Rest in Pieces

3. September 2025

Nach Bergsturz in Schweiz: Menschliche Überreste gefunden
orfon

Ist doch eigentlich ein seltsames Wort, Überrest. Überreste. Man findet menschliches Material, die Reste eines oder mehrerer Menschen. Wofür aber steht das »Über-«? Sind da plötzlich mehr Knochen da als ein Mensch hat, vergleichbar dem Phänomen, wenn du etwas auseinandernimmst, um es zu reparieren, dann baust du es wieder zusammen, es funktioniert – und dann findest du ein überzähliges Teil, das du nicht wieder zurück eingebaut hast, aber wozu auch, es geht ja wieder, und möglicherweise besser, leichter ist es auch, sowas ist immer praktisch. Ein solches Teil nennte ich meinetwegen einen »Überrest«, und wenn es mehrere sind, sind das eben dann die Überreste. Beim Menschen aber? Ja, schon, gewisse Teile werden nicht fürs unmittelbare Überleben gebraucht, man kann die Extremitäten (und vermutlich mehr noch) mit Prothesen ersetzen, selbst gewisse Organe und Drüsen können weggelassen werden, die Milz, eine Niere, Hoden, Uterus (…). Meine Mandelextraktion etwa war im frühen Erwachsenenalter. Des weiteren lässt sich die jeweilige Funktionalität mittlerweile medikamentös einigermaßen gut substituieren: Euthyrox, Insulin. Das alles kann es aber doch nicht sein, was mit »Überreste« gemeint ist.

Das Gewicht der menschlichen Seele wurde mit exakt 21 Gramm bemessen. Es heißt aber, dass sie nach dem Tode aufsteige. Unter Schuttmassen findest du da nichts. Restlos.