Carinthischer Sommer 2025
Ossiach (Stiftsareal) und (rund um den) -ersee
Drumherumhören – das Festival im Festival
Sämtliche Streichquartette von Dmitri Schostakowitsch und viel Drumherum

So bin ich denn beim Drumherumhören als »Schostinaut« im Einsatz. Was Sie erwartet, werden Sie erleben, wenn Sie hinkommen. Ich bin ja mindestens ebenso gespannt. Danke für diese seltene Gelegenheit, mit derartiger Offenheit (man könnte auch Ungewissheit sagen) anreisen zu dürfen und es getrost der Situation selbst überlassen zu können, was erwachsen wird. Spannende Sache, großes Herz.
(Jaja, ehklar, wir reisen allesamt mit voller Botanisîrtrommel an.)
Das Motto des Carinthischen Sommers 2025 lautet »bewegt«. Für den Festivalalmanach erging an alle künstlerisch Mitwirkenden eine Doppelfrage, meine Antwort steht gleich darunter:
Was bewegt Sie? Was gibt Ihnen Hoffnung?
Almanachbeitragsfragestellung, Carinthischer Sommer
Zuallererst hoffe ich, niemanden hier vor den Kopf zu stoßen, in diesem sommerfestlichen Rahmen.
Bewegung geschieht immer im Raum, und der kann im Außen, aber auch ein innerlicher sein. Und alles dazwischen.
Sei mit Bewegung Ortsveränderung mit der Zeit gemeint, so sind das meine Füße (in Österreich sind da immer die Beine mit dabei, mithin der gesamte Bewegungsapparat, der mich vermittelst der Positions- und Lageveränderungen meiner Gelenke vom vom zum zum (und zurück!) bringt. Derart besteige ich auch mein Fahrrad, es folgen Bus & Bim, U-Bahn & Zug. Auto: selten, Flugzeug: wenn es garnicht anders geht.
Bewegungen, die sich durch organisiertes Eintreten für politische und/oder soziale Ziele einsetzen, inspirieren mich auch, wenn diese menschenfreundliche, dem Miteinander zuträgliche sind.
Das kontrapunktische Richtungsverhältnis zweier Stimmen untereinander ist mein täglich Brot, wenn ich meinen Posaunenzug hinundher bewege, oftmals bin ich, singend, beide.
Bewegen als ›Was mich anrührt‹. Aber das erzähle ich Ihnen doch mit meinem Spiel, will ich hoffen! – Stichwort Hoffnung: Ich hoffe, dass sich Demenz von innen nicht so desaströs anspürt, wie sie nach außen wirkt. Und so vieles in der Art mehr. Ansonsten: Ich hoffe nichts. Es ist keine Zeit für Hoffnungen, Hoffnung gar. (Ich hoffe, ich irre mich.) Auch am Glauben mangelt es mir, was ich aber nicht als Makel empfinde. Bleibet die Liebe.
Zuletzt, zur Güte, weil ich will Ihnen ja nicht als einer mit einem finsteren Weltzertrümmerergesicht à la Schostakowitsch erscheinen müssen: Ich hoffe auf bewegende Begegnungen. Das wär’ doch schon was, und im Carinthischen Sommer ergeben sie sich einigermaßen zuverlässig!
Bertl Mütter, 11. März 2025
Kürzestbericht: Eine dichte Woche mit großartigen Kolleginnen und Kollegen samt einem Publikum, das bereit war sich einzulassen. Wir wurden reich belohnt. Herzliche Gratulation Nadja Kayali und ihrem Team für die mutige Programmierung und die sich daraus ergebenden Begegnungen. Insbesondere mit Kolja Lessing und das Ehepaar Danuta Gwizdalanka und Krzysztof Meyer haben sich wunderbare freundschaftliche Übereinstimmungen ergeben. Was für ein Glück. DANKE.