Agenda

Zu Tuendes: Von was womöglich wird bis wie’s wirklich war. Öffentlich: Herbei!


Montag, 20. April 2026

Wien, Österreichische Gesellschaft für Literatur
Cornelius Hell zum Siebziger
Bertl Mütter, Posaunistische Aperçus

wikimedia.org | C.Stadler/Bwag

Cornelius und mich verbindet eine jahrelange, von hochgradig wohlwollend wahrnehmender Distanz geprägte Freundschaft. JETZT! passts, dass wir was gemeinsam machen: Was hab ich mich gefreut, wie er mich gefragt hat, ob ich zu seinem Siebziger spielen will.

Cornelius, stiller Gigant, Polyhistor.

[Private Feier im offiziellen Rahmen.]

Freitag, 1. Mai 2026, 18:00 Uhr

Fels am Wagram, Weingut Wimmer-Czerny
WeinKult 25

Dieses Bild ist von Markus Lidauer (2012).


Lukas Meschik, Lesung, teilnehmende Beobachtung

Sofia Labropoulou, Kanun
Matthias Loibner, Drehleier
Gerhard Laber, Perkussion
Bertl Mütter, Posaune; Conférence

Armin Thurnher, Special Guest

Hans Czerny, Winzer

Der WeinKult 25 ereignet sich im 26er-Jahr, BOAHH!, ein Vierteljahrhundert machen wir das schon! 

Lukas Meschik habe ich bei der Poesiegalerie 2025 kennengelernt, und sogleich war klar, dass er zum WeinKult kommen muss. Praktischerweise habe ich gleich auch einen von ihm rezensierten Nachwuchslyriker als Special Guest eingeladen.

Die WeinKultKombo (WKK) ist heuer etwas filigraner aufgestellt, und wir haben, zumindest zu dritt, ein paarmal miteinander gespielt. Matthias Loibner ist ein langjähriger Kollege – er ist überhaupt derjenige (Profi-)Musiker, mit dem ich am allerlängsten in musikalischem Austausch bin, damals war er etwa 17 und ich reife 20. Er hat sich bereits mehrmals als besonders loyal erwiesen, auch hier am Hof, und so ist es aber wirklich Zeit, dass er wieder einmal im offiziellen LineUp dabei ist. Ganz neu dabei hingegen ist die faszinierende griechische Kanun-Spielerin Sofia Labropoulou, die seit einiger Zeit die österreichische Improvisationsszene frischwindig belebt; Matthias hat mich auf sie hingewiesen, was für ein Glück. Und gerne werden sowohl Matthias als auch Sofia ihre jeweiligen Zauberkästen Ihrem neugierigen Interesse gemäß vorstellen. Dass – es bedarf stets der kreativen Verstörung (ein Akt des freundschaftlichen Kitzelns) – auch mein alter Freund und Mentor Gerhard Laber mit seinem stets kuriosen Perkussionsspiel dabeisein kann, ist eine zusätzlich beglückende Freude.

Im Mittelpunkt von Allem steht der Wein und all die Köstlichkeiten vom Hofe der Czernys. Überhaupt am wichtigsten aber sind die persönlichen Begegnungen, zu denen es beim WeinKult quasi barrierefrei kommt: Es werde wieder wärmer, und Wärme können wir allerdings brauchen, in diesen Zeiten.

Vonseiten der Intendanz steht dem Symposion nun nichts mehr im Wege.

Markus Lidauer hat 2012 auch das photographiert.

WeinKult ist ja nachgerade das ideale Symposion: Zuerst gibt’s einmal was zu trinken. Dann wird gespielt, daraufhin wird gegessen und getrunken, dann gespielt, woraufhin getrunken und gegessen wird, daraufhin spielen und lesen die Künstler:innen wieder und unmittelbar darauf gibt’s was Gutes zu essen, und zu trinken ist auch noch genug da und so weiter: Wir achteln uns hinauf, alle sind wir illuminiert, aber keine:r angesoffen, und sowas nennt man Angewandte Trinkkultur.

Der Rote Veltliner – nicht nur von Gault & Millau prämiert!

Herzlich willkommen!

Bertl Mütter, Hofintendant

Samstag, 9. Mai 2026, 12:00 Uhr

Steyr, Friedhof, Italiener-Denkmal
81 Jahre Befreiung
Gedenkfeier

10. Mai 2025: Tant’ auguri a te!

Alle Jahre wieder kommen Angehörige von KZ-Opfern aus Italien nach Steyr, um ihrer ermordeten Verwandten zu gedenken. Heuer ist es der 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen.

