Mythen

24. Juni 2005

Die Zwölf Geschworenen haben gesprochen und die gipserne Person hinter ihren Spiegelbrillen, in ihrer Faà§on keine allzu raffinierte ästhetische Weiterentwicklung jener des unerreichbar lässigen Paradereichramingers Hagi

von der legendären Gardenschlauch Jazzband (weitere unentbehrliche Statusdefinitionsaccessoires Anfang der 80er: oranger Opel Kadett Kombi mit aufgeklebten, breiten schwarzen Zierleisten, anzustarten ausschließlich mit seinem nonchalant mit einem Fuchsschwanz – ich meine das Fell, nicht die Säge – versehenen Zündschlüssel, welchen er bei der Probe im Pfarrheim Münichholz an einem von allen gut einsehbaren Ort wie zufällig zu deponieren wusste, um abschließend zu fragen, ob irgendjemand seine Autoschlüssel gesehen habe), freigesprochen, auf Gerichtssaalamerikanisch heißt das: not guilty.
Knitternd hat der Kinderfreund, eine Art Peter Pan in Frühpension als Freier Mann das Gebäude verlassen dürfen, dabei seinen für ihn bis zuletzt betenden, nunmehr nichts weniger als aufgelösten Zufächlern mit dem Anflug eines dann doch recht müden Lächelns zugewunken, bevor er, free to go anywhere, ins Auszughäusl nach Nimmerland verschwunden ist.
In seiner virtuellen Heimat im Internet ist dieses not guilty nicht aufgeschienen; stattdessen prangte bereits Minuten nach der Urteilsverkündigung das heilige Adjektiv innocent.
innocent
Jean Veenenbos im Standard, 15.6.2005

Jesus, so wird man zum Mythos, auch wenn man in Wirklichkeit nichts lieber wäre als bad, ich meine really bad. Eine derart hohe Stufe aber bleibt wirklichen Größen vorbehalten, und triple bad kann nur jemand sein vom Kaliber eines Ali. Eben, The Greatest.