Murelli

15. Januar 2005

Murelli heißt die Limonade, die von der Murauer Brauerei hergestellt und in ihrem Wirkungsbereich hauptsächlich über die Gastronomie vertrieben wird. Auf den für das Erfrischungsgetränk vorgesehenen 0,4l-Gläsern lachen uns von einem blauem Hintergrundstreifen zwei Früchte an, die wie eine Mutation von Apfel, Orange, Marille, Pfirsich und Kartoffel aussehen. Sie lachen, weil ihnen ein unbegabter Grafiker schwarzweiße Augen (inkl. Augenbrauen) und einen Mund verpasst hat, dazu eine zu lange, gleichwohl für einen Kasperl zu kurze rote Nase. Warum grinsen diese Hybridfrüchte so? Wissen sie, dass ihnen von Murelli keine Gefahr droht, weil sie für die Limonade, der sie als Werbeidentifikationsfiguren dienen, nur mit einer Wahrscheinlichkeit von max. 0,1% zermantschkert werden?
Ich kenne nur ein klassisches Kracherl, das sich über den Wirkungsberich der Herkunftsbrauerei hinaus ein eigenständiges Image und damit ein treues Trinkpublikum sichern konnte: Kaum jemand außerhalb Steyr-Land und Linz-Land wird Mühlgruber Bier kennen, aber Schartner Bombe, die Bomben Erfrischung ist allen ein Begriff.
Murelli wird sich, so leid es mir tut, nicht durchsetzen können. Es dürfte auch am Namen liegen.
Zur Namensgebung von Produkten (und warum das im ABGB geregelt werden sollte) demnächst vielleicht mehr.