Ich betrachte es als eine besondere Ehre, diese Feier mit meinem Posaunespiel begleiten zu dürfen. Zum Abschluss darf dabei »Bella ciao!« nicht fehlen. Und, schön wär’s, wenn wir dabei auch Rafaela Lorenzi zu ihrem 91. Geburtstag gratulieren dürfen: Weil was für ein gelungeneres Obsiegen kann es geben, als dass man am Friedhof gemeinsam »Happy Birthday« anstimmt (für jemand Lebendigen!), auf italienisch!

Samstag, 23. Mai 2026, 10:30 Uhr

Steyr, Dunklhof
Literaturtage Steyr (Matinée)
trombohuwabone. Eine Ernste Jandliade vum Bertl Mütter

Ernst ist es und trombonisch und tohuwabohisch; ist das doch (Gen 1,2) der Urzustand von Allem auf der Erde, meist übersetzt mit wüst und wirr (Luther sagt leer statt wirr). Und ganz ernst sieht Gott zu.

Ostuni, 2025: Irgendeiner hört immer ganz Ernst zu

Mütter verkörpert die Sprache selbst, schlüpft in die Rolle der zu uns sprechenden Stimme, übernimmt zeilenweise die Perspektive einer konkreten Figur. Damit wird die Lesung zum »Spiel«, in dem keine einzige zungenbrecherische Wortspielerei verstolpert wird. Mütter agiert nicht nur text- und sprechsicher, sondern stets gekonnt innerhalb jenes Bereichs, in dem lustvoller Schalk nicht zu unterforderndem Klamauk wird. Vortrag wechselt sich ab mit avantgardistischem Posaunengetön, das Blasinstrument spöttelt und tschilpt. Der fliegende Wechsel zwischen Text und Musik verdeutlicht die Musikalität der Sprache, eines wird zum anderen, bis das andere vom einen nicht mehr zu unterscheiden ist. So hat man Jandl noch nie gehört – aber genau so sollte man ihn immer hören!
Lukas Meschik über trombohuwabone (Poesiegalerie 2025)

Große Freude & Ehre, mein Herzensprogramm in Steyr präsentieren zu dürfen. Es ist  immer neu, kann ich versichern.

Samstag, 30. Mai 2026, 16:00 Uhr

Ottobeuren (D), Basilika
»Orgelmusik mit Posaune«
Bertl Mütter, Posaune
Christoph Hauser, Orgel(n)

wikimedia.org | Diego Delso

Es ist nämlich bitte so, dass ich mit dem Winfried befreundet bin, 2013 haben wir uns in Admont kennengelernt: Ich habe im Rahmen des Festivals ARCANA in der Kirche gespielt, er war der für Kunstsachen zuständige (ich glaub Prior oder Subprior1) Pater von Stift Admont, zugleich Pfarrer am Frauenberg. Winfried – ein gemeinsamer Freund ist Bodo Hell – ist bekennender Loriotist, und als solcher hatte er an seinem nächsten Einsatzort, als Abt des Stifts Neuburg bei Heidelberg einen schweren Stand; folgte eine Siphonphase, nun ist er im Stift Ottobeuren (gut?) gelandet und dort auch Pfarrer. Die Abteikirche ist ein Wunderwerk, mit einer phantastischen Architektur samt Akustik, und auch die Orgel kann was, corr.: die Orgeln können was! Gleichso verhält es sich mit dem Organisten, Christoph Hauser, weil der ist ein ganz besonderer. Wir haben uns über die letzten Jahre mehrere Male zum Improvisieren getroffen und freuen uns auf diese nun auch öffentliche Gelegenheit zu spielen. Zentraler Choral ist der Pfingsthymnus »veni creator spiritus«, von dem aus wolln wir weiter schauen – und hörenmachen.

Sonntag, 21. Juni 2026, 21:00 Uhr

Sonnensteher, 3. Viertel (ein Bild von Klaus Fritsch usurpierend)

Wien, Universitätssternwarte
Franz Kerschbaum: Protuberanzen über Wendezeiten
Bertl Mütter: aus|cul|ta|tio|nes super STARDUST

Michael Atteneder hat sich das ausgedacht und gemacht

Das Paradies habe ich mir immer als eine Art Bibliothek vorgestellt.
Jorge Luis Borges, Die letzte Reise des Odysseus

(Es könnte aber auch eine historische Sternwarte sein; die ihrerseits Ganz Großes Theater ist.)

