vorstellen.

>195

Feierstunde im prunkvollen Stadtsenatssitzungssaal. Der Stadtrat für Kultur gibt vor, sich mit seinen Begrüßungsworten kurz halten zu wollen. Obwohl er nicht lange redet, ist ihm das aufgund seiner Körpergröße schlechterdings unmöglich.

Wir brauchen neue Metaphern.

eher beißen (2)

Zu meinem Artikel von vorgestern (Eher beißen) haben mich zahlreiche Reaktionen erreicht, weshalb es angezeigt ist, ein paar Klarstellungen vorzunehmen.

1. Ich mag gutes Essen.

2. Sehr.

3. Sehr gerne kann ich Ihnen die Adressen vorzüglicher chinesischer Restaurants (in Wien, Graz, Salzburg und Shanghai) bekanntgeben. (Sind lauter im Straßenverlauf integrierte Lokale: Keine Eckchinesen, mithin.)

4. Über das amerikanische Geschmacksempfinden bin ich zu keiner sachlichen Aussage in der Lage. Mein Neffe, gegenwärtig auf Studienaufenthalt im Mittleren Westen (der USA), wurde umgehend mit den entsprechenden Recherchen beauftragt. Man könnte also sagen (man verzeihe die in diesem Zusammenhang naheliegende sprachliche Dumpfheit): Er isst in meinem Auftrag in den USA.

5. Querverweisen über eine Weltverschwörung von langer Hand wird ebenfalls nachzugehen sein, konkret der berüchtigten sog. Neutralen Achse Schweiz (Ricola®: „Aber jetzt zerbeiß‘ ich’s!“) –Österreich (backaldrin®!). … Es handelt sich hier (ein rarer Glücksfall!) um eine Verschwörung pro bono.

6. Wir wollen hoffen.

7. Weiterkäuen!

eher beißen

In China und den USA will man nicht kauen.
Peter Augendopler, via kurier.at

I like Chinese.
I like Chinese.
Their food is guaranteed to please,
A fourteen, a seven, a nine, and lychees.
Monty Python, I like Chinese

Herr Augendopler (ein Pfau?) aus Asten, Herr von backaldrin® und über das Brotempfinden in gut 100 Ländern der Erde, gibt, wohl ohne es zu ahnen, Grundlegendes zur Lage preis. Wenn wir seit eh und je auf das schlabbrige Amibrot mit kühler Verachtung herabblicken, so wird hierzulande das Essverhalten der Chinesen in China kaum beachtet (beim Chinesen am Eck schätzen wir die praktische Mundgerechtigkeit seiner Mahlzeiten bereits seit Jahrzehnten); noch weniger wird bedacht, was das weltpolitisch bedeutet.

Der junge dicke Herr Kim (der mit der Frisur) sollte diese Kauumstände jedenfalls bitte bedenken, wenn er gefühlt jeden zweiten Tag da und dort umadumzündeln (um es oberösterreichisch zu sagen) tut: Auch China! Es handelt sich um eine heikle Angelegenheit von weltpolitischer Brisanz. Damit es nicht noch brenzliger wird, kann jetzt nur noch die mediatorische Intervention von Herrn Augendopler helfen. Mit dem Anruf der UNO ist jederzeit zu rechnen. – Hat wer die Nummer?

Aus diesen Gründen kann vorderhand leider auch hier nicht verraten werden, was denn nun wirklich in dem ominösen Packerl drin ist. Die Lösung, wollen wir hoffen, nichts weniger also als: Die Weltformel!

… nieren was!?

Cat Content ist der Porno der Braven. Denn auch Niedlichkeit kann süchtig machen und dazu führen, dass man stundenlang prokrastiniert.
orfon

Olala, werden Sie mir jetzt nicht frech!
scherzhafter Ausdruck empörter Rechtschaffenheit

Hat ja alles so seine Vor- und Nachteile. Wenn man sich die Videos im Internet anschaut, kommen einem die Haare und all die Umstößigkeiten nicht ins Heim. Man muss sich auch nicht um die Verarztung oder Vertuschung der Kratzer am Handrücken oder im Gesicht kümmern. Außerdem ist von geschickten Leuten alles praktisch auf das wesentliche zusammengeschnitten. Trotzdem rate ich Ihnen, nur ja schön gut aufzupassen, es geht schnell, und man hat es übersehen.

Dann soll es noch so perverse alte Uniprofessoren geben, die hemmungslos in der Aula emeritieren. Und das akademische Collegium schaut zu und akklamiert, pfui!

Man sollte sowas bitte auch melden.

Sauberland

Aufräumarbeiten in der Schweiz könnten Jahre dauern
orfon

wo gehen ich
liegen spucken
wursten von hunden
saufenkotz
ich denken müssen
in mund nehmen
aufschlecken schlucken
denken müssen nicht wollen
Ernst Jandl, franz hochedlinger-gasse (1976)

So sauber, dass man davon essen kann!
Werbewahrspruch (1970er-Jahre)

Bedenken wir, wie sauber alles in der Schweiz ist, jetzt schon. Vor Jahren überkam mich in Basel der unbändige Drang, mein Trambillett auf das buchstäblich unerträglich reine Straßenpflaster zu werfen. Noch heute bin ich nervös beim Grenzübertritt, dass sie mich rausfangen aus dem Zug.

Wann ist eigentlich Rom fertig gewesen, also endgültig? Vor oder nach Nero? Die haben ja alles wieder aufgebaut damals. Und, was hat’s genützt?

Wie lange so etwas inÖsterreich dauern würde, wir können es uns gar nicht vorstellen. Ob’s dann aber auch sauber wäre?

denken müssen nicht wollen
Ernst Jandl (Reprise)

Petition, spätsommersatt

Morgen um fünf vor neun: Farben, Licht und Wärme
Radioprogrammankündigung, 30. August 2017

Können Sie das bitte im November senden? Also vor Leopoldi, weil dann wird’s eh wieder warm und die Weihnachtsdörfer glühen bunt.

Schlachten

Sei gerecht!
Franz Kafka, In der Strafkolonie

Taucht der Name Tegetthoff auf, gehts ums Schlachten: Lissa (1866; Wilhelm von T.), Ama (2017; Folke T.). Über den einzigen Sieg der k & k Marine zu Wasser haben wir in der Schule gelernt, 2017 geht es zu den Kleineren, damit die größere Zusammenhänge verstehen lernen.

Eben hat also Herr Folke Tegetthoff im Auftrag der Agrarmarkt Austria, einer mächtigen Organisation, kindgerecht und dennoch ohne alle Tabus, die Begeisterung der von uns verzehrten Tiere, eben diesem Verzehr dienen zu können (was heißt können: dürfen!), geschildert:

Um ein gutes Stück Fleisch zu werden, müssen wir Rinder auf der Wiese stehen. Wir müssen im Stall gutes Futter fressen. Klares Wasser trinken und viel frische Luft einatmen. Und jetzt mache ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg! Aber Du musst nicht traurig sein, denn wir werden uns sicher wieder sehen.

– Sagt da etwa die Kuh, und das Wiedersehen ist auf dem Teller, eine recht einseitige Angelegenheit.

Da er sich derart für das freisprechend-verklärende Aufbereiten unbequemer Wahrheiten als erstklassig geeignet erwiesen hat, vielleicht könnte man ihn ja auch dafür gewinnen, die Herkunft gewisser praktischer Gebrauchsartikel (Seife, Haarteile, Lampenschirme) mit der Begeisterung der sie hervorbringen dürfenden Lebewesen in einen ebenso kindergerechten Zusammenhang zu stellen, völlig tabulos, versteht sich.

Burlis

Voest-Chef Eder: Stahlbranche ist Macho-Industrie
orfon

Was er hatte, war Watte
Lustiger Spruch, Schülerzeitung (hist.)

Ach!? Muss es wirklich so banal sein!? Also: Sind die wirklich so einfach gestrickt!? Die mehrmalig kombinierte Setzung von Ruf- mit Fragezeichen unterstreiche das grassierende Das-kann-doch-nicht-sein-Gefühl im Bedenken dieser billigen Erkenntnis eines Industriemanagers. Aber selbstverständlich muss als allgemein bekannt gelten, dass die großen Buben mit ihren Schaufelbaggern und Großlastern und Kriegsschiffen und Interkontinentalraketen spielen. Müssen. Und weil nicht alle Trump oder Kim (…) sein können, machen andere halt in Stahl. Und halten sich bereit, für Größeres.

Außerdem: Wollmagnat, wie klänge sowas auch.

Glückspilz

Bei einer Audienz in Rom schenkte Leo Nagy senior im Jahr 2010 Papst Benedikt XVI. einen weißen Hut.
orfon

Er traf dabei wohl auch auf jenen bundesdeutschen Lottogewinner samt Tochter, der sich ganz fest vorgenommen hatte, nach der Heimreise von der Audienz unverzüglich – also noch im Vollbesitz der päpstlichen Segenskraft – eine Boutique in Wuppertal zu eröffnen.

Was, späterhin, aus der Tochter wurde, ist nicht bekannt.

Food-Design

Forscher lüften Geheimnis großer Tomaten
orfon

(Ferkel) „Ich dachte, Tieger wären kleiner.“
„Die großen nicht“, sagte Tieger.
Aus: E. A. Milne, Pu der Bär (übersetzt von Harry Rowohlt)

Sapperlot!, war es doch tatsächlich eine Genmutation.

Möglicherweise hat es sich bei den Wassermelonen ähnlich verhalten. Und bei den Hunden auch. Und bei den Dreizehnjährigen, mit ihren Größenunterschieden wie bei den Hunden. Oder Wassermelonen. Ja, und wie bei den Tomaten.

„It’s probably just some random mutation in the watermelon’s genetics.“

Aus: Mitchell and Webb, The Watermelon Miracle (2009)

Im Übrigen: Die Urform der Tomate war der Paradeiser.

(Das sollte zu denken geben.)

((Wem?))

worst case

Wien bekommt 700 weitere Leihräder aus China
orfon

Gespannt warten wir auf die für das nachhaltige Gelingen jeglichen StartUps unerlässlichen Statistiken und darauf, dass sie, vergleichbar täglicher ärztlicher Bulletins bei sterbenden Großpotentaten (Diktatoren, Päpste, sonstige Role Models) in angemessener Form breitest veröffentlicht werden, insbesondere aber – wir wollen hoffen, es möge ausbleiben! – wenn eines umfallen sollte, und was man zu unternehmen gedenke, es wieder aufzurichten.

Tantraregion?

Einpersonenstunden gibt es nur im Osten und Süden
Unbewiesene Behauptung, RadioÖsterreich 1 (Wetter)

Was Zweipersonenviertelstunden sind, davon hat man ja landläufig eine gewisse Vorstellung. Man müsste also annehmen, dass einzelne Personen eher maximal siebeneinhalb Minuten beansprüchen, umgekehrt könne das Stundenformat hingegen ganz gut mit acht Personen ausgefüllt werden – die Branche der sog. Erwachsenenunterhaltung scheint sich dieser Regel jedenfalls recht geschickt zu bedienen, wobei Schlechtwetter nur in Ausnahmefällen einen guten Plot abgibt: Ein paar Sonnenstunden animieren halt doch irgendwie besser, alle, also auch die p.t. Zuschauer, egal wie lange sie sich in angeregter Betrachtung üben.

Tierschutz

Wenn nachts die Fenster sperrangelweit aufgemacht werden müssen, gilt es, sich vor ungebetenen Tieren zu wahren. Als weiterentwickelnde Abwandlung von in diversen Ein-Euro-Shops angebotenen Plastikkrähen empfehle ich, dortselbst ausgemusterte Merchandise-Puppen (Oger, Superheros, impressive Muppets- bzw. Sesame-Street-Figuren) zu erstehen und sie in die Mitte des leeren Luftraumes zwischen den Fensterrahmen zu hängen. Das beeindruckt garantiert alle Tauben (die primäre Zielgruppe) und überhaupt sämtliches Feder- wie Fledergetier (gerät einem fabelhaft gerne in die Haare), aber es hilft insbesondere auch gegen sämtliche größeren Tiere, und das mit hundertprozentiger Effizienz: Tatsächlich ist bis heute kein Wal hereingekommen.

Insekten sind kleinere Probleme.

Umbrüche

AUA verdoppelt Quartalsgewinn
orfon

Wenn man bedenkt, dass heutzutage die Verfasser von Nachrichten mit einer immer verminderten Apperzeptionsfähigkeit präsumtiver Leserinnen und Leser zu rechnen haben, trauen die Leute von orfon ihrem Publikum eigentlich allerhand zu.

2 mal 4 ist 8, aber wieviel war noch einmal das Doppelte von einem Viertel?

Jetzt wird gerechnet.

nicht verloren

Der für Abstinenzfragen zuständige Bischof Tadeusz Bronakowski (…). Unter 191 Staaten nimmt Polen, was Alkoholkonsum betrifft, den 21. Platz ein, (…).
kurier.at

Es kann also noch daran gearbeitet werden, und abgerechnet wird am Schluss – und im Promillebereich. Beruhigend indes ist, dass es in Polen einen eigens zuständigen Bischof für Abstinenzfragen gibt. Oder beunruhigend, wie man’s nehmen mag. Ein Platz in den Top Ten müsste allerdings bitteschön schon drin sein, und mit derartigem Gottesbeistand (ER ist Pole!) kann Polen so leichtheraus keinesfalls verloren gegeben werden.

Umpolen laute die Devise. Umungarnen, jaja, auch.

Showdown & -up (Nachtrag)

– Endlich verstand ich (und plötzlich), was meistens der Grund davon ist, dass man nicht einschlafen kann: man hat keine Träume bereit.
Ludwig Hohl, Nuancen und Details

Das ist bitte, bei allen Kalamitäten des Aufwachens, im voraus mitzubedenken, wenn man sich zur Ruh begibt. Und Hohl meint nicht irgendwelche Träume: Richtige Träume! (Gewissermaßen welche mit Pitralon®.*)

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* Für die später dazugekommenen: In den siebziger Jahren gab es eine Fernsehwerbung für das Rasierwasser Pitralon®, die mit dem Slogan

(Männerstimme:) „Männer –“
(fordernde Frauenstimme unterbricht:) „rrrichtige Männer! –“
(wir schalten zurück zur Männerstimme:) „nehmen Pitralon® – und bleiben dabei!“

sämtliche österreichischen und deutschen Männer vor den Fernsehbildschirmen zu rrrichtigen Männern machen wollte.

Bei uns nutzte das wenig: Zum Vatertag gab’s den Trittbrettfahrer Pitrell®, deswegen konnte Papa nie zu einem pubertätstauglichen Role Model aufsteigen. Die Väter der (schneidigen) Schulkollegen hatten Pitralonväter mit Tischtennisraum und Sauna im Keller – und Mütter, die Monika hießen und „rrrichtige Männer“ glaubwürdig sagen konnten. (In der Volksschule gab es wenige schneidige Schulkollegen, wenn ich es recht bedenke lediglich zwei, den Gasperlwalter und den Leitgebthomas, und dem seine Mama, die er Mutti nennen durfte, hieß wirklich Monika.)

Showdown & -up

You have to have a dream so you can get up in the morning.
Billy Wilder

Aufwachen ist Verwandeln. So ist es doch: Wir erwachen aus Träumen, donnern als Chauffeure von Autobussen mit akutem Bremsversagen (das Pedal lässt sich keinerlei Widerstand gebend und ohne alle Wirkung durchdrücken) talwärts; ziehen an Rollos, die uns, Riesenlöcher herausgefallener Aufhängungen hinterlassend, auf den Kopf donnern; rennen völlig aussichtslos und von einem zähenÄther inhibiert bis jenseits der völligen Erschöpfung einem dramatischst zu erreichenden Ziel hinterher; (…) und dürfen erschöpft aufwachen, erleichtert erst, nachdem die schwüle Schwere des Traum-Showdowns sich allzuallmählich zurückgezogen hat: Sie bleibt im Raum um uns, wartet genüsslich auf den kommenden Morgen.

Wir können nicht, wir müssen auf!

Gregor Samsa, da er sich vor Billy Wilders so gesehen garnichtsopoetischem Sinnspruch in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt fand, der hätte ihm schön was geblasen. Indes, der Verdacht kommt auf, dass es mit der Rückverwandlung beim Aufwachen ein Problem gegeben hat; es ja in der Tat wie der Wiedereintritt einer Raumkapsel in die Erdatmosphäre.

Kartell, dreifaltig

Vatikan will Netzwerk gegen Korruption gründen
orfon

Das sind ja schon einmal drei vielversprechende Eyecatcher: Wir dürfen uns zu den Topoi ›Vatikan‹, ›Netzwerk‹ und ›Korruption‹ nun die allerschönsten Ausmalungen machen.

Es wird himmlisch.

PS: Man beachte auch die Uhrzeit der Freischaltung dieses Beitrags, berechne die Minuten von der Sechsten Stunde ab.

wehrloslos

Peter Seisenbacher verhaftet
orfon

Er hat sich nicht gewehrt. Es gilt – nicht nur bei neunjährigen Mädchen – die verlorene Unschuldsvermutung.

Abwesende angenommen

Fast jeder hält sich für netter, als er ist
orfon

Manche indes wissen, dass sie Kotzbrocken sind. Für beide – lediglich Phänotypen sind’s – gilt wie stets, und das meine ich totaal lieb: Anwesende ausgenommen.

(Wird in loser Folge und ungekennzeichnet fortgesetzt: Bleiben Sie dran!)

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In eigener Sache/z. gfllg. Kenntnisn.: Nach einer Zeit, in der, abhängig von der Einordnung des Texts und allfälliger Weiterverwendung qua copy+paste, hierblogs entweder puristische klein- oder aber Klein- und Großschreibung (nebeneinander in Koexistenz – mal so, mal so) gepflogen wurde, werden fürderhin sämtliche Artikel (unbestimmte, bestimmte) von mir in konventioneller Groß- und Kleinschreibung verfasst und auch so erscheinen. Diese Umstellung wird nach und nach auch auf meiner offiziellen Internetrepräsentanz muetter.at vollzogen werden.

Heidelbert, am 1. August 2017

runde sache

kreise: audi tauscht halben vorstand aus
orfon

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/92/Audi-Logo_2016.svg/2000px-Audi-Logo_2016.svg.png

bekannterweise haben wir es bei audi mit in summe vier (einander überlappenden) kreisen zu tun. jetzt, frage: wieviele und welche kreise nun sind es genau, die über einen angeblich bevorstehenden vorstandsaustausch bescheid zu wissen vorgeben? und, wenn es sich um den halben vorstand handelt, bleiben dann zwei kreise über oder aber, und das steht zu befürchten, wird es sich nur noch um lediglich vier halbkreise handeln?

(immerhin, sind ja auch runde sachen.)

butterfly-marketing

wie ein schmetterling torkelte sie um die gruppe (m/f) herum und hängte jedem einzelnen, ohne zu achten, worüber gerade geredet wurde, ihre botschaften um –

(allgemein schwieriges leben; früher flöte gespielt; entsetzlicher, vielfach traumatisierender lehrer; jetzt schlagzeug probierend; aber alles so anstrengend; aber was du/ihr macht, ist genial; von soviel zuviel kopfweh; und dann noch die probleme mit der wohnung; obwohl, die scheidung vor drei jahren war schon gut, darum wieder der alte, eigentlich viel schönere und passendere name, weißt‘ eh; dazu die probleme mit dem job; überhaupt, es sei ohnehin alles marketing…)

– und flatterte dann wieder weg. zurück blieb eine unangenehme leere, ratlosigkeit. die gruppe hatte vergessen, worüber sie zuvor diskuriert hatte, man redete ausschließlich über die themen des weggetorkelten schmetterlings.

immerhin, effektiv, das mittel. der zweck?

hmm…

junge römer

malaria plagte schon die alten römer
orfon

etliche alte römer starben ja alser junger, vergisst man gern.

chefsache

feuerwehrmann von blitz getroffen
orfon

man ahnte es bereits, nun ist es offenbar geworden: nicht nur stehen die florianijünger – völlig zu recht! – unter dem generellem verdacht der brandstifterei, machen manche von ihnen (die perfide speerspitze) nun auch in blitzen.
als patron würde ich – blitze sind nun einmal chefsache – meinen rücktritt einreichen.

pro portion

us-firma nimmt 3.250 tonnen würstchen vom markt
orfon

das ist nun aber bitte nicht den heutigen usancen entsprechend. nämlich – die proportionen! – da vertragen sich zwei begrifflichkeiten nicht (eine, immerhin zeitgemäße, klassische unverträglichkeit): bitte, wenn tonnen, dann würste, nilpferdpenisdicke würste, von der braunschweiger aufwärts. oder, auch denkmöglich, wenn würstchen, dann bitte gramm, und natürlich light, der leichte genuss, modern.
nichtsdestotrotz, wenn moderne würstchen splittern (knochensplittern!), muss man sie – zack! – vom markt nehmen, soviel ist klar.
jetzt sind wir sicher.

von wegen

an deutschland führt kein weg vorbei
orfon

will man z.b. nach frankreich, kann man, wahlweise, durch die schweiz oder auch über italien reisen. (zugegeben, nach dänemark würd’s schwierig.)
da sich der der anklikküberschrift zugeordnete artikel jedoch auf eine (der begriff braucht nicht gegendert zu werden, es handelt sich um eine damenbewerbin) fußball-europameisterschaft bezieht, die sich in den niederlanden abspielt, befragen wir eine einschlägige navigations-applikation und erfahren: außen rum ginge es schon, es wäre aber gar etwas umständlich. bei der überschrift handelt es sich also um eine, wenn auch bedingt, sog. wahre aussage.
oder, vorschlag, die damen nehmen ein flugzeug (in deutschland, vor allem im norden, gerne fluchzeug genannt).
wir alle wünschen jeder alles gute.

finder

Großangelegte Suchaktion nach Schwammerlsucher in Tirol
orfon

findend, ein stück
personen
   suchend
   findend
ernst jandl

Aus Anwendewortschatzerweiterungsgründen schlage ich vor, hinkünftig auch Begriffe wie Pilzesucher oder Schwammerlsammler zumindest in Schlagzeilen zu verwenden und weiters das noch auszudifferenzieren: Einheimischer (Bangen) – Ausländischer (Hämebereitschaft).

Im gegenständlichen, dramatisch verlaufenen und letztendlich gottlob glücklich ausgegangenen Fall, wurden aus 80 einen Einheimischen Suchenden 80 einen Einheimischen Findende. Ins Alpinopernfach übertragen dürfen wir uns jedoch keinen tiroler Sucherchor vorstellen (der zum Finderchor umschlug): Gefunden wird in aller Regel nur von einem (Arie des Finders); im Gegensatz zur zweckmäßigen individuellen Schwammerlaufspürdiskretion ist so jemand (der Schwammerlsucherfinder) jedoch unbedingt angehalten, sofort Meldung zu geben, vgl. das Meldeamt im Ausguck von Schiffen: »Land in Sicht!« bzw. »Schiff backbord voraus!« oder »Der Weiße Wal!«, es folgt wechselseitiger Gesang auf höchstem emotionalem Level.

Indes, ob und wieviele Schwammerl der dramatisch Verunfallte und Wiedergefundene gefunden hat, darüber wurde nichts gefunden.

platzmachen

dosenthunfisch-hersteller will sozialer produzieren
orfon

wie dürfen wir uns das vorstellen? stücke von mehr als einem tier pro verpackungseinheit, eine art gemischter satz also?
gespannt warten wir auf ähnliche, ja: weiterreichende schritte auch bei den schon vielfach und zu recht als – sprichwörtlich! – allzueng bemängelten sardinendosen.

erfolgsabfolge

gabaliers erfolgsgeheimnis
heute in der krone!

sonntagszeitungsaushangtaschenwerbeeinlageaufschrift

strategie:
1. krone bargeldlos erwerben
2. erfolgsgeheimnis erfahren
3. erfolgreich sein
4. geheimnis geheimhalten
optional:
5. im konzerthaus auftreten

merke (1): wer nicht erfolgreich ist, ist selber schuld.
merke (2): der schreiber dieser zeilen hat die schritte 1 – 4 übersprungen; nicht zu empfehlen.
merke (3): selbst für billeteure und saalplatzanweiser gibt es kein leicht verdientes geld.

hinausgewachsen

Boris Becker bekommt nur mehr Taschengeld
derstandard.at

Das wollen etliche Heranwachsende auch: Nur mehr Taschengeld; und sonst tunlichst in Ruhe gelassen zu werden. Wer wollte das dem einst (und wohl für Menschengedenken) Allerjüngsten nicht auch vergönnen!?

Merke jedoch: Lediglich alles Immaterielle, das wir je bekommen haben, kann uns nicht mehr genommen werden. Machen wir also rechtzeitig was daraus, damit wir dann, wenn wir seinesgleichen benötigen, gehörig darüber verfügen können. (Eingeräumt sei: Für etliche mag dieser Hinweis etwas verspätet daherkommen.)

Braune Zwerge

Die Milchstraße wird von Milliarden gescheiterter Sterne bevölkert.
Radionachrichten,Österreich 1 (6.7.2017, 10.00)

Es handle sich um sogenannte ›braune Zwerge‹, sagt der Nachrichtensprecher mit professionell innerlich unbeteiligter Stimme, wobei dem aufmerksamen Hörer ein leichtes Beben nicht gänzlich unverborgen bleiben kann. Oder ist’s das eigene Beben, das man da dem ehrlicherweise als idealtypisch Nachrichten sprechenden Sprecher zu Bezeichnenden unterschieben will?
Wir befinden uns im Darknet des Universums, und entsetzlich passend dazu kommt aktuell die Meldung herein, dass ein gigantischer Kinderpornoring aufgedeckt werden konnte. Abermals, und diesmal gespenstisch unbeteiligt, der neutrale Sprecher.

Müssen solche Meldungen ausgerechnet am Welttag des Kusses verbreitet werden?

verhundst

pflichtgetreuer hund
betreten auf eigene gefahr
tierschutzhinweis, kleingartenparzellentor

wie betritt man eigentlich korrekt einen hund? einen pflichgetreuen gar? wer würde hernach eher betreten aussehen? (wie betreten?)

Wie alles sein wird (in progress, 2)

Von vergessenen schirmen (blauen, violetten, seegrünen) zu träumen, deutet auf einen trockenen sommer hin, sowie auf die zahl dreiundvierzig, derer du an gewitternahen juliabenden eingedenk sein sollst. Darüberhinaus zähle alle von dir gesehenen schwäne, töte den dreiundvierzigsten und du wirst finden in seiner bitteren galle eine perle von seltener größe. Sie macht dich unsichtbar.

H. C. Artmann: Grünverschlossene Botschaft, in: Ders.: Gesammelte Prosa II. Salzburg/Wien: Residenz, 1997. (S. 206)

Überreif

3 Selbstbräuner für Faule
kurier.at

(Äpfel, Birnen, Bananen, vermutlich.)

Wie alles sein wird (in progress, 1)

Das süchtige Herz des Menschen, das begierig auf ein Zerreißen des dunklen Schleiers wartet, welcher die Zukunft birgt, hat nicht genug mit den Blitzen, die unverhofft, und einen Blick eröffnend, hervorschlagen; es bemüht sich, in das Geheimnis des Kommenden einzudringen. Das treibt zum Erfragen der Zukunft.

Aus: Vorzeichen, Prodigia. In: Hanns Bächtold-Stäubli (Hg.): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Bd. 8 (Silber–Vulkan). Berlin: de Gruyter, 1937/1987 (Sp. 1754).

evolutionsschritt

lunchpaket rührt internet zu tränen
kurier.at

im kurier scheint es heimlich eine serie völlig angerannter überschriften zu geben, sie sind imstand und überholen noch die praktikanten bei orfon: dass das internet – abseits einschlägiger special interest-bereiche – sowas wie tränen abgeben kann, ist neu, und unvermittelt taucht die frage auf, wohin die wertvolle flüssigkeit denn abrinne.
andrea grills buch „das paradies des doktor caspari“ handelt von einem lepidepterologen, dessen passion calyptra lachryphagus ist, eine art schmetterlinge, die menschlicher tränen bedarf um sich reproduzieren zu können. wie dürfen wir uns also derartige internet-butterflys vorstellen? und erst das lunchpaket?

langstreckenende

david alabas wettlauf mit dem eigenen knie
kurier.at

es ist ein knie, sonst nichts
christian morgenstern

nach gut hundert jahren wissen wir endlich, wohin das von morgenstern besungene schenkelverbindungsgelenk sich verlaufen hat. wollen wir uns also freuen, wenn es hinfort nicht mehr einsam durch die welt gehen muss! beim zieleinlauf (dem abpfiff) wird unser weltkicker dann jedenfalls erfahren haben, wer gewonnen haben wird, er – oder er.
beiden halten wir alle daumen!

mit vollen händen

was uns das internet nicht an großartigen, ja: längst überfälligen produkten beschert! bereits zumindest 80.000 leute vertrauen einem gewissen geldbörsel, und selbstredend (ich bin doch nicht blöd) werde auch ich schnellstens bestellstens zu ihnen gehören. da das in deutscher wertarbeit hergestellte produkt ohne zweifel hält, was es verspricht, nämlich „60 tage geld-zurück-garantie“, gilt es fürs erste penibel buch zu halten und alle belege für sämtliche ausgaben aufzubewahren, rollierend 60 tage zurück: noch heute beginne ich mit dem anstauen durch geldausgeben, und ab ende august wird kassiert!

wie heißt es doch so zutreffend im österreich: nur bares ist (bzw. war) es (bzw. wird es gewesen sein)!

(aber geh!)

raumzeit

österreicher sind länger krank als anderswo
kurier.at

zum raum wird hier die zeit.
gurnemanz, in: richard wagner: parsifal

bei uns gilt: zur zeit wird hier der raum.

große chance

wolfsburg spielt um seine zukunft
orfon

mit einigermaßen historischem bewusstsein versehenen muss diese sportjournalistische kurzüberschrift wie ein prekärer beinahe-haiku erscheinen. im text erfahren wir, dass ein horrorszenario drohe, also wolle man die konzentration aufs sportliche legen. (worauf sonst noch?, frage.)
wollen wir hoffen, dass sich die spieler aus der volkswagen-stadt im kampf gegen den abstieg ins unterhaus nicht allzusehr verschanzen müssen und dass alle wieder gut herauskommen, aus allem.
der gegner indes ist kein lercherl: braunschweig. eintracht braunschweig.
aber dann: auf die autobahn! (die bleibt, nach allem.)

[blockakkordarbeit]

der so umfassend gelehrte klavierspieler, faszinierend, was der alles wusste und wie beredt er es unter die leute bringen konnte! dass es wirkte, wie man sich einen boogiewoogietänzer in schischuhen vorzustellen hätte oder, genau!, wie ein überlebensgroßer kirsteinblockmalzmann – der hat’s mir angetan! –, spielte dabei keine rolle und war dem erlebnis des vortrags tatsächlich in keiner weise abträglich. (nämlich: wer die ohren aufsperrte, hörte differenziertestes musizieren – wiesehr der sehsinn doch trügt!)

… beglückend! (macht mut.)

Futur, exakt

Vorschau s. Nachtrag
Lemma, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (Bd. 8: Silber–Vulkan)

Wir werden es gesehen haben.
(Korrekt: Wir werden es schon seit eh und je gewusst haben.)

kein reim

auf ihn kann österreich immer zählen …
… während andere nur kurz vor wahlen scheinbar klüger werden
fpö sonst wird sich nie was ändern
die soziale heimatpartei (2017)

wenn wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich ändert.
il gattopardo (1958)

wir sehen den obmann der fpö (ohne seine intellektualistisch so kleidsame neue brille), in der hand hält er einen tablet-computer (vermutlich mit auto-schrift- bzw. bildscharfstellfunktion), aber irgendwie wirkt das alles nicht wirklich dynamisch. und schon fragt man sich im österreich, wie das den kommen könne, dass wir keinen knackigen diskontreim lesen dürfen: ob er gar schwächle, der kickl?

(anm.: auf bildliche darstellung wird – stichwort: abbildungsverbot – verzichtet.)