Steyr, Marienkirche (Treffpunkt)
»Unterirdische Stille«
Steyr vom Turm der Stadtparrkirche © Bodipic/Wikimedia
Die Bestattung in der Gruft unterhalb einer Kirche war Geistlichen, Adeligen und finanzkräftigen Bürgern vorbehalten. Die Dominikaner errichteten im 15. Jahrhundert mit dem Bau der Marienkirche auch die darunterliegende Gruft. 1967 wurden die letzten Särge umgebettet.
Die Gruft unter der Stadtpfarrkirche wurde um 1700 erweitert. Kaiser Joseph II. verbot 1784 Bestattungen innerhalb der Kirche.
Die Gruft der Coelestinerinnen-Kirche wurde 1679 eingeweiht. 1784 wurde das Kloster aufgehoben und die Stadt Steyr errichtete im ehemaligen Kirchengebäude das heutige »Alte Theater«. In der Gruft ist das Bild des berühmten Barockmalers Johann Georg Morzer »Die Kreuzigung Jesu« zu sehen.
Nach einer kurzen Erklärung vor der Gruft wird die mit Kerzen beleuchtete Gruft in Stille betreten und meditative Musik erfüllt den Raum.
Katholische Ankündigungsprosa
So betulich die Ankündigung daherkommt: Das ist eine einmalige Gelegenheit, drei sehr verschiedene Grufträume in der indertat grandiosen Steyrer Altstadt zu erkunden. Einer ist voller Krempel, einer durch einen Geheimabgang in einem Beichtstuhl (HUCH!) zu betreten, im dritten befindet sich ein Kreuzigungsfresko eines in Steyr weltberühmten Barockmalers.
Und überhaupst: Wenn mich der Ramsmaier Charly anfragt, bin ich da. Ich bewundere sein zivligesellschaftliches Wirken (etwa im Mauthausen Komitee) und bringe gerne meine Kunst ein, wann immer ich kann (und es angebracht ist).
Die Posaune ist seit jeher den chthonischen Regionen akustisch beigeordnet. Wie meditativ also meine Musik dann wird (oder sein kann) – wir werden’s erleben.
Besinnlicher nächtlicher Parcours, und rechtzeitig zur (d.h. vor der) Geisterstunde waren wir fertig. Wohltuend die Stille, in der wir uns in den (unterschiedlich klischeenahen) Grüften bewegt haben. Ist ein Vorteil, wenn man es mit kirchenraumgewohnten Menschen zu tun hat. Und nicht die Idee von unsäglichem Smartphonemitgefilme, das sich eh nie jemand anschaut. Dafür feines, wertschätzendes Hören. Am Ende herzliche, respektvolle Verabschiedung. Ein großer kleiner Abend. DANKE.