Freitag, 6. November 2026, 14:00 Uhr

21. September 2026

Wien, Karmeliterkirche
Wien Modern 2026
Sanftig. Erkundungen zum Sanften Gesetz

Das Bild hat der liebe Franz Kerschbaum am 21. Juni 2026 in seiner Sternwarte gemacht.

Bertl Mütter: Agitator (Posaune, Komposition, Spielertrainer)
Matthäus Schmidlechner: Rufer (Metalltenor)
Antonino Tertuliano: Entspanner (Kontrabass)
Tina Žerdin: Areal (Harfen)

Mit seiner Vorrede zu Bunte Steine (1852) lädt uns Adalbert Stifter ein, in all den noch so großen Vorgängen der Welt (des Kosmos) ein dahinter waltendes Sanftes Gesetz zu erkennen und sich demgemäß zu verhalten. SANFTIG soll eine musikalisch-performative Meditation über die Stifterschen Gedankengänge sein, Appell, das Große im Kleinen zu achten und von dort aus die Gewichter der Welt zu justieren: Plädoyer für die Bewahrung der Schöpfung. Das Publikum erwartet indes keine christliche oder sonstwie esoterische Schwelgerei in Wohlklang oder Wohlgefallen. Es gilt auch, die Ebenmäßigkeit seiner Sprache der inneren Unbehaustheit Adalbert Stifters (bis zur in maßloser Völlerei erworbenen Leberzirrhose samt finalem Rasierunglück) konfrontierend gegenüberzustellen.

Wie es gehen könnte, ob Hoffnung (Hoffnung? Kann es das noch geben, in illo tempore?) möglich ist, und worauf sie hinauslaufen könnte: Das zu untersuchen will SANFTIG anregen.

Der unseren am Modernen geschulten Sinnen so befremdlich überillustriert erscheinende Sakralraum der Karmelitenkirche wird mit mehreren Stationen eine nachgerade ideale Kulisse abgeben; Kulisse? – Was für ein abschätzig anhebender Begriff für einen Lebensraum einer wertzuschätzenden Gemeinschaft, die ihr Leben in einen besonderen Dienst gestellt hat! (Indes, derweil fällt mir kein tauglicher geeignetes Wort ein; vielleicht können wir ihn als materialisierten Ort des Dazwischen betrachten, zwischen dem Sechsten und Siebten Tag der Schöpfung: auf Erden noch, aber bereits vorhineingenommen ins Paradies, was immer das sein mag. Mehr als ein Schönes Bild allemal.

Zumindest sanft zumachen, die Tür. (Sanftig wäre besserer.)


Das SANFTE GESETZ verwende ich (nebst anderem, etwa auch von Gert JonkeSanftwut oder Der Ohrenmaschinist – oder Ernst Jandl) gewissermaßen als Folie, nicht explizit. (…) Will heißen: Durch das Schreiben dieses Teasertexts (s.o.) (…) zwinge ich mich selbst auf die Spur, das inspiriert mich am besten und zielgerichtetsten.
Ad notam SANFTIG – aus dem Email-Dialog mit Wien Modern (leicht gekürzt)


Weitere Termine
Samstag, 7. November 2026, 15:00 Uhr
Sonntag, 8. November 2026, 14:00 Uhr
Eintritt frei!