SONNENSTAND geht ins dritte Viertel: Zum astronomischen Anfang einer jeden Jahreszeit erkundet Bertl Mütter einen (nicht nur) akustisch inspirierenden Raum mit seinem epischen Posaunenspiel. Davor – es soll mehr als ein Konzert sein – erzählen ihm befreundete Menschen Erhellendes zum jeweiligen Anlass bzw. Ort. Zuletzt, am 21. März, hat Margret Wohlfahrt über Idee und Praxis der Otto Wagner Kirche als Anstaltskirche geredet. Nun sind wir, in Sichtweite (nordöstlich etwa), in der von Fellner & Hellmer perfekt ausgerichteten Universitätssternwarte, eine (Grundriss!) Kathedrale der Astronomie, Arbeitsplatz des beredten Astronomen Franz Kerschbaum: Er weiß wesentliches über Wendezeiten.

Das Innere des Gebäudes bietet gleich zwei reizvolle Klangräume: Ein ausladendes Treppenhaus mit Säulengalerie (und Franzjosephbüste), sowie den Ring um die zentrale Kuppel, der das Herzstück, den Refraktorraum, birgt; diesen Donut wird Bertl Mütter als ›Tönteilchenentschleuniger‹ akustisch erschließen.

»Mein freifliegendes Spiel erwächst aus einem musikalischen Nukleus. Von ihm aus will ich zu meinen aus|cul|ta|tio|nes abheben, in die Tiefe, nach Innen, unbenennbar, weil wesentlich: Pointenlos pures Sein im Klang, Hingabe.«

Übrigens, damit wir es nicht vergessen: Wir sind bereits im Weltraum.

Planet earth is blue
And there’s nothing I can do
David Bowie

Eintritt freiwillig.
Spenden für den Musiker werden  g r o ß z ü g i g  angenommen.

Der Klingelbeutel vom Stephansdom kommt abermals zum Einsatz. (Das Bild hat Franz Kerschbaum in der Otto Wagner Kirche aufgenommen.)


Im Anschluss wird Hans Czerny auf der südöstlichen Terrasse SUNBEAM ausschenken.

Donnerstag, 2. Juli 2025, 9:30 Uhr

Goldegg im Pongau, Goldegg-Weng/Böndlsee
»Erinnerung in Bewegung«

Gedenkwanderung rund um den Böndlsee zu den Schauplätzen des 2. Juli 1944
Führung: Esche Schörghofer
Musikalische Begleitung: Bertl Mütter, Posaune

Um 17:00 findet dann bei den Stolpersteinen und dann beim Deseteursdenkmal die Gedenkfeier statt, mit dabei sind Michael Kerbler, Robert Menasse, sowie die Musikerkollegen Carles Muñoz Camarero (vc) und Paul Schuberth (akk).

Im Rahmen der Goldegger Erinnerungstage 2026. Nach 2023 und 2025 darf ich zum dritten Mal mein Klingen zum Gelingen dieser zivilgesellschaftlich außerordentlich notwendigen Veranstaltung beitragen.

… und was machen Sie sonst noch so?

Ich kenne meinen Weg so wie der Bach den seinen.
Jules Renard

Es ist immer (wer oder) was im Anflug.

Dorothea Wimmer† hat das 1999 in Lienz aufgenommen.

Neben meinen hiersites dargelegten öffentlichen Aktivitäten2 gibt es, wie es sich für ein Künstlerleben gehört, auch sonst nichts alswie fruchtbare3 Momente, darf ich versichern.

(Gewisse Versprechen gibt man sich selber sogut alswie der Welt.)

Und sonst4 mache ich noch wie nebenher: Diese Website frischhalten (am einfachsten ersichtlich beim täglichen Mütterlog); weltwichtiche künstlerische5 Projekte6 und dafür Vor-, Zu- und Nachbereitungen jedweder Art; tatsächlich wichtige Fürsorge- und Liebesdienste, sowie Akte der Freundschaft, runde und eckige Geburts-, Jahres- und Todestage: Nennt mich7 einen Passagenpassagier.

Und – damit ich’s nicht vergess’8Posauneüben. Das höret bitte nimmer auf!9 Mir ist das Posaunespielen beständiger Quell der Freude, Rückhalt in allen Lebenslagen. Was für ein Glück!10