Staunen, wenn man dann das Bezugskonzert besucht hat, lässt einen manchmal auch, wie ein Orchester in der Lage ist, zusammen zu spielen, obwohl ihnen jemand vorsteht, der einen Dirigenten lediglich darstellt, indes aber keiner ist. Ich ziehe meinen Hut vor den Wiener Symphonikern. Natürlich kann es so nicht wirklich zur Interpretation eines Werkes kommen. Das Verhindern des Auseinanderfallens eines so komplexen Gebildes, wie es nun einmal ein Orchester bzw. ein Orchesterwerk ist, kann man aber auch schon als respektable Leistung bezeichnen. Respekt auch dem Konzertmeister Florian Zwiauer, wie er seine Aufgabe umsichtig – und aber ohne irgendjemanden zu desavouieren – wahrgenommen hat. So konnten alle das Gesicht wahren. Der irregeleitet-irreleitende Dirigentedarsteller konnte ja seines nicht verlieren; zumindest dem Publikum gegenüber nicht, dem er ja, und das ist kein Vorwurf, den Rücken kehrte.
Schule des Staunens 7.2
1. März 